•cffteittt tSglich mlt Ausnahme der Feiertage. Brzugs-Prei»: Gurch die Post bezogen und durch den Briefträger und unsere Austräger frei ins Laus monatlich Goldmark 1.50 Ger Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. Mn Fällen von höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäftszeit t /28 bis 5 !lhr Sonntags geschloffen. Vernfprech-Anschlutz Nr. 11 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 6008 General-Anzeiger für äluvarzbaelital Der Lanövote Änskeimer MN Zeitung tsn General-Anzeiger für öas^^^Elfmz-un- §cknparzbaclital Hellelte uncl verbreitetste Leitung äieler Gegenct. Ynupt-Hn^eigen-Slatt MSckmutllck»« SoiloO«» r Qtode tmd QHm • Der Kobold » Dw* Illustriert« » EandwirtTdiaftUch« Beilage A»zeige«.Preise: Anzeigen: Die 33 mm drei» Millimeter-Zeile 6 Goldpfg. Reklamen - Die 92 mm tot* Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrift im Anzeigen- und Textteil ist Petit. Bei Wiederholungen tariffest« Rabatt, der bei Richtzahlu^ innerhalb 8 Tagen nach R«5 nungsdatum oder bei gerichtlich«, Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme bis 8 Ah, vormittags; größere Anzeig«, müssen am Tage vorher <ätf- gegeben werden. Bant-Konto: Beretnsbank Sinsheim e. G. m. b. L. M 67. 5rettag, den 6. Mai 1927 88. Jahrgang Englands Kriegsfchuldennole. Amerika ist verstimmt. - Brüske Antwort an London. NewyorK, 5. Mai. Die englische Note über die Kriegsschulden ist hier, nachdem das Staatsdepartement darum ersucht worden war, gleichzeitig mit London den Zeitungen übergeben worden und hat ein Befremden heroorgerufen, wie seit langem kein anderes Dokument. Verletzend hat nicht nur die Tatsache, daß England den privaten Briefwechsel zwischen Mellon und dem Präsidenten der Princetown-Universität, tzibbon, zum Anlaß für eine offizielle Note nahm, sondern hauptsächlich der ironische Ton, der das Dokument auszeichnet, gewirkt. Die leise durchklingende Forderung, Mellon zur Zurücknahme seiner Behauptungen zu bewegen, hat den denkbar schlechtesten Eindruck gemacht. Man würde es schließlich verstanden haben, wenn England die Genfer Weltwirtschaftskonferenz benutzt hätte, um die Schuldendebatte wieder aufleben zu lassen Für diese Art, eine Revision des Schuldenabkommens herbeizuführen, fehlt den Washingtoner Regierungskreisen aber jedes Verständnis. Infolgedessen ist die Antwort, die das Staatsdepartement England erteilte, denn auch äußerst brüsk ausgefallen. Staatssekretär Kellogg beschränkte sich damuf, dem Empfang der Note festzustellen und dann wörtlich zu sagen: Die Regierung der Bereinigten Staaten betrachtet die Korrespondenz zwischen Mellon und Hibbon als eine rein interne Diskussion und wünscht nicht, in irgend einen formellen diplomatischen Schriftwechsel darüber einzutreten. Man wird an den Ton gewisser französischer Antworten auf deutsche Noten über die Ruhrbesetzung erinnert, wenn man die Antwort Kelloggs liest. Weniger lakonisch hat aber Mellon die Note Englands ausgenommen. Er beantragte sofort nach der Bekanntgabe ihres Wortlauts eine Audienz beim Präsidenten Coolidge, die ihm und dem Hilfssekretär Castle vom Staatsdepartement gewährt wurde. Nach Beendigung dieser Konferenz beim Präsidenten wurde Staatssekretär Kellogg, der inzwi- schon schon Golfspielen gegangen war, nochmals bemüht, um seine Zustimmung zu einer persönlichen Antwort Mellons auf die englische Note zu geben. Mellon führt nun in dieser Erklärung, die den Zeitungen denn gleichzeitig mit dem Text der englischen Note übergeben wurde, aus, daß die englische Note an Mellons Behauptungen vorbei gehe und ganz andere Unterlagen für die Debatte zu schaffen versuche und daß Englands Ausdrücke, wie „alliierte Kriegsschulden" oder „deutsche Zahlungen" eine enge Auslegung geben. Sachlich bedeutsam ist die nochmalige Feststellung, daß die amerikanischen Schuldenabkommen so aufgebaut seien, daß die Schuldner sie aus eigenen Kräften erfüllen könnten.. Wir haben immer — sagt die Erklärung Mellons — betont, daß die Schulden in keiner Weise mit den deutschen Reparationen zusammenhängcn (womit indirekt der Meinung Ausdruck gegeben wird, daß eine eventuelle Hembsetz- ung der Reparationsleistungen keinerlei Herabsetzung der Schuldenrate bedingen würde). Sehr scharf wird Mellon am Schluß seiner langen Erklärung, wo er auf die englische Behauptung eingeht, daß Amerikas Reparationsforderungen von Deutschland voll bezahlt würden, während die Alliierten nur Teile erhielten. Mellon bezeichnet diesen Passus als ziemlich unglücklich in Anbetracht der Tatsache, daß Amerika im Vergleich mit den Forderungen seiner Kriegs-Assoziierren nur sehr beschränkte Forderungen gestellt habe. In den amerikanischen Forderungen seien jedenfalls Pensionen und dergleichen nicht eingeschlossen. Was fordert dle Wirtschaft? Sine Aeöe des deutschen Vertreters v. Siemens. Genf, 6 . Mai. In der gestrigen Sitzung der Weltwirtschaftskonferenz, die auf 10 Uhr festgesetzt war und erst nach 10.30 Uhr eröffnet wurde, ergriff der deutsche Sachverständige von Siemens zu einer längeren Rede das Wort. Er führte unter anderem aus: Die Wirtschaft würde sich nach der Ueberwindung mancher Uebergangsschwierigkeiten bald wieder den neuen Bedingungen anpassen. Man habe aber zwei Dinge übersehen, erstens, daß Krieg und Inflation die Wirtschaft als solche so sehr geschwächt und ihre Konstruktur verändert habe und zweitens, daß die Eingriffe von außen so starker Natur gewesen seien, daß die gesamtkonstruktiven wirtschaftlichen Bedingungen verändert worden seien. Es sei erkannt worden, daß nicht nur das Wohlergehen des Staates und mit ihm die Lebensführung für die Einzelnen, sondern auch die Erfüllung der kulturellen und sozialen Aufgaben von der Wirtschaft allein abhängig seien. Die Wirtschaft sei nicht Selbstzweck, sondern sie stelle die Grundlage für Staat und Gesellschaft dar. Die Höhe des Lebensstandards des Volkes sei abhängig von der durchschnittlichen Produktionshöhe seiner Bevölkerung. Es sei daher die Aufgabe der Leitung eines Volkes, eine möglichst hohe Gesamtproduktion zu erzielen. Das wirtschaftliche Leben spiele sich nun in den wenigste« Ländern nur innerhalb der eigenen Grenzen ab. Der Heimatmarkt habe in den meisten Ländern, besonders eines solchen mit starker landwirtschaftlicher Produktion, eine ausschlaggebende Bedeutung. Industrie und Landwirtschaft seien auf das stärkste voneinander abhängig. Es müsse jedoch aus vielen Gründen ein lebhafter Austausch zwischen den einzelnen Volkswirtschaften vorhanden sein. Dies treffe in höchstem Maße auf Europa zu, wo die wirtschaftlichen Einheiten zum Teil aufeinander aufgebaut seien. Man könne mit Recht sagen, baß das Gedeihen jedes Volkes abhängig sei von dem Gedeihen der anderen Völker. Gerade in Europa sei durch die schweren Erschütterungen der Wirtschaft der Nutzeffekt der gesamten Wirtschaftsmaschine erheblich herabgesetzt. Es sei die wichtigste Aufgabe der Regierungen der verschiedenen Länder, Ordnung und Ruhe in die wirtschaftlichen Verhältnisse des eigenen Landes und die wirtschaftlichen Beziehungen zu den anderen Ländern zu bringen. Es sei der Zweck dieser Konferenz,^ in gemeinsamer Aussprache den Politikern die Grundfordernngen der Wirtschaft auszuzeichnen. Er wäre ein großer Erfolg dieser Konferenz, wenn einige, zum Teil vielleicht nur vorbereitende, den Weg in die Zukunft ebnende Empfehlungen ausgesprochen würden, von denen die Welt aber auch die Ueberzeugung bekäme, daß sie mit einigem guten Willen von den Politikern durchgeführt werben könnten. Nach dem Beginn des Krieges habe die Wirtschaft starke plötzliche Aenderungen erfahren. Tie Inflationserscheinungen hätten das Räderwerk der Wirtschaftsmaschine in Unordnung gebracht. Um die Gefahr völligen Versagens zu verhindern, seien gewaltsame