Erscheint «glich w>U Ausnahme der Feiertag«. Bezugs-Preis: Durch die Post bezogen und durch tan Briefträger und unsere Austräger frei ins Laus «onatlich Goldmart 1.50 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. Kn Fällen von höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rück- zablung des Bezugspreises. Geschäftszeit 1/28 bis 5 llhr Sonntags geschlossen. Dernsprech-Anschlutz Rr. 11 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 6808 Der Lanöbote 5 in§lieimer MM Leitung ftss General-Hnzeiger für das^HP^Elsenz-und §ckwarzbamtal Hellell» and vcrbratettt* Leitung dieter Gegend. yaupt-Knzeigen-SlLtt OödwrtlUM B«iU(M < , geren Ausführungen auf die Bedeutung der Landwirtschaft ! in der Weltwirsschast und ihre enge Verbundenheit mit de« anderen Wirsschaftszweigen, insbesondere mit der Industrie, hin. Auf einer Konferenz, die sich die Heilung der Weltwirtschaft zum Ziele gesetzt habe, könne die Notwendigkeit nicht stark genug betont werden, daß die Landwirtschaft an dieser großen Aufgabe in ensscheidender Wesse beteiligt werde« müsse. Auf Grund der Angabe» des Statistischen Reichsamts legte der Redner die Bedeutung der Landwirtschaft für di« Gesamtproduktion und den Welthandel dar. In gleicher Weise wie in der Industrie stehe man gegenwärtig auch aus landwirsschafüichem Gebiet mitten in einer großen Krise. Die Kriegskonjunktur sei mit ihrer starken Preis- und Produktionssteigerung in den überseeischen Gebieten im Jahre 1920 plötzlich zusammengebrochen, als einzelne europäische Länder infolge des Aufhörens der amerikanischen Kredite große Zufuhren von Nahrungsmitteln nicht mehr hätten bezahlen können. Eine schwere Agrarkrisis habe dann Brotgetreide und die fleischproduzierenden Landwirte der ganzen Ernte in eine ernste Notlage versetzt. Die Preise für die landwirtschaftlichen Produkte seien viel tiefer gesunken, als die Presse für industrielle Erzeugnisse. Me landwirtschaftlichen Produktionskosten hätten nicht mehr gedeckt werden können. Die entscheidende Ursache dieses Preissturzes habe nicht in einer Ueberproüuktion, sondern vielmehr in der Verarmung der Kauflraftverminderung weiter Bevölkerungskreise Europas und besonders des industrielle» Europas gelegen. Eine Entspannung sei im Jahre 1924 erfolgt, als nach Abschluß des Londoner Abkommens reichlich Kredite aus den Vereinigten Staaten nach Europa und besonders nach Deutschland geflossen seien. Kaufkraft und Verbrauch seien dadurch in starkem Maße gehoben worden. Eine schwere Depression herrsche weiter, denn noch immer könne die Preisbildung keineswegs als normal angesehen werden. Angesichts der Tatsache, daß die Landwirtschaft im allgemeinen noch um einen Preis ringe, der mindestens die Produkttonskosten decke, könne man wohl nicht von einer weitverbreiteten Praktik, die Agrarpreise künstlich zu steigern, sprechen. Die europäische Lanöwirsschaft befinde sich in einer wesentlich schwierigeren Lage, weil sie nicht nur unter derselben ungünstigen Preisrelatton arbeiten müsse, wie die überseesschen Länder, sondern außerdem unter gleichen Nebeln leide, wie die europäische Industrie, nämlich der starken Verarmung. Je mehr ein Land hinsichtlich des Absatzes seiner industriellen Produkte von den ausländischen Märkte» abhängig sei, die nicht organisch mit seinem Wirtschaftssystem verbunden seien, um so größere Störungen des Gleichgewichtes könnten eintreten. Me Erfahrung habe gelehrt, daß hierin sehr häufig die Ursache internationaler Konflikte liege. Eine blühende und kaufkräftige Landwirtschaft sei jedoch in der Lage, durch Aufnahme eines größere» Teiles der industriellen Erzeugung des eigenen Landes den Ueberschuß zu verringern, der auf dem Weltmarkt untergebracht werden müsse. Diese besondere nationale Aufgabe der Landwirtschaft sei durchaus vereinbar mit der Notwendigkeit, auch den landwirtschaftlichen Erzeugnissen einen angemessenen Anteil an den internattonalen Güterverkehr zu sichern. Die Landwirsschaft werde auch berufen sei», ,» der Lösung des Arbeitslosenproblems beizutragen, umsomehr, als die Rationalisierung in der Industrie zu mindestens vorübergehend mit der Gefahr einer Vermehrung der Arbeitslosen verbunden sei. Me Anstrengungen der Industrie zur Verbesserung ihrer Produkttonsmethoüen, zur Erschließung neuer Märkte und zur Regelung des Absatzes könnten die Krise wohl vermindern, sie aber allein nicht heile«. Eine gemeinsame Anstrengung und ein enges Zusammenarbeiten von Industrie und Lanöwirsschaft sei notwendig. Denn so groß auch die Ausdehnungsfähigkett der Industrie sei, so könne sie doch niemals gewisse Grenzen überschreiten. Die Wechselbeziehungen zwischen de» einzelnen Zweige» der Volks- und Weltwirsschast stellten alle» Völkern die Ausgabe, gemeinsam an der Behebung der Weltwirsschastkkrise zu arbeiten. Die Mittel hierzu würden sich aus der Feststellung Montag, den 9. Mai 1927. der Besatzung. — CHätfelraten der französischen presse. chen zu können, die man mit Vorbehalte aufnehmcn muß. So schreibt der „Petit Parisien": Dr. Rieth hatte erklätt, daß eine Herabsetzung der Besatzungstruppen im Rheinlande auf 25 Prozent den in Locarno gemachten Zusagen entsprechen würden Wenn die Alliietten von sich aus diese Herabsetzung vornehmen würden, so wäre das ein Beweis, daß sie dem Geiste der damals abgeschlossenen Verträge treu blieben. Fmnzösischerseits wende man ein, daß man ja bereits eine sehr bedeutenüe Herabsetzung vorgenommen hätte, und daß üie Umgruppierung der Eich» heilen in den großen Zentren die alliierte Besetzung für üie Bevölkerung der Koblenzer unk Mainzer Zone beretts erleich- tett hat. Nichts desto weniger besteht die deutsche Regierung darauf, — und hierfür ist der neue Besuch Dr. Rieths der Beweis — daß die von ihr gewünschte Herabsetzung durchgeführt werde. Die deutsch« Regierung verheimliche jedoch nicht, daß sie ihre Forderungen nicht einmal darauf beschränken werde, und daß die Forderung nach vollkommener Räumung des Rheinlandes gestellt werden würde, sobald Deutschland nach Ausführung der letzten Entwafsnungsklausel sich für berechtigt halten werde, sich auf den Attikel 431 des Versailler Bettrages zu berufen. des wirsschaftliche« Tatbestandes ergeben, die die primär? Aufgabe der Konferenz bilde. Eine wirkliche Gesundung der Weltwirtschaft werde erst dann angebahnt w«rden können, wenn die Beziehungen der Völker sich wieder auf ei«e normale und auf die Dauer für alle Teile tragbare Grundlage stützen. Mes aber setze die Erkenntnis voraus, daß der aller Verschiedenheit der Interessen im einzelnen baS gemeinsame Interesse der am Weltverkehr beteiligten Völker überwiege. Diese Erkenntnis zu vertiefen, und ihre prak- lische Auswirkung vorzubereiten, erscheine ihm, dem Redner, als die bedeutsamste Mission der Konferenz, und wenn es sich auch aus Gründen der Arbeitsteilung als zweckmäßig erwiesen habe, das Konferenzprogramm in die drei großen Abteilungen, Handel, Industrie und Landwirtschaft zu