Erscheint täglich mit Ausnahme der Feiertage. Bezugs-Preis: Durch die Post bezogen und durch den Briefträger und unsere Austräger frei ins Kaus monatlich Goldmark 1 L 6 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. ? in Fällen von höherer Gewalt etzeht kein Anspruch auf Lieferung' der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäftszeit 1/28 bis 5 Ahr Sonntags geschlossen. Sernsprech-Anschlutz Nr. 463 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 6903 Der Lanöboie Sinsheimcr WM Leitung fas General-Ilnzeiger für Nfenz-und ädiwarzbaclital Heltefte und verbreitetste Leitung du ^egend. I)aupt-Hn?eigen-Blatt Wöchentliche Beilagen r Den* Illustriert« » Hus dem Reich der fßode » Ratgeber für IJan*- und EandwirtTcbaft Anzeigen-Preife: Anzeigen: Die 33 mm breit« Millimeter-Zeile 6 Goldpfg. Reklamen: Die 92 mm breite Millimeter-Zeile 26 Goldpfg. Grundschrist im Anzeigen- und Textteil ist Petit. 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Auch vor dem Hauptausschuß des Reichstags wird Dr. Köhler Einblick geben müssen in die finanziellen Reserven, die zur Verfügung stehen, denn anders ist eine Entscheidung über die Umgestaltung des vorliegenden Gesetzentwurfes über die Besoldungsreform nicht möglich. Die Gerüchte, die von einem bevorstehenden Rücktritt Drj. Köhlers wissen wollten, dürften zum mindesten verfrüht ?einj. Richtig ist zwar, daß Dr. Köhler bereits in den letzten Tagen schon einmal zu verstehen gegeben hat, daß er sein Amt zur Verfügung stellen müßte, falls Forderungen an ihn gestellt würden, die nicht zu decken wären. Das richtete sich damals gegen das Vorgehen Bayerns. Darauf mag es zurückzuführen sein, daß man in parlamentarischen Kreisen den Eindruck hat, daß der Reichsfinanzminister über die Auswirkungen der gegenwärtigen finanzpolitischen Krise viel pessimistischer urteilt, als er das in der Oef- fentlichkeit bisher zugeben mochte. Das Reichskabinett wird sich in einer der nächsten Sitzungen eingehend mit den wirtschaftspolitischrn Spannungen im Osten beschäftigen. Bereits auf der Tagesordnung der letzten Kabinetts- deratungen stand die Frage der Wiederaufnahme der deutsche- polnischen Wirtschaftsverhandlungen. Der Reichsaußenminister vertritt die Auffassung, daß es jetzt die höchste Zeit ist, daß Deutschland seinerseits Grundlagen dafür schafft, die die Fortführung und^deu baldigen Abschluß des deutsch-polnischen Wirtschaftsvertrages ermöglichen. Die Schwierigkeiten liegen nach wie vor in der Haltung des Reichsernährungsministeriums. Der Landwirtschaftsminister Dr. Schiele hatte sich bisher gesträubt, in der Frage der Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte aus Polen nach Deutschland Konzessionen zu machen. Nachdem jetzt Dr. Stresemann und nicht zuletzt auch die wirtschaftlichen Organisationen selbst darauf drängen, daß diese Schwierigkeiten beseitigt werden, ist zu erwarten, daß das Reichskabinett baldigst Beschlüsse faßt, die deutscherseits ein Entgegenkommen bei der landwirtschaftlichen Einfuhr von Polen nach Deutschland ermöglichen. Dabei spielt die Frage der Kohleneinfuhr eine Rolle. Wichtig ist aber, daß man offenbar auch auf polnischer Seite endlich bereit zu sein scheint, die Ausfuhr deutscher Industrieprodukte künftig zu erleichtern;. Es wird erwartet, daß der deutsche Gesandte in Warschau, Rauscher, bevollmächtigt wird, die Vorbereitungen für die Aufnahme eigentlicher Handelsvertragsverhandlungen zu treffen. Das Reparationsproblem Eine Erklärung des preußischen Finanzmiuisters zum Schritt Parker Gilberts. Berlin, 25. Okt. (Funkspruch.» Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages begann gestern die Vorberatung des preußischen Besoldungsgesetzes. Der preußische Finanz- minister Dr. Hoepker-Aschvff gab zunächst auf Anfragen aus dem Ausschuß folgende Erklärung zum Schritt des Reparationsagenten Parker Gilbert ab: „Es ist durch die Veröffentlichung einer amerikanischen Zeitung bekannt geworden, daß der Reparationsagent dem Reichsfinanzminister ein Memorandum übersandt hat, in dem er zu den großen Fragen der Finanzpolitik des Reiches, der Länder und Gemeinden Stellung nimmt und im Zusammenhang hiermit auch die Frage der Besoldung berührt. Ich glaube nicht annehmen zu sollen, daß dieses Memorandum dazu führen könnte, daß die Besoldungsvorlage der Reichsregierung etwa zurückgenommen werben würde. Ich nehme weiter an, baß der Reichsfinanzminister am Mittwoch bei der Beratung des Hauptansschusses des Reichstages zu den aufgeworfenen Fragen Stellung nehmen wird und halte es daher nicht für zweckmäßig, daß wir die Erörterung über die aufgeworfenen Fragen hier vertiefen.^ Der Minister äußerte sich dann zum Besoldungsgesetz über die Deckungssrage. Er habe sich im Reichskabinett zur Uebernahme von 136 Millionen Mark Ausgaben aus der Besoldungsorbnung bereit erklärt, könne aber jetzt sagen, daß Preußen sogar 136 Millionen für diese Zwecke zur Verfügung stelle. Für den Restbetrag müsse jedoch das Reich helfend eingreisen. Die starken Belastungen durch die Besoldungsvorlage würden von der preußischen Staatsregierung für tragbar erklärt. Der Landtag und seine Ausschüsse dürften jedoch über die Vorlage hinaus Mehrausgaben nicht beschließen. Der Ausschuß vertagte dann die weitere Beratung auf Dienstag. Es sollen zunächst die Beamtenspitzenorganisationen gehört werden. Der drohende Staatsstreich Brattanu verhaftet einen Vertrauten Sarols. Bukarest, 24. Okt. Heute nacht wurde an der Station Timi- sesci in der Nähe von Kronstadt der frühere Unierstaatssekretär im Finanzministerium der Regierung Averescu Mancileseu, verhaftet. Mancilescu war, aus Paris kommend, nach Bukarest unterwegs und die Polizei wußte, daß er mit Carol verschiedene Zusammenkünfte in Paris gehabt hatte. . Bei Durchsuchung des Gepäcks Mancilescus wurden mehrere Briefe des Prinzen Carol an die Parteiobmänner rumänischer Parteien, sowie andere kompromittierende Dokumente gefunden. Mancilescu wollte am 1. November eine Zeitung herausgeben unter dem Titel „Crain Nou", was im Rumänischen „Neuer Stern", aber auch „Neuer König" bedeutet. Diese Zeitung sollte einen karlistischen Charakter tragen und für die Rückkehr des Exkronprinzen agitieren. Die Bukarester Polizei verbot gestern, daß das Schild mit dem Namen der neuen Zeitung aufgehängt werde. Der Presse wurde von der Polizei strengstes verboten, über die Angelegenheit der Verhaftung Mancilescus zu schreiben unter der Drohung, daß