O r fch «i»t täglich «tk Ausnahm« der Feiertag«. Bezugs-Preis: Durch die Post bezogen und durch Heu Briefträger und unsere Aus- träger frei ins LauS monatlich Goldmart 1.SV »or Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. fällen von höherer Gewalt ht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. GeschäftszettH bis 5 Uhr Sonntags geschloffen. Dernsprech-Anschlutz Nr. 11 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. MOL Der Landbote Sinsüeimer Geaeral-Hnzeiger ftr das Zeitung ftss Äsenz'und Sdupatgbachtat HelttTt« und wrbniUitU Leitung dWTtr Gegend. y»opt-)Inzeigen-vl»tt Ml che uttt ck», flU4i «Ml 1M«I » Dir Kobold » Dra« TUuTtrUrt* • C«ndwirtT angenommen, tz- te vocm t :g werde» die ersten Besprechungen des Präsidenten der Republik mit den Kammerpräsidenten und den Parteiführern stattfinden. Die Drücke über die Ostsee. ep Zur vierhundertjährigen Reformationsfeier der evangelischlutherischen Kirche Schwedens hat Präsident D. Dr. Kapler die Wünsche der im Deutschen Evang. Kirchenbunö zusammengeschlossenen 28 Landeskirchen übermittelt. Das Schreiben gedenkt in unauslöschlicher Dankbarkeit des edlen Königs Gustav Adolf von Schweden, der der ganzen Welt die kostbare Gabe reforma- torischcn Glaubens und der Gewissensfreiheit gerettet habe. Dem Kirchenvolke Schwedens wird der erneute Dank der deutschen Christenheit für seine unvergleichlichen Samariterdienste in und nach dem Weltkrieg, seinen Bischöfen für ihr unerschrockenes Zeugnis zur Ehre der Wahrheit, seinem Erzbischof für sein unermüdliches Wirken im Dienst der ökomenischen Bewegung ausgesprochen. Das Schreiben schließt mit dem Wunsch, daß die evang. lutherische Kirche Schwedens auch in Zukunft ihre g oßs Aufgabe erfüllen könne: „die Brücke der Liebe und Treue über die Ostsee zwischen den Völkern Gustav Adolfs und Luthers zu erhalten und über die Meere hinaus eine Brücke der Verständigung zu schlagen zwischen allen Christen der Erde." Der dritte Minderheitenkongreß. Berlin, 13. Aug. An dem dritten Minderheitcn-Kongreß der vom 22. bis 24. August d. I. in Genf statifinüet, werden über 35 verschiedene Minderh-ritsgrupprn aus allen Teilen Europas beteiligt sein, die zusammen eine Bevölkerung von über 40 Millionen Menschen umfassen. Die Bedeutung des Kongresses läßt sich aus der folgenden Aufzählung wohl am besten erkennen. Es werden an ihm beteiligt sein die Dänen aus Deutschland, die Schweden aus Estland, die Katalonier aus Spanien, die Deutschen aus Dänemark, Estland, Ungarn, Italien, Südslawien, Litauen, Polen, Rumänien und der Tschechoslowakei, die Polen aus Deutschland, der Tschechoslowakei, Lettland, Litauen und Rumänien, die Ungarn aus Südslawien, der Tschechoslowakei und Rumänien, die Russen aus Polen, Estland und Lettland, die Juden aus Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, der. Tschechoslowakei und Bulgarien, die Kroaten aus Oesterreich, die Lausitzer Serben aus Deutschland, die Slowenen aus Italien und Oesterreich, die Tschechen aus Oesterreich und die Ukrainer aus Rumänien. Dazu kommen die Ukrainer, die Weißrussen und die Litauer Polens, die bisher eine Erweiterung des Kongreßprogramms forderten, und mit denen die Verhandlungen noch schweben. Desgleichen die Rumänen, Südslawien und die Serben Rumäniens, die gleichfalls am Kongresse teilnehmen wollen. Die Tagung wird vom Präsidenten der beiden bisherigen Nationalitätenkongresse, dem slowenischen Abgeordneten im italienischen Parlament, Dr. I. Wilfan, eröffnet weiden und sich dann mit der Frage „Gefährdung des europäischen Friedens durch nationale Unduldsamkeit" befassen. Es soll sich hierbei um die Feststellung handeln, wie weit die nationale Unduldsamkeit die Beziehungen zwischen den Völkern selbst vergiftet und so zu einer dev, wesentlichsten Konsliktsursachen in Europa wird — eine Klärung, die sicherlich im gesamteuropäischen Interesse liegt. Der Kongreß wird auch diesmal einen streng sachlichen Charakter tragen und sich konkret mit allen die Minderheiten interessierenden Fragen befassen. Nicht nur bei den Minderheiten, sondern gleichermaßen bei den Regierungen und Mehrheitsvölkern läßt sich bereits heute für den Kongreß, da man in ihm die einzige Vertretung der Aufsafsungen aller Minderheitsgruppen Europas sieht, ein großes Interesse erkennen. Auch Amerika geht nach Genf. Genf, 13. August. Nachdem jüngst, wie gemeldet, die Sowjetregierung ihre Teilnahme zu der am 23 . August beginnenden dritten allgemeinen Verkehrs- und Transitkonferenz dcs Völkerbundes in Genf zugesagt hat, teilt heute das Völkerbundssekretariat mit, daß die Bereinigten Staaten die an sie ergangene Einladung zu dieser Konferenz gleichfalls angenommen haben, und zwar wird sich Amerika durch seinen neuen Gesandten in Bern, Hegh R. Wilson, und eine Reihe Sachverständiger vertreten lassen. Wie man ferner in Bölkerbundkreisen heute cr- Befrrch der ehemaligen Schlachtfelder und Kriegerfriedhöfe in Rändern, Nordfrankreich, in der Champagne und den Argonnev von A. Meyer in Mettingen bei Eßlingen. (Nackdruck auch auszugsn' eise verboten.) 2m Gegensatz zu Belgien weisen die sich in Frankreich befindlichen deutschen Kriegersriedhöse in Herstellung und Pflege ein einheitlicheres Bild auf und es gibt in Frankreich nur noch endgültig bestehen bleibende, genau bezeichnete Sammelfriedhöfe, jelwa 250) während in Belgien noch etwa 1000 Friedhöfe sind, die zum größten Teil der Zusammenlegung in große Sammelfriedhöfe harren. Don Lille aus besuchen wir der Reihe nach die deutschen Friedhöfe in Haubourdin, Wavrin, Wicres und Illies, von denen die zwei mittleren eine wunderbar prächtige Anlage aufweisen, wie wir sie in ganz Frankreich bis in die Argonnen nicht mehr angetcoffen haben. Me betreffenden Fried- hofaufseher haben in fast künstlerischer Art die deutschen Gräber mit zum Teil aus eigener Tasche bezahlten Rosen und Nelken angcpflanzt und die Gehwege mit feinem Kies bestreut. Auf dem Friedhof in Illies liegen zum größten Teil Angehörige westfälischer Truppenteile; die von letzteren gesetzten Denkmäler sind noch sehr gut erhalten. Auf dem ebenfalls gut gepflegten Friedhof in Salome, nahe bei La Bafsee liegen in der Hauptsache Angehörige der Regimenter 241, 242 und 243. Nach kurzer Mittagsrast in dem neu aufgebauten La Bassee fahren wir über Auchy-Douvirin nach Billy. Aufgefallen ist uns in La Bafsee und dessen Umgebung, daß viele Plätze nicht wieder bebaut sind. Auf Befragen nach den Gründen wurde uns gesagt, daß eben die betreffenden Bewohner aus irgend welchen Gründen nicht mehr in ihr« ehemalige Heimat zurückkehren wollen. In solchen Fällen würden die Betreffenden keine' Reparationsgelder erhalten, da man durch diese Maßnahmen einer Entvölkerung! dieser Gebiete Vorbeugen will. Bei Ankunft in Billy sehen wir auf dem dortigen Sammelfriedhof weidendes Vieh und der Friedhofsausseher hat es sich nicht versagen können, auf einem Teil der deutschen Kriegergräber gelbe Rüben anzupflanzen. Wir haben, wenn auch in langwieriger Arbeit die Gräber von diesem Gemüse gesäubert, in Anwesenheit des Friedhofaufsehers, der mit verärgerter Miene lautlos unserer Säuberungsaktion zusah. Nie- Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. fährt, wird an Stelle des vor kurzem zurückgetretencn japanischen Ratsmitgliedes Vicomte Ishii der bisherige Brüsseler japanische Botschafter Adacci Japan im Völkerbund vertreten. Adacci, .der