Eingriffe teilweise unvermeidlich gewesen. Jetzt seien diese Zwangswirtschaften aus der Erkenntnis heraus, daß sie hemmend wirken, aufgegeben worben. In Deusschland bestünde noch freiwillig eine Zwangswirtschaft auf dem Gebiete der Mieten und der Löhne. Die Zwangswirtschaft auf dem Gebiete der Miete habe zur Folge gehabt, daß der Bau in der Praxis 90 Prozent teurer geworden sei als vor dem Kriege, während die sonstige Warenteuerung etwa 35 Prozent über den Vorkriegspreisen betrage. Die Beeinflußung der Wirtschaft durch die Staatsverwaltungen sei heute viel größer als vor dem Kriege. Viele Staaten hätten Maßnahmen mit Rücksicht auf mögliche Kriege getroffen. Hierdurch sei eine starke Beeinträchtigung der natürlichen Produktionsbewegungen zum Schaden der Lebenshaltung der Bevölkerung eingetreten. Weiterhin sei die Produktion aus Kriegs- und Jnflationsgrünüen weit über das notwendige Maß vermehrt worden. Die Wirtschaft habe nicht immer schnell genug den Mut gefunden, die wahre Lage zu erkennen und die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen. Aus diesem Grunde sei der Schrei nach Staatshilfe, also auf Kosten des anderen aus den Wirtschaftskreisen laut geworden. So entstehende Unkosten würden nicht nur von Konsumenten getragen und ihnen auch dazu von sich aus nicht lebensfähige Betriebe künstlich am Leben zu erhalten, wodurch schließlich eine Herabsetzung der allgemeinen Lebenshaltung der Bevölkerung eingetreten müßte. Denselben Einfluß hätten auch aus wirtschaftlichen Gründen entstehende internationale finanzielle Verpflichtungen. Ihre Erfüllung könne nur durch vermehrten Export vorgenommen werden, die aber auch eine Umstellung der Produktion sowohl auf der nehmenden wie auch auf der gebenden Seite erforderlich mache und daher eine Rückwirkung auf alle am Weltmarkt beteiligten Länder habe. Im Leben der Völker untereinander habe auch das alte Wort vom Geben und Nehmen seine Wirkung und Berechtigung. Die europäischen Völker seien auf die gegenseitigen Geschäftsbeziehungen angewiesen. Eines der bedeutendsten wirtschaftlichen und politischen Probleme sei die nach dem Krieg in Europa einsetzende Arbeitslosigkeit, die in erster Linie auf die plötzliche Verteuerung der Arbeitskraft zurückzusühren sei. Hierdurch sei der Abschluß der Umstellung, die als Rationalisierung bezeichnet werde, übermäßig beschleunigt worden. In Deutschland ständen sich zwei Theorien gegenüber. Die eine sage: Man müßte sich bemühen, die Ware zu verbilligen und hierdurch die Produktion zu beleben, um dann wiederum mehr Menschen zum Verdienen zu bringen. Die andere glaube, daß dieses Verfahren zu lange Zeit beanspruche. Es wäre richtiger, durch Erhöhung der Löhne die Kaufkraft zu steigern. Dr. von Siemens ging dann zur Frage der internationalen Verständigung zwischen gleichartigen Industrien über. Hierbei führte er aus: Es bestände die Gefahr, daß in der Oeffentlichkeit die Leistungen der großen Konzerne im Vergleich zur Summe der kleineren weniger bekannten Fabriken überschätzt würben. Er warnte davor, mit dem Schlagwort „Organisation" alle Schwierigkeiten lösen zu können. Der Individualismus dürfte nicht ausgeschlachtet werden. Dr. von Siemens betonte sodann, daß es unbedingt notwendig wäre, für den internationalen Wirtschaftsverkehr eine Definition des Begriffes zu schaffen. Wenn man sich verständigen wolle, müßte man zunächst die große Wirtschaftssprache sprechen. Die Verständigungsversuche hätten bisher nicht zum Ziele geführt, da es der Wirtschaftswissenschaft an sicheren Unterlagen gefehlt habe. Es müßte jetzt versucht werben, für die Wirtschaft ein System zu schaffen, das für die ganze Welt Gültigkeit habe. Zum Schluß berührte Herr von Siemens die Frage, ob die augenblicklich vorliegenden Wirffchaftsreformen Erfolg versprechen könnten. Er glaube, daß hier noch nicht die richtige Form gefunden sei, und daß an ihrer Weiterbildung weitergearbeitet werden müsse. Es müsse aber sehr vorsichtig vorgegangen werden und keine Versuche gemacht werden, die einen gefährlichen Ausgang nehmen könnten. Alle Wirtschaftler müßten es als ihre oberste Pflicht betrachten, für die Gesamtheit der Völker zu sorgen. Die Weltwirtschaftskonferenz Genf, 5. Mai. Kurz vor Beginn der Sitzung betrat die Sowjetdelegatio» den Saal und begab sich auf ihre Plätze. Bon gut unterrichteter Seite verlautet, daß der Leiter der Sowjetdelegation bei s«ner ersten Red« gegen das vorliegende Arbeitsprogramm der Konferenz protestieren wird, da Rußland an der Aufstellung des Arbeitsprogramms nicht mitgewirkt habe. Die Sowjetdelegation wird insbesondere die Einfügung der Frage der Arbeitslosigkeit in das Konferenzprogramm verlangen. Als erster Redner ergriff der holländische Delegierte Zim- mcrmann das Wort. Er führte in längeren Ausführungen einen Vergleich zwischen der Wirtschaftslage der Vereinigten Staaten und Europa durch und betonte, daß die gegenwärtige Wirtschaftslage in Amerika nahezu als ideal bezeichnet werden könne. Sodann wies er darauf hin, daß das Fehlen der Zollschranken wesentlich die rasche Entwicklung des Wohlstandes in den Vereinigten Staaten bewirkt habe. Zimmermann, der durch seine frühere Tätigkeit als Volkskommissar in Oesterreich bekannt ist, schilderte darauf in kurzen Zügen, das Sanierungswerk des Völkerbundes in Oesterreich und hob die dort gemachten Erfahrungen hervor. Zum Schluß betonte er, daß die Konferenz eine ihrer wichtigsten Zwecke verfehlen würde, wenn sie nicht das Problem einer wirtschaftlichen Sanierung Zentraleuropas ernsthaft in Angriff nehmen würde. Nach dem holländischen Delegierten ergriff die österreichische Delegierte, Frau Freundlich, das Wort und wies darauf hin, daß das hauptsächlichste Merkmal der gegenwärtigen Wirtschaftslage die politische Unsicherheit der Existenzbasts sei, sowohl der einzelnen nationalen Wirtschaften als auch der einzelnen Individuen. Die gegenwärtige Wirtschaftslage bedeute tatsächlich einen Fortgang des Krieges; nur mit anderen Mitteln. Statt an Kriegsfronten werde an Zollfronten gekämpft. In zahlreichen Ländern gebe es hunderttausende von Arbeitslosen, die von den Staaten erhalten werden müssen, in anderen Ländern wieder, wo neue Industrien entstanden seien, mangele es an Arbeitskräften. Diese krisenhafte Lage der Weltwirtschaft sei die Folge der Nachkriegs- auffassung, daß jedes Land sich wirtschaftlich selbständig machen müsse. Durch die wirtschaftliche Unsicherheit ivürde in erster Linie die Lebenshaltung der arbeitenden Klassen eingeschränkt. An der Stabilisierung der wirtschaftlichen Verhältnisse seien besonders die Verbraucher interessiert. Im Hinblick auf diese müßten die zerstörten internationalen Märkte wieder hergestellt werden. Die internationalen Kartelltruste, die gerade für den Verbrauch eine ernste Gefahr bedeuten, seien lediglich ein Versuch in der Richtung auf Organisierung des Marktes. Die Vortragende forderte ein« Kontrolle der Preispolitik zum Schutz der Verbraucher. Die Existenz der Jndustriekartelle sei lediglich berechtigt, wenn sie die Interessen der Nationen vertreten. Zum Schluß beklagte sich die Reönerin über den völligen Mangel an Gemeinsam- keitsgefühl in der Weltwirtschaft und nannte es bezeichnend^ daß an der Konferenz nur eine einzige Frau als Delegierte teilnehme. Sie hob dann eingehend die Frau als Erzieherin hervor, die in der Familie wesentlich für den Friedensgedanken wirbt. In jedem Wirtschaftsinstitut müßte an der Seit« der Verbraucher und Produzenten die Frau stehen, da sich di« Außenmethoden als unzulänglich erwiesen haben. Im Anschluß an dei Ausführungen der Delegierten ergriff der deutsch« Sachverständige von Siemens das Wort. Er hielt seine Rede in deuffcher Sprache. Nach der Rede Dr. von Siemens, die allgemein mit großem Interesse