sonst die Blätter konfisziett und die Direktoren der Zeitungen verhaftet werden. Stresemann in Schlesien. Liegnitz, 23. Okt. Anläßlich einer Wahlkreistagung der schlesischen Wahlkreisverbände der Deutschen Volkspartei sprach Reichsaußenminister Dr. Stresemann im Rahmen einer Parteikund- gebung. r "!? ® Wr . au f baß er nicht in erster Linie die außen- Polttische Lage, sondern die gegenwärtige allgemeine Lage zum Mittelpunkt feiner Darlegungen machen wolle. Vom Standpunkt der aktuellen Lage könnten wir ohne Zweifel positive Ergebnisse buchen. Rückgang der Arbeitslosigkeit und Zunahme der inneren Kaufkraft. Trotzdem könne man keineswegs die wirtschaftliche Gesamtlage als gesichert ansehen, im Gegenteil wären wir immer noch abhängig von ausländischer Kapitalversorgungt Hand in Hand mit der Besoldungsvorlage müsse eine weitgehende Verwaltungsreform gehen. Dir Uebernahme wüterer Lasten durch das ReichsfchulgefH könne nicht in Betracht kommen. Die Deutsche Volkspartei wünsche die freie Entwicklung aller Schularten aber durch Fortsall der finanziellen Verantwortlichkeit dürfe kein Anreiz zur Bildung neuer Schulen gegeben werden Diese Umbildung dürfe nur unter voller finanzieller Verantwortlichkeit der veteuigteu Länder und Gemeinden erfolgen. Weiter betonte Dr. Stresemann die Fortführung der Handelsvcrtragspolitik und die Bedeutung des Handelsvertrages mit Frankreich. Auch die Verhältnisse mit Polen bedürften nach mehr als zweijährigen P.r- handlungen nunmehr der Regelung. Diese Verhandlungen würden zwar schwierig sein, aber bei gutem Willen würde man auf beiden Seiten zu einer Verständigung kommen können. Zum Schluß erklärte Dr. Stresemann, daß die künftige Entwicklung in Deutschland wie bisher von den Parteien der Mitte bestimmt würde. Wer eine ruhige, stetige, von Experimenten freie Entwicklung wolle, müsse vor allem darauf bedacht sein, die deutsche Mitte zu stärken, ohne die in Deutschland nicht regiert werden könne. Die Deutsche Volkspartei werde dabei auch innerhalb der Koalition frei und unabhängig für ihre Grundsätze eintreten. Mit einem Appell an seine Parteifreunde, das liberale Burgertum in den Städten wieder zu der alten Bedeutung, die es einst gerade im preußischen Osten gehabt habe, zu bringen und einseitige Interessenforderungen hinter den großen Interessen der Allgemeinheit zurückzustellen, schloß der Minister seine Ausführungen. Reichsgerichtsprästdent Simons in Budapest Budapest. 25. Okt. (Funkspruch.» Reichsgerichtspräsident Simons hielt in Budapest einen Vortrag über juristische Probleme der Nachkriegszeit und wandte sich in seinen Ausführungen gegen die Aufrechterhaltung des Paß-Zwanges. Weiter sprach Präsident Simons über die Behandlung der fremden Staatsbürger bei Bodenenteignungen und ging dabei auf die zwischen Polen und Deutschland und Rumänien und Ungarn aufgetauchten Konflikte ein. Die Prager Bezirksralswahlen Prag, 25. Okt. (Funkspruch.» Das Endergebnis der Prager Vezirksratswahlen ist ein Erfolg der Deutsch-Demokratischen Freiheitspartei, die acht Bezirksratsmandate erlangte. Außerdem konnten die Deutschnationalen in Smichow ein Mandat erlangen. Beide Parteien haben an Stimmen gewonnen. Die tschechischen Faschisten konnten in den Bezirken nirgends ein Mandat erringen. Die Nationaldemokraten haben 6066 Stimmen, die tschechischen Nationalsozialisten 9666 Stimmen mehr erhalten. Alle übrigen tschechischen Parteien haben an Stimmen abgenommen. Die deutsch-tschechische Mehrheit im Prager Gemeinderat bleibt bestehen Preßburg, 25. Okt. (Funkspruch.I Hier wird öäis Gerücht verbreitet, daß die Katholische Slowakische Volkspartei aus der Regierung austreten werde. Wie man aus Kreisen der Regierung hierzu erfährt, ist die Nachricht von dem Ausscheiden der Slowakischen Volkspartei zum mindesten verfrüht. Jedenfalls würden aber für diesen Fall dir tschechischen Nationalsozialisten an ihre Stelle treten, so daß die bisherige deutsch-tschechische Mehrheit dadurch in keiner Weise in Frage gestellt würde. Der Reichskanzlerbesuch in Wien Berlin, 26. Okt. (Funkspruch.» Der Gegenbesuch deS Reichskanzlers und des Reichsautzenministers in Wien ist, wie die T.-U. erfährt, auf die Zeit vom 13. bis 17. November festgesetzt worden. Dr. Marx und Dr. Stresemann werden am Sonntag, den 13. November, Berlin verlassen und am 17. November zurückkehren. Japans Nobile-Luftschiff vernichtet Londo«, 25. Okt. Wie aus Tokio berichtet wird, ist das Nobile-Luftschiff „N 3", das an den Marinemanövern teilnahm, bei der Halbinsel Jzu wegen Maschinendefektes zur Notlandung gezwungen worden. Beim Niedergehen auf das Wasser brach das Luftschiff in Flammen aus und wurde vollständig zerstört. Die Besatzung wurde gerettet. Nur ein Mann wure ernstlich verletzt. Das Luftschiff N 3 war kürzlich in Italien gekauft worden. Ozeanfliegerin Miß Grayson wieder umgekehrt Loudo«, 25. Okt. Fräulein Grayson ist auch bei ihrem dritten Start für den Atlantikflug vor Orcharü nach Kopenhagen vom Mißgeschick verfolgt gewesen. Sie stieg Sonntag vormittag bei Tagesanbruch auf, kehrte aber kurz nach 4 Uhr nachmittags nach Orcharö zurück, da ein Motordefekt und schwerer Nebel einen erfolgversprechenden Weiterflug verboten. ' Amerika und die Kandidatur Leoinsky. Berli«, 25. Okt. (Abendblätter.» Die „Vossische Zeitung" veröffentlicht einen Leitartikel der „Baltimore Sun" über die Kandidatur des deutschen Generalkonsuls in Newyork, Dr. v. Levinsky, für den Posten des deutschen Botschafters in Washington. Darin heißt es u. a., es sei nicht Aufgabe amerikanischer Zeitungen, eine fremde Regierung in Angelegenheiten dieser Art beraten zu wollen. Es sei jedoch angebracht, daß der große, wenn auch unaufdringliche Wert der Arbeit Levinskys vom deuffchen Auswärtigen Amt gewürdigt werde. Nur wenige nach dem Kriege nach Amerika in offizieller Eigenschaft entsandte deutsche Bürger hätten mehr für die Wiederherstellung der deutsch-amerikanischen Beziehungen getan als Levinsky. In ständiger Zusammenarbeit mit Wieötseld habe er den Abschluß des ersten deutschamerikanischen Handelsvertrages vorbereitet. Ferner habe er es verstanden, private amerikanische Ansprüche gegen Deutschland von 1% Milliarden Dollar auf 180 Millionen Dollar herabzusetzen, sowie eine Verständigung mit der amerikanischen Filmindustrie über Kriegshezfilme herb'er- zuführen, dergestalt, daß heute in der ganzen Welt kein amerikanischer Kriegssilm mehr gezeigt werüe, der nicht vorher ihm oder