«TU'"", .■ n.— .,—,1.^..,, -1^.1..^ .-.. , .^TTT ' .-.....•' . Grschrint täglich ■nt Ausnahme der Feiertage. Bezugs-Breis: Durch diePost bezogen und durch den Briefträger und unsere Austräger frei ins Äaus monatlich Goldmark 1.80 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. J n Fällen von höherer Gewalt -steht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäftszeit 1/28 bis 5 !lhr Sonntags geschlossen. Fernsprech-Anschlutz Nr. 11 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. SvvS General-Anzeiger für klsenz-unö Lckwarzbacktal Der Lanöbote §m§t»eimer MM Zeitung sag General-Anzeiger für klsenz-unö 5ckwarzbaclital Kettelte uncl verbreitetste ^Leitung «lieler Gegenct. I)Lupt-Kn;eigen-8lrtt Möcbentlicb« Beilagen: CQode and kseini * Der Kobold » ßeae Illustrierte • EandwirtTcbaftlicbe Beilage Anzeigen-Prolse: Anzeigen: Die 33 mm breit» Millimeter-Zeile 6 Goldpfg. Reklamen: Die 92 mm breit« Millimeter-Zelle 2V Goldpfg. Grundschrift im Anzeigen- und Textteil ist Petit. 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Schon beim Verlassen der letzten Häuser Berlins, wenn die Szenerie des Tempelhofer Feldes erscheint, sieht man, welch fleißige Arbeit an der Ausgestaltung des Flughafens seit einem Jahre wieder geleistet worden ist. Wo früher grundlose Wege das Dorwärtskommcn äußerst erschwerten, führen jetzt gut gepflasterte Chausseen und weiter tadellos asphallierte Straßen bis vor die Verwaltungsgebäude des Flughafens. Der neue Luftbahnhof selbst ist ein im modernen Stil aufgeführtes zweistöckiges Gebäude mit flachem Dach, auf dem ein Dachgarten sich befindet, lieber einige Treppenstufen betritt man den mittleren Raum, der als Warteraum gedacht ist. Links schließen sich Zimmer für Post, Telegraph und Zollabfertigung an, rechts ein Speisezimmer von sehr gefälliger Innenarchitektur. Damit hat der bisherige Notbehelf, daß die Fahrgäste von den Hallen aus in die Flugzeuge einsteigen mußten, sein Ende gefunden. Die gesamte Abfertigung erfolgt nunmehr zentral im Bahnhofsgebäude Nachdem die Deutsche Lufthansa im vergangenen Winter erstmalig einen verkürzten Luftverkehr durchgeführt hat, geht sie jetzt mit großen Plänen in den neuen Sommerverkehr hinein. Das diesjährige Streckennetz ist gegenüber insgesamt 50 Strecken in Deutschland und nach dem Ausland im Vorjahr auf 80 in- und ausländische Linien ausgebaut worden. Die Gesamtlänge dieses Streckennetzes, d. h. die Tagesleistung der fahrplanmäßigen Flugzeuge nach beiden Richtungen wird gegenüber 37 000 Kilometer im vergangenen Jahre nunmehr 57 000 Kilometer betragen. Neben der Bahnhofsanlage hat die Berliner Flughafengesellschaft auch sonst erhebliche bauliche Erweiterungen vorgenommen, die durch den erweiterten Verkehr bedingt sind, und große moderne Hallen für die Flugzeuge und Werkstätten geschaffen. Auf dem Flugplatz herrschte in Erwartung des verstärkten Sommervsrkehrs regstes Treiben. Sämtliche Großmaschinen der Lufthansa sind neu überholt und werden zurzeit geprüft. Man sah den Albatros-Schlafwagen, den Dornier-Merkur, die dreimotorigen Junkers und den Rohrbach-Roland. Der Flugplatz selbst hat dadurch eine weitere Verbesserung erfahren, daß er in einer Gesamtausdehnung von 1,5 Millionen Quadratmetern planiert worden ist. Auch die Nachtbefcurungsanlagen sind erheblich vermehrt worden. In den nächsten Wochen soll eine Umrandung des gesamten Flugplatzes mit Neon-Röhren erfolgen. Außerdem sind zu dem Scheinwerfer und der Hallenfrontbeleuch- tung neue Blinklichter dazUgekcmmen, die auf den 45 Meter hohen Funktürmen zu beiden Seiten des Bahnhofsgebäudes montiert sind. Nach den statistischen Unterlagen des Vorjahres rechnet man damit, daß 1827 im Zentralflughafen Berlin etwa 16000 Flugzeuge starten und landen werden, um etwa 40 000 Fluggäste und rund 700 000 Kilogramm Fluggut zu befördern. Die Abrüstung vertagt. W Gens, 12. April. Infolge 6er großen Gegensätze, die sich Erneut i» der gestrigen Vormittagssitzung in der Frage der Beschränkung der Flottenabrüstungen innerhalb der Ab- rüstungskommissiou ergeben haben, ist das aus dem Präsidenten und den beiden Vizepräsidenten Lord Robert Cecil und Paul Bouucour bestehende Büro der Kommission gestern nachmittag zusammengetreten, um zu beraten, ob es nicht zweckmäßiger wäre, Mitte dieser Woche eine Vertagung der Verhandlungen der Kommission auf längere Zeit vvrzunehmen. Zu Beginn der Nachmittagsvollsitzung der Abrüstungskommission schlug dann der Präsident vor. die weiteren Verhandlungen nach Ostern auf unbestimmte Zeit zu vertagen. Bis Ostern sollen die Restpunkte der Luftrüstung, sowie die Frage der internationalen Kontrolle der Rüstungen behandelt werden. Während der Osterferien soll dann das Büro der Kommission einen Bericht über die bisherige erste Lesung des Konventionsentwurfes ausarbeiten. Am Dienstag nach Ostern soll dann die Kommission diesen Bericht entgegennehmen, die zweite Lesung des Konventionsentwurfes aber auf unbestimmte Zeit vertagen. Der Präsident betonte, den einzelnen Regierungen müßte Gelegenheit zu einer Prüfung der bisherigen Ergebnisse der Verhandlungen der Abrüstungskommission gegeben werden. Der neue Termin für den Zusammentritt der Kommission soll dann vom Büro der Abrüstungskommission festgesetzt werden. Eine Diskussion über den Vorschlag des Präsidenten fand nicht statt. Die Kommission trat sodann in die Beratung der auf der Tagesordnung stehenden Frage, der Beschränkung der Luftabrüstung, ein. Der französische Kompromißvorschlag über die Beschränkung der Flottenrnstnnge« abgelehnt. Eine Rede Lord Cecils. Genf, 12. April. In der gestrigen Vormittagssitzung der vorbereitenden Abrüstungskommission wurde der französische Kompromißvorschlag, der eine Veröffentlichung der Gesamttonnage durch die vertragschließenden Parteien, die diese für ihre Sicherheit benötigen, vorsieht, von den Delegierten Englands, Italiens und Amerikas abgelehnt. In einer langen Rede legte Lord Robert Cecil den Standpunkt der englischen Regierung dar, wobei er die Bedeutung der kommenden Dreimächtekonferenz hervorhob. Für die englische Politik in der Frage der Flottenabrüstung seien die Sicherheit der Meere und eine Einschränkung der Seerüstungen maßgebend. England könne keiner Regelung zustimmen, die irgendwie das Washingtoner Abkommen, das auf der Abrüstung nach Schiffskategorien beruhe, und das auch von Japan und Amerika für gut gehalten werde, habe England 21 Schiffe vernichtet, Japan 17 und Ameriha 30. Der französische Kom- promißvorschlag stelle keineswegs ein Abrüstungsprogramm dar. Der Hauptfehler liege darin, daß er die einzelnen Schiffskategorien nicht beschränke. Nach ihm könne ei» Staat die ihm festgesetzte Gesamttonnage ausschließlich für den Bau einer einzelnen Schiffskategorie verwenden. Auch eine Beschränkung der Schiffsgeschütze sei in dem französischen Vorschlag nicht vorgesehen. Die Folge wäre, daß die Admiralität eines jeden Landes das für jedes Jahr beschlossene Bau- Programm den übrigen Staaten bekanntgeben und diese danach ihre Maßnahmen treffen würden, woraus sich eine Wettrüstung entwickeln würde. Der französische Vorschlag gewähre nicht das Minimum an Sicherheit, das die englische Regierung wegen der auf ihr lastenden Verantwortung für große Landgebiete fordern müsse. Sodann begründete der italienische Vertreter die Ablehnung des französischen Kompromißvorschlages damit, daß er nicht die besondere Lage eines Staates, sowie die Beziehungen des Mutterlandes zu den Kolonien berücksichtige. Italien verlange volle Verfügungsfreiheit über das ihr aus der Washingtoner Konferenz zugeteilte Kontingent. Für Italien seien bei der Flottenabrüstung folgende Gesichtspunkte maßgebend: 1. Festsetzung einer Gesamttonnage für jeden Staat mit völliger Freiheit der Verteilung der Tonnage nach Schiffsklaffen, 2. keine Veröffentlichung der Flotten- bauprogramme; die Staaten sollen lediglich verpflichtet werden, sechs Monate vor der Kiellegung eines