V Erscheint täglich «tt Ausnahme der Feiertage. Bezugs-Preis: Durch die Post bezogen und durch den Briefträger und unsere Austräger ftei ins Laus monatlich Goldmark 1.80 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. 3n Fällen von höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäftszeit t/28 bis 5 llhr Sonntags geschlossen. Fernsprech-Anfchlutz Nr. 11 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 0003 Der Lanöbote Änslreimer MM Leitung fas General-Anzeiger für fartifgr kljenz-unö §ckwarzbackital Heltefte und verbreitetfte Zeitung diefer Gegend* Qaupt-Hn^eigen-Blatt Wöchentliche Beilagen t OOode and Reim » Der Kobold » Deae Illustrierte » E*nd-wirtTchaftliche Beilage Anzeigen-Preise: Anzeigen: Die Z3 mm breit» Millimeter-Zeile 6 Goldpfg. Reklamen: Die 92 mm breit» Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrift im Anzeigen» und Textteil ist Petit. Bei Wiederholungen tariffeste». Rabatt, der bei RichtzahlunG innerhalb 8 Tagen nach Rech»! nungsdatum oder bei gerichtliche« Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme bis 8 llh» vormittags; größere Anzeigen müssen am Tage vorher aufgegeben werden. Bank-Konto: Deretnsbank Sinsheim e. G. m. b. L. M 103. Dienstag, den 21. Juni 1927. 88. Jahrgang Beginn 5er Dreimächtekonferenz. Eine Botschaft Coolidges. Genf, 21. Juni. Die Dreimächtekonferenz wurde gestern nachmittag um 3 Uhr in der Glasveranda des Völkerbundssekretariats, wo am Freitag noch der Völkerbund getagt hatte, eröffnet. Am Ratstisch hatten links die englische Delegation, in der Mitte die amerikanische und rechts die japanische Delegation Platz genommen. Hinter den Delegierten saßen in großer Zahl die technischen und militärischen Sachverständigen der einzelnen Delegationen. An den beiden Setten hatten der als Beobachter der französischen Regierung entsandte Graf Claupel und der von der italienischen Regierung entsandte Informator Ruspoli Platz genommen. Im Zuschauerraum sah man den Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond. Die Verhandlungen der Konferenz werden in englischer Sprache geführt, ohne daß die im Völkerbundsrat übliche Uebersetzung ins Französische stattfindet. Der amerikanische Delegierte Gibson. Botschafter in Brüssel, erklärte in einem Hinweis auf die vom Präsidenten Coolidge ausgegangene Einladung die Konferenz für eröffnet. Ohne Debatte wurde Gibson auf Vorschlag der englischen Delegation zum Präsidenten der Konferenz gewählt. Generalsekretär der Konferenz ist der amerikanische Gesandte in Bern, Wilson, dem ein englischer und ein japanischer Delegierter beigegeben werden. Auf Vorschlag des japanischen Admirals Satto wurde die Einsendung eines Begrüßungstelegramms an de» Präsidenten Coolidge beschlossen. Berlin, 21. Juni. Nach der Rückkehr von Genf wirb in Kreisen der deutschen Genfer Delegation darauf hingewiesen, daß der Gesamtaspekt, unter dem in der deutschen Presse die diesmalige» Genfer Beratungen gesehen worden sind, vielfach mißverstanden ist. Bei den diesmaligen Verhandlungen haben weniger die deutschen Angelegenheiten als vielmehr die durch den Abbruch der englisch-russischen Beziehungen geschaffene europäische Gesamtsttuation zur Debatte gestanden. Die ausführlichen Aussprachen über diesen Fragenkomplex sind nicht von England inauguriert worden und haben nicht die Absicht verfolgt, irgend welche Verpflichtungen für oder gegen England zu schafften. Daß die deutschen Belange innerhalb dieses Rahmens ein besonderes Interesse geweckt haben, ist angesichts der besonderen Lage, in der sich Deutschland befindet, verständlich. Jedoch ist auch in diesen Dingen der Gedankenaustausch nicht darüber hinausgegangen, mehr als eine Entspannung der bestehenden Lage zu schaffen. Daß derartige Besprechungen nicht in der Oeffent- lichkeit des Völkerbundes geführt werden konnten, ist infolge ihrer besonderen Natur ohne weiteres klar, da eine Uebereinstimmung in solchen Fragen nicht in öffentlicher Debatte erzielt werden kann. Es hat sich nicht darum gehandelt, eine Antisowjet-Front in Genf zu schaffen. Auch mit den Beziehungen der einzelnen, Nationen zum russischen Staat und zum russischen Volk an sich hat diese Aussprache mchts zu tun gehabt. Die Frage, um die es sich gehandelt hat, ist somit das allgemeine Empfinden, daß gewisse Auswirkungen der revolutionären Weltpropaganda und gewisse Methoden des Sowjetstaates nicht international gebilligt werden können. Der deutsche Standpunkt hat dementsprechend allgemeine Anerkennung gefunden, und die deutsche Auffassung der unbedingten Aufrechterhaltung der Neutralität ist gestärkt aus den Verhandlungen hervorgegangen. Zu den Fragen, die im Völkerbund unmittelbar selbst behandelt worden find, wird darauf verwiesen, daß es gelungen ist, in der Memelfrage den litauischen Ministerpräsidenten durch das eingeschlagene Verfahren stärker zu binden als dies durch einen Völkerbundsbeschluß der Fall gewesen wäre. Insbesondere, da auch andere Großmächte als Deutschland sich einwandfrei dahin geäußert haben, daß dies das letzte Mal sein müsse, daß Memelbeschwerden vor dem Völkerbund verhandelt würden. Ebenso ist darauf hinzu- Eisen, daß in den Danziger Fragen von vier Punkten drei zur Befriedigung Danzigs erledigt morden sind, und daß in der vierten Frage eine Einigung zwischen Polen und Danzig zu erzielen gewesen wäre, wenn nicht auch Deutschland aus anderen Gründen eine Vertagung für wünschenswert gehalten hätte. Zu bedauern ist allerdings, daß die Armenienfrage und der ungarisch-rumänische Streit nicht zu lösen gewesen sind. Die Deutschland interessierenden Punkte der Beilegung des Konfliktes in der Ostfestungsfrage und der Verminderung der Besatzungstruppen find leider nicht sehr viel weiter gefördert worden, da eine Einigung nicht erzielt werden konnte. Deutscherseits muß darauf hingewiesen werden, daß die Verminderung der Besatzungstruppen keine Wohltat ist, die sich Deutschland durch den Erweis seines guten Willens verdienen mutz, sondern daß Deutschland auf die Verminderung der Besatzungstruppen einen Anspruch hat, der ganz unabhängig von irgend welchen Bedingungen von den Alliierten erfüllt werden muß. Auf ein Mißverständnis scheint es hingegen zurückzuführen zu sein, wenn ein Vermittlungsvorschlag, den Deutschland in der Frage der Kontrolle der zerstörten Ostfestungen gemacht hatte und der eine Jnspek- ttvn durch einen Neutrale» vorsah, von alliierter Seite nicht ausgenommen worden ist. Die Besprechungen über diese Fragen würden jedoch zweifellos zu einem Ergebnis geführt haben, wenn nicht unglücklicherweise Brianb schwer erkrankt märe. Es ist endlich abwegig, die Krankheit Briands als eine politische Krankheit zu bezeichnen, da bereits die ersten Verhandlungen sehr stark unter dem schleckten Befinden Hierauf hielt der Präsident der Konferenz, Gibson, die Begrüßungsansprache, die er mit der Verlesung einer Botschaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten an die Konferenz begann. In der Botschaft drückt Präsident Coolitzge seine Genugtuung über die Konferenz aus. Ein Ueberein- kommen, das jegliche Form eines Wettrüstens zwischen Amerika, England und Japan für die Zukunft unmöglich machen würde, wäre von größter Bedeutung für die Aufrechterhal- tung der guten Beziehungen und des gegenseitigen Einvernehmens zwischen den drei Mächten und würde einen entscheidenden Schritt in der Richtung der allgemeine» Abrüstung bedeuten. Präsident Coolidge erklärte zum Schluffe in seiner Botschaft, daß er der einstimmigen Ueberzeugung des amerikanischen Volkes Ausdruck gebe, wenn er erkläre, daß die Vereinigten Staaten alles in ihren Kräften ßehende tun würden, um dieses Ziel zu erreichen. Hierauf legten die drei Delegierten Englands, Japans und Amerikas in großen Zügen der Konferenz die Flottenabrüstungsprogramme ihrer Regierungen vor. Das Programm der Secabrüstuugskonferenz. Remyork, 21. Juni. Hier wird folgendes Programm für die Genfer Seeabrüstungskonferenz bekannt: Festsetzung