Ratgeber für Haus- und Landwirtschaft Beilage zum Landnöten (Ginsheimer Zeitung) Wrre-ett «uftuchtöare Höstöäume um! Jeder Gartenbesitzer hat in seinem Obstgarten solche Unfruchtbare Obstbäume, die keine besonderen Erträge geben und überhaupt gegeben haben, obgleich sie völlig gesund und triebkräftig sind. Von vielen Beispielen nur eines: Ein unfruchtbarer dreißigjähriger Baum von 11 Meter Kronendurchmesser wurde umveredelt mch trug nach drei Jahren bereits 4 Zentner, nach vier Jahren 10 Zentner, nach fünf Jahren 12 Zentner und nach sechs Jahren 20 Zentner Früchte. Obstbäume, die im Ertrag nicht befriedigen, sollten darum unter allen Umständen umveredelt werden, selbst wenn es neuere Sorten sind. Natürlich sind von dem Umveredeln kranke, alte abgängige Sorten ausgeschlossen, da deren Ende durch das Uni pfropfen noch beschleunigt würde. __ Dagegen sollen alle lebenskräftigen, unfruchtbaren Bäume umveredelt werden. Die Edelreiser zum Umpsropfen läßt man sich nicht schicken, sondern man verschafft sich diese selbst von gesunden, tragbaren Bäumen der nächsten Umgebung. Dem Umpfropfen voraus geht das Ab- werfen der Krone. Bevor man mit dem Abwerfen beginnt, werden alle überflüssigen, kranken Äste an der Ansatzstelle wie beim Auslichten entfernt. Die stehenbleibenden Aste werden auf die Hälfte, höchstens auf zwei Drittel ihrer Länge eingelürzt, so daß die entsprechenden Astabschnittsflächen nicht mehr als 3—10 cm Durchmesser haben. Wird auf zu kurze Stumpen der Ast zurückgeschnitten, so verheilen die Anschnitte schlecht; wird zu lang geschnitten, so haben wir dauernd auf das Entfernen der Schöffe der alten Sorte acht zu geben. Das Abwerfen des Baumes erfolgt am besten schon im Winter oder im Vorfrühling. ' Bei dem Veredeln beginnen wir zuerst mit dem Steinobst, weil es zuerst in Saft kommt. Es kann also schon Anfang März mit dem Veredeln begonnen werden. Beim Umveredeln wendet man beim Kernobst Pfropfen hinter die Rinde, beim Steinobst Pfropfen in den Spalt an. Vom theoretischen Standpunkt aus war ich ursprünglich gegen das Pfropfen in den Spalt, habe mich aber davon überzeugt, daß das Pfropfen in den Spalt vorteilhafter ist als das Pfropfen hinter die Rinde, weswegen es auch in der Schweiz ausnahmslos angewendet wird. Möchten sich alle Besitzer von solchen unfruchtbaren Obstbälimen überzeugen, daß das Umveredeln dieser tragfaulen Bäume immer von Vorteil ist. Aum Anbau d-r großfrüchtigen Brombeere. Während in den meisten Gärten stets Stachelbeere, rote und auch wohl schwarze Johnnnisbeerbüsche, vielfach auch Himbeerflauden zu finden sind, sucht man in der Regel die Brombeere vergebens, obgleich sie doch im Wohlgeschmack, in Fruchtbarkeit und leichtem Wachstum in jeder Hinsicht den andern Fruchtbüschen gleichgestellt werden kann. Der Grund für diese noch allgemeine Nichtachtung des.Brombeerstrauches liegt einerseits darin, daß die in Frage kommenden neuere- "orten noch zu wenig bekannt sind; andererseits genieß, .vifere wildwachsende Brombeere, wenn auch mit Unr."ht, immer noch zu wenig Ansehen. Nicht selten auch hat man eine den Bodenverhältnissen nichtentsprechende Sorte gewählt, so daß aus diesem Grunde der erhoffte Erfolg nicht eintrat. Einige Arten treiben 4—6 Meter lange Schüffe, und werden diese an einem zu niedrigen Spalier bezw. einer Mauer entlang gezogen, wird das Resultat natürlich nicht sonderlich