jüngst nach dem Rücktritt Ishiis auch von seinem Pariser Botschafterposten an dessen Stelle ernannt worden ist, ist ein hervorragender Rechtsgelehrter und begeisterter Bölkerbundsanhänger Als solcher hat er in seiner Eigenschaft als Mitglied der japanischen Delegation an verschiedenen Völkerbundsversammlungen teilgcnommen und sich bei den Arbeiten der Kommissionen in ganz bemerkenswerter Weise ausgezeichnet. Gerüchtweise verlautet auch, daß die Wahl des Präsidenten der bevorstehenden Bölker- bundsversammlung auf Addacci fallen dürfte. Hiesigen Nachrichten zufolge, soll das vor kurzem zurückgetretene chinesische Ratsmitglied, der frühere Gesandte Chinas in Rom, Chu, zum Staatssekretär des Auswärtigen der Nankingregierung ernannt worden sein. Drohungen gegen Coolidge und Füller Newyork, 13. Aug. Nach einer Meldung der „B. Z." aus dem Haag hat der dortige amerikanische Gesandte unter vielen anderen Drohbriefen die Mitteilung erhalten, daß er sowohl wie Präsident Coolidge und Gouverneur Füller getötet werden würden, falls es zu der Hinrichtung Saccvs und Vanzettis kommen sollte. Der anonyme Schreiber, der ein Schiffsarzt zu sein vorgibt, behauptet, eine hinreichende Menge Cholerabazillen zu seiner Verfügung zu haben. Die Unterdrückung des Deutschtums in Ostoberfchlesten Rybnik, 13. Aug. Bei den Gemeinbewahlen in Ostober- schlesien hatte u. a. auch die Gemeinde Gaschowitz eine Gemeindevertretung erhalten, die eine erhebliche deutsche Mehrheit aufwies. Nunmehr ist jedoch, nachdem die neue Gemeindevertretung bereits in Funktion getreten war. die Wahl für ungültig erklärt und eine provisorische Gemeindevertretung eingesetzt worden. Die Gründe für die Ungültigkeitserklärung der Gemeinöeververtretung sind nicht bekannt gegeben worden. Hindenburg in München München. 13. Aug. Reichspräsident von Hinöenburg traf gestern früh 8.35 Uhr mit dem Berliner Nachtschnellzug in München ein. Auf dem Bahnsteig und vor dem Bahnhofsgebäude hatte sich eine große Menschenmenge an- gefammelt um den Reichspräsidenten zu begrüßen. Da der Besuch in Bayern rein privater Natur ist, war von einem offiziellen Empfang Abstand genommen worden. Zur Begrüßung hatten sich Vertreter der Reichsbahnverwaltung und der Polizeidirekiion eingefunöen. außerdem der mit Hinden- burg befreundete General Hemmer. Hrndenburg wurde von der Menge stürmisch bejubelt und bestieg unter lebhaften Hochrufen das Auto, das ihn nach seiner Sommerfrische Dietramszell brachte. Hindenvurg in Dietramszell. München. 13. Aug. Reichspräsident von Hindenburg traf gestern vormittag kurz nach 10 Uhr vor dem Schloß in Dietramszell ein, wo er von der Schloßherrin, Frau Schilcher, und ihrem Sohn begrüßt wurde. Vor dem Schloß hatten sich die Bürgermeister der um Dietramszell liegenden Gemeinden und an der Spitze von Schulkindern und Vereinen die Geistlichen und Lehrer eingefunüen, die dem Reichspräsidenten zujubelten. 6 Prozent Reichanleihe-Zinsen. Berlin, 13. Aug. Das Reichsfinanzministerium hat den Zinsfuß der im Vorjahre im Betrage von 500 Millionen RM. ausgegebenen Reichsanleihe um 1 Prozent von 5 Prozent auf 6 Prozent erhöht. Man hat sich zu dieser Zinserhöhung entschließen müssen, weil die zu einem Kurs von 02 Prozent ausgegebene Anleihe in der letzten Zeit ständig gesunken ist; der letzte Kurs war 85,90. Um die Vesatzungsvermindeeuirg im Rheinland Londo«, 13. Aug. Die englische Presse befaßt sich erneut mit der Frage der Besatzungsverminderung im Rheinland. Der „Daily Chronicle" spricht dabei von einer Verminderung der englischen Truppen um 500 Manu. Im gleichen Zusammenhang berichtet das Blatt, daß die französische Rheinarmee kürzlich auf 50 000 Mann reduziert worden sei. Demgegenüber berichtet der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph", wenn die französische Regierung sich entschließen sollte, ihre Besatzungsarmee nur um 5000 ncan anstatt um 10 000 zu reduzieren, wie erwartet worden sei, und wie man in London immer noch wünsche, dann sei mals dürfen die Gräber unserer gefallenen Helden weder zu Viehweiden noch zu Gemüsegärten verwendet werden. Von Billy geht es weiter in das Kohlenindustriegebiet über Wingles nach Meurchin, dessen Sammelfriedhof nur etwa 700 Einzelgräbeo enthält. Wie riesige Pyramiden heben sich von der Ferne die gewaltigen Schlackhalden in dem ebenen Gelände ab. Auch die Leute sind andere geworden, sie sind viel freundlicher wie weiter im Norden. Wir schlagen nun die Richtung nach Lens, dem nordfranzösischcn Kohlenzentrum ein und statten den -deutschen Sammelfriedhöfen in Carvin, mit rund 6000 Einzelgräbern, dem Patenfriedhofe der Stadt Konstanz in Courieres und dem in Bourges noch einen Besuch ab. Während einer interessanten Unterredung mit zwei älteren Frauen, die während des Krieges in Courrieres geblieben waren, gaben dieselben ihrer Freude über das angenehme Verhältnis zwischen dem längere Zeit dort gelegenen „Grünen Regiment" aus Konstanz und der Einwohnerschaft Ausdruck; im besonderen erinnerten sie sich noch des Besuches des Großherzogs von Baden. In Henin-Lietard erreichen wir die nach Lens führende kerzengerade Straße und passieren in rascher Fahrt die Ortschaften Billy-Montigny-Salaumines und vor EiMritt in die Stadt den großen Sammelfriedhof des 14. Korps. Wer diesen ehemals prächtig angelegten- und bepflanzten Friedhof mit seinen drei riesigen Monumenten ge; bannt hat, ist bitter enttäuscht über den jetzigen Zustand desselben. Die Monumente sind verschwunden und es stehen davon nur noch die Sockel. Der Friedhof gleicht einem großen Ackerfeld, aus dem die unzähligen schwarzen Kreuze herausragens Nach Mitteilung des Aufsehers, wurde der Friedhof gleichzeitig mit der Stadt vollständig zerstört und viele früher bekannte Gräber konnten nicht mehr festgestellt werden. Lens ist ebenfalls wieder neu ausgebaut; es wurden überall wieder die ehemaligen Straßenfluchten eingehalten. Die neue, im gleichen Stile der alten, aufgebauten Kirche steht auch wieder auf dem gleichen Platz und derjenige der die Stadt während des Krieges kennen lernte, wird sie sofort wiedererkennen. Nunmehr geht die Tour in eine während des Krieges oft und viel genannte Gegend, in der vielleicht am hartnäckigsten gekämpft wurde; die Lorettohühe. Bei herrlichstem Maiwetter, wie vor 12 Jahren während der großen Schlacht vom 0.—12, Mai 1915 verlassen wir Lens und fahren an rauchenden Schloten vorbei auf der geraden Straße bis auf die Aichöhe vor Ber> melles, wo die deutsche» Stellungen waren und biegen rechts ab Montag, den 15. August 1927. ;s unwahrscheinlich, daß die britische Regierung ihre Truppen aus dem Rheinland znrückziehen werde. Diese Mitteilung des diplomatischen Korresponöente« des „Daily Telegraph" ist jedoch irreführend, da selbst für »en Fall einer solchen Reduzierung nie von einer Zurückziehung des gesamten britischen Kontingentes die Rede war. Abschluß der Amerikaverhandlungen der Ufa Berlin, 13. Aug. Die seit Wochen im Fluh befindlichen Verhandlungen betreffend Neugestaltung der bekannten Verträge zwischen den Firmen Metro Goldwyn Ptctures Corporation, Famous Players Lasky Corporation, Newyork and Universum-Film A.