ausgenommen wurde, ergriff der japanisch« Vertreter Shidachi das Wort. Er betonte, daß Europa für Japan nicht mehr ein fernliegender Kontinent sei und infolgedessen auch für Japan der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen sämtlichen Nationen sich immer stärker bemerkbar mache. Japans größtes Interesse liege in der Aufhebung der gegenwärtigen Zollschranken. Darauf wurde die Vor- Mittagssitzung geschloffen. Der französische Delegierte Lou» cheur wird voraussichtlich in der Nachmittagssitzung des Freitags das Wort ergreifen. Die Nachmittagssitzung Genf, 6 . Mai. In der Nachmittagssitzung der Weltwirtschaftskonferenz ergriff als erster Redner der Vertreter von Chile, Professor Urzua, das Wort. Er forderte Beseitigung der Zollschranken und sprach sich für das Gleichgewicht der Wirtschaftskräfte und den freien Wettbewerb aus. Me kleineren und mittleren Industrien seien für die Aufrechterhaltung des Friedens von großer Bedeutung und müßten erhalten bleiben. Der Redner wies dann auf die besondere Lage des iübamerikanischen Kontinents hin, der zwar über unermeßliche Naturreichtümer verfüge, jedoch nicht genügend Kapitalien nud Arbeitskräfte besitze. Zum Schluß drückte Professor Urzua den Wunsch nach Schaffung einer Einheitswährung aus. Als zweiter Redner sprach der englische Delegierte, Mu- iratt, der Präsident des Verbandes der englischen Industrie. Er betonte, daß Weltkrieg sowie Nachkriegszeit das' Gleichgewicht des englischen Wirtschaftslebens erheblich gestört hätten. Der allgemeine Wohlstand der Welt sei erheblich zurückgegangen. Tie Kaufkraft des Geldes habe sich wesentlich vermindert. Tie Arbeitslosigkeit habe einen bedrohlichen Charakter angenommen. In England leide besonder- die Exportindustrie unter der gegenwärtigen Wirtschaftskrise. Der Redner betonte zum Schluß, daß die Konferenz auf die volle Mitarbeit Englands rechnen könne. Darauf sprach der Präsident der Schweizer Bankvereinigung, Dubois, der darauf hinwies, daß die Schweiz sehr stark auf die Einfuhr angewiesen sei. Tie Schweiz begrüße die Einberufung der Weltwirtschaftskonferenz, da diese die Annäherung der Völker auf den Gebieten des Handels und der Industrie bringen werde. Die Wiederherstellung des Wirtschaftslebens sei ohne gesunde und stabile Währung nicht möglich. Tie Frage der Handelsvertragspolitik müffe von der Konferenz besonders eingehend geprüft werden. Das gleiche gelte für die Zolltarifpolitik. Jeder weitere Schritt auf dem Wege zur Einschränkung des Imports bedeute eine der größten Gefahren und müffe als Hauptursache der gegenwärtigen Wirtschaftskrise »sowie auch zukünftiger Kri- ien angesehen werden. In zahlreichen Fällen sei die Tendenz jttt Erhöhung der Zolltarife stark im Wachsen begriffen. Die Weltwirtschaftskonferenz müsse ihren Einfluß geltend machen, um seine freiheitlichere Handhabung der Handels-' beziehungen zwischen den Völkern zu erreichen, besond.'is gerade jetzt, wo die Frage des wirtschaftlichen Zusammen- Nr. 67. Jahrgang 1927. scylusses der Staaten immer mehr in den Vordergrund trete. Der Präsident der Weltwirtschaftskonferenz verlas sodann ein Begrüßuugstelegramm der panamerikanischen Handelskonferenz. Tie Konferenz beschloß darauf, den Gruß zu erwidern. Als nächster Redner sprach der französisch- Arbeiterführer Jouhaux im Namen der Arbeiterdelegierten der Konferenz. Er wies darauf hin, daß der Gedanke der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Völker einer der Hauptgrundsätze der Arbeitnehmer sei. Jouhaux legte sodann im Namen der Arbeiterdelegierten folgende Anträge vor: Beim Völkerbund soll eine autonome Wirtschaftsorganisation geschaffen werden, die folgende Organe umfaßen soll: 1. eine beratende Konferenz, die durch keinerlei Instruktionen der Regierungen gebunden sein soll und mindestens einmal alle drei Jahre zusammentreten soll,' 2. ein internationaler Wirtschaftsrat, der aus 18 Mitgliedern bestehen soll; 3. der internationale Wirtschaftsrat soll besondere technische Kommissionen bilden, die alle wirtschaftliche Probleme prüfen sollen; 4. dem internationalen Wirtschaftsrat wird ein ständiges Sekretariat, das unter Leitung eines vom Wirtschaftsrat ernannten Direktors steht, angegliedert. Anschließend an die Rede Jouhaux' ergriff der frühere holländische Finanzminister Colin das Wort. Er befaßte sich eingehend mit den Ursachen der gegenwärtigen Wirtschaftskrise Europas, die seiner Auffassung nach hauptsächlich in der allgemeinen Unsicherheit und in dem Mangel an Freiheit in den Handelsbeziehungen der Völker zu erblicken seien. Die Weltwirtschaftskonferenz müsse für folgende Fragen zu einer einheitlichen Auffassung gelangen: Senkung der Zollsätze, Beseitigung aller Hemmnisse der Aus- und Einfuhr, Aufhebung der Ausnahmetarife, Vereinheitlichurzg der Handelsverträge und Stabilisierung der Handelsbeziehungen durch Abschluß langfristiger Handelsverträge. Zum Schluß der heutigen Sitzung gab der belgische Delegierte Baron Thibbaut in großen Zügen eine Schilderung der augenblicklichen Wirtschaftslage Belgiens. Er hob dabei die hervorragende Bedeutung der internationalen Industrie- Vereinbarungen hervor, die geeignet seien, Differenzen und Spannungen in der Weltwirtschaft zu beseitigen. Die nächste Sitzung der Weltwirtschastskonferenz findet am Freitagvormittag statt. Der französische Delegierte Lou- cheur wird in ihr eine längere Erklärung abgeben. Fühlungnahme zwischen Deutschen und Rnsien in Genf. Genf, 6. Mai. Im Laufe des gestrigen Vormittag hat die' erste Fühlungnahme zwischen der deutschen mrd Sowjetdele- gation stattgefunden. In den Vormittagsstunden suchte der Leiter der Sowsetbelegation den Staatssekretär Dr. Trendelenburg im Hotel Metropol auf, mit dem er eine längere Aussprache über die allgemeine Lage und die auf der Weltwirtschaftskonferenz zur Behandlung gelangenden Probleme sowie über die weiteren Arbeiten der Konferenz hatte. Man erwartet, daß sich an diese erste Fühlungnahme weitere Aussprachen anschließen werden. Seeabrüstungskonferenz am 20. Juni Berlin, 6. Mai. Nach einer Meldung des „Lokalanzeigers" aus Genf, wird die vom Präsidenten Coolidge einberusene Seeabrüstungskonferenz der drei Länder, England, Amerika und Japan, wie jetzt offiziell und endgültig bestätigt wird, am 20. Juni in Genf beginnen. Kreuzer Emden lotet 10430 Meter Meerestiefe Berlin, 6. Mai. Die Marineleitung teilt dem „Lokalanzeiger" mit: Auf dem Wege von Macaffar (Celebesf nach Nasaki hat der Kreuzer „Emden", wie er soeben funktelegraphisch meldete, bei Nachprüfung eine Tiefe von »0 430 Metern gelotet. Er hat damit die größte bisher bekannte Meerestiefe entdeckt. Bisher galt als größte Tiefe des Weltmeeres eine Stelle von 8788 Meter. Knigge bei der Reichsbahn. Knigge geht bei der Reichsbahn um. Er heißt zwar nicht mehr Knigge, sondern Dr. Richard Eouve und sein Büchlein nicht „Umgang mit Menschen", sondern „Bom Berkehr mtt den Reisenden". Das eben neu erschienene Büchlein ist als ein Ratgeber für Berkehrsbeomte bezeichnet, und die Reichsbahn selber hat es zur „höflichen Behandlung der Kundschaft" schreiben und herausgeben lassen. Es wäre ein eitel Einvernehmen zwischen Reisenden und Beamten, wenn dieser Knigge auf der Reichsbahn von jedem Beamten, aber auch von jedem Reisenden gehört würde. Ueberall erhebt hier Knigge seinen belehrenden Finger: in der Fahrkartenausgabe, in der Der Laudbote * Sinsheim« Zeitung. Gepäckabfertigung, an der Bahnsteigsperre auf dem Bahnsteig und im Zuge selbst. Höflichkeit! Knigge-Couve führt seine Beispiele an: Als Anrede für eine Dame ist grundsätzlich „meine Dame", für einen Herrn „mein Herr", für mehrere Personen „meine Herrschaften" anzuwenden. Anreden wie „Sie", „Herr Nachbar", „junge Frau" sind im Umgang mit Reisenden nicht gehörig. Zum höflichen