seinen Beamten zur Begutachtung Vorgelegen hätte. Seine intime Freundschaft mit Houghton, Mellon und Dawes sowie seine herzlichen Beziehungen zu allen Washingtoner Behörden ließen für seine eventuelle Botschaftertätigkeit das Beste erhoffen. Wenn es irgend jemand möglich sei, die Frage der Rückgabe deutschen Eigentums und der Weiterentwicklung des Dawesplanes in einem für Deutsch- land günstigen Sinne zu lösen, dann sei es Levinsky möglich. Dr. Stresemann zur Wirtschaftslage Deutschlands Die Tagung des Vereins der Eiseuhüttenleute. Berlin 23. Okt. Auf die Rede des Generaldirektors Vogler erwiderte Dr. Stresemann, indem er dem Verein deutscher Eisenhüttenleute für die Einladung zu der Veranstaltung dankte und seiner besonderen Freude darüber Ausdruck gab, daß er Generaldirektor Vogler in wiederhergestellter Gesundheit begrüßen könne. Nach» längeren humorvollen Ausführungen über die Bedeutung und Stellung der Reichshauptstadt, d'e von der westlichen Industrie leicht unterschätzt würde, so daß der Verein der Eisenhüttenleute sogar seinen eigene» Wein aus Düsseldorf mitgebracht habe, kam Tr. Stresemann aus das Wort der Sinfonie der Arbeitsfreude zu sprechen, das Generaldirektor Bögler vorher gesungen hatte. Wenn wir das Verhältnis von Staat und Wirtschaft betrachteten, so müßten wir zunächst feststellen. daß es weder herzlich, noch freundschaftlich, sondern nur korrekt sei. Wir dürften aber auf der anderen Seite nicht vergessen, daß die Einengung der Individualität und der vielfach fühlbare Truck zum Teil auf Hemmungen der Massenpsychose zurückgehen, so daß man den Regierungsstellen keine Schuld daran geben könne. Wir müßten immer bedenken, daß «ns nur eine sehr kurze Zeit von all dem trenne, was die europäische und die deutsche Wirtschaft und Politik zerstört habe In so kurzer Zeit habe ein Ausgleich noch nicht stattffnden können. Wir meinten immer, schon jetzt von einer Konsolidierung reden zu müssen, statt zu bedenken. daß auch auf die französische Revolution erst sehr viel später der Wiener Kongreß gefolgt sei, der eine neue Beunruhigung Europas gebracht habe. Wir meinten immer, es müßte ein Leichtes sein, die Weltwirtschaft wieder in Gang zu bringen und vergessen dabei, daß ihr die Grundlagen entzogen sind, daß in vielen Ländern noch keine feste Währung wiederhergestellt ist. und daß wir überall ohne die ungeschriebenen Gesetze des natürlichen Ablaufes der wirtschaftlichen Beziehungen arbeiten müßten. Wenn wir das berücksichtigen, müßten wir für die in der Zwischenzeit schon eingetretene Entspannung durchaus dankbar sein. Deutschland habe im Auslande für seinen Wiederaufbau, für seine moralische Konsolidierung vielfach schon wieder Anerkennung gefunden und gerade das, was Dr. Vogler über die Stimmung ln Arbeiterkreisen auf Grund neuer Veröffentlichungen erzählt habe, lasse erkennen, daß auch der Arbeiter wieder die Freude am Werk und den Begriff der Arbeitsfreude habe. Bei einem Vergleich der deutschen mit ausländischen Lebensphilosophien sei festzustellen, daß in Deutschland in dieser Lebensphilosophie die Arbeit und die Arbeitsfreude als schönstes Ergebnis des Lebens voran stehen. Wir müßten erkennen, daß mit der ungeheuren Zusammenstellung der Betriebe, ja auch der Gemeindewesen so große Aufgaben entständen, daß wir heute noch nicht verlangen könnten, daß sie alle gelöst seien. Ein Beweis der deutschen Lebensphilosophie sei schon das Lebenswerk Goethes, der so viel Verständnis für die Technik gehabt. Goethe habe in seinem Faust das hohe Lied der Arbeit ge- Nr. 210. Jahrgang 1927. sungen. Wenn Dr. Bögler ausgeführt habe, baß man in Deutschland vielfach zum Teil die Wirtschaft nicht in vollem Maße würdige, so wollten wir uns doch daran erinnern, daß fie für uns das einzige sei, womit wir uns Weltgeltung verschaffen könnten. Wir dürften nicht von der Macht reden, die einer Flotte oder Wehrmacht entströme, denn wir hätten ste nicht mehr. Wir dürften nicht reden von der. Macht des Idealismus eines geeinten Volkes, denn auch er habe augenblicklich noch keine praktische Grundlage, so freudig wir auch des Bekcnntniffes zum Deutschtum in all den vielen Volksabstimmungskämvfen gedächten. Wir könnten «nS nur stützen auf die Wirtschaft, die uns geblieben sei. Man habe die ungewöhnliche Kaufkraft Deutschlands in Europa, in dem heute schon vielfach ohne Rußland gerechnet werde, längst erkannt und werden die Rolle des deutschen Volkes auf diesem Gebiete weder in der Gegenwart, noch in der Vergangenheit vergessen können. Wir wollen, so sagt Dr. Stresemann am Schluß seiner Ausführungen, hoffen und wünschen, daß uns die große Lebensenergie des deutschen Volkes auch in der Zukunft erhalten bleibt und darum wünschen, daß der deutschen Wirtschaft als der Trägerin der Lebensenergie für die Zukunft Gedeihen beschieden ist. Dr. Stresemann schloß seine Rede mit einem Hoch auf die deutsche Wirtschaft. Die Pariser Presse zur Rede Stresemanns Paris, 25. Okt. sFunksp.uch) Die gestrige Morgenpreffe beschränkt sich im allgemeine« auf eine Wiedergabe der Berliner Rede des Reichsaußenministers. Nur die „Volonte" kommt ausführlicher auf ste zu sprechen und bezeichnet die Rede als geschickt und von gesundem Menschenverstand diktiert. Die Erklärungen des Chefs der Wilhelmstraße seien auch vom internationalen Standpunkt aus beruhigend. Sie zeigten ,daß ein Teil der Reichsreaierung die Warnung Parker Gilberts für berechtigt erkläre. Der „Gaulouis" erklärt, eines der größten Mittel der Politik des Reichsauhenministers sei das des Zeitabwartens. Er sei entschlosien, Deutschland die Ellenbogen frei zu machen und seine frühere Autorität wieder zu verschaffen, aber bei diesem Unternehmen habe er Verständnis, nicht zu brüskieren und habe alles vermieden, was unüberwindliche Schwierigkeiten hätte bereiten können. „Echo de Paris". Der Berliner Berichterstatter des „Echo de Paris" beschäftigt stch in einem längeren Aufsatz mit der wirtschaftlichen Lage Deutschlands. Er führt u. a. aus: Eine Welle des Pessimismus durchlaufe augenblicklich bas Reich. Auch diesmal sei ste wie zur Zeit der Inflation stark übertrieben und durch nichts gerechtfertigt. Die deutsche Industrie und der deutsche Handel seien in voller Blüte und die Fabriken arbeiteten zu KW Prozent ihrer Ergiebigkeit. Kein anderes Land in Europa erlaube sich gegenwärtig ähnliche Ausgaben wie Deutschland. Die Einnahmen des Budgets seien dauernd gut. Das Reich könnte viel Geld sparen, wenn es durchaus unnütze Einrichtungen wie die Länderparlamente aufhebe. Vielleicht werde Deutschland im kommenden Frühjahr eine leichte wirtschaftliche Depression kennen lernen, die aber keineswegs den Charakter einer Katastrophe habe. Die Nationalisten seien jedoch entschloffen, früher oder später die Reparationszahlungen einzustellen. Der Reparattonsagent werde aber demnächst seine Warnungen mit neuer Kraft wiederholen. ^ Das Programm der Reichstagsausschüffe - Berlin, 25. Okt. iFunkspruch.