befriedigen, und das Ende ist, man gräbt die Pflanzen wieder aus und gibt die Kultur solcher ins Uferlose wachsender Gewächse auf. Die rechte Sorte am rechten Platze wird aber stets ihre Schuldigkeit tun. ^ beste Pflanzzcit empfehlen wir den Frühlina. Bei der Pflanzung sind die einzelnen Triebe auf 20 bis 30 cm ffurückzuschneiden. Die im Laufe des SommerS gebildeten Schößlinge werden aufgebunden. Man lasse einer Pflanze etwa 8 bis 10 der kräftigsten Ranken und entferne alle übrigen. Werden die Fruchtranken zu lang, sind sie im September auf passende Höhe zu stutzen. Solches hat auch den Vorteil. daß die frucht- tragenden Nebenranken kräftiger ausgebildet werden. Die abgetragenen Ranken werden, ähnlich wie die der Himbeeren, bald nach der Ernte entfernt. Die Brom- beere liebt nicht gerade schweren Boden, obgleich sie bei mtsprechender Pflege auch hier gut gedeiht. Leichterer doden sagt ihr mehr zu, verlangt dann aber zu einer tonenden Zucht ausgiebige Düngung im Herbst. gibt zahlreiche Sitten von großfrüchtigen Brom- beeren, m der Regel sind für unsere Lagen, falls nicht gerade em Südspalier gewählt wird, die frühreifen Sorten vorzuziehen. Zu empfehlen sind: Wilsons junior, eme frühe, großftüchtige Sorte mit äußerst wohlschmeckenden, süßen Beeren; Rathbun, auch frühreifend, außerordentlich rerchtragend, sehr festfleischig, eignet sich vorzüglich zum Versand; die süßen, zarten Früchte von Lucretia und ohne den sonst vielfach beanstandeten Kern; eine nicht zu stark wachsende, süße und sehr frucht- bare Sorte ist Rebus laciniata, petersilienblätterige Brombeere. Ki«e praktische Walze für de« Kkeingärt»er. Same jeder Art kein« nur dann sicher, wenn er CT ܰ? ® r ‘ )e umschlossen ist. Nur bei fester Lagerung kann die Erdfeuchtigkeit das Samenkorn erschließen. Körner, die in Hohlräum« fallen, trocknen und keimen garnich^ oder der Keim wird so schwach, "“5 b«raus nur eine kümmerliche, kränkliche Pflanze entsteht. Damit mm d» cmsgesat«« Samenkorn« günstige Bedingungen zum Keimen und Wachstum Vorsingen, tob* nach der Aussaat der Same eingehackt bezsv, das • t Beet mit dem Rechen durchzogen und eingeebnet. Bei kleineren Sämereien wird dann das Beet noch mit der flachen Schaufel angeklopft oder auch mit Trittbrettern festgetreten, so daß eine platte feste Oberfläche entsteht. Einfacher und rascher läßt sich dieses Niederpressen des lockeren Bodens noch mit einer Walze erzielen. Für kleine Gärten ist der Ankauf einer solchen aber viel zu teuer. Der Kleingärtner kann sich aber dieses nützliche Gerät leicht selbst Herstellen. Es bedarf dazu nur einer gewöhnlichen Tonröhre und eines runden Lattenstücks. Letzteres steckt man durch das Tonrohr, gießt dieses unter Umständen mit Zement aus und befestigt an beiden Enden ein Seil mit einer Schlaufe zum Anfassen. (Siehe Abbildung.) Am besten wird diese Walze von zwei Personen, von denen je eine zu jeder Seite des Beetes im Steig entlang geht, über das Beet ge- zogen, wodurch man eine glatte, feste Beetoberfläche erzielt und ein sicheres Keimen der Aussaat gewährleistet wird. Etwas über schwarze Minorka.' Die Minorka gehören ebenso wie die Italiener zu den Mittelmeerrassen. Es sind vorzügliche Lege- und mäßiggnte Fleischhühner. Man unterscheidet schwarze, weiße und gesperberte Minorka, einfachkämmig und rosenkämmig. Am Verbreitesten sind wohl die schwarzen einfach- kämmigen. doch haben auch die