-G. (Ufa Berlin), haben heute zum Abschluß eines neuen Rahmenvertrages geführt, der die neuen Grundlinien für die weitere Zusammenarbeit enthält. Die Formulierung und der formale Abschluß der Spe- zialverträge, deren Inhalt durch den Rahmenvertrag in Hauptrichtlinien festgelegt ist, erfolgt nach Rückkehr der Ufamitglieder in Berlin. Die amerikanischen Geschäftsfreunde her Ufa haben die Berechtigung der Abänderungswünschr der neuen Verwaltung der Ufa bereitwilligst anerkannt und ihnen in großzügiger Weise vollkommen entsprochen. In den ausgedehnten Aussprachen, die zwischen den leitenden Persönlichkeiten der erwähnten Gesellschaften statffanden und «t denen sich auch die Herren Lukor und Loow eingehend beteiligten wurde volle Uebereinstimung erzielt und der Hoff- anng Ausdruck gegeben, daß die neugesundenen Grundlinien, die sich aus den geschäftlichen Erfahrungen der Vergangenheit sowohl in Amerika als auch in Deutschland aufbauen, geeignet fein werden, den bereits vorhandenen Geist vertrauensvoller Handinhandarbeit und gegenseitiger Wertschätzung immer weiter zu entwickeln. Das Kompromiß im Handelsvertrag. Paris, 13. Aug. Der Abschluß des neuen deutsch-französischen Wirtschaftsabkommens kann als unmittelbar bevorstehend angesehen werden. Dank beiderseitiger Entgegenkommens ist es in der Tat gelungen, für die mannigfachen Schwierigl- keiten teils prinzipieller, teils tarifarischer Natur, die das Schicksal der langwierigen Verhandlungen bis zuletzt ernstlich zu gefährden drohten, eine für beide Teile tragbare Kompromißlösung zu finden. Die gestern noch von beiden Delegationen ausgesprochene Hoffnung, daß heute die endgültige Verständigung über die letzten nach offenen Streitfragen erzielt und der neue Vertrag unter Dach und Fach gebracht werden könnte, hat sich allerdings nicht erfüllt, da von französischer Seite im letzten Augenblick neue Schwierigkeiten erhoben wurden. Während Deutschland den Tarifforüerungen der französischen Textilindustrie nach langem Zögern in weitgehendstem Maße entgcgengekommen ist und so ihren Erzeugnissen den seit langem verschlossenen deutschen Markt wieder geöffnet hat, versucht die französische Delegation auf Betreiben der Interessenten die Spezialitäten der deutschen Wirkwarenindustrie, die bisher in Frankreich starken Absatz hatten, durch hyperprotektionistische Tarife künftig von der Einfuhr auszuschließen. Nach unserer Kenntnis der Dinge bietet der Kampf um diese Tarifposftionen das einzige Hindernis, das dem endgültigen Abschluß und der Unterzeichnung! des Vertrages noch im Wege steht. Durch die Feier des Mariä- Himmelfahrtstages, die schon heute zur Schließung aller Büros und Geschäfte Anlaß gegeben hat, erfahren die Perhandlungen- eine dreitägige Unterbrechung. Es ist tzu. hoffen, daß Herr Bokanowski sich bis zum Dienstag zu der Einsicht durchgerungen haben wird, daß es sich nicht lohnt, um der privatwirtschaftlichen Interessen einer kleinen Industrieliengruppe willen das gesamte Vertragswcrk wieder scheitern zu lassen. Saatenstand im Deutsche« Reich Anfang August 1827. Im Monat Juli haben die zahlreichen und ausgiebigen Niederschläge in Abwechslung mit warmen sonnigen Tagen das Wachstum aller Kulturpflanzen allgemein günstig gefördert. Abgesehen von sonstigen Unwetterschäden wurde jedoch infolge heftiger Gewittergüsse das Getreide stellenweise außeroröeutlich stark zum Lagern gebracht, so daß hier eine Verwendung von Mähmaschinen und selbst das Hanömähen sehr erschwert ist. lieber den Ausfall der Getreideernte läßt sich zur Zeit wegen ihrer starken Verzögerung ein völlig klares Bild noch nicht gewinnen. Fast alle Getteidearten stehen schwer im Halm und dürften auf Grund der Saatenstandsberichte hinsichtlich des Körnerertra- ges durchschnittlich eine befriedigende Mittelernte ergeben. Von dem Wintergetreide ist die Gerste bis auf kleine Reste geborgen. Tie Roggenernte ist in vollem Gange und vielfach schon beendet. Der Weizen steht vor der Reife. Beim Sommergetreide zeigen Weizen und Hafer gegenübor dem Vormonat eine leichte Befferung, während Roggen und über Le Rutoire zurück nach Loos. Mitten in den ehemaligen Stellungen des I.R. 114 steht heute ein großer englischer Friedhof; der Aufseher sagt uns, daß die Engländer keine Franzosen zur Bearbeitung ihrer Friedhöfe verwenden, sondern auf allen, auch noch so kleinen englischen Friedhöfen sind nur Engländer beschäftigt. Man muß sich da unwillkürlich die Frage aufwerfen, ob dieses Verfahren nicht auch für Deutschland zweckmäßiger wäre, indem man deutsche Staatsangehörige zur Pflege deutscher Kriegersriedhöse verwendet, die auch nicht teurer wären, wie die fremden Kräfte. Der ehemals in Loos befindliche Friedhof des 3.R. 114 besteht nicht mehr; zwei junge Französinneii waren mit Gartenarbeiten auf dem Gelände beschäftigt und ihrem Wunsche, um eine Aufnahme inmitten dieses ehemaligen Friedhofes, sind wir gerne nachgekommen. Die dort Beerdigten kamen alle unter unbekannt auf dem Sammelfriedhof nach Lens. Von Loos fahren wir weiter in südlicher Richtung über Lievin-Air- Roulette durch das Marokkanerwäldchen, an der Schlamm-Mulde und der Kanzelstellung vorbei hinauf auf Notre Dame de Lo- rette. Die einigermaßen eingeebneten Granatlöcher find mit Gras und Gestrüpp überwachsen und man findet auch da und dort noch verrostete Gewehrläufe, Blindgänger usw. Oben aus der Anhöhe angekommen, breitet sich dem Auge des Besuchers ein gewaltiger französischer Sammelfriedhof der größte französische an der Westfront, mit seinen 36000 Einzelgrädern aus. Es ist nicht möglich, den Friedhof von einer Stelle aus zu übersehen, da er aus allen Seiten mit dem abfallenden Gelände dem Auge entschwindet. Am Eingang zum Friedhof stehen zwei deutsche Feldgeschütze; im Zentrum desselben erhebt sich ein großer weißer Turm, von dessen Spitze herab jeden Abend ein riesiger Scheinwerfer sein Licht die ganze Nacht hindurch bis tief ins Land hineinwirft, zum Andenken an die dort Gefallenen. Im unteren Teil des Turmes ist die sogenannte Krypte, das Gebeinhaus, in welchem nach Angaben des Wächters die Gebeine von weiteren 250 000 deutschen und französischen Soldaten ruhen. Die Krypta enthält außerdem noch 32 Marmorsärge und das Innere ist ebenfalls ans Marmor verfertigt. Me Franzosen haben hierfür ebenfalls einen Prunk entfaltet und jeder Besucher steht in stiller und stummer Bewunderung vor diesem Prunkwerk auf dem mit Blut getränkten Wallsahrtsorl. Hinter dem Turm ist die Wallfahrtskapelle in ihrem ehemaligen Stile neu erstanden und wird tagtäglich von Hunderten besucht. (Fortsetzung folgt.) Nr. 149. Jahrgang 1927. Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Montag, den 15. August 1927. Gerste unverändert geblieben sind. Stellenweise macht sich im Getreide der Befall von Brand, Rost und Blasenfuß stark bemerkbar. Ter Stand der Hackfrüchte hat sich gegen den Vormonat wesentlich gebessert und wird günstig beurteilt. Tie Frühkartoffeln bringen eine leidlich gute Ernte, obgleich in naflen Lagen größere Mengen verfault sind. Die Spätkartoffeln stehen meist gesund und üppig im Kraut. Auch die Rübenfelder stehen kräftig, doch kommen auf ihnen öfters Rübenflüge und Wurzelbrand vor. Der erste Schnitt der Futterpflanzen und Wiesen ist noch nicht überall geborgen. Die Heuerträge sind im allgemeinen reichlich ausgefallen, doch läßt ihre Beschaffenheit teilweise zu wünschen übrig. Der Nachwuchs steht frisch und üppig, so baß auch im zweiten Schnitt mit guten Erträgen zu rechnen ist. Letzte Telegramme in Kürze. Abreise Bauzettis Schwester «ach Amerika. Paris 18. Aug. Die Schwester Bauzettis schiffte sich vorgestern abend in Cherbourg ein. Es ereigneten sich kemer- let Zwischenfülle. Fräulein Luigi Vanzetti wird aas Gnadengesuch für ihren Bruder dem Gouverneur Füller persönlich überreichen. Der Reichskanzler am Dr. Stresemam«. Berli«, 15. Aug. Wie die „Tägliche Rundschau" meldet, hat Reichskanzler Dr. Marx an Rerchsmmister Dr Sttese. niaun folgendes Telegramm gerichtet: „Am heutigen Tage, der das vierte Jahr abfchließt, rn dem Sre die auswart g Politik des deutschen Reiches geleitet haben.drangtesmich, verehrter Herr Kollege, Ihnen meine und der gesamten Reichsregierung aufrichtigste Glückwünsche auszusprechen. Große wertvolle Leistungen verknüpfen dresen Zeitraum deutscher Geschichte mit Ihrem Namen. Möge auch fernerhin Ihr Wirken von reichen Erfolgen für unser ©olk und Vaterland gekrönt sein." Untersuchung des Berfasinngszwischcnfalles in Halle. Berlin. 