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat am Montagvvrmittag wieder zusammen, um die Aussprache über die Genfer Verhandlungen zu Ende zu führen. Der Bildungsausschutz des Reichstages hält am morgigen Dienstag seine erste Sitzung ab. Es wird angenommen, daß sofort in die Einzelberatung deS Reichsschulgeietzcs eingetreten wird. Ter Haushaltsans- schuß beginnt am Mittwoch seine Beratungen über die Besoldungsvorlage, wobei Finanzminister Dr. Köhler voraussichtlich eine ausführliche Darstellung der Finanzlage des Reiches geben wird. Der Strafrechtsausschuß wird gleich, falls am morgigen Dienstag wieder zusammentreten. Die Zentrumsfraktion hat für Donnerstagnachmittag eine > Sitzung anberaumt, die in jeder Woche am gleichen Tage > wiederholt werden soll. Abschluß der Beratungen des Auswärtigen Ausschusses Berlin, 25. Okt. iFunkspruch.) Der Auswärtige Ans- ! schuß des Reichstages konnte gestern die Aussprache über die Genfer Verhandlungen und die damit zusammenhäng m- ben außenpolitischen Fragen abschließen. An der Erörterung beteiligten sich die Vertreter aller Parteien. Der Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stresemann nahm ebenfalls mehrfach das Wort. Den Vorsitz der gestrigen Der Landbote * Sinsheim» Zeitung. Sitzung führte in Vertretung der verhinderten Abgeordneten Wallraff (Dn.) und Müller-Franken tSoz.) der Ab- geordnete Hötzsch (Du.). Kabinettssitzung über Reparationsfragen Berlin, 25. Okt. iFunkspruch.) Wie die Telegraphen- Union erfährt, fanden gestern vormittag im Reichsfinanzministerium im Zusammenhang mit dem Schreiben des Reparationsagenten Reffortbesprechungen statt. Die Aussprache des Reichsfinanzministers mit dem Reparationsagenten ist nicht fortgesetzt worden, dagegen trat das Retchs- kabtnett gestern mittag um 17 Uhr zu einer Sitzung zusammen, auf deren Tagesordnung „Reparationssragen" standen. Berlin, 25. Okt. IFunkspruch.) Ueber die gestrige Ka- binettssttzung wurde folgendes Kommuniquee ausgegeben: Das Reichskabinett beschäftigte stch in seiner gestrigen Sitzung mit der Prüfung des kürzlich dem Reichssinanz- ministerium von dem Reparationsagenten übermittelten Memorandum. Zugleich nahm das Kabinett von den Darlegungen Kenntnis, welche der Reichssinanzminister am 26. ds. Mts. im Hauptausschutz des Reichstages über die Finanzlage des Reiches machen wird. Die Arbeit wieder ausgenommen Halle, 25. Okt. iFunkspruch.) Die Bergarbeiter sind gestern früh pünktlich in ihren Arbeitsstätten erschienen. Sämtliche Gruben sind wieder in Betrieb. Es wird normal gefördert. Die Belegschaften sind nach den bisher vorliegenden Meldungen überall zu einhundert Prozent angefahren. Danach ist es den Kommunisten auch in den radikal eingestellten Revieren nicht gelungen, den Lohnkampf als wilden Streik fvrtzusetzen. SM V ■•£= ol '8A ST.Dg >. r mit beredtem Ausdruck empor. Traurig und ernst sah ; ihn an, und traurig und ernst sagte sie: „Den Mut dazu, Geliebter, den hätte ich wohl — denn j habe nichts mehr zu verlieren! Aber du — du weißt ja ir nicht, was du sprichst — bedenke, wer du bist! Was ürdest du alles aufgeben! Nein, nein, unterbrich mich cht! — Du hast ei» Kind, dem du Rücksicht schuldig bist — dann, Wolf, wenn ich nun nicht mehr bin, was hast du mn? — Sieh mich nicht so erschrocken an-" und ganz ife fügte sie hinzu, „ich weiß es, Geliebter, ich fühle es, eine Jahre sind gezählt —" Fest umklammerte er da ihren Leib und ein Schluchzen schüttelte seinen Körper: er vermochte nichts zu sagen; e Kehle war ihm wie zugeschnürl. Sie strich leise durch n dunkles Haar, in dem schon so viele Silbersäden schim- erten. „Siehst du, mein Wolf, ich muß dir das sagen: wir üffen alles bedenken. Im vorigen Winter bin ich sehr ank gewesen: hatte mich überanstrengt: der Sommer achte mir Heilung - aber jetzt fühle ich es wieder - ich be Sehnsucht nach Ruhe-ich bin so müde: ich mochte ,lasen — schlafen-nicht wahr nun gehst du auch und ßt mich schlafen: es ist lange Mitternacht vorüber, Haffo kümmert so süß: er braucht mich jetzt nicht. Wir haben is ausgesprochen: das hat mich doch befreit! — Ser gut, : ruhig, mein Geliebter, es kann doch nun einmal nicht n! Latz uns tragen, was uns aulerlegt ist, redete ste ruhigend dem Faffungslosen zu — »und letzt versprich ir, Wolf, daß du mich nicht suchst: meide nnch — die Auf- gunaen schaden nur." Er erhob sich, nahm chren Kopsnl ne beiden Hände und blickte lange rn ihr süßes Gesicht, kein, ich kann dich nicht lasten", flüsterte er, „ich kann es Ht mehr! Du sollst wein Weib werden, ich setze es durch! ann wirft du auch gesunde« — dir hat nur der Sonnei^ ein gefehlt, arme, zarte Blume! Nun küffe mich noch rmal: bann will ich gehen!" Die legte die Arme um sei- n Hals: er drückte ste fest an sich, und mit einem lange», aigen Küste schieden sie. kFort'etznng folgt.) Rr. 210. Jahrgang 1927. ** Dl« Lage des Arbeitsmarktes in Bade«. Trutz deS Fortschritts der Jahreszeit vermag die Lage des Arbeitsmarktes im ganzen immer noch zu befriedigen. Das Landesamt für Arbeitsvermittlung teilt hierzu mit: Die Ziffer der Arbeitslosenunterstützungsempfänger hat sich allerdings nur noch um ein Geringes, nämlich von 10708 um 88 auf 10620, diejenige der Krisenfürsorgeempfänger noch von 8600 um 86 auf 5514, gesenkt. Im übrigen machten sich aber nur in einigen Saisongewerven Anzeichen einer Verschlechterung bemerkbar. Die Gesamtlage wurde hierdurch nicht beeinflußt, in einigen BerufSgruppen besserte sich der Arbeitsmarkt sogar noch. Kündigung des Lohnabkommens im badische« Textilgemerve Freibnrg, 25. Oktober. Die Textilarbeiterverbände Ba- dens habe» das bisherige Lohnabkommen zum 29. Oktober 1927 gekündigt. Die Verbände fordern einen Spitzenlohn für männliche Arbeiter über 25 Jahren von 63 Pfg. pro Stunde, für weibliche Arbeiter über 25 Jahre von 50 Pfg. pro Stunde. Die Lohnkommissivn der Verbünde hat an den Arbeitgeberverband das Ersuchen gerichtet, baldigst in Verhandlungen einzutreten. Aus