Schiffes hiervon dem Völkerbnndssekretariat Mitteilung zu machen, 3. keine Trennung zwischen Mutterland und Kolonien. Hierauf drückte der französische Delegierte Paul Boncour sein Bedauern über die Ablehnung des Kompromitzvorschla- ges ans. Die französische Regierung könne einer Beschränkung der Rüstungen nach Schifsskategorien ihre Zustimmung nicht erteilen, da eS ungerechtfertigt wäre, auf dem Gebiet -besondere Regeln zu schaffen, die für kein anderes Gebiet angewandt worden seien. Frankreich habe stets auf Grund aller Abrüstungsverhandlungen die gesamte Beschränkung aller Rüstungen gefordert. Die Abrüstung nach Schiffskategorien würde ein Prinzip festlegen, das bisher von keinem Parlament angenommen worden sei. Frankreich müsse nach wie vor völlige Freiheit in der Verteilung der Tonnage fordern. Es sei nicht möglich, in eine Abrüstungskonvention eine privilegierte Stellung für die großen Seemächte aufzunehmen. — Der japanische Delegierte war der Ansicht, daß demnächst eine Einigung stattfinden müsse. — Der amerikanische Vertreter lehnte den französischen Vorschlag abenfalls als unannehmbar ab und wies darauf hin, daß Coolidge betont habe: Die Dreimächtekonferenz würde in keiner Weise alle anderen Abrüstungskonferenzen berühren. , .. Sine internationale diplomatische Liga. Paris, 11. April. In Paris ist ein Ausschuß gebildet worden, der die Gründung einer internationalen diplomatischen Liga durchführen soll. Deutscherseits soll der Staatssekretär im Auswärtigen Amt v. Schubert aufgefordert worden sein, dem Ausschuß beizutreten, doch wird nicht mitoeteilt, ob er diesen Antrag angenommen hat. In dem Ausschuß sitzen Vertreter Japans, Belgiens, Frankreichs, Hollands und der Vereinigten Staaten. Die Liga soll 150 Sitze erhalten und Sektionen in den verschiedensten Ländern gründen. Sie will regelmäßig Berichte über ihre Sitzungen und auch wissenschaftliche Arbeiten herausgeben. Jede Einmischung in die aktive Politik lehnt sie ab. Italien, Ungarn und der Balkan. Rom, 11. April. Die Ankunft des ungarischen Ministerpräsidenten Grafen Bethlen in Rom und die sofortige Unterzeichnung eines vorbereiteten Freundschasts- uiü» Schiedsgerichts- oertrags zwischen Italien urck Ungarn gewinnen gerade im gegenwärtigen Augenblick nach mehreren Richtungen eine gesteigerte! und bestimmte Bedeutung. Der Leidtragende in Europa bei dieser Entwicklung ist in erster Linie nicht, wie man glauben könnte Südslawien, sondern Frankreich. Gerade die französische Presse, die, wie der „Temps" und das „Journal des Debats" einerseits dem Außenministerium am Quai d'Orsay nahesteht, andererseits nicht aus politischem Radikalismus antifaszistisch ist, hatte seit der bewußten Pester Frankenfälschungsaffäre die Parole der politischen Isolierung Ungarns ausgegeben, ja geradezu die Kleine Entente ermutigt, sich 1927 ähnlich zu verhalten, wie etwa bei der militärischen Besetzung Pests durch die Rumänen 1919. Und wo das Argument der Frankenfälschungspolitik und des eingefleischten Magyarenhasses nicht auszureichen schien, arbeitete man mit der drohenden Restaurierung der Habsburger und der Bedrohung der territorialen Abmachungen der Friedensverträge. Diese französische Verbohrtheit ging so wett, daß man selbst eine vorübergehende Annäherung Ungarns an Südslawien in der Frage des Adriahafens hintertrieb, immer befangen von dem ceterum censeo, Hungariam esse delendam. Man hatte aber nicht mit Mussolini gerechnet und noch weniger mtt der gänzlichen Unabhängigkeit der neuen italienischen Außenpolitik. Und so hat das Jahr 1927 uns in wenigen Monaten den völligen Zusammenbruch einer ftanzösischcn Politik gebracht, die sich noch in der Illusion 1919 in Versailles künstlich geschaffenen, europäischen Vormachtstellung wiegte. Die einzelnen Etappen dieses Zusammenbruchs sind: Die durch die französische Förderung des Antifaszismus geschaffene zum offenen Bruch drängende Erbitterung Italiens, der für die französische Förderung Südslawiens unglückliche Ausgang des Konflikts wegen Albanien. (Man ist in Rom überzeugt davon, daß Paris die internationale Untersuchungskommission deshalb wünschte, um Italiens neun De- fchwerdepunkte für falsch zu erklären) und endlich, dieFunmehrig«, entschiedene Annäherung Italiens an Ungarn. Man könne militärisch sagen, daß Italien durch die Freundschaft Ungarns sich den wichtigsten Vorposten in Osteuropa gesichert hat, der sich zur Beobachtung aller Balkanereignisse wie ein Keil zwischen die Länder der Kleinen Entente schiebt, und das obendrein in dem Augenblick, in dem sich die Botschafterkonferenz nicht mehr der Notwendigkeit hat verschließen können, auch in Ungarn die interalliierte Militärkontrolle zu beseitigen. Welches sind nun zunächst die praktischen Folgen des ungarisch-italienischen Fremchschafts-Drrtrags? — Bor allen Dingen kann die Frage des Adriahafens für den ungarischen Außenhandel als gelöst gelten. Zwischen dem südslawischen Spalato und dem italienischen Fiume wird das letztere den Sieg davontragen. Damit kehrt Ungarn zu seiner früheren Handelsstraße nach der Adria zurück. Allerdings, die damalige östreichisch-ungarischeBahn- linie Pest—Agram—Fiume führt heute durch kroatisch-slawo- nisches Gebiet Südslawiens. Es wird also mit Belgrad die Transitzollfrage zu lösen sein. Und hier wird Belgrad sich nicht gut auf die Hinterfüße stellen können, wenn an Ungarns Seite die Entschlossenheit Mussolinis auftaucht, die eine Lahmlegung Fiumes unter keinen Umständen dulden würde. Eine weitere Folge der neuen Lage ist die erhöhte Schwierigkeit für Südslawien, seine albanischen Pläne zu verfolgen. Mit Italien und Ungarn als Gegner werden die Feinde Achmed Zagus nicht viel Aussicht auf einen Erfolg haben. Weniger Hoffnungen wird man in Pest heute hegen dürfen, soweit eine grundstürzende Aenderung der Staatssorm und territorialen Zusammensetzung Ungarns in Betracht kommt. Mussolini ist sehr vorsichtig in allen Fragen, die Italien als den Störer der neuen Ordnung Europas erscheinen lassen können. Auch das magyarische Argument, daß eine Wiederherstellung der Dynastie in Ungarn geeignet sei, Oestreich von dem Anschlußgedanken abzulenken, kann in Rom nur entgegengesetzte Wirkung üben, da man in Italien den Anschluß immer noch lieber sehe als die sogenannte Donauföderation. Das sind die ersten Betrachtungen, die der Besuch des Grafen Bethlen und der römische Vertrag auslösen. Es ist kaum anzunehmen, daß ihm sensationelle Ueberraschungen folgen. Die Lage in China. Abreise der Sowjetbotschast ans Peking. Paris, 12. April. Wie die Mittagspresse aus Peking meldet, treffen die Beamten der russischen Botschaft Vorbereitungen zur unmittelbaren Abreise nach Moskau in Ueber- einstimmung mit der Note der russischen Regierung. Einer der Sowjetbeamten wies Pressevertretern gegenüber auf den gemäßigten Ton der russischen Note hin und bemerkte, die Handlungen der chinesischen Behörden würden eine energische Haltung rechtfertigen. Bis jetzt wurde noch keine Erklärung über die Beibehaltung der Besetzung des Gesandtschaftsviertels durch die Chinesen gegeben. Erfolge der Nordtrnppe« bestätigt? Schanghai gefährdet? Paris, 12. April. Die „Information" meldet aus Schanghai: Die Erfolge der Nordtruppen nördlich von Hankau und Chinkiang werden bestätigt. Falls Suntschanfang Chin- kiang erobern sollte, würden die Süütruppen zur Räumung Schanghais gezwungen sein. In der Kantonarmee soll große politische und militärische Verwirrung herrschen. In den Konzessionen ist es ruhig. Englische Chinapläne. Die Haltung Japans. Paris, 12. April. Nach einer Havasmeldung aus Schanghai trägt man sich in englischen Kreisen mit dem Gedanken einer militärischen Aktton, um die Kontrollzone der internationalen Truppen zu erweitern. Man glaubt auch, daß gegen Nanking vorgegangen werden soll, um die Südtruppen von der Eisenbahnlinie Schanghai—Peking zu verdrängen. Die englischen Truppenführer in Schanghai sollen bemüht sein, einen Erfolg der