Benehmen gehört auch das Grüßen und das Erwidern des Grußes. Wenn der Beamte gegrüßt wird, muß er den Gruß erwiedcrn und zwar durch Anlegen der Hand an den Mützenrand. Während der Auskunftserteilung darf der Beamte natürlich nicht die Hände in de» Taschen haben. Hat der Beamte sich selbst an den Reisenden zu wenden, hat er zuerst zu grüßen. Die Höflichkeitsformen sind natürlich bei Reisenden aller Wagenklassen zu beachten. Im Schlußwort zieht Knigge- Eouoe den Nutzeffekt seines Ratgebers, indem er fagt: „Der Erfolg einer verständnisvollen Beachtung dieser Richtlinien wird sich zum Nutzen der Beamtenschaft und der Deutschen Reichsbahn auswirken". Hoffen wir das Beste! Empfänge bei Hindenburg Berlin, 6. Mai. Der Reichspräsident empfing gestern den Minister des Auswärtigen Dr. Stresemann zum Vor-' trag. Des weitere'» empfing der Reichspräsident die Bundesleitung des öentflhen Auslandinstituts in Stuttgart, und zwar die Herren Warmer, Bauer, Bluhm, Uhlit, Köhler und Wertheimer. Sie überreichtem dem Reichspräsidenten das erste Exemplar des sogenannten „Deutschen Ringes", das für Persönlichkeiten gestiftet worden ist, die sich für das deutsche Auslandsinstitut in Stuttgart besonders verdient gemacht haben. Endlich empfing der Reichspräsident den Vorstand des Stahlhelm und zwar die Herren Seldte, Düsterberg, Zetteritz und Brauweiler sowie Ausfeld. Die Herren erneuerten dem Reichspräsidenten als Ehrenvorsitzenden des Stahlhelms gegenüber das Treuegelöbnis upd überbrachten ihm anläßlich des Stahlhelmtages Grüße der Bundesleitung. Keine Getreideausfuhr gegenüber Polen Berlin, 6. Mai. Wie vom Reichsernährungsministerium mitgeteilt wird, besteht dort nicht die Absicht, ein Getreideausfuhrverbot gegenüber Polen zu bewirken, da ein derartiges Ausfuhrverbot unwirksam wäre und die Stellung Deutschlands gegenüber Polen in der Außenpolitik nur schäbige. Neue Handelsvertragsbefprechungen mit Frankreich Berlin, 6. Mai. Wie von unterrichterer Seite mitgeteilt wird, wird die Wiederaufnahme der beullch-französischen Handelsvertragsbesprechungen voraussichtlich Ende dieses Monats erfolgen. Verbot des Gaues Berlin der Nationalsoz. Deutschen Arbeiterpartei Berlin, 6. Mai. Der Polizeipräsident teilt mit: „Auf Grund des 8 124 der Reichsverfaffung, des 8 2 des Reichsvereinsgesetzes, des 8 1011, 17 des allgemeinen Land-- rechts habe ich den Gau Berlin-Brandenburg der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei mit ihren Unterorganisationen: Sportabteilung, Schutzstaffel, Nationalsozialistischer Freiheitsbund, Nationalsozialistischer Deutscher Stu- dentenbund, Ortsgruppe Berlin, und Deutscher Arbeiterjugend Berlin lHitlerjugendf aufgelöst, weil die Ziele dieser Organisation dem Strafgesetzbuch zuwiderlaufen. Diese Verordnung tritt sofort in Kraft. Dementgegen ist den Mitgliedern dieser aufgelösten Organisationen jede vereinsmäßige Betätigung, insbesondere die Abhaltung von Versammlungen und Zusammenkünfte aller Art, in geschloffenen Räumen sowohl als auch unter freiem Himmel und die Abhaltung öffentlicher Aufzüge und Demonstrationen verboten." Sozialpolitischer Ausschuß des Reichstags Berlin, 6 . Mai. Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstages setzte die Beratungen des Gesetzentwurfes über die Arbeitslosenversicherung bei den Paragraphen, die die Versorgung der Arbeitslosen in Krankheitsfällen regeln, fort. Der Ausschuß machte die Versicherung der Arbeitslosen zu einer unmittelbar auf dem Gesetz beruhenden Rechtsfolge, die sich ohne weiteres aus dem Bezug der Hauptunterstützung ergibt. Deutsche Zeitungen in Memel beschlagnahmt Mndra ans Memel avgereist. Memel. 6. Mai. Mittwoch und Donnerstag wurden in Freitag, den 6. Mai 1927. Memel eine Anzahl deutscher Zeitungen beschlagnahmt, die Nachrichten über die Brüskierung des hiesigen deutschen Generalkonsuls, Dr. Mudra, durch den litauischen Gouverneur des Memelgebietes veröffentlicht hatten. Dem gleichen Schicksal verfiel auch eine deutsche illustrierte Zeitschrift, die Bilder aus Memel veröffentlicht hatte. Der deutsche Generalkonsul Dr. Mudra ist heute auf dem Luftwege nach Berlin abgereist. General v. Gayl gestorben Berlin, 6. Mai. Nach einer Blättermeldung starb am 3. Mat in Stolp in Pommern nach kurzem Krankenlager General a. D. Freiherr von Gayl im Alter von 78 Jahren. Freiherr von Gayl bereiste von 1909 bis 1913 als Vizepräsident der Kolonialgesellschaft die deutschen Kolonien. Im Weltkrieg führte er drei Divisionen. Zum Konflikt in der Hanauer Metallindustrie Hanau, 6. Mai. Zur friedlichen Beilegung des Konflikts in der Hanauer Edelmetallindustrie hatte der Arbeitgeberverband der Edelmetallindustrie den streikenden Silberarbei- tern mitteilen lassen, daß die Silberfabriken nach wie vor bereit seien, in der Lohnfrage den Silberarbeitern die gleichen Zugeständnisse wie den anderen Arbeitern der Edelmetallindustrie zu machen. Daraufhin haben die Silbermetallarbeiter beschloffen, weiter im Streik zu bleiben. Nunmehr ist zur Tatsache geworden, daß ein Konflikt der gesamten Edelmetallindustrie Hanaus ausgebrochen ist. Heute wird sämtlichen nicht streikenden Arbeitern der Edelmetallindustrie zum 19. Mai gekündigt. Untersuchung des neuen Germersheimer Zwischenfalles Paris, 6. Mai. Zu Sem neuen Ueberfall auf den Ger- mersheimer Ländert Joseph Mathes, der, wie gemeldet, kürzlich von drei Unteroffizieren tätlich beleidigt wurde, berichtet „Havas", daß eine Untersuchung im Gange sei. Ausführlicher kommt nur das „Journal" auf den Zwischenfall zu sprechen und gibt seinem Befremden darüber Ausdruck, daß die deutschen Behörden erst nach dreitägiger Ueberlegung eine Klage gegen die drei französischen Unteroffiziere eingereicht hätte. Der Kommandant des 171. Infanterieregiments habe sofort eine Untersuchung ungeordnet. Das Blatt behauptet, daß zu der Stunde, in der sich der Zwischenfall abgespielt haben soll, die französischen Gendarmen, die in dieser Straße Dienst getan hätten, nichts gehört oder gesehen hätten. Die Schanghaier Studentsn für Unterstützung Tschiangkaischeks Schanghai, 8. Mai. Hier fand eine Versammlung von 6009 Studenten statt, die einen ruhigen Verlauf nahm. Die Versammlung faßte den Beschluß, die Nanking-Regierung Tschangkaischeks zu unterstützen. Weiter wurden Entschließungen angenommen, in denen die Säuberung der Schulen von kommunistischen Elementen und die Ausweisung Boro- dins aus China gefordert wird. Auf dem Rennplatz fand heute die erste Parade von 2000 amerikanischen Marinetruppen vor General Butler statt. Die amerikanischen Luftstreitkräfte sind in der Olon- gapo- und der Manila-Bai stationiert, von wo die Ankunft von zwei Abteilungen schwerer Artillerie hier erwartet wirb. Synthetischer Brennstoff in Frankreich aus Kohle gewonnen. Paris, 5. Mai. Im Generalrat des Rhone-Departements erklärte Herriot, daß der französischen Industrie nach langen Bemühungen der Versuch gelungen sei, einen neuen synthetischen Brennstoff herzustellen, der als Ersatz für Petroleum und Benzin dienen kann. Der neue Brennstoff werde aus der Kohle gewönne». Me bisherige Untersuchung hätte ergeben, daß die Herstellung auf industriellem Wege durchaus möglich fei. England ohne Interesse. Nur mit sich beschäftigt. London, 4. Mai. England ist so stark mit seinen eigenen Angelegenheiten, dem Gewerkschastsgesctz und der chinesischen Expedition beschäftigt, daß die Rede Poinacres nicht vermocht hat, Aufmerksamkeit zu erregen. Daß es innerhalb Eßwopas brennendere Fragen gibt als die Absendung der ziveiten Nankinger Note der Mächte, ist der britischen öffentlichen Meinung unbe- kannt. Die Presse nimmt von dieser neuen Entwicklung der europäischen Politik so gut wie keine Notiz. Lediglich in den Berichten der Berliner und Pariser Korrespondenten wird die Zuspitzung der Räumungsfrage erwähnt. Der Pariser „Times"-Korrespondent kündigt an, daß Deutschland über die Räumung der Rheinlande .X' 'V ...'