Nah und Fern. Hilfstag für das Grenz- und Auslandsdeutfchtum in Badens Einen Hilfstag für das Grenz- und Auslandsdeutschtum wird demnächst mtt Unterstützung der Schuljugend des ganzen Landes der Landesverband Baden des Vereins für das Deutschtum im Ausland (P.D.A.) veranstalten. Den Vorsitz des Ehrenaus- fchüsses hat in liebenswürdiger Weise Herr Staatspräsident Dr. Trunk übernommen; es gehören ihm an Herr Unterrichtsminister Leers, sämtliche Kirchenbehörden des Landes, die Vorsitzenden der bürgerlichen Vereinigung der deutsch-demokratischen, der deutschliberalen, der sozialdemokratischen und der Zentrumsfrakiion des Landtages, die Rektoren der badischen Universitäten und Hochschulen, die badischen Lehrervereine und Frauenverbände, Kriegerbund und Reichsbanner, Sängerschaft und Turnerschaft, Handel, Handwerk, Industrie und Angestellte. Was heißt das? Vertreter aller Berufe, Parteien und Bekenntnisse haben sich vereinigt, um den Hilfstag der Fürsorge aller Volksgenossen zu empfehlen und vor aller Öffentlichkeit zu bekunden, daß die Arbeit am Auslandsdeutschtum Sache des ganzen Volkes sein soll. Diese Arbeit ist Kulturarbeit im weitesten Sinne. Ihr Ziel ist die Erhaltung aller deutschen kulturellen Einrichtungen im Auslande, vor allem der mühsam um ihren Bestand ringenden deutschen Schule. Von deren Weiterleben hängt letzten Endes die Zukunft des 30—40 Millionen Seelen zählenden deutschen Volkstums in den Grenzgebieten und im Auslande und damit auch das Geschick des Binnendeutschtums ab. Es ist daher Pflicht aller Volksgenossen im Reiche, ohne Unterschied des Standes, der Partei und des Bekenntnisses sich dieser wichtigen Aufgabe auf das wärmste anzunehmen und die segensreiche Tätigkeit des V.D.A. mit allem Nachdruck zu unterstützen. * Sinsheim, 25. Okt. (Das Waschen des Obstes) wird leider viel zu oft unterlassen. Man kann immer wieder und gerade jetzt im Herbst, wo so verlockend das schöne Obst zum Verkauf gestellt ist, beobachten, wie die Leute von der Straße weg Obst kaufen, um es unbedenklich und gedankenlos sofort zu verzehren. Es ist unhygienisch, solch ungereinigtes Obst ohne weiteres zu genießen. Die Keime der verschiedenen Infektionskrankheiten die Verunreinigungen durch unsaubere Hände beim Pflücken, durch Transportgesäße usw., zuweilen aber, wie bei den Trauben, auch durch die übliche Behandlung des Obstes lassen den Obstgenuß aus der Düte heraus als recht unvorsichtig erscheinen. Trauben sollte man vor dem Genuß durch Eintauchen in lauwarmes Wasser und Nachschwenken in kaltem Wasser reinigen, Aepfel und Birnen sind am besten nur geschält zu genießen, denn die Schalen sind überdies für die meisten Menschen unverdaulich und können leicht einen schädlichen Einfluß ausüben. Kerngehäuse, Kerne, Steine, die oft aus Unachtsamkeit verschluckt werden, können lebensgefährliche Entzündungen im Darm Hervorrufen. Gar manchmal hört man von einer Blinddarmentzündung, die auf solche Weise entstanden ist. % Bad Rappenau, 24. Okt. (Die Obst-Ausstellung.) In den Tagen vom 22. bis 24. Oktober veranstaltet der Bezirksobstbauverein Bad Rappenau eine Obstschau in der neu erbauten Turnhalle, die am Samstag nachmittag halb vier Uhr eröffnet wurde. Zunächst sprach der Vorsitzende des Bezirksobstbauvereins Schweizer, der die Erschienenen in herzlicher Weise willkommen hieß. Insbesondere galt sein Gruß dem Förderer des Obstbaues, dem Grafen von Helmstadt, dem Vertreter des Kreisrates Bürgermeister Menges (Rotenberg), Baurat Throm vom Wasser- und Strahenbauamt Sinsheim, Salinendirektor Falk, dem Leiter der landw. Schule Eppingen Landesökonomierat Mayer-Ullmann, den Kreisobstbauinspektoren Brücker (Heidelberg) und Welker (Mosbach), den Vertretern der Bezirksobstbauvereine von Heidelberg, Sinsheim und Eppingen, Schepp, Kaufmann und Schweizer, sowie den Vertreter der Gemeinde Bürgermeister Hofmann. In seinen Ausführungen behandelte der Redner die Bedeutung der Ausstellung für Produzenten und Konsum, indem er Erinnerungen an die vor fünfzehn Jahren zum letzten Male abgehaltene Obstaussteilung wachrief. Anschließend übermittelte der Vorsitzende des Bezirksobstbauoereins Heiüelberg, Schepp, die Grüße von diesem und stellte die erfreulichen Fortschritte in Sortcnwahl und Packung fest. Er ermahnte, auf diesem Wege weiter zu schreiten, Bürgermeister Menges (Rotenberg) hob auf die Beziehungen zwischen Land und Stadt ab, die gefördert werden und Bürgermeister Hofmann (Rappenau) sprach im Schlußwort von der Bedeutung der Ausstellung für die Gemeinde, die dazu geeignet fei, das Ansehen Rappenaus weiter zu heben. Anschließend führte Kreisoberobstbauinspektor Brücker die Gäste durch die Ausstellung. Diese läßt klar erkennen, daß die seit Jahren angestrebten Ziele der Sortenwahl und -Vereinfachung wieder vorwärtsgeschritten sind. Es herrscht kein wahlloses Nebeneinander von zahllosen Sorten, sondern die anbauwürdigsten Sorten wie Schöner von Booskopp, Winterrambour, Goldreinette von Blenheim u. a. begegnen einem immer wieder. Die Schau ist schön gegliedert und auch stimmungsvoll herausgearbeitet. Die zirka 80 Aussteller von Bad ' Rappenau, Siegelsbach, Wimpfen, Neckarmühlbach, Zimmerhof. Kohlhof und Babstadt, meistens gewöhnliche Landwirte, haben eine Fülle des Sehenswerten zusammengebracht und Tafel-, Wirtschafts- und Mostvbst zeichnen sich durch Größe, Fleckenreinheit und Schönheit aus, die aufs neue dxn Ruhm der Obstgegend bestätigen und bekräftigen werden. Die Wände sind mit Tannengrün verkleidet, eine Abteilung der Schädlingsbekämpfung gliedert sich dem Ganzen würdig ein, Girlanden und Wandsprüche erhöhen das Dekorative des Saales, das in den Fruchtschalen und Fruchtkörben ein anmutiges Gegenspiel hat Blumenarrangements schmücken weiter die Ausstellung, in der auch wunderschönes Kistenobst in der badischen Normalpackung zu sehen ist. Der Sonntag brachte eine große Besucherzahl auch aus der näheren und weiteren Umgebung. Am Nachmittag konzertierte der hiesig« Musikverein in der Ausstellungshalle und berettete so den Besuchern neben all dem Gebotenen noch ein musikalischer Genuß. Auch der mit der Ausstellung verbundenen _ Der Landbote * Sinsheim« Zeitrmz. _ Gabenverlosung wurde tüchtig zugesprochen und manche-schöne Gewinne konnten den glücklichen Gewinnern ausgehändigt werden. k Heidelberg, 24. Okt. (Aus dem Kreisrat.) Zur Befestigung von Kreisstraßcnstrecken sollen auf den Gemarkungen Sinsheim, Bargen und Rappenau die