der Verhältniszahl für Hilfsfahrzeuge auf 5:5:8, Beibehaltung der Achtzöller für Kreuzer, Ablehnung der Herabsetzung der Tonnage für Grotzkampfschifse und Ablehnung jeder Erörterung über die Befestigungen im Sundagebtet und über den Panamakanal. Briands gelitten haben. Insgesamt ist bezüglich der deutsch- französischen Beziehungen darauf zu verweisen, daß heute eine Wiederannäherung als möglich erscheint. Deutscherseits kommt es darauf an, daß die prinzipielle Einigung, die in den Januarverhandlungen erzielt worben ist, nunmehr auch auf die Einzelheiten übertragen wird. Die deutsche Beteiligung an der Mandatskommission ist vor allen Dingen damit zu rechtfertigen, daß Deutschland über große koloniale Erfahrung verfügt, die es im Jnter- ffe der Allgemeinheit verwenden muß. Weiter muß darauf hingewiesen werden, baß die Beteiligung an der Manöats- Ermission noch lange nicht die Uebernahme eines Mandates bedeutet und daß andererseits eine gewisse Beaufsichtigung der Mandatssitze durch den Völkerbund nicht unerwünscht ist. — Insgesamt ist somit festzustellen, daß Deutschland, obwohl es diesmal im einzelnen nicht besonders viel nach Hause gebracht hat, die Stellung Deutschlands im Völkerbund sich weiter gebessert hat. Um den deutschen Sitz in der Mandatskommission Genf, 21. Juni. Die ständige Mandatskommission des Völkerbundes trat gestern vormittag zu ihrer ordentlichen Tagung unter Vorsitz des italenischen Marauis Theobalöi zusammen. Zu Beginn der Sitzung legte der Präsident der Kommission ein Schreiben des Generalsekretärs des Völkerbundes vor, in dem dieser Mitteilung macht, daß der Bölker- bundsrat in seiner Junitagung die Einräumung eines ständigen Sitzes an Deutschland in der Mandatskommission erwogen habe. Der Völkerbundsrat habe jedoch beschlossen, vor einer entgültigen Entscheidung hierüber die Stellungnahme der Mandatskommission anzuhören. In dem Schreiben wird sodann die Mandatskommission gebeten, auf ihrer gegenwärtigen Tagung zu der Einräumung eines Sitzes an Deutschland Stellung zu nehmen. Der Antrag des Rates wurde auf die Tagesordnung der Mandatskommission gesetzt. Hierbei betonte jedoch der Genfer Universitätsrektor Rappart, daß die Mitglieder der Mandatskommission nicht Vertreter ihrer Regierungen seien, sondern der Kommission ausschleßlich in der Eigenschaft als Sachverständige angehörten. In der Oeffentlichkeit sei vielfach der falsche Eindruck entstanden, daß die deutsche Regierung nunmehr einen Vertreter in die Kommission ent« senden werde. Dies entspreche jedoch nicht den Statuten der Mandatskommission, deren Mitglieder an keine Instruktionen der Regierungen gebunden seien und lediglich als Sachverständige und nicht als politische Vertreter die Berichte der Mandatsmächte zu prüfen hätten. Zur Diskussion wurde beschlossen, in den weiteren Verhandlungen auch die Frage der Kompetenzen der Kommission zu erörtern. Hierzu liegt ein Schreiben der englischen Regierung vor, in dem eine genaue Begrenzung der Kompetenzen der Mandatskommission gefordert wird. Ferner wird eine Prüfung der Souveränitätsrechte der Mandatsmächte in den Mandatsgebieten verlangt. Die Kommission wird sich weiter mit den Berichten der Mandatsmächte über die Verwaltung ihrer Mandatsgebiete zu befassen haben. Der Leiter der Mandatsabteilung des Völkerbundssekretariats legte sodann den üblichen Vierteljahresbericht über die Tätigkeit der Abteilung vor. Der Bericht enthält lediglich eine allgemeine Uebersicht über die laufenden verwaltungstechnischen Angelegenheiten. London, 21. Juni. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph wies gestern im Zusammenhang mit den Vereinbarungen über die Erteilung eines Sitzes in der Mandatskommission an Deutschland daraufhin, daß mit der Opposition der britischen Dominions zu rechnen sei, da diese seit langem einen Sitz in der Mandatskommission verlangten. Ueber die Besprechungen zwischen Chamberlain und Dr. Stresemann berichtet der Korrespondent, der englische Außenminister habe Dr. Stresemann darauf hingewiesen, daß gerade 'er die Möglikeit habe, die Sowjetregierung zur Mäßigung zu ermahnen, nachdem England die diplomati- schen Beziehungen mit Rußland abgebrochen habe, Italien in Moskau mißtrauisch beobachtet werde und der belgische Außenminister als Sozialist und Verräter gelte. Frankreich sei merkwürdigerweise von Chamberlin nicht erwähnt worden. Die französische Presie zur neuesten Rede Poincares Paris, 20. Juni .Die gestrige Rede Poincares in Lune- ville erweckt naturgemäß in allen Parteilagern lebhaftes Echo. Während die Rechte den Ausführungen Poincares selbstverständlich rückhaltlose Anerkennung zollt, bedauert die Linke die Erklärungen Poincarss und befürchtet, daß sie nicht nur die deutsch-französische Annäherung erschweren werden, sondern auch geeignet seien, daß Mißtrauen -des Auslandes gegenüber der französischen Außenolitik infolge der zunehmenden Einflußnahme Poincarss auf die auswärtigen Angelegenheiten zu steigern. Das Blatt Caillaux', die „Volonte", schreibt, wenn man die Worte Poincarös lese, so glaube man sich plötzlich drei Jahre zurückversetzt. Poincarö klage Deutschland des böse« Willens an und poche aus die Rechte Frankreichs aus dem Versailler Vertrag, als ob Locarno, Völkerbund und Briands Politik keine Tatsachen, sondern Träume wären. Poincares Uebergriffe in die Domäne Briands mehrten sich ständig. Unter diesen Umständen sei es wünschenswert, daß man in Frankreich keine Kriegerdenkmäler mehr enthülle. Das sozialistische „Oeuvre" ist von der Poincare-Rede keineswegs überrascht. Alles, was Ser Ministerpräsident gestern sagte, habe er bereits wiederholt erklärt. Neu sei nur die Stelle, die von dem Interesse Frankreichs spricht, mit seinen Nachbarn wieder gute Beziehungen aufnehmen zu wollen. Auf diese Stelle der Rede geht übrigens auch die „Volonte" ein. Das Blatt meint, vor drei Jahren hätte Poincars sicherlich noch keinen Unterschied zwischen dem deutschen Volk und dem kaiserlichen Regime gemacht. Das alles wolle aber nichts besagen angesichts der Bestrebungen des französischen Ministerpräsidenten, die Kriegsschulbfrage wiederaufzurollen, in der Frage des Dawesplanes gegen Deutschland Mißtrauen zu säen und Deutschland der Verletzung der Militärklauseln des Versailler Vertrages zu beschuldigen. In letzterer Frage steht übrigens Poincarö in scharfem Gegensatz zu Briand. — Der „Avenir" Millerands sieht in der Rede eine offizielle Bestätigung dafür, daß die Annäherungspolitik zwischen Deutschland und Frankreich bisher kein Ergebnis gezeitigt habe. Die royalistische „Action francaise" bezeichnet die Rede als eine Inventaraufnahme der deutschen Verfehlungen. Der „Figaro" meint, die Ausführungen Poincarss hätten nach der Vertagung gewisser wichtiger Fragen in Genf die wahre Lage der europäischen Politik zu erkennen gegeben. Lothringer Stimme zum Abmarsch franzö- sicher Truppen in Saarbrücken. Ohne irgend eine Anteilnahme der Bevölkerung verließen, wie bereits berichtet, in der BÜche nach Pfingsten französische Truppen Saarbrücken und zogen fort. Beachtenswert ist, daß nach Beobachtungen eines lothringischen Augenzeugen der Empfang der im Saargebiet ausquattierten Franzosen in Forbach ein ziemlich kühler war. Me gut französische, aber in deutscher Sprache erscheinende „Forbacher BLrgcrzeitung" verzuckert diese Tatsache, so gut sie kann. Sie schreibt: „Der Abzug aus dem Saargebiet selbst mar ohne Störung vor sich gegangen, und die Bevölkerung verhielt sich durchaus korrekt. Für die 153 er war es aber eine Freude, von einer indifferenten und teilweise feindlichen Bevölkerung nun zu Freunden und Landsleuten zu kommen." Und der Herr Maire von Forbach mit dem ganz französisch klingenden Namen Batth, dessen Vater aus dem Saargebiet stammt, begrüßte den Oberst und seine Soldaten durch eine Ansprache, in der von der früheren deutschen Knechtschaft die Rede war; dann hieß es: „Immerhin kann eine solche Fremdherrschaft nicht währen, ohne Spuren