16. Aug. Wie von zuständiger preußischer Stelle mitgeteilt wird, hat der preußische Kultusminister Bester auf Antrag des Regierungspräsidenten Grutzner Ministerialrat Dr. Breuer zur Untersuchung des Verfafiung^- zwischenfalles in Halle entsandt, bei dem Professor Menzer die Festrede hielt.' Bei lebendigem Leibe verbrannt. Haningen bei Lörrach, 16. Aug. Die 15jährige Elsa Pfister in Neuhauingen kam dem Herde zu nahe, wobei ihre Kleider Feuer fingen. Im Nu stand das Mädchen in hellen Flammen. Es erlitt so schwere Brandwunden, daß es seinen Wunden erlag. Aus Nah und Fern. 0 Sinsheim, 15. Aug. (Die Zuchtviehschau für die Fleckviehzuchtgenossenschaft Sinsheim) wird am Dienstag, 6. Sept., vorm. 9 Uhr auf der Stadtwiese stattfinden. Anmeldungen sind alsbald an die Bürgermeisterämter einzureichen, wo auch die näheren Bestimmungen einzusehen sind. Zur staatlichen und genossenschaftlichen Tierschau werden nur Tiere zugelassen, die im Besitze von Mitgliedern der Fleckviehzuchtgenossenschaft Sinsheim, in das Zuchtregister eingetragen und mit Ohrmarken versehen sind. Zwecks Neuaufnahme von Tieren wird näckffter Tage nochmals eine Nachschau durch den Bezirkstierarzt stattfinden. Zuchttiers, die auf den am 8. September stattfindenden Zuchtviehmarkt in Mosbach verbracht werden sollen, können hierbei ebenfalls angemeldet werden. * Sinsheim, 15. Aug. (Gartenfest.) Gestern Nachmittag veranstaltete der Bczirksvcrein der 111 er im Stadtpark-Restaurant Petri unter großer Beteiligung ein Gartenfest. Voraus ging eine Besprechung. Nach einer Begrüßung durch den 1. Vorstand, Herrn Jakob Wirth, kam die Teilnahme an dem 75 jährigen Regimentsfest in Rastatt zur Besprechung. Der 2. Vorstand, Herr Oberpostsekretär Dick, erstattete einen Bericht über das letzte Regimentsfest in Rastatt, welchem die Teilnehmer große Aufmerksamkeit schenkten. Beschlossen wurde, daß der Bezirksleitung Sinsheim bis 20. längstens aber 25. August schriftlich zugestellt werden muß, wieviel Personen von den einzelnen Ortschaften an dem am 1.—2. Oktober stattfindenden Regimentstag teilnehmen. Spätere Anmeldungen können nicht mehr berücksichtigt werden, da bei der Reichsbahn Antrag auf Einlegung von Sonderzügen gestellt wird. Aeußerster Termin ist also der 25. August. An der Besprechung haben sich beteiligt Dühren, Eich- tershcim, Michelfeld, Waldangelloch, Weiler, Reihen, Steins- furt, Rohrbach, Daisbach, Hoffenheim und Kirchardt. Die nichtbeteiligten Ortschaften werden ersucht, der Bezirksleitung rechtzeitig Meldung zu machen. Anschließend ging man zum Gartenfest über, wobei sich die Stadtkapelle unter Leitung des Herrn Geffers hervorragend beteiligte und reichen Beifall fand. Die allgemeine Beteiligung am Fest war so .stark, daß alle Räumlichkeiten voll besetzt waren. Als bei eintretender Dunkelheit die Lampions erstrahlten, fanden sich noch andere Interessenten ein. sctaß inan bei grier Bewirtung und flot'er Bedienung un'ec '»r. anmutigen Klängen der Musik noch bis in die späte Nacht hinein beisammen war. Der Wunsch aller war, daß der Bezirksverein recht bald wieder ein solches Fest veranstalten möge. * Sinsheim, 15. Aug. (Die Zulassung von Fensterbriefhüllen). Absendern von Briefen in sogenannten Fensterbriefhüllen waren seitens verschiedener Postanstalten mehrfach Schwierige beiten bereitet worden, da diese Briefhüllen der Postordnung nicht entsprechen sollten. Das Reichspostministerium hat nunmehr fest- gestellt, daß die aus dem Normblatt DIN 680 festgelegtcn Fensterbriefhüllen im inneren deutschen Postverkehr zulässig sind. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Fenster der Briefumschläge gut durchsichtig sind, keinen störenden Glanz zeigen und daß auch die Anschriften auf dem Brief mit einem guten Farbband deutlich geschrieben werden. Das Fenster muß ferner die Anbringung einer gut und leicht haftenden Schrift gestatten und einen festen Bestand des Umschlages bilden. Die Briefeinlage muß in dem Umschlag so verwahrt sein, daß die Anschrift leicht gelesen werden kann. Da die in Deutschland vielfach noch üblichen quadratischen Briefhüllen die schnelle Erledigung durch die Post, insbesonder« das Stempeln und Verteilen stören, wird empfohlen, von der Verwendung dieser Briefhüllen abzusehen und in Zukunft nur noch die als Norm feftgelegten Fensterbriefhüllen zu benutzen. Es muß mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß die Post die quadratischen Briefhüllen eines Tages von der Beförderung ausschließt. E3 Zuzentzausen, 12. Aug. (Auszeichnung der Freiw. Feuerwehr.) Am Verfassungstag erhielten 9 Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Zuzenhausen das Ehrenzeichen für 25 jährige Dienstzeit- Es waren dies Philipp Heinrich Bogt, Obmann, Adam Müller, Wassermeister, Karl Hardt, Philipp Brenner, Johannes Bogt, Ehr. Heinrich Karrer, Foh. Friedrich Ödländer, Philipp Lichtner und Heinrich Freiberger. Die Feuerwehr sowie der Gesamtgemeinderat hatten sich vollzählig jm Rathaussaal versammelt. Herr Regierungsrat Goll als Vertreter der Regierung überreichte, nach einer schönen Ansprache wobei er die Feuerwehrleute ermahnte, nicht nur dem Nächsten, sondern auch ganz dem Staat zu dienen, jedem einzelnen Feuerwehrmann persönlich das Ehrenzeichen nebst Ehrenurkunde. Der Kommandant der Feuerwehr Ratschreiber Kirsch sprach im Namen der Kameraden, die das Ehrenzeichen erhielten, den Dank aus. Herr Bürgermeistsr Werner sprach im Namen des Gemeinderats den mit dem Ehrenzeichen Bedachten den Dank der ganzen Gemeinde aus für ihre uneigennützige Tätigkeit bei der freiw. Feuerwehr. Mit einem gemütlichen Beisammensein bei Kamerad Kirsch im Gasthaus zum Ochsen, wurde diese einfache aber schöne Feier beschlossen und wird den Feuerwehrleuten noch lange in Erinnerung bleiben. [x] Zuzenhausen, 14. Aug. (Einer gründlichen Renovation) soll die hiesige kath. Pfarrkirche unterzogen werden u. a. ist auch die Erneuerung des Turmdachs vorgesehen. Die verschiedenen zu vergebenden Arbeiten sind ausgeschrieben worden und müssen die Angebote bis spätestens Dienstag 16. August eingereicht werden. c© Ittlingen, 14. Aug. (Eine mutige Tat.) Aus Heidelberg erfahren wir soeben eine mutige und geistesgegenwärtige Tat des Polizeibeamten Rottenmeisters Otto Fletterer, Sohn des Schneidermeisters Karl Fletterer hier. Als sc beim Dienstgang in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch an der alten Neckarbrücke Hilferufe eines Ertrinkenden vernahm, sprang er hilfsbereit in den reißenden Neckar und brachte unter eigener Lebensgefahr nach schwerer Mühe den schon bewußtlosen Mann an Land, wo er auch mit den künstlichen Almungsversuchen Erfolg hatte. Der wohl aus Unvorsichtigkeit Verunglückte wurde in das Krankenhaus verbracht. % Eppingcn, 14. Aug. (Seinen 75. Geburtstag) feierte gestern bei verhältnismäßig guter Gesundheit Herr Altgerbermeifter Karl Heinrich Frey ** Mannheim, 13. August. (Vermutlich ertrunken.) Der 15jährige Ausläufer Franz Hertel hat sich vorgestern nachmittag unter Mitnahme seines Fahrrades und seiner Badehose von zu Hause entfernt. Er ist bis jetzt nicht mieder- gekehrt. Da seine Kleider und sein Fahrrad in einem Wafferloch auf der Friesenheimer Insel gefunden wurde, ist änzunehmen, daß der junge Mann beim Baden ertrunken ist. Die Leiche konnte bis jetzt noch nicht geländet werden. ** Mannheim, 13. August. (Leichenländvng.) Die Leiche des am 17. Juli hier am Strandbad ertrunkenen Polizeiwachtmeisters Nadel aus Ludwigshafen wurde am 10. August in Gernsheim geländet. ** Mannheim. 