anderen Farbenschläge mehr oder weniger Anhänger. Die Rassenmerkmale der schwarzen Minorka sind: langgestreckter Körper, grünglänzend-schwarzes Gefieder. g Bi in 7/.OT. SW i4Ü: ’'ü blauschwarzer Schnabel, ebensolche Ständer und Krallen, leuchtend rotes Gesicht, lebhaftes braunes Auge, große retnweiße Ohrscheiben.' einfacher gleichmäßig gezackter Kamm, bei der Henne umliegend, beim Hahn straff aufrechtstehend, länglich-runde Lappen, flachgetragener Schwanz. (Kamm und Lappen schütze man im Winter durch öfteres Bestreichen mit Vaseline oder Fett vor dem. Erfrieren.) Gewicht des Hahnes 1 V 2 — 2 x / 2 kg, der Henne 1 x / 2 —-2 kg. Die Minorka sind fleißige Futtersucher und flotte Leger. Die Eier haben weiße Farbe und wiegen etwa 70 g. Ihre Zahl schwankt je nach Haltung und Pflege zwischen 120—150 im Jahr. Am heften legen sie bei freiem Auslauf, doch erzielt man auch auf beschränkten Räumen bei rationeller Fütterung gute Erfolge. Leider sind die schwarzen Minorka in den letzten Jahren vor dem Kriege durch zu einseitige Sportzu ht in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt worden. Die Zucht mit getrennten Stämmen (Hahnenzuchtstamm. Hennenzuchtstamm) und die sonstigen Tüfteleien der Sportzüchter zur Erlangung von „Jdealtieren* haben für den praktischen Hühnerzüchter keinen Wert. Für ihn ist die Hauptsache Zucht auf Eier und Fleisch und dann aus Schönheit! Zur Erhaltung der Raffemerkmale der schwarzen Minorka ist es jedoch ratsam, Tiere mit schmalem, kurzen Körper, weiß und kupferrot im Gefieder, sowie mit Steilschwanz von der Zucht auszuschließen. Auch achte man beim Hahn auf korrekten aufrechtstehenden Kamm. Am besten sind zweijährige oder ältere Tiere zur Zucht. Ein Jahr alte find meist noch nicht genügend ausgewachsen, vererben sich schlecht und bringen schwächliche Kücken. Minorka brüten gar nicht oder wenig. Man hakte sich daher neben seinem Stamm 1 oder 2 Schwerfchlag- hühner, wie Orpington oder Rhodeländer, zu Brutzwecken. Die Kücken find in den ersten Wochen vor Nässe zu schützen, sie befiedern sich rasch, wachsen schnell heran und werden mit zunehmendem Alter wetterfest. Bei kräftiger Ernährung beginnen die Junghenneu im 7. bis 9. Monat mit dem Legen. Minorka sind zwar keine eigentlichen Winterleger, doch legen sie bei geschützter Stallung auch in der kalten Jahreszeit. Möge die Zucht der schwarzen Minorka immer größere Verbreitung erfahren, denn es sind nicht nur schöne Hühner, sondern sie besitzen auch vorzügliche wirtschaftliche Eigenschaften. W i f r a. Körnerfutter ist für die Hühner notwendig; doch hat es nicht die Eigenschaften, die ihm oft zugeschrieben werden. So wärmt es abends weniger, weil die Körner unzerkleinert verschluckt und daher sehr langsam verdaut werden. Ein Huhn, welches morgens 8 1 / s Uhr mit Körnern satt gefüttert wird, zeigt nachmittags 4% Uhr noch nicht wieder genügend Freßlust, um eine volle Futteration zu sich nehmen zu können. Eine späte Fütterung der Hühner ist aber an den kurzen Tagen wegen Eintritts der Dämmerung nicht möglich, und es erhält infolgedessen das Huhn nicht soviel Nährstoffe, als zum Legen gebraucht werden. Allgemein werden Körner als Abendfntter im Winter empfohlen, mit der Begründung, daß sie lange im Kropfe verweilen und daher ein Aushungern der Hühner während der langen Winternacht verhüten und das Ertragen der Kälte erleichtern. Dabei wird jedoch