zu hinterlassen: viele unserer Mitbürger sprechen die fmnzösische Sprache nicht. .Ich bitte Sie, dieselbe wegen des Spmchunterschiedes nicht zu verwechseln mit der feindseligen Bevölkerung, die Sie eben verlassen haben." * Danke, Herr Maire, für zweierlei: erstens dafür, daß auch Sie als im Augenblick gerade franzöfelnder Lothringer doch zugeben, daß bei Ihnen die Landessprache deutsch sst: zweitens für das gute Zeugnis, das Sie ungewollt den Saarbrückern ausstellen. Me im Saarland sind wirklich so wenig wie sonst eine rheinische Stadt geeignet, eine französische Besatzung mit „Liebe" zu behandeln. Me Stimmung ist immer die: Wohl ist es den Saarländern erst dann wieder, wenn der letzte Franzose aus ihrem Verreich verschwunden ist. Amerikanische Stimmen für sofortige Rheinlandräumung Rewyork, 21. Juni. Die „Newyork Times" schreiben, die Genfer Vorgänge hätten den Beweis erbracht, daß Deutschland bei der Lösung internationaler Fragen unentbehrlich geworden und mehr als andere Staaten in der Lage sei, auf Moskau mäßigend einzuwirken. Stresemann scheine wirklich die Rolle übernehmen zu wollen. Deutschland würde — so erklärt das Blatt weiter — die sofortige Rheinlandräumung verlangen. Es würde kein großes Risiko sein, wenn man der sofortigen Räumung des besetzten Gebietes zustimmte. Deutschland habe bestimmt ein moralisches Recht darauf, selbst wenn Mtr die gesamte Staatslotterie ebenso auch für die Länder Bayern, Württemberg und Baden erheblich günstiger als seither. Bisher siel der, beträchtliche, zur Rücklage in jedem Jahre abgeführte Betrag ausschließlich in die preußische Staatskasse. Nun nehmen auch die süddeutschen Länder an der künftigen Rücklage gleichfalls nach der Bevölkerungszahl teil. Sodann wird die Staatslotterie aus einem preußischen Unternehmen in ein Gemeinschaftsunternehmen der vertragsschließenden Länoer umgestaltet. Sie untersteht fortan nicht mehr dem preußischen Finanzminister, sondern ausschließlich dem paritätisch zusammengesetzten Staatslotterieausschuß. Die Neuregelung bringt den süddeutschen Ländern eine maßgebende Mitwirkung bei der Leitung des Unternehmens. Dr. Köhler zur Besoldungsreform Berlin, 21. Juni. Im Haushaltsausschutz.des Reichstages erklärte Reichsfinanzminister Dr. Köhler zu den Anträgen über die Beamtenbesoldung: „Die periodisch wiederkehrende Zusage über eine Reform unserer Beamtenbesoldung soll damit ein Ende finden, daß nach der Meinung der Regierung am 1. Oktober dieses Jahres eine wirklich durchgreifende Reform der Beamtenbesoldung stattfinden soll. Die Reichsregierung hat sich einmütig auf den Standpunkt gestellt, daß diese Reform der Bcamtenbesoldung keine teilweise, sondern eine alle Besoldungsgruppen umfassende sein soll. Sie möchte daher auch davon absehen, prozentuale Zuschläge auf Grund der heute bestehenden Besoldungsordnung der Beamten zu gewähren. Die Regierung ist davon überzeugt: daß die jetzige Besoldungsordnung so viele Unstimmigkeiten enthält und zu so viel berechtigten Beschwerden Anlaß gegeben hat, daß hierauf keine prozentualen Zuschläge aufgebaut werden können. Es ist daher beabsichtigt, eine neue Besoldungsorbnung zu schaffen, die dem entspricht, was vom Parlament schon verlangt wurde, wie auch von den Beamtenorganisationen für notwendig gehalten worden ist. Bei dem Ausmaß ist natürlich auf die finanzielle Lage des Reiches Rücksicht zu nehmen. Nach meiner Meinung erforderte eine Vesol- bungsregelung einen Aufwand von weit mehr als einhundert Millionen ohne Berücksichtigung der Kosten für die Beamten der Eisenbahn- und Postverwaltung. Hieran schließt sich automatisch eine Erhöhung der Bezüge für Kriegsbeschädigte an, die mehr Kosten verursacht, als die Ausgaben für die eigentlichen Beamten. Man schätzt den Gesamtmehraufwand auf mehrere hundert Millionen. Bei einer solchen Mehrausgabe ist es doch sicherlich Pflicht der Regierung, auch über die Deckungsfrage nachzudenken und nicht ohne weiteres die Lösung der Deckung etwa dem Reichstag zu überlassen. Aus diesem Grunde hat die Reichsregierung an ihrer Zusage vom 1. Oktober ab die Besoldung zu erhöhen, die Bedingung geknüpft, daß die wirtschaftliche Lage nicht schlechter wird. Dies soll natürlich nicht heißen, daß schon bei einem etwaigen einmaligen geringeren Eingang von Steuern hiervon abgesehen wird, sondern gemeint wird, daß keine wirtschaftliche Katastrophe eintritt. Dieser Auffassung muß wohl jedermann zustimmen, da wir auf dem Boden einer Anleihe sicher keine neue Besoldungsordnung schaffen können. Ich glaube, die feste Zusage hier abgeben zu können, daß ich in der Lage sein werde, für 1927 .für den Reichsetat ohne weitere steuerliche Maßnahmen die erforderlichen Mittel aufzubringen. Narr sich lächelnd, sonst falle ich durch mein „scheinbar" beschei- )enes Benehmen auf. Ich bin ja so entsetzlich falsch, Herr Staatsanwalt!" Couragiert die Holzstufen hinabsteigend, zog er auf der vierten den Fuß schnell im ersten Schreck wieder in die Höhe, als ein nicht endsnwollendes Geklingel ertönte — sin Zeichen, daß ein East nahe — dann aber stieg er festen Schrittes weiter hinab und landete, freundlich und neugierig von den Wirtsleuten begrüßt, in der Gaststube. Anatol trat an das Büfett und sagte artig aber kühl: „Ich bitte um eine kleine Weihe." Hierauf setzte er sich an einen langen Tisch an der Seitenwand, an dem schon mehrere Männer kartenspielend saßen, bei deren näherer Betrachtung er innerlich erschrak. Run kam auch der Wirt, welcher ihm das Bier in einem weiten, henkellosen Glase überbrachte, und fragte, ob er vielleicht etwas zu essen wünschte. Auf des jungen Gastes höf- . liche Verneinung zog er sich mit sehr erkaltetem Ausdruck in dem runzlichen Antlitz wieder zurück. Beim Eröffnen der Blechkapsel konnte Anatol nur mühsam die Rührung unterdrücken, die sich heiß in seine Augen drängen wollte. Er wußte bestimmt, daß das der Guten ganzer Buttervorrat gewesen, den sie in das ausgehöhlte Brot hineingezwängt: vor nächster Woche hatte sie nun keine, denn dann war erst wieder so viel Sahne beisammen, um neue Butter ausstoßen zu können. Daneben noch ein großes Stück durchwachsener Speck und ein halber, großer Ziegenkäse. Diese Unmasse Proviant hatte sie ihm liebend zugemutet, noch vor dem Eintreffen bei dem Phantasieonkel in sich hineinzupacken. Sie fürchtete, da würde es Lnapp hergehen, darum wollte sie wenigstens für heute noch vorgesorgt haben. Einer der Droschkenkutscher, ein Mann von ungefähr fünfundzwanzig Jahren, der etwas angeheitert schien, betrachtete Anatol mit den liebevollsten Blicken. „Ein zu hübscher Junge," sagte er, sich mit der Hand über den braunen Schnurrbart streichend. „Du, Ede," zischelte ein noch ganz junger, durchtriebener Geselle von derselben Gilde, „ick lach' mir'n Ast, dem kleenen türlich müßten auch Post unk» Effenbahn für Deckung der erforderlichen Mittel sorgen. Ferner ist zu beachten, daß eine Erhöhung sämtlicher Beamtengruppen erfolgen soll. Ebenso sollen die Pensionäre, Wartegeldempfänger unö Hinterbliebenen entsprechende Berücksichtigung finden. Die Länder und Gemeinden werden dem Vorgehen des Reiches mehr oder weniger folgen müssen. Wenn ich Ihnen heute auch noch nicht die Gesamtstellungnahme aller deutschen Länder mitteilen kann, so bin ich doch in der Lage, Ihnen im Namen des preußischen Finanzministers die Erklärung abzugeben, daß Preußen nicht in der Lage ist, früher als am 1. Oktober dieses Jahres eine Erhöhung der Beamtenbesoldung in seinen Etat unterzubringen. Ich werde in der Lage sein, Ihnen demnächst die Stellungnahme der einzelnen Länder zu sagen, da eine gemeinsame Sitzung der Länderfinanzminister mit dem Reichsfinanzminister über diese Frage statffinden wird. Zu den Aufbesserungen der Länder kommen dann noch die Gemeinden. Ich möchte heute schon ausdrücklich betonen, daß keine Rede davon sein kann, daß den Ländern oder Gemeinden vom Reich irgend welche Zuschüsse zur Erhöhung der Beamtenbesoldung gewährt werden können. „Sie müssen versuchen, aus ihren eigenen Einnahmen auch mit der Erhöhung der Beamtenbesoldung fertig zu werden. Abschlagszahlungen jetzt zu geben, halte ich für- verkehrt, schon aus dem Grunde, weil hierdurch ein Verzetteln der dem Reiche zur Verfügung stehenden Gelder eintreten würde. Wir sind entschlossen, durchgreifend zu helfen. Es soll keine Beamtengruppe übergangen oder übersehen werden. Wir rpollen Rücksicht nehmen auf das, was sich im Laufe der sieben Jahre in der Besoldungsordnung als verbesserungsbedürftig erwiesen hat, aber vor dem 1. 