Erscheint ISglich «M Ausnahme der Feiertage. Bezugs-Prets: Vnrch viePost bezogen und durch den Briefträger und unsere Austräger frei ins Lau- monatlich Goldmark 1.20 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. Sn Fällen von höherer Gewalt »«steht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäft«,dH bi« 5 Uhr Sonntag- geschlossen. Jernsprech-Anschluß Nr. 480 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 6988 Der Lanöbote Sinshetmer General-Anzeiger für das s Zeitung faü enz-und Läuoarzbaelrtal HelteTt* und verbreitetste Leitung dL .. ^egend. I^aupt-Hnjeigen-Blatt tZISdttntliche Beilaaen! D«tit TfllnTtrltrt« • Ho» dem RriA der Made • Ratgeber tfir Raas- und CandwirtTd>aft A«zeig«»»Pr«y«: „eigen: Die 33 mm brt+s» Millimeter-Zeile 6 Goldpsg Itedlameu, Die 92 mm brew» Millimeter-Zeile 20 Goldpsg. Grundschrist im Anzeigen- um» Textteil ist Petit. 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Der Präsident des Rates der Volkskommissare, Rykow, hat kürzlich nähere Mitteilungen darüber gemacht. .Danach ist innerhalb der Opposition ein Zustrom von Elementen bemerkar geworden, die mit den früheren Sozialrevolutionären Verbindung haken und die gegen Stalin als „Führer der russischen Faschisten" agitierten. Sie wollten die Methode des Einzelterrors wieder aufseben lassen. Wie Rykow erklärt, soll jetzt gegen solche Pläne, auch wenn sie gesprächsweise bei Unterhaltungen auftreten, sofort mit Verhaftungen vorgegangen werden. 3m Nachlaß Joffes, der pelrzcilich beschlagnahmt wurde, ist übrigens das Statut eines „Roten Kreuzes" der Opposition gefunden worden, wo.mch die Mitglieder zur Unterstützung der aus der Partei ausgeschlosfenm Oppositionellen durch direkte Geldbeträge und durch Veranstaltung von Vorträgen gewonnen werden sollen. Bucharin hat ferner davon Mitteilung gemacht, daß die Propaganda der Opposition schon auf die Armee und Flotte überzugehen versuche. Die Mittelsperson dabei ist der frühere Flottenchef Sof. Die Propaganda gegen die Opposition ist übrigens der Mehrheit durch eine unvorsichtige Aeußerung des früheren Pariser Botschafters Rakowski erleichtert morden, der der Mehrheit Feigheit vorgeworfen hat, weil sie es bei wichtigen Anlässen vermieden habe, das Gewicht der Kriegsdrohung in die Wagschale zu werfen. Als solche Anlässe nannte Rakowski die Plünderung der russischen Gesandtschaft in Peking und die Forderung der französischen Regierung nach Abberufung Rakowskis. Beginn der Abrüstungskonferenz. Große Spannung vor Beginn der Tagung. Hosiuuuge« und Zweifel. Genf, 1. Dez. Das Völkerbundspalais zeigte gestern »»r Beginn der Tagung der vorbereitenden Abrüstungs- kommission ein auch für Genfer Verhältnisse ungewöhnlich belebtes Bild. Die internationale Prefle ist in außerordentlich großer Zahl vertreten, wie es selbst bei Ratstagungen bisher kaum der Fall gewesen ist. Das Eintreffen der einzelnen Delegationen im Völkerbundspalais, insbesondere das Erscheinen des neuen englischen Delegierten, Lord Cus- *chendun, des Nachfolgers Lord Cecils, sowie das Erscheinen der russischen Delegierten, die heute zum ersten Mal offiziell an einer Tagung des Völkerbundes teilnehmen, wird mit größter Spannung verfolgt. Von bekannten Persönlichkeiten sieht man den tschechoslowakischen Außenminister Dr. Benesch, den Präsidenten der vorbereitenden Abrüstungs- kemmission, Loudon» den Grafen Bernstorff, Paul Boncour und zahlreiche andere. Den heute beginnenden Berhand- lnngen steht man mit größter Erwartung entgegen. Im Mittelpunkt des Jntereffes stehen gegenwärtig ausschließlich die Anträge, die die sowjetrussische Delegation einbrin- gen wird. Allgemein wird angenommen, daß die Russen in kategorischer Form eine weitgehende Abrüstung, wie es heißt bis zu fünfzig Prozent des gegenwärtigen Rüstungsstandes, sowie Einführung des Milizsystems nach sowjetrussischem Muster fordern werden. Ferner sollen die Russen die Absicht haben, auf dem Gebiet der Sicherheitsgarantien den Abschluß von Nichtangriffsverträgen nach .dem Muster der zwischen Rußland und den Nachbarstaaten abgeschlossenen Abkommen vorznschlagen. Die sowjetrussischen Anträge werden aller Voraussicht nach auf eine einheitliche, wohl ablehnendeHaltung der englischen, französischen und italienischen Delegationen stoßen, die keinerlei Anträge zur Diskussion stellen lassen wollen, welche über die Tagesordnung hinausgehen. Wie von französischer Seite verlautet, wird sich die französische Delegation einer sofrtigen Einberufung der Abrüstnngskommission zu einer neuen Tagung nicht wiedersetzen. Man verlangt jedoch, daß der neue Sicherheitsausschuß gleichzeitig mit der Abrüstungskommission einberufen wird und seine Arbeiten parallel mit der Abrüstungskommission führt. Dieser Standpunkt der französischen Delegation wird voraussichtlich die Unterstützung zahlreicher anderer Delegationen finden. Man neigt infolgedeffen jetzt vielfach der Ansicht zu, daß die Verhandlungen bis Ende dieser Woche zu Ende geführt werden können. Dagegen vermutet man, daß die Sitzung des Rates mindestens vierzehn Tage dauern wird. Paul Boncour, der heute vormittag hier eingetrofsen ist, wird voraussichtlich Briaud im Rat vertreten, der nach Abschluß der polnisch-litauischen Verhandlungen im Rat wieder nach Paris zurückkehren wird. Die Eröffnungssitzung Genf, 1. Dez. Tie Tagung der vorbereitenden Abrü- stnngskommissivn wurde gestern vormittag durch den