übersehen, daß Körner vor ihrer Verdauung weich werden, also quellen müssen. Das Quellen der Körner erfordert aber viel mehr Wasser, als das Huhn am Abend aufnimmt. Der Durst infolge der genossenen Körner kommt erst während der Nacht, dann aber saufen die Hühner nicht. Die Folge ist, daß die Körner trotz der Länge der Stacht nicht vollständig verdaut werden und ein Teil noch am folgenden Morgen im Kropfe sich befindet. Wer den Kropf solcher Hühner morgens betastet, wird dies bestätigt finden. Wenn auch die Körner nicht vollständig verdaut werden, so können sie auch keine Wärme erzeugen. Dazu kommt noch, daß dis Hühner nach Körnerfütterung morgens nur geringe Freßlust zeigen. Dagegen fallen sie gierig über das Wasser her und fressen erst, wenn sie ihren quälenden Durst gestillt haben. Die Körnerfütterung am Abend trägt also sehr wenig zur Erwärmung der Hühner während der Stacht bei; sie verhindert dagegen die Hühner an der Aufnahme einer genügenden Nährstoffmenge. Aus diesen Gründen sind die Hühner an den kurzen Tagen nicht mit Körnern, sondern mit gut an- gefeuchtetem Schrot zu füttern, welches das zur Verdauung nötige Wasser enthält. Die Verdauung ist ein chemischer Verbrennungsprozeß, durch welchen dem Blute der Tiere nicht nur Nährstoffe, sondern auch Wärme zugeführt wird. _ Zur Verhinderung des Lahmrverdens beim Rindvieh werden vielfach die Klauenspitzen entfernt, wenn die Hufe zu lang gewachsen sind. Dies genügt bei Zugochsen nicht. Bei diesen müssen die Hufe öfters und sorgfältig ausgeschnitten werden. Um nun bei dieser Arbeit die Tiere zum Ruhighalten zu zwingen, empfiehlt sich die Schenkelbrernse. Dies ist ein etwa armlanger Strick, dessen Enden mit einander verknotet werden. Den Strang legt man dann doppelt oberhalb des Sprunkgelenkes oder Fersenhöckers um das Bein, steckt durch die beiden Ofen einen kurzen, kräftigen Knüppel und dreht ihn nach rechts oder links so weit an, bis das Bein von den Strickschlingen fest eingeschnürt, di« Sehne gegen den Knochen gepreßt ist. Ein Mann muß nun den Knüppel halten, damit er nicht zurückschnellr, auch den Druck nach den Bewegungen des Tieres etwas reguliert. Die gut angelegte Bremse entkräftet das Bein des Tieres dermaßen, daß es willig jede Operation am Hufe znläßt. Die Auswahl der Kälber zur Nachzucht. Hierbei kommen vor allem drei Punkte in Betracht. Zunächst ist die Abstammung ins Auge zu fassen. Nur Kälber, von denen man weiß, daß sie von guten Milchproduzenten abstammen, sollten zur Weiterzucht eingestellt werden. Kann man solches durch mehrere Generationen hindurch feststellen, um so besser. Dabei darf nicht übersehen werden, daß auch das Vatertier von guten Milchlieferanten abstammt, da sonst durch dessen Einschlag die in dieser Hinsicht guten Eigenschaften der Mutter aufgehoben werden können. Man bedenke stets, daß sowohl gute als auch minderwertige und schlechte. Eigenschaften in gleicher Weise vererbt werden. Erstlingskälber dürfen nur in besonderen Fällen zur Nachzucht eingestellt werden. In der Regel entwickeln sich diese etwas langsamer und bleiben schwächlicher als die folgenden Kälber. Jedenfalls kann man bei Aufstellung späterer Kälber auf seine Erfahrung zurückgreifen betr. Milchleistung und Vererbungsfähigkeit der Elterntiere. Ferner kommt bei der Auswahl das Kalb selbst m Betracht. Man wähle nur ganz gesunde Tiere von guter körperlicher