gemäßigten Elemente innerhalb der Kromintang zu verhindern, die man für gefährlicher hält als die Kommunisten, da sie geschicktere Diplomaten find. Gewisse englische Kreise wollen sogar so weit gehen, die kommunistischen Elemente zu begünstigen, da Ausschreitungen von ihrer Seite der englischen Regierung Anlaß zu einer energischeren Intervention geben könnten. Wie der „Times" - Korrespondent aus glaubwürdiger Quelle erfährt, hat der Kantonaußenminister Tschen den japanischen Konsul in Schanghai versichert, die japanische Konzession nicht anzugreifen, noch irgend welche Versuche znr Beschlagnahme der Konzession zu machen unter der Voraussetzung, daß sich Japan der englischen und amerikanischen Reparationsforderung für die Nankinger Zwischenfälle nicht anschließe. Paris, 12. April. Wie das „Journal" mitteilt, haben angesichts des Handstreiches der Chinesen auf die Provinz Amman und der Gefährdung Jnöochinas zwei Bataillone Fremdcnlcgionäre in Algerien den Befehl erhalten, sich zur sofortigen Abreise nach Saigon bereitzuhalten. Rückgabe der verpfändeten Goldfranken Paris, 11. April. Die seit Mitte März geführten Verhandlungen zwischen der Bank von Fmnkreich und der Bank von England haben heute zu einem Abschluß geführt. Die Bank von England hat den französischen Vorschlag angenommen, auf Grund dessen die Bank von Frankreich die Rückzahlung der aus einem Kriegsdarlehen noch laufenden restlichen Summe von 33 Millionen Pfund, die nach einem früheren Abkommen in Annuitäten getilgt werden sollten, schon jetzt vornimmt, wogegen das französische Institut schon jetzt die volle Verfügung über das während des Kriegs verpfändete Golddepot in H^e »o» 18,3 Millionen Pfund erhält. Die französische Rückzahlung soll noch im April erfolgen. Die dafür erforderlichen Devisen liefert Nr. 48. Jahrgang 1927. zu einem großen Teil die Tresorerie aus ihren während der letzten Monate des Frankenrückgangs angesammelten Reserven und zu einem kleinen Teil stellt die Bank von Frankreich aus ihren bedeutenden Vorräten. Durch den Rücktransport des Goldes, das in der Bilanz der Bank von Frankreich in dem Posten »disponierbares Gold im Ausland" figuriert, erhöht sich deren Metallbestand um etwa 450 Mill. Goldfranken. Unberührt von 53,3 Mill. Pfund, das die Bank von Frankreich während des dieser Disposition bleibt das andere Golddepot in Höhe von Krieges für die von der französischen Regierung in Englano aufgenommenen Staatskredite ebenfalls bei der Bank von England hinterlegen mußte, in Lessen Verwahrung, da dessen Rückzahlung erst für den Augenblick der definitiven Liquidation der französischen Kriegsschuld vorgesehen ist. Loucheur über die Wirtschaftslage Europas Auf Einladung der Industrie- und Handelskammer zu Berlin sprach heute der Minister Loucheur über die gegenwärtige Wirtschaftslage Europas und die bevorstehende Weltwirtschaftskonferenz. Unter den Gästen sah man u. a. Reichsaußenminister Dr. Stresemann, Minister Dr. Köhler und Schile. den französischen Botschafter und viele prominente Persönlichkeiten von Reich, Staat, Industrie und Wirtschaft. Minister Loucheur erinnerte in seinem Vorträge an die Beweggründe, welche die französische Regierung dazu geführt haben, den Völkerbund anläßlich der Leptemberti»ung im Jahre 1928 den Vorschlag zu unterbreiten, ein? Weltwirtschaftskonferenz vorzubreiten und einzuberufen. Loucheur, vor dem Kriege Leiter bedeutender industrieller Unternehmungen Frankreichs, dann nicht weniger als achtmal Minister in den verschiedensten Kabinetten, ferner französischer Delegierter in Genf, ist besonders befähigt, die Verpflichtung der politischen der politischen Probleme mit den großen Wirtschaftsfragen zu beurteilen. Der Vortragende bemerkte, daß der Völkerbund als wichtigsten Teil seiner Aufgaben nicht nur das politische Schiedswesen, sondern auch die Organisationsfragen ansehen muß. Der Völkerbund muß entschlossen an das Studium der Fragen Herangehen, von denen so oft die Aufrechterhaltung des Friedens abhängig ist. »Ich für meine Person" — erklärrc Loucher, — »bin überzeugt, daß die meisten Kriege auf wirtschaftliche Ursachen zurückgehen. Es muß alles getan werden, damit in Zukunft derartige Ursachen aus dem Wege geräumt werden." Der Gedanke, eine Weltwirtschaftskonferenz einzuberufen, ist langsam gereift. Ter vorbereitende Ausschuß, der die Aufgabe erhielt, die Konferenz zu organisieren, mußte, belehrt durch den Mißerfolg des Schiedsabkommens von 1924 zunächst verschiedene zwar wichtige, aber von der Natur delikate Probleme von der Erörterung ausschlietzen, wie Kriegsschuld und Auswanderungsfragen. Neben den Vollversammlungen der Konferenz werden drei große Ausschüsse die Frage der Zollschranken, der Organisation der europäischen und der Weltwirtschaft und schließlich die Fragen der Landwirtschaft in der Zusammenarbeit der verschiedenen Länder zu prüfen haben. Die Schwierigkeit der Finanzwirtschaft hängen mit denjennigen der Wirtschaft eng zusammen. Welches sind nun die Ursachen und Symptone der Wirtschaftskrise? Das erste und besonders ins Auge fallende Sympton ist die allgemeine Verminderung der Kaufkraft des Goldes. Was vor dem Kriege Ivü Geldeinheiten kostete, muß mit etwa 130 bis 160 je nach den einzelnen Ländern bezahlt werden. Hieraus folgt eine bedeutende Verminderung der Kaufmengen bezw. des Verbauches. — In zweiter Linie ist zu beachten, daß die europäischen Staaten ihr Produk- tionsvermögen der Vorkriegszeit noch nicht wieder erlangt haben. Als dritten Grund der Wirtschaftsstörungen ist die Veränderung der politischen' Grenzen anzusehen, welche die Entstehung einer Treibhausblüte der Wirtscyaft begünstigte, die ihrerseits eine wahnwitzige Ueberproduk- tion ohne eine entsprechende Steigerung des Verbrauches herbeiführte. Welche Hilfsmittel können zur Beseitigung dieser Störungen der Wirtschaft dienen? Es ist zwecklos, den Streit der Schutzzüller und Freihändler wieder aufleben zu lasten. Diese Schlagworte haben ihre traditionelle Bedeutung verloren. Das beweist, daß England in diesem Jahre 6 Milliarden Francs Zölle vereinnahmt hat, während das protektionistische Frankreich nur 3,5 Milliarden erhebt. Die Gründe, die allein einen Protektionismus i n gewissem Umfange rechtfertigen können, find vor allem die Berüchti- gung nationaler Sicherheit. Um die Unzuträglichkeiten zu beseitigen, welche aus den Zollschranken entstehen, gibt es noch einen anderen Weg, als denjenigen der Verhandlungen von Staat zu Staat, nämlich die intereuropäische und wenn möglich sogar die internationale Organisation der Wirtschaft. Deutschland ist im Begriff, entsprechend dem Beispiele der Vereinigten Staaten seine Wirtschaft zu rationalisieren. In Frankreich und England ist man individnalisiischer und konservativer. Der Landbote * Siusheimer Zeitung. Europa hat aber keine Wahl. Entweder es beschreitet den Weg der sogenannten rationellen Wirtschaft, ober es wird vor dem wachsenden Reichtum und dem Unternehmungsgeist der Vereinigten Staaten die Waffen strecken wüsten. Loucheur skizzierte zur Erläuterung ein glänzendes aber beängstigendes Bild der amerikanischen Prosperität. Ein Volk, besten hohe Lebenshaltungskosten durch die hohen Arbeitslöhne besiegt werden, besten Arbeiter vier bis sechsmal soviel verdient, als sein europäischer Beru'sgenosse, braucht für die Nahrung nur ein Drittel seines Einkommens nnd kann ein Automobil mit dem Arbeitslohn von 3 Monaten anschaffen, ein Land besten Boden reich an Kohle, Petroleum und Metallen, Getreide und Baumwolle, im Ueber- fluß hervorbringt, eine Industrie, welche dank ihrer Organisation zu geringen Preisen erzeugt, als es in Europa möglich ist, eine zufriedene Arbeiterschaft, kür die es keinen , Klassenkampf gibt, eine Finanzkraft, welche alle Anleihemärkte der Welt mit Gold versorgt und die im Besitze von mehr als der Hälfte des gesamten Weltgoldbestandrs Gläubiger aller großen Nationen geworden ist, wenn nach alledem Europa ungeeint bleibt