'Oktober ist das finanziell nicht zu tragen." An Dr. Köhlers Ausführungen schloß sich eine längere Debatte an, die am Freitag im Beisein der Finanzminister der Länder fortgesetzt werden soll. Deutscher Reichstag (323. Sitzung.) Präsident Löbe eröffnet die Sitzung um 15 Uhr. Auf der Tagesordnung steht an erster Stelle die zweite Beratung der Vergleichsordnung. Danach kann ein Schuldner, der zahlungsunfähig geworden ist, zur Abwendung des Konkurses die Eröffnung eines gerichtlichen Vergleichsverfahrens beantragen. Die umfangreiche Vorlage, die 93 Paragraphen umfaßt, wird unter dem lebhaften Beifall des Hauses ohne jede Aussprache in zweiter und dritter Lesung gegen die Kommunisten angenommen. Es folgt die erste Lesung des Schankstättengesetzes. Der Retchswirtschaftsminister Dr. Curtius ergriff das Wort, dessen Ausführungen wir an anderer Stelle bringen. Abg. Schultz -Westfalen (Soz.) erklärt, die Forderungen der Gegner des Alkoholmißbrauchs seien in der Vorlage in keiner Weise verwirklicht. In der Frage des Jugendschutzes sei sie ein Rückschritt. Mit bürokratischem Hochmut gehe die Regierung über das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung hinwea. Abg. Frau Philipp-Baden (Ztr.) weist darauf hin, daß die Frau am meisten unter den Folgen des Alkoholmißbrauchs zu leiden habe. Auch im Interesse des anständigen Wirtegewerbes müsse eine strenge Prüfung des Bedürfnisses durchgeführt werden. Die Abgabe von Alkohol an Jugendliche sollte verboten werden. Es sei widernatürlich, daß man die Nacht zum Trinken statt zum Schlafen benutze. Verlängerungen der Polizeistunde sollten deshalb grundsätzlich abgelehnt werden. Abg. M o l l a t h (Wirtsch. Vereinigung) erklärt: Die Vorlage sei für seine Freunde unannehmbar. Die Freunde der Trockenlegung und des Gemeindebestimmungsrechtes sollte» aus den Erfahrungen lernen, die man in Amerika damit gemacht habe. Dort wurden 1914 321 000 Verhaftungen wegen Trunkenheit vorgenommen. 1923 nach Einführung der Trockenlegung waren es 515 000. Die jetzigen Bestimmungen der Gewerbeordnung reichen völlig aus, so daß die Vorlage ganz überflüssig ist. Man will damit die Mehrheit des Volkes vergewaltigen. Die Sonderbestimmungen gegen das Gastwirtsgewerbe bedeuten eine Aufhebung der Gewerbefreiheit und damit eine Verfassungsänderung, die nur mit Zweidrittelmehrheit beschlossen werden kann. Abg. Frau Arenchsee (Komm.) wirft den Reichstagsparteien vor, daß es ihnen gar nicht ernsthaft um die Bekämpfung des Alkoholismus zu tun sei. Der vorliegende Gesetzentwurf ändere nicht viel an den bestehenden Zuständen, sondern enthalte nur kleinliche Bestimmungen gegen das Gastwirtsgewerbe. Barno müssen wir'n Affen ansetzen, der hat sich man bloß aus Zufall hierunter verloofen." „Ja, du, dett mach' mal," füsterten die anderen, rings um den Tisch Sitzenden, außer einem einzigen, der davon abredete, dem aber sofort sämtliche heiser zukrächzten: „Ach watt, allens weest de besser, aus deine Tasche jeht's ja nich; steck' deine Nase int' Jlas, un kümmere dir nich um uns!" Der mit „Ede" angeredete, gutmütig aussehende Droschkenkutscher stand auf, ging an das Büfett und forderte: „Bor'n Jroschen Kimmel mit fein Bittern." „Mir'n Kimmel mit Luft," verlangte der andere Kutsck)er, derselbe, welcher den Wunsch hegte, sich „einen Ast zu lachen." Beide traten mit dem Gläschen in der Hcmd an Anatols Seite hin. „Willste mal eenen abbeihen, kleener Weißkopp?" nahm Rante das Wort. Nichts konnte Anatol mehr Spaß bereiten, als wenn man Anspielungen, die beleidigend sein sollten, auf seine Haare machte. „Ich danke sehr, ich bin an solche Getränke nicht gewöhnt," lehnte er freundlich, aber entschieden ab. „Donnerwetfftein, aus was für'n Jrafenschloß kommen denn Eure Hoheit?" rief der Kutscher. „Habt ihr jehört? Ich bin an solche Jetränkq, nich jewöhnt", wiederholte er, geziert die Lippen spitzend, mit hoher Stimme, glaubend, den jungen Fremdling köstlich kopiert zu haben. Sämtliche Anwesende bestärkten ihn noch in seiner Verblendung, indem sie den „Mimen" durch wieherndes Gelächter belohnten. „Een Schlücksken kannst du doch mal nehmen," quälte der Kutscher aufdringlich, packte Anatol plötzlich im Genick und wollte chm den Inhalt des Glases gewaltsam in den Mund gießen. Im nächsten Augenblick hatte er aber bereits einen so kräftigen Stoß vor die Brust empfangen, daß er plötzlich auf dem Boden saß. Rr. 103. Jahrgang 1927. Der Landbote * Stnsheimer Zeitung. Dienstag, den 21. Juni 1927. Abg. S p a r r e r tDem.) mahnt zu einer besonders vor- fichtigen Behandlung der Vorlage, da die Gewerbefreiheit gefährdet sei. Seine Freunde seien bereit, bei der Bekämpfung des Alkoholmißbrauches mttzuwirken. Der Redner fordert auch eine einheitliche Regelung der Polizeistunde. Unmöglich sei die Bestimmung, daß zu Heilzwecken Alkohol nur auf ärztliches Rezept abgegeben werden darf. Hoff- mannstropfen müsse doch der Apotheker ohne weiteres verkaufen können. Abg. Schirmer-Franken lBayr. Volkspartei» ist bereit, alle Bestrebungen zu unterstützen, die auf eine Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs und auf einen Schutz der Jugend hiüauslaufen. Der Redner empfiehlt eine Eingabe der katholischen Jugendvereine, wonach auf vierhundert Einwohner nur eine Schankstätte kommen soll. Bauern werde dem Hauptziel mancher Länder, die weibliche Bedienung abzu- fchaffen, nicht folgen, denn Bayern habe seine weibliche Bedienung sehr gern (Heiterkeit». Bayern laste stch auch sein Bier nicht nehmen (erneute Heiterkeit». Das Gemeindebestimmungsrecht müste natürlich abgelehnt werden. Abg. Rippe! (Dtn.» wünscht ein verbessertes Konzessionswesen. Die parteipolitische Behandlung des Gemeindebestimmungsrechts habe viele Freunde dieses Rechtes in den deurschnationalen Reihen zu der Ueberzeugung gebracht, daß das Gemeindebestimmungsrecht bei Beratung dieses Gesetzes keine Rolle spielen dürfe. Abg. B i ck e s (DVP.» begrüßt den Gesetzentwurf im ganzen und behält sich die Stellungnahme zu Einzelheiten vor. Das Ziel müste sein, unsere Jugend vor den Gefahren des Alkohols zu bewahren, aber auch die berechtigten Interessen des ehrbaren Gastwirtstandes zu schützen. Die Vorlage wird an den volkswirtschaftlichen Ausschuß verwiesen. Das Haus vertagt stch auf Dienstag 15 Uhr: Reform des Strafgesetzbuches. Sitzung des iutcrfraktionellen Ansschustes. Berlin, 21. Juni. Ter interfraktionelle Ausschuß der Regierungsparteien trat in Anwesenheit des Reichsfinanzministers Dr. Köhler am Montagvormittag zehn Uhr wieder zusammen, um die Verhandlungen über die strittigen Zoll- und andere Fragen fortzusetzen. Für die Fortsetzung der Aussprache über die Weltwirtschaftskonferenz im Auswärtigen, Volkswirtschaftlichen und Handelspolitischen Ausschuß des Reichstages ist noch kein fester Termin bestimmt. Wahrscheinlich wird die gemeinsame Sitzung erst am Mittwoch oder Donnerstag stattfinden. Ans dem Hanshaltsansschutz des Reichstages. Berlin, 21. Juni. Im Haushaltsausschutz des Reichstages wurden gestern sozialdemokratische, demokratische und kommunistische Anträge über die Neuregelung der Beamtenbesoldung beraten. Alle drei Parteien treten für eine Erhöhung rückwirkend ab 1. April ein. Dr. Curtius zum Schankstättengesetz Dr. Curtius leitet die Beratungen zum Schankstättengesetz ein. Die Erkenntnis, öai die bisherige Regelung des Schankstättenwesens nicht ausreichend ist. sei allgemein. Der Alkoholmißbrauch zerstöre