(dcjxa i ^Hubex\u«s- ■RG^NAN vonHE!NZ AlfREß vonBYERN Wie in einem aufgestörten Ameisenhaufen quirlte es in der Dunkelheit durcheinander bis der Forstmeister mit zitternden Fingern den Hebel der elektrischen Lichtleitung eingeschaltet hatte. „Hier-hier sitzt die Kugel!" schrie Fritz Voigt. „Es ist dasselbe Geschoß, mit dem der Achter gewildert wurde." Hubertus hatte seine Gelassenheit wiedergefunden. „Ein Glück, daß der Kerl nicht mit Schrot geschossen hat oder Posten, dann lägen wir womöglich alle auf der Strecke —," aber da fiel sein Blick auf Lia, totblaß lehnte sie an dem Tisch, mit zuckenden Lippen. „Gnädiges Fräulein-" Egedes Stimme klang ganz rauh vor Erregung: „Sie — Sie sind doch nicht getroffen?!" Das junge Mädchen schüttelte den Kopf, sprechen konnte sie nicht, rasch trat Hubertus auf sie zu: „Herr Forstmeister, wenn Fräulein Delius mich nicht kurz entschlossen beiseite gerissen und mit ihrem eigenen Leibe gedeckt hätte-" „Mädel, das hast du getan?!" „Ach — Onkel-" und plötzlich raffte sich Deliane zusammen, lief die Treppe hinauf- »Na nu?!" Ganz perplex starrte Stephan seiner Nichte nach. „Was hat Sie denn bloß?!" Eaede lächelte, — ein seltsames Lächeln. „Lassen Sie nur. lieber, alter Freund, die Nerven spielen einem mitunter solche Streiche, und bedenken Sie doch, wenn man erst vor wenigen Wochen seinen Vater verloren hat, — dazu der Schreck-" Voigt und Mertens hatten ihre Gewehre von den Haken genommen. „Herr Graf, wir wollen doch nachfehen, ob wir nicht wenigstens eine Spur finden-" „Nee, meine Herren, die Mühe können Sie sich sparen, der Lump ist längst über alle Berge!" „Oder er lauert noch irgendwo!" meinte Gretel besorgt. Anni war sofort mit einem Vorschlag bei der Hand: „Papa, ich mache rasch das andere Fremdenzimmer zurecht, der Herr Graf muß heute hier bleiben!" „Was denn noch!" Hubertus lachte. „Nein, meine Damen, ich würde mich ja lächerlich machen für alle Zeiten, nun gehe ich gerade!" „Aber dann kommen wir mit!" erklärte Mertens und griff nach seinem Hut. „Auch nicht, das wäre noch schöner," damit öffnete er ohne weiteres die Tür, blieb ein paar Sekunden lang auf der Schwelle stehen: „Auf Wiedersehen und, Herr Forstmeister, — grüßen Sie die kleine Lebensretterin!" Dann schritt der Wildgraf langsam und hoch aufgerichtet durch den kleinen, tiefverschneiten Vorgarten, knarrend drehte sich die grüne Lattentür in den verrosteten Angeln.- Durch das Dunkel der Christnacht fielen droben aus dem im Giebel gelegenen Jungmädchenzimmer ein breiter, gelblicher Lichtstreif-Deliane Delius hatte das tränenüber- strömte Gesicht in die Kissen vergraben und kämpfte den bitterschwersten Kampf gegen dies heiße, törichte, zuckende Herz, das doch stärker war als alle Vernunfr, alles ehrliche Wollen.'- » • * Hubertus sah von feiner Schreiberei auf. „Ich lasse die Herren bitten!" Damit schob er das umfangreiche Abrechnungsbuch beiseite und ging den beiden Revierförstern entgegen. „Morjen, Herr Vlaha! — Morjen, Herr Jendriczek! Ra, was gibt es denn so Hochwichtiges, daß Sie sich nicht mal am ersten Feiertag Ruhe- gönnen?" Joseph Jendriczek nahm die Hocken zusammen: „Herr Gras, wir haben wieder mal einen Wilderer im Revier!" „Das ist mir nichts Neues," Eaede bat die Beamten Plag zu nehmen. „Neulich hat der Kerl einen Achterhirsch geschossen, und gestern hing es nur an einem Haar, dann lag ich auf der Strecke-" „Wä—as denn?!" „Jawohl, es ist schon so," und nun erzählte Hubertus sein Erlebnis vom Vorabend. „Sehen Sie." schloß er, „es fehlte nicht viel, daß einer von uns angebleit wurde, aber nun, — wo hat sich denn der Lump diesmal betätigt?" „Im Bruchholz-" „In der Fasanerie?"!" „Wir haben am „Kesselteich" Schweiß, Fußspuren und unter den Erlen die Federn von etwa fünf oder sechs Fasanen gefunden, außerdem hörten wir gegen Mitternacht ein halbes Dutzend Schüsse fallen." Egede drückte auf einen in den Schreibtisch eingelassenen Klingelknopf. „Aha, da hat sich der Schweinehund den Schnee und den zunehmenden Mond zunutze gemacht, um die aufgebaumten Fasanen herunterzuschießen! Ließ sich die Fährte ausgehen?" „Nur bis zur Drehnaer Landstraße," erklärte Blaha, „dann war es bei dem regen Verkehr von Wagen und Fußgängern ausgeschlossen noch weiter zu folgen." Der Diener trat ein. „Zwei Flaschen „Chateau Larose" und drei Gläser — halt, bringen Sie gleich einen ordentlichen Teller voll belegter Brötchen mit!" Hubertus holte seine Zigarrentasche hervor. „Sie werden durchfroren und hungrig sein, da kann ein Glas Rotspon nicht schaden, aber erst wollen wir uns mal 'nen Tobak anstecken, nachher begleite ich Sie, vielleicht nimmt mein „Rino" die Spur auf." Das Frühstück kam, und die Revierförster ließen sich nicht lange nötigen. Egede lehnte sich zurück. „Ich hätte Sie ohnehin in diesen Tagen zu einer Bespre» chung gebeten, meine Herren, denn wie ich Ihnen schon vorhin sagte, sind Voigt und Mertens zu Oberförstern befördert worden, da möchte ich nicht, daß Sie sich zurückgefetzt fühlen." „Aber — Herr Graf-!" „Na ja," Hubertus lächelte, „ich weiß schon, Sie sind nicht futterneidisch und schließlich Voigt und Mertens haben volle zehn Dienstjahre mehr, trotzdem — Sie sollen außer der am 1. Januar für alle Beamten eintretenden Gehaltserhöhung jeder noch eine besondere Gratifikation von einhundert Mark erhalten und später können Sie natürlich auch avancieren." Nr. 67. Jahrgang 1927. Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Freitag, den 6. Mai 1927. in nächster Zukunft eine Note an die Alliierten schicken wrede. Der Zeitpunkt für eine solche Note fei jedoch ungünstig. Die Rede Poincares habe das zur Genüge bewiesen. Es sei unwahrscheinlich, daß irgend ein fmnzösischer Staatsmann der Räumungsfrage nähertreten würde, falls nicht gleichzeitig die Frage oer neutralisierten Zone geregelt würde. Baden. Sitzung des Hanshaltsausschuffes des Landtages. Karlsruhe, 6. Mai. In seiner ersten Sitzung nach den Osterferien befaßte sich der Haushaltsausschuß des Badischen Landtages mit einem Antrag des Justizministeriums, besten Inhalt aus nachfolgendem hervorgeht: Die Gebäude des Maria-Viktoria-Stiftes in Rastatt hat das Justizministerium für Fürsorgezwecke für weibliche Personen auf die Dauer von 80 Jahren gepachtet ohne Pachtzins, aber unter Ueber- nahme der Baulasten. Für den Ausbau und die Herstellung von Wohnräumen müssen etwa 177 000 Mark aufgebracht werden, wovon 100 000 Mark bereits bewilligt sind. Nun ist das Justizministerium an die Stiftung herangetreten mit dem Ersuchen, die noch fehlenden 77 000 Mark durch Hypo- thekarische Belastung der Gebäude beschaffen zu wollen, unter der Bedingung, daß das Justizministerium die Zinsregelung übernimmt und auch die spätere Rückzahlung des Betrages in Aussicht stellt. Der Betrieb der Anstalt liegt bekanntlich in den Händen der Frauen zum guten Hirten. Nach längerer Beratung nahm der Ausschuß den Antrag des Justizministeriums an. — Ferner wurde dem Rechnungshof für das Rechnungsjahr 1925 Entlastung erteilt. Die Arbeits- zeitverhältniflc in den beiden Pflegeanstalten beschäftigten den Ausschuß ebenfalls. Eine Ferienzugkonferenz i« Baden-Bade«. Karlsruhe, 6 . Mai. Unter Beteiligung von Vertretern der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft, fast sämtlicher Reichsbahnöirektionen, einer Anzahl Privatbahnen und verschiedener Schiffahrtsgesellschaften wurde am 5. Mai die diesjährige Feriensonderzugskonfernez im Kurhaus in Baden-Baden eröffnet. Reichsbahndirektionspräsident Dr. jur. Roser begrüßte im Namen der geschäftsführenden Reichsbahnöirektion Frankfurt a. M. die Erschienenen, dankte der Stadt Baden-Baden und der