gegenüber der großen Republik jenseits des Ozeans, wäre es dann noch möglich, einen Verfall und seine Verarmung aufzuhalten? Aber die Welt ändert sich von selbst. Ob wir wollen oder nicht. Wir wohnen z. Zt. oft als blinde Zuschauer einer der größten Umwälzungen aller Zeiten bei Der Weltkrieg hat die Jndividual-Wirtschaft beseitigt, er hat das marxistische System verworfen und hat alle Schäden der von dem Staat beeinflußten Wirtschaftsführung völlig aufgedeckt. Was bleibt also noch? Die gruppenweise Zu- sammenfastung der Wirtschaft. Es ist an der Zeit, so schloß Loucheur, alle Völker unseres Kontinents zu gemeinsamer Handelsarbeit aufzurufen, aber nicht zum Kampf gegen einen anderen Kontinent. Europa muß sich vorbereiten und organisieren, nicht zum Kamps gegen Amerika, sondern um Schulter an Schulter mit der neuen Welt zusammenzuarbeiten für eine bessere Ausnützung der Weltgüter, die in der Vergangenheit nur allzuoft dem Kriegsruhm oder törichten Ambitionen geopfert worden sind. Diese Politik ist weder leicht, noch kann sie populär werden oder rascher zu Lorbeeren führen. Aber Arbeit am Bolkswohl. selbst gegen den Willen der Völker, das ist bas Los der Führer und der Staatsmänner, das 'st ihre Pflicht und ihre ehrenvolle Aufgabe. Der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Gelp dankte dem Mitgliede der französischen Deputierten- lammer für seine anregenden Worte und knüpfte an den Vortrag den Wunsch, daß die Handelsbeziehungen in der Welt und die Völker unter sich einen Aufschwung nehmen mögen, zum Wohle des Staates und der Völker. Streikgefahr in der franzöfischen Textilindustrie Paris. 12. April. In der französischen Textilindustrie droht ein Streik. Der Arbeitgeberverband für das Textilgewerbe in Roanna hat beschlossen, ab 10. April eine Lohnkürzung um 15 Prozent vorznnehmen. Die Arbeiterschaft hat sich darauf in Protestversammlungen für den Streik ausgesprochen. Bon der Bewegung werden etwa zwanzigtausend Arbeiter betroffen. Die Pariser Spionageaffare Paris, 12. April. Zu der Verhaftung mehrerer kommunistischer Gewerkschaftsmitglieder und mehrerer Fremder wegen Spionageverbacht wird noch mitgeteilt, daß es sich der den beiden Ausländern um einen Litauer namens Grodnicki und einen Rüsten namens Bernstein handelt. Die Freundin des letzteren, eine junge Russin, wurde vorläufig in Freiheit gelassen. Die beiden Ausländer werden schon längere Zeit von der Pariser Polizei überwacht, da sie sich durch häufige Besuche der Flugzeug- und Artillerieübungen verdächtig gemacht hatten. Sie wurden in dem Augenblick verhaftet, als der eine von ihnen dem andern ein wichtiges Geheimdokument übergab. Das Flugzeug als Waffe im Zukunstskrieg Von A. E. Thiemann, Berlin. Während Deutschland durch den Versailler Vertrag jeg- iches Militärflugwesen verboten ist und erst seit kaum einem Zähre dem bis dahin ebenfalls geknebelten zivilen Lust- «erkehr die größten Fesseln genommen sind, arbeiten die möeren Heresverwaltnngen intensiv an der Verbeflerung »er Flugwaffc. Nach einer amerikanischen Schätzung kann Frankreich im Nvbilmachungsfalle sofort 2000 bis 2500 Flugzeuge bauen md ungefähr doppelt soviel Flugmotoren. Die englische Regierung gibt der bekannten Automobil- ind Motorenfabrik Rapier in England laufende Subven- ionen, damit sie ihre Fabrikationsbetriebe stets so führt. Dienstag, den 12. April 1927. tm im Mobilmachungsfalle sofort täglich 30 der weltbekannten 450 PS. Napier-Lion-Flugmotoren liefern zu kön- ren, und dies ist sicher nicht der einzige Geheimvertrag, den sine Regierung mit einer Flugmotoren- oder Flugzeug- abrik abgeschloffen hat. Im Landkrieg liegt die größte Bedeutung der Flugwaffe n der Aufklärung der feindlichen Streitkräfte. Hier schalet die Gasbombe, die stärkste und gefährlichste Waffe des Flugzeuges gegen feste Plätze und Städte sehr wenig wegen »er Dezentralisation und Ausrüstung der feindlichen Trup- >en mit Gasmasken. Die englischen Heeresmanöver haben gezeigt, daß Flug- ,euge mit 170 Klm.-St. noch in 3500 Meter Höhe von der nobernen Abwehrartillerie zu faffen sind» man muß also chon oberhalb 4000 Meter Höhe bleiben, um Fliegerauf- rahmen zu machen, die mit Teleobjektien gut möglich find, rllerdings nur bei klarem Wetter. Das ideale Aufklärungsflugzeug wäre ein kleines, unten »epanzertes Rennflugzeug mit 250—300 Klm.-St. Ge- chwindigkeit, das in 8—12 Meter Höhe über dem Erdboden liegt und mit einer festeingebauten Kamera Truppen und Eisenbahntransporte aus geringster Höhe photographiert. Kegen der enormen Geschwindigkeit und der geringen Flug- iöhe würde die feindliche Abwehrartillerie der eigenen kruppe mehr schaden als diesen Flugzeugen, die innerhalb wn 2—3 Stunden Erkundungsflüge bis 300 Klm. hinter »er feindlichen Front ausführen könnten. Die geringe Flughöhe hätte für den Flieger wieder die Gefahr, daß ihn sine Bö auf den Boden drückt oder daß ein Motordefekt hn zum Landen aus ungeeignetem Terrain zwingt' beide Röglichkeiten wären bei der großen Landungsgeschwindigkeit derartiger Flugzeuge für den Führer tödlich. Mit heutigen Motoren läßt sich so ein Flugzeug mit Betriebsstoff für 3 Stunden allerdings kaum bauen, so daß olche modernen Husarenstückchen vorläufig wenigstens, in «en Roman vom Zukunftskrieg gehören. Während der Einfluß des Flugzeugs auf die Taktik des Landkrieges immerhin erheblich, auf die Strategie dagegen relativ gering geblieben ist, steht zu erwarten, baß sein Einfluß auf die Seekriegsführung sehr erheblich werden vird, ja, z. T. bereits geworden ist. Hier ist das Flugzeug aus der RoÜe des AnfklärungS- verkzeuges, die es noch bis vor ca 2 Jahren fast ausschließlich spielte, herausgewachsen und ist mit Sprengbombe, Gas- »ombe und Torpedo zu einer Angriissmaffe geworden, gegen >te die Kampfflotte noch nach Abwehrmiteln sucht. Jeöen- lalls zeigte sich die amerikanische Kampfflotte völlig überrascht, als sie in den letzten Flottenmanövern von mehreren Zlugzeustaffeln überfallen wurde; eine von diesen warf Rasbomben in der Windrichtung vor den Schiffen ab, die >ie Giftgase im Ernstfälle durch die Ventilationseinrich- ungen in das Schiffsinnere gesaugt hätten; die andere Ltaffel warf Sprengbomben auf die Decks der Schiffe, die m Ernstfälle die Deckaufbauten beschädigt und damit Len Refechtswert der Schiffe sehr verringert hätten, und unter »em Schutze der allgemeinen Verwirrung warf eine andere Staffel Torpedos aus geringer Entfernung auf die Schiffe mit vielen Treffern ab. Die die Flotte bewachenden Flug- «euge, von denen jedes Kriegsschiff 2—3 an Bord hat — Schlachtschiffe führen sogar schwere Bombenflugzeuge mit — konnten nichts ausrichten, da sie von den die feindlichen Staffeln begleitenden Kampfflugzeugen gebunden wurden. Der Torpedo, der noch im Kriege die gefürchtete Waffe »er U-Boote war, hatte sehr viel von seinen Schrecken verloren, seitdem sich die Schiffe von Späherflugzeugen bewa- hen ließen; diese an Bord mitgeführten kleinen Flugzeuge können nicht nur den Schatten heranschleichender U-Boote vahrnehmen und Waflerbomben gegen sie abwerfen, sondern »uch die „Blasenbahn" des abgeschossenen Torpedos leicht sehen und das bedrohte Schiff warnen, das rechtzeitig Aus- veichmanöver machen kann. Diese verräterische, aber un- »ermeidliche „Blasenbahn" rührt von der Luft her, die den Druckluftantriebsmotor des Torpedos verläßt. Das sehr schnelle kleine Flugzeug kann von der feindlichen Abwehrartillerie viel schlechter gefaßt werden als das schnellste Torpedoboot und kann deshalb den Torpedo aus geringer Entfernung mit großer Tresferchance in der Richtung auf das findliche Schiff aus geringer Höhe abwerfen. Sobald das Torpedo in das, Wasser kommt, treiben ihn seine beiden von einem Druckluftmotor getriebenen Propeller vorwärts. Mit Hilfe des Flugzeugs ist also das Tor- pedo wiederum zu einer höchst gefährlichen Waffe geworden, die durch einen einzigen Treffer große Schlachtschiffe versenkt hat. Selbst moderne U-Kreuzer, die inzwischen bis auf ca. t000 Tonnen Wasserverdrängung angewachsen sind, führen Der Dirkenhof. Novelle von Clara Dressel. 