nicht nur die Gesundheit des Einzelnen, sondern auch die Volksgesunüheit. Der Staat könne daher nicht an der Notwendigkeit Vorbeigehen, nicht nur eingetretene Schäden zu heilen, sondern auch vorzubeugen. Andererseits wäre es verfehlt, die Grenzen der staatlichen Zwangsgewalt zu weit zu ziehen. Der vorliegende Gesetzentwurf wolle die vorhandene Lücke ausfüllen. Eine Trockenlehnung Deutschlands lehne die Reichsregierung ab. Der Minister verweist darauf, daß in Amerika bereits eine Einschränkung des Alkoholverbots erwogen werde und daß auch andere trockengelegte Staaten das Verbot in steigendem Maße wieder abgebaut hätten. Im Einvernehmen mit den Beschlüssen des Reichstages lehne die Reichsregierung auch das Gemeindebestimmungsrecht ab. Dagegen sei ein Ausbau und eine Verbesserung des Schankkonzessionswesens dringend erfogrderlich. Wenn auch nach der Gewerbe- und Betriebszählung die Gesamtzahl der Gastwirtschaften seit 1907 von 270 000 auf 256 000 zurückgegangen sei, so hätten sich doch die Vrannweitkleinhanülungen um ein Viertel vermehrt. Der Entwurf will einer übermäßigen Vermehrung der Schankstätten dadurch Vorbeugen, daß die Schankstättenerlaubnis von der Führung eines Bedürftigkeitsnachweises abhängig gemacht wird und daß besonders zum Schutz der Jugend gegen die Alkoholgefahren die Bedingungen für die Erlaubniserteilung erschwert werden. Das sogenannte Gotenburger System, bei dem gemeinnützigen Vereine bei der Erlaubniserteilung vorgezogen werden, hat die Regierung nicht übernommen. Wir glauben, daß mit dem vorliegenden Gesetzentwurf dem Ziel der Volksgesunüheit und der, Erhaltung eines mittelständischen Gastwirtsgewerbes gedient ist. Glückwunsch- und Anerkennungsschreiben des Reichspräsidenten bei Arbeitsjubilaen Von unterrichteter Seite wird darauf aufmerksam gemacht, daß der Reichspräsident an Angestellte und Arbeiter Glückwunsch- und Anerkennungsschreiben aus Anlaß eines Arbeitsjubiläums aus besonderen Antrag der Firma, bei der sich der Jubilar befindet, unter folgenden Voraussetzungen übermittelt. Der Jubilar muß mindestens eine 50jährige ununterbrochene Arbeitszeit bei ein und derselben Firma zurückgelegt haben, wobei bei der Feststellung der Tienstjahre die Militär- und Kriegsdienstzeit anzurechnen ist und sich am Jubiläumstage noch in den Diensten der Firma befinden, nach seinen persönlichen Verhältnissen der beantragten Auszeichnung in jeder Hinsicht würdig sein. BiS zum 1. Juli öS. Js. nimmt das Büro des Reichspräsidenten noch Anträge für Jubilare mit einer 40—19jährigen Dienstzeit entgegen. Nach diesem Zeitpunkt werden jedoch, wie oben angegeben, Jubiläumsschreiben nur für eine 50jährige Dienstzeit ausgefertigt. Tie Anträge sind von den Firmen unmittelbar oder durch Vermittlung der gesetzlichen Berufsvertretung (Handelskammer, Handwerkskammer. Arbeitgeberverbände» oder der Polizeibehörde beim Büro des Reichspräsidenten, Berlin W. 8, Wilhelmstr. Nr. 73, einzureichen. Baden. Siebenter badischer Iugendherbergstag. Bruchsal, 20. Juni. Am Samstag und Sonntag fand hier der siebente badische Iugendherbergstag statt, der stark besucht war. Am Samstag nachmittag wurde der Iugendherbergstag mit einer Versammlung der Ortsgruppenoertreter unter dem Vorsitz des Geschäftsführers Fahrenbruch (Karlsruhe) eröffnet. In dieser Versammlung wurden die Hauptpunkte für die Hauptversammlung durchgesprochen. Es wurden dabei die technischen Fragen des Manderns der Jugend und der Schulen, ihre Unterbringung auf der Wanderfahrt, die Werbetätigkeit besprochen. Abends fand ein Begrüßungsabend statt, zu dem sich auch die Spitzen der Behörden, die Geistlichkeit und die Lehrerschaft eingefunden hatten. Fm Mittelpunkt des Abends, der von Musikdarbietungen des Schülerorchesters des Gymnasiums umrahmt war, stand der Licht- bildervortrag des Fugendsekretärs Walter Düsedau aus Mannheim über „Iugendferienlager auf der Insel Sylt." Der Redner schilderte in packender Weise seine' .Eindrücke von dem Leben und Treiben der Hamburger Jugend auf Sylt. Der Hauptversammlung am Sonntag ging vormittags eine Besprechung der Iugendherbergsleiter und Herbergsväter voraus. Die Hauptversammlung selbst begann um 10 Uhr. Der Eröffnungsansprache des ersten Vorsitzenden Oberregierungsrat Broßmer (Karlsruhe) folgten die Begrüßungsreden der Behördenvertreter, außerdem kamen zahlreiche Telegramme und Sympathieschreiben zur Verlesung, darunter auch ein Telegramm des Prinzen Max von Baden. Auch ein Vertreter des Zehnten Deutschen Turnkreises (Baden) begrüßte die Tagung. Unter anderem sandte auch der interfraktionelle Ausschuß für Leibesübungen des Badischen Landtags ein Glückwunschschreiben, desgleichen mehrere Städte, des Landesfinanzamts und die Universität Heidelberg. Der Geschäftsund Kassenbericht erstattete sodann Geschäftsführer Fahrenbruch. Bemerkenswert daraus ist, daß die drei Eigenheime, die der Gau Baden für deutsche Jugendherbergen in Reisenbach bei Mudau (Odenwald), in Sehlberg und in Ueberlingen erstellt hat, schuldenfrei sind. Zwei verdiente Förderer des Fugendherbergewerks, Hauptlehrer Langer (Walldürn) und Gewerbeschuldirektor Karl Lehmann (Ueberlingen) wurden einstimmig zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ein Antrag im Herbst 1927 einen allgemeinen badischen Fuzendherbergswerbetag abzuhalten, wurde angenommen. Der nächsteachte Fugendherbergstag 1928 soll im Eigenheim Ueberlingen stattfinden. In den kommenden Jahren soll regelmäßig im Herbst eine alDemein durchgeführte Werbewoche erfolgen. — Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde das Bruchsaler Eckstoß und die neue hiesige Jugendherberge besichtigt. Damit fand die schöne Tagung ihr Ende. Pfarrecht der Konfessionen. ep In einigen Fällen ist es streitig geworden, unter welchen Domussetzungen in einer Gemeinde die Glieder der evang. und der römisch-kath. Kirche das Pfarrecht im Sinne der staatlichen Verordnung „die weltliche Feier der Sonn- und Festtage betr." besitzen. Eine Entscheidung des Ministeriums des Innern hat nun folgende Entscheidung darüber getroffen: Pfarrecht hat eine Konfession 1. in dem Ort der Mutterkirche mit ständigem Seelsorgersitz des Kirchspiels selbst, 2. in Filialgemeinden und Nebenorten, welche zu dem Kirchspiel einer Mutterkirche gehören, 3. im übrigen an allen Orten, an welchen der Sitz eines ständigen Seelsorgers sich befindet, also an Orten, die Sitze von evang. Pastorationsstellen oder kathol. Kuratkaplaneien oder Pfarrkuratien sind. Dagegen kommen diejenigen Orte nicht in Betracht,, welche — ohne Filialgemeinden oder Nedenorte von Kirchspielen zu sein, — von einem anderen Orte aus pastoriert werden. Hierher gehören alle Diasporagemeinden, in denen ein eigener ständiger Seelsorger sitz nicht vorhanden ist. Die Hauptversammlung der „Badische« Heimat". Mannheim, 21. Juni. Am Sonntagvormittag eröffnete Universitätsprofessor Dr. Fischer-Freiburg, der Vorsitzende des Landesvereins „Badische Heimat" im Rittersaal des Schlosses die diesjährige Hauptversammlung. Er teilte mit, daß der Verein nunmehr in Freiburg ein eigenes Heim besitze- der Verein zähle heute in 50 Ortsgruppen etwa 12 600 Mitglieder. Geh. Rat Krebs gab den Kassenbericht. Alsdann schritt man zu den Wahlen. Ter Landesausschutz und der Engere Ausschuß wurden durch Zuwahlen ergänzt. Prof. Dr. Fischer bleibt ein weiteres Jahr Landesvorsitzender. Die nächste Hauptversammlung wird in Karlsruhe stattftnden. . Nach Erledigung des geschäftlichen Teils sprach Stadtoberbaudirektor Zizler-Mannheim über „Heimatschutz, Ortsund Landesplanung". Der Heimatschutz müsse planmäßig organisiert werden. Schädigungen des Landschaftsbildes wären zu vermeiden. Die Errichtung einer Landesplanungsstelle sei für die Fragen der sieölungspolitischen und verkehrstechnischen Entwicklung wünschenswert. Alsdann berichtete Prof. Dr. Fischer kurz über den gegenwärtigen Stand der Familiensorschung unter besonderer Berücksichtigung der modernen Erbforschung. Von ärztlicher Seite aus