Kosten für Bitumenteppichbelag im Heißverfahren im nächsten Voranschlag eingestellt werden. Für den Umbau des Gcwölbebrückchens am Ortseingang Altenbach wird ein Kreisbeitrag von 1500 RM. in Aussicht gestellt. Der Vorschlag der besonderen Commission bezüglich der Vergebung der Arbeiten für den Bau eines Schweine- und Hühnerstalles auf dem Gelände der Kreispflegeanstalt Sinsheim wird gutgeheißen. Für das Lehrlingsheim Eppingen wird ein Kreisbeitrag von 100 RM. genehmigt. Für die Weiterbildungskurfe an der Gewerbeschule Eberbach werden 200 RM. bewilligt. ** Renlußheim, 24. Okt. (Gefährlicher Hund.) Hier wurde ein vier Jahre altes Kind im Hofe des elterlichen Hauses von einem Schäferhund angefallen und durch mehrere Bisse in beide Beine schwer verletzt. Der Hund, der einem Nachbar gehört, hatte sich von der Kette losgerissen. ** Wiesloch» 24. Okt. lPferdeschau.) Am vergangenen Donnerstag fand hier eine Körung von Fohlen und Zuchtstuten statt. Bei der Prämiierung konte eine Anzahl von Preisen verteilt werden. Den kleinen Staatspreis mit 50 Mark erhielt Otto Weigel-Oberhoi. ** Unteröwisheim bei Bruchsal, 25. Okt. (Unfall.) Die Frau des Schloflermeisters Feil war an einer zwischen zwei Gebäuden laufenden Rolleine mit Aushängen der Wäsche beschäftigt. Da die Leine nicht recht funktionierte, lehnte sie sich weiter hinaus und fiel von oben herunter in den Hof, wo sie schwer verletzt liegen blieb. Karlsrnhe, 26. Okt. (Schwere Verkehrsunfälle.) Am Sonntag abend sprang in der Karl-Friedrichstratze der 40 Jahre alte verheiratete Wagenmeister Karl Mausert von hier einem fahrenden Straßenbahnwagen nach, den er an der Haltestelle Rondellplatz besteigen wollte. Er rannte dabei an ein in südlicher Richtung fahrendes Personenauto. Mäusert wurde zu Boden geschleudert und erlitt einen Schäüelbruch, der feinen alsbaldigen Tod zur Folge hatte. — Am Samstag vormittag wollte ein 18 Jahre altes Mädchen von hier, als sie ihre Wohnung verließ, vor einem dort stehenden Lastkraftwagen die Straße überqueren. Sie wurde dabet von einem vorbeifahrenden Transportdreirad angefahren und zu Boden geworfen. Außer anderen Verletzungen, trug das Mädchen einen Schädelbruch davon und mußte in bewußtlosem Zustande ins Krankenhaus eingeliefert werden. Es besteht Lebensgefahr. ** Karlsruhe, 25. Okt. (Unfall der Feuerwehr.) Am gestrigen Sonntag wurde die hiesige Feuerwehr verschiedentlich alarmiert, darunter zweimal blind. Bei einem solchen blinden Alarm, den ein 6jähriger Junge verursacht hatte, geriet der schwere Gerätewagen beim Nehmen einer Kurve am Marktplatz auf der durch den Regen klitschig gewordenen Asphaltstraße ins Schleudern und wurde auf die Haltestelle der Taxameter gedrückt. Bei dem Anprall wurden drei Autos beschädigt. Personen kamen nicht zu Schaben. ** Karlsruhe. 24. Okt. (Unfall.) Am Samstag stieg in Durlach ein 16 Jahre alter Schlosserlehrling auf einen Baum. Er trat dabei auf einen dürren Ast. der abbrach. Der Lehrling fiel vom Baum, zog sich einen Schädelbruch zu und mußte in schwerverletztem Zustande mittelst Krankenautos nach dem Krankenhaus verbracht werden. ** Ans dem Achertal, 25. Okt. Bereits wurden wieder Unfälle gemeldet, die darauf zurückzuführen sind, daß die Weinkeller ohne Vorsichtsmaßregeln betreten werden und sich dann Fälle von Besinnungslosigkeit durch Gärdünste der Weine ereignen. Es ist daher geboten, den Weinkeller zur jetzigen Zeit nur mit einer offen brennenden Kerze zu betreten. Brennt diese weiter, so kann man unbesorgt sein, erlischt aber das Licht, dann ist schleunigster Rückzug aus dem Keller anzuraten. ** Kehl, 25. Okt. (Schwerer Unfall.) Gestern vormittag ereignete sich im hiesigen Rheinhafen ein schwerer Unglücksfall, Der 28jährtge Kranführer Karl Lorenz von Diersheim bei Kehl war mtt Schmieren des Krans beschäj- tigt, als er einen Fehltritt tat und ans 13 Metern Höhe in die Tiefe stürzte. Er fiel durch das Gestänge des Krans durch zunächst auf die Ouaimauer und von da ins Hafenbecken. Er konnte sofort aus dem Wasser gezogen und ins städtische Krankenhaus verbracht werben. Dort stellte mau schwere innere und äußere Verletzungen fest, u. a. Gehirnerschütterung, Rippen- und WadeneinbruH, so daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Lorenz ist verheiratet und Vater von sechs Kindern. ** Biverach, 25. Okt. (In den Hof gestürzt.) Das 3^- jährige Kind des Hofbauern Türholder fiel vom Hinter- haüsgeländer des 2. Stockwerkes in den Hof hinunter aus den Kopf, so daß das Gehirn teilweise heraustrat. Es wurde ins Krankenhaus nach Gengenbach verbracht. ** Biberach t St., 25. Okt. (Schwerer Unfall.) Schwer heimgesucht wurde die Arbeiterfamilie Hartmann. Vor 14 Tagen wurde dem ältesten Sohn in der Papierfabrik der eine Arm über dem Ellenobgen abgerissen, nun fiel der Vater beim Apfelbrechen vom Baume und erlitt eine starke Lungenquetschung, die ihn längere Zeit arbeitsunfähig machen wird. ** Frendenstadt, 25. Okt. Eine ganz besondere Abnormität treibt nun schon seit einigen Fahren in hiesiger Stadt ihr Unwesen. Vermutlich eine Mannsperson hängt in der Nacht die Wäsche ab, in der Hauptsache hat er es auf Frauenwäsche abgesehen, verunreinigt diese in ekelerregender Weise und läßt sie dann am Tatort oder in der Nähe liegen. In letzter Zeit dringt er sogar in verschlossene Waschküchen ein, da selbst die im Zuber eingeweichte Wäsche noch ihren Zweck erfüllt. Soweit bis jetzt festgestellt werden konnte, scheint der Täter sein Unwesen sehr spät in der Nacht zu treiben. Es dürste bet ihm wahrscheinlich eine anormale Veranlagung evtl, mtt sexuellem Einschlag vorliegen. » ** Bad Türrheim, 25. Okt. lEin Schwindler verhaftet.) In das Amtsgefängnis Villingen wurde ein bet einer hiesigen Lebensmittelhandlung angestellter Kaufmann eingeliefert, der an verschiedenen Plätzen der Umgebung im Auftrag seiner Firma Gelder einkassierte, davon jedoch etwa 200 Mark unterschlug. ** Rosenberg, 24. Okt. (Tragischer Unglücksfall.) Der 40 Jahre alte Frachtfuhrmann Schweizer von hier wurde vor einigen Tagen, als er von einer Fahrt nicht zurückkehrte und man Nachforschungen anstellte, auf der Landstraße unter seinem Fuhrwerk liegend, tot aufgefunde». Er hinterläßt eine Witwe mtt drei unmündigen Kindern. ** Krozingen, 24. Okt. Es wird allgemein begrüßt werden, daß das Thermalbad, das sich auch während des Herbstes eines starken Besuches erfreut/ de» Winter über ge- öfinet bleibt. Der wirklich Kranke ist vielfach gezwungen, auf