10) em Vaterlande durch sein Vorgehen einen großen Dienst «weisen zu können. Anerkennen müsse man, daß er sich merschrocken exponiert habe. Es sei nicht zu verkennen, daß « durch die Stellungnahme der deutschen Volkspartei, Ortsgruppe Plauen, sich in einem Zustande der Reizung befun- »en habe. In dem Brief der Ortsgruppe seien über das sachliche Matz hinausgehende Ausdrücke vorhanden. Diese Mo- nente hätten bas Gericht von einer Freiheitsstrafe absehen affen. Die Verhängung einer Geldstrafe sei mit Rücksicht »uf den ungeheuren Schaden, den der Angeklagte angerichtet habe, und auf die Schwere des Vorwurfes notwendig genesen. Im Uebrigen haben dem Beleidigten die Verbrei- jungsbefugniff» gegeben werden müssen. Berufung gegen das Plauener Urteil. Plaue«. 12. April. Wie die Telegraphen-Union erfährt, vird der im Plauener Prozeß verurteilte Rechtsanwalt Dr. Nüller gegen das gefällte Urteil Berufung einlegen. Der Staatsanwalt und der Nebenkläger haben sich ihre Entschei- hung Vorbehalten. Die Einwohnerzahl des Deutschen Reiches Berlin, 12. April. Nach der Volkszählung am 16. Juni 1926 beläuft sich die Einwohnerzahl des Deutschen Reiches endgültig auf 62 410 619 Personen. Diese Zahl weist gegenüber der vorläufigen im Sonderblatt 3 zum Jahrgang 1926 der vom statistischen Reichsamt herausgegebenen Zeitschrift „Wirtschaft und Statistik" veröffentlichten Einwohnerzahl von 62 348782 eine Erhöhung um 61 837 oder 0,81 Prozent auf. Die Abweichung ist so geringfügig, daß die bisher fest- gestellten materiellen Ergebnisse der Volkszählung vom 16. Juni 1925 davon nicht berührt werden, Baden. Laüdesfeuerwehrunterfiützungskaste. pa Nach dem soeben erschienenen Geschäftsbericht für das Jahr 1926 hat die Landesfeuerwehrunterstützungskasse zur För- von uns wünschen und brauchen nicht allzu bescheiden sein, so wacker wie Sie sich um die Stadtgäste gemüht haben." „Ich schenk Dich auch was", versprach Hänschen großmütig. „Ich mag Dir jetzt viel besser leiden, und nächsten Sommer besuche ich Dir — Dich." Ein wenig unsicher sah er bei dieser wackeren Rede aus den Papa. Der aber hatte der zweifelhaften Grammatik seines Söhnchcns nicht Acht gehabt. Er schaute gerade ins Lenis süße Augen und las in ihnen Verheißungen des Glücks. Sie hatten just den Plan der Hochzeitsreise entworfen. Schon in den Herbstferien wollten sie mitsammen wanoerq. Erft in die Schweiz und dann weiter Hand in Hand durch das Leben, bis der Herr der Welten ihnen das letzte Ziel setzte. Ende. derung des Feuerlöschwesens folgende Beträge verausgabt: 1. Unterstützung an verunglückte Feuerwehrmänner und Mitglieder von Löschmannschaften, sowie an Hinterbliebene von solchen Personen, und zwar: a) für wiederkehrende Unterstützungen in 55 Fällen 25336,87 RM.: b) für einmalige Unterstützungen in 175 Fällen 25 785,25 RM.. 2. Beihilfen zur Anschaffung von Geräten und Ausrüstungsstücken, sowie zur Herstellung von Hydrantenanlagen, und zwar: a) an 166 Gemeinden 240 075 Reichsmark: b) an 37 Feuerwehren 22 920 RM. Für geleistete Ueberlandhilfe durch Automobil- und Motorspritzen usw. wurden 3 055 RM. verausgabt. Der Aufwand für die Besichtigung der Feuerlöscheinrichtungen durch die für die einzelnen Bezirke bestellten Feuerlöschinspektoren beträgt 3 429,15 RM. Die Mittel zur Bestreitung der Aufwendungen der Landesfeuerwehrunterstützungskasse werden vom Ministerium des Innern aus den von der Gebäudeversicherungsanstalt und den in Baden zum Geschäftsbetrieb zugelassenen Feuerversicherungsunternehmungen für gemeinnützige Zwecke geleisteten Abgaben zur Verfügung gestellt. Die Auswanderung aus Baden. Die Zahl der badischen Auswanderer nach Uebersee war mit 404 im Januar (männlich 266, weiblich 148) etwas stärker als im Dezember (377), aber erheblich geringer als im Januar des vergangenen Jahres (465). Ueber Bremen gingen von den Auswanderern 224, über Hamburg 176 und über fremde Häfen 4. Die deutsche überseeische Auswanderung richtete sich im vergangenen Jahre nach wie vor vornehmlich nach Amerika, wohin von den 65 281 Auswanderern allein 62 661 gingen. In Amerika war wiederum das Hauptziel die Vereinigten Staaten von Nordamerika, die 51145 deutsche Auswanderer aufnahmen. Die Auswanderung nach Südamerika hat infolge der ungünstigeren wirtschaftlichen Verhältnisse dort und auch infolge der ungünstigeren Erfahrungen nachgelassen. Es gingen nach Brasilien 3302 und nach Argenttnien 3976 Deutsche. Kanada nahm 1388 unü Mittelamerika 498 auf. Sonst gaben noch 2 353 Auswanderer als ihr Ziel Südamerika und Amerika ohne nähere Angaben an. Die Zahl der nach Afrika Ausgewanderten ist von 1524 im Jahre 1925 auf 1883 im vorigen Jahre gestiegen, die der nach Asten Ausgewanderten betrug 72. Seit Jahren wieder sind 1926 auch nach Australien Deutsche ausgewandert, ihre Zahl betrug 49. * Die Lage des Arbeitsmarktes i« Bade«. Die aufsteigende Tendenz der Arbeitsmarktlage ist noch im Fluß. Diese Entwicklung findet ihren Ausdruck in erster Linie in der stetigen Abnahme der Zahl der Hauptunterstützungsempfänger. Diese ging der Berichtszeit (31. März bis 6. April) von 42707 auf 39 221, also um 3486 zurück und erreichte seit dem 20. Januar 1927 — dem Gipfelpunkt der Erwerbslosenkurve in Baden — eine Senkung um 43 Proz. Bei dieser Berechnung sind allerdings nicht die Krisenunterstützten berücksichtigt. Ihre Zahl hat in der Berichtszeit eine weitere geringe Zunahme erfahren: Sie stieg von 9011 um 238 auf 9249. Dieser Zugang kann jedoch die Gesamtbeurteilung der Arbeitsmarktlage nicht entscheidend beeinflussen. Die Nachfrage in der Landwirtschaft, vornehmlich nach Hilfskräften, hält, durch die Feldbestellung beeinflußt, an. — Die Arbeitsmarktlage in der Metallbearbeitung erfuhr insofern fast allgemein eine Entspannung, als Bauschlofler und Bauanschläger in größerem Umfange Arbeit fanden. — In der Uhrenindustrie behauptete sich der günstige Beschäftigungsgrad. Auch das Holzgewerbe zeigte im Zusammenhang mit der Besserung des Baumarktes Bedarf an Fach- und Hilfskräften. — Im Baugewerbe und seinen Hilfszweigen hat die teilweise sehr ungünstige Witterung die erwartete stärkere Besserung etwas aufgehalten. — Der Arbeitsmarkt im Bekleidungsgewerbe wies die übliche rege saisonmäßige Vermittlungstätigkeit auf. — In der chemischen Industrie, der Textilindustrie und der Cigarettenindustrie hielt die berichtete günstige Beschäftigungslage weiter an. — Die Hotelindustrie deckte zum Teil schon ihren Bedarf an Arbeitskräften für die bevorstehenden Feiertage und die beginnende Saison. Aus Nah und Fern. pa. Sinsheim, 12. April. (Zusammenarbeit von Handwerk und Berufungsberatungsstellen.) Der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag hat vor kurzem in einem Rundschreiben an die Deutschen Handwerks- und Gewerbekammern und die Fachverbände im Reichsverband des deutschen Handwerks darauf hingewiesen, welche besonderen Vorteile dem Handwerk aus der engen Zusammenarbeit mit den amtlichen Berufsberatungsstellen bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen erwachsen. Die örtlichen Organisationen von Industrie und Einzelhandel arbeiten bereits seit einiger Zeit sehr gut mit den Berufsberatungsstellen zusammen. Für das Handwerk ist es von größter Bedeutung, daß es ebenfalls mehr noch als bisher bei der Einstellung des Berufsnachwuchses die Hilfe der Berufsberatungsstellen in Anspruch nimmt, da sonst die Gefahr besteht, daß die Industrie, die bemüht ist, sich erstklassigen Nachwuchs zu sichern, die besten Kräfte der Schulentlassenen an sich zieht. Eine Selbstverständlichkeit ist es, daß die Berufsberatungsstellen auf die Wünsche des Handwerks hinsichtlich der Nachwuchszuführung in vollem Umfange eingehen. Soweit begründete Klagen gegen die Zusammenarbeit mit Berufsberatungsstellen vorliegen, ist der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag bereit, gegebenenfalls in weiteren Verhandlungen mit der Reichsarbeitsverwaltung für eine Abstellung der Mängel Sorge zu tragen. * Sinsheim, 12. April. (Sonntagskarten im Oster-Reise- verkehr.) Sonntagsrückfahrkarten werden an Ostern von Gründonnerstag mittag 12 Uhr bis Ostermontag einschließlich ausgegeben. Zur Hinfahrt gelten diese Karten von Gründonnerstag 12 Uhr mittags bis Ostermontag einschließlich an allen Tagen. Zur Rückfahrt sind sie nur gültig am Karfreitag, Ost rfonntag und Ostermontag uneingeschränkt, außerdem am Karsamsiag und am Dienstag nach Ostern, jedoch mit der* Einschränkung, daß an diesen beiden Tagen die Rückfahrt auf der Zielstation der Fahrkarten spätestens um 9 Uhr vormittags, von Unterwegs-Statio- nen spätestens mit dem Zug angetreten werden muß, der die Zielstation der Sonntagsfahrkarte um 9 Uhr vormittags verläßt. Me Rückfahrt ist nach 9-Uhr vormittags ohne Fahttunterbrechung bei Zugwechsel mit dem nächsten anschließenden Zug zurückzulegen. Werden mehrere aneinander anschließende Sonntagskarten gelöst, so muß am Karsamstag und am Dienstag nach Ostern die Rückfahrt spätestens um 9 Uhr vormittags mit der Sonn- tagsfährkarte für die letzte Teilstrecke, die auf der Rückfahtt benutzt wird, angetreten werden. * Sinsheim, 12. April. (Die Fünfmark-Rentenbankscheine werden ungültig.) Am 14. April verlieren die aufgerufenen Rentenbankscheine zu 5 Mark ihre Gültigkeit. Bis dahin werden die Scheine noch bei den Kassen der Reichsbank umgetauscht. ; Eppinge«, 11. April. (Verunglückt.) Ein Arbeiter vom Neuhof war mtt seinem Fahrrad auf der Heimfahrt begriffen und fuhr die Kaiserstraße herunter, um in die Brettenerstraße einzubiegen. An der Kurve verlor er infolge zu großer Geschwindigkeit die Herrschaft über sein Rad und mnnte in das der Einmündung der Straße gegenüber liegende Schaufenster des Cafe Zaiß. Das Schaufenster ging dabei in Trümmer und der Arbeiter erlitt durch die Glassplitter größere Verletzungen an der Stirne. Ein unglücklicher Zufall wollte es, daß der 14-jährige Alfons Ries zur selben Zeit die Auslagen des Schaufensters betrachtete. Er wurde von dem Radfahrer niedergerissen und erlitt ebenfalls einen Bluterguß am Kopf. oo Ittlingen, 12. April. (Ernannt.) Ende des Jahres wird hier die Polizeidienerstelle frei, da der jetzige Polizeidiener Jakob Keck aus Altersrücksichten zurücktritt. Sieben Bewerber haben sich gemeldet. Bon diesen wurde der seitherige Hilfspolizeidiener Jakob Buwing vom Gemeinderat erwählt. # Wimpfen, 11. April. (Ein tödlicher Anglücksfall.) Der 55 Jahre alte Lokomotivführer Friedrich Mauser glitt beim Rangieren auf dem Laufdach der Maschine aus, stürzte ab und wurde zwischen die Maschine und einen Schuppen geklemmt. Er erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald darauf starb. £ Zwingenberg bei Eberbach, 11. April. (Ein Raubüberfall.) Der 19 jährige Kaufmann Eduard Schelb von hier wurde auf dem Wege zum Bahnhof von zwei unbekannten Tätern überfallen. Sie rissen ihn zu Boden und versuchten, ihn zu berauben. Mit Aufbietung aller Kräfte gelang es dem Ueberfallenen, aus den Händen der Täter zu entkommen. 4- Ziegelhausen, 10. April. (Schwerer Unfall.) In der Heidelberger Straße ereignete sich ein schwerer Unfall. Ein von Heidelberg kommendes Auto überfuhr dort das vier Jahre alte Töchterchen des Tünchers Dieberger, das schwere Verletzungen erlitt. Der Wagenführer brachte das Kind in das akademische Krankenhaus. Die Ursachen des Unfalles und die Schuldfrage konnte noch nicht festgestellt werden. O Dossenheim, 10. April. (Auf der Wanderung vom Tode ereilt.) Heute nachmittag wurde auf der Wanderung des Odenwaldklubs Mannheim—Ludwigshafen, von Dossenheim nach dem Weißen Stein in der Nähe der „Sieben Wege" ein Ingenieur aus Mannheim vom Schlag getroffen. Aerztlicher Beistand, der rasch zur Stelle war, konnte nur den Tod feststellen. Bis zur behördlichen Freigabe wurde die Leiche in die hiesige Friedhofkapelle verbracht. _L Weinheim, 11. April. (Todessturz in den Aufzugschacht.) In der Maschinenfabrik Badenia stürzte gestern der Arbeiter Rudolf Heckmann aus Mörkcnbast i. O. in der Gießereiabteilung durch den Schacht des Aufzuges, an dem er eine Betriebsstörung beseitigen wollte und blieb tot. Der Verunglückte war 38 Jahre alt und hinterläßt Frau und zwei Kinder. k Frankfurt a. M., 11. April. (Schmutzgehalt der Milch.) Bei der chemischen Untersuchung von Milchproben, die bei einem Frankfurter Milchhändler, der seine Milch aus Eschborn bezieht, entnommen wurden, exgab sich, daß die Milch je Liter 15 und in einem zweiten Fall zehn Milligramm unlöslichen Stallschmutz enthielt. Deswegen wurde er wegen Nahrungsmittelfälschung z'u 80 Mk. Geldstrafe durch Strafbefehl bestraft. Der Händler, der inzwischen den Lieferanten der Milch gewechselt hat, legte Einspruch ein und bat vor der Uebertragungskammer um mildere Strafe. Ein Sachverständiger bekundete, daß erheblich höhere Verschmutzungen vorkämen, sodaß die Verfehlung des Händlers nicht sehr groß sei. Nach einer alten Polizeiverordnung dürfte das Liter Milch 8 Milligramm Schmutz enthalten, doch legten die Hygieniker heute einen bedeutend höheren Wert auf die Reinhaltung der Milch, so daß von dieser Seite aus die Milch schon zu beanstanden sei, wenn der Schmutzgehalt auch unter 8 Miligramm bleibt. Das Gericht ermäßigte die Strafe auf 60 Mark und gewährte dem Händler monatliche Teilzahlung von fünf Mark. ** Mannheim, 11. April. (Ein Spionageprozeß.) Wegen Spionage stand der 25 Jahre alte Kaufmann P. Eschert aus Magdeburg vor dem Großen Schöffengericht. Eschert war bei der Reichswehr und ging wegen Untauglichkeit im Juli 1923 ab. In allen seinen Privatstellen bis 1926 beging er Unredlichkeiten. Um seiner Bestrafung zu entgehen, fuhr er nach Mainz und meldete sich zur Fremdenlegion. Hier suchte er die Gelegenheit, mit einem französischen Major zusammenzukommen, der ihn in seiner Wohnung über die inneren Verhältnisse bei der Reichswehr ausforschte. Dann wurde er mit einer Mission in Magdeburg betraut,' er sollte, wie er angab, einen Einbruch bei einem hohen Offizier in Magdeburg unternehmen und Pläne über die Manöver entwenden. Er ging aber nicht nach Magdeburg, sondern nach Weimar und von da nach Dresden und war nachweislich in der Festung Königstein, kam wieder nach dem Süden zurück und meldete sich in Neustadt a. d. H. zur Fremdenlegion, aber vergebens. Das Gericht erkannte auf Grund des 8 6 des Gesetzes betr. den Verrat militärischer Geheimnisse gegen den Angeklagten auf eine Gefängnisstrafe vo:«j 9 Monaten, indem es ihn für völlig überführt erachtete. Die Verhandlung wurde hinter geschloffenen Türen geführt. ** Schwetzingen, 12. April. Am gestrigen Sonntag wurde die Straßenbahnstrecke Heidelberg—Schwetzingen in Betrieb genommen. ** Karlsruhe, 11. April. Bei Blankenloch wurde in der Pfinz eine weibliche Leiche gelänöet. Es handelt sich um eine 58 Jahre alte in Durlach wohnhafte Frau, die Selbstmord aus Schwermut begangen hat. ** Karlsruhe, 12. April. (Mißhandlung eines Polizeibeamten.) Schwere Ausschreitungen begingen in der Nacht von Samstag auf Sonntag mehrere Personen, die in einer Wirtschaft in der Schillerstraße vorher gezecht hatten. Sie verübten in der Schillerstraße Ruhestörung und gingen tätlich gegen den einschreitenden Polizeibeamten gemeinsam vor, wobei dieser mit Stöcken mißhandelt wurde. Vier Personen wurden festgenommen und in das Bezirksgefüngnis eingeliefert. ** Sasbachwalde«, 12. April. (Wütender Fasel.) Bei der Fütterung des Farrens wurde der Farrenhalter von dem wütenden Tier angegriffen und an die Wand gedrückt. Er erhielt dabei schwere innere und äußere Quetschungen. ** Goldscheuer, 12. April. (Freche Bettler.) Hier wurden zwei Handwerksburschen — einer von Urloffen, der andere ein Halbzigeuner — beim Betteln betroffen. Sie gaben sich mit den erhaltenen Gaben keineswegs zufrieden, sondern warfen, was ihnen zu wenig erschien, einfach auf die Straße. Es war ihr Glück, daß sich die gerade anwesende Altenheimer Gendarmerie ihrer annahm, sonst wären sie von der aufgeregten Bevölkerung zum Dorf hinausgeprügelt worden. ** Offenburg, 11. April. (Schon wieder ein Schwarzbrennerprozeß.) Vor dem hiesigen Schöffengericht standen als Angeklagte Brennereibcsitzer Gustav Schitt, Kaufmann Hans Emil Schindler, beide aus Renchen und Broß aus i ' iitj : i ;i>l " .