Präsidenten Loudon eröffnet. Am Verhandlungstisch hatten neben der schwedischen Delegation die vier russischen Delegierten und der Generalsekretär der Delegation, Stein, Platz genommen. Nach den üblichen photographischen Aufnahmen begrüßte der Präsident in einer kurzen Eröffnungsrede die Delegationen und wies daraufhin, daß die Zahl öer Delegationen sich seit der Märzsession erhöht habe. Tie zwei neuen Ratsmitglieder Canaba und Kuba nehmen jetzt an den Verhandlungen teil. Tie beiden ausgeschiedenen Ratsmitglieder Belgien und die Tschechoslowakei sind auf Wunsch des Rates in der Kommission vertreten. Der Präsident gab seinem lebhaften Bedauern über das Ausscheiden Lord Robert Cecils und des Senators Brouckere Ausdruck und begrüßte sodann den neuen griechischen Delegierten Politis. ferner mit besonderen Worten die an der Tagung heute zum ersten Male teilnehmenden russischen Delegierten. Präsident Loudon betonte sodann nachdrücklich, daß die Abrüstungsverhandtungen jetzt in eine neue Phase treten. Er hoffe, daß wie bisher in fruchtbarer Zusammenarbeit die Herabsetzung der Rüstungen progressiv gefördert werde. Er betonte, daß nur eine progressive Beschränkung der Rüstungen gestützt auf gegenseitiges Vertrauen erreicht werden könnte. Tie Hauptaufgabe der Kommission sei diesmal, entsprechend den Beschlüssen der Bölkcrbundsversammluug, die Einsetzung eines besonderen Sicherheitsausschufles. Dieser Ausschuß werde die Aufgabe haben, die bereits durch den «Pakt von Locarno eingeleitete Schaffung neuer Sicherheitsgarantien auszubauen. Die Kommffsiou werde dann das Datum für die fünfte Session der vorbereitenden Abrüstungskommission festsetzen. Die Arbeiten des Sicherheitsausschusses könnten parallel mit denjenigen der Abrüstungskommission laufen. Die Kommission werde auch das Datum für den Zusammentritt des Sicherheitsansschusses festzusetzen haben. Zum Schluß richtete der Präsident einen Appell an die Regierungen und an die Presse, in den gegenwärtigen ernsten Tagen sich der großen Aufgaben bewußt zu sein, die sie am Werke der Abrüstung zu erfüllen hätten. Er warnte vor zu weitgehenden Hoffnungen in Bezug auf eine baldige Durchführung der Abrüstung, die nur schwere Enttäuschungen nach sich ziehen könnten. Die Kommission wählte sodann ohne Debatte auf Vorschlag des Präsidenten Loudon den griechffchen Delegierten Politis zum Vizepräsidenten der Kommission. Hierauf trat die Kommission in die Diskussion der Tagesordnung aufgrund des vom Völkeröundssekretariat vorliegenden Memorandums über die bisherigen Abrüstungsarbeiten ein. Gleich zu Beginn der Debatte ergriff der deutsche Delegierte Gras Bernstorff das Wort zu einer kurzen Mitteilung. Er wies daraufhin, daß sein am 12. November an den Präsidenten der Kommission Loudon gerichteter Brief vielfach in der Oeffentlich- keit und auch vom Präsidium nicht richtig verstanden worden fei. Er habe keineswegs, wie angenommen war, beabsichtigt, eine zweite Lesung des Konventionsentwurfes zu beantragen. Vielmehr habe er in seinem Schreiben die Anregung gegeben, auf der gegenwärtigen Tagung der Kommission in eine Debatte der bisherigen Verhandlungsergebnisse einzuGeten. Seit der letzten Session der Abrüstungskommission vor sechs Monaten hätten sich eine Reihe eingreifender Ereignisse zugetrageu. Tie Bildung des Sichcr- heitsausschuffes sei beschlossen worden. Ferner nehme eine Reihe neuer Delegationen an der Kommission teil, deren Haltung bisher noch nicht bekannt sei. Er habe deshalb mit seinem Schreiben lediglich bezweckt, auf dieser Tagung eine Diskussion der bisherigen Abrüstungsverhandlungen herbeizuführen mit dem einzigen Ziel, den neuen Delegationen die Möglichkeit zu geben, die Ansichten ihrer Regierungen über das Abrüstungsproblem näher zu präzisieren. Fm weiteren Verlauf seiner Ausführungen sagte er, es habe nicht in seiner Absicht gelegen, den Brief an den Präsidenten London, der so weitgehende Mißverständnisse ausgelöst habe, zu veröffentlichen. Er sei jedoch durch eine Indiskretion bekannt geworden. Graf Bernstoyff betonte noch, er begrüße den Beschluß des Präsidenten, die Tagesordnung zu ändern und an erster Stelle den Stand der Arbeiten zur Diskussion zu stellen, um erst hierauf die Wahlen des Sicherheitsansschusses vorzunehmen. Darauf gab der russische Delegierte Litwinow eine kurze Erklärung ab. Er dankte im Namen der sowjetrussischen Republik dem Präsidenten für die Begrüßungsworte. Er hoffe, daß die sowjetrussische Delegation in der Kommission Gelegenheit haben werde, ihre Auffassung über das Abrü- itnngsproblem näher zu präzisieren. Tic Sowjetdelegation verfolge nur das Ziel, an der Ansrcchterhaltung des Friedens mitzuwirken. Sie werde alles in ihren Kräften stehende tun, um an der Turchsührung der Aufgaben der Abrüstungskommiffion mitzuaebeite». Litwinow erklärte sodann, er schließe sich voll dem Standpunkt der deutschen Delegierten an, zunächst die Debatte über den gegenwärtigen Stand der Abrüstung vorzunehmen. Er fügte hinzu, die Sowjetregierung habe die Einladung zur Teilnahme an dem Sicherheiksausschuß zu einem Zeitpunkt erhalten, wo die Frage der Bildung des Sicherheitsausschuffes noch keineswegs akut gewesen sei. Tie sowjetrussische Delegation werde zu der Bildung des Sicherheitsansschusses erst Stel- lnng nehmen können, nachdem sie die Gesichtspunkte der übrigen Delegationen im Verlause der Diskussion kennen- gelcrut habe. Die