gliedern, so dürfe jedoch gerade auf dieser Konferenz nicht übersehen werden, Arbeitsteilung nur der Ausdruck für planmäßiges Zusammenarbeiten sei. Denn kaum jemals sei der Erfolg vielleicht so entscheidend von der richtigen Zusammenfassung der Einzelheiten zu einem Gesamtbild abhängig gewesen, wie auf der gegenwärttgcn Konferenz. Die Wurzel des Uebels liege aber in den großen struktuellen Veränderungen als Folge des Krieges, u. a. in der Verminderung der wirtschaftlichen Produktivität Osteuropas, in der weltwirtschaftlichen Zersplitterung Mitteleuropas und in der Uebcrlastung mit unproduktiven Ausgaben. Gerade Deutschland, so führte der Redner weiter aus, habe die nachteiligen Wirkungen der Zerreißung der alten wirtschaftlichen Beziehungen mit anderen Ländern besonders stark empfunden. Insbesondere sei der weitgehende Rückgang des alten ausgebreiteten Güteraustausches mit dem großen russischen Reich nicht ohne starke Rückwirkungen auf die wirsschaftliche Lage beider Länder gewesen. Deutschland begrüße daher besonders die Mitwirkung der Herren Vertreter. Die Rede Skolnikows Genf, 7. Mai. Nach der Rede des deutschen Sachverständigen Hermes ergriff der Sowjetdelegierte Sokolnikow, Präsident der staatlichen Planwirsschaftskommission, das Wort zu einer Rede in französischer Sprache, in der er die gegenwärtige Wirtschaftslage Sowjetrußlands .darlegte. Eingangs betonte er, daß beretts vor fünf Jahren auf den Konferenzen von Genua und dem Haag die leitenden Staatsmänner Europas den Zusammenbruch der sozialistischen Organisationen vorausgesagt hätten, der aber nicht eingetreten sei. Während der Jahre größter wirtschaftlicher Schwierigkeiten, so fuhr der Redner fort, habe Sowjetrußland verschiedene militärische Interventionen und Blockaden erlebt, so daß üie industrielle Produktion bis auf achtzehn Prozent der Vorkriegszeit gefallen sei. Bei einem Sanierungsprozeß sei Rußland ausschließlich auf eigene Kräfte angewiesen und gezwungen gewesen, in einer Atmosphäre des Mißtrauens, des Kampfes und der Feindseligkeiten zu arbeiten. Auf diese Politik des Mißtrauens verschiedener westeuropäischer Staaten gehe auch die Arbeitslosigkeit Sowjetrußlands in erster Linie zurück. Wenn diese Folge sich ändern würde, so könnte die wirtschaftliche Entwicklung Rußlands wesentliche beschleunigt werden. Die Arbeitslosigkeit sei ferner durch den Mangel an Geldmitteln hervorgerufen. Obwohl die Zahl der in der Industrie beschäftigten Arbeiter vom 1. Juni 1924 bis zum 1. Juni 1926 um 800 000 gestiegen sei, gäbe es in der Landwirsschaft mehrere Millionen überflüssige Arbeitskräfte, die in die Stadt abwanderten und dort die Arbeitslosigkeit verschärften. Seit der Revolution sei besonders in der Landwirtschaft eine wesentliche Erhöhung des Lebensniveaus eingetreten. Auch in den Städten hätten sich die Löhne um zehn Prozent im Verhältnis' zur Vorkriegszeit gehoben. In Rußland gäbe es gegenwärtig 25 Millionen steuerlicher landwirtschaftlicher Einheiten. Me Entwicklung der Landwirtschaft in Rußland zeige, daß das Problem des Zusammenwirkens zwischen einer rein sozialistischen Wirsschaft und dem kleinbäuerlichen Privatbesitz in befriedigender Weise gelöst sei. Der Wert der Landwirtschaftsprodukte in Rußland habe 1913 11700 Millionen Rubel betragen und betrage in diesem Jahre II900 Millionen Rubel. Die Sen- 88. Jahrgang kung der Industriepreise fei Gegenstand besonderer Maßnahmen der wirtschaftlichen Organe des Staates. Es könne nicht daran gezweifelt werden, daß in der sowjetrusfischen Landwirtschaft ein starker Auffchwung im nächsten Jahre festgestellt werden könne. Me Regierung unterstütze die Genoffenschaftsbewegung, die sich völlig frei entwickle. Rußland habe das größte Interesse, seinen Außenhandel fowett als möglich zu entwickeln. Der Export sei noch gehemmt, obwohl Industrie und Landwirtschaft bereits auf BorkriegS- niveau angelangt sind. Der Außenhandel betrage gegenwärtig vierzig Prozent der Borkriegsziffer. Der Redner trat dann der Auffassung entgegen, baß da» Außenhandelssystem an dem Zurückbleiben des Außenhandels schuld sei. Die enormen Ausfuhrziffern vor dem Krieg« seien wirtschaftlich ungesund gewesen und seien auf die Ausb beutung der landwirtschaftlichen Massen zurückzuführen., Die gegenwärtigen Getreidereserven Rußlands betrügen i 700 Millionen Pud. ~ Sokolnikow betonte sodann, baß das Außenhandelssystem in keiner Weise den russischen Markt für die Industrie auswärtiger Staaten verschließe. Deutschland zum Beispiel hätte bereits den Weg direkter industrieller Vereinbarungen mit Rußland beschritten und würde diesen Entschluß zweifellos nicht bedauern. Die Wirtschaft Sowjetrußlands könnte sich, obwohl die Wiederherstellung normaler Kreditbeziehungen neue Ausfuhrmöglichkeiten für die Staaten. nach Sowjetrußland eröffnen würde, auch ohne normale! Beziehungen mit der kapitalistischen Welt entwickeln. Die' außerordentlichen Naturreichtümer Rußlands eröffneten demselben ungeahnte Möglichkeiten für eine Jnvestterung des auswärtigen Kapitals. An^ Schluß seiner Rede, die eine Stunde dauerte und von der Konferenz mit großer Spannung ausgenommen wurde, wies er darauf hin, daß die Aufhebung des Privateigentums einen Ausgleich der Interessen der verschiedenen Wirtschaftszweige und -Unternehmungen garantiere. Die Vormittagssitzung wurde darauf beendet. Gemeinde und Wirtschaft Der Präsident des Deutsche« Städtetages über die Jute«, effeugeminschast zwischen Gemeinde und Wirtschaft. . Eilsen, 7. Mai. Auf einer vom Wirtschaftsausschuß Niedersachsen-Kassel veranstalteten Tagung sprach heute der Präsident des Mutschen Städtetages, Dr. M u l e r t, über „Gemeinde und Wirtschaft". Seine Ausführungen berücksichtigten die neuesten Erscheinungsformen kommunaler und wirtschaftlicher Betätigung. Die Interessen von Wirtschaft und Gemeinde auf dem Gebiet der Fürsorge und der Schule ist zugleich produktiv, indem sie wirsschaftliche Rationalisierung dadurch erst ermöglicht, daß sie produktive Arbeitskräfte erhält und heranbildet. In der wirtschaftlichen Betätigung her Gemeinden werden an erster Stelle immer die großen kommunalen Bersorgungsbetriebe stehen müssen, die die Bevölkerung mit Gas, Wasser und Elektrizität versorgen. Wenngleich sie nach kaufmännischen Gesichtspunkten geführt werden müssen, so darf doch nicht übersehen werben, daß sie zugleich große soziale Aufgaben erfüllen. Ihre fi- nanziellen Erträge fallen im Zeichen des Finanzausgleichs für die Gemeinden besonders ins Gewicht. Die Gemeinden müssen deshalb mtt größtem Interesse die neuesten wirtschaftlichen Probleme, z. V. der Gasfernversorgung, verfolgen. Modernste wirtschaftliche Betriebsformen, die ausgedehnte Gebiete ergreifen, müssen hier mit kommunaler Betätigung, die in ihrem Ursprung lokalen Charakter hat, in Einklang gebracht werden. Allgemeine Regeln für die wirt-' schaftliche Betätigung der Gemeinden lassen sich nicht aufstellen. Bon jeher haben die deusschen Gemeinden die