-.ahlnngserieichterungen ermöglichen Ihnen ein Piano ^ Harmonium -ege» äußerst bequeme Katen anzuschafteu. 3*i. i l'feiffer. Heifiellrerfl. Hauptstraße 44. rt] Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Dienstag, den 12. April 1927. Nr. 48. Jahrgang 1927. Windschläg. Sie hatten sich wegen Schwarzbrennerei in der Zeit vom 10. Dezember 1925 bis 5. Mai 1926 zu verantworten. Alsbald nach der Entlafiung des Schiit aus der Untersuchungshaft hatte dieser mit Hilfe von Hans Emil Schindler eine Geheimbrennerei in seinem Anwesen erstellt, um aus dem Erlös eine durch den Angriff vom 28. Januar schwer geschädigte wirtschaftliche Lage einigermaßen bessern zu können und um seine Verpflichtungen gegen die offenbar schwer darbende Familie zu erfüllen. Die Brennerei war, wie der Klagevertreter ausführte, derartig raffiniert eingerichtet, daß die Beamten, als man von der Einrichtung erfuhr, lange suchen mußten, bis sie auf die Brennerei gestoßen sind. Der Strafantrtg lautete auf mehrmonatige Gefängnisstrafe und außerdem eine Geldstrafe für Schitt und Schindler von je 400 000 RM. Das Urteil lautete: Brennereibesitzer Gustav Schitt von Renchea 4 Monate Gefängnis, 184 000 RM. Geldstrafe im Nichtbeibringungsfalle eine weitere Gefängnisstrafe von einem Monat, ferner Wertersatz von 30 852 RM. Hans Emil Schindler zwei Monate Gefängnis, 164 000 RM. Geldstrafe evtl. 1 Monat Gefängnis und 30 852 RÄk. Wertersatz. Franz Josef Broß ein Monat Gefängnis und gleiche Geldstrafe wie die Mitangeklagten. ** Freburg i. Br., 11. April. (Berufung.) Zum Nachfolger des in den Vorstand berufenen Direktors Kurt Baffermann wurde Direktor Finke-Mannheim als Leiter der Filiale Freiburg der Süddeutschen Diskontobank bestimmt. Finke war in den letzten fünf Jahren Leiter der Organi- sations- und Personalabteilung. Er steht in den 40er Jäheren. ** Engen, 12. April. (Rennfahrer de Castello verunglückt.) An der Unterführung fuhr ein Personenkraftwagen den Rennfahrer Heinz de Castello, der mit seiner Partnerin Harry Stephan von der Radfahrer-Union Newyork den Weltrekord mitmacht, an, so daß der Rennfahrer vom Rad geschleudert wurde und schwerverletzt liegen blieb. Die Renfahrer müssen 80 000 Km. zu Lande und 32 000 Km. zu Wasser in vier Jahren zurücklcgen. Der Start erfolgte am 10. Mai 1923 zu sechs Paaren von Newyork aus. Bisher hatten die Fahrer 77 000 Km. zu Lande und 20 000 Km. zu Wasser zurückgelegt. Drei Nationen müssen die Fahrer noch durchqueren, um den Preis von 50000 Dollar zu gewinnen. Durch Unglücksfälle sind vier Teilnehmer ausgeschieden. Der Schwerverletzte und seine Partnerin setzen den Rekord fort. ■ J ■ " ** Konstanz, 11. April. (Frühling am Bodensee.) Die warme Witterung der letzten Tage, verbunden mit starken Regengüssen, lassen den Bodensee anhaltend stark steigen. Auf den Höhen des Pfänöers, auf die bereits der 6000. Fahrgast mit der Seilbahn befördert worden ist, .herrschte am Mittwoch um die Mittagszeit ein starker Sturm. Es wurde eine Windstärke von 17 Sekundenmeter gemessen, soöaß die Seilbahn den Betrieb mehrere Stunden einstellen mußte. ** Oberottweil a. 8., 12. April. Der Kriegsinvalide Wilhelm Hofschneider von hier war an einer Lungenentzündung erkrankt und lag in hohem Fieber. In einem unbewachten Augenblick stieg der Kranke aus dem Bett und begab sich auf den Hof, wo er später als Leiche in der Güllengrube ausgefunden wurde. t ** Würzbuerg, 12. April. (Fräulein Bäckermeister.) Vor der hiesigen Handwerkskammer hat die Tochter des Bäckermeisters Franz Seuffert als erste in Bayern die Meisterprüfung im Bäckergewerbe mit Note 1 bestanden. ** Niederlustadt, 12. April. (Tödlicher Unglücksfall.) Aus bisher ungeklärter Ursache entlud sich im Walde das Gewehr des Jagdhüters Philipp Hoffmann. Der Schutz verletzte den Mann schwer am Bein. Erst am Abend wurde der Unglückliche verblutet von einem Förster aufgesunden. N ** Straßburg i. E., 12. April. (Weinausfuhr.) Die elsaß-lothringischen Weinbauverbände sind aufgefordert worden, sich bis zum 20. April schriftlich beim Ackerbauminister darüber zu äußern, in welchem Umfange die elsaß-lothrir^ gischen Winzer bei Verteilung des für die Ausfuhr nach Deutschland in Frage kommenden Weinkontingentes berücksichtigt fein wollen. Das für die Ausfuhr erforderliche Visum des Ackerbauministers wird nur für Weine mit amtlichem Ursprungszeugnis gewährt werden. Zur Prüfung der aus Elsaß-Lothringen kommenden Aussuhranträge sollen die einheimischen Weinbauverbände mit herangezogen werden. ** Metz, 12. April. (Enthauptet.) Unter dem Fahrstuhl der Grube Kreuzwald bei Bolchen wurde der 21jährige Saarländer Joseph Lafontaine enthauptet aufgefunden. Der Kovk des Verunglückten wurde später in einem anderen Aufzug entdeckt. Ueber den ungewöhnlichen Todesfall vermochte bisher niemand Aufschluß zu geben. ** Metz, 12. April. (Kinder als Tabakschmuggler.) In Spittel im Kreise Forbach erwischten französische Gendarmen zwei Kinder im Alter von 12 und 14 Jahren, die im Aufträge ihrer Mutter eine größere Menge Tabak aus dem Saargebiet eingeschwärzt hatten und damit hausierten. Der Tabak wurde beschlagnahmt und die erfinderische Mutter mußte bei Vermeidung ihrer Festnahme 600 Franken Kaution entrichten. ** Metz, 12. April. (Zum Fall Lacroix.) Der hiesige Untersuchungsrichter schritt bei einer Metzer Bank zur Oeff- nung eines Bankfaches, das von dem wegen Unterschlagung von 700 000 Franken Krankenkassengelder verhafteten Kassierer Lacroix gemietet worden war. Man fand eine Anzahl Briefe und Wertpapiere im Nennwert von 112 000 Fr., die sofort beschlagnahmt wurden. Die Versteigerung der Briefmarkensammlung Lacroix, die von der Firma Amet in Brüffel im Aufträge des Gerichts vorgenommen wurde, brachte für das erste Los einen Erlös von 120000 Franken. ** Metz, 12. April. (Unfälle im Bergwerk.) Auf Schacht Gargau der Grube de Wendel sind bei der Frühschicht 13 Bergleute durch Einatmen gifttger Gase, die einer mit Benzol betriebenen Lokomotive entströmten, verunglückt. Sie wurden sämtliche in bewußtlosem Zustande in das Grubenlazarett von Kleinroffeln verbracht. Am gleichen Tage ereignete sich im nämlichen Schacht ein Erdeinbruch, wober ern 27jähriger Bergmann am Kopfe schwer verletzt wurde. Hochwasser im Schwarzenbachbecken Forbach, 12. April. Infolge der Regenperiode und der damit verbundenen Schneeschmelze in den oberen Gebirgslagen sind die Murg sowie die übrigen Gebirgsbäche des nördlichen Schwarzwaldes stark angeschwollen. Was dem Laien nicht möglich schien, ist. nun zur Wahrheit geworden: Der Wasserstand im Schwarzenbachstaubecken ist nahezu auf den höchsten zulässigen Pegelstand gestiegen. Das Wasser hat den Böschungsfuß der beiden Hangstratzen jetzt schon erreicht. Der gewaltige Sec bietet einen imposanten Anblick, besonders vom Seekopf aus gesehen. Den wandernden Naturfreunden ist sehr zu empfehlen, den Weg von und zu dem Naturfreundehaus bei Herrenwies von Raumünzach-Schwar- tzenbach zu nehmen. DrÜckeneinweihung in Ilvesheim Ilvesheim, 12. April. Mit Fahnen, Tannengrün' und Girlanden waren die beiden Dörfer Seckenheim und Ilvesheim geschmückt, galt es doch, die langersehnte Neckarbrücke dem Verkehr zu übergeben. Neben den beiden Bürgermeistern von Ilvesheim und Seckenheim, Kleinhanz und Flachs, waren anwesend der badische Minister des Innern Remmele, Polizeidirektor Bader, Dr. Guth-Bender vom Bezirksamt Mannheim, Baurat Freiherr von Sensburg vom Waffer- unö Straßenbauamt Heidelberg, Oberbaurat Kiteraschky von der Oberdirektion des Waffer- und Stratzenbauamts Karlsruhe, der Vorsitzende des Kreisrates, Lintz, sowie Vertreter von Behörden, Schulen und Geistlichkeit. Mit dem Liede „Brüder, reicht die Hand zum Bunde", von Schülern vorgetragen, wurde die stimmungsvolle Feier eingeleitet. Sodann ergriff Direktor Völker von der Firma Grün & Bil- finger, Mannheim, die den Brückenbau ausführte, das Wort. Der Tag sei für Ilvesheim und Seckenheim von großer Bedeutung: ein langgehegter Wunsch sei in Erfüllung gegangen. Beide Orte nehmen nun einen Platz am Nord- Süü-Verkehr ein, der Brückenbau sei daher ein Markstein in der Entwicklung der beiden Gemeinden. Unter Böllerschüssen und Glockengeleite wurde dann die Brücke dem Verkehr übergeben. Auf der Suche nach den Lörracher Einbrechern Steine« i. Wiesental. 