sollten Gesundheitsbücher und Zeugnisse gesammelt und auch das Ergebnis der Schulkinöeruntersuchungen dokumentarisch niedergelegt werden, um so Nachweise für die Entwicklung einer ganzen Generation zu bekommen. Die Familienforschung solle sich nicht in der Aufstellung von Ahnenreihen und Stammbäumen erschöpfen, sondern vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl der Familien wecken und fördern. Aus Nah und Fern. * Einsheim, 21. Juni. (Anläßlich der Gastwirtetagung in Heidelberg) findet Donnerstag, den 23. Juni, große Schloh- beleuchtung statt. An diesem Tage verkehrt außer Zug 445 Sinsheim an 22.18 Uhr auch Zug 447 wie an Sonntagen Sinsheim an 23.59 Uhr. w Einsheim, 20. Juni. (Bezirksobstbauverein.) Der Obstbauverein hielt am Sonntag seine Generalversammlung im „Löwen" in Sinsheim ab. Der Vorstand Herr Oberlehrer Bach, Steinsfurt, begrüßte.die Erschienenen, insbesondere Herrn Diplom- Landwirt Ilß, Berireter der Bayerischen Wirtschastswarte in Karlsruhe und Herrn Obstbauoberinspektor Brücker in Heidelberg. Nachdem der Rechner, Gärtner Aug. Kaufmann, den Rechenschaftsbericht verlesen hatte und verschiedene geschäftliche Angelegenheiten erledigt waren, hielt Herr Dipl.-Landwirt Ilß einen Vortrag über „Düngung der Obstgehölze, Gemüse und Reben." Davon ausgehend, daß jede Pflanze natürlichen Dünger braucht, weil er hauptsächlich Humus bildet und durch seine Bakterientätigkeit die Pflanze im Aufbau und Wachstum fördert, ging er auf die Anwendung des künstlichen Düngers über, weil der Stallmist zur genügenden Düngung nicht ausreicht. Der Kunstdünger, insbesondere der Stickstoffdünger, wird zur richtigen Zeit, auf entsprechender Bodenzusammensetzung gegeben, stets seine Wirkung tun, und die Auslagen durch bessere Ernten entlohnen. Der Redner hob hervor, daß Stickstoff einerseits Leben erzeugt, andererseits aber auch, vorsichtig und sachgemäß angewandt, dem Unkraut, besonders dem so unbeliebten Hederich den Tod bringt. Anschließend an seinen Bortrag zeigte er im Lichtbild die Erzeugung und Wirkung des Kalkstickstoffs. Obstbauoberinspektor Brücker sprach über' „Bekämpfung der Obstschädlinge durch die Motorspritze. Er betonte, daß es unbedingt notwendig sei, um eine Wirkung zu erzielen, daß die Motorspritze viel mehr und> besonders im Spätjahr angewandt werden müßte. Anschließend wurde in der regen Diskussion betont, daß in unserer Gegend mehr Qualitäts- und Dauerobst angepflanzt, bei besserer Aus- reifung und vorschriftsmäßiger Sortierung, auch bei uns der Obstbau rentieren würde. Es wurde beschlossen, im September eine Obst- und Gartenausstellung zu veranstalten und der Wunsch ausgesprochen, daß sich recht viele Obstzüchter daran beteiligen möchten. Der Mitgliederbeitrag wurde wieder auf 2 Mk. festgesetzt. Die Mitgliederzahl beträgt z. Zt. 260. Nachdem Herr Fabrikant Wengenroth-Reihen, Herrn Dipl.-Landwirt Ilß, Herrn Oberobstbauinspektor Brücker für ihre lehrreichen Vorträge, sowie dem Vorsitzenden Herrn Oberlehrer Bach und allen Bereins- beamten den Dank für ihre Arbett ausgesprochen hatte, schloß der Vorstand die gut besuchte Versammlung. * Sinsheim, 21. Juni. (Ein seltenes Himmelsereignis.) Der Komet Pons Wienecke wird sich in den nächsten Wochen der Erde bis auf etwa 6 Millionen Kilometer nähern. Er kann jetzt bereits durch schwächere Gläser wahrgenommen werden, gegen Ende Juni aber auch mit bloßem Auge, und zwar dann wahrscheinlich als leichter Nebelfleck. Am 22. Juni steht der Komet links von der Wega, am 24. Juni passiert er das Kreuz des Schwanes sowie das Sternbildchen des Delphin. Am 28. Juni steht er beretts morgens neben Betha im Wassermann am Südhimmel, am 3. Juli südlich vom Hellen Stern Fomalhaut ,im Südfisch, wo er nur noch für die Bewohner der südlichen Halbkugel sichtbar sein wird. % Neckarbischofsheim, 20. Juni. (Verschiedenes.) Fräulein Luise Meyer von hier hat an der Universität Heidelberg die Staatsprüfung als prakt. Aerztin mit der Note 1 bestanden. — An der gestrigen Rheinfahrt nahmen von hier über 80 Personett teil. Die Fahrt wurde vom Verkehrsverband für das Schwarzbachtal durchgeführt. Die Teilnehmer sind über den Verlauf wohlbefriedigt. 3 Bad Rappenau, (Verschiedenes.) Am Sonntag unternahm der Odenwald-Klub seine 6. planmäßige Wanderung, die die Teilnehmer ins Zabergäu führte. Me Führung hatte Herr Neu- schwander, ein geborener Zabergäuer, übernommen. In sachkundiger Führung gings von Nordheim über Nordhausen und Hausen a. Z. nach Meimsheim. Nach Besichtigung der Sehenswürdigkeiten und einem Imbiß bei den Angehörigen des Führers ging es weiter. Leider übermschte die Wunderschar unterwegs ein heftiger, lang anhaltender Regen, und so mußte, wohl oder übel der Plan geändert werden und man begab sich über Cleebronn nach Brackenheim, von wo aus die Heimfahrt angetreten wurde. Wenn auch die ganze Wanderung nicht durchgeführt werden konnte, so waren doch alle Teilnehmer voll befriedigt von den Eindrücken und den Reizen, die ihnen das Zabergäu bot. — Der Posaunenichor übermschte am Samstag Abend sein Mitglied Heinrich Bräumer, anläßlich dessen Vermählung mit Frau Luise Hacker Wtw. geb. Steiner von hier, durch ein Musikständchen. — Die Heuernte hat begonnen. Me Qualität kann als gut bezeichnet werden. Die Quantttät aber läßt zu wünschen übrig. Im allgemeinen kann nur mit einer Halb- bis Dreiviertelernte gerechnet werden. oo Ittlingen, 20. Juni. (Beerdigung.) Gestern Nachmittag wurde unter großer Beteiligung aus nah und fern Herr Max Eichtersheimer zu Gmbe geleitet. Der fast endlose Zug der Beteiligten gab einen Beweis der Wertschätzung, deren sich der Verblichene erfreute. Herr Lehrer Josef Herz widmete dem ältesten Bürger der hiesigen Gemeinde einen wannempfundenett Nachruf. £ Eppingen, 20. Juni. (Auiounsall.) Nachdem erst vor wenigen Tagen sich in unserer näheren Umgebung ein schweres Autounglück ereignet hat, bei dem das Fahrzeug fast vollständig zerstört und der Lenker schwer verletzt wurde, war am Samstag nachmittag die Straße Eppingen—Richen der Schauplatz eines Autounfalls, bei dem es glücklicherweise außer Sachschaden keine schweren Verletzungen gab. Ein geschlossenes Personenauto der Oberpostdirektion Karlsruhe, in welchem sich außer dem Lenker noch ein Postmt aus Karlsruhe mit seinem Sohn befanden, war auf dem Weg nach Sinsheim begriffen. Beim Nehmen der Kurve kurz vor dem Bahnübergang bei Richen kam der Wagen zu weit nach links, streifte zunächst einen Kleewagen sowie einen am Wegrand stehenden Baum und fuhr sodann auf eine Telegraphenstange auf, deren beide Stützen glatt abgeschnitten wurden. Die Glasscheiben des Wagens gingen durch den Anpmll z. T. in Trümmer und durch Glassplitter erlitten die Insassen leichtere Schnittwunden, konnten jedoch gleich darauf mit einem Postomnibus, der sich gleichfalls auf dem Wege nach Sinsheim befand, ihre Fahrt fortsetzen. Das leicht beschädigte Personenauto wurde nach Richen gebracht. Eppingen, 21. Juni. (Verschiedenes.) Küfer Karl Hei- ninger, eiLssr der Veteranen von 1870—71 ist gestorben. Ober- straßenmeijrer Keller widmete dem Verstorbenen im Namen des Kriegeroereins, dessen Mitbegründer er war, einen warmen Nachruf. — Dieser Tage beging die Freiw. Sanitätskolonne ihr 30 jähriges Jubiläum. Der Vorsitzende Dr. Bauer hielt die Begrüßungsansprache, an die sich verschiedene musikalische Darbietungen anschlossen. Bürgermeister Wirth sprach den Dank der Stadtgemeinde aus. Kolonnenführer Bentz wurde als dem einzigen heute noch aktiven Mitbegründer der Kolonne eine goldene Uhrkette überreicht, ferner wurden Iustizinspektor Künzle, Wagnermeister Lang und Krankenkassenverwalter Ziegler für 15 jährige Mitgliedschaft geehrt. X Gemmingen, 20. Juni. (Die Freiw. Feuerwehr) beteiligte sich gestern an dem in Großgartach stattgchabten ?. Bezirksfeuerwehrtag. ** Mannheim, 20. Juni. In der Vorstandssitzung des Bezirksvereins Baden im Deutschen Fleischerverband wurde anstelle des vor kurzem verstorbenen ersten Vorsitzenden Heinrich Koch (Heidelberg), Handwerkskammerpräsident und Stadtrat Jakob Groß, der bisher das Amt eines stellvertretenden Vorsitzenden bekleidete, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Sein Nachfolger im Amt des stellvertretenden Vorsitzenden wurde Obermeister Ullrich, Baden-Baden. ** Mannheim, 21. Juni. (Ein rabiater Ehemann.) Der 31jährige Schneidermeister Georg Müller von Gaiberg hatte in der Nacht zum 1. März als Folge des Faschings mit seiner Ehefrau eine Eifersuchtsszene, durch die bas^ ganze Dorf in völlig nacktem Zustande auf die Straße. Gäste Ehehälfte in völlig nacktem Zustande auf die Straße. Gäste der Wirtschaft Rey kamen der schreienden Frau zu Hilfe. Der Werkmeister Engelhardt erhielt dabei von dem wütenden Ehemann einen Schuß in den Hinterkopf und die rechte Schulter, der Wirt Josef Rey wurde in den rechten Oberschenkel getroffen. Müller versteckte «och in der gleichen Nacht die Schußwaffe bei Verwandten in Eppelheim. Der Staatsanwalt beantragte zwei Jahre Gefängnis. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr zwei Monaten ab vier Wochen Untersuchungshaft. ** Mannheim, 21. Juni. (Von einem Auto totgefahren.) Auf der Landstraße zwischen Edingen und Seckenheim wurde ein 17jähriger Spengler aus Mannheim, allem Anschein nach infolge eigener Unvorsichtigkeit von einem Auto überfahren und getötet. ** Mannheim, 21. Juni. (Salzsäure als Waffe im Streit.) In der Nacht zum Montag gerieten in Ludwigshafen mehrere Männer in Streit, in dessen Verlauf ein 29jähriger, erwerbsloser Taglöhner zwei anderen Männern Salzsäure ins Gesicht schüttete. Glücklicherweise kamen die beiden ohne erhebliche Verletzungen davon. Reckarsteinach, 21. Juni. (Zwei Personen ertrunken.» Am Samstag fuhren fünf Mannheimer Personen mit einem in Eberbach neuerbauten Boot (Kielboot» zum erstenmal talabwärts. Zwischen Neckarhauscn und Neckarsteinach wurde das Boot plötzlich durch einen Windstoß, der stch in der Ueberdachung verfangen hatte, umgeworfen. Einer der Nr. 103. Jahrgang 1927. Der Landbote * Smsheimer Zeitung. Dienstag, den 21. Juni 1927. Insassen konnte sich durch Schwimmen ans Land retten. während zwei weitere von einem vorbeifahrenden Motorboot an Bord genommen wurden. Die beiden anderen, ei» 27jährigcr Mann namens Kahn und die 26jährige Elfriede .Liegler, beide in Mannheim wohnend, find ertrunken. [ ** Zwingenberg a. ff., 21. Juni. Eine furchtbare Tat.) Die SO Jahre alte Ehefrau des Landwirts Helen wurde mit ihrem Kind tot in der Wohnung aufgefunöeu. Während ihr Mann auf dem Felde war. hatte sie dem Kind, einem fünfjährigen Knaben, die Kehle durchschnitten und die Pulsader geöffnet. Die Frau hatte sich beide Pulsadern geöffnet und verschied infolge Verblutung kurz nach der Einlieferung im Krankenhaus. Was die Frau zu dieser schrecklichen Tat getrieben hat, steht noch nicht fest, doch scheint sie im Zustand geistiger Umnachtung geschehen zu sein. ** Eberbach, 21. Juni. (Gesperrte Autostraße.) Für den Autoverkehr vom Neckartal durch das Sensbacher Tal ist bemerkenswert, daß die Gemeinde Obersensbach die Verbtndungsstraße nach dem Krähberg für den Autoverkehr gesperrt hat. Wer von Eberbach nach Erbach fahren will, muß den Weg über Frieürichsdorf—Keilbach-Schöllenbach einschlagen. ** Mosbach, 20. Juni. (Tagung der badischen Postagenten.) Die Postagenten aus dem Bezirk Karlsruhe versammelten sich in Mosbach, um Standesfragen zu beraten. Der Vorsitzende, Postagent Ruh, Oberachern, konnte eine statt- uche Zahl Teilnehmer begrüßen. Das Referat über die Berkrastung des Landespostwesens, über wichtige Standesfragen und die unzureichende Vergütung, erstattete der bayerische Abgeordnete, Generalsekretär Kratofiel von der Deutschen Postgewerkschaft. In einer längeren Diskussion brachten öie PostagLnten ihre Wünsche unö Beschwerden vor. ** Mosbach, 21. Juni. (Die Hardheimer Wohlfahrtsmühle abgebrannt.) In dem in der Nähe Mosbachs gelegenen Hardheim brannte eine der schönsten Odenwaldmüh- len, die bekannte Wohlfahrtsmühle des Eugen Gärtner bis auf die Grundmauern nieder. Von dem Inventar konnte nichts gerettet erden. Die Entstehungsursache ist unbekannt. — In Sennfeld wurde der Landwirt Graßäcker von einem Pferde derart geschlagen, daß der Bedauernswerte in der Heidelberger Klinik starb. ** Heidelberg, 21. Juni. (Bestimmungsmensuren sollen straffrei sein.) In Heft 9 der „Deutschen Juristenzeitung" macht der frühere Oberreichsanwalt Dr. Ebermayer Ausführungen zu dem Entwurf eines neuen Strafgesetzbuches, m denen es u. a. heißt: „Die Bestrebungen, den Zweikampf als Sonderdelikt zuzulaffen, bleiben ohne Erfolg. Strafbar soll der Zweikampf mit Waffen sein, durch den ein Ehrenhan- dem ausgetragen werden soll, desgleichen der Zweikampf mit Waffen unter Bedingungen, mit denen eine Lebensgefahr oder die Gefahr eines erheblichen Schadens für die Gesundheit regelmäßig verbunden ist. Damit bleiben die gewöhn- lichen studentischen Bestimmungszensuren, die vom Gesichts- punkte des Sportes aus zu würdigen sind, straffrei." ** Heidelberg, 21. Juni. Zu der Liebestragöbie in Beerfelden wird noch gemeldet, daß die Geliebte des 18jährigen Studenten aus dem Gefängnis entlassen worden ist. Die Untersuchung wird von der Darmstatöer Staatsanwaltschaft weitergeführt. Von der Staatsanwaltschaft Darmstadt erfahren wir in dieser Angelegenheit, soweit die Ermittlungen zulaffen, kann, obwohl ein endgültiges Ergebnis noch nicht festesteht, mit aller Wahrscheinlicheit auf Selbstmord des jungen Mannes geschloffen werden. Die Frau ist auf freien Fuß gesetzt worden, steht aber auch weiter in Untersuchung. ** Pforzheim, 21. Juni. (Tot aufgefunden.) In dem vielbesuchten Gengenbachtal zwischen Pforzheim und Stein wurde der 38jährige ledige Robert Klotz von Eisinge» tot aufgefunden. Der Mann hatte wahrscheinlich beim Beerensuchen einen Herzschlag erlitten. — In der Neustadt hat sich ein 79jähriger Mann aus Lebensüberdruß erhängt. , “ ** Pforzheim, 21. Juni. (Zurückgestellter Brückenbau.) Die Absicht der Stadtverwaltung, noch im laufenden Jahzl mit dem Bau der neuen Nagoldbrücke beim Kupferhammer zu beginnen, mußte wegen der eingetretenen starken Ueber- teuerung der Baustoffe zunächst zurückgestellt werden. ** Bühl, 21. Juni. (Neuer Höhenweg.) Sonntagnachmittag fand die Einweihung des von der Ortsgruppe Bühl des Badischen Schwarzwaldvereins mit Unterstützung des Hauptvereius hergestellteu Höhenwegs Jmmenstein—Harö- stein statt. Der Weg führt von Jmmenstein bis Oberbühlertal über de» Amerstropf zu dem als Aussichtspunkt berühmten Hardstein bet Neusatz und bietet streckenweise eine hervorragend schöne Fernsicht. Die Feier, zu der die benachbarten Ortsgruppen des SHwarzwaldvereins Vertretungen entsandt hatten, wurde bedauerlicherweise durch die schlechte Witterung beeinträchtigt. Schweres Segelbooirmglück Sechs Studenten in der Ostsee ertrunken. Stettin, 21. Juni. Nach einer Meldung aus dem Ostsee- bad Müritz find in der vorvergangeue» Nacht zwischen Rostock und Gjeüser sechs Studenten der Universität Rostock bei einer Segelpartie ertrunken. Das Segelbootsnnglück ans der Ostsee. Schwerin, 21. Juni. Zu dem Segelbootunglück auf der Ostsee erfährt die Telgraphen-Union folgende Einzelheiten. Fünf Studentinnen und drei Studenten der Universität Rostock unternahmen gestern nachmittag von Warnemünde aus eine Segelfahrt nach dem Ostseebaü Myritz. Gegen 8 Uhr nachmittags traten sie, obwohl der Wind außerordentlich stark aufgefrischt hatte, von der Westbrücke aus die Rückfahrt an. Das Boot konnte bis 8 Uhr abends noch vom Strande ans, schwer mit den Wellen kämpfend, beobachtet werden. Gegen 1 Uhr nachts sichtete das Fährschiff Warnemünde—Gjedser öie ver?weifelt mit dem Wasser Kämpfenden. Es wurden sofort Rettungsversuche unternommen. Während es gelang, zwei Studentinnen der stürmischen See zu entreißen, fanden drei Studentinnen und drei Studenten den Tod in den Wellen. Das Rettungsboot des Fährschiffes ging bei den Rettungsversuchen verloren. Wie