Universalität der Zuständigkeit gehabt. Deshalb erscheint es gerade jetzt als ein Unding, ihre wirtschaftliche Betätigung durch staatlichen Zwang überwachen oder regeln zu wollen. Auch auf dem Gebiete der Finanzen, insbesondere der Steuern, stimmen die Interessen von Gemeinde und Wirtschaft weitgehend überein. Me Frage einer richtigen Verteilung der Steuerlasten ist nicht nur allgemein polittsch und wirtschaftlich, sondern in stärkstem Matze auch kommunalpolitisch. Die Vereinfachung und Vereinheitlichung der wichtigsten Steuern wirb von den Gemeinden ebenso gefordert, wie von den Vorkämpfern der Wirtschaft. Die wichtigste Frage in diesem Zusammenhang ist das Verhältnis der einzelnen Steuern zueinander und ihre richtige Eingliederung in das Steuersystem. Die starke Anspannung der Realsteuer, vornehmlich der Gewerbesteuer, in der Nachkriegszeit, die die Wirtschaft stark belastet, ist nicht eine zufällige Entwicklung, sondern die notwendige Folge der Beschränkung gemeindlicher Einnahmequellen auf der einen Seite und ihrer starren Bindung auf der anderen. Während die Gewerbesteuer früher die Gegenleistung für die von den Betrieben der einzelnen Gemeinde verursachten Unkosten war, sst sie durch die unrichtige Bindung der Einkommensteuer schlechthin zum Ventil für den kommunalen Finanzbedarf geworden und hat so zu einer unbilligen Belastung geführt. Eine wirklich organische Lösung, die zugleich für die einzelne Gemeinde einen starken Anreiz zur Sparsamkeit enthält, kann nur dadurch herbeigeführt werden, daß den Gemeinden auf anderen großen Steuergebieten, so vor allem der Einkommensteuer, die Freiheit und Selbstverwaltung wiedergegeben wird, die der einzelnen Gemeinde einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Steuerarten ermöglicht. Bon besonderer Bedeutung wird in diesem Zusammenhang sowohl für die Gemeinden, als auch für die Wirtschaft die Durchführung eines Lastenausgleiches sein, insbesondere für die Industrie- und A' Niter- gemeinden. Die finanziellen Fragen werden in der Praxis nicht nur von wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sondern auch von verwaltungsrechtlichcn und von staatsrechtlichen beeinflußt. Me Gemeinden und die Wirtschaft haben ein Interesse daran, daß der staatsrechtliche Aufbau des Deusschen Reiches so gestaltet wird, daß er auf dem Verwaltungs- und Finanzgebiet eine möglichst rationelle Regelung zuläßt. Ir. Hemer mt der WelwittMs-Konferenz. Nr. 68. Jahrgang 1927 . Wirb dieses Interesse bei der Wirtschaft alS solcher durch -en Steuerdruck lebendig gemacht, so bei den Gemeinden durch die Beschränkung ihrer Finanzquellen «nter gleichzeitiger Ausdehnung ihrer Pflichtausgaben. Es ist deshalb kein Zufall, daß gerade jetzt der Deutsche Stäötetag diese Probleme der Deutschen Verwaltungs- und Verfastungs- reform zum Gegenstan- besonderer Untersuchung gemacht hat. Unzweifelhaft Mgt die Beseitigung des jetzt vielfach bestehenden Neben- und Gegeneinanderarbeitens der verschiedenen Stellen im Reich, Ländern und Gemeinden und damit zugleich einer Ueberorganisation und Verteuerung der öffentlichen Verwaltung in vollem Maße zugleich in der Richtung der wirtschaftlichen Bestrebungen. Freilich muß hieraus auch die praktische Nutzanwendung gezogen werden, swie es seitens der Städte z. B. in den Vorschlägen eines Zusammenarbeitens mit den Trägern der Sozialversicherung und des Arbeitsnachweises geschieht. Die innerwirtschaftlichen und verwaltungsmäßigen Schwierigkeiten werben um vieles herabgemildert werden können, wenn auf Seiten der Gemeinden sowohl wie der Wirtschaft Klarheit über die gleiche Richtung der beiderseitige» Interessen und ihre gegenseitige Ergänzung besteht. Dann wird sich anstelle der jetzt noch vielfach vorhandenen Reibungen bas starke Bestreben zum Zusammenarbeiten herausbilden sowohl in der örtlichen Instanz der Gemeinden als auch in den kommunalen und wirtschaftlichen Spitzenverbänden. Baden. Jur Eröffnung des Instituts für geitungswefen *n der Universität Heidelberg. 1 Heidelberg, 8. Mai. Mit der Eröffnung des Heidelber- ifier Instituts für Zeitungswesen, besten offizielle Ein- ' weihung. am 14. Mai stattfindet, ist eine neue wichtige Etappe auf dem Wege zur wiffenschaftlichen Eroberung der für Staat und Gesellschaft so ungeheuer bedeutungsvollen Gebiete des Pressewesens erreicht.. Die Wistenschaft hat diesen Weg zuerst scheinbar nur zögernd beschritten und lmtt einer Zurückhaltung, die fast Verwunderung erwecken i mußte, angesichts der Tatsache, daß die Zeitung mit ihrer 8000jährigen Geschichte eine der ältesten und komplizrerte- lsten Erscheinungen unserer Kulturgeschichte ist, weit älter und vielfältiger in ihren Auswirkungen als manche hochangesehene Wistenschaft. Es war aber wohl nicht mangelnde Erkenntnis der Probleme des Zeitungswesens, als vielmehr die besonderen Schwierigkeiten ihrer Behand- , lung, die bisher ein Hemmnis bildeten für den umfastenden Ausbau einer Zeitungswistenschaft. Das Heidelberger ! Institut verdankt seine Entstehung Anregungen aus Ver- ! legerkreisen, die aus fruchtbaren Boden fielen: die Wissenschaft griff die Anregung der Praxis auf und in gemeinsamer Arbeit mit der Universität schuf die Reichsarbeitsge- !meinschaft der deutschen Presse dem deutschen Zeitungswelsen so einen geistigen Mittelpunkt. ; Besondere Bestimmung des neuen Instituts ist die For- jschungstätigkeit. Der Pr'oblemkompelex Zeitung in seiner ! kulturellen, wirtschaftlichen und soziologischen Struktur ifoll einmal als Totalität erfaßt und behandelt werden. Es soll — das ist Aufgabe der Zeitungskunde — Organisation, Aufbau, Wirtschaftskörper, und überhaupt die gesamte stoffliche Vielfältigkeit der Zeitung behandelt wer- ii>en, es soll ferner Wesen und Wirkung der Publizistik erlforscht werben. Sie stellt auch etwa die Frage: was für lMachtverhältniste schafft die Zeitung, weshalb haben diese für politische Dinge ein anderes Gesicht als für wirtschaftliche und warum sind sie für die Kunstkritik bedeutungsvoller als für wissenschaftliche Leistungen. Tie innere Organisation des Instituts entspricht seinen besonderen Aufgaben, für welche die Zeitung Quelle, Objekt, Ausgangspunkt aller Forschung ist. Wichtigste Ein- lrichtung ist darum ein Archiv, das eine laufende Probe- > nummer-Sammlung, alle bedeutenderen Zeitungen und Zeitschriften des In- und Auslandes umfastend, enthält. Die Probenummer-Sammlung dient in erster Linie soziologischer Untersuchung, welche die Zeitung als Ganzes, die Auswahl und Anordnung des ihr gebrachten Stoffes, die «rt, wie sie sich in bas Kulturganze einfügt, zum Ausgangspunkt ihrer Betrachtung macht. Das System dieser Sammlung liegt also darin, daß nur aus wenigen Exemplaren einer Zeitung ein nicht nur ihrer technischen Struktur, ihrer Verbreitung und sonstiger statistischer Daten. sonder» auch ihrer politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Einstellung gewonnen wird, womit erst Vergleichsmöglichkeiten