russische Vorschläge Gens, 1. Dez. Bei Beginn der Geschäftsordnungsdebatte legte als erster der Führer der sowjeirussischne Delegation, Litwinow, die bereits bekannte programmatische Erklärung der Sowjetregierung zu dem Abrüstungsproblem vor, in der diese u. a. die Auflösung sämtlicher stehenden Armeen, sämtlicher Flotten, die Vernichtung sämtlicher Waffen und Munition und aller übrigen Kriegsmittcl, die Zerstörung aller Kriegsgebäude und Kriegsflugzeuge, die Aufhebung der allgemeinen Dienstpflicht, das Verbot der Ausbildung militärischer Reserven, die Schleifung der Festungen und Seestützpunkte, die Zerstörung aller Waffenfabriken, Auf- Hebung der Kriegsminister, das Verbot jeder Art kriegeri- scher Propaganda sowie ein Gesetz, das Zuwiderhandlungen gegen diese Verbote unter Strafe stellt, verlangt. — In seiner Erklärung betonte Litwinow, daß die Delegation Sow- jetrutzlands im Besitze sämtlicher Vollmachten sei, um dieses Abrüstungsprogramm vorschlagen zu können. Das von der Sowjetregierung vorgelegte Programm könne in kürzester Frist durchgesührt werden. Ferner unterstrich er, daß der Ansicht der Sowjetregierung nach der vorgeschlagene Plan. 5er zweckentsprechendste sei, um den Frieden sicherzustellen. Die Sowjetregierung habe die Einladung der Teilnahme atr der gegenwärtigen Tagung der Abrüstungskommission angenommen, um Klarheit darüber zu schaffen, welche kapitalistischen Regierungen ehrlich den Frieden wollten. Sodann ging er dazu über, an den bisher getroffenen Abrüstungsmaßnahmen scharfe Kritik zu üben. Er behauptete, daß seit Ende des Weltkrieges die militärischen Rüstungen der kapitalistischen Länder sich ständig erhöht hätten und daß man nirgends auch nur teilweise Durchführung der übernommenen Abrüstungsverpflichtungcn feststellen könne. Auch der Völkerbund habe bisher keinerlei praktische Maßnahmen zur Abrüstung ergriffen. So sei das Datum für den Beginn öer Abrüstungskonferenz immer wieder hinauS- geschoben worden und die Abrüstungskommission habe bisher lediglich eine Reihe fruchtloser Debatten über die Ab- rüstung geführt. Man müsse berechtigte Zweifel haben, ob die Abrüstung denn auch wirklich angestrebt werde. Insbesondere wandte er sich dann dagegen, daß die Abrüstung von den sogenannten „potentiel de guerre" abhängig gemacht würde, da hierdurch die Großmächte nur einen Borwand erhielten, um ihren gegenwärtigen Rüstungsstanb aufrecht zu erhalten. Er betonte sodann, daß die Sowjetregierung im Gegensatz zu diesem Verhalten der kapitalistischen Mächte ständig das Bestreben gehabt habe, die Frage der Abrüstung praktisch zu lösen. Man habe jedoch bei allen Gelegenheiten die Sowjetregierung nicht dabei haben wollen, so z. V. auf der Washingtoner Flottenkonferenz. Auf der Konferenz von Genua habe man ein AbrüstungSpro- gramm der Sowjetunion abgelehnt. Eine Konferenz öer baltischen Randstaaten im Dezember 1922 habe man ver- hindert. Aus diesem Grunde habe die Sowjetregierung nunmehr ihr umfassendes Programm für eine vollständige Abrüstung vorgelegt und den entsprechenden Resolutionsentwurf für die Durchführung der Abrüstung eingebracht. Für den Fall der Ablehnung des umfassenden russischen Antrages brachte Litwinow alsdann einen anderen Antrag der Sowjetregierung ein, der eine völlige Abrüstung allmählich im Laufe von vier Jahren vorsteht, aber die Durchführung der ersten Etappe dieser Abrüstung bereits für das erste Jahr öer Gültigkeit dieser Konvention verlangt. Litwinow ging endlich dazu über, die von öer Svwjetregieruug gemachten Anträge zu verteidigen und wandte sich dagegen, baß diese als nndurchführbar bezeichnet werden müßten. Tie russische Delegation sei sich zwar dessen bewußt, daß ihr Abrüstnngsprogramm keinesivegs den Interessen der kapitalistischen Großmächte entspreche. Wenn man aber von dem Gegensatz zwischen den großen und den kleinen Mächten und dem Wunsch der Großmächte, die kleinen Staaten zu unterdrücken, absehe, so sei das Programm der Sowjet- regiernng leicht durchzusühren. Die Abrüstung bleibe eine Utopie, wenn sie von den Bedingungen abhängig gemacht werde, die die Abrüstungskommission vorgesehen habe. Ein Abrüstnngsprogramm, das den Ausbau von Sicherheiten, internationale Sicherheitsabkvmmen und Bündnisverpflichtungen ans gegenseitige Hilfe vorsehe, sei völlig undurch-- führbar. Die Sowictregierung sei überzeugt, daß man bis in alle Unendlichkeit über die Abrttstnngsfrage debattieren würde, wenn die gegenwärtige Basis der Abrüstungsfrage nicht geändert würde. Unterdessen müsse man feststellen, daß die Gefahr einer Krise akut sei und eine Bedrohung des Friedens vorhanden sei. Die Sowjetregierung sei der Ansicht, daß die beste Garantie für die Sicherheit völlige Abrüstung sei. Ten Vorwurf, daß die Sowjetregierung mit ihren Vorschlägen nur Propaganda treibe, nehme sie gern in Kauf. Die Sowjet- regiernng habe stets Propaganda getrieben und wenn es verboten würde, Propaganda für den Frieden zu niachen, so sei es nicht verständlich, zu welchem Zwecke man in Genf zursammengekommen sei. Vor kurzem habe sich im Osten Europas die Gefahr eines Krieges gezeigt. Daraufhin habe die Sowjetregierung sowohl in Polen wie auch in Litauen geraten, nichts zu tun, was den Ausbruch eines Krieges hcrbeiführen könnte. Tic Sowjctregicrung habe somit olles in ihren Kräften Stehende getan, um den Ansbruch dieses Krieges zu verhindern. Hierauf wurde die Verhandlung auf heute