Erscheint täglich «K Ausnahme der Feiertage. Bezugs-Preis: Durch die Post bezogen und durch »en Briefträger und unsere AuS- träger frei ins Lau« «onalltch Goldmark 1.20 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten., Ru Fällen von höherer Gewalt »«steht kein Anspruch auf Ltefer- «»g der Zeitung oder auf Rückzahlung deS Bezugspreises. EeschäftSzeit 1/28 bis 5 Uhr Sonntags geschlossen. Dernsprech-Anschlutz Nr. 46» Postscheck-Konio Karlsruhe Nr. 6903 General-Anzeiger /ür öas^^^^K/enz-unö §cluoarzdacktal Der Lanöbote binskeimer MM Zeitung fsss General-Anzeiger fuc §duoarzdaclital Heltefu und verbreitetste Leitung dt ^«gend. I^aupt-Hnjcigen-BUtt ftnlaqm: Hege JllgTtrterte » Ha» dem Reith der Mode • Ratoebrr fflr Ran»- und tandwirtTehaft Anzeigen-Praff«: «1 ich: Die 33 mm dre i », limeter-Zeile 6 Goldpfg. Reklamen 1 Die 92 mm breit» Millimeter-Zell« 20 Goldpfg. Trundschrist im Anzeigen- Texttell ist Petit. Bei Wiederholungen tariffest« Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rech- nungSdatum oder bei gerrchtlich«, Betreibung erlischt. Anzeige«-Annahme bi« 8 Uh, vormittags; größere Anzeig«« müssen am Tage vorher «th gegeben werden. Bank-Konto: Bereinsbank Sinsheim e. G. m. b. L M 241. Mittwoch, den 30. November 1927. 88. Jahrgang Das Neichskabinett in Gefahr. Koalition zerbricht um die penfionserhöhung. — Die Negierung berät. Derlm, 29. Nov. Das Reichskabinett ist heute nachmittag in Eile zu einer unvorhergesehenen Kabinettssitzung zusammenberufen worden. Veranlassung dazu gab, daß im Haushaltsausschuß bei der Beratung der Besoldungsreform Dcntfchnat onale und Deutsche Bolkspartei aus der Kvalitionsfront ausbrachen und jene Bestimmungen der Regierungsvorlage, die sich auf die Pensionäre und Wartegeldempfänger beziehen, zu Fall gebracht haben. Die Festsetzung der Bezüge für die Neupensionäre, also die seit dem 1. April 1920 in den dauernden Ruhestand versetzten Beamten, sowie der Bezüge der Warlegeldempfänger hat schon bei der Vorberatung im Kabinett und im interfraktionellen Ausschuß Schwierigkeiten bereitet. Zn der Regierungsvorlage war vorgesehen, daß diesen Pensionären und Wartegeldempfängern prozentual« Zuschüsse gewährt werden sollen, während von dcn Regierungsparteien aus begreiflichen Gründen — Rücksicht auf die Beamtcnwähler — die Einstufung der Neupensionäre in die neuen Besoldungsklassen gefordert wurde. Schließlich setzte sich der Standpunkt des Reichsfinanzministers durch, oer erklärte, für diesen Mehraufwand keine Wittel zu haben. Als heute im Haushaltsausschuß jene Paragraphen zur Beratung gelangten, die die Pensionäre und Wartcgeldempfänger betrafen, blieb von den Regierungsparteien lediglich das Zentrum bei der Stange, während Deutschnationale und Deutsche Vvlkspar- tei einem Antrag zustimmten, der dem Paragraph 24 folgende Fassung geben soll: „Die Bezüge der in den einstweiligen und der seit dem 1. April 1920 in den dauernden Ruhestand versetzten Beamten sowie die Bezüge der Hinterbliebenen dieser genannten Personen und der seit dem 1. April 1920 im Dienste verstorbenen Beamten werden vom 1. Oktober 1927 ab nach den geltenden Vorschriften neu festgesetzt." Der Antrag wurde auch angenommen. Daraufhin beantragte Abgeordneter von Guerard (Ztr.), für morgen den Reichsfinanzminister in den Ausschuß zu bitten, damit er die Stellungnahme der Reichsregierung zu oer so wesentlich veränderten Regierungsvorlage darlege. Der Reichsfinanzminister veranlaßte oie Zusammenberufung des Gefamtkabmetts. 2m Haushaltsausschuß wurde angenommen, daß die Reichsregierung zwar nicht so weit gehen wird, die Neupensionäre und Wartegeldempfänger in die neuen Besoldungsklassen einzustufen, aber doch eine Zwischenlösung anbieten werde, die zwischen diesem Antrag und den in der Regierungsvorlage vorgesehnenen Zuschlägen liegt. Auf jeden Fall rechnet man mit einem Entgegenkommen der Regierung und das ist umso beachtenswerter, als Reichsarbeitsminister Dr. Brauns erst vor wenigen Tagen erklärt hat, es würde unweigerlich dir Gesamtdcmlfsion des Reichs kabine'ts erfolgen, wenn der Reichstag in der Besoldungsvorlage über die von der Regierung vorgeschlage- nen Sätze hinausgehen sollt«. j klärung, die die sowjetrussische Delegation voraussichtlich schon gestern abgab, soll, wie erwartet, sehr umfangreich sein und eine Reihe genau präzisierter Anträge zur weiteren Durchführung der Abrüstung enthalten. Allgemein wird mit einer längeren Diskussion gerechnet, da die sowjetrussische Delegation auf einer gründlichen Auseinandersetzung über die von ihr eingebrachten Anträge bestehen wird. Die Haltung der deutschen Delegation ist in großen Zügen bereits festgelegt. Die deutsche Delegation wird entsprechend ihrer bisherigen Stellungnahme mit Nachdruck eine aktive Weiterführung der Abrüstungsverhandlungen und insbesondere den Eintritt in die zweite Lesung des Konventionsentwurfes fordern. Es mutz damit gerechnet werden, daß von französischer und englischer Seite versucht werden wird, die weiteren Abrüstungsverhanölungen zu verschleppen und von dem Ansbau der Sicherheitsgarantien abhängig zu machen. Man will somit das Schwergewicht der Verhandlungen ausschließlich auf die Behandlung der Sicherheitsfrage konzentrieren. Es wird Aufgabe vor allem der deutschen Delegation sein, dieser Taktik mit größter Energie entgegenzutreten und eine aktive Durchführung der Abrüstungsverhandlungen zu fordern. Man darf annehmen, daß die deutsche Delegation hierbei die Unterstützung einiger anderer Delegationen finden wird. In Völkerbundskreisen rechnet man nunmehr allgemein damit, daß die Verhandlungen der Abrüstungskommisston nicht — ivte vorgesehen — bereits am Samstag zu Ende gehen, sondern voraussichtlich bis in die Mitte der nächsten Woche bauern werden. Die Vorbereitungen für die Reise pilsudftis nach Genf getroffen Warschau. 30. Nov. Wie „Glos Prawdy" mitteikt, wird weiterhin mit der Reise Pilsudskis nach Genf gerechnete Alle Vorbereitungen für die Reise sind bereits getroffen worden. Dringende Völkerbundsfragen. Jur bevorstehenden Ratstagung. Die erweiterte Tagesordnung. — Die völlig veränderte antzenpolitische Lage. — Italiens und Frankreichs «eue Verträge. — Die unsichere« Verhältnisse in Rumänien. — Znspitznng des polnisch-litauische« Streitfalles. — Pilsudskis Reife «ach Genf. — Die Teilnahme der Russe« an der Abrüstungskonferenz. — Vor wichtige« Entscheidungen. Als vor ungefähr 14 Tagen das Gcncralsekretariat des Völkerbundes die Einladungen zu der am 5. Dezember beginnenden 46. Ratssitzung versandte, enthielt die Tagesordnung zwar wie stets einige 26 Punkte, aber es handelte sich dabei meist um die jedesmal wiederkehrenden Dinge, wie Berichte der Kommissionen, Referate, vom Völkerbund angeordnete Untersuchungen und dergl. Dazu kamen einige Punkte, die bei der letzten Septembertagung trotz ihrer Dauer von mehr als 3 Wochen nicht erledigt worden waren. Natürlich fehlten auch die schon obligat gewordenen Beschwerdeführer wie Danzig, das Saargebiet und einige nationale Minderheiten nicht. Alles in allem war es eine auffallend harmlose Tagesordnung, die die große Welt nur wenig interessierte. Auch in der hohen Politik, die die Außenminister gewöhnlich in Gens hinter den Kulissen behandeln, lag nichts von Bedeutung vvr, herrschte im internationalen Leben doch in den letzten Monaten eine Ruhe, wie wir sie lange nicht erlebt haben. Das ist über Nacht anders geworden' der ausgesprochenen Ruhe ist mit einem Schlage eine elektrische Hochspannung gefolgt, die düsteren Wetterwolken, die sich fast gleichzeitig im Süden, Südosten und Nordosten Europas zusammenballen, beunruhigen die Diplomaten aller Länder aufs Höchste und besonders in Paris herrscht aus vielen Gründen starke Erregung. Die Tagesordnung für die Ratssitzung ist um mehrere wichtige Punkte wesentlich erweitert worden, die Außenminister haben Fragen von der größten Wichtigkeit zu entscheiden, die Blicke der ganzen Welt sind in der nächsten Zeit wieder nach Genf gerichtet. Für Deutschland kommt zunächst der Streit mit der griechischen Regierung wegen der Bezahlung des vor dem Weltkriege bestellten Kreuzers „Salamis" zur Sprache. Bedeutend wichtiger für uns ist jedoch die Schulfrage in Ober- schlefien, die gerade in den letzten Tagen eine bedeutsame Wendung angenommen hat. Beanntlich hatte pch Reichsaußenminister Tr. Stresemann mit der Entscheidung der Märztagung zufrieden gegeben, obwohl sie der Rechtslage keineswegs entsprach und auch für Deutschland nicht günstig war. Er glaubte, dies des lieben Friedens halber tun zu müssen, da es sich nur um eine einmalige Erledigung handelte, die ausdrücklich einen Ausnahmezustand darstellte. Nun haben