gegeben sind. Die laufende Sammlung dient dann der speziellen Forschung, sie liefert das Material für historische Untersuchungen, für informatorische Zwecke und für die Arbeiten in der Zeitungskunüe. Die Bibliothek des Instituts enthält in erster Linie natürlich Literatur und Zeitungswistenschaft, außerdem zeitungskundliche Werke, Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Geschichte einzelner Zeitungen, sowie wtstenichaftiiche Werke aus anderen Disziplinen, die sich mit den Problemen des Zeitungswesens befaffen. Bemerkenswert ist eine Sammlung von Nachschlagswerken und Handbüchern, aus denen für jedes Land die notwendigen statistischen Taten sowie alles Wiffenswerte über die politische Struktur, Parteiwesen und sonstiges entnommen werden können. In einer Ausschnittssammlung soll fernerhin das in Zeitungen enthaltene sachliche Material fortlaufend zusammengestellt werben. Tie Lehrtätigkeit des Instituts ist auf die Bedürfntste aller derjenigen zugeschnitten, die ein berufliches Interesse an den Problemen des Zeitungswesens haben, neben den eigentlichen Prcffeleuten,, als auch Politiker. Juristen, Verwaltungsbeamte, Wirtschaftswistenschaftler und Soziologen. Allen diesen will das Institut neben Kennlniflen Aber alle praktischen und aktuellen Fragen der Preste die wichtigsten Wiffensgebiete in einer vom Standpunkt der Zeitung aus, aktualisierten Form vermitteln. Der zukünftige Journalist vor allem wird die für ihn notwendigen Kenntnisse aus den verschiedensten Wissenszweigen für seine Bedürfntste zugeschnitten erhalten. Die Kurse uno Einrichtungen des Instituts sollen übrigens nicht nur den > ordentlichen Studierenden der Universität, sondern auch bereits berufstätigen Journalisten zugänglich gemacht werden. Die wissenschaftliche Leitung des Instituts hat Professor von Eckardt inne, für den ein besonderer Lehrstuhl für Publizistik geschaffen worden ist. Für die Behandlung der prcstctechnischen und organisatorischen Fra- !r- - ~. r * ‘ rt ri@ <•-- nannt werden. Entsprechend der stesilichen Vielfältigkeit der Problematik nehmen auch Vertreter anderer wissen- lschaftlicher Disziplinen an ih«er Untersuchung teil. Der Lehrplan für das kommende Semester sieht eine Vorlesung von Professor von Eckardt über „Jmperalis- mus und Weltwirtschaft der Gegenwart", sowie Uebungen über wirtschaftliche und politische Tagesfragen und Probleme der öffentlichen Meinung vor. Neben der Behandlung politischer publizistischer Probleme wird außerdem noch in einem wöchentlich stattfindenden Zeitungswisten- schaftlichen Kollegium unter Leitung von verschiedenen Professoren der Universität, Redakteuren und Verlegern prestetechnische Fragen, Soziologie des Zeitungswesens erörtert werden. Außerdem sind noch öffentliche Borträge von namhaften Politikern, Redakteuren und Verlegern geplant. ) Der Stand der Feldgewächse in Bade« Anfang Mai 1927. Nach Mitteilung des Badischen Statistischen Landesamtes hat die fast während des ganzen Monats April vorherrschend naßkalte Witterung die Entwicklung und das Wachstum der Saaten im allgemeinen etwas zurückgehalten. Die Winterfrüchte sind mancherorts verunkrautet, da und dort macht sich auch Rost bemerkbar. Trotzdem hat sich die Landesnote bei Winterweizen und Winterspelz von 2,5 auf 2,3 und bei Wiu- terroggen von 2,8 aus 2,7 gebessert. (2 — gut, 3 = mittel.) Die Feldgeschäfte sind infolge der ungünstigen Witterung etwas langsamer vor sich gegangen, so daß in manchen Gegenden das Kartoffelstecken jetzt noch nicht beendet ist. Die jungen, rechtzeitig untergebrachten Sommersaaten laufen befriedigend auf: Klee- und Luzerneäcker stehen in der Mehrzahl der Bezirke gut und laffen reichlichen Ertrag erhoffen. Auch die Wiesen zeigen fast überall einen dichten Grasansatz. Da und dort wird Grünfntter gemäht. Meldungen über Mäuseschäben, ferner über sonstige tte- rische Schädlinge (Engerlinge, Maulwürfe, Drahtwürmer usw.) sind nur ganz vereinzelt eingelaufen. Umpflügungen mußten beim Wintergetreide, hauptsächlich wegen Auswinterung, ferner wegen Mäuse-, Schnecken- und Krühenfraß im letzten Herbst, in einigen Bezirken in größerem Maße vorgenommen werden: namentlich in den Höhenlagen des südlichen Landesteils sowie im Bauland. Im letzteren Gebiet mußten auch größere Flächen von Klee- und Luzernebeständen umgepflügt und neu angesät werden. Immerhin sind die für das Land im ganzen berechneten Zahlen (Hundertstel der gesamten Anbaufläche der betreffenden Gewächse) nicht sehr erheblich. Sie betragen bei: Win- tcrweizenl,0 Proz., Winterspelz 1,7 Proz., Winterroggen 5,7 Prozent, Rotklee 3,6 Proz., Luzerne 1,8 Proz. Nach den bis jetzt vorliegenden Berichten sind die Arbeiten in den Weinbergen rechtzeitig in Angriff genommen und durchgeführt worden. Die Reben sind gut durch den Winter gekommen, die Bögen treiben schön aus und die Entwicklung schreitet recht günstig vorwärts. Nene Postverordnnnge«. Wie die Reichspostverwaltung mitteilt, sind vom 1. Mai an Kabelbriefe im Verkehr mit den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Mexiko und Kuba eingeführt worden. Die Kabelbriefe müssen die Wegangabe via DAT, via DAT Cial oder DAT Wun tragen und vor der Aufschrift mit dem gebührenpflichtigen Vermerk ELT versehen sein. Samstag, den 7. Mai 1927. Gleichzeitig werden die im Funkverkehr bereits gebräuch- lichen Funkbriefe mit der Wegangabe via Transradio in der Beförderung und Zustellung den Kabelbriefen gleichgestellt. Ihr gebührenpflichtiger Vermerk lautet jetzt RLT. Kabel- und Funkbriefe werden telegraphisch vom Aufgabe- bis zum Bestimmungsort befördert. Dem Empfänger zugestellt werden sie frühestens am Vormittage des auf die Auflieferung folgenden Tagest Abgekürzte Anschriften und die besonderen Vermerke RP, TC und PC sind zugelasten. Für die Abfassung der Kabel- und Funkbriefe sowie wegen Erstattung der Gebühren gelten im übrigen die Vorschriften für zurückgestellte // Tl(W\N vo* HEINZ Alf RED vo«iBy£RN X „Aber, ich bitte Sie, die Pflicht geht natürlich allem «deren voran!" Egede begleitete seinen Gast bis zur 4,ür. Nochmals schönsten Dank, ich werde mich mal gelegentlich «t ein paar Hasen oder Fasanen revanchieren!" Zwei Minuten später verhallte auf dem gepflasterten Hofe m harte Trab des schweren Artilleristenpferdes. Wie ein Träumender starrte Hubertus auf die m enger» flauer Maschinenschrift beschriebenen Bogen, dann legte er «s Schreiben sorgfältig in das Schubfach und schloß zweimal tb. Ein tiefes, tiefes Aufatmen — nun war die Entscheidung «fallen — jetzt war er — frei, frei. — Und unwillkürlich peg ein Bild vor ihm auf, ein lächelndes Mädchenantlitz, von schweren, goldblonden Flechten umrahmt, mit Augen, so tief «rd rein und blau wie ein Bergsee. Konnte es denn das geben» für ihn geben — ein Glück, »esien bloßes Ahnen erschauern ließ, eine Seele, die ihm zu ligen sein wollte, jetzt, wo er einsam war, verlassen, in all' xinem Reichtum ärmer als der geringste seiner Tagelöhner?! hatte