nachmittag 4 Uhr vertagt. Präsident Loudon stellte in seinem Schlußwort fest, daß zwischen der Auffassung der sowjetrussische» Delegation und der Abrüstungskommission kein Gegensatz des Zieles, sondern ur ein solcher der Methode bestehe. Das Abrüstungsprogramm Paul Voncours Paris, 1. Dez. Paul Boncour äußerte sich im „Paris Midi" vor seiner Abreise nach Genf über die dortigen Verhandlungen. Er erklärte, daß der Stand des europäischen Sicherheitsbarvmeters von der Sowjetregierung abhänge. Frankreich habe nicht die Absicht, den Sowjetvcrtretcrn gegenüber auch nur einen Finger breit zurückzuweichen. Was die Haltung Deutschlands angehe, so wolle man den deutschen Wünschen entgegenkommen Man habe dem Grafen Bernstorff geantwortet, daß die erste Etappe für die Abrüstung zurückgelegt werden solle, jedoch unter der Voraussetzung, daß genügende Garantien für die Sicherheit vor- lieaen. die zur Zeit für eine allgemeine Abrüstung nicht Nr. 242. Jahrgang 1927. Der Landbote * Sinsheimer 3 eMmg. Donnerstag, den 1. Dezember 1927. vorhanden seien. i£r — «oncour — habe drei Möglichkeiten im Auge, um zu diesen Garantien zu gelangen: 1. das Genfer Protokoll von 1924; 2. die Ergänzung der Locarnoverträge durch engumgrenzte Regionalverträge. — Frankreich habe diesen Weg bereits beschritten, indem es nacheinander übereinstimmende Verträge mit Polen, der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawen abgeschlossen habe. . , Als dritte Möglichkeit blteSe, die Grundsätze des Genfer Protokolls in Anwendung zu bringen, die von der letzten ^Völkerhvndsversammlung erneut in den Vordergrund ge- ■ rückt wurden. Ihm persönlich scheine dieser Weg der aussichtsreichere zu sein, da der erste Weg wegen des englischen Widerstandes nicht gangbar sei. Er wolle das in die Worte zusammenfassen: Auflegung eines allen Staaten offenen Protokolls, in dem jede Nation sich einzcichnen könne. England werde sich dann auf die Dauer nicht isolieren können. Die russischen Vorschläge vertagt Gns, t. Dez. Die gestrige Nachmittagssitzung der vorbereitenden Abrüstungskommission trug einen ausschließlichen geschäftsordnungsmäßigen Charakter. Eine sachliche Debatte der heute vormittag eingebrachten Anträge der sowjetrussischen Delegation auf Totalabrüstung fand nicht statt. Graf Bernstorff beantragte, die Diskussion über die russischen Anträge auf die nächste Tagung der Abrüstungskommission zu verschieben. Litwinow erklärte sich mit diesem Anträge des Grafen Bernstorff einverstanden, stellte jedoch ausdrücklich fest, daß die Anträge der sowjetrussischen Dele- gatione» weder angenommen noch abgelehnt seien, sondern lediglich auf der nächsten Tagung ohne einen neuen Antrag der Sowjetregierung vor der Kommission zur Erörterung gelangen. Diesen Anträgen des Grafen Bernstorff stimmten die Vertreter der Tschechoslowakei, Griechenlands und Argentiniens zu, worauf dann die Anträge angenommen wurden. Die Kommission schritt sodann zur Bildung des Sicherheitsausschusses. Die demokratische Allianz Frankreichs. Beschlüsse des Kongresses. Paris, 30. Nov. In Rouen berichtete auf dem dort tagenden Kongreß der demokratischen Allianz der Abgeordnete Sal- mon (demokratisch- republikanische Linke) über die Sicherheit der Ostgrenze. Aus seinen Vorschlag nahm der Kongreß «»»stimmig eine Entschließung an, die die Organisierung der Nord- und Nordost-Grenze und die Aufrechterhaltung der Rheinlandbesetzung mit einer genügenden Bcsatz- ungszahl bis zur Vollendung der Defensivorganisation fordert. Nach ihm sprach der frühere Minister, Abg. Oberst Fabry (de- «rokratisch-republikanische Linke) über die Frage der Sicherheit und des Friedens. Auf seinen Vorschlag nahm der Kongreß einstimmig eine Reihe von Entschließungen $», in denen u. a. gefordert wird: daß die französische Regierung die deutsche Regierung auf- sordere, sich über ihre Absichten betreffend die Ostgrenzen zu äußern, daß sie mit der italienischen Regierung Besprechungen aufnimmt, um zu einem Mittelmeer- Locarno zu gelangen; daß sie sich jeder eventuellen Forderung auf Revision der Bewaffnung Deutschlands nndersctze; daß die vom Parlament gewünschten Borbedingen zur Einführung der einjährigen Dienstzeit durchgeführt würde»; daß das Rheinland in diesem Augenblick nicht geräumt werde; daß nach einer Mitteilung an den Völkerbund, daß Frankreich seine Rüstungen vermindert habe, die Regierung sich weiterhin in Genf um die Kollektiv-Organisierung der Sicherheit sämtlicher Nationen bemüh«. Teilmohilifierung in Litauen? Warschau, 1. Dezember. Nach einer Meldung des „Expreß Poranny" über Riga soll die litauische Regierung gestern abend die Mobilisierung der drei jüngsten militärischen Fahrgänge angeordnet haben. Das Kriegsministerium habe sämtliche Urlauber zurückberufen. Die Finanzbehörde soll die Umrechnung geschäftlicher Transaktionen in fremde Valuten verboten haben. Es dürfe nur in Litas gerechnet werden. Sin Dementi in der Reparations- Uwindelaffare Landau, 1. Dezember. Wie der Badisch-Pfälzische Landes- Sienst aus zuverlässiger Quelle erfährt, entspricht Sie von einem Mannheimer Nachrichtenbüro lWTV. — Die Red.) gebrachte Meldung, nach welcher vorgestern im Zusammenhang mit der Philippschen Reparationsschwindelaffäre in Lgndau sechs Personen verhaftet worden seien, in keiner Areue oen Laifachen. Die Staatsanwaltschaft Heidelberg vernahm am 27. d. M. in Landau die geschädigten drei Landauer Bauunternehmer