12. April. Trotz eifriger Nachforschungen ist es bis jetzt noch nicht gelungen, der Einbrecher, die in der Nacht zum Sonntag bei der Spinnerei und Weberei Steinen die gesamten Lohngelder in Höhe von 30000 Mark gestohlen hatten, habhaft zu werden. Die Diebe haben es verstanden, durch Gummischuhe Fußspuren zu hinterlassen. so daß auch die Polizeihunde nicht viel ausrichten können. Auch Fingerabdrücke sind keine vorhanden. Die Vermutung liegt nahe, daß die Täter mittels Auto nach der Schweiz entkommen sind. Der alte Nachtwächter, der auf seinem Rundgang durch die Fabrik bemerkte, daß im Büro etwas nicht in Ordnung sei, alarmierte sofort den Ausläufer und dieser den Prokuristen. Aber als man gleich dar-, nach in der Fabrik erschien, hatten die Einbrecher schon mit samt ihrer Beute bas Weite gesucht. Man nimmt an, daß drei Personen an dem Einbruch beteiligt gewesen sind. Echiffsuntergang auf dem Neckar. 3n Hofen kenterte ein Kiesschiff der Firma Pfänder und Oberer infolge des Hochwassers, fodaß die Insassen in den hochgehenden Neckar stürzten. Während der Teilhaber der Firma Pfänder, sich durch Schwimmen retten konnte, ertranken oer verh. Teilhaber der Firma Ernst Epple, Gustuv Epple aus Cannstatt, und der 43 Jahre alte ebenfalls verheiratete Kiesaibeiter Gabler aus Mühlhausen. Der Vorgang ereignete sich mit solcher Schnelligkeit, daß das Schiff im Augenblick Oberwasser bekam, und auch schon untergegangen war. Trotzdem die Arbeiter des Kiesereibetriebes sofort zur Stelle waren, war an eine Hilfeleistung gar nicht zu denken. Die starke Strömung riß die Verunglückten augenblicklich mit rasender Schnelligkeit mit sich fort. I ' ^ Antonnfall der Filmschanspieleri« Lya Mara. Hamburg, 10. April. Lya Mara, die aus Berlin hier emgetroffen war, um in einigen Lichtspieltheatern aufzutreten, erlitt mit ihrem Gatten, dem Filmregisseur Zellnik, einen Autounfall. Ein Personenkraftwagen fuhr so heftig gegen ihr Auto, daß dieses umschlug. Die Künstlerin zog sich erhebliche Kopfwunden und einen Schlüffelbeinbruch zu. Sie mutzte in das Krankenhaus überführt werden. Ihr Mann blieb unverletzt. Marktberichte. Schweinemarkt. Sinsheim, 12. April. Dem heutigen Schweinemarkt waren zuge- führt: 17 Milchschweine zum Preise von 45—50 Mark pro Paar. 18 Läufer zum Preise von 60—70 Mark pro Paar. Mannheimer Schlachtviehmarkt vom 11. Avril. Ausfuhr: 113 Bullen, 217 Ochsen, 330 Kühe, 470 Färsen, 13 89 Kälber, 36 Schafe, 3194 Schweine, 113 Arbeitspferde, 72 Schlachtpferde, 13 Ziegen. Preise: Ochsen 60—82, 46—52, (8—764, 36—45, 34—40, 30—32; Bullen 21—24, 43—47, 38—40, 56—44; Kühe 46—50, 34-40, 28-30, 15—20; Färsen 60—63, (6—52, 36—40; Kälber 80—83, 74—78, 66—70; Schafe 156—45; Schweine 60—61, 61—62, 60—61, 59—60, 46—52; Arbeitspferde 800—1700, Schlachtpferde 60—150. Marktverlauf: Rrotzvteh ruhig, Ueberstanö; Kälber mittel, langsam geräumt; Schweine ruhig, Ueberstand; Färsen mittel. ** Vom süddeutschen Tabakmarkt. „Die Süddeutsche Tabakzeitung" schreibt: Das Geschäft an unserem Markt ist in Anbetracht des Mangels an größerem Angebot andauernd ruhig. Die Entwicklung der 1926er Tabake ist durchaus zufriedenstellend. Die Umsätze in Rippen waren in der abgelaufenen Woche recht belangreich bei unveränderten Preisen. Offizielle Preise der Mannheimer Prodnktenbörse vom 11. April 1927. Preise verpetzen sich per 100 lex alles in Goldmark in Ret chsmark zahlbar Weizen, inländischer — Weizen, ausländisch. 30,00—32,50 Roggen, inländischer 27,50 Roggen, ausländ. 27,25—27,75 Braugerste 27,75—30,00 E afer, inländischer 22,50-23,50 afer, ausländischer 21,50—22,50 Weizenmehl Sp. 0 39,50—39,75 Roggenmehl 700/v 36,25—38,00 Tendenz: ruhig. Mais (mit Sack) . 18,50 WeizenKleie m. Sack 13,75 Biertreber mit Sack 15,00-15,75 Roh-Melaffe . . — Wiesenheu . . 9,20—10,0o Luzernekleeheu. . 11,00—11,90 Vreßstroh . . 4,50—4,90 Gebundenes Stroh 4,00—4,60 Raps. — Neueste amtliche Kurse vom 11. April 1927. ««leih»»: in 0,0 Ablösunasschuld mit «uslofungsschcln . . 32» ohne Auslosungsschetn . . 23. SS Bankaktie»,: in i, 50 Darmstädler- und Nationalbanl 276 Deutsche Bank .... IBS,75 Tcniiche Vereinsbank . 128,50 Dresdner Bank . . tso,50 M neldeutsche Kreditbank . 947 «etchsbank . . .177 Rhein. Creditbank . . .156 Südd. Disconto Ges. . .lob Bergw «rk» - Aktien in 0/0 Karpener Bergbau . . 267 Kali Wefleregeln . . . 917,50 ManneSmannröhrenwerke. . 227 Mansfelder Bergb. u.Hüttenw. 764,75 Oberlchl. Etsenb. Bedarf . . 12 « Phöntt Bergbau u.Hüttenbetrteb 148 Salzwerk Hetlbronn . . — Bereinigte Königs- Laurahütle sz,50 Aktie» i»d»ftr. Unternehmungen: in °/o »llg.Elektr. Stammak.tten Badenia Weinheim Bad. Eleltrtztiät Mannheim Bad. Maschinen Durlach , Cementwerk Heidewerg . lSv Daimler Rotoren ... 12 ? Dtfch. Go:d- und Stwerschetde 210,75 Ekektr. Licht und Kraft . . 21 « Emaill. und Stanzwerk Ullrich «5 arbeninduftrte ... 889 uchs Waggon StammaMen 0,5lo ritzner Maschinen Durlach . 128,50 Karlsruher Maschinen . . «5 Knorr Hellbronn ... — Matnlrastwerke Höchst . . 110 Neckarsu'mrr Fahrzeugwerke . I3r.«0 Schuckert tiKttr. Nürnberg . 198,25 Sctltnduftrie Wolf! . . . 92 Südd. Zucker .... — Zellstost Waldhof Stammaktien — Aktien deutscher Transportanstaltrn: in 0/0 amburg. Amerik. Paletsahrt !5S etdelberger Straßen- u. Bergbahn 87 orddeutfcher Lloyd . . >46,25 Deoisen: Brief 4,2242 20,552 162,02 81,28 59.39 16.55 20.35 Geld New-Iork 1 Dollar 4,2t49 London 1 Pfund 20,463 Holland 100 Gulden 168,80 Schweiz 100 zranes 81.08 Wien 100 Schilling 59 95 0,061 Paris 100 Francs 16 51 1447/8 I Italien 100 Lire 20.28 Bekanntmachung. Rach Feststellung des Ergebnisses der am 30. März ds. 3s. stattgefundenen Erneuerungswahl sind nachstehende Herren zu Mitgliedern der Handelskammer Heidelberg gewählt: A. Aus der Gruppe Industrie und Bankgewerbe: 1. Fabrikant Heinrich Landsried, Heidelberg 2. Fabrikdirektor Fritz Brans, Heidelberg 3. Fabrikant Otto Wetzel, Heidelberg 4. Fabrikdirektor Wilhelm Keppler, Eberbach 5. Fabrikant Ludwig Neuer. Eberbach 6. Fabrikant Robert Burckhardt, Wiesloch 7. Fabrikant Richard Deith, jun., Adelsheim 8. Fabrikant Emil Schwander, Buchen 6. Aus der Gruppe Einzelhandel: 1. Kaufmann Philipp Wettstein, Wiesloch 2. Kaufmann Otto Grün, Tauberbischofsheim C. Aus der Gruppe Großhandel: 1. Kaufmann Max Eisemann, Heidelberg 2. Hotelbesitzer Fritz Gabler, Heidelberg 3. Kaufmann Salo Braun, Mosbach 4. Kaufmann A. Götzelmann, Wertheim. Etwaige Einsprachen gegen die Feststellung des Wahlergebniffes bezw. der Berufsgruppenzugehörigkeit sind innerhalb 8 Tagen schriftlich bei uns einzureichen. Heidelberg, den 1t. April 1927. Die Handelskammer Der Vorsitzende: Der Syndikus: Heinrich L a n d f r i e d. Dr. Fr. S ch u p p. Wir suchen zum Eintritt nach Ostern einen mit guten Schulzeugnissen. Gebrüder Ziegler, Sinsheim Lebensmittel-Großhandlung. Lebendfrische treffen Mittwoch ein. — Borausbestellungen erwünscht. Telefon 144. Ludwig Molt Telefon 144. Sofakissen, Handmalerei mit Schlo:sbeleoclitBng Heidelberg auf grünem, rotem oder schwarzem Samt sind die schönsten Andenken. Hie Kissenplatte zu 8.— Mk. portofrei. Versand auch ins Ausland. Albert Sommer Heidelberg. Hauptstraße 80 und 92. 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