aber die Polen versucht, diesen Ausnahmezustand zur Regel zu machen. Deutschland hat sich hierüber bei dem Völkerbund beschwert. Ein günstiger Zufall fügte es, daß gerade in diesen Tagen der Vorsitzende der Gemischten Kommission für Oberschlesien, der Schweizer Ealonder, eine wichtige Entscheidung zugunsten der deutschen Minderheit fällte, so daß unser Vertreter in Genf dieses Mal einen wesentlich leichteren Standpunkt in dieser so überaus wichtigen Frage haben wird. Ter unerwartete Tod Bratianu« in Bukarest hat die Lage in dem unglücklichen Rumänien keineswegs geklärt, vor allem ist die Frage der Thronfolge bis jetzt noch keinen Schritt wcitergekommen. Bratianu war zweifellos in den letzten Jahren der eigentliche Beherrscher Rumäniens und besaß sowohl die Erfahnrung wie auch die Macht, seine Pläne burchzuführen. Sein Bruder, der ihm als Ministerpräsident gefolgt ist, besitzt aber weder die diplomatische Begabung noch die zähe Tatkraft Jone! Bratranus; bas Schicksal des Landes ruht daher sicherlich nicht in seiner Hand, sondern wird von den Gegenparteien bestimmt, die vorläufig mit ihren Entschlüssen noch zurückhalten. In den letzten Wochen ist die Spannung zwischen Italien und Frankreich bis zur Siedehitze gestiegen. Dem geschickten Eintreten des französischen Gesandten in Rom war e§ immer wieder gelungen, die Verstimmung, die durch Grenzübertritte italienischer Truppen hervorgerufen war, zu beschwichtigen. Nun aber hat Mussolini, der sich allzusehr geärgert hatte, daß Italien nicht zu der Tangerkonferenz eingeladen wurde, zu einem Schlage ausgeholt, und den kühnen „Panthersprung" nach Tanger gewagt. Doch die Franzosen blieben die Antwort nicht schuldig und schloffen wenige Tage später mit Jugoslavien einen Freundschastsvertrag, der schon längere Zeit vorbereitet war. Zug um Zug ging es weiter, Italien erweiterte den Vertrag von Tirana, der im Frühjahr dieses Jahres schon so viel Konfliktstoff hervorgerufen hatte, zu einem militärischen Freundschaftsbunde und verlängerte seine Dauer von fünf auf zwanzig Jahre. Die Erregung in Parts stieg ins Ungeheure. Allen Ernstes verlangten die französischen Blätter, daß dicker neue Vertrag bei der Ratssitzung besprochen werden müsse, doch wies Italien darauf hin, daß der Völkerbund den Vertrag ohne weitere Diskussion nur zu registrieren habe, wie es auch mit allen miltärischen Verträgen, die Frankreich mit Polen, Belgien und der Tschechoslowakei abgeschlossen habe, verfahren sei. Mussolini ist bekanntlich ein Gegner des Völkerbundes; das geht am besten schon daraus hervor, daß er bisher nur sehr selten den Sitzungen beigewvhnt und auch die Ratstagungen gemieden hat. Aufs höchste ist auch die Spannung zwischen Litauen und Polen wegen des alten Zankapfels Wilna gestiegen. Eine Zeitlang hatte es den Anschein, als ob Polen den Einmarsch seiner Truppen in Litauen in Erwägung zöge, doch ist ihm von allen Großmächten eröffnet worden, daß' es dann die Verantwortung für den Feuerbrond im Nordosten Europas allein trüge. Auch die Intervention Rußlands in Warschau ist nicht ohne Eindruck geblieben, ebenso weiß man genau, wie Deutschland über die Angelegenheit denkt. Dieses hat nunmehr vorgeschlagen, die höchstwichtige Angelegenheit vor dem Völkerbundsrat zur Entscheidung zu bringen. Die Verhandlungen werden noch spannender werden, da der polnische Ministerpräsident, Marschall Pilsudski, sich entschlossen hat, sein Land in Genf sowohl bei der Ratstagung wie bei der Abrüstungskonferenz zu vertreten. Pilsudski kann über die Verhältnisse, die sich bisher gegen Wilna ereignet haben, mit am besten Auskunst geben. Auch wenn er seinerzeit behauptet hat, daß er von dem Einmarsch des Generals Cagorski in die Stadt nichts gewußt habe. Er ist auch der gegebene Vertreter Polens bei den Verhandlungen über die Abrüstung. Hat er doch bereits im Jahre 1894 die Vorgänger der polnischen Legionen ins Leben gerufen, die später den Grundstock für das polnische Heer gebildet haben. Auch war er der Führer der Polen in dem russischen Feldzüge und hat zusammen mit der französischen Militärmission die polnischen Streitkräfte zu ihrer jetzigen Größe ausgebaut. Die Abrüstungsvorkonferenz wird dieses Mal durch die Anwesenheit der russischen Vertretungen ein ganz anderes Gesicht erhalten. Das kann man heute schon sagen, daß die theoretischen Abhandlungen nur sehr kurz sei« werden, die Russen werden, ob so oder so, schon dafür sorgen, daß tatsächlich über die Abrüstung gesprochen und ein Weg gesucht wird, auf dem sie herbeigeführt werden kann. Jedenfalls bringen die nächsten Tage in Genf interessante Verhandlungen und sicherlich auch bedeutsame Entscheidungen. Anstatt in Genf Ankunft der Delegationen. Die deutsche Haltung. Genf, 30. Nov. Gestern vormittag ist die englische Ab- rüstungsbelegation, darunter eine große Anzahl militärischer Sachverständiger unter Führung des neuernannten englischen Völkerbundsöelegierten, Lord Cushendun, in Genf eingetroffen. Auch der Völkerbundsreferent beim Quai d'Orsay, Graf Clauzel, ist gestern früh gekommen. Paul Boncour wird dagegen erst Mittwoch früh in Genf erwartet. Die vorbereitende Abrüstungskommission tritt heute vormittag 11 Uhr in öffentlicher Sitzung zusammen. Die Er- Graf Vernstorff bei Litwinow Genf, 30. Nov. Der deutsche Delegierte Graf Bernstorff, hat am Montag abend dem stellvertetenden Autzenkommifsar^ Litwinow in seine mHotel einen Besuch abgestattet wobei' zwischen den beiden Delegationsführern eine längere Unterredung über die zur Verhandlung stehenden Abrüstungsfragen geführt wurde. Kein Eintritt Mesopotamiens in den Völker, bund vor 1932 London, 30. Nov. Wie Reuter erfährt, sind die Verhandlungen zwischen England und dem Jrakgebiet praktisch beendet. Die unerwartete Abreise des Premierministers deK Jrakgebietes, Jafar Pasche, aus London sei auf seinen Wunsch zurückzuführen, rechtzeitig für die Eröffnung de» Parlaments in Bagdad zu sein. England hat, wie Reuteri berichtet, seinen Standpunkt öurchgesetzt, da sich die britische Regierung außerstande sieht, den Eintritt des JrakgebieteL in den Völkerbund vor 1932 zu empfehlen. Danach wird daD! gegenwärtige Verwaltungssystem für mindestens vier weitere Jahre beibehalten. Nach englischer Auffassung besitzt bas Jrakgebiet trotz der bisher erzielten großen Fortschritt« noch nicht das genügende Verantwortungsgefühl eines Mit- glieüstaates des Völkerbundes. Moslavien, Italien und der Mkerdnnd London, 30. Nov. Der jugoslavische Delegierte ? iir die vorbereitende Abrüstungskonferenz in Genf, Markowitsch, wird sich dem Belgrader Korrespondenten der „Times" zufolge in Genf mit den Ratsmitgliedern auch über die durch den italienisch-albanischen Vertrag geschaffenen Schwierigkeiten unterhalten. Wenn eine Beseitigung der Meinungsverschiedenheiten mit Italien unmöglich sein sollte, sehe Jugoslavien nur noch den einen Weg, die Angelegenheit vor den Völkerbund zu bringen. Die Abrüffungsvorschlage der Sowjetunion Genf, 30. Nov. Die Erklärung, die die sowjetrussische Delegation in der vorbereitenden Abrüstungskommissto« abgeben wird, soll, wie von besttnformierter Seite verlautet, aus drei Teilen bestehen. Der erste Teil,ist eine allgemeine Darstellung der gegenwärtigen militärischen Lage in Europa und wird eine scharfe Kritik an den bisherigen Aurüstungs- arbeiten des Völkerbundes enthalten. Der zweite Teil enthält ein konkretes Programm in Bezug auf das Abrüstungsund Sicherheitsproblem. Der dritte Teil besteht aus einer Resolution über die praktische Durchführung der Abrüstung. Die sowjetrussische Delegation wird diese in englischer Sprache verfaßte Erklärung der Abrüstungskommission vorlegen und beantragen, daß die Kommission den im dritten Teil enthaltenen Resolutionsentwurf zur Abstimmung stellt. Englisch-französische Einigung Genf» 30. Nov. Von gut informierter Seite verlautet, daß in den letzten Tagen zwischen London und Paris eine Verständigung über ein gemeinsames Vorgehen in der vorbereitenden Abrüstungskommission zustande gekommen ist, und zwar soll zwischen der englischen und der französischen Regierung vereinbart worden sein, daß die Verhandlungen der Abrüstungskommisfion ausschließlich auf die Erledigung der Tagesordnung zu beschränken fei. Man will somit lediglich die Wahl des Sicherheitsausschufles vornehmen lassen, sowie den Bericht über die Abrüstungsresolutionen der Völkerbundsversammlung im September entgegen nehmen, und dann sofort die Vertagung der Abrüstungskommisston auf unbestimmte Zeit beschließen lassen. Nach der Auffassung der englischen und französischen Delegationen sollen die Verhandlungen in kürzester Frist, möglichst bis zum Schluß dieser Woche, zu Ende