sowie die weiteren in die Sache eingeweihten Personen und den Glasermeister Krummholz, der bekanntlich sofort nach der Vernehmung verhaftet wurde. Sämtliche übrigen Vernommenen befinden sich heute auf freiem Fuße. Die Staatsanwaltschaft Heidelberg hat ihre Vernehmungen in Landau vorerst abgeschloffen. Der Reichsfinanzminisier zur Vesoldungs- ordnung Berlin, 1. Dezbr. Der Haushaltsausschuß des Reichskages setzte am Mittwoch die Beratungen der Besoldungsvorlage fort. Zur Ergänzung feiner gestrigen Erklärungen nahm zunächst Reichsfinanzminister Dr. Köhler noch einmal das Wort. Er erklärte, daß er gestern die Auffaffung des Reichsfinanzministeriums zu dem neugeschaffenen Paragraphen 24 des Besoldungsgesetzes zum Ausdruck gebracht habe. Eine Sitzung des Kabinetts zustande zu bringen, sei gestern gescheitert, weil zwei Minister nicht teilnehmen konnten. Er könne also die Stellungnahme der Reichsregierung noch nicht zum Ausdruck bringen. Die Reichsregierung behalte sich vor, eine Erklärung zum Gesamtkomplex des Paragraphen 24 vorzulegen, sobald sie die Möglichkeit hat, zu den Fragen Stellung zu nehmen. Der Ausschuß trat dann in die weiteren Beratungen ein. Es fand zunächst eine Aussprache über die Steuer- und Zollorganisation statt. Der Haushaltsausschuß des Reichstages genehmigte im weiteren Verlauf seiner Beratungen auch die Besoldungs- ordnungen 8 und C. Er wandte sich dann einigen zurückgestellten Fragen zu. Beim Wohnungsgeldzuschuß lag ein Antrag der Regierungsparteien auf Erhöhung vor, den die Regierung für untragbar bezeichnete. Die Regierungsparteien schlugen darauf vor, daß die Regierung bei der zweiten Beratung einen anderen Weg zeigen solle. Eine lebhafte Aussprache rief der Paragraph 22 hervor, der die Feststellung des Besoldungsdienstalters behandelt. In der Abstimmung wurden sämtliche Anträge zu diesem Paragraphen abgelehnt, gleichzeitig aber auch die Fassung des Retchsrates und der Regierungsvorlagen. Für eine Aenöerung der Fassung der Regierungsvorlage war auch die Reichsregierung im Laufe der Aussprache eingetreten. Annahme fand nur ein Antrag der Regierungsparteien, einen neuen Paragraphen a z« schaffen, der einige Verbesserungen bei der Festsetzung des Besoldunsöienstalters wünscht. Im weiteren Verlauf der Beratungen des Haushaltsausschusses des Reichstages wurde Paragraph 34 angenommen, der folgenden Wortlaut hat: „Aenderungen der im Besoldungsgesetz vorgesehenen Amtsbezeichnungen erfolgen durch den Reichspräsidenten." Es folgte die Beratung des Paragraphen 39 a, der vom Reichsrat eingefügt worden ist und der eine Berbefferung des Finanzausgleichs um 5 Prozent zugunsten der Länder fordert. Die Vertreter der preußischen und sächsischen Regierung forderten Annahme des Paragraphen 39 a. Ministerialdirektor Di. Lotholz verwies jedoch darauf, daß schon bei Beginn dieser Vorlage der Reichsfinanzmintster erklärt habe, daß eine Aenderung des Retchsfinanzausgleichs zugunsten der Länder nicht tragbar sei. Nach längerer Aussprache wurde Paragraph 39 a abgelehnt. Abgelehnt wurden ferner sozialdemokratische und kommunistische Anträge, die eine gesetzliche Festlegung der Arbeits-, Dienst- und Urlaubszeiten der Beamten in einem neuen Paragraph 84 a forderten. Damit war die erste Beratung des Besoldungsgesetzentwurfes erledigt. Die zweite Lesung ist für den näch-,^ sten Bi'olitag in Aussicht genommen. Die Hindenburgspende. Ihr Ergebnis und ihre Verwendung. Das Ergebnis der Hindenburg-Spende ist, wie jetzt amtlich bekanntgegeben wird, 7 Millionen Reichsmark. Dazu kommen als Erträgnis der Hindenburg-Briefmarken etwa 2% Millionen Reichsmark und weiterhin eine halbe Million Reichsmark in Form von Freistellen b ei Bersorgungsanstalten, die von einzelnen Kommunen und Organisationen geschaffen wurden. Es stehen demnach Werte von 10 Millionen zur Verfügung des Reichs- prisidenten. Diese werden von einer Stiftung mit dem Namen Hin- denburg-Spendr verwaltet wrrdrn. Für Kriegst» esschädigte sollen 7 Millionen, für Sozialrentner und Mittelstandsangehörige 3 Millionen verwendet werden, und zwar in Form persönlicher Unterstützung in Einzelfällen. Bisher standen dem Reichspräsidenten für solche Unterstützungen aus Etatsmitteln 7 Millionen zur Verfügung. Dazu kommen jetzt noch die Mittel der Spende, die in zehn Jahren aufgebraucht werden sollen. Die Kosten für die Verwaltung der Spende belaufen sich bis jetzt auf nur 65 000 Mark. Anläßlich des 80. Geburtstages des Reichspräsidenten sind bereits an 1400 Mannschaften und 100 Offiziere des alten Heere» UMerstützungen von je 200 Mark gezahlt worden. Künftig s»ll die Auszahlung zweimal jährlich, und zwar im Oktober am Geburtstag des Reichspräsidenten von Hindenburg und zu Oster« erfolgen. Der Reichswirtschaftsrat. Fm Reichstage steht jetzt, wie bereits berichtet, das Gesetz über den endgültigen Reichswirtschaftsrat zur Verhandlung, W den bisherigen Reichswirtschaftsrat ablösen soll. Dieser bestaub auf Grund einer Verordnung von 1920 aus 326 Mitgliedern, die sich in zehn Gruppen mit Vertretern von Erzeuger- und Per- braucherschaft teilten. Der endgültige Reichswirtschaftsrat so« nach dem Gesetzesentwurf nur noch 151 ständige Mitglieder umfassen, die zusammen die Vollversammlung bilden, für sechs Fahre einberufen werden und wie die Reichstagsabgeordneten d«« Recht zu freier Eisenbahnfahrt erhalten sollen. Sie bilden zwei Abteilungen mit je 48 und eine dritte mit 55 Vertretern. 