Kurverwaltung für die gastfreie Aufnahme und der Reichsbahndirektion Karlsruhe für ihre vorbildliche fürsorgliche Bemühung um die Konferenzteilnehmer und gab alsdann einen Rückblick auf das Vorjahr. Er führte dabei aus, daß die wirtschtfliche Depression des Jahres 1926 den Verkehr sehr ungünstig beeinflußt habe mit dem Ergebnis, daß auch eine Anzahl der im Vorjahre vorgesehenen Bedarssferiensonderzüge aus Mangel an Beteiligung nicht gefahren werden konnte. Der im September 1926 erkennbare langsame wirtschaftliche Aufstieg habe die allmählich steigende Kurve nicht verlassen. Es bleibe nur die Sorge, ob er Aussicht auf Dauer verspreche. Diese beiden Gesichtspunkte müßten Leitstern der beginnenden Verhandlungen sein. Reichsbahndircktor Geh. Rat Knebel dankte als Vertreter der Hauptverwaltung für die Worte der Begrüßung und beleuchtete Zweck und Aufgabe dr Konferenz, die darin gipfelte, zu prüfen, ob und inwieweit sich die für den Fericnsonderzug- verkehr getroffenen Maßnahmen bewährt haben und ob und inwieweit Verkehrsrückstchten und -Bedürfnisse Aenderunge» und Verbesserungen erheischten. Hiernach trat man in die Plenarverhandlungen ein, in denen für Fahrplan, Tarif und Abfertigung gemeinsame Fragen zunächst besprochen und dann mit den in der Tarifgruppe und in der Fahrplangruppe getrennt zu behandelnden Punkten der Tagesordnung in diese zur weiteren Beratung überwiesen wurden. Wenn die beiden Gruppen die je von dem Personentarif- und Fahrplandezcrnenten der Reichsbahnöirektion Frankfurt a. M. geleitet werden, ihre Arbeiten am 5. und 6. Mai erledigt haben, wird am 7. Mai die Plenarsitzung die Ergebnisse zusammenfaffen und den Beschlüssen, soweit sie von der Hauptverwaltung genehmigt werden, den Weg in die Oeffentlichkeit in Gestalt von Fahrplänen, Tarif- und Beförderungsbedingungen freimachen. Bcrfammluug des Landesverbandes Sdüwestdeutschland des Deutsche« Aerztebnndes zur Fördcruug der Leibesübuuge« i« Freiburg i. Br. Freiburg, 6. Mai. Der Landesverband Südwestöeutsch- land des Deutschen Aerztebundes zur Förderung der Leibesübungen hielt unter dem Vorsitz von Prof. Rautmann, Freiburg, am 23. April 1987 in der Sportärztlichen Unter- suchungs- und Beratungsstelle der Universität Freiburg eine Sitzung ab, die einen Ueberblick über den Stand der sportärztlichen Organisation in Baden und Württemberg gab. Es sind im Landesverband und in den Ortsgruppen Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart, Freiburg bisher 180 Aerzte zusammengeschloffen, von denen 65 die Berechtigung zur Ausübung sportärztlicher Tätigkeit nach genügender Ausbildung erhalten haben. Sportärztliche Ausbildungskurse sind in diesem Jahre in Karlsruhe und Stuttgart, ein Winterkurs auf dem Feldberg im Anfang des nächsten Jahres in Aussicht genommen. Ter Landesverband erfreute sich im vergangenen Jahre der finanziellen Unterstützung durch die ärztliche Landeszentrale Baden und Württemberg. Die ärztliche Landeszentrale Baden war durch Dr. Cohen selbst vertreten. Für die Weiterarbeit in den Ortsgruppen wurden bc- - sondere Richtlinien entworfen und die gemeinschaftliche Arbeit zwischen den Sportärzteorganisationen und der Lehrerschaft, insbesondere der Turn- und Sportlehrer, betont. Nach dem Vorbild der preußischen Richtlinien für die Einrichtung von Beratungsstellen wäre auch in Baden eine stärkere Unterstützung des Ministeriums, des Landesgesundheitsrates und des badischen Städtetages erwünscht. Die Einrichtung sportärztlicher Beratungsstellen erscheint als «ine dringende Ausgabe der Gesundheitsfürsorge der nächsten Zeit. Als Vorsitzender des Landesverbandes wurde wieder Professor Dr. Rautmann gewählt. Der Vorstand des Landesverbandes wurde durch die Vorsitzende der Ortsgruppen und durch die Vertreter der badischen und württembergischen Aerzte- zentrale erweitert. Die Ortsgruppe Karlsruhe, der eine große Zahl von sportlich ausgebildeten Aerzten angehört, war durch ihren Vorstand, Dr. Pawlowsky, Dr. Schroth und Dr. Wimpf- heimer vertreten. Aus Nah und Fern. Muttertag am 8. Mai. Auch in diesem Jahre soll der Muttertag am zweiten Sonntag im Mai gefeiert werden, so wie in den letzten Jahren nicht nur in Amerika und den noroischen Ländern, sondern auch bei uns in Deutschland. In allen Bevölkerungskreisen soll der Gedanke des Muttertages geweckt werden. In der Zeit der polnisch und wirtschaftlich ungesunden Atmosphäre soll die Bevölkerung erfüllt werden von dem Gefühl der Liebe und Dankbarkeit in dem Gedenken an die Güte der Mutter und ihre immerwährende Aufopferung und Treue. Der besonderen Beachtung und Verehrung des Heimes und der Mutterschaft soll der Tag gewidmet sein. Gegenstand der Betrachtung soll die Erleichterung des Lebens der noch unter uns weilenden Mutter und die Erinnerung an die zu früh Heimgegangene sein. Das kann jeder einzeln« in der Familie tun. Aber auch während des Gottesdienstes und in den Schulen kann auf die schöne Idee des Muttertages hingewiesen werden. Schon jetzt sammle man sich auf die Feier für den Muttertag. Vom Reich aus ist geplant, durch den Rundfunk über den Gedanken des Muttertages sprechen zu lasse«. Auch der Film wird Bilder in bezug auf den Muttertag bringe«. cf Sinsheim, 5. Mai. (Bon der Gewerbeschule.) Für das Schuljahr 1927/28 wurden am Montag, den 2. Mai, 76 Schüler und Schülerinnen in die l. Klassen ausgenommen. cf Sinsheim, 6. Mai. (5. Kameradschaftslag der ehem. 2./64.) Die diesjährige Zusammenkunft findet am Sonntag den 22. Mai im Murgtalstädtchen Kuppenheim im Saale des Gasthauses zur „Linde" statt, hierzu sind alle Kameraden mit ihren Angehörigen freundlichst eingeladen. Anmeldungen wollen umgehend an Kamerad L. Discher in Bühl gerichtet werden. £ Sinsheim, 5. Mai. (Iugendtag auf dem Steinsberg.) Wenn der heitere Frühlingshimmel über uns blaut und die alles belebende Sonne mit neuer Kraft neues Leben in die Natur zaubert, erwacht in uns, mehr als zu anderen Zeiten des Jahres die alte deutsche Wanderlust, der innere Trieb, hinauszupilgern in Gottes freie Natur, hinauszuziehen in unbekannte Fernen. Dem, der über den engsten Umkreis seines heimatlichen Wirkens wenig hinauskommt, kann schon die nähere Umgebung seines Wohnortes unerforschtes Land fein, und er kann da, so er Augen und Sinn dafür hat, Schönheiten der Natur entdecken, die er zuvor noch nicht einmal ahnte. Solch eine Entdeckerfahrt ist für den hinausstreifenden Jugendlichen schon «in mehrstündiges Wandern. Ein Tagesmarsch aber bedeutet für das empfängliche, junge Menschenkind eine Fülle von Erlebnissen, die seinen Blick weiten, den Schatz seiner Kenntnisse bereichern und es seine Heimat kennen lernen und schätzen lassen. Hat gar der Bub oder das Mädel die Möglichkeit, in mehrtägiger Wanderung in entferntere Gegenden zu ziehen, so werden sie zeitlebens von der Erinnerung zehren. Allenthalben im Lande liegen die Jugendherbergen zerstreut und laden wanderlustige Iungens und Mädels zum Rasten und Nächten. Der Geldbeutel bmucht nicht gespickt voll zu sein. Wie erhebend ist es nach Monaten der Arbeit in der Freizeit über Berg und Tal zu ziehen, muntere Lieder singend dahin zu wandern! Wie wird der Körper gestählt! Jeder lernt es, sich auf sich selbst zu verlassen, einfach lebt man von dem, was man sich selbst zurechtgekocht hat. Frischer Frohsinn wird das Kennzeichen der jungen Wanderer, ein Frohsinn jedoch, der den nötigen Ernst erhält durch die Charakterstärke, die sich in den Jahren solcher Erziehung herausbilden muß. — Daß ein Teil unserer heutigen Jugend sich solche Lebensform in gesundem Instinkt gefunden hat, würdigen alle einsichtigen Erzieher und Aelteren, die sich damit näher vertmut gemacht haben, als etwas Erfreuliches und Wertvolles. Man muß einmal ein Fest solcher Jugend sehen mit feiner gesunden Heiterkeit, die