13. Aug. (Schwerer Unfall). Ein 25 Jahre alter Kaufmann, der auf seinem Großkraftrad von Walühof nach Käfertal fuhr, rannte in voller Fahrt gegen das Eckhaus der äußeren Wingertstraße und erlitt einen Schädelbruch. ** Buche«, 14. Aug. (Auswanderung.) Mit dem Dampfer „Deutschland" werden fünf Personen aus unserer Gegend die Ausreise nach Amerika antreten,' es sind die Frl. Becker-Buchen, Frl. Bauer-Langenelz, Cornel yenn-Unter- neudorf. Kilian Schäser-Schlosfau und Heinrich Lenz-^onc- bach. ** Eberbach. 14. Aug. (Ehrung von Bürgermeister Dr. Weib) Die Heidelberger Bürgermeisterkonferenz, umfas- gS»L»« «f >«--- sm»»« Mitglied, Bürgermeister Dr. Weiß (Eberbach), anläßlich fernes Ausscheidens aus dem Dienst durch Uebyrrerchung erues Rosen enthaltenden Blumenkorbes. ------ Bensheim, 13. Aug. (Vier Fruchtwagen durch Feuer vernichtet) In einer der letzten Nächte gerieten auf dem Dreschplatz auf bis jetzt noch unbekannte Werse vier vollbeladene Fruchtwagen in Brand und wurden völlig vernichtet. Ein Umsichgreifen des Feuers konnte rechtzeitig verhindert werden. Von den geschädigten Landwirten sind nur die wenigsten versichert. ** Speyer, 13. Aug. (Rücksichtsloser Radfahrer.) Das fünfjährige Söhnchen des Heinrich Radspinner wurde rn der Goethestratze von einem Radfahrer aus Unvorsichtigkeit von rückwärts angefahren, so daß das Kind einen Schlüfselbeinbruch und sonstige Verletzungen davoutrug. Der Täter fuhr, ohne sich um das Kind zu kümmern, erlrgst davon. ** Speyer, 13. Aug. (Römischer Grabfund.) In der ^Kleinen Greifengasie wurde bei Kanalisationsarbeiten ein wohlerhaltenes Ziegelgrab mit Skelett gefunden. Dasselbe gehört der spätrömischen Zeit (3. bis 4. Jahrhundert nach Christus) an. ** Bergzabern, 13. Aug. (Durchmarsch französischer Truppen.) Jm nördlichen Elsaß finden zur Zeit französische Truppenübungen statt. Seit einigen Tagen durchziehen französische Truppen in westlicher Richtung unsere Gegend unk belegen in den auf ihrem Wege liegenden Orten Massenquartiere. *- 1 - Rohrdorf, 14. Aug. Dieser Tage schoß auf einem Neubau ein dort arbeitender Gipsermeister auf seinen Schwiegersohn. Die Kugel drang neben die Schlagader. Es ist aus diese Art nur eine ungefährliche Fleischwunde entstanden Der Täter wurde von der Gendarmerie in Haft genommen ** Schemmerberg, 14. Aug. Beim Baden in der Ritz ertrank in der Nähe der Eisenbahnbrücke der 10jährige Sohn des Bäckermeisters Junginger. ** Pforzheim, 13 Aug. iNachgefolgter Tod). Der am ' Donnerstag nachmittag bei dem Explosionsunglück in de« Büroräumrn der Bauhütte" schwer verletzte Kaffier Wilh. Kircher ist gestern Freitag früh kurz nach 5 Uhr, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, gestorben. Ueber die Explofionsursache konnten noch keine näheren Feststellungen gemacht werden. ** Pforzheim, 13. Aug. (Ueberfahren und getötet). Jm benachbarten Tietlingen wurde gestern abend ein sieben Jahre alter Knabe von einem Auto überfahren und getötet. ** Ettlingen, 13. August. (Leichenländung.) Nach einer Meldung hierher ist bei Speyer eine männliche Leiche ans Land geschwemmt worden, deren Signalement auf den bei Neuburgweier ertrunkenen Otto Klefenz von hier zutrifft. ** Pforzheim, 14. Aug. (Ein Feuerwehrveteran.) Bei der Ehrung verdienter Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren von Pforzheim - und Umgebung anläßlich der Ber- faffungsfeier konnte dem Tapeziermeister Wolf für eine 60- jährige, ununterbrochene Dienstzeit ein Ehrengeschenk der Stadt Pforzheim überreicht werden. ** Brötzingen, 14. Aug. (Unfall.) Der im Kaliwerk Buggingen beschäftigte Emil Zeller verunglückte mit seinem Motorrad auf 4er Straße Buggingen—Brötzingen und wurdc später von Paffanten bewußtlos aufgefunden. Er erlitt KvPf-, Arm- und Bcinverletzungen. ** Malsch bei Ettlingen, 14. Aus. In den Wäldern bei Malsch, in denen mehrere Wildschweine Hausen, die an den Saatfeldern erheblichen Schaden anzurichten pflegen, gelang es, eine Wildsau mit 4 Jungen aufzuspüren und die San zur Strecke zu bringen, während die Jungen entkamen. ** Kappelrodeck, 14. Aug. Ein bedauerlicher Unglücks- fotf ist Herrn Karl Kern vom Lammhof zugestoßen. Beim Futterschneiden geriet seine linke Hand in die elektrisch be. triebene Futterschneidmaschine, wobei dem Bedauernswerte« die linke Hand bis zum Handgelenk abgehauen wurde. ** Malterdingcn b. Emmenöingen, 14. Aug. (EinbruH- diebstahl.) Während die Bewohner auf dem Felde waren, wurde in das Haus der Friedrich Spöri Witwe hier eingebrochen. Der Dieb ließ Kleider, Fleischwaren, sowie einig« 100 Mark Geld mitgehen. Anscheinend handelt es sich bei dem Täter um einen während der Erntezeit eingestellte« Burschen, der zufällig von dem im Hause-befindlichen Geldbetrag Kenntnis hatte. ** Müllheim, 14. Aug. (Blitzschlag.) Am Donnerstag schlug der Blitz bei dem heftigen Gewitter in eine der beiden Scheunen der Guthelmühle ein. Das Feuer fand durcf die zahlreichen Getreide- und Heuvorräte. gute Nahrung. Tie Vorräte gehörten zum größten Teil zwei kleinere« Landwirten, die sie in der Mühlenscheune untergebracht hatten. Da glücklicherweise kein Sturm herrschte, konnte die Mühle und das Wohnhaus gerettet werden. ** Schöna«, 13. Aug. (Im Verdacht der Brandstiftung.) Unter dem Verdacht, das Anwesen des Gemeindesekretärs Babilo» aus Rache in Brand gesteckt zu haben, wurde der Schweinehirt Jakob Barthel aus Nothweiler verhaftet und in das Dahner Gefängnis eingeliefert. ** Säckingen, 14. Aug. (Tr^chtenzufammenkunft.) Am 28. August wird hier eine aargauische, oberbadische Trachtenzusammenkunft stattfinden. Die'aargauischen Trachten kommen per Schiff den Rhein heruntergefahren. ** Rheinfelde«, 14. Aug. (Verhaftet.) Hier wurde ein schon lange gesuchter Einbrecher verhaftet, der in verschiedenen Teilen des Reiches sich Vergehen zu Schulden kommen ließ. ** Stuttgart, 14. Aug. Auf der Kreuzung der Büchsen- unö Kronprinzenstraße fuhr dieser Tage ein Motorradfahrer gegen einen Straßenbahnwagen. Bei dem Zusammenprall wurde er zu Boden geschleudret und erlitt einen Schädelbruch, dem er im Katharinenhospital erlag. Ein 25 Jahre alter Beifahrer trug starke Hautschürfungen davon. ** Oberurbach, OA. Schorndorf, 13. Aug. Das Gewitter, das am Dienstag abend gegen 10 Uhr über das Remstal wegzog, hat mit einem Blitzstrahl in einem großen Doppelwohnhaus hier gezündet. Der Blitz schlug an der einen Giebelfront ein, durchfuhr den ganzen