geführt werden. In der gleichen Rich- Mittwoch, dm 30. November 1927. Rr. 241. Jahrgang 1927. Der Laudbote * Sinsheimer Sütmq. tung bewegt sich die Erklärung, die der englische Delegiertauf der Abrüstungskommisston, Lord Cushendun, vor seiner Abreise aus London der Preffe abgegeben hatte. Welche Haltung die deutsche Delegation im Falle einer Vertagung der materiellen Abrüstungsverhandlungen auf unbestimmte Zeit einnehmen wird, scheint gegenwärtig noch nicht festzustehen. Die deutsche Delegation wird voraussichtlich gleich zu Beginn bet der allgemeinen Geschäftsorünungsöebatte zur Tagesordnung den Wunsch auf eine sachliche Diskussion der bisherigen Abrüstungsergebniffe Vorbringen und auf die dringende Notwendigkeit einer Einberufung der Abrüstungskommission zu einem möglichst naheliegenden Termin hinzu- wetsen. Keine englisch-russische Verhandlungen in Gens Genf, 30. Nov. Von gutinformierter englischer Seite verlautet, daß der englische Außenminister Chamberlain nicht die Absicht habe, in Genf in Verhandlungen mit der sowjet- russischen Delegation und insbesondere mit dem stellvertretenden Autzenkommissar Litwtnow einzutreten. Die englische Regierung vertrete vielmehr die Auffaffung, daß Verhandlungen zwischen der englischen und der russischen Regierung lediglich in London stattzufinden hätten. Es läge für die englische Regierung keinerlei Veranlaffung vor, in Genf in Verhandlungen mit der sowjetrussischen Delegation zu treten. Wirtfchastslagimg des Sansabundes Berlin, 30. Nov. Der Wirtschaftspolitische Gesamtausschutz des Hansabundes trat gestern in Berlin zu einer Tagung zusammen, um zu den finanzpolitischen Gegenwartsfragen Stellung zu nehmen. Der Präsident des Hansabunöes, Reichstagsabg. Dr. Fischer-Köln, sprach über die finanzpolitischen Gegenwartsfragen. Der Redner begrüßte u. a. die Absicht der Reichsregierung, im Januar eine Konferenz abzuhalten, auf der unter Hinzuziehung der Länder die Fragen der Neugestaltung des Verhältnisses zwischen Reich und Ländern, der Neuordnung der öffentlichen Finanzwirtschaft und einer einheitlichen Verwaltuugsreform zur Sprache kommen sollen. Er gehöre, so erklärte Dr. Fischer, nicht zu denjenigen, die die weitere Entwicklung der deutschen Wirtschaft skeptisch ansähen. Man könne jedoch nicht davon sprechen, daß wir vor einer stetigen Steigerung unserer Fertigwarenausfuhr stünden und uns daher der Hoffnung hingeben dürften, mehr und mehr Devisen als zusätzliches Arbeitserträgnis in die Volkswirtschaft hineinziehen zu können. Wir würden wohl noch auf absehbare Zeit neue Schulden machen müssen, um die Zins- und Amortisationsquoten der bestehenden Schulden aufzubringen. Wir müßten eine Finanz- und Wirtschaftspolitik treiben, die zu einer Preisabbaubcwegung in Deutschland führe. Rur der Steuerabba« werde eine planmäßige Preissenkung herbeifiihre« können. Alle bisherigen und künftigen Opfer würden von der deutschen Wirtschaft in der Hoffnung gebracht, daß wir endlich wieder unsere völlige außenpolitische Freiheit und damit auch unsere tatsächliche absolute Gleichberechtigung im Rate der Völker erwürben. In dem Kampf des Hansabundes um die Neuorentierung der deutschen Finanzwirtschaft und der inneren staatsrechtlichen Struktur sehe er eine entscheidende Voraussetzung dafür, uns endlich aus den Fehlwegen der letzten Jahre herauszuführen und einer gesunden, stetigen Aufwärtsbewegung dienenden Entwicklung die Bahn zu ebnen. Im Verlaufe der Aussprache aui der Tagung des Hansa- bnndes ergriff Reichsbankpräsiden Dr. Schacht das Wort. Er betonte, daß er gro - Gewicht auf eine Aussprache über die vou Tr Fische» angcichuitteucn Frage» lege. Er habe andererseits den Wunsch, nachzukontrollieren, da er sich nicht für unfehlbar halte — ob die Reichsbank mit ihrer Politik auch auf dem richtigen Wege sei. Er habe von der Aussprache den Eindruck, daß diese Dinge in der Oef- fentlichkeii alle viel zu sehr unter dem Gesichtspunkt der Sensation behandelt würden. Das habe auch die Wiedergabe seiner Vochumer Rede gezeigt. Auch im übrigen werde vielfach nicht auf die sachlichen Momente eingegangen, sondern auf irgendwelche sensationellen Tinge, Skandälchen usw. So interessiere die Oesfentlrchkeit alles viel mehr als das ungeheuer ernste Problem, vor dem wir stünden. Wenn er für die Landwirtschaft eintrete, dann heiße es, der Mann ist Reaktionär und womöglich Antisemit geworden. Es handele sich aber darum, von Reden zu Taten überzugehen. Seit Jahren habe die Reichsbank ständig auf diese Dinge hingewiesen und sie auch der Oefsentltchkeit übergeben. Aber es habe keinen Menschen interessiert. Es bedürfe daher energischer Reden, um auch den Willen zur Tot werden zu lasten. Ueber diese Dinge müsse in der Oeffentlichkeit gesprochen werden, weil wir in der derzeitigen demokratisch-parlamentarischen Verfassung des Deutschen Reiches nicht zu Taten kämen, wenn nicht die gesamte Bevölkerung von diesen Problemen durchdrungen werde. Wir sind, so betonte Dr. Schacht, aus den Zeiten des Obrigkeitsstaates heraus, und wir können die verhätlnismäßige Ruhe, den verhältnismäßig sachlichen Fortschritt der früheren Zeiten nur wieder erringen, wenn die ganze Bevölkerung mitarbeitet und zu einem einheitlichen geschloffenen Willen kommt. Dabei kommt es nicht so sehr auf die Parteizugehörigkeit an. Wir werden diesen Problemen in Deutschland nicht gerecht werden, wenn wir nicht auf allen Seiten den Willen zu gesunder Wirtschafts- und Finanzführung aufbringen. Das deutsche Volk «nd das Deutsche Reich dürseu nicht bankrott werde«, «nd sie werde« nicht bankrott werde«, weil ich die feste Ueberzeugung habe, daß wir den Willen aufbringen, in diese Dinge hineinzusehen. Solche Reden wie die des Äbg. Tr. Neumann schädigen nicht den deutschen Kredit, sondern sie stärken ihn. Sie beweisen, baß wir nicht gewillt seien, eine ausländische Kontrolle in Deutschland einrichten zu lasten. Wir wollen unsere eigene Kontrolle schaffen. Das Ausland werde uns viel mehr Kredit und Vertrauen schenken, wenn wir diesen festen Willen bewiesen. „Seien wir", so schloß Dr. Schacht, „in ganz Europa noch einmal ein Volk, das durch seine Arbeitsamkeit, durch seinen Willen zur Ordnung und durch seinen eisernen Fleiß und auch nicht zuletzt durch seine Opferwilligkeit solch festen Charakter gezeigt hat wie das deutsche Volk. Wir wolle« dafür sorge«, daß «nser Kredit gesnnd bleibt, indem wir eine verantwortnugsvolle W»rt- schasts- «nd Finanzpolitik treiben." In seinem Schlußwort sprach Dr. Fischer die Hoffnung aus, daß die Tagung auch dazu beitragen möge, daß die Ueberzeugung sich immer mehr verbreite, es sei bester, daß der Kampf nicht von einzelnen getragen werde, sondern von einem einheitlichen geschlossenen Willen. Vor allem sei die Frage klarzustellen, daß es sich hier zwar um eine Frage der Wirtschaft, aber auch um eine Frage des ganzen Volkes handele. Die gesamte Wählerschaft und auch die Reichsregierung müßten sehen, daß sie hier einem einheitlichen Willen gegenüberstünüen. Voraussetzung für einen neuen Aufschwung der deutschen Wirtschaft sei ein Abbau der öffentlichen Lasten, damit wir auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig seien. Ferner sei es nötig, die soziale Gesetzgebung auf die Dauer tragbar zu gestalten. Deutscher Reichstag Beschlüsse des Hanshaltsausschnffes. Berlin, 30. Nov. (Funkspruch.) Bei der weiteren Beratung des Abschnittes V im Haushaltsausschuß des Reichstages legte ein Regterungsvertreter noch einmal die Schwierigkeiten dar, die Altpensionäre in die neue Besoldungsord- nung einzureihen. Die Pensionäre seien nicht in demselben Ausmaß wie die aktiven Beamten bedacht. Der Reichsfinmiz- minister habe in Magdeburg nicht mehr versprochen, und fein Wort sei durchaus eingelöst worden. Bei den Abstimmungen wurde «. a. der Zentrumsantrag, nur bis zu einem Grundgehalt von 12000 Rm. eine Pensionserhöhung eintreteu zu lasten, abgelehnt. Angenommen wurde ein gemeinsamer Antrag der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei, wonach die §8 24 vis 33 des Regierungsentwurfes gestrichen werden und an ihre Stelle die Vorschrift gesetzt werden soll, daß die Bezüge der in den einstweiligen und der seit dem 1. April 1928 in den dauernden Ruhestand versetzten Beamte» sowie die Bezüge der Hinterbliebenen dieser Pensionäre und der seit dem 1. April 1920 im Dienst verstorbenen Beamten mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 neu festgesetzt werden. In der wetteren Abstimmung wurde § 25 des gemeinsamen Antrages der Deutschnationale» und der Deutschen Volkspartei durch die Annahme eines sozialdemokratischen Antrages, der bet einem Grundgehalt von mehr als 8000 Rm. bis einschließlich 