Entwicklung und nicht zu grobem Knochenbau, da feingebaute, aber doch kräftige Tiere sich meist schneller entwickeln. Ter Mick sei klar uud lebendig, das Haar weich und glatt anliegend. Endlich kommt bei der Auswahl auch die Geburtszeit in Frage. Herbstkälber sind vorzuziehen. Die Kuh hatte dann ihre Trächtigkeitsperiode in der Weidezeit. Diese natürliche Lebensweise kommt auch dem Kalbe zugute. Herbstkälber sind, vorausgesetzt, daß sie sich gut entwickeln, im Frühjahr so weit gediehen, daß sie den Weidegang voll ausnützen können,, was für den weiteren körperlichen Aufbau sehr viel ausmacht. Natürlich gilt auch hier Satz: Keine Regel ohne Ausnahm«. b = i ii i Nr. 226. Jahrgang 1927. Der Laadbote * Sinshetmer Zeiwug. Samstag, den 12. November 1927. Die «overnr Eva. ! Ein einfacher französischer Pfarrer unternahm im vergangenen Sommer einen Ausflug nach Carcasionne und begegnete auf seiner Wanderung einer Touristin, welche Sie geistreichen Bemerkungen öes Priesters anscheinend zu schätzen wußte und deshalb in seiner Gesellschaft den Weg fortsetzte. Tie beiden wurden von einem Gewitter überrascht und mußten in ein Hotes flüchten. Die Touristin legte im Speisesaal ihren Mantel ab und zeigte sich in einem äußerst kürzen, tieföekolletierten, ärmellosen durchsichtigen Kleid. Es wurde eine schmackhafte Mahlzeit serviert und als Desiert stellte der Kellner einen Korb mit Obst auf den Tisch. Das Prunkstück unter den Früchten war ein goldgelber, duftender Zipfel. „Diesen da müffen Sie, Hochwürden, nehmen", sagte die Dame, auf den Apfel weisend. -Aber der Pfarrer schüttelte lächelnd den Kopf. „Nein, nein, der Apfel ist für Sie bestimmt, Madame," erwiderte er. „Aber weshalb denn.?" fragte erstaunt seine Begleiterin und Tischgenossin. „Weil es für Sie eine Belehrung ist, Madame... Sie kennen doch die Geschichte von Eva, nicht wahr?... Die §ß doch so einen Apfel und... Sie können es in der Bibel Nachlesen, Madame... und sobald sie von der Frucht ge- geffen hatte, öffneten sich ihre Augen... na... und dann sah sie, daß sie nackt war... und beschämt machte sie rasch eine Schürfe aus Keiaenblättern." Lcbensmittelmangcl in Moskau. In Moskau herrscht eine Approvisionierungskrise, die scharfe Formen annimmt. Vor den Lebensmittelgeschäften stehen lange Reihen von Käufern. Am ärgsten ist der Mangel an Mehl und Brot, aber auch Milch, Butter und ähnliche Produkte sind nur schwer zu haben. Die Bolschewiken sind wegen Polonäsen vor den Geschäften sehr beunruhigt. Sie erinnern sich, daß die Märzrevolution des Jahres 1927 auch mit Polonäsen vor den Bäckerläden begann. Die Krise ist eine Folge der Desorganisation des Transportwesens und der unzureichenden Lebensmittelzufuhr nach Moskau. Der Zustand ist durch die Gerüchte über einen unvermeidlichen Krieg verschlimmert worden. Die Leute haben mehr Lebensmittel eingckauft, als sie augenblicklich benötigten. Ter Moskauer Sowjet hat nun angevrdnet, daß die Bäckereien auch an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten haben. Voraussetzung ist natürlich eine Verbesserung der Mehlzusuhr. Wenn die Verordnung nichts hilft, soll wieder ■Mi: Brot- und Meblkarte einaefübrt werden. Eine Salome-Tragödie in Indien. Ein grausamer Mord, der wie die antike Tragödie der Salome anmutet, lag einer Gerichtsverhandlung zugrunde, die vor einiger Zeit in Kalkutta zur Verurteilung der Beteiligten führte. Eine