geräumigen Bühuen- raum und setzte das große Haus sofort in Flammen. Mit knapper Not konnten die beiden Bewohner, ein Achtziger und eine alte Witwe, das Leben in Sicherheit bringen. Kurz vor 10 Uhr wurde die Schornöorfcr Motorspritze 'alarmiert, die in kaum mehr als 10 Minuten auf dem Brandplatz eintraf. Der ganze Dachstuhl war aber bereits den Flammen zum Opfer gefallen. Die Oberurbacher Feuerwehr hatte bislang mit großer Geschicklichkeit das Feuer bekämpft, das allerdings so rasch um sich gegriffen, daß der Schutz gegen die Nachbargebüude es notwendig erscheinen ließ, die noch stehenden Mauerreste vollends umzulegen. Zur Unterstützung der Wehr waren auch die Unterurbacher Nachbarn hilfsbereit herbeigeeilt. Außer dem nackten Leben konnten die beiden betagten Bewohner (der schwerhörige Achtziger mußte aus dem Bett geholt werden) nichts retten. Eine Kuh konnte noch aus dem Stall gebracht werden, während das Federvieh in dem prasselnden Feuermeer umkam. Die Betroffenen sollen versichert fein. ** Lanpheim, 14. Aug. Bei einem der l-etzten großen Gewitter fuhr ein Arbeiter mit seinem Fahrrad von seiner Arbeitsstätte Einsingen nach Burgfrieden. Das Gewitter schien schon vorüber zu sein, da fuhr ein Blitzstrahl in sein Stahlroß. Das Fahrrad wurde von dem elektrischen Strahl vollkommen zerstört, die Speichen z. B. zu einem Klumpen zusammengeschmolzen. Der Mann kam glücklich aus der Gefahr. Nach etwa IV-stündiger Betäubung konnte er seinen Weg zu Fuß nach Hause fortsetzen. ** Murr, OA. Marbach, 14. Aug. Jm Erdgeschoß des Lager-Neubaues der Holzmchlsabrik hier wurde kürzlich der ledige Otto Müller, Bauhilfsarbeiter aus Murr, mit einem Schüdelbruch aufgefunden. Er ist allem Anschein nach vom ersten Stock innerhalb des Gebäudes abgestürzt, als er nach einem Werkzeug suchte. Eine Stunde später ist er gestorben. ** Stuttgart, 14. Aug. Wie dem „Neuen Tagblatt" aus Westerland mitgeteilt wird, ist dort der Bahninspektor Adolf Krauß aus Zuffenhausen von einem plötzlichen Tode ereilt worden. Krauß, der sich als Badegast dort aufhielt, ging am Klapphvltaler Badestrand in den See, weilte einige L)eit im Waffer, als eine hohe Brandungswelle über ihn hinwegging und er untersank. Der Vorgang war von anderen Badenden bemerkt worden, die Krauß auch bergen konnten. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche waren erfolglos,' als die Sturzwelle ihn erfaßt hatte, war er offenbar vom Herzschlag betroffen worden. Die Leiche ist nach Zuffenhausen übcrgefüh"t worben. E Bietigheim, 18. August. Mittwoch nachmittag rannte ein Holländer Personenauto in übermäßigem Tempo auf das Pferdefuhrwerk des Kurt Lindner. Das Fuhrwerk fuhr am „Ochsen", während das Auto aus Richtung Rastatt herankam. Personen wurden keine verletzt. Die Ausländer legten ein derartig freches Benehmen an den Tag, daß sie vernommen werden mußten. Sie zahlten jedoch zum Schluß schuldbekennenö einen Schadenersatz an den Fuhrwerkseigentümer. Bei dieser Gelegenheit darf wieder dringend gebeten werden, daß die maßgebenden Polizeiorgane ihr besonderes Augenmerk auf die Fahrtgeschwindigkeit der Autos durch die Ortschaften richten, um Unglücksfällen vorzubeugen. El Plittersdorf, 13 .August. Die Untersuchung der im Rhein aufgefunbenen Leichen von zwei Knüblein, die in einem Rucksack auf der elsässischeu Seite der Rheinbrücke an- zeschwemmt worden sind, hat durch den Gerichtsarzt statt- gesunden. Die Kinder sind einem Verbrechen nicht zum Opfer gefallen. Ueber die Eltern, die sich auf so grausame Weise ihrer entledigten, konnten noch keine Anhaltspunkte gewonnen werden. El Bühl, 13. August. Donnerstag abend gegen 7 Uhr wurde der Landwirt Hönig aus Vimbuch, der auf seinem Rade in die Rheinstraße einbiegen wollte, von einem hiesigen Auto gestreift und auf den Gehweg geschleudert. Ter Radfahrer erlitt erhebliche Verletzungen und mußte in das hiesige Krankenhaus überführt werden. ** Ettenheim, 13. Aug. (Ertrunken.) Am Dienstag wurde das IX Jahre alte Söhnchen des Landwirts Hen- nieger vermißt. Nach längerem Suchen fand man das Kind am Rechen der Stadtmühle. Anscheinend ist das Kind beim Spielen unbemerkt ins Waffer gefallen und dann ertrunken. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. ** Waldnlm, 13. August. Ein seltenes Glück im Stalle hatte der Landwirt Heinrich Fischer im Zinken Pfaffenbach. I Hi iiii til'ililiitMWIllilWlltiWIlaillMIIIIWliitfilirlll l l iii n HI»IIM tW i ) i iinH I II II IHil‘ , illil i ! ■tt ii'IÜw'rjffKiT**-«’);* " r ■ - "kl" - ..... ..... . . . .. . .. >' . . . Nr. 149. Jahrgang 1927. Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Montag, den 15. August 1927. vor einigen Tagen warf eine junge Kuh 3 Kälber, die alle frisch und munter sind. Es ist dies gewiß eine Seltenheit, brachte sie doch letztes Jahr Zwillinge zur Welt. In dieser Zeit der allgemeinen Geldknappheit ist dieses außerordentliche Glück Herrn Fischer zu gönnen. ** Freiburg, 13. Aug. (Amtsunterschlagung.) Acht Monate Gefängnis holte sich der 30 Jahre alte Postschaffner Hugo Häfle aus Ettenheim, weil er sich Unterschlagungen im Amt in Höhe von nahezu 1000 Mark und Urkundenfälschungen hat zuschulden kommen lassen. ** St. Blasien, 13. Aug. (Sturz vom Dache.) Der Blechnergeselle Franz Reisch stürzte bei Dacharbeiten aus 3 Meter Höhe herunter und zog sich solche Verletzungen zu, daß er ins Spital eingeliefert werde» mutzte. ** Stockach, 13. August. «Bürgerausschuß.» Der Bürgerausschutz geneh.migte den städtischen Voranschlag 1927/28 gegen eine Stimme. Die Umlage beträgt 70 Pfg. gegen SO Pfg. im Vorjahr. Die Einführung der Biersteuer wurde fallen gelassen. Die Erstellung eines Beamtenwohn- hauses, zu dem die Stadt das Baugelände unentgeltlich überläßt, wurde ebenfalls genehmigt. ** Donaneschinge«, 13. August. (Zwischenfall bei der Verfassungsfeier.) Donnerstag abend kam es bei dem von der Stadtverwaltung veranstalteten Bankett zür Feier der Reichsverfaffung zu einem Zwischenfall dadurch, daß der Festredner des Abends, Reallehrer Scher-Schwennmgen, in seiner Rede sich zu politischen Ausfällen und ungerechten Angriffen u. a. auch gegen die Reichswehr Hinreißen ließ, was die anwesenden Reichswehroffiztere und -Mannschaften veranlaßte, das Lokal zu verlassen. . ** Donaueschiugeu, 13. August. (Selbstmord.) Donnerstag abend gegen 7 Uhr wurde auf dem Lahngleise bei Hausen vor Wald eine Frauenleiche gefunden. Es handelt sich um eine etwa 20 Jahre alte Frauensperson. Sie war mit dem 4-Uhr-Zug in Hausen vor Wald eingetroffen und begab sich von da auf einen Spaziergang, bei welchem sie dann später die Tat ausführte. ** Singe« a. 13. Aug. (Unterschlagung). Zu den Unterschlagungen des Geschäftsführers Eugen Bälz der Bäcker-Einkaufsgenossenschaft Hegau wird noch bekannt: Unter den Geschädigten befinden »"ich ganz kleine Landbäcker. Zirka 40 Mitglieder haben eine Haftsumme von je 400 Mk. zu leisten, was namentlich für die kleineren Bäcker einen schweren Verlust bedeutet. Neben den unterschlagenen Beträgen sind auch noch bis jetzt Bankschulden aufgedeckt worden, so daß die Gesamtsumme der Unterschlagungen inklusive der aufgelaufenen Zinsen bis jetzt mit 30 000 Mark fest- gestellt werden konnte Die Unterschlagungen gehen bis 1926 zurück,, doch erfolgten die größten Unterschlagungen während der ersten Monate des Jahres 1927. Mangelhafte Kontrolle erleichterten die Betrügereien. Die Unterschlagungen erfolgten