die Jahreszeit keine Rücksicht zu nehmen, und so hat sich das Bedürfnis herausgestellt, solchen Leidenden die Möglichkeit der Heilung und Linderung ihrer Leide» zu Dienstag, den 25. Oktober 1927. lcoer Jahreszeit zu verschaffen. Auch die neuerbaute Liegehalle wird im Winterbetrieb angenehm empfunden werben. ** Hertingen bei Müllheim, 25. Ott. (Der »Hebeltrunk".) Hier fand am Sonntag der langjährige Hebeltrunk statt, zu dem zahlreiche Hevelfreunde von der näheren und weiteren Umgebung sich eingefunde» hatten. Dem Hebelschoppen im Gasthaus zum „Rößli" ging eine schlichte Feier in der kleinen Kirche voraus. ** Barrweiler, 24. Ott. (Ein Bubenstreich.) Bon Un- bekannten wurde die elettrische Lichtanlage unseres Ortes, die erst kürzlich ferttggestellt und ech- feltt die Häuser beinahe täglich ihre Eigentümer, wobei der Häuserwert immer mehr r» die Höhe getrieben wird. Die Behörden planen nun, den Notaren zu verbieten, Kaufverträge über Häuser auszustellen, solange der Verkäufer nicht den schriftlichen Beweis erbracht hat. Diese Zustände ssiib Mieder ein Beweis des vollkommenen Versagens der bolschewistischen Wirtschastsmechoden. Die Luft von Paris. Der Direktor ües Laboratoriums für Toxikologie fet Parts Kohn-Uhrest hat auf verschiedenen Höhen des Eiffelturmes, und zwar auf dem Boden, quf 57 Meter, 115 Meter und 288 Meter Höhe Luftmuster genommen und sie untersucht. Beim ersten Male, als der Himmel bewölkt war und ein leichter Westwind wehte, betrug unten der Kohlensäuregehalt auf 100 00ü Teile Luft 31, auf 288 Meter Höhe aber 37.5. Beim zweiten Male, einen Monat später, all das Wetter ruhig war, belief sich der Kohlensäuregehalt unten auf 22.5 für 100 000 Luftteile und oben auf 80. Kohlenoxyd wurde unten nicht gesunden, wohl aber oben ei« Teil auf 100 000. Erst in 50 Meter Höhe beginnt man d« Einfluß des Rauches der Fabrikschlvte zu spüren. Ein« Konklusion, die Kohn-Abrest aus seinen Versuchen zieht, &*■ steht darin, daß die niedrigen Stadtteile von Paris gesLnd«». sind als die hochgelegenen. Wolkenkratzer find also {At Ä» ris nicht zu empfehle«. Eine 83jährige Lebensretteri«. Eine aufregende Szene erlebten in diesen Tagen die Straßenpassanten in der französischen Stadt Auxerne. Eine 68jährige Frau, die mit ihrem kleinen 4jährigen Enkel spazieren ging, mußte plötzlich sehen, wie der Kleine in einem unbewachten Augenblicke von ihr weg und auf den Straßendamm lief, während in demselben Augenblick ein Auto in voller Fahrt um die Ecke bog. Ta in unmittelbarer Nähe sonst niemand war, stürzte die Frau, trotzdem sie selber schon schwach und gebrechlich war, dem Kinde nach, um es zu retten. Es gelang ihr auch, das Kind im letzten Augenblick zurückzureißen, aber sie selbst verlor das Gleichgewicht und wurde vom Auto umgerissen. Sv trug nun sie selbst, die mutige, greise Lebensretierin, mehrere schwere Verletzungen davon und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Turnen. Sport und Spiel. Wm de« Berber«« »NM« s«r bas 14. Deutsche ******* Ml« teig. Mit dem Kürzerwerden der Tage hat die fröhliche Ar- ' beit auf dem grünen Rasen größtenteils ihren Abschluß gs« Kunden. Die turnerische Arbeit ist in de« Halle» mit vollem Eifer wieder aufgenomme« worden, gilt es doch, sich vvr- zuberetten und äste Kräfte anzufpannen für das kommende 14. Dentssche Turnfest. Das stieben erschienene Gaunachrk^- tenRatt Nr. 7 laßt wie seine Vorgänger erkennen, daß Sie Arbeit m hen ÜnterausschÄsse« von Woche zu Woche mehr anwächst: Das wichtigste m den derzeitigen Vorbereitungen ffr die Hinausgabe von Fragebogen an sämtliche deutschen Turr^vereine. Dieser Fragebogen stellt die Voranmeldung ßür Mmn dar. Deik HeftpuM zu dieser Anmeldung ist deshalb so früh gelegt, well sich auf diese Meldungen die weitere« VordereMkrigen der WohnungSbeschasfungen und aller stinstrgen Einrichtungen aüsbauen. Die Voranmeldung soll von den Vereinen bis spätestens 18. November an die Geschäftsstelle erfolgen, mit ihr wird gleichzeitig erreicht. haß Ne Kreise und Gäue «inen Ueb^rblick über die BetM ltzmng in Köln erhalten und dementsprechend ihre Borbe- Minngen treffen können. Vdan darf bei der Wichtigkeit dieser Angelegenheit wohl annehmen, daß es keinen Turnverein in der ganzen Deut- Men Turnerschaft gibt, der der Aufforderung zur Voran» Meldung nicht nachkommt. Im übrigen stand der ganze Monat Oktober unter der Abwicklung von Tagungen und Besprechungen, die alle der Vorbereitung der großen turnerischen Kundgebung galten. Am 1. Oktober waren die Borstände der Kölner Ganver^rne versammelt, am 8. und S. Oktober weilten die Pressewarte der DT. aus dem ganzen Deutschen Reiche in Köln «nd in diesen Tagen war der Turnausschuß der DT. mit einigen Borstandsmitgliedern zur Besprechung des technischen Teiles des 14. Deutschen Turnfestes in Köln. Nebenher geht i«t Kreise VIII b die turnerische Arbeit. Am 13. November findet in Köln ein Wettkampf der 20 besten Turner des Rheinlandes statt, aus denen die Mann- Hast für den Gerätekampf Rheinland-Westsale» ausge- Mählt werden soll. Neueste amtliche Kurse mitgeteilt von der Bereknsbank, e. ®. m. b. H. Sinsheim, vom 25. Oktober 1927. Huleitm: mit Auslosungsschein . . ohne Auslosungsschetn . Bankaktie: Bad. Bank .... Darmpädter- und Nationalbank Deutsche Bank .... DeuischeBereinsbank Dresdner Bank . . . Mitteldeutsche Eredttbank Reichsbank .... Rhein. Creditbank . Eüdd. Disconto Ges. Bergwerk»« Aktie« in o/o 51 13.60 tn o/o 170 153.50 1C2 151 313 169,75 131 13» ln 0/0 186 166,60 150.75 t arpener Bergbau all Westeregeln ManneSnnmnrohrenwerle. Mansfeldcr Bergb. u.Hütlenw Oberschl. Eisenb. Bedars . . — t hSnir Bergbau u.Hüttenbetrieb 10°,75 alzwerk Heilbronn . . ISO Bereinigte Königs- Laurahütte — Aktie« indnstr. Nnternehm««ge»; in °/o Allg. Elektr. Stammaktien . 165 Badenla Wetnheim . > — Bad. Elektrizität Mannheim — Bad. Maschinen Durlach . 15» Cementwerk Heidelberg 136,25 Daimler Motoren ... 105 Dtsch. Gold- und Siiberschetde »00 Elektr. Licht und «rast . . ?00 Eniatll. und Stanzwerk Ullrich 26,50 Farbenindustrte . . . 275,75 Fuchs Waggon Stammaktien — Gritzner Maschinen Durlach . t 15,25 Karlsruher Maschinen . . »0 Knorr Heilbronn . . . 160,50 Mainkrastwerke Höchst . . 118 Ncckarsulmir Fahrzeugwerke . 101 Schlittert Elektr. Nürnberg . 182 Setlinduftrte Wolfs ... 