12 000 Rm. nur 12% Pensionsauf- besserung zubilligt, abgelehnt, da auch die Antragsteller dagegen stimmten. Dadurch entsteht eine Lücke im Gesetz, da auch § 25 der Regierungsvorlage nicht aufrechterhalten ist. Ferner wurde 8 28 des erwähnten gemeinsame« Antrages genehmigt, ebenso die Paragraphen 27 bis 83 a. Abg. v. Guerard beantragte, möglichst bald für heute oder morgen den Finanzminister herbeizurufen, damit dieser die Stellungnahme der Reichsregierung zu der wesentlich veränderten Regierungsvorlage und den Ausführungen der heute gefaßten Beschlüsse bekanntgebe. Der Ausschuß stimmt« diesem Anträge zu. Ministerialdirektor Dr. Lotholz erklärte, daß er den Finanzmtnister sofort benachrichtigen werde, wies aber gleichzeitig darauf hin, daß die Vorlage von Regie- rungsseite in allen Einzelheiten begründet sei und daß danach die beschlossenen Aenderungen nicht tragbar seien. Der Ausschuß stimmte dann den Bestimmungen der Regierungsvorlage über den Wohnungsgeldzuschuß zu und verhandelte dann über die Dtätenordnung für die außerplanmäßigen Beamten. Zentrnmsantrag znr Wartegeldnenregelnng. Berlin, 30. Nov. Der Haushaltsausschutz des Reichstags setzte gestern die abgebrochenen Besprechungen zum Abschnitt V des Besoldungsgesetzes lWartegelöer, Ruhegehälter usw.j fort. Ein gemeinsamer Antrag von Zentrum und Bayerischer Volkspartei fordert, nur bis zu einem Grundgehalt von 12 000 RM., welches der Pensionsberechnung zugrunde- gelegt worden war, eine Pensionserhöhung eintreten zu las- sen, und zwar bei mehr als 6000 RM, bis 12 000 RM. u« 16 Prozent. Die Novelle zum Mieterschntzgesetz. Berlin, 30. Nov. Der Wohnungsausschuß des Reichstages setzte gestern die Beratung über die Novelle zum Mteterschntz- gesetz beim 8 4 fort. Ein Vertreter des Justizministeriums wies daraufhin, daß die Entscheidung über Einführung von Lockerungsmaßnahmen grundsätzlich obersten Behörden z« überlassen sei, die die Möglichkeit hätten, bestimmte Gemeinden oder Gemeindeteile sowie bestimmte Mietsräume von den Bestimmungen des Gesetzes auszunehmen. Ein Ber- treter des preußischen Wohlfahrtsministeriums betonte, daß die Entwicklung der Wohnungswirtschaft seit der preußischen Lockerungsverordnung gezeigt habe, daß diese durchaus richtig und für die Wirtschaft gesund gewesen sei. Es müßte ei« Durcheinander entstehen, wenn die Lockerungsverordnun« der Länder durch die Reichsoerordnung durchkreuzt werde. Der Deutsche Gewcrkfchastsbund zur Lohnsrage. Hamburg, 28. Nov. Der Deutsche Gewerkschastsbund nahm eine Entschließung an, in der verlangt wird, daß die Lohnpolitik nicht allein von rein wirtschaftlichen Erwägungen, sondern auch von sozialen Gedankengängen unter Rücksichtnahme auf den Lebensbedarf der Arbeitnehmer getragen fei» müsse. Die vielfach zutage tretende Tendenz der Arbeitgeber, die Tarismindestsätze als Höchstsätze zu handhaben und individuelle Leistungen in der Entlohnung herabzudrücken, beeinträchtige den Sinn der Tarifverträge. Im Hinblick darauf sei eine Ausgestaltung der Tarifverträge im Sinne einer größeren Beweglichkeit derselben nötig. Die Hebung des Reallohnes der Arbeitnehmer fei nicht nur eine soziale, sondern auch eine staatspolitische Notwendigkeit. £ ~ Stahlhelm und Reichstagswahlen. Austritt Ehrhardts ans dem Bunidesvorfiand. Magdeburg, 28. Nov. Kapitän Ehrhardt ist aus dem Bundesvorstand des „Stahlhelm" ausgetreten. Der „Stahlhelm", Bund der Frontsoldaten, hielt vom 26. bis 27. November in Magdeburg eine Bundesvorstandsfitzung. Die Stellungnahme des „Stahlhelm" zu den nächsten Reichstagswahle« wurde i» folgender einstimmig gebilligter Entschließung festgekegt: „Der Stahlhelm sieht im heutigen Parlamentarismus und in der Parteiwirlfchaft den Grund- schaden unseres Bersassungslebens. Deshalb lehnt er eine Empfehlung bestimmter Parteien ab. Er kann nur solche Wahl- vorschläge unterstützen, auf denen im Einvernehmen mit den Lan- desverbandsführer« ausgewählte Stahlhelmkameraden an sicherer Stelle ausgestellt find. Die Landesoerbandsführer werden auf- gefordett, auf die Bildung der schwarz-weiß-roten Einheitsfront gegen die international-pazifistifch-marxistischen Kräfte hinzuwirken!." Der nächste Reichs-Irontfoldatentag wird in Hamburg stattfinden, und zwar am 2. und 3. Juni nächsten Jahres. Die wittschaftlichen Epitzenoerbändr zur Trage der Anhörung der amtlichen Berufsvettretuwgen bei RcalsteuerbefchlLssen. rk Der mit dem Entwurf eines Gesetzes über die Vereinheitlichung des Steurrrechts »orgelegte Entwurf eines Steueranpafi fungsgefetzrs sieht die bisherige gutachtliche Anhörung der amtliche« Berufsvertretungen des Handwerks, der Industrie und der Landwittschaft weiter vor. Obwohl mit dieser Heranziehung bisher regelmäßig nur gute Erfahrungen gesammelt werden konnten «n5 hierdurch eine nutzbringende Zusammenarbeit zwischen G metndm und Wirtschaft gewährleistet wurde, stößt das Anhörungsrecht bei einem Teil der Landesregierungen »nd der kommunalen Verbände auf Widerstand. Die Spitzenverbände der deutschen Wittschaft, darunter auch der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag und der Reichs- ROMAN von FRED NELIUS Ltesel und Jürgen hatten gerade noch in Eile Zeit, die Gläser vollzuschenken, da schlug es zwölf. Die Mütter hatten Tränen in den Augen. Es gab Umarmungen und Küsse. Die junge Welt nahm den Jahreswechsel leichter. Man reichte sich die Hände ... sah sich in die Augen. Ein helles, klares, Gläferklingen ... ein herzliches Glückauf. Jürgen trat ans Fenster. Auf der Straße lauter, johlen- der Silvestertrubel. Am Himmel droben nachtschwarze, düstere Wolken. In einem klaren Streifchen — einsam wie auf einer Insel — ein einziger heller Stern. Und tausend Rätsel in der Zukunft ... so viele düstere Wolken... so wenig Licht. War's des Lebens wert? Da rückte Zielen sich im Kreuz. Der alte Reiterfchneid war wieder da. Je klobiger die Sprünge, um so ehrenvoller war der Ritt. Erst das Herz hinüderwerfen, dann kam der Schinder nach. Er bat den Herzog, ihn von feiner Arbeit künftig zu entbinden, da unvorhergesehene Ereignisse seinen Aufenthalt im Mutterhause nötig machten und seine Zukunstspläne einschneidende Veränderung erfahren hätten. Er holle aus. Blitzartig zuckten noch einmal die Ereignisse in diesem geheimnisvollen Haus durch sein Erinnern. Die kranke, engelschone Herzogin mit dem roten Stigma ihres ehelichen Leidens auf der weißen Haut ... der Herzog äußerlich mit seiner seinen, liebenswürdigen und weltmännisch überlegenen Art. innerlich . . . wer kannte ihn genau? Zielen schrieb den Schluß: „Genehmigen Euer Durchlaucht mit meinen aufrichtigen Wünschen für Ihre Durchlaucht, die Frau Herzogin, und Sie den Ausdruck herzlicher Dankbarkeit für die in Fhrem Haufe genossene Güte und die Versicherung meiner vorzüglichsten Hochachtung, womit-" Wie eine Feder schnellte Zielen plötzlich auf. Tinten- ipritzend flog der Federhalter auf die Schreibtischplatte. Mark- und beinerschülternd gellten Schreie durch die Stille. Frauenschreie . .. Not- und Schmerzensschreie ... Wahnsinnsschreie . . . Sie rissen wie klingenscharfe, wehe Messerschnitte durch die Einsamkeit der langen Zimmerflucht . . . ferne erst . . . näher, immer näher . . . gehetzt, gepeitscht, gejagt ... in wilder, angstgespornter Flucht . .. bohrten sich mit blutroten, tiefen Wunden in Herz und Hirn . . . zerschnitten alle Nervenstränge. Die Herzogin . . . Leuchtend blonde Haare wirr gelöst . .. rostbrauner Samt an Hals und Schultern von der Haut gerissen . . . zarter Spitzenwirrwarr aus den Kleiderwunden . . . Frauenhaut, die an Weiße nicht zu überbieten war, blutrot gepeitscht. Und Schreie . . . Schreie wie aus einer anderen Welt. Und in den schönen, Uesen Enzianaugen die Angst . . . und Wahnsinn- Als Zieten vor dem Höllenbrueghel, das sich plötzlich vor ihm auftat, zur Besinnung kam, lag die Herzogin von Hohen- astenberg zu seinen Füßen . . . umkrallte seine Knie . . . geiferte vor Angst. An der Türnische vor dem Kelim stand der Herzog . . . Fremd, anders, als ihn Zieten kannte. Ohne Maske. Ein Menfchentier, dem der Blutdurst schäumend von den Lefzen troff. Ein Raubtier, dem die Giei, zu reiße» und zu morden, aus den Augen blickte. Menschenähnlich allein durch den modisch eleganten Straßenanzug . . . durch das Attribut des Menschen, der sonst wilde Tiere bändigt: die gedrehte Ril- pferdlederpeitsche. Die Peitschte schlenkerte in seiner Hand. „Häh . . . Sie wünschen hier?" Blut- und Wutaugen bohrten sich in Zieten. „Vorerst wird es nötig sein, die Frau Herzogin zu schützen." „Scheren Sie sich raus — Sre Kindskopf. Christa Herl" Die Entladung der überhoch gespannten Atmosphäre entwickelte sich blitzschnell. Mit vier langen