3» die Abteilung 1 entsenden Land- und Forstwirtschaft. Wein-, Garten-, Obst- und Gemüsebau 13 Vertreter, die Induststrie 12. das Handwerk 6, der Handel 7 Vertreter. Bon den Banke« und den Privatversicherungsanstalten werden 4 Vertreter entsandt, von Verkehr und Fischerei 6 Vertreter. Die Abteilung i setzt sich aus 48 Vertretern der Arbeitnehmer zusammen. In der Abteilung 3 befinden sich 11 Vertreter der Städte, 3 der ösfentlichs- rechtlichen Vcrsicherungs- und Kreditanstalten, 5 der Konsumgenossenschaften und Hausfrauen und 4 des landwirtschaftlichen und jewerblichen Genossenschaftswesens. Hinzu kommen 2 Beauftragte der Beamtenschaft, 3 Vertreter der freien Berufe, 2 Vertreter der Tagespresse, 1 Vertreter des Auslandsdeutschtums und schließlich 12 mit dem Wirtschaftsleben der einzelnen Gebiete besonders vertraute Persönlichkeiten, die vom Reichsrat ernannt werden. Die Abstimmung über das neue Studentenrechl Berlin, 1 . Dezember. Bon der Abstimmung über dt« Verordnungen des preußischen Kultusministers vom W September über das neue Studentenrecht, die heute an d« preußischen Hochschulen stattfand oder abgeschloffen wurde, liegen nachstehende Ergebnisse vor: In der Technischen Hochschule Hannover lauteten bei einer Wahlbeteiligung von 81,39 Prozent von 1513 abgegebenen Stimmen 1337 nein, 167 ja. 9 Stimmen waren ungültig. In der Tierärztlichen Hochschule Hannover lauteten bei einer Wahlbeteiligung von 94,2 Prozent von 212 abgegebenen Stimmen 204 nein, vier ja. Vier Stimmen waren ungültig. In der Königsberger Universität lauteten bei einer Waht- beteiligung von 67 Prozent von 1435 abgegebenen Stimme» 1255 nein, 168 ja. Sechs Stimmen waren ungültig. In der Bergakademie Clausthal betrug die Wahlbeteiligung bei der Abstimmung am 23. d. M. 80 Prozent. Das Ergebnis lautet: 291 Stimmen nein. 3 Stimmen ja. In der Universität Greiswald 1195 Stimmberechti gt e 872 abgegebene S.timmen, Beteiligung rund 73 Prozent, 8» inein. 55 ja. In der Universität Frankfurt a. M. stimmberechtigt etwa 3000. Beteiligung 51 bis 52 Prozent. 1101 nein. 420 ja. In der Universität Köln 4916 Stimmberechtigte, 2800 abgegebene Stimmen, gleich 56,9 Prozent. 2200 nein, 563 ja, 37 ungültig. In der Handelshochschule Königsberg 445 Stimmberechtigte, 341 abgegebene Stimmen, gleich 77 Prozent. 284 nein, 53 ja, 4 ungültig. In der katholisch-theologischen Akademie Braunsberg 38 Stimmberechtigte, 84 abgegebene Stimmen, gleich 94,4 Prozent. 1 nein, 33 ja. In der Forstakaöemie Hannover 129 Stimmberechtigte, 113 abgegebene Stimmen, gleich 87,6 Prozent, 112 nein, 1 ja. In der medizinischen ’< Akademie Düsseldorf 86 Stimmberechtigte. 76 abgegebene Stimmen, gleich 88,8 Prozent. 4tz nein, 26 ja, 4 ungültig. Vraun contra Keudell Eine prentzische Beschwerde beim Reichskanzler. Berlin, 1 . Dez. Unter Bezugnahme ans das Sympathie- telegramm, das Reichsinnenminister v. Keudell der studentischen Protestkundgebung im Zirkus Busch zugehen ließ, ist am 30. November dem Herrn Reichskanzler ein Schreiben des preußischen Ministerpräsidenten Braun zugegangen, in dem dieser wegen dieser Angelegenheit beim Reichskanzler Beschwerde erhebt. Ter Ministerpräsident betont, daß das Sympathie-Telegramm des Herrn v. Keudell bet den zuständigen Stellen des Reichsinnenministertums zw« WlMMmMmM ROMAN von FRED NE LI US . i , Muttchen . . . Frau Kalb, seine Hauswirtin aus der Kaulbachstraße — sie stand mit Zielens Koffer an der Gepäckabfertigung des Hauptbahnhofs und schaute ängstlich nach ihm aus .. . Steinkirch lächelte ihm höhnisch zu: Sensation, mein Lieber — Sensation — Ehetragödie im herzoglichen Hause Hohenastenberg — bringt Geld — Geld — Geld .. . Liefet hielt das Bleischiff, das er am Silvesterabend goß, vor seine Augen ... winkte ihm damit... er wollte fort — und Brust . . . strenge, kalte Augen bohrten sich in seinen Blick . . . eine schneidend scharfe Stimme sagte: Mord — die Herzogin von Hohenastenberg hat ihren Mann erschossen — was wissen Sie davon? — der Browning — der Browning — Halb in Fieberdelirien — halb scharf und klar verbissen die Gedanken sich in dieses letzte Bild. Eine wilde Angst stieg plötzlich in ihm auf. Hetzte ihm das Blut zum Herzen. Sie rieß ihm in toller Qual die Augen auf und peitschte jeden Nerv. Eine Weile lag er unter einem Alpdruck still. Dann wälzte er sich wieder auf die Seite. Mit einer Kraft, zu der er seinen letzten zähen Willen nötig hatte, kroch er auf Unterarm und Knie zwei Schritte weiter vor. Er streckte seinen rechten Arm aus. Mit Fingern, die sich nicht mehr dehnen ließen, nahm er der Herzogin den Browning aus der Hand. Die Faust umklammerte den Anschlagkolben, der Zeigefinger den Abzugbügel. Er ließ sich wieder auf den Rücken fallen. Die Sinne schwanden ihm. Sein letzter Gedanke war. den Browing fest—zu—hol—ten. Als Zielen für kurze Zeit die Augen öffnete lag er auf dem Klubledersofa in der Hohenastenbergschen Bibliothek. Das Zimmer war voll Menschen. Bor ihm stand ein Mann — vielleicht ein Arzt. Er roch nach Chloroform und hatte Watte und Verbandsstoff in den Händen. Zieten sah sich um. Die Leiche des Herzogs lag unverändert auf dem Teppich. Von der Herzogin war nichts zu sehen. Der Jemand vor ihm sagte laut und vernehmlich: ,»Er ist erwacht." Ein Pfeilgeschwirr von Blicken fiel im gleichen Augenblick auf Zieten. Ein Herr in bürgerlicher Kleidung, von einem Mann in Uniform begleitet, trat