sich wie die schlicht gekleideten Gestalten voll jugendlicher Frische so ganz selbstve ständlich einfügt in die sie umgebende Natur: Da sausen die Speere im Wettkampf, dort mißt sich die Jugend in sonstigen Uebungen der Kraft und Gewandtheit, hier schwingen sich bunte Kreise im Volkstanz und Reigen, dort spielt der „Kasperle" seine Streiche; daneben im sogenannten „Zirkus" dienen spassige Vorführungen und Scherze der Erheiterung;. Das Volkslied klingt zur Fiedel, Laute oder Flöte; auch alte deutsche Weisen erschallen bei geeigneter Gelegenheit. Heitete und ernste Spiele ergreifen die Zuschauer. Bei einigermaßen gutem Wetter spielt sich alles derartige im Freien ab, wo auch auf einfachem, selbstgebauten Herd das Mahl bereitet wird. Ein Stück von all dem, je nach Zahl und Art derer, die von vielen Eingeladenen kommen, soll, wie länger schon geplant, sich nächsten Sonntag, den 8. Mai, auf dem Stetnsberg abspielen. Gruppen aller Art und Richtungen sind eingeladen und werden sich, wie bei ähnlichen Gelegenheiten schon öfter ohne Mißtrauen und Voreingenommenheit einen zu einem Frühlingsfeft der gesamten Jugend- und Wanderbewegung des badischen Un- landes, bei dem Alle, die Interesse daran haben, vor allem aber die Jugend, ohne Ausnahmen willkommen sind. Nach den Gottesdiensten in Weiler werden die Teilnehmer sich sammeln. In Sinsheim wird Samstag den 7. Mai halb 9 Uhr abends im Löwensaal ein Lichtbild- bezw. Filmvorträgen von der wandernden deutschen Jugend, Art und Fahrt manches gezeigt werden, zum Teil wird auch die Jugend selbst etwas bringen. Jedermann ist herzlich eingeladen, die Sache der Jugend und das Iugendherbergswerk zu unterstützen durch Erscheinen bei der Veranstaltung am Samstag abend. Wir erwarten die gesamte Jugend und alle ihre Freunde, wozu sich hoffentlich jeder rechnet, bei den Veranstaltungen des Iugendfestes und der Iugend- herbergstage im Kraichgau am 7. und 8. Mai 1927. oo Sinsheim, 6. Mai. (Ausfingssonderzug nach Weinsberg.) Am nächsten Sonntag läßt die Reichsbahndirektion Karlsruhe einen Ausflugssonderzug von Mannheim nach Heilbronn und Weinsberg laufen. Derselbe verläßt Mannheim 7.00 morgens, geht in Sinsheim 8.02 ab und erreicht Weinsberg 9.16. Rückfahrt ab Weinsberg 2,30 mit Aufenthalt in Heilbronn von 2.40 bis 8.12, Rückkunft in Sinsheim 9.03 abends. Sondgr- fahrkarten ab Sinsheim Mk. 2.— für Hin- und Rückfahrt nebst Prospekten sind am Fahrkartenschalter zu haben. Bei dem derzeitigen herrlichen Frühlingswetter wird der Zug sicherlich große Beteiligung finden, zumal das Ziel der Fahrt so verlockend ist. In Weinsberg grüßt Burg „Weibertreu" von ihrem merkwürdigen, scheinbar auf der Töpferscheibe entstandenen Bergkegel. Hat Weinsberg seinen Dichter Iustinus Kerner, so ist Heilbronn, das am Nachmittag besucht werden kann, durch den Gütz und das Kätchen, durch Goethe und Schiller, die hier zu Gast waren, in die Literatur gekommen. Auch hier lebt die Vergangenheit in vielen Bauten auf: Der mächtige Kiliansturm, das Renaissance-Rathaus und das Deutschordenshaus sind nur einige unter ihnen. 2$. Etrinsfurt, 5. Mai. (Fahnenweihe.) Der hiesige Militärverein begeht am 28., 29. und 30. Mai ds. Is. sein 52 jähriges Stiftungsfest und Fahnenweihe, verbunden mit dem Eau- tag. des Elsenzgauverbandes. Die Sitzung des Gautages findet am Sonntag, den 29. Mai im Gasthaus zum Ochsen statti 4- Kirchardt, 5. Mai. (Verschiedenes.) Die Walzarbeiten auf der Hauptautomobilstraße Heidelberg—Heilbronn sind nunmehr auch zwischen Steinsfurt und Kirchardt beendet, sodaß der Autoverkehr nicht mehr über Grombach umgeleitet wird. Die Walzarbeiten in Kirchardt beginnen morgen. — Der hiesige Turnverein begeht am 22. Mai ein Turn- und Sportfest, zu welchem sich viele auswärtige Vereine angemeldet haben. Das Fest soll sehr großzügig werden und finden die Festlichkeiten in dem parkähnlichen Garten des Bäckermeisters Schall statt. fk Grombach, 5. Mai. (Radfahrerfest). Der Radfahrerverein „Wanderlust" von Grombach feiert am 29. Mai dieses wahres Bannerweihe verbunden mit Bezirksfest und Austragung der Bezirksmeisterschaft im „Einerstmßenfahren". Der Verein wird alles aufbieten, um seinen Gästen einige fröhliche Stunden zu bereiten. oo Ittlingen, 5. Mai. (Wasserleitung.) Die Legung der Wasserleitung nach dem hiesigen Ort macht sehr große Fortschritte. 80 Mann sind emsig tätig und befinden sich schon nahe dem Ort. Bald wird auch der Tag kommen, wo man in Küche und Stall den ^egen der Wasserleitung voll genießen kann. Die Arbeiten werden noch vor der Ernte ganz beendet sein. Y Berwangrn, 5. Mai. (Festvorbereitungen.) Wie überall wird auch hier zu dem am 27. Mai ds. Is. stattfindenden Radfahrerfeste fleißig gerüstet. Die Vereinslettung ist emsig bestrebt, alles zu tun, um ein wohlgelingendes Fest begehen zu könne«. Es haben sich viele Vereine zu diesem Feste angemeldet, sodaß bei schönem Wetter Großbetrieb sein wird. cf Uuterschrvarzach, 6. Mai. (Bezirks-Werbespieltag der Deutschen Tunerschast.) Am kommenden Sonntag veranstaltet der Bezirk IV des Main-Neckargaus der D. T. hier (nicht wie vorgesehen in Aglasterhausen) auf dem Platze des Fußballvereins einen Werbespieltag für Handball. Faustball und Trommelball, an dem sich der T. V. 46 Mosbach, die Handball-Ges. 1925, Eberbach: der T. B. Haßmjersheim und der T. V. Unter- schwarzach beteiligen werden. Erfreulicherweise haben sich die Damen des Ti. B. 46, Mosbach für ein Trommelballspiel zur Verfügung gestellt. Wir wünschen der Veranstaltung einen recht guten Verlauf und hoffen, daß die erstmals hier auogetragenen Turnerspiele großes Interesse bei der Bevölkerung finden werden. ** Mauuheim, 6. Mai. (Ein Heidelberger Schreinermei- ster mit dem Ehrenpreis der Stadt Mannheim ausgezeichnet). Der Vorstand des Landesverbandes badischer Schreinermeister hat bei der ersten Fachausstellung badischer Schreinermeier den eid'>lbera zuerkannt. ** Mannheim, 6. Mai. Nach einem von dem Zentrallohnamt in Berlin gefällten Schiedsspruch sollen sich die Ecklöhne für die Holzindustrie in Mannheim-Luöwigshafen wie folgt erhöhen: von 9-5 Pfennig ab 19. April 1927 auf 100 Pfennig und ab 1. Oktober 1927 auf 103 Pfennig. Der Schiedsspruch, welcher von beiden Parteien angenommen wurde und somit rechtsverbindlich ist, ist erstmals zum 15. Februar 1928 kündbar. ** Mannheim, 6. Mai. (Die neuen Löhne für die Mannheimer Hafenbetriebe.) Durch eine Vereinbarung zwischen den Vertretern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber vor dem amtlichen Schlichter werden die seitherigen Löhne rückwirkend ab 1. April um 4 Pfennig, ab Mitte August um weitere 3 Pfennig erhöht. ** Karlsdorf, bet Bruchsal, 6. Mai. (Diebstahl). Dem Landwirt Rudolf Riffel von hier wurde am helllichten Nachmittag das Geld, das er am Morgen von einem Kuhverkauf gelöst hatte, von einem unerkannt entkommenen Gauner gestohlen. Es muß sich um einen orts- und familienkundigen, Dieb gehandelt haben, dessen Spur aufzufinden für die Gendarmerie wohl ein Leichtes sein dürfte. ** Oberhausc«, bei Bruchsal, 6. Mai. (Diebstahl). In der Nacht zum vergangenen Dienstag räumten Diebe die Werkstatt der Fahrradhandlung Wilhelm Gang vollständig aus. — Das Spargelstechen kann bei der herrschenden guten Witterung flott vonstatten gehen. Es gehen täglich zahlreiche Körbe mit der Fracht zum Versand ab. ** Schwetzingen, 6. Mai. (Vom Tode des Ertrinkens gerettet). Mittwochnachmittag stürzte das sechsjährige Söhn- chen des Taglöhners Heinrich Hertlein in den Schloßgarten- Zuführungskanal. Der zufällig vorbeikommende Landwirt Philipp Mergenthaler aus Oftersheim zog den Knaben, der schon untergegangen war, mit Hilfe einer Dunggabel aus dem Wasser und rettete ihn vom Tode des Ertrinkens. ** Schwetzingen, 6. Mai. (Motorradunfall). Ein Schwetzinger