er überhaupt noch das Recht, ein fremdes Schicksal an «s seine zu ketten? War es nicht bester, wenn er das blieb, Ks was ihn der Volksmund bezeichnete: der „Wildgraf", »er aufging in der Liebe zu Wald und Wild, der nichts fragte «ch Menschen und Welt?! Mit hartem Ruck stieß Egede den schweren Sestel zurück, «willkürlich fiel sein Blick auf einen gebrannten Wand- pruch: »Du bist mir Lehrer. Tröster und Freund, bist meine lirche, bist meine Heimat — Du rauschender, flüsternder, »efstiller Wald!" Ja. — jetzt hinaus aus den engen, beengenden Räumen, -hinaus in Gottes freie Natur, in die Wunderwelt eines euchtenden, strahlenden Wintertages, — dort, wo Vergessen, siuhe, Frieden- Und nun schritt Hubertus durch den tief verschneiten Forst, >örte nicht das leise Locken der Tannenmeisen, das Gezwit- cher der Goldhähnchen. — Ueberall waren, schon am frühen Morgen, die Schneepflüge gegangen: auf den Gestellen, den^ Schneisen, den Pürschsteigen, zu den Fütterungen, quer durch' «n Bestand, und auf den mit leichtem, losem Neuschnee bedecken Spürbahnen stand Fährte neben Fährte, wie in einem lusgeschlagenen Buch. Dort hatte eine Rotte Sauen gerochen» dort war auch Reineke, der Erzschelm gewechselt und »art daneben zeichneten sich Ballen und Zwang, Jnsiegel ind Rücktritt eines starken Hirsches ab, nagelfrisch, als sei r eben erst vorübergetrollt in das raume, mit Wacholderusseln bestandene Hochholz. Sonderbar dieser rotbraune Klumpen da drüben — und mn, für einer Sekunde Dauer, blitzende, schlohweiße Endenpitzen, Augsprossr, Eissprosse, Mittelsprosse, darüber die ein- ache Krone — ein Vierzehnender — der Vierzehnender — •er lauflahme Bummler- Im Nu hatte Egede den Drilling heruntergeristen, ent- icherte — einen Herzschlag zu spät, denn schon schloß sich linier dem Geweihten der grüne Vorhang der Fichtendlckung -zu ärgerlich! Irgendwo ein leises, ganz leises Geräusch, der Wildgras uhr herum. „Ja, und wo kommen Sie denn her, gnädiges Fräulein?!" „Guten Morgen, Herr Graf! Ich wollte erst zur Fütterung, lm womöglich eine Aufnahme zu machen und dann das Fuchseisen am „Kreuzberg" revidieren, aber — ich habe Ihnen doch nicht etwa ein Stück Wild vergrämt?!" „Nein — nein, daran war ich selbst schuld, — der küm- nernde Vierzehnender, na, hoffentlich steht er noch in der Dickung, ich will mal sehen, ob ich jemand finde, der die Fährte ausgeht-" „Bitte schön, da brauchen Sie nicht weit zu suchen," das unge Mädchen lächelte spitzbübisch, „ich bin spursicher wie »er beste Schweißhund, — soviel habe ich doch von Väterchen lelernt!" „Aber-gnädiges Fräulein, — Sie können doch un- nöglich durch die schneebehangene, ganz verfilzle Dickung riechen-" „I, warum denn nicht? Den Kodak lasie ich einstweilen »ier, wo ein Hirsch wechselt, da werde ich wohl auch noch mrchkommen!" „Nein, unter keinen Umständen-" Die blauen Augen sahen ihn bittend an. „Herr Graf, ach bitte, es würde mir ja solche Freude nachen, wenn Sie den Kapitalen schießen!" Egede zögerte. „Die Sache ist nicht so einfach! Ich müßte mich auf der si.-Schneise nach Jagen 8 oorstellen, es ist nur eine Schluppe, keine zwei Meter breit, und beim Drücken darf nan kein unnötiges Geräusch machen, nur hin und wieder nal husten, sonst bricht der Hirsch, seitwärts aus oder nimmt >en Rückwechsel an —" „Versuchen Sie es wenigstens einmal mit mir — bitte!" Nun schmunzelte er doch. „Also gut, — Revanche für diesen Liebesdienst behalte ch mir vor! — Dann wollen wir einmal unsere Uhren jleichstellen. Sie dürfen erst in zehn Minuten angehen, inädiges Fräulein, und immer genau der Fährte nach." „Wird prompt besorgt!" Deliane richtete ihre kleine, goldene Armbanduhr. „Weidmannsheil. Herr Graf!' „Weidmannsdank!" rief er leise zurück und bog dann um die vorspringende Ecke des Jagens, den Drilling nn Arm. vorsichtig Tritt um Tritt setzend. Nun war die Schneise erreicht, ein schmales Gestell, an dem rechts und links t}ie schirmartigen Zweige überhingen. Irgendwo aus weiter Ferne klang durch die Stille des Wintermorgens das schlitternde Dröhnen eines Eisenbahnzuges, das heisere »Hi-i-äh! — Hi-i-i-äh!" eines Mäusebussards. — Hinter einer Kienkussel schob sich Hubertu» ein, dreißig Schritte von dem Hauptwechsel entfernt, und wartete -wartete- Die Sekunden rannen, wurden zu Minuten, — zu Ewigkeiten. — Ein Sprung Rehe zog vertraut über den Weg, ein alter Rammler mit eisgrauem Grind hoppelle bedächtig nach dem gegenüberliegenden Dickungsrand und dann-ein leises, leises, loses Anstreichen: „Klipp , , klipp . . klapp — Klipp . . klipp . . Klapp . . •' Nr. 60. Jahrgang 1927. men, Fürsorgeerziehung, Säuglingsarbeiten. Mit Dank für das rege Interesse und der Bitte, sich dieser Arbeiten anzunehmen, wurde die Dormittagssitzung beschlossen. Me Nachmillagssitzung wurde von Frau Bürgermeister S i d - l e r mit einem ernsten Hinweis auf den Muttertag eingeleitet, den wir heute begehen. Ein hoher Gedanke liege ihm zugrunde. In gesellschaftlicher Beziehung, in der Einstellung der Jugend zum Alter und der Geschlechter zu einander haben sich Mißstände herausgebildet, die zu beseitigen in erster Linie die Mutter berufen ist. Wenn wir erst den Gedanken des Muttertages der Fugend eingepflanzt haben, werde er zum Segen des Volkes ausschlagen. Herr Geheimrat Hochapfel gab seiner Freude über die schöne Zusammenarbeit der Zweigvereine mit dem Hauptverein und das rege Interesse an der Sache der Frauenvereine Ausdruck, die bestrebt seien, ohne Ansehen von Stand oder Bekenntnis Leute um sich zu schaaren zur Ausübung werktätiger Nächstenliebe. Wenn die heutige Versammlung zur Erreichung dieses Zieles beitrage, habe sie ihren Zweck erfüllt. Herr Landrat Strack hielt nun einen Vortrag über die Zusammenarbeit der amtlichen Fürsorge mit der freien Wohlfahrtspflege, die sich ergänzen sollen. Die Entwicklung der Nachkriegszeit habe die freie Wohlfahrtspflege in den Hintergrund gedrängt. Aufgabe der Frauenvereine sei, sie wieder zu wecken und geeignete Personen hierfür zu ermitteln,. Nachbarliche Hilfe und Naturalienlieferungen seien von großer Bedeutung, denn sie ermöglichen ein sorgsames Haushalten des Fürforgeverbands mit seinen Geldern. Das Interesse desselben an den Fmuenvereinen, mit denen er Hand in Hand gehe, sei sehr groß. Verband und Gemeinden müssen sich auf gute Vertrauensleute stützen, welche die Frauenvereine seien. Ganze Arbeit könne infolgedessen nur Gestalt bekommen, wenn sie durch gut geleitete örtliche Frauenvereine gestützt werde. Schwester Elisabeth spmch sodann über die heutigen Aufgaben des Bad. Frauenvereins, die sich erstrecken auf die Zusammenarbeit mit den Behörden und andern Verbänden, der Säuglings- und Kinderfürsorge sowie der Altersfürsorge. Heute sei es angebracht, über den hohen Gedanken des Muttertages nachzudenken. Ehre und Dank gebühre unfern Müttern, auf denen die ganze Verantwortung für die Gesundheit und Sittlichkeit des ganzen Volkes liege. Eine Reihe von Maßnahmen wurden aufgeführt, die