an ihn heran. Er hatte Augen, die freundlich zu lächeln schienen und die — wenn man sie länger ansah — kalt und forschend waren. Er fragte höflich ... in liebenswürdigem Tone ... gar nicht etwa barsch: „Ihr Name, bitte?" Zieten bemühte sich zu lächeln. Wie man verbindlich lächelt, wenn man sich jemand vorstellt. Ihm war so wirr im Kopf. Irgend etwas an dem Herrn, der vor ihm stand, erinnerte ihn momentan an Steinkirch. Die Erinnerung trug ihm wirr und zeitlich ganz verwischt Worte zu, die er einmal hörte: „Gedichte druckt heute niemand — Gedichte liest heute niemand. Geschweige denn von einem Anfänger, selbst wenn er sich das schöne Pseudonym: Jürgen Zielen zulegt." Zieten lächelte noch immer. Er sagte leise: „Jürgen — Jürgen Zie-" Er stockte plötzlich. Der Herr vor ihm hatte auf einmal einen kalten . . . messerscharfen Blick. Zielens Lächeln erstarrte wie im Krampf. Steinkirch sah ihn überlegen . - . höhnisch an. Zieten gedachte des Frühlingsmorgens im vergangenen Jahre bei ihm auf der Redaktion: „Nur wer dem Tatsächlichen des Lebens fest und unbeirrt ins Auge steht, kommt zu seinem Recht —" Er straffte sich. Er sagte laut: „Jürgen Güldenwerth." „Ihr Stand?" „Rittmeister a. D." „Wohnung?" „Kaulbachstraße 7/ „Sie stehen im dringenden Verdacht des Totschlages, begangen an dem heute erschossenen Herzog von Hohenasten- berg. Sie sind verhaftet." Jürgen Güldenwerth lächelte schon wieder. Steinkirch sah ihn spöttisch an. „Ungezählte Möglichkeiten schweben in der Luft. Ich schlage also vor, wir machen dein Projekt zur Wette-" Ihm war so wirr — so müde. Eine Ratte wühlte sich mit scharfen Nagezähnen wütend durch die linke Brust. Die Gedanken verschlangen sich. Jemand sagte: Er wird bewußtlos. Die Sinne schwanden wieder. — Muttchen hatte — schweren Herzens — ihre Koffer einem Träger übergeben. Und er lief nun fort. War nichi mehr zu sehen. Stahl die Sachen gar. In dieser widerwärtigen Zeit trau, schau, wem. — Wußte Liesel denn die Nummer? „Nein." „Aber Kind . . .!" Muttchen schob und drängte durch die Menschenmenge, die den Dresdner Hauptbahnhof belebte, als gelte es der Rettung eines ihr gestohlenen Kindes, einer Wunde wegen vorläufig im Friedrichstädter Kranken- Ei — wenn man nun den Mann nicht fand . . .? Aber der Gepäckträger erwartete die beiden richtig am Portal. Gottlob . . . Muttchen debouchierte in Trinkgel- dern keineswegs. Sie rechnete da noch immer nach dem alten Kurs. Heute aber gab sie in der Freude über die Errettung ihrer Koffer dem Träger noch ein Extradeputat von fünfzig Mark Liesel hatte eine Droschke bei der Hand. Aber Muttchen stieg nicht ein. Sie fragte umständlich nach dem Preis. „Nach dem Friedrichstädter Krankenhaus, Kutscherchen. Für uns zwei. Mt Gepäck. Und dann zurück." Doch der Kutscher — bin alter, bis zum Hals vermummter Dresdner Rosielenker sah Muttchen gar nicht an. Er wies nur mit dem schmutzigen Daumen über seine Schulter nach der Uhr. „Ai cha freilich Taxe, Freileinchen. Steigen Se man inn." Und Liesel faßte Muttchen einfach bei der Hüffe. Schoß sie in die Tür. „Erst Hotel Continental. Dort geben wir die Koffer ab. Dann Friedrichstädter Krankenhaus. Dort warten Sie. Lost" Und sie ratterten davon. Na — man sieht: Muttchen war kein großer Held auf Reisen. So recht noch nach der guten alten Art. Aber w»r an Muttchens Heldentum auch in anderen Dingen zweifeln wollte, brauchte der kleinen feinen Dame, die da — im schwarzen Tuchkostüm . . .den Skunkskragen um den Hais . . . das hübsche Winterkapotthüttchen mit der Samtschleise auf dem weißen Haar — auf dem Droschkenrücksitz thronte, nur recht ins Auge zu sehen. Haltung und Gesichtsausdruck waren karsch und ernst. Im Herzen saß das Heldentum. Rr. 242. Jahrgang 1927. Der Landbote * Sinshetmer Zeitung. Donnerstag, den 1. Dezember 1927. «tcht tm Wortlaut bekannt sei, daß aber die Tatsache der Absenöung des Telegramms zutreffe. Er müsse auf das entschiedenste dagegen Verwahrung etnlegen, daß ein Mit- -lteb der Reichsregterung in einer Frage, die die preußischen Hochschulen und Studenten aufs tiefste errege und die Hochschulen in heftige politische Kämpfe hineinzuziehen drohe, gegen die verantwortliche preußische Regierungspoli- Nk in einer Weise öffentlich Stellung nimmt, die sich mit den gegen das preußische Ministerium für Kunst und Wissenschaft gerichteten Angriffen identifiziert. Er müsse hierin etne starke Brüskierung der Politik der preußischen Regierung erblicken. Da eine derartige Einstellung des Reichs- Innenministers mit ausgesprochener Spitze gegen die preußische Regierung sich schon bei anderen Gelegenheiten bemerkbar gemacht habe, so bitte er den Reichskanzler, dafür Sorge tragen zu wollen, daß sich derarttge Fälle unter keinen Umständen wiederholen, andernfalls sehe sich die preußische Regierung genötigt, jeden Verkehr mit dem Reichsinnenminister v. Keudell vollkommen abzubrechen. Hermes Führer der deutsch-polnischen Wlrtfchafts-Delegalloir Berlin, 1. Dez. Wie die Telegraphen-Union erfährt, ist Reichsminister a. D. Hermes gestern vom Reichspräsidenten t»rm Führer der Delegation für die deutsch-polnischen Wirtschaftsverhandlungen ernannt worden. Philosophen gegen das Reichsfchulgesetz Berlin, 1. Dez. Eine große Zahl führender Philologen hat einen Aufruf gegen den Reichsschulgesetzentwurf unter- ^ichnet. Dieser wendet sich aus pädagogischen, nationalen «nd religiösen Gründen gegen den Keudellschen