Motorradfahrer verunglückte auf der Landstraße Hockenheim—Schwetzingen durch Sturz und zog sich ziemlich erhebliche Verletzungen zu. Auch der Sohn des Fahrers, der auf dem Soziussitz saß, wurde verletzt. Der Unfall ereignete sich dadurch, daß das Kraftrad mit einem Auto zusammenstieß. ** Wiesloch, 6. Mai. (Wegen Wilddiebereien) durch Schlingenlegen auf einer Wieslocher Jagd wurden gestern 2 Einwohner aus Rettigheim (Amt Wiesloch) verhaftet und in das hiesige Amtsgefängnis eingeliefert. Es handelt sich um zwei angesehene gut situierte Bürger des Ortes. Weitere Verhaftungen wegen Wilddiebereien stehen bevor. ** Mingolsheim- 6. Mai. (Im Sanitätsauto verstorben). Am Samstagabend wurde der etwa 70 Jahre alte Schreiner- meister Philipp Bender von hier von einem Darmstäüter Motorradfahrer angefahren und schwer verletzt. Den Führer trifft keine Schuld da der alte Mann direkt in das Fahrrad hineinlief. Der Schwerverletzte wurde in die Heidelberger Klinik verbracht, da aber keine Besserung erzielt werden konnte, wurde Bender gestern abend auf seinen Wunsch im Sanitätsauto nach seinem Heim gefahren. Während der Heimfahrt starb er im Auto. ** Pforzheim, 6. Mai. (Schon wieder ein tödlicher Unfall). Gestern vormittag halb 9 Uhr ereignete sich wieder ein tödlicher Autounfall. In der Schultze-Delitzstraße ist der 4)4jährige Knabe des städtischen Bademeisters Scherzin- ger von einem vorüberfahrenden städtischen Lastauto erfaßt, überfahren und getötet worden. Die Schulöfrage ist noch nicht geklärt. A« a. Rh., 5. Mai. Gestern abend gegen 6 Uhr wurde unser Torf plötzlich durch Feueralarm in großen Schrecken versetzt. Im Hause des Schneidermeisters K. Busch brach Feuer, aus, die Flammen loderten unter den Dachziegeln und das ganze Gebäude war von einem gewaltigen Rauchqualm eingehüllt. Dank dem tatkräftigen und sofortigen Einschreiten der hiesigen Feuerwehr konnte ein größerer Brand verhütet und das Feuer noch rechtzeitig gelöscht werden. Der Schaden wird auf etwa 200.— Mark geschützt. Ursachen zum Brand sind bis jetzt noch keine bekannt. Neueste amtliche Kurse vom 5. Mai 1927. mitgeteilt von der Bereinsbank, e. G. m. b. H. Sinsheim. Anleihe»: in °/o Ablösnuasschuld mit Auswsungsfcheln . . ZI9 hne Auslosungsschein . . 33 Bankaktien: ■ in o/o Bad. Bant . . . .162 Darmstädter- und Nattonalbanl 385 Deutsche Bant . . . . 194 Deutsche Bereinsbank . »28 Dresdner Bank . . . >9« Mitteldeutsche «reditbank . 262 Reichsbank .... 177,75 Rhein. Creditbank . . . i«7 Südd. Diseouto «es. . . 15« Berg« «b > Aktien ln o/o Harpener Bergbau . . 2*3 »alt Weperegeln . . . 217,70 Mannesmannröhrenwerke. . 237,25 Wansselder Bcrgb. n.Hüttenw. tbu.w L berschst Eisenb. Bedarf . . — S hönix Bergbau u.Hüttenbetrteb 147,50 alzwerk Heilbronn . . — Bereinigte «önigs- Laurahiitte S« Aktie» inknitr. Unternehmungen: in 0 /q Allg. tttettr. Stammak.tien 21 a Badenia Weinheim . . — «ad. Elektrizität Mannheim . o,<>«> Bad. Maschinen Durlach . 148,25 Eementwerk Heidelberg . 191,50 Daimler Motoren ... 1 S 9 Dtsch. Gold- und Silberscheid« 255 Elektr. Licht und »rast . . 238 Emaill. und Stanzwerk Ullrich 57,50 Farbentnduftrte ... 848 Fuchs Waggon Stammaktien 0,54» Grttzner Maschinen Durlach . lu Karlsruher Maschinen . . 49,75 »norr Hetlbronn . . . sie Matukrastwerke Höchst . . 13 a Reckarsulm:r Fahrzeugwerte . 142,50 Schultert Elektr. Nürnberg . 280 Seilindustrte Wolfs ... 10 » Südd. Zucker . . . . l«8 Zellftost Waldhof Stammaktien 344 Aktie» deutscher Traa»porta»stalte»: tn 0 /, Hamburg. Amerik. Paletsahrt »58 Heidelberger Straßen- u. Bergbahn 87 Norddeutscher Lloyd . . lsl Devisen: Geld Brief New-Horl t Dollar 4,2 MO 4,2240 London 1 Pfund 20,4815 80,5845 Holland 100 Gulden 168,88 169 ,10 Schweiz 100 Kranes 81.04 81,34 Wien 100 Schilling 59.37 53.5, Baris 100 Francs 16 52 16.5« Italien 100 Lire 28.15 82 21 Freitag, den 6. Mai 1927. Rr. «7. Jahrgang 1927. ** Freiburg, 6. Mai. (Städtische Spareinlagen). Der Stand der reinen Spareinlagen bei der Stadt. Sparkaffe Freiburg am 1. Mai betrug 10 328 000 Mark. Der Zuwachs im Monat April berechnet sich auf 516 000 Mark. Die Gesamtzahl der Einleger betrug am 1. Mai 20249, so daß von 100 Einwohnern der Stadt wieder 22 im Besitze eines Sparbuches sind. ** Freiburg, 6. Mai. (Todesfall). Aus Schwiebus kommt die Nachricht von dem Ableben des ehemaligen Geschäftsführers des Badischen Verlages G. m. b. H. in Freiburg, Karl Morlock. Der Verstorbene war bis zum Kriegsbeginn Herausgeber der Verkehrszeitschrift „Badener Land" und sonstiger Verkehrswerke. ** Stausc«, 6. Mai. (Autolinie Staufen—Schönau). Der Reichspostminister hat dem Verkehrsverein Staufen mitgeteilt, daß die Oberpostdirektion Konstanz von ihm angewiesen worden sei, an die Deutsche Eisenbaünbetriebsgesell- schaft in Berlin heranzutreten, damit sie ihren Protest gegen die Errichtung der Autolinie Staufen-Schönau aufheben solle. ** St. Peter bei Freiburg, 6. Mai. (Ein Anwesen durch Blitzschlag vernichtet). Bei dem Gewitter am Montagnach- mittig gegen 3 Uhr hat der Blitz in den Hinteren Bauernhof in bet i fläbe des Plattenbofes eingeschlugen. Der stattliche Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Hof brannte vollständig nieder. Der GebäudefchaSen beträgt 200 000 Mark, der Fahrnisschaden 17 700 Mark. ** Triberg, S. Mai. (Gewitter mit Hagelschlag). Gestern mittag gegen 2 Uhr entlud sich über dem mittleren SchwarzwaK ein Gewitter, das besonders in Triberg mit starkem Hagelschlag verbunden war, so daß an Bäumen und Feldern einiger Schaden verursacht wurde. ** Karsa«, 6. Mai. (Leichensund in der Güllegrube). Laut „Säckinger Volksblatt" wurde in der dem Landwirt Th. Kramer in Beuggen gehörigen Güllegrube die Leiche eines 8 Monate alten Kindes gefunden. Die gerichtliche Un- tersuchung ist eingeleitet. _ Marktberichte. Mannheim, 5. Mai. Produktenbörse. Erhöhte Auslands- fvrderungen ließen den Markt namentlich für nahe Ware in fester Haltung verkehren. Man verlangte für die 100 Kilo ohne Sack waggonfrei Mannheim: Weizen inl. ohne Angebot, ausl. 30.78—33, Roggen inl. 27.75—28, ausl. 28—28.25, Hafer inl. ohne Angebot, ausl. 23—24, Braugerste inl. ohne Angebot, ausl. 29.75—33, Futtergerste 23—24, Mais ohne Sack 19.6—19.75, Süöö. Weizenmehl Spezial Null 40.75—41, südd. Weizenbrotmehl 32.75—33, südd. Roggenmehl 37 bis 38.75, Kleie 14 RM. Mannheimer Kleinviehmarkt. Dem Kleinoiehmarkt am Donnerstag waren zugekieben: 57 Kälber, 1 Schaf, 54 Schweine, 1040 Ferkel und Läufer. Bezahlt wurden pro 50 Kilo Lebendgewicht in Reichsmark: Kälber — 76—78 72—74 60—64; Schafe 36—46; Schweine 54—55, 54—55, 56, 53—54, 52—53, ; Ferkel und Läufer 11—30. Reichsmark pro Stück. Marktverlauf: mit Kälbern mittelmäßig geräumt; mit Schweinen ruhig, langsam geräumt; mit Ferkeln und Läufern mhig. Wetterbericht vom 5. Mai 1927. Wetterlage: Das von Westen anrückende Tief brachte uns gestern nachmittag vielfach Bewölkung; im Südschwarzwald kam es vereinzelt zu Wärmegewittern. Die mittlere Tages- temperatur lag etwa 6 Grad über dem Normalwert. Mit steigendem Druck trat über Nacht allenthalben Aufklärung ein, so daß heute in Baden wieder heiteres und wolkenloses Wetter herrscht. Hoher Druck liegt noch über dem nördlichen Europa, während über dem Festlano nur gering« Druckunterschiede herrschen. Es besteht daher weiterhin Aussicht auf vorübergehend wolkiges Wetter mit Gewitterneigung. Voraussichtliche Witterung bis einschließlich Freitag, den 6. Mai, nachts: Fortdauernd warm, zeitweise wolkig mit Gewitterneigung. Das billige Spezial-Angebot Taillenkleider ,i neue Dessins . 4.95, Servierkleider gute Qualität . 2.95, \V/„_ ~ui . 1 ^: j _Baumwoll-Musseline WaSChKleider hübsche Machart. 5.75. neue Farbstellung . 3.95, i/l [j Waschseide, jugendl. 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