zur Unterstützung der Arbeiten, zur Erhaltung und Kräftigung der Gesundheit der Mutter nötig seien und die Einrichtung von Gemeindepflegestationen angeregt. Eine große Aufgabe erwachse auch hier den Fmuenvereinen, die unfern Müttern zur. Seite stehen müssen, denn wenn diese gesund sind, sei es auch unser Volk. Wir brauchen starke, sittliche Frauen zum Segen der Familien, der Gemeinden und des deutschen Volkes. Mit dem Wunsche der Präsidentin, jeder Zweigverein möge von dem Ge- hötten mit nachhause nehmen, was ihm dienlich sei. dem Dank des Herrn Geheimrats Hochapfel gegenüber den Rednern und dem Wunsch für gedeihliche Wetterentwicklung von Bezirk und Frauenverein Sinsheim fand die umfangreiche Tagung ihren Abschluß. e Sinsheim, 8. Mai. (Iugendtag.) Die Veranstaltungen des Kraichgauer Iugendtages begegneten regem Interesse. Schon der Werbeabend am Samstag erfreute sich eines recht guten Besuches. Nach Begrüßung der Erschienenen durch den Leiter der hiesigen Ottsgruppe für Deutsche Jugendherbergen, Prof. Dr. Eberhard, spmch cand. med. Werner Panzer aus Heidelberg über das Iugendwandern, wie es der Wandervogel treibt, das Wandern, das unserer Jugend herzerfreuenden Frohsinn bringt, sie aber doch zu Gemeinschaftssinn, Zucht, Ordnung und Selbständigkeit erzieht. Wunderhübsche Volkstänze, Reigen und Lic- deroorträge der „Spielgemeinse" Mannheim, sowie trefflich wiedergegebene Märsche und andere Musikstücke der Musikabteilung des Turnvereins bildeten oen Uebergang zu den Lichtbildervorführungen des Herrn Panzer und füllten auch di« dazwischenliegenden Pausen. — Die Sonntagsveranstaltung war von herrlichstem Wetter begünstigt. Kein Wunder daher, daß eine zahlreiche Zuscbauermenae den Steinsberg zum Ziel ihres Nachmittagsausfluges wählte. Es war ein guter Gedanke, dieses prächtige Fleckchen unserer engeren Heimat als Tagungsort auszusuchen. Jung und Alt ergötzte sich an den abwechslungsreichen Darbietungen der aus nah und fern erschienenen Wandergruppen» Man hatte den Eindruck, daß die Jugend, die sich solchen Lebensinhalt zu schaffen weiß, .gut aufgehoben ist. Diese Ueber- zeugung werden alle Erwachsenen mit nach Hause genommen haben, die erfreulicherweise in größerer Zahl erschienen waren, als am Samstagabend. )( Sinsheim, 8. Mai. (Zuchtviehmarkt.) Irrtümlicher Weise wurde dieser Tage in einigen Zeitungen berichtet, der Zuchtviehmarkt der Fleckviehzuchtgenossenschaft des Elsenzgaues in Sinsheim finde am Dienstag den 10. Mai statt. Dies ist unrichtig, da dieser Sinsheimer Markt mit einer gleichartigen Veranstaltung des Verbandes in Boxberg zusammenfallen würde. Vielmehr wurde als immerwährend gleichbleibender Termin der 3. I D« Landbote * Sinsheimer Zeitung. (nicht 2.) Dienstag im Mai vom Ministerium des Innern bestimmt, somit wird der obengen. Markt dieses Jahr am 17. Mai stattfinden. Der Markt wird auf der Stadlwiese abgchalten und dauett von r/z9 Uhr vorm, bis 1 Uhr nachm. Mtt dem Auftrieb kann schon von 1/28 Uhr ab begonnen werden. Zugelassen werden nur markiette, d. h. in das Zuchtbuch einer Fleckviehzuchtgenossenschaft des unterbadischen Verbandes eingetragene und im Besitz von Mitgliedern derselben befindliche Tiere. Es ist also die Gewähr gegeben, daß nur richtige, dem Zuchtziel entsprechende, ausgewählte Tiere des unterbadischen Fleckviehschlages zum Markte aufgetrieben werden. Mit demselben wird eine Prämiierung verbunden sein, für welche folgende Richtlinien festgesetzt sind: 1. für niüft verkaufte Farren, 15, 10 und 5 RM. Wegegeld. 2. Für Kühe und Kalbinnen 20 Preise von je 20—10 RM. und für Iungrinder 20 Preise von je 15—5 RM. Kühe mit guter Nachzucht und offensichtlicher hervorragender Milchleistung werden selbstverständlich höher bewertet werden können. Zur Bestreitung der Unkosten wird für jedes aufgetriebene Tier ein Standgeld von 50 Pfg. bis 1 RM. je nach Alter und ein Eintrittsgeld pro Person von 50 Pfg. erhoben werden. Einen großen Teil der Kosten bestreiten in entgegenkommender Weise der Kreis Heidelberg und die Stadt Sinsheims letztere hat neben dem Barzuschuß noch die Kosten der Reklame und Bekanntmachung, Herrichtung des Platzes, Veterinärpolizei und dergl. übernommen. Am Markttage als auch am Tage vor und nach dem Markte ist außerhalb des Marktplatzes und des Marktorles, sowie in dessen unmittelbarer Umgebung (angrenzende Gemeinden) jeder sonstige Handel mit Rindvieh verboten: der Markt ist also nur für Mitglieder Verkaufsgelegenheit» Darum sollten diese den Markt auch rege befahren und ihr Interesse öffentlich bekunden durch zahlreichen Besuch und Benützung dieser günstigen Gelegenheit gute Zuchttiere zu erwerben. Anmeldungen sind alsbald bei dm Obmännern zu machn, die wie auch die technischen Leiter (Bezirkstierärzte) der Genossenschaften zu jeder weiteren Auskunft gerne bereit sind. Näheres siehe heutige Anzeige im Inseratenteil. W Sinsheim. 9. Mai. (Zehnfahrtenkarten für die Kraftpost.) Bon jetzt ab werden für die von hier ausgehenden Krafipostlinien Zehnfahrtenkarten mit weimonatiger Gültigkeitsdauer und einer Ermäßigung von 20 v. H. auf den Regelsahrpreis beim hiesigen Postamt ausgegeden. Die Karten find unpersönlich. Sie können bei einer Fahrt auch von mehreren Angehörigen derselben Familie, desselben Hausstandes oder desselben Betriebes gemeinsam benutzt werden. Mit dieser Neuerung wird den Wünschen weiter Kreise entsprochen sein. 8t Sinsheim, 9. Mai. (Versetzt) wurde Aufseher Richard Ludwig bei der Fllrsorgeerziehungsanstalt Flehingen zu jener in Sinsheim. Weiler, 9. Mai. (Verschiedenes.) Nunmher stehen auch hier die Obstbäume in voller Blütenpracht. Vom Steinsberg aus genießt man eine herrliche Fernsicht nach allen Richtungen. Wunderschön liegt das Amtsstätdchen zu unfern Füßen. Auch Eppingen und der Königsstuhl sind sichtbar. Herrliche Berge und Täler mit frischgrünen Wäldern und Feldern beleben das Panorama. Nur schade, daß auf dem Steinsberg nur eine einzige Bank steht, besonders da es manchen Schweißtropfen kostet bis man des herrlichen Fernblicks teilhaftig wird. Vielleicht kann die Gemeinde hier Abhilfe schaffen, indem doch der stets steigende Fremdenverkehr derselben zugute kommt. Wie man hött, soll auf dem Steinsberg eine Jugendherberge errichtet werden, die es der wandernden Jugend ermöglicht, längere Zeit diese herrliche Naturschönheit zu genießen. Hilsbach, 7. Mai. (Wasserleitung.) Das alte Wasserreservoir genügt den Ansprüchen der hiesigen Gemeinde nicht mehr, indem der Druck für die höher gelegenen Wohnhäuser nicht ausreicht. Es ist deshalb geplant weiter oben am Berge ein neues zu errichten. Diese Arbeit soll im Laufe dieses Jahres noch erledigt werden. () Babstadt, 7. Mai. (Verschiedenes.) Ein Motorradbesitzer ließ hier eine Dame auf seinem bereits neuen Motorrad fahrest. Diese war des Fahrens noch sehr unkundig und konnte das Rad nicht meistern. Sie wollte eine Kurve nehmen, kam aber bei diesem Versuch zum Sturz, wobei die Bnrdergabel des bereits neuen Rades bmch. Personenschaden ist wie durch ein Wunder nicht entstanden. Der Besitzer wird sich dies wohl als Denkzettel dienen lassen. — Der Bäckermeister Schall bekam beim Backen von Laugenbretzeln einen Spritzer der Lauge in das eine Auge. Sofott trat eine Verdunkelung der Sehkraft des Auges ein, sodaß er sich nach Heidelberg in die Klinik zur Vehandlung begeben mußte. cf Berwangen, 7. Mai. (Ueberfall.) Eine junge Dame von hier sollte einem Bruder von ihr das Essen in die Ziegelei nach Gemmingen bringen. Als sie zwischen beiden Ortschaften im Walde ging, wurde sie plötzlich von einem Eppingcr überfallen, in der Absicht sie zu vergewaltigen. Ein hinzukommender Knecht von Berwangen rettete sie aus der bedrängten Lage. Derjenige, der den Ueberfall ausfühtte, wurde durch die Eppinger Gendarmerie verhaftet. Montag, den 9. Mai 1927. Eppingen. 