80 Südd. Zucker . . . . iso Zellstoss Waldhof Stammaktien — Aktie» deutscher Lraasportaaslaltea: tn o/o Hamburg. Ameril. Paketsahrl — Heidelberger Straßen- n. Bergbahn — !orddeutscher Lloyd Devisen: Geld New-Fork i Dollar 4.1830 London l Pfund 20.38 Holland 100 Gulden 168,3» Schweiz 100 Kranes 80.70 Wien 100 Schilling e»,°6 Parts im Francs I 0.126 Italien 100 Lire 33.86 1 /a 141,5° Seiet 4.1810 20 42 168.68 80.86 59.18 16,465 22.901/» Marktberichte. Schweinemarkt Sinsheim, 25. Okt. Dem heutigen Schweinemarkt waren zu ge. ® : 23 Milchschweine zum Preise non 20—30 Mark pro Paar. 20 ,er zum Preise von 40—50 Mark pro Paar. Frankfurter Biehmarkt vom 24. Oktober. Auftrieb: 1706 Rinder, darunter 392 Ochsen, 80 Bulle», 804 Kühe, 403 Färsen, 406 Kälber, 19 Schafe und 6010 Schweine. Verglichen mit dem letzten Haupt-Rinder- und Schweinemarkt war das heutige Angebot um 11 Rinder und 17 Schweine stärker. Notiert wurde der Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen: Klasse a 1» 61-63. a 2» 57—60. b 1) 54-56, b 21 50-83: Bullen: al 57-60. b> 51-56: Kühe: a) 49—53, b 43—48, c) 36-42. dl 80-35; Färsen: al 59 bis 62, b> 54—58, c) 48—53,- Kälber: al -. bl 76-80, c> 68—75, d) 54—67; Schafe: a 1) 48-52 bl 40-47, c> 28-39; Schweine, im Gewicht von über 800 Pfund: 67—69, von 240 -300 Pfd. 66—68, von 200—240 Pfd. 66—68, von 160-200 Psd. 62 -65, von 120—160 Pfd. 58—62, unter 120 Pfd. —, Sauen —. Gemessen an dem letzten Montagsmarkt gingen die Preise für Rinder um RM. 1. für Kälber um 1—2 und für Schweine und 2—3 per Zentner zurück. Karlsruher Biehmarkt vom 24. Oktober. Zufuhr: 138 Ochsen, 36 Bullen, 30 Kühe, 06 Färsen, 29 Kälber, 1130 Schweine. Rinder (Preis für den Zentner Lebendgewicht): a) 54 bis 57, b) 51—54, c) 49—51, d) 48-49 Mk. Bullen: al 62—53, b> 61—52, c> 50—51, dl 48—50 Mk. Kühe: bl 40-47, cl 28—38, dl 18—28 Btt. Färsen: a) 66—60, b) 48—55 Mk. Kälber: bl 79—82, c) 64-79, dl 60—64, ei 57-60 Mk. Schweine: b) 65—67. ei 67—70. dl 71—74, e) 67^70, fl 61 bis 64 Mk. Beste Qualität über Notiz bezahlt. Tendenz ües Marktes: Bei Großvieh und Schweinen langsam, Ueberstand; bei Kälbern mittelmäßig, geräumt. Karlsruher Fleischgroßmarkt vom 24. Oktober 1927. Der Fleischgrotzmarkt in der neuen Fletschgroßmarkthalle des Städt. Schlachthofes war beschickt mit: 144 Rindervierteln (88 Viertel aus Frankreich), 26 Schweinen, 5 Hämmeln. — Preise für 1 Pund tn Pfennigen: Kuhfleisch 40—60, Rindfleisch 90-105. Farrenfleisch 76-100, Schweinefleisch 76 bis 78. Hammelfleisch 90-95. Markt: lebhaft. Offizielle Preise der Mannheimer Produktenbörse vom 24. Oktober 1927. Preise verstehen sich per 100 kg alles in Reichsmarl zahlbar Weizen, inländischer 26,00—26,50 Weizen, ausländisch. 28,50—31,50 Roggen, inländischer 25,25—25,50 Roggen, ausländ. 25,25—25,50 Braugerste, inländ. 26,00—28,50 Hafer, inländischer 22,00—23,50 Hafer, ausländischer 24,25—25,50 reizenmehl Sp. 0 38,00 Roggenmehl 70o/o 34,00- Tendenz: ruhig. -36,00 l Raps Mais (mit Sack) Weizenkleie m. Sack Biertreber mit Sack Roh-Melaffe . . Wiesenheu . . Luzernekleeheu. . Preßstroh . . Gebundenes Stroh 19.50 12.50 17,00-17,50 7,20-7,80 8.60-9.20 4,40-4,80 3,80—4,20 ^ Radio - Programm C für Mittwoch, den 26. Oktober 1927. Berlin (483), Königswufierhaufen (1256), 20.30 Uhr: „Erster Klasse", Schwank v. L. Thoma. 22.30 Uhr: Nachtmusik. Breslau (322), 20.10 Uhr: Robert-Koppel-Abend. 22.15 Uhr: Schallplattenkonzert. Frankfurt (428), 15.30 Uhr: Jugendstunde. 16.30 Uhr: Neue Tanzschlager. 17.45 Uhr: Bücherstunde. 18.30 Uhr: Vorträge. 20.15 Uhr: Bunter Abend. Hamburg (394), 20.00 Uhr: „Gevatter Tod". Ein Märchen von der Menschheit, Drama v. Eberhard. Königsberg (329), 20.15 Uhr: Vortragsabend Hannah Zweig, Berlin: „Das zerrissene Heute". 21.05 Uhr: Melodien a. 3. Strauß'schen Meister-Operetten. Langenberg (468), 20.10 Uhr: Feier des Minnesangs. 22.30 Uhr: Konzert des Trompeterkorps der 1. Abteilung Art.-Rep. München (535), 20.05 Uhr: Bunter Abend. - Stuttgart (379), 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 15.00 Uhr: Jugendstunde. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. 18.15 Uhr: Vorträge. 20.00 Uhr: Symphoniekonzert. 21.00 Uhr: Schwäbischer Abend. Daventry-Gxperimentat (491), 19.45 Uhr: Orchesterkonzerl. 21.00 Uhr: Konzert des Eafano-Oktetts. 23.15 Uhr: Tanzmusik. Daventry-Lvndon (361), 13.00 Uhr: Konzert. 17.00 Uhr: Leichtes klassisches Konzert. 18.15 Uhr: Kinderstunde. 19.00 Uhr: Orgelkonzert. 20.15 Uhr: „Haydns-Klaviersonaten". 21.00 Uhr: Sendespiel: „La Traviata", Oper. 23.30 Uhr: Julian Rose „Die vier Admirale." Paris (1750), 13.30 Uhr: Konzert. 17.45 Uhr: Revue. 21.30 Uhr: Konzert. Wien (517), 19.00 Uhr: „Aiada", Oper, Musik v. Guiseppe Verdi. Zürich (588), 20.00 Uhr: Romantiker-Halbstunde. 20.40 Uhr: Lieder-Abend. Prag (348), 20.10 Uhr: Bunter Abend. 21.30 Uhr: Lustspiel. E. Sd)idl ( Uhrmachermeister, SittS^Cittl K. E. Dr. Seibt-Vertreter — Lager tn Tclefunken Röhren, Anoden- Batterien — Samt Itchen Ersatzteilen, Barta-Alkumulatoren-Ladestatton — Telefon »I». Wetterbericht. Karlsrnhe, 24. Okt. Unter dem Einfluß eines an der deutschen Kiffte entlang ziehenden Sturmwirbels hatten wir gestern unbeständiges und böiges Wetter mit mehreren schauerartigen Regenfällen. Dem Sturmwirbel ist heute eine flache Hochdruckwelle gefolgt, in deren Bereich die Niederschläge bei auffrischenden Winden nachgelaffen haben. Westlich Englands liegt ein neuer ozeanischer Sturmwirbel, so daß wir morgen mit weiteren Regenfällen und auffrischender westlicher Luftzufuhr rechnen müssen. Wetterausfichte« für Dienstag. Weitere Regenfälle bei auffrischenden westlichen bis südlichen Winden. Mittwoch: Wolkig mit zeitweise'. Aufheiterung, windig, bisweilen Niederschläge, milde, später kälter. Donnerstag: Abwechselnd heiter und wolkig, vereinzelt noch hier und da etwas Niederschläge in Schauer«, kalt, besonders am Abend und tn der Nacht. Die Emg. Pflege SchS« in Heidelberg erinnert an die alsbaldige Bezahlung der auf 1. Oktober 1927 fälligen Holzgelder nebst Ziuj^n. Henkel» Schenerpulver in handlicher Streuflasche Uberseereisen Regelmäßige Personen- und Frachtdienste nach Nordamerika, Mittel- amerika/Südamerika/Ostasien/ Australien und Afrika Vergnügungs- undErholungsreisen/ wie Fjord- und Polarfahrten, Reisen um dieWelt, Westindien-Reisen Interessenten erhalten Auskünfte und Prospekte kostenlos durch die Hamburg - Amerika Linie HAMBURG l + AESTERDAMM ss und die Vertretungen an allen größeren Plätzen des In- und Auslandes. Vertretung in SlDSheim I. B. Hermann Beisel*, Hauptstr. 304. 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