Schritten hatte der Herzog den Zwischenraum durchquert. Zieten war mit Sekundenschnelle vor die Herzogin gesprungen. Die Nilpferdpeitsche des Herzogs holte aus. Sie sauste Zieten mitten durchs Gesicht. Ein Wutschrei des Getroffenen. Ein Griff rechts seitwärts nach dem Arbeitstisch. Die lange blanke Schreibtischschere funkelte in Zielens Hand. Ehe sie ihr Ziel erreichen konnte, war Hohenaftenberg zurückgesprungen. Vor Zleren urplötzlich die Mundung eines Tafchenbrowmngs. Ein kurzer, scharfer Knall. Zieten fühlte in der linken Schulter einen feinen Schmerz — ein Brennen, das er kannte Ihm wurde schwach . . . Nebel stiegen jäh vor seine Augen. Er stützte sich am Schreibtisch. Die Knie knickten ein. Sie hielten nicht mehr. Der Körper sackte auf den Teppich. Mit zäher Energie lehnte das Bewußtsein sich gegen ein Hinüberdämmern . . . eine Ohnmacht auf, die es nehmen wollten. Wilde Angst, die Kranke den Fängen dieses Raubtieres ohne Schutz zu lassen, wehrte sich verzweifek gegen kör» perliche Schwäche. Er richtete sich auf und fiel zurüch Stierte . . . geiferte und sank zusammen. Die letzten Regungen des Bewußtseins nahmen Frauenfchreie... nackt«, weihe Schultern ... Peitschenklatschen . .. blutrote Striemen in den Schlaf. Und das Aufbäumen eines halb entblößten Frauenleibes und das Ringen zweier Körper und einen scharfen, knallartigen Riß, der durch das Toben ging. Den zweiten Schuß- Als Zieten nach kurzer schwerer Ohnmacht zur Besinnung kam, traf sein Blick als ersten Gegenstand die Wanduhr. Halb sieben . . . Morgens . . .? Abends . . .? Wo war er denn? Irgend etwas Scharfes druckte seinen Kopf. Ein brennend heißer Schmerz war in seiner linken Schulter. Die Finger faßten Blut. Der harte Gegenstand am Kopf war die scharfe Kante eines Schreibtisches. Er richtete sich mühsam aus. In dem matten Strahlen- kegel, den die Schreibtischlampe auf den Teppich warf, lag der Kopf des Herzogs Die Kiefer aufgeklappt. Die stieren Augen von verglastem Haß. Die Brust von einem Schutz zerrissen. Die Wunde faustgroß . . . schwarzrot. Reben sich die Peitsche. Unweit ein Frauenkleid, Rostbrauner Samt über schwarzen Seidenstrümpfen. Lackschuhe über schlanken Füßen. Zieten wälzte sich zur Seite. Er zog den Körper auf den Unterarmen vorwärts. Die Herzogin ... die Schultern halb entblößt . . . das Oberkleid zerrissen ... die Haut von blutroten Strieme» kreuz und quer durchfurcht. Das Gesicht totenähnlich. In der Frauenhand der kle ine Broyminn. Zieten schloß die Äugen. Dieder fiel ihn die ohnmachtsschwere Schwäche an. Ferne Bilder formten sich vor seinem Geist Rr. 241. Jahrgang 1927. »erbend des deutschen Handwerks, haben daher Veranlassung genommen, mit einer ausführlich begründeten Eingabe an den Reichsrat heranzutreten, der sich z. Zt. in erster Lesung mit dem Steuervereinheitlichungsgesetz beschäftigt. In der Eingabe wird erklärt, daß die Spitzcnverbände in der Anhörung der gesetzlichen Berufsvertretungen der Wirtschaftsunternehmungen bei Festlegung der Realsteuerzuschläge der Gemeinden ein wesentliches und wichtiges wirtschafts- und finanzpolitisches Erfordernis der Gegenwart und Zukunft erblicken. Es wird weiter darauf hingewiesen, daß gerade die jetzigen Verhältnisse ein enges Zusammenarbeiten zwischen Gemeinden und Wirtschastsvertretungen -ringend erfordern. Die Eingabe tritt mit allem Nachdruck für die Erhaltung und folgerichtige Ausgestaltung der Anhörung der gesetzlichen Berufsvertretungen ein. Die Eingabe wurde zugleich Amtlichen in Frage kämmenden Parlamentariern sowie den zuständigen Behörden des Reichs und der Länder zugestellt. Das Ziel der Regensburger Beschlüsse. München, 30. Nov. Die Bayrische Volksparteikorrespondenz Veröffentlicht heute abend den Wortlaut der Regensburger Vereinbarungen zwischen Zentrum und Bayrischer Dolksp ortet, nachdem am heutigen Tage der Reichsvorstand der 3 ent rum spartet in Berlin das Abkommen gebilligt hat. Die Vereinbarungen find unterzeichnet von Reichskanzler Dr. Marx und von dem Landes- »orfitzenden der Bayrischen Bolkspartei. Speck. In der Einleitung wird gesagt, daß das Endziel der Vereinbarungen die politische Einigung beider Part ien sei. lieber das parlamentarische Zusammenarbeiten der Fmktionen wird bestimmt, daß die Fraktionen zwar selbständig bleiben, daß jedoch bei wichtigen Fragen gemeinsame Sitzungen der Fraktionen und d:r Borstände vorzusehen sind. Zwischen der Landtagsfraktion der Bayrischen Bolkspartei und den Zentrumsabgeordneten im bayrischen Landtag, die bis jetzt der Freien Bereinigung angehörten, wird eine engere Fühlungnahme bestimmt. Zur Regelung der Beziehungen der Parteiorganisationen und der Parteipresse in der Pfalz, wo ja bekanntlich der schärfste Kampf zwischen beiden Parteien tobte, werden beide Parteivorstände verpflichtet, in Achtung des gegenseitigen Besitzstandes auf ein friedliches Zusammenarbeiten hinzuwirken. Gemeinsame Organisationen in der Pfalz werden in den Richtlinien empfohlen, ein Ausschuß beider Organisationen zur Pflege des Derftänoigungsgedankens wird eingesetzt. In diesen Ausschuß entsenden beide Parteien die gleiche Bertreler- zahl. Weitere Bestimmungen befassen sich mit dem Zusammenarbeiten in den kommunalen Verbänden. Bezüglich des rechtsrheinischen Bayerns wird zum Eintritt der Zentrumsorganifationen, soweit sie bis jetzt bestehen, in die Bayrische Bolkspartei aufgefordert. Was die bevorstehenden Reichstags- und Landtagswahlcn angeht, wird für die Pfalz ein loyales Zusammenarbeiten verlangt. Bei diesen politischen Wahlen werden die gemeinsamen Listen für die Landtagswahlen das Kennwort tragen: „Bayrische Bolkspartei mit den Wahloorschlägen der Zentrumspartei", für die Reichstagswahl lautet das Kennwort: „Zentrum mit den Wahlvop- jchlägen der Bayrischen Volkspartei". Im Wahlkampf wird die Presse beider Parteien die gemeinsamen Wahlvorschläge der Bayrischen Bolkspartei und des Zentrums veröffentlichen. In der Kandidatenauswahl find beide Parteien selbständig. Ferner finde» wir noch die Bestimmung, daß im rechtsrheinischen Bayern bei der Reichslagswahl ein dem Zentrum nahestehender Kandidat an aussichtsreicher Stelle nominiert werden muß. Weitere Bestimmungen befassen sich mit einer Zusammenarbeit in einem gemeinsamen Presseausschuß beider Parteien. Wenn zwei dasselbe Inn. , .Früher em Fortschritt, heute ein Rückschritt" Paris, 26. Nov. In der gestrigen Nachmittagssitzung der Kammer brachte der elsässische kommunistische Abg. Huber eine Interpellation ein. dir sich auf die Diktatur der Regierung im Elsaß und Lothringen bezog und in der der Regierung vorgewvrsen wird, daß sie die Sitten und Gebräuche im Elsaß namentlich bezüglich der elsässischen Mundart nicht achte. Der alsässische sozialistische Abg. Weil! erklärte ein« Sonderaussprache über das elsässische Problem für notwendig, betonte aber, daß di« sozialistische Partei sich nicht einer Politik anschließen wolle, die sich im Elsaß zu einer Helfershelferin der autonomistischen Bewegung gemacht habe. Auf den Einwurf von Huber, daß Weill ja mit Peirotes zusammen zurzeit Deutschland Autonomist gewesen sei, antwortete Ministerpräsident Poincare: Bor dem Kriege war das ein Fortschritt, heute würde es ein Rückschritt (!) sein. Weill fuhr fort: Wir widersetzen uns der Autonomie, weil wir die Gleichheit mit allen Bürgern der Republik fordern. Die Autonomie ist nicht nur eine Gefahr und ein Verbrechen gegen die nationale Einheit, sondern auch eine Gefahr für den Frieden der Welt und deshalb das schlimmste, was eine Partei verlangen kann. Die Interpellation Huber wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Wie der „Temps" aus Straßburg meldet, ist es Baron Zorn Klaus von Bulach gelungen, eine Flugschrift herauszubringen. „Die Zukunft" hat in der kommunistischen Druckerei eine Sondernummer Herstellen lassen, die sie nachts vor den Türen vieler Häuser njeder- legcn ließ. Die Stadt Hoboken verlangt Steuern für die ehemals deutschen Kaianlagen Newyork, 30. Nov. Die Stadt Hoboken übermittelte dem Präsidenten Cooliöge eine eingeschriebene Aufforderung zur Zahlung von 271 000 Dollar Steuern, die der Staat Hoboken für die früher im Besitz der Hapa bezw. des Norddeutschen Lloyd befindlichen Kaianlagen schuldet. Die Stadt Hoboken hat ihre Forderung bis Ende Dezember befristet, widrigenfalls die Anlagen zwangsweise versteigert werden sollen. Der Norddeutsche Lloyd, die Hapag sowie das Amerikanische Schiffahrtsamt erhielten ähnliche Benachrichtigungen. Aeubildnng der rumänischen Regierung erst nach der Genfer Tagung? Paris, 80 . Nov. Nach einem „Matin"-Telegramm aus Bukarest sind auch die Aussichten Titulescus, eine Regierung der nationalen Einigkeit zu