8. Mai. (Lebensmüde.) Seit einigen Tagen wird Schuhmachrrmeister Staub von hier vermißt. Er wurde jetzt in der Gegend von Brackenheim an einem Baume erhängt aufgefunden. Der im Alter von 60 Jahren stehende Mann dürste in einem Ansalle von Schwermut gehandelt haben. ^2 Eppingen, 8. Mai. (Bautätigkeit.) Die hiesige Baugenossenschaft entwickelt zur Zeit eine lebhafte Bautätigkeit. So ist ein Doppelwohnhaus für fünf Familien im Rohbau ferttggestellt, sadaß mit den Innenarbeiten begonnen werden kann. Ein weiteres Wohnhaus ist durch die gleiche Genossenschaft in Angttff genommen. Das Zweifamilienhaus des Maurermeisters Frank hier ist soweit gediehen, daß das erste Stockwerk erstellt ist. Auch die geplanten Häuser des Maurermeisters Götz und Waldhüters Frank find in Angriff genommen. Auch die Brauerei Zorn beabfichtigt ihre Gebäulichkeiten zu vergrößern, sodaß das hiesige Baugewerbe vorläufig gut befchäfttgt fein wird. Gemmingen, 9. Mai. (Sängerfest.) Der hicfige Gesangverein seiest am 15 Mai d. I. sein 80 jähriges Stiftungsfest in Verbindung mit Sängerwettstreit. Es haben sich viele, sehr namhafte Vereine angemeldet. Schöne und wertvolle Preise sind für die durch gute Leistungen sich auszeichnende Vereine gestiftet. r A Wimpfen, 7. Mai. (Zuchtviehmarkt.) Der Verband der Zuchtgenossenschaften hält am Mittwoch den 11. Mai hier auf dem Lindenmarkt einen Zuchtviehmarkt ab. Gleichzeitig findet eine Prämierung in allen Altersklassen statt. Der Markt ist sehr gut beschickt und ist bei günstigem Wetter ein starker Besuch zu erwarten. ** Mannheim, 7. Mat. (Motorrabunsall.i In Wallstadt stieß der Motorradfahrer Karl Beyer aus Diersheim auf der Feudenheimer Straße mit einem Käfertaler Motorradfahrer zusammen. Dabei wurde sein Sozius E. Rein aus Viernheim von seinem Sitz geschleudert. Er erlitt schwere Verletzungen. ** Ladenbnrg (bei Mannheim), 7. Mai. (Störung der Schisfahrt.) Ein mit Salz beladenes Schiff fuhr bei der Staustufe in Ladenburg fest und kam auer vor die Pfeiler zu liegen, wodurch die Schiffahrt während des Ganzen Nachmittags gesperrt war. Das Schiff konnte erst abends spät mit vieler Mühe wieder flottgemacht werden. ** Weinheim, 7. Mai. (Sängerfest.) Anläßlich der vom 3. bis 5. September hier stattsinbenden Hauptversammlung des Badischen Sängerbundes (1100 Vereine mit gegen 50 000 Sängern) wird der vom Hauptlehrer Philipp Stein-Mannheim geleitete Pfalzgau-Sängerbund am Sonntag, den 4. September, nachmittags 3 Uhr, auf dem hiesigen Marktplatz eine Kundgebung für die Pfalz und für bas deutsche Lied veranstalten. Prof. Münch-Bruchsal wird dabei die Festansprache halten. Ein Maffenchor von 2400 Sängern wird unter freiem Himel singen. Am gleichen Abend wird durch die hiesige Stadtverwaltung eine Beleuchtung beider Burgen veranstaltet werden. ** Langenthal (bei Hirschhorn), 7. Mai. (Ein starkes Gewitter) mit Hagelchlag ging am Donnerstag in den Mittagsstunden hier nieder und hat auf den Feldern und an den Obstbäumen erheblichen Schaden angerichtet. Die Hagelkörner blieben stundenlang liegen. Das Unwetter ist im ganzen Neckartal, allerdings mtt ganz verschiedener Heftigkeit, aufgetreten. Stellenweise waren die Bäche stark angeschwollen, so daß auch der Neckar vorübergehend anstieg. -*J- ** Pforzheim, 7. Mai. (Tödlicher Unfall.) Als vorgestern vormittag ein mit Sand beladenes Auto durch die Schulze- Delitzschstraße hier fuhr, wollte ein 4)4 Jahre altes Kind vor dem Auto die Straße überqueren. Das Kind wurde vom .Auto erfaßt, überfahren und sofort getötet. Die gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet. ** Breisach, 7. Mai. (Ein dritter Unfall auf schienengleichen Uebergängen.) Am Mittwochabend ist ein von Breisach kommendes Personenauto, das den Eisenbahnübergang am Bahnhof passieren wollte, in die geschloffene Schranke hineingefahren, während gerade eine Lokomotive rangierte. Glücklicherweise ist bei dem Unfall nur Sachschaden entstanden. <■■!■**#• ■ f ** Billingeu, 7. Mai. (Qualvoller Unfall.) Eine schwere Verbrennung erlitt in einem hiesigen Jndustriewerk ei» Arbeiter, der in einen Bottich fiel, in welchem sich Schwefel, säure befand. Er mußte in bedenklichem Zustande in bas Krankenhaus verbracht werden. . ** Konstanz, 7. Mai. (Ein Motorboot vom Damfichiff überfahren.» Die Unsitte des Nichtbeleuchtens von Gondeln und Motorbooten hätte am Donnerstagabend beinahe zu einem großen Unglück geführt. Als das Dampfboot „Stadt Konstanz" von Meersburg abgefahren war. und sich bereits in voller Fahrt befand, wurde das Schiffsversonal, veranlaßt durch einen Blitzstrahl auf ein herannahendes Motorboot aufmerksam, das in voller Fahrt seinen Kurs direkt Wie elektrisiert fuhr Egede zusammen, jede Muskel, jede Sehne straffte sich- Da schob es sich heraus: der schwarzbraune Träger mit der zottigen Brunftmähne, das breit ausgelegte Geweih, dessen Endenspitzen schimmerten wie die Lichter eines Weihnachtsbaumes — Silberblitzend stand das Perlkorn auf der harschen Decke — ein Druck am Abzug — ein kurzer, peitschenhiebartiger Knall- Wie ein bäumendes Pferd stieg der Geweihte mit den Vorderläufen in die Höhe. „Pang!" Der mit einem Brenneckegeschoß geladene linke Lauf hatte sein ernstes Wort gesprochen-ein Krachen. Prasseln --dann Totenstille- Mechanisch schob Hubertus zwei neue Patronen in die Läufe und brannte sich eine Zigarette an, allmählich ebbte die Erregung ab, däe Spannung aller Nerven und Sinne ließ nach, ruhig und gleichmäßig schlug das Herz. Doch dann, plötzlich, tat es ein paar zuckende Schläge, als drüben eine schlanke, tauchte^" U ° 6r mit ®^ nee Gehangene Mädchengestalt auf» „Haben Sie ihn?" Egede winkte nur mit der Hand. „Ich hoffe! Aber — oh Gott — Ihre Stiefeletten!" „Die sind aus Kernleder, allersolideste Handarbeit." Sie lachte. „Wie ein Wichtelmännchen sehe ich aus in meiner Kapuze-Herrgott, da ist ja der Anschuß!!" Das junge Mädchen beugte sich nieder. „Kurz abgestanztes Schnitthaar. heller, blasiger Lungenschweiß auf beiden Seiten, — der Hirsch liegt!" Ihre Bäckchen glühten vor Eifer, der kirschrote Mund war leicht geöffnet. „Wollen wir gleich