in der Weise, daß das Geld für die bezahlten Rechnungen der Bäcker wohl verbucht, aber den Mehllieferanten nicht ausgehändigt wurden. Offenstehende Posten wurden von Fall zu Fall gedeckt bis zuletzt die nicht gedeckten Posten eine Höhe erreichten daß die Lieferanten sich direkt an den Vorstand der Väckereigenossenschaft wandten, worauf die Betrügereien ans Tageslicht kamen. Bälz, der sich im Felde als Oberleutnant tadellos geführt hatte, hat das Geld zu spekulativen Geschäften vergeudet. ** Friedrichshafen, 13. Aug. Die beiden Piloten der Dornierwerke: Wagner und Zinsmaier, stellten am Montag mit 1000 Kilo Nutzlast drei weitere Retorte auf: 1. Dauerflug von 9,38 Stunden 15 1 /» Sekunden: 2. Gesamtstrecke 1700 Kilometer: 3. Geschwindigkeit über 1000 Kilometer 166,363 Kilometer pro Stunde. Sämtliche bisherigen Flüge wurden unter Aufsicht von Sportzeugen ausgeführt und sind der Federation Aeronautique Internationale zur Anerkennung als Weltrekorde angemeldet. Der obige Flug bewegte sich auf der Linie Bauried—Reichenau—Ermatingen—Waffer- burg-Bauried, wobei die Piloten Konstanz 32 Mal überflogen. ** Friedrichshase«, 13. Aug. (Bodensee-Fischerei). Der Fischertag der deutschen und schweizerischen Bodenseefischerei bezifferte sich im Jahre 1926 auf 440 290 Kilo im Werte von 940 000 Franken. Mit den österreichischen Fängen zusammen belief sich der Wert des gesamten letztjährigen Ertrages aus dem Bodensee auf rund eine Million Franken. Auf die Schweiz entfallen 1700 Doppelzentner oder 38,7 Prozent. ** Vom Bo-ensee, 13 Aug. (Ein raffinierter Schwindler» treibt sich gegenwärtig in der Bodenseegegend herum. Er gesucht Kranke und verspricht ihnen ohne jeöe Untersuchung Heilung. Der zu leistenden Anzahlung von 5 Mk. folgte dann eine Nachnahme von „nur" 48 M. für einen Tee, bei deren Nichteinlösung ob endrein noch gedroht wurde. Es ist merkwürdig, daß solche Leuten immer noch Geschäfte machen können. ** Konstauz, 13. Aug. (Landung eines der Junkersstug- zeuge.) Gestern nachmittag mutzte eines der drei Junkers- Großflugzeuge, die gestern vormittag in Dessau ausgesti> aen sind, um nach Tübendorf in der Schweiz zu dem Alpenwettbewerb zu fliegen, bei Dingelsdorf am Ueberlinger See eine Notlandung vornehmen. Wie verlautet, soll ein Benzintank ausgelaufen sein, der die Notlandung verursacht habe. Durch die Unebenheit des Geländes konnte die Landung nicht glatt vonstatten gehen: das Flugzeug wurde daher stark beschädigt und einer der Propeller brach ab. Von den 9 Insassen wurde der Pilot und der Monteur leicht verletzt. Das Flugzeug mußte abmontiert werdem Der Hagelwetterschaden in llnterbaden. Eppelheim» 13. August. Der durch die Hagelkatastrophe in der hiesigen Gemarkung angerichtete Flurschaden beträgt nach den bisherigen amtlichen Schätzungen etwa 6 bis 800 000 Mark. Die Geschädigten sind durchweg Kleinbauern. In Eppelheim ist keiner der Geschädigten in der Hagelversicherung. Rechnet man zu obiger Ziffer den Schaden, der in Wieblingen, Plank- stadt und Oftersheim verursacht wurde, so ergibt sich bei vorsichtiger Schätzung ein Gesamtschaden von 1.5 Mül. RM. Erdbeben im Engadin. St. Moritz, 13. Aug. Gegen halb 3 Uhr nachts vernahm man hier rin minutenlanges, heftig fühlbares Erdbeben mit Erschütterung der Häuser. Unter den Kurgästen herrschte starke Erregung. Alle Hotels waren erleuchtet. Gruppen aufgeschreckter Menschen wandelten durch die Straßen oder saßen auf Stühlen, die aus den Häusern geholt wurden, im Freien. Vereinzelt fuhren Familien noch nachts in ihrem Auto ab. Gegen halb 4 Uhr nachts trat Beruhigung ein, da offenbar kein Schaden angerichtet war. Auch in Sils Maria wurden die Erdstöße deutlich gefühlt. Man hörte jedesmal ein heftiges Rollen. Die Bevölkerung und die zahlreich anwesenden Sommergäste aus aller Welt verließen ihre Hotels und kampietten im Freien bis gegen 3 Uhr früh, da keine Anzeichen eines Bebens mehr zu bemerken waren. Rom, 13. Aug. Wie die „Tribuna" berichtet, wurde gestern früh in Marken ein Erdbeben verspürt, das zwei Minute» dauerte. Das Beben war von starkem Geräusch begleitet und versetzte die Bevölkerung in große Panik. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Auch ist kein Sachschaden entstanden. Generaldirektor Mauser gestorben. Köln, 13. Aug. Der Generaldirektor der Mauser-Werke in Köln-Ehrenfeld, Dr. ing. h. c. Alfons Mauser, ist vorgestern nachmittag im Kasino der Mauser-Werke infolge eines Schlaganfalls im Alter von 55 Jahren gestorben. Er wurde in Oberndorf am Neckar am 25. Mai 1872 geboren. Blitzschlag in das Stellwerk Strahlan-Rnmmelsbnrg. Berlin, 13. Aug. In den gestrigen Vormittagsstunden ging über Berlin ein heftiges Gewitter nieder. Dabei schlug der Blitz, der „B. Z." zufolge, in das Stellwerk Rummelsburg ein. Das Dach des Gebäudes wurde zum Teil abge- deckt, fing aber, da es sich um einen kalten Schlag handelte, glücklicherweise nicht Feuer. Infolgedessen brauchte auch der Betrieb des Stellwerkes nicht unterbrochen zu werden. Grotzsener im Salzbnrg. — Sechs Häuser «iedergebrannt. Salzburg, 13. Aug. Gestern morgen brach hier ein« schwere Feuersbrunst aus, wobei sechs Häuser bis auf die Grundmauern eingeäschert wurden. Der Schaden beträgt ungefähr 70000 Schilling. Man vermutet Brandstiftung. Schwerer Antonnfall in Sachse«. Dresden, 13. Aug. An der Kreuzung der Staatsstraße» Großenhain—Dresden und Radeburg—Meißen fuhren in der Nähe des Buschhauses ein Berliner und ein Raöeburger Personenauto derartig aufeinander, daß der eine Wagen sich zweimal überschlug und der andere völlig zertrümmert wurde. Vier Personen wurden schwer verletzt. Schweres Betriebsnnglück in Oldesloe. Oldesloe, 13. Aug. In einer hiesigen Färberei ereignete sich vorgestern beim Anlegen einer Farbgrube ein schwerer Unfall. Ein Arbeiter, der die Farbgrube ausschöpfen sollte, »rach, unten angelangt, sofort zusammen. Ebenso erging es >rei anderen Arbeitern, die ihren Kameraden zu Hilfe -amen. Von den vier Verunglückten konnten zwei nur noch tls Leichen geborgen werden. Von den beiden anderen mußte üner mit schweren Erkrankungserscheinungen ins Kranken- »aus gebracht werden, während der zweite ohne nennenswerte Verletzungen davonkam. Vermutlich hatten sich in »er Grube schwefelhaltige Gase gebildet. Ein dentscher Schwindler in Spanien verhaftet. Madrid, 13. Aug. In Ciudad Real ist ein Schwindler verhaftet worden, der dort seit längerer ZHt bei einem Arzt zewohnt und sich als der Mörder Kurt Eisners ausgegeben hatte. Er nannte sich Karl v. Arco und behauptet, in der »rutschen Armee als Fliegeroffizier gekämpft zu haben. Die Polizei stellte fest, daß es sich um einen aus Bayern stammenden Deserteur aus der spanischen Fremdenlegion handele, der bereits zweimal wegen Betruges bestraft worden war. Der Verhaftete, der Waldmann heißen soll, wird aus- zeliefert werden. Ein französischer Militärflieger tödlich avgestiirzt. Paris, 13. Aug. In den späten Abendstunden des Donnerstag stürzte über dem Militärflugplatz von Versailles Leutnant Guilleaut mit einem Jagdflugzeug ab und war sofort tot. Guilleaut, der als einer der besten französischen Flieger galt, sollte im Dezember de» Flug Paris—Peking aber Moskau fliegen. Henry Forb zum erste« Mal im Flugzeug. London, 13. Aug. Der amerikanische Automobilkönig Henry Ford ist gestern zum ersten Male mit einem Flug- teug geflogen. Kapitän Lindberg hatte Ford während eines lurzen Fluges als Passagier an Bord seines Flugzeuges. iiiiiifiiiiiiifimiiiiimimiiiiiiuiiiiniiiiiii Blitzschlag in ein polnisches Infanteriebalaillon 43 Soldaten schwer verletzt. Kattowitz, 13. Aug. Während eine? schweren Gewitters schlugen mehrere Blitze in ein in voller Kriegsausrüstung auf dem Marsch nach Krakau befindliches Infanterie-Bataillon ein. Es entstand eine furchtbare Panik: 45 Soldaten erlitten schwere Verbrennungen. Schweres Eisenbahnunglück in Serbien Belgrad, 13. Aug Bei einem Zusammenstoß zwischen zwei Güterzügen bei Tjunis wurden sechs Personen getötet und 13 verletzt. 