bilden, gering. Falls cuch dieser Versuch mißlingen sollte, mit der Nationalen Bauernpartei zu einer Einigung zu gelangen, werde vorläufig nur eine Umbildung der Regierung erfolgen. Titulescu werde bas Auswärtige Amt behalten, sich sofort nach Genf begeben und nach seiner Rückkehr erneut mit der Bauernpartei verhandeln. Letzte Telegramme in Kürze. Bei einem Mauereinsturz in Chicago wurden zehn Personen unter den Trümmern begraben. Man befürchtet, daß fie sämtlich ums Leben gekommen sind. In einer Kirche bei Wilna kam es im Zusammenhang mit dem polnisch-litauischen Konflikt zu einem Zwischenfall. Der deutsche Delegierte, Graf Bernstorff, für die Abrüstungskonferenz hat am Montagabend Litwinow einen Besuch abgestattet. Professor Dr. Ludwig Curtius von der Heidelberger _ Skt Landbotc * Sinsheim« Seil««. _ Universiät ist au das deutsche Archäologische Institut in Rom berufen worden. Die englische Delegation für die vorbereitende Abrüstungskonferenz ist gestern vormittag in Genf eingetroffen. Die Beratungen der Abrüstungskommission beginnen heute vormittag 11 Uhr. Allgemein wird damit gerechnet, .daß die Verhandlungen der Abrüstungskommission voraussichtlich bis Mitte nächster Woche dauern werden. Im Hamburger Spritschmuggclprozetz wurden neben Gefängnisstrafe» in die Millionen gehende Geldstrafen verhängt. Mischer LanM Sitzung des Rechtspflegeausschusses des BaLijche» Landtages. Karlsruhe, 30. November. Ter Rechtspflegcausschuß trat gestern zu seiner ersten Sitzung zusammen. Zur Behandlung standen eine Reihe von Gesuchen sowie der vorliegende Gesetzentwurf über die Vereinigung des Hauptortes Andelshofen mit der Stadtgemeinde Ueberlingen. Ein von volks- parteilicher Seite gestellter Antrag über eine endgültige gesetzliche Regelung 'des Pachtschutzes wurde auf Verlangen der Antragsteller selbst auf unbestimmte Zeit zurückgestellt. Ein Gesuch des Württembergischen Frontkämpferbundes, das sich für die Erstellung des Reichsehrenmals auf der Rheininsel Lorch einsetzt, wird durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Das Gesuch des Verbandes badischer und pfälzischer Kleingarten- und Gartenbauvereine, in dem Klage darüber geführt wird, daß die badischen Städte nicht genügend Verständnis für die wirtschaftliche und gesundheitliche Bedeutung des Kleingartenwesens zeigen, und in dem eine Reihe Forderungen aufgestellt werden zur Förderung der Kleingärten, wird der Regierung empfehlend in dem Sinne überwiesen, daß eine dauernde Förderung des Kleingartenwesens soweit möglich gesichert wird. Der Zentralverband der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands beschwerte sich in einem Gesuch über angebliche Zurücksetzung der Sozialrentner gegenüber den Kleinrentnern bei der Einrechnung des Arbeitsverdienstes. Dieses Gesuch wurde durch die Maßnahmen der Reichsregierung für gegenstandslos erklärt. Derselbe Zentralverband wünscht einheitliche Festlegung der Richtlinien für die Bewilligung von Unterstützung in allen Bezirksfürsoigeverbänden und eine der Teuerung entsprechende Erhöhung der Sätze. Der Ausschuß erkannte an, daß eine Anpassung an die Teuerung wünschenswert ist. Das Gesuch wird der Regierung in diesem Sinne zur Kenntnisnahme überwiesen. — Der Gesetzentwurf über die Bereinigung des Hauptortes Andelshofen mit der Stadtgemeinde Ueberlingen wird vom Ausschuß einstimmig angenommen. Proteftversammlung der Auslandsgeschädigten gege« die Berschleppuug des Entschädigungsgesetzes zugunsten der im Auslaub geschädigten Julandsdeutsche«. Karlsruhe» 30. Nov. Am Montag abend hielten der Bund der Ausländsdeutschen, der Hilfsbund für die Elsaß-Lothringer und die Bereinigung der aus Elsaß-Lothringen verdrängten Handels- und Gewerbetreibenden im Eintrachtsaal eine sehr zahlreich besuchte, große öffentliche Protest- Bersammluug ab. Unter den Anwesenden sah man eine Reihe Abgeordnete des badischen Landtags von verschiedenen Parteien, einen Vertreter des Innenministeriums, Reichs- tagsabgeorünete und Vertreter verschiedener Handelskammern. Die Versammlung wurde von Rechtsanwalt Dr. Schweizer geleitet, der erklärte, daß sie auf Aufforderungen, die aus den Kreisen der Geschädigten kamen, hier veranstaltet wurde Als Vertreter des Hilfsbunöes für die Elsaß- Lothringer sprach Herr Rothmaier-Karlsruye über „Die Unzulänglichkeit des Entwurfs des Reichsfinananzministeri- ums", indem er betonte, daß man es beim Tawesgutachten unterlassen habe, die Entschädigungsfragen entsprechend zu erörtern und zu regeln. Der Entwurf berücksichtigte bei weitem nicht die dringendsten Wünsche der Geschädigten, da es nur eine Milliarde und dreißig Millionen als Entschädigung vorschlägt. Im Entwurf sind die eigentlichen Kriegsschädigen, die Entschädigung für den Geschästsfond und Schäden bis zu 2000 Mark nicht vorgesehen. Nur die Währungsschäden sind einigermaßen berücksichtigt, die Prozentsätze jedoch überall zu niedrig. Ebenso sind die Zuschläge zu gering bemessen und ist der Begriff der Entwurzelten zu eng gefaßt. Als zweiter Redner sprach Herr Bilabel aus Pforzheim vom Bund der Auslanddeutschen, und zwar über „Die Verschleppung des Schlußgesetzes". Er verurteilte vor allem, daß u»n die Jnflationsgeschäöigten vor den Ausländsdeutschen entschädigt hat, die doch früher geschädigt wurden. Auch die Rnhrgeschädigten gingen vor, weil die Industrie eine Macht bedeutet. Verwerflich sei, daß man den Amerikaner Hilpert zu Hilfe gerufen hat, während Amerika uns noch bis heute bestohlen hat. Die deutsche Wirtschaft könne nur mit dem Außenhandel gehoben werden. Den Geschädigten soll ein Schein gegeben werden, auf Grund dessen sie ihre Ansprüche auch später noch stellen können, wenn die Möglichkeit ein- treten würde, bis 100 Prozent zu entschädigen. Während einige feindliche Länder entschädigt haben, fehlt im Finanzministerium Deutschlands der gute Wille, zu entschädigen vor allem bei den betreffenden Referenten dort, die nicht wissen, was es heißt, alles verloren zu haben, denn ihr Einkommen ist sicher. Die Ausländsdeutschen wollen anfbauen helfen am Wiederaufbau des deutschen Reiches. Sie fordern Recht für alle. Die Versammlung faßte eine Entschließung, in der eine endgültige Regelung der Kriegsbeschädigtengesetzgebung im Sinne der maßvollen Vorschläge der Arbeitsgemeinschaft und in einer Form, die den Geschädigten den sofortigen Wiederaufbau ihrer Existenz ermöglicht, gefordert wird. Ferner wird der Reichspräsident gebeten, den Reichstag nicht eher aufzulösen, bis das Entschädignngsgesetz erledigt ist. Aus Rah und Fern. A Sinsheim, 30. Nov. (Bortrag.) Wir machen heute noch einmal auf den Hausfrauen-Bortrag des Herrn Oberingenieur Peters, Berlin über „Die Elektrizität im neuzeitlichen Haushalt", der heute Abend 8 Uhr im Saale des Gasthauses zum „Löwen" stattfindet, besonders aufmerksam. Näheres siehe im Inseratenteil. t Sinsheim, 30. Nov. (Aus der kath. Kirche.) Das Erzbischöfliche Ordinariat hat angeordnet, daß am zweiten Adventssonntag in der Predigt auf die Notwendigkeit und die Pflicht der Missionshilfe in eindringlichen Worten hingewiesen wird. Gleichzeitig soll beim Gottesdiciist eine Kollekte für den Allgemeinen Glaubensverein abgehalten werden. Weiter wird darauf verwiesen, daß nach einem Beschluß der Fuldaer Bischosskon- ferenz in de» Gemeinden der Franziskus-Xaoerius-Misstonsveretn eingeführt werden soll. hip Sinsheim, 30. Nov. (Keine neue Gebührenerhöhung bei der'Reichspost). Zu den in der Oeffentlichkeit wiederholt aufgetretenen Gerüchten über eine bevorstehende neue Gcbührene«» Höhung bei der Reichspost, teilt das Reichspostministerium mit, daß eine neue Gebührcnerhöhuug von chm nicht beabsichtigt und auch nicht veranlaßt ist. ! _ Mittwoch, den 30. November 1927. * Sinsheim, 30. Nov. (Falsche 20 Mark-Scheine.) Nach langer Pause taucht jetzt wieder in Berlin Falschgeld auf. Eine Fälschung der 20 Mark-Reichsdanknoten ist in Umlauf, die von einer Bande hergestellt wird, die sich bisher allen Bemühungen der Polizei zum Trotz nicht fangen ließ. Im Widerspruch mit der Geschicklichkeit, mit oer die Fälscher Vorgehen, steht die geradezu naive schlechte Ausführung der gefälschten Noten, die eigentlich schon bei oberflächlicher Prüfung als Falsifikate erkannt werden müßten. Dennoch tauchen die gefälschten Scheine zahlreich im Handel auf, nicht nur in Berlin, sondern auch in Mitteldeutschland, Bayern, Sachsen und in den Nordseestädteck- Die Noten sind im Buchdruckverfahren hergestellt, die Fälscher anscheinend in Berlin ansässig. § Sinsheim, 30. Nov. (Fürsorgcunterstützung). Vom Zentralverband der Arbcitsinvaliden und Witwen Deutschlands, Gau Baden, wird uns msigeteilt, daß die eben erwähnte Gauleitung an den