schwer der Sturm war, geht daraus hervor, daß auf dem Fährschiff mehrere Eisenbahnwagen um- schlugen. Die Namen der Ertrunkenen sind: Frl. Elf« Beckmann aus Rostock, 27 Jahre alt, bereu Schwester, ferner Frl. Charlotte Schilling aus Landsberg, 80 Jahr« alt, Karl Kopp aus Wismar, 27 Jahre alt, Karl Max Schmack aus Gleiwitz, 26 Jahre alt, und Student Alfred Blum out Berlin, 25 Jahre alt. Ein Fräulein Lange und flfct Fräulein ^eumann sind gerettet. Byrd will am Tage in Paris landen. Newyork, 21. Juni. (Funkspruch.) Byrd, der bekanntlich zum Fluge über den Ozean startbereit ist und nur noch auf günstiges Wetter wartet, will erst um 11 Uhr vormittags (M. E. Z.) starten, um bei Tageslicht in Paris landen zu können. Wie verlautet, wird Byrd am Mittwoch starten. Durch Erdrutsch verschüttet. Newyork, 20. Juni. Durch einen Erdrutsch ist die Baumwollspinnerei in Modellin (Columbien) verschüttet worden. Unter den Trümmern wurden 20 Tote gefunden. Ueber hundert Arbeiter sind unter den Erdmassen begraben, aber einige davon wurden bereits lebend geborgen. Turne», Sport und Spiel. Weiler, 21. Juni. Der Turnverein Weiler, welcher am Sonntag eine Turnfahrt nach Oestringen unternahm, und zugleich den Retour-Mannschaftskampf ausführte, konnte wiederum als Sieger hervorgehen. Trotz Regen wurden immerhin sehr schöne Leistungen erzielt, und jeder einzelne Mann beider Vereine hat alles hergegeben um den Sieg zu erringen, weil beide Vereine an Leistungen gleichwertig sind. Die meisten ersten Siege konnten wir erringen, z. B. 100 Mtr.-Lauf in 11 3/zSek., Robert Abele als erster und Otto Essig mit 11 4/5 als zweiter. Der Weitsprung mit 6.50 Meter konnte ebenfalls für uns von Robert Abele entschieden werden. Eine Höchstleistung im Ballweitwurf mit 96,75 Meter von Otto Essig kann man als sehr gut bezeichnen. Alle übrigen Kämpfe konnten wir fast mit dem ersten Platz belegen, außer Stabhochsprung, Steinstotzen, Diskus und die 4x100 Mtr.-Staffel, wo Oestringen die besten Leistungen machte. Die Ortseinwohner haben sehr großes Interesse, denn es waren nicht weniger als 500—600 Zuschauer da. Nach Beendigung traf man sich noch gemeinsam im Gasthaus zur Bunne, wo wir zur Erinnerung und ais Sieger eine Plakette überreicht bekamen, und nur zu schnell ging die Zeit vorüber wo wir uns trennen mußten. * Radio - Programm für Mittwoch, den 22. Juni 1927. * Berlin (483), Königs Wusterhausen (1250), 11.00 Uhr: Schallplattenkonzert. 17.00 Uhr: Iugendbühne. 17.30 Uhr: Domi- nator-Orchester. 20.30 Uhr: Aus einem Kabarett. 22.30 Uhr: Zum deutschen Trunk . Breslau (315), 20.00 Uhr: „Seampolo", Komödie von Dario Niccodemi. 22.30 Uhr: Mit dem Mikro durch Breslau. Frankfurt (428), 16.30 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Charakterstücke. 17.45 Uhr: Die Bücherstunde. 19.00 Uhr Konzert des Chores der Sixtinischen Kapelle in Rom. Hamburg (394), 20.15 Uhr: Mandolinew-Konzert. Königsberg (329), 20.15 Uhr: Heiterer Abend mit Engelbert. Milde. 21.30 Uhr: „Feuerversicherung", Lusffpiel von Ludwig Fulda. Langrnberg (468), 20.45 Uhr: Konzert des Westdeutschen Kammerchors Hagen. 22.45 Uhr: Uebertragung des Konzerts a. d. Cafe „Corsa". Leipzig (365), 19.00 Uhr: Uebertragung von Frankfurt. 22.45 Uhr: Tanzmusik. München (535), 21.05 Uhr: „Feldmarschall". Ein Spiel von Franz Molnar. 22.05 Uhr: Märsche. Stuttgart (379), 13.10 Uhr: Schallplattenkonzert. 15.00 Uhr: Jugendstunde. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. 22.00 Uhr. „Die Regimentstochter". Komische Oper v. G. Donizetti. Daventry (1600), London (361), 13.00 Uhr: Big-Ben, Konzert. 16.00 Uhr: Konzert, Daventry-Quartett. 17.15 Uhr: Kinderstunde. 18.00 Uhr: Orgelkonzert. 18.45 Uhr: Orgelkonzert. 19.45 Uhr und 21.35 Uhr: Bunter Abend. 23.00 Uhr: Tanzmusik. Paris, (1750), 12.30 Uhr: Radio-Orchesterkonzert. 16.45 Uhr: Konzert. 20.45 Uhr: Sendespiel: Auswahl aus: „Mignon" von Thomas. Wie« (517), 19.00 Uhr: „Rienzi" der Letzte der Tribunen. Große tragische Oper von R. Wagner. Anschl. leichte Abendmusik. Zürich (494), 20.30 Uhr: Bunter Abend. 22.20 Uhr: Tanzmusik, Pmg (348), 20.00 Uhr: Konzert. 21.00 Uhr: Konzert. E. Schick, Uhrmachermeister. SiNSheiM U.E. Dr.Seibt-Bertreter — Lager in Telefunken - Röhren, Anoden - Batterien — Sämtlichen Ersatztellen, Barta-Akkumulatoren-Ladestatton. — Telefon 1s. Marktberichte. Schweinemarkt Sinsheim» 14. Juni. Dem heutigen Schweinemarkt waren zuge- führt: 25 Milchschweine zum Preise oon 31—39 Mark pro Paar. 16 Läufer zum Preise von 45— 60 Mark pro Paar. Preise des Mannheimer Schlachtviehmarkls. Dem Schlachtviehmarkt am Montag waren zugeführt: 220 Ochsen, 183 Bullen, 352 Kühe, 397 Färsen, 756 Kälber, 60 Schafe 2517 Schweine. Bezahlt wurden pro 50 Kilo Lebendgewicht in Reichsmark: Ochsen a I 60-63, a II 48-53, b I 50-57, b II 36-43, c 31—34, d 30—31; Bullen 1. Kl. 52-54 2. Kl. 43-45. 3. Kl. 30-33. 1. Kl. 28—30; Kühe 1. Kl. 49-51,2. Kl. 35—40. 3. Kl. 26-30,4. Kl. 16—20: Färsen 61-64, 50-54, 35-40. Kälber 80-82, 73-76, 65—70, 55- 60, — ; Schafe 35-45, — , Schweine 58—60, 61-62, 63—65, 61—63, 60—61, 54-55, 52-54. Marktoerlauf, mit Großvieh langsam, Ueberstand, mit Kälbern mittelmäßig langsam geräumt: mit Schweinen langsam, Ueberstand. Offizielle Preise der Mannheimer Produktenbörse, vom 20. Juni 1927 Preise verstehen stch per 100 kg alles in Goldmark in Reichsmark zahlbar Weizen, inländischer — Weizen, ausländisch. 31,25—33,50 Roggen, inländischer — Roggen, ausländ. 28,50-28,75 Braugerste — E afer, inländischer — afer, ausländischer 24,50—25,50 Weizenmehl Sp. 0 41,50—42,00 Roggenmehl 70v/o 38,50—40,50 Tendenz ruhig. Mais (mit Sack) . 19,25-19,50 Weizenkleie m. Sack 13,00— 13,25 Biertreber mit Sack 16,00—16,50 Roh-Melaffe . . - Wiesenheu . . 9,20—10,00 Luzernekleeheu. . 11,00—11,94 Preßstroh . . 4,50- 0,60 Gebundenes Stroh 4,00— 4M Raps. —' Neueste amtliche Kurse vom 20. Juni 1927. mitgetrilt von der Bereinsbank, e. G. m. b. H. Sinsheim. Anleihea: uld mit Äuskofungsfchet» ohne Auslosungsschein . Bankaktie: in 0/0 302 18 in »10 Bad. Bank Darmstädler- und Nattonalbauk — Deutsche Bank Deutsche Bereinsbank Dresdner Bank Mitteldeutsche Credttbank Reichsbank Rhein. Eredttbank . Südd. Disconto Ges. , vergoerk»» Aktien ISS 108 165,35 r:s 130 142 tn o/o Harpener Bergbau «alt Westeregeln . . . 118,76 ManneSmunnröhrenwerke. . 184,95 Mansselder Bergb. u.Hüttcnw. 13! Oberschl. «ifenb. Bedarf . . Iw S hönix Bergbau u.Hüttenbetrteb m alzwerk Hellbraun . .180 Bereinigte Königs- Lan^ahülle — Aktie« inbnftt. Unternehmungen: tu o/o Allg. Glektr. Stammak.tien 179,75 Badcnia Wetnheim . . — Bad. Elektrizität Mannheim 6,685 Bad. Maschinen Dnrlach . .13» Cementwerk Heidelberg . 151 Daimler Motoren ... 199 Dtfch. Gold- und Tilberfcheide 206,59- Elektr. Licht und Kraft . . — Ematll. und Stanzwerk Ullrich 51.50- Farbentnvuftrte . . . 984,50 Fuchs Waggon Stammaktien — Gritzner Maschinen Durlach . l »2 Karlsruher Maschinen . . 34 Knorr Hellbronn . . . 184,60 Matnkraftwerke Höchst . . 129,75 Reckarsulmer Fahrzeugwerk« . 128,50 Schütter! ffilettr. Nürnberg . 17» Setlinduftrte Woiss ... »2 Südd. Zucker .... 140 Zellstoff Waldhof Stammaktien 302 Aktie» deutscher Traasportanftalten: in o/a amburg. Amerik. Paketsahrt 141,25 etdelberger Straßen- u. Bergbahn — rddeutscher Lloyd . . 144,50 Rew-Iork 1 Dollar London 1 Pfund t olland 100 Gulden chweiz 160 Francs Wien wo Schilling Paris loo Francs Italien >00 Lire Devise»: Geld 4.2157 20.411 >68.90 81.08 59,28 18.504 93.61 Brief 4.2237 20.511 189.24 81.24 59.40 18.544 23,65 Statt besonderer Anzeige. Es hat dem Allmächtigen gefallen, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Heinrich Gilbert Schmiedemeister nach kurzem Krankenlager im Alter von £5 Jahren 8 Monaten in ein besseres Lehen abzurufen. Steinsfurt- Mannheim, 20. Juni 1927. New-Yorfc, Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Gilbert . Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 22. 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