javanische Tänzerin namens Haöi- mah, die in Kalkutta in geheimnisvollen Häusern auftrat, war der Abgott der dortigen beschäftigungslosen und reichen Jugend. Aber Hadimah, die Sie „Marmorharte" genannt wurde, war von der Natur eines Raubtieres ihres Landes, nämlich geschmeidig, spielerisch, grausam und gefühllos. Sie hatte bisher mit allen ihren Anbetern ein Spiel getrieben und nur leichtfertig gelacht, wenn ein besonders begeisterter Liebhaber Selbstmord beging, weil ihn die Tänzerin mit dem marmorharten Herzen nicht erhört hatte. Da traf sie vor mehreren Monaten das Schicksal, daß sie sich in einen jungen Mann aus edlem indischen Hause verliebte. Dieser junge Mann war aber von höchster Sittlichkeit und hatte für die Tänzerin kein Auge. Als sie ihn mit katzenartigen Schmeicheleien umwarb, ging er von ihr wortlos weg, und als sie ihn mit Gewalt zurückhalten wollte, stieß er sie verächtlich beiseite. Die Liebe wurde nun zu Haß und Hadimah schwor dem geliebten Manne Rache. Sw hatte bald Gelegenheit, ihre Rache zu kühlen, denn sie fand einen liebestrunkenen Inder, der ein willenloses Werkzeug in ihren Händen war. Sie versprach ihm, ihn zu erhören, wenn er den von ihr geliebten und gehaßten Mann tötete und ihr den Kopf bringen würde. Der liebeswahn- sinnige Mann mietete einige Verbrecher, die für ein paar Schillinge den furchtbaren Plan ausführten und den Mord vollbrachten. Die Tänzerin hatte das Haupt ihres Geliebten, wie sie es wünschte. Die Tat kam bald zur Kenntnis der Behörde und die Prozeßverhanölung enthüllte Tragödien von einer Leidenschaftlichkeit, wie sie nur der Orient kennt. Uralte barbarische Zeiten der alten Sagen schienen wieder aufzuleben, als die entsetzliche Geschichte dieses Ltebes- mordes bekannt wurde. Die interessanteste Figur in dieser Tragödie war die Tänzerin selbst, die nach den Aussagen ihres Geliebten nicht nur bei dem Anblick des Hauptes des Ermordeten keinerlei Reue empfand, sondern sich sogar mit wahrer Wollust auf das Haupt stürzte und es bald liebkoste, bald zärtlich umschmeichelte, bald beschimpfte. Auch vor Gericht zeigte die Tänzerin keinerlei Reue, sondern sie fand eine aroße Befriedigung bei der Darstellung ihrer Liebe zu dem Jünglkng. Die Richtök waren entsetzt, als die Tänzerin mit den gleichgültigsten Worten von der Welt erkkärte, daß der Mann selbstverständlich sterben mußte, wenn er ihre Liebe verschmäht und sie grausam beiseite gestoßen hatte. Auf die Frage des Richters, warum sie selbst ihren Anbetern gegenüber so grausam war, ohne dafür den Tod zu erleiden, zuckte Hadimah nur verächtlich mit den Schultern und lächelte, wobei ihre Augen nach den Berichten der Blätter den grausamen Ausdruck eines wilden Tieres annahmen. Die Verhandlung warf zugleich ein Licht in die Lasterhöhlen Indiens, in denen sich der Abschaum des Orients mit den Abkömmlingen edelster Familien begegnete. Hier leben noch die grausamen Urinstinkte der ältesten Zeiten, so- bald die Leidenschaften geweckt werden. Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, den IS. November 1927. Ernte- und Dankfest. 1 / 2 IO Ahr: Hauptgottesdienst. Vikar Becher. 1 / 2 II Uhr: Christenlehre. Dekan Eisen. 1 Uhr: Kindergottesdienst Vikar Becher Reiche Abwechslung MAGGI S SUPPEN 2Telier in der täglichen Suppe bietet die große Sortenauswahl von MAGGI» Suppenwürfeln. 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