badischen Landtag eine Eingabe gerichtet hat, nach welcher den Sozialrentnern (FUrsorgeunlerstützungsempfünger) eine einmalige Winterbeihilfe bewilligt werden fall. In der Begründung heißt es u. a„ daß die besonders in den letzten Monaten gesteigerte Lebensverhältnisse, als auch die ab 1. Oktober 1927 in Kraft getretene Mietpreiserhöhung eine außerordentliche Verschlechterung in der Lebenslage der Sozialrentner eingetrelen ist. Diese Kreise sind auf Grund ihres sehr geringen Einkommens mit monatlich bis 30—40 Mark nicht in der Lage auch nur die allergeringsten Ausgaben für Heizungsmaterial zu machen, garnicht zu reden von einer sehr oft notwendigen Anschaffung für Bekleidungsstücke und Schuhe. Aus diesem Grunde ist es notwendig, daß der badische Landtag Mittel bereit stellt für eine einmalige Winterbeihilfe, um so die Sozialrentner (Fürsorgeunterstützungsempfänger) in die Lage zu versetzen, in ihren alten Tagen nicht eine kalte Weihnachten erleben zu müssen. o°i> Sinsheim, 29. Nov. (Das 14. Deutsche Turnfest 1928 in Köln.) Bor einiger Zeit schickte die Geschäftsstelle für das 14. Deutsche Turnfest 1928 in Köln die Bordrucke für die Anmeldungen zum Fest hinaus. Bereits heute steht fest, daß die Anteilnahme im Reich beängstigend groß wird. Bon den 13000 Vereinen der Deutschen Turnerschast haben bereits jetzt 3000 ihre Meldungen für 90 500 Mann abgegeben. Das entspricht einem Durchschnitt von 20 v. H. der Mitglieder der Vereine. Sollten die Meldungen weiter in diesem Ausmaße erfolgen, dann haben wir im Juli die riesenhafte Zahl von über 400000 Festteilnehmer zu gewärtigen. Es ist jedoch anzunehmen, daß der erste Ansturm der stärkste ist und daß die anderen Vereine sich weniger rege beteiligen werdet. Immerhin ist mit Sicherheit jetzt bereits damit zu rechnen, daß die Teilnehmerzahl das zweite Hunderttausend bei weitem überschreite» wird. □ Ehrstädt, 30. Nov. (Beisetzung.) Am Sonntag erfolgte in der Schloßkapelle zu Neuhaus die feierliche Beisetzung der Freiin Henriette von Degenfeld. Sie war die einzige Schwester des im Jahre 1921 verstorbenen Freiherrn August von Degenfeld. Mit der Heimgegangenen ist die letzte Trägerin des Namen der Freiherrn von Degenfeld zur Gruft ihrer Väter gegangen. Ihre Kindheit verlebte sie auf dem benachbarten Eulenhos, wo sie am 2. Juni 1854 das Licht der Welt erblickte. Den Schulunterricht genoß sie in Karlsruhe, wo sie auch konfirmiert wurde. Bon 1890 ab wohnte sie auf Schloß Neuhaus bis zu ihrem Tod. Nur in den Jahren 1902—1919 war sie in einem Damenstift in Oberlahnstein. Zur Beisetzung waren viele Hunderte von nah und fern herbeigeeilt. Unter der unübersehbaren Zahl der Kränze waren auch solche vom Pfarrhaus, von der Gemeinde und vom Frauen- verein Ehrstädt. Der Gesangverein trug ein dem Ernst der Stunde Rechnung tragendes Lied vor. Der Geistliche schilderte die Entschlafene als ein Kind unserer Heimat, als eine echte Deutsche, als ein treues Glied der evangelischen Kirche, als ein Golteskindi. Als ein solches erlebte sie den Höchsten als den Hort der Gerech- tigkett, des Rechts, der Wahrheit, der Güte. Darum konnte sie auch diese wesentliche Züge ihres Gottes den Mensch », den Verhältnissen, dem Vaterland, der Kirche gegenüber zur Darstellung bringen. So lebt Freiin Henriette von Degenfeld, die Letzte eines alten, ruhmreichen, Heimattreuen, yht deutschen, treu evangelischen Adelsgeschlechts für die Nachwelt in der Erinnerung fort als ein Vorbild des Rechts, der Gerechtigkeit, der Wahrheit und der Güte. oo Untergimpern, 30. Nov. (Bolksveretnsverfammlung.) Der Stadtpfarrer Kreuzer aus Waibstadt beehrte uns am Sonntag mit einem Bortrag im Gasthaus zum Adler über die Entstehung unserer Erzdiözese über die damaligen Verhältnisse in Kirche und Staat und über die 100 jährige Kirche und Geschichte der Erzdiözese. Alles lauschte mit gespannte Aufmerksamkeit den Worten des Redners, es ist nur schade, daß so mancher Mann und Jüngling dieser Versammlung sernblieb und diesen so lehrreichen Dortrag nicht mit anhörte. Dafür waren die Frauen umso stärker beteiligt. Reuhartshausen, 30. Nov. (Der Ncckartalsängerbund) hielt am Sonntag unter dem Borsitz des Stadlrates Spohr (Eberbach) hier seine Generalversammlung ab. Anstelle des aüsscheidenden Gauschristführer Fr. Huber-Eberbach wurde Rechtsanwalt Dr. Müiler-Eberbach gewählt. Beschlossen wurde im Mai 'des kommenden Jahres in Waldbatzenbach bei Eberbach ein Preissingen des Gaues zu veranstalten. Die nächstjährige Tagung findet in Weisdach b. Eberbach statt. — Mühlhausen, 28. Nov. (Das Eäcilienfest.) Am Sonntag feierte die hiesige Gemeinde das Patroziniumsfest. Die Ortsheiligs ist die heilige Cacilia. In der kirchlichen Feier trug der Cäcilienverein unter seinem Dirigenten Oberlehrer Lämmlein geistliche Lieder vor. Die Bernhardushalle sah am Abend eine glänzende Theateraufführung, der es an Besuchern nicht fehlte. --- Heidelberg, 30. Nov. (Selbstmord.) Gestern nachinittag fand ein Student neben dem Königstuhlturm die Leiche eines etwa 21 jährigen Mädchens, das sich kurz zuvor von dem Turm herabgestürzt haben mußte. Oben auf dem Turm fand man den Hut und die Handtasche der Unglücklichen. Die Tasche enthielt 30 Mark Bargeld sowie Papiere, aus denen hervorgging, daß es sich um eine in der Theaterstraße wohnende Studentin der Philosophie handelte, die vermutlich direkt vom Kvlleg auf den Königstuhl ging. Die sofort verständigte Kriminalpolizei veranlaßte die Ueberführung der Toten sowie die weiteren Untersuchungen über den Beweggrund der Tat. — Es ist dies nun innerhalb weniger Jahre schon der 5. Selbstmord durch Sprung vom Königstuhlturm. = Schwetzingen, 30. Nov. (Nächtlicher Ueberfall.) In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde ein in der Auguftastraße wohnhafter Maiin in der Auguftastraße von drei Leuten überfallen. Der Ueberfallene erhielt mehrere Messerstiche in den Kopf und mußte sich noch in der gleichen Nacht, nach Anlegung eines Not- verdandes durch ein Mitglied der Freiwilligen Sanitätskolonne in ärztliche Behandlung begeben. — Mannheim, 30. Nov. (Der Rattenkrieg.) Das Ergebnis der diesjährigen Rattenvertilgung wird als befriedigend bezeichnet. Im Durchschnitt wurden von den auf rund 500 Grundstücken ausgelegten rund 21000 Gistbrocken 45 Pwz. von den Ratten ausgenommen bezw. angefressen. Die' Zahl der auf diesen Grundstücken tot aufgesundenen Ratten betrug annähernd 700. Dazu kommt noch eine beträchtliche Anzahl won Ratten, die die Giftbrocken angesressen, sich in ihre Schlupfwinkel zurückgezogen haben und dort verendeten. Bemerkenswert ist, daß anläßlich einer früheren Raitenvertilgungsaktion es sich nach einigen Wochen Rr. 241. Jahrgang 1927. Der Landvolk * Siasheimer Zeiüuq. Mittwoch, den 30. November 1927. herausstellte, daß teilweise AbwasserKanäl« mit toten Ratten verstopft waren, die sich dorthin geflüchtet haben, als sie ihr Ende nahen fühlten. Die Nachvertilgungsaktion wird voraussichtlich Mitte Februar angeordnet. = Mannheim, 30. Nov. (Tod eines Löffelschluckers.) Ein 29 Fahre alter verheirateter Packer von hier hatte eine zweimonatige Gefängnisstrafe zu verbüßen. Um in das Krankenhaus zu kommen, hat er einen Löffelstiel verschluckt. Er muhte im Allgemeinen Krankenhaus operiert werden, ist aber am 25. Nov. infolge eingetretener Bauchfellentzündung gestorben. ** Fahrna« bei Schopfheim, 30. Nov. (Tödlicher Unfall.) Am Montag waren einige Arbeiter damit beschäftigt, das Holz aus dem Gemeindewald zu Tal zu führen. Sie verloren die Gewalt über den Holzschlitten, wodurch der Arbeiter Bechtel von hier so unglücklich an einen Baum gedrückt wurde, daß der Tod auf der Stelle eintrat. ** Schopfheim, 80 Nov. (Kündigungen in der Textilindustrie.) In der Spinnerei Zell-Atzenbach A.-G. und t« der Baumwollweberei Bogelbach in Schopfheim haben die Textilarbeiter gestern ebenfalls di- Kollektivkündigung eingereicht. Weitere Kündigungen sollen noch bevorstehen. ** Hofweier bei Lahr, 30. Nov. (Tödlicher Unfall.) Am Sonntag nacht wurde ein hiesiger Bürger von einem Auto erfaßt und verunglückte dabei tödlich. Der Autobesitzer konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. ** Todtnau. 30. Nov. (In oen Zug gelaufen.) Auf der Station Schlechtnau im hinteren Wiesental lief der taubstumme Arbeiter Otto Bernauer dem Arbeiterzug der Wiesentalbahn direkt in die Maschine hinein. Er wurde zur Seite geschleudert und erheblich verletzt. Das Personal der Lokomotive hatte noch versucht, den Zug zum Halten zu brin» gen, was aber nicht gelang. Furchtbares Familiendrama in Brettheim in Württemberg. Stuttgart, 30. Nov. Der Oberlandjäger Erhardt, der seine Ersparnisse ausgeliehen hatte, sie aber als verloren betrachten mußte, tötete seine im Bett liegende Frau, sowie sein Kind durch Erschießen. Hierauf schrieb er einen Abschiedsbrief und setzte seinem Leben auf einem Stuhl vor dem Bett seiner Frau sitzend durch einen Kopfschuß ein Ende. Schiffsuusülle iufolge Nebels. Berlin, 30. Nov. Infolge des immer noch anhaltenden Nebels geriet einer „B. Z."