nachjuchen?!" Hubertus schmunzelte. „Ich denke, wir können es wagen." Mit dem Standhauer schaffte er freie Bahn. „Schade, daß mein „Rino" ni""°h den französischen Alpen gebracht. Um mnzugewohneu. Man will die Tiere im Winter w^^/^"enziehen benutzen und hofft, mit ihrer Hilfe auf ^""^he malerische Punkte zu gelangen, die zu Pferde oder im Kraftwagen nicht erreicht werden können. Nach der Aus- * Sachverständigen könnte das Renntier leicht in verschiedene Hochgebirge Europas eingeführt werdem Die Renntiere, von denen jedes Stück 840 Mark kostet, werden von dem französischen Ackerbauministerium eingeführt. D>: Aktionäre -er Spielhölle von Monte Carlo “JS* dNes Jahr gute Geschäfte. Es wird nämlich, ? iS Generalversammlung bekanntgab. eine Dividende von 176 Prozent verteilt. Die Spielbank verdiente 29 Millionen Mark aus den Spielgewinnen. Die Ehescheidnuge« i« Rntzland Turnen, Sport und Spiel. Vorrunde um die Denlsche Meisterschaft: In Fürth: 1. F.C. Nürnberg — Chemnitzer B.C. 5:1 (2:0). In Dortmund: Schalke 04 — München 1860 1:3 (0:1). In Breslau: Sportfreunde Breslau — Sp. Bg. Fürth l: 3 (0:1). In Berlin: Schöneberger Kickers — Duisburger Sp. B. 5:4 (1:0), nach Verlängerung. In Kiel: Holstein Kiel — Titania Stettin 9:1 (4:1). In Düsseldorf: Fortuna Düsseldorf — Hamburger S. V. 1:4 (0:2). In Leipzig: B.f.B. Leipzig — F.B. 06 Breslau 3:0 (2:0). In Königsberg: B.f.B. Königsberg — HerthaB.S.C. 1:2 (1:2). Radio - Programm für Montag, den 9. Mai 1927. Berlin (483) Königswustechausen (1286), 8.30 abds., Hauptmann leidende Helden. 9.30 abds., Das Lied. Breslau (318), 8.00 abds., Die junge Generation. 9.00 abds., Kammermusik. Frankfurt (428), 4.30 nachm., Die Oper der Woche. 5.45 nachm.. Die Lesestunde. 6.15 abds., Borträge. 8.15 abds. Kammermusik. 9.15 abds. Bortmgsstunde Robert Taube vom Schauspielhaus. Anschl. Neue Schallplatten. Hamburg (394), 7.25 abds. Iphigenie auf Tauris Oper v. Gluck. Königsberg (329), 8.15 abds., Stimmen der Völker — Volkslieder und Tänze. Langenberg (468), 8.30 abds., Köln Deichte Musik. 10.45 abds., Köln: Tanzmusik. Leipzig (365), 8.15 abds., Humor in der Musik. München (535), 7.30 abds., Kammermusik. 9.15 abds., Künstlertrio Max Kreutz. Stuttgart (379), 1.10 nachm., Nachrichten. Schallplattenkonzert. 4.15 nachm., Nachmittagskonzert. 6.15 abds., Borträge. 8.15 abds., Symphoniekonzett. Anschl. Der letzte Hohenstauf« v. Ferdinand Herwig. Daventry (1600), 11.00 vorm., Kcnzett. 3.45 nachm. Tanzmusik. 5.15 nachm., Kindcrstunde. 6.00 abds., Daventry-Quattett. 9.20 abds., Bottrag und Vorlesungen. Paris (1750), 12.30 nachm., Radiokonzett. 4.45 nachm. Radio- konzett. 8.45 abds., Radiokonzett. Wien (517), 8.05 abds., Oesterreichische Dichterstunde. 9.05 abds. Volksliederabend des Deutschen Bolksgesangvereins. Zürich (494), 8.30 abds., Brahms-Strauß-Abend. 9.30 abds., Slawische Musik. Prag (348), 8.40 abds., Konzert. 10.20 abds., Uebettragung aus dem Restaurant Zavrel. 4 werben durch die russische» Gesetze leicht gemacht. Von allen Ehen, die m Leningrad geschloffen werden, dauern nur 25 Prozent langer als — drei Wochen. Der Zeitraum, in dem die meisten Ehen geschloffen werden, ist die Woche, in der die Arbeiter ihren Lohn bekommen. Drei Wochen später, wenn das Geld zur Neige geht — in Rußland herrscht vier- wöchentliche Lohnzahlung — setzt die Zeit der Scheidungen ern. Die Gesetzgebung, öle bie Scheidungen so sehr erleich- ttrt, ist vor allem deshalb so verwerflich, weil die beiden Ehegatten einige Tage nach dem Auseinandergehen jeder für sich wieder -ine neue Verbindung schließen, die in der Regel genau so unglücklich endet wie die vorhergehende. Die Folge dieses Zustandes ist, daß sich die Zahl der ausgesetzten und verlaffenen Kinder immer mehr vergrößert. Ein schwacher Trost nur ist, daß derartige Verhältniffe nur unter den erklärten Kommunisten herrschen. Wer sich, was auch im Sowjet-Rußland noch möglch ist, in der Kirche trauen läßt, kann nicht so leicht geschieden werben, da die- Kirchen mit der Scheiöungsbescheinigung sehr vorsichtig geworden Bo» A bis Z. Der englische Staatssekretär des Innern. Sir Williams Johnson-Hicks, empfahl kürzlich in einer Rede, man solle immer in demselben Geschäft kaufen, und erzählte dabei, wie er einmal zu einem Gratishut gekommen sei. „Ich kaufe seit fast 40 Jahren meine Hüte immer in demselben Geschäft, und da legte ich dem Inhaber nahe, ob er mir nicht vielleicht 5 Prozent Rabatt gewähren möchte. Der Eigentümer sagte, das ginge gegen seine Geschäftsgrunüsätze, aber da er seine Hüte durchlaufend mit den Buchstaben des Alphabets bezeichne, so wolle er mir gern einen Hut umsonst geben, wenn ich mich bei meinen Einkäufen bis zum Z durchgearbeitet habe. Das tat ich d'enn auch redlich und erhielt einen schönen Zylinderhut umsonst." E. SthilK, Ahrmachermeister, SiNShkiM ft. E. Dr.Seibt-Vertreter — Lager in Telefunben -Rühren, -Anoden, -Batterien — Sämtlichen Ersatzteilen, Varta Akkumulatoren-Ladestation. — Telefon I». Neueste amtliche Kurse vom 7. Mai 1927. mitgeteilt von der Dereinsbank, e. G. m. b. H. Einsheim. Saltit«: in Ho Ablösungsschuld mit Auslosungsschein . . 318 hne Auslosungsschein . . SS,10 Bankaktie»: in o/o Bad. Banl . . . .162 Darmstädter- und Nationalbank 279 Deutsche Bank . . . .188 Deutsche Veretnsbanl . ist,50 Dresdner Bank . . . >99,25 Mitteldeutsche Creditbank . 260,50 Retchsbank . ... — Rhein. Creditbank . . . 146,50 Südd. Dtsconlo Ges. . . 17« Bergwerk», Aktien in o/o Harpe«er Bergbau . . 2 eS «alt Weperegeln . . . 212,50 ManneSmunnröhrenwerle. . 230 Mansfeldcr Bcrgb. u.Hüttenw 169 Oberschl. Eisenb. Bedarf . .197 Phönix Bergbau u.Hüllenbetrieb 149,50 Salzwerk Hellbraun . . — Vereinigte Königs- Laurahütte — Aktie» indnftr. Anternehmnngen: in o/o Lllg. Elektr. Stammak.tien 918 Badenia Weinheim . — Bad. Elektrtzttät Mannheim . — Bad. 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Bergbahn 87 Norddeutscher Lloyd . . 157 Devisen: Geld Brief New-Dork 1 Dollar 4,9187 4.2287 London 1 PfUNd 20,479 20,531 t olland ioo Gulden > 68 , 7 « 169,16 chwciz IOO Franks 81 . 6 / 81,97 Wien 100 Schilling 59.88 59.50 Daris 100 Franes 18.52 18.58 Italien 100 Lire 29.88 22.41 Die Gefchäftsaufsicht über das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft Firma Gebrüder Ziegler, Colonialwarengroßhandlung in Sinsheim, ist durch rechtskräftig bestätigten Zwangsvergleich vom 22. April 1927 feit dem 7. Mai 1927 beendet Bad . Amtsgericht Sinsheim. _ Geräuch. Fische ab Räucherei Verlangen Sie Preisliste über Bücklinge, Schellfische Seelachs. 8 Lt. Dose Brathettnge Mk. 4.15, 8 Lt. Dose Bismarckheringe 4.40, 8 Lt. Dose Rollmops 4.40, 8 Lt. Dose Gelee-Hering 4.70 per Bahn, Eilgut ad Altona. (Bahnstation deutlich angeben). Nachfolgende Waren ab Lager durch Post frei dort: 2 Dos. Brat- hettnqe, 1 Dos. Bismarckheringe, 1 Dos. Rollmops, 2 Dos. Oelsardinen, zus. 6 Dos. = 9 Pfd. Mk. 5.42. 25 Dos. ff. 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