20« «M Hektar Wald in Brand. London, 13. Aug. Wie aus Tschita gemeldet wird, stehen in der fernöstlichen Republik 200 000 Hektar Wald in Brand. Ei« polnisches Klngzcng über Kowno. Sown», 13. Aug. Kürzlich erschien über Kowno ei« polnisches Flugzeug. Ein litauisches Flugzeug stieg sofort zur Verfolgung auf, worauf das polnische Flugzeug in der Richtung nach Polen verschwand. 5000 Kiste« Likör beschlagnahmt. London, 13. Aug. Rach Meldungen aus Newyork ist gestern in der Nähe von Staten Island ein unter britischer Flagge 'segelndes Fischerboot aufgebracht worden, das 5000 Listen Likör an Bord hatte. Turnen, Sport und Spiel. Gauvolksturnen des Neckar-Elfenz-Turngaues. Einen guten, wenn auch mehr wie nötig nassen Verlauf nahm das gestern in Wilhelmsfeld b. Schönau stattgefundene Gauvolksturnen des Neckar - Elsenz - Turngaues verbunden mit dem 25 jährigen Gründungsfest des Turnvereins Jahn. Eingeleitet durch einen Begrüßungsabend bei welchem Gauvertreter Wicken- häuser-Sinsheim Glückwunsch und Dank des Gaues und der Kreisleitung überbrachte, über den Wert und die Bedeutung des heutigen Turnens für die Zukunft unseres Volkes sprach, sowie 3 Gründern und 25 jähr. Turnratsmilgliedern den Kreisehrenbrief überreichte, begannen Sonntag früh 8 Uhr die in Altersklassen eingeteilten volkstümlichen Wettkämpfe, zu welchen über 200 Turner antraten. Der herrlich gelegene, rings von Wald umgebene, neu errichtete Turnplatz konnte leider seinem Zwecke schlecht dienen. Anhaltend strömender Regen versetzte ihn bald in unbrauchbaren Zustand, so daß zu allen möglichen Behelfsplätzen gegriffen werden mußte, um die Wettkämpfe bis gegen Spätabend beenden zu können.^ Der Turnverein Sinsheim hat wie bei allen diesjährigen Veranstaltungen recht gut abgeschnitten. Es errangen im Altersturnen über 40 Jahre Wilhelm Geiß und Albett Etzel je einen 1. Preis, Ludwig Hertel, Oberstufe. 4. Preis, Hans Maier, Unterstufe, 15. Preis, Jak. Weickgenannt in Jugend 1. Klaffe den 2. Preis mit Bestleistung des Tages im Hochsprung 1.65 Mtr, pugend 2 Emil Gmelin und Albett Wickenhäuser je einen 2. Pr. Hochsprung Wickenhäuser 1.45, Gmelin 1.40 Bestleistung, 50 Meter-Lauf Wickenhäuser 6.2 Sek. Bestleistung. Trotz der schlechten Wi.tterung während des Turnens haben alle Teilnehmer, besonders die „Alten", stramm durchgehalten, darum an dieser Stelle allen Siegern ein kräftig Gut Heil! Fußball - Ergebnisse aus Süddeulfchland. Berbandsfpiele. Gruppe Nordbayern: FC. Fürth — FSB. Nümberg (Samstag) 3:3. V.f.R. Fürth — FB. Würzburg 04 2:2. ASB. Nürnberg — Bayern Hof 5:2. Gruppe Rhein: Germ. Friedrichsfeld — Pfalz Ludwigshafen 4:1. Phönix Ludwigshafen — Phönix Mannheim 7:1. V.f.R. Mannheim — Ludwigshafen 03 4:3. V.f.L. Neckarau — Mannheim-Lindenhof 08 2:0. FB. Speyer — Sp.Vg. Sandhofen 02. Gruppe Main: Spott 60 Hanau — Eintracht Frankfurt 1:6. Offenbacher Kickers — FC. Hanau 93 4:2. Germ. 94 Frankfurt — Vikt. Aschaffenburg 2:3. Bikt. Hanau 94 — Rot-Weiß Frankfurt 2:1. Bg. Fechenheim 03 — Union Niederrad 2:4. Gesellschaftsspiele: Bezirk Bayern: Internationales Turnier in München 1860 München — Poung Boys Bern 4: 3 Wacker München — Erick Wien 7:3 Turnierfleger: Bayern München — Teutonia 1:5 Württemberg - Baden: Karlsruher FV. — Stuttgarter Kickers 2:0 Freiburger FC. — Freiburger SC. 2:1 Süddeutsche Vereine auf Reisen: Stadtmannschaft Hamburg — 1. FC. Nürnberg 0:3 Holstein Kiel — 1. FC. Nürnberg 3:2 Sportverein Sinsheim — B. f. B. Eppingen 4:3 Schweinemarkt in Bruchsal vom 13. August 1927. Angefahren wurden: Milchschweine 188, Läufer 66. Verkauft wurden: Mtlchschweine 150 Läufer 20. Höchster Preis für Milchschweine Mrar 22.—, für Läufer 55.— RM. Häufigster „ „ „ „ 20.—. 50.— „ Niedrigster .. .. ., 16.— „ „ 40.— „ Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Kirchardt beiegenen, im Grundbuche von Kirchardt zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Karl Dietz in Kirchardt eingetragenen, nachstehend beschriebenen Grundstücke am Freilag. den 30. September 1927, nachm. 3 Uhr durch das Unterzeichnete Notariat — im Rathause zu Kirchardt versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 16. Juni 1927 in das Grundbuch eingetragen worden. Die Einsicht der Mitteilungen des Grundbuchamts, sowie der übrigen die Grundstücke betreffenden Nachweisungen, insbesondere der Schätzungsurkunde ist jedermann gestattet. Es ergeht die.Aufforderung. Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Dersteigerungsvermerkcs aus dem Grundbuch nicht ersichtlich waren, spätestens im Bersteigerungstermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden ausgefordert, vor der Etteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Bersteigerungserlös an die Stelle des versteigetten Gegenstandes tritt. Beschreibung der zu versteigernden Grundstücke: Grundbuch von Kirchardt Band 16 Heft 23 Bestandsverzeichnis I. Schätzung RMk. Lgb.-Nr. 6533 11 Ar 32 gm Ackerland, hintere Winne 320 Lgb.-Nr. 1457 15 Ar 26 gm Ackerland, beim Fürfelder Zollstock 300 Lgb.-Nr. 6099 4 Ar 41 gm Ackerland. bei den Klapperäpfelbäumen 200 Lgb.-Nr. 2317- 13 Ar 53 gm Ackerland. Kastenhälde 380 Lgb.-Nr. 3023 16 Ar 39 gm Ackerland. Hatzenbrunnen * 400 Lgb.-Nr. 4011 12 Ar 46 gm Ackerland, Kohlplatte 350 Lgb.-Nr. 4325 9 Ar 12 gm Ackerland, in den langen Losen 130 Lgb.-Nr. 4853a II Ar 86 gm Ackerland. Sinsheimertal 200 Lgb.-Nr. 5559 5 Ar 33 gm Ackerland. Winterrain 200 Lgb.-Nr. 3920a 2 Ar Ackerland, Landacht 120 Lgb.-Nr. 3921 3 Ar 94 gm Ackerland. Landacht 180 zusammen: 2780 Sinsheim, den 31. Juli 1927. Bad. Notariat als Bollstreckungsgericht. iHiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiininiiii ersteFab I- »ate zu Orl- li In. lygr- fcairfaprel- a»n, km— minderwertige IL Wahl. Läufer be ’ druckt Vorlagen be be CO cm 67 cm 60 cm 3.75 2.80 2.50 67x115 cm 67x90 cm 45x65 cm >ckt j.75 2.85 1.40 :> 200x300 200x250 150x200 *rr v v urmuu 28.80 Bodenbelag bedruckt, □ mtr. . . Tischlinoleum nW 1445 . . 3.95 4.35 — Bel giBBeren Objekt n — SuSerste Sonderpreisei E. Speiser Sinsheim Fernsprecher 12. j=~ I Suche per sofort ein I ehrliches, sauberes mam für Küche und Hausarbeit. §rou Grill zur Linde. Ordentlicher Mutiger-Lehrling zum sofortigen Eintrit gesucht. 3u erfragen unter Nr. 792 beim Landb. NlIIIII>IIliIIIlII!IIIII>IIIII>!!I>IIIII>IIIIIIIIIII!I!!>IIIIIIIIIIIlII!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlIIII!IIIIIIII!IIIIIIIII!IIIIIIIIIIIIIIIIliZ Drucksachen aller Art liefert schnell und gut die G. Becker’sche Buchdruckerei Sinsheim. Ia. Eiderfettkäse 20 °| o 9 Pfd. = M. 6.30 franko DampfkLsefabrik Rendsburg. efreil B : werden Sie von Küssen Schwaben + Ameisen usw.durch Anwendung von llhligs .Sichnl" Zu haben in: Sinsheim: Richard Wagner-Drogerie. Schristleitungr H. 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