-Meldung aus Hamburg zufolge der französische 12 000-Tonnenöampfer „Docteur Pierre Bertolt" auf der Unterelbe auf Grund. Auch verschiedene andere Dampfer haben Unfälle erlitten. Renes Filmverbot im besetzte« Gebiet. Koblenz, 30. Nov. Nach einer Mitteilung des Reichskom- mtffars für die besetzten Gebiete hat die Interalliierte Rheinlandkommission den Film „Das Feldgericht von Gorlice" für bas besetzte Gebiet verboten. Erdbeben in der Herzegowina. Wien» 30. Nov. (Fnnkspruch.) Nach einer Blättermeldung aus Mostar wurde gestern nacht die Gegend zwischen Gacke und Popovo Polje in der Herzegowina von einem starken Erdbeben heimgesucht Der in einigen Ortschaften angerichtete Schaden ist ziemlich groß. Der Prinz von Wales znm xten Male gestürzt. London, 30. Nov. Der Prinz von Wales stürzte bei der Jagd kopfüber vom Pferde, ohne sich indessen zu verletzen. Schweres Eisenbahnunglück in Amerika. 6 Tote, 26 Verwundete. London, 30. Nov. Wie aus Toronto gemeldet wird, ereignete sich im Staate Ontario ein schweres Eisenbahnunglück. Der Expretzzug Montreal-Chicago stieß mit einem Güterzug zusammen. Sechs Personen wurden getötet und 26 verwundet. Bier Wagen des Expreßzuges entgleisten. Ein Wagen wurde durch Feuer völlig zerstört. Man befürchtet, daß sich die Zahl der Opfer noch erhöhen wird. As öahnarbeiier verschwel Graz, 30. Nov. Das „Grazer Volksblatt" meldet: Beim Bahndammbau Feldbach—Gleichenberg ereignete sich gestern um 548 Uhr nachmitags ein furchtbares Unglück. In der Nähe des Gasthofes „Taferl" waren Arbeiter mit dem Aufbau der Fundamente für eine Betonstützmauer beschäftigt. Plötzlich löste sich eine Erbmasse von 30 Kubikmetern los und verschüttete elf Arbeiter. Nach zweistündigen Rettungsar- beiten konnten die Verschütteten befreit werden. Acht von ihnen waren bereits erstickt und hatten mehr ober weniger schwere Verletzungen erlitten. Zwei weitere wurden schwer und einer leicht verletzt. Die Toten stamen alle aus der Umgebung des Ortes Gleichenberg. Mangelhafte Behölzung soll die Ursache des Unglücks sein. Die Toten wurden in die Totenhalle nach Trautmannsdorf gebracht. Im Lanse der heutigen Nacht wird eine Gerichtskommission an Ort und Stelle Erhebungen anstellen. Flugzeugabstürze in den U.S.A. Rewyork, 30. Nov. In Dallas im Staat Texas stürzte ein amerikanisches Militärflugzeug ab. Das Flugzeug ging in Flammen auf, die beiden Insassen kamen ums Leben. In der Nähe von Untontown in Pennsylvanien wurden neben halbgeöffneten Fallschirmen zwei Fliegerleichen gefunden. Bon dem Flugzeug fehlt noch jede Spur. Spielplav des SMifchm Theaters Heidelberg Donnerstag. 1. Dez. Ans. abds. iy t Uhr, Ende 11 Uhr. Porst, für die Freie Polksb. „Carmen". Oper in 4 Akten. Freitag, 2. Dez. Anf. abds. 8 Uhr, Ende 10y 2 Uhr: „Spiel im Schloß". Abonnement A 9. Eine Anekdote in 3 Akten. Samstag, 3. Dez. Ans. abds. 8 Uhr, Ende 10Vs Uhr: Por- stellung zu ermäß. Preisen (M. 0.50 bis MK. 3.—). „Adieu Mimi." Operette in 3 Akten. Außer Abonnement. Sonntag, 4. Dez. Anf. abds. 7i/ 2 Uhr, Ende 10 Uhr: „Don Pas- qualc." Kom. Oper in 3 Akten. Außer Abonnement. MIiIIiiIIiIIIINIIIiIiIilIIIIlIIIIIIIlIWIUIIIIIIlI«IIIIIIIIIIIWllIWIIIUIIIINI»IIIIIIII«IIIINIIIIIIIlII>IINIWU ü Eintritt freil Geheizter Saal! = Hausfrauen! Heule Abend 8 Uhr findet im Gasthaus zum „Löwen“ ein hochinteressanter Vortrag über das Thema: Die Elektrizität in Haushalt = statt. g= = Herr Oberingenieur Peters aus Berlin wird folgendes behandeln: = E= 1. Die Elektrizität als Helfer im Haushalt. W = 2. Die Elektrizität als Helfer der Hausfrauen anderer Länder. M = 3. Weshalb verwenden unsere deutschen Hausfrauen die Elektri- = M zität noch immer vereinzelt im Haushalt? £= = 4. Die Schwere des Berufs der Hausfrau. = Sj 5. Die Unterschätzung der Hausfrauenarbeit von den meisten §= S Ehemännern. EE S - 6. Die Elektrizität als „Mädchen für alles“. = == 7. Die Elektrizität als „selbsttätige Waschfrau“. S W 8. Die Elektrizität als Heilfaktor. sj = 9. Vorführung der gebräuchlichsten Apparate. j=j S 10. Der Back- und Bratapparat „Stromküche“, das elektrische 3 = Wunder, die neueste Erfindung auf hauswirtschaftlichem Gebiete. == ^ Dieser Vortrag behandelt eine ganze Reihe wichtiger Punkte, §j§ = die nicht nur für die Hausfrau, sondern auch für den Hausherrn, wie Sjj = auch für die heranwachsende Jugend, interessant und lehrreich sind. = S Wer also fortschrittlich denkt, versäume auf keinen Fall, diesen = = Vortrag zu besuchen. Jeder Besucher erhält ein Freilos und nimmt = = an der Verlosung elektrischer Gebrauchsgegenstände teil. =§ Ü Kostproben gratis I Eintritt froil f§ ( Rheinelektra | H Elektrizitätswerk Sinsheim. = liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiHHüniiiiiiimiii hffodh dh dhjfe dh dh dh 4 h dhdb Hb db ■ Atdh £ € ■€ •% ■€ -8 *€ ■€ Hg Spar- und Waisenkasse Sinsheim Oeffentliche Sparkasse mit Gemeindebiirgschaft Postscheckkonto 5492. Telefon Nr. 365. Wir nehmen Spareinlagen von t Mk. an zu zeitgemäßen Zinssätzen Die bis jetzt noch nicht vorgelegten alten Sparbücher wollen zwecks Eintragung des Aufwertungsbetrags abgegeben werden. I. A. &■ * Weihnachten in Vethel! In Leid und Dunkelheit der Erde hinein scheint das Licht des Kindes von Bethlehem. Auf dieses Licht, das Weihnachten aufs neue bringen soll, warten viele in unseren Häusern des Elends und der Liebe. Fast 500v Fallsüchtige, Gemütskranke und Heimatlose oller Art und aus allen Teilen Deutschlands beherbergen wir bei uns. Ihnen allen möchten wir gern eine kleine Freude bereiten. Wer hilft uns dabei mit? Jede kleinste Gabe ist uns willkommen, besonders Lebensmittel, Kleidungsstücke. vor allem solche für Männer, sodann Spielzeug, Bücher und Bilder. Auch Geldgeschenke, durch die wir Gaben der Liebe kaufen können, nehmen wir dankbar an. Je eher die Gaben in unsere Hände gelangen, desto willkommener sind sie uns! Allen Freunden von Bethel wünscht einen hellen Strahl des ewigen Weihnachtslichtes v. Bodelschrvingh P. Bethel bei Bielefeld, im Advent 1927. Postscheckkonto Hannover 1904. BRHfEIMODBItttnjflt ■ Direkte Verbindungen mit den ■| Deutschen Siedlungsgebieten || CLntcuiföüfeni Sclo Trangisco || do Sut und fdo (fremde t II QefoorraQende ReisegefeQenfoeiten | mit den beliebten Dampfern des NORDDEUTSCHEN LLOYD BREMEN Kostenlose Auskunft erteilt: Sinsheim: Georg Eiermann Ww., Eisenbahnstraße 344. Neckarbischofsheim s Max Jeselsohn, Hauptstraße 4, 3ur Weihnachtsbückerei fümtl. Backartikel frisch eingetroffen. Adolf Lichdi Telefon 338. j .. Prima Landbutter Pfund 1.90 A. Krell. ganz und zerteilt für die Weihnachtsfeicrtage empfiehlt Tel. 338. Adolf Lichdi Tel. 338. NB. Bestellungen nehme jetzt schon entgegen. Auf 1. Januar gut möbl. Zimmer in ruhiger Lage zu vermieten. (Neubau Waib- stadterstraße.) Zu erfragen unter Nr. 1263 beim Landboten. Fast neuen GehrMnziig für große, schlanke Figur, zu verkaufen. Zu er- ftagen unter Nr. 1260 beim Landboten. Deinstes Confectmeh! empfiehlt Adolf Lichdi Tel. 338. Ich möchte aufs Land ziehen. Wer vermietet Wohnung etwa 4 Zimmer u. Küche? Gefl. Angebote an Post, lagerkarte Nr. 13 Mannheim Hauptpost erbeten. fjjpfjjp fjjpfjp qprp qpf|3 ^ Manie—die Seele der GeWsts. Vertreter für Nähmaschinen, gegen gute Provision gesucht. Offerten beförd. unter NM. 787. Rudels Neffe, Naunheim. : Kmm«-«. Pogelschuz-Bereiu: ~ Sinsheim ■ 17., 18. u. 19. Dezember Z im Löwen saale ■ j Kanarien- unö ; j Logelschntz-Ansstellnig | ■ verbunden mit Kanarien mar kt. ■ Siemari-vfia wnhohflfi Jreisßn, bei tuis nichts. . ★ Gt'O’Sse Märidjs, beste Qualitäten sind wtaki ★ üedDdiist es ratsam ctiöMÄM Msiwteüfi bei, uns aus-- mnuim. ★ AUSZUö AUS DEM. .BERLINER TAGEBLATT^ NS 465 VOM mmhy la. Rindbox Herren-Schnürstlefel 10 cn Derbyschnitt und mit Besatz .... Mk. ■ Doppelsohliger tlj Mastbox Herren - Schnürstiefel 1 / .50 Boxcalf Herrenschnürstiefel 17 c ft Beliebte Paßform.Mk, * * *' ,u Boxcalf Herrenstiefel iQcn Rahmenarbeit •.Mk. Boxcalf Herrenstiefel pn cn 2 söhlig, Rahmenarbeit.Mk. Boxcalf Damenhalbschuh Mk. 9.50 Bequemer Frauenhalbschuh 1 fl sn für empfindliche Füße.Mk. Boxcalf Ballenhalbschuh 1 4 r n Damenhalbschuh 14 50 la. Rahmen-Arbeit, Boxcalf - - Mk. 18.50 * la. Chevreaux Damenhalbschuh 10 50 Rahmenarbeit . Schulte Otto Beck Hachf. Sinsheim a. E. Schristleitnng: H. Decker: Druck und Berlag: G. Beckersche Buchdruckerei in Sinsheim.