Entwurf und Ordert auch für die Volksschule die Freiheit, welche die Höhere Schule seit langem genießt. Es liegen bereits hun- öerte von Unterschriften vor. Ein neuer Zwischenfall in Danzig Danzig, 1. Dez. Die deutschnationale „Danziger Allgemeine Zeitung" hatte dieser Tage eine Notiz über die Warschauer Reise des Danziger Bölkerbundskommissars van Hamel gebracht und über diese Bedenken geäußert, da sie nicht dazu beitragen könne, das Vertrauen der Danziger Bevölkerung zu dem Vertreter des Völkerbundes in Danzig zu fördern, umsomehr als van Hamel wissen mußte, baß sein früheres Verhalten des öfteren die Bevölkerung Danzigs verletzt hatte. Daraufhin hat das Sekretariat des Kommissars van Hamel vorgestern die „Danziger Allgemeine Zeitung" telephonisch angerufen und dem verantwortlichen Schriftleiter erklärt, bas Blatt hätte sich seine Bedenken besser sparen sollen. Die Stellungnahme des Blattes sei unverschämt. Die „Danziger Allgemeine Zeitung" schreibt zu diesem unerhörten Vorfall: Es ist unglaublich, daß eine Behörde des Völkerbundes, die dem Danziger Staat und damit dem Danziger Steuerzahler große Summen kostet, es sich erlauben darf, in diesem Ton eine maßgebende Danziger Tageszeitung zu beschimpfen und ihre Stellungnahme als „unverschämt" zu bezeichnen. Ebenso ist es ein Akt ausgesprochener Parteinahme, wenn alle Danziger Zeitungen durch das Völkerbundskommissariat über die Reise unterrichtet «erden, eine nationale deutsche Zeitung indessen einfach ausgeschlossen wird, weil sie sich nicht dazu hergibt, die Mitteilungen des Völkerbnndsfekretariats im Wortlaut und ohne eigene Stellungnahme zu bringen. Das Völkerbundssekretariat hat die Aufgabe, unparteiisch seine Pflicht zu tun. Wenn es jedoch deutsche Danziger Zeitungen, die berechtigte Kritik üben, in grober Weise beschimpft, ist das eine Angelegenheit, die über Danzig hinaus allgemeine Bedeutung erlangt. Diese Einstellung einer Völkerbundsbehörde ist mit ihren Pflichten und Aufgaben unvereinbar und zeigt, in welchem Sinn diese Behörde arbeitet. Ein solch empörender Vorfall darf nicht stillschweigend hingenvmmen werben. Wir sind überzeugt daß dieser Boykott und diese Beschimpfung der deutschen Presse durch die Danziger Völkerbundsbehörde in den deutschen Zeitungen eine Welle schärfster Zurückweisung Hervorrufen wird, die den Herren in Genf nicht angenehm sein wird. Tieft r unglaubliche Vorfall dürfte aber damit allein noch nicht erledigt sein. Wir »erlangen darum, daß sich Herr van Hamel sowie vor allem die ihm Vorgesetzten Instanzen dazu äußern. Sinlgiingsver-aiidlurigeil ln der Zigarren- indufirie 1 Karlsruhe, 1. Dezember. Wie aus Berlin gemeldet wird, haben im Reichsarbeitministerium gestern unter Vorsitz von Ministerialrat Dr. Mewes Verhandlungen zur Beilegung des Lohnkonsliktes in der deutschen Zigarrenindustrie besonnen und zwar in Form einer zwanglosen Aussprache. Die Besprechungen dauern noch an. ** Oeftringe« (Bruchsal), 1. Dez. geistiger Umnachtung seinen ganzen Wein, zusammen 1000 Liter auslausen, worauf er das erst geschachtete Schwein (Wiftste und Salzfleisch) durch Uebergießen von Lysol vollständig vergiftete?. Nur mit Gewalt konnte er verhindert werden, seine Androhung, das Haus anzuzünden, nicht wahr werden lassen. Der Irrsinnige wurde alsdann am Samstag früh durch die Ortspolizei nach Heidelberg in die Psychiatrische Klinik verbracht. % Rrchen, 30. Nov. (Handwerkerverein). Der hiesige Handwerkerverein kann in diesem Jahre auf ein 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß hält auch der Elsenzgau des Landesverbandes bad. Gewerbe- und Handwerkervereinigungenl seinen diesjährigen Gautag am nächsten Sonntag, den 4. ds. Mts, hier im Saale des Gasthauses zum „Löwen" ab. Das Nähere hierüber wird noch bekannt gegeben werden. Diese Tagung bietet willkommene Gelegenheit zur Aussprache, da gewöhnlich der Präsident des Landesverbands, Herr Landtagsabgeordneter Ot'o Burkhard- Heidelberg, ferner Vertreter der Handwerkskammer und des Bezirksamtes an diesen Tagungen teilnehmen. Es ist daher eine rege Teilnahme zu erwarten, da ja die gegenwärtige Lage im Handwerk genügend Stoff zur Diskussion bietet und es j der- mann ermöglicht ist, durch Anfragen sich Rat und Auskunft zu verschaffen. Handwerkern und Gewerbetreibenden, denen es irgendwie möglich ist, mögen alle an dieser Versammlung teilnehmen. Die verehrl. Vereine werden seitens des Gaues noch besonders eingeladen. % Eppingen, 30. Nov. (Verschiedenes.) Im Landesverein „Badische Heimat" der hiesigen Ortsgruppe sprach der Heimatdichter August Ganther-Freiburg aus eigenen Werken. Ganiher, in weiten Kreisen schon eine bekannte und beliebte Dichterpersönlichkeit!, verstand es auch hier, durch eine vorzügliche Auswahl für seine Werke zu werben, denen durchgängig eine tiefe Heimatliebe, gepaart mit wundervollem Einfühlungsvermögen in Dinge und Verhältnisse eigen ist. — Der katholische Kirchenchor wird am kommenden Sonntag im Engelsaale ein Kirchenkonzert mit einem erlesenen Programm mit Chören von Schubert, Haydn, Romberg und Rudnick veranstalten. Klaviervorträge von Frau Forstmeister Ganter und Vorträge des gut durchgebildeten Streichorchesters werden das Programm vervollkommen. P Meckeshenn, 30. Nov. (Vortrag.) Gestern abend hielt Herr Oberingenieur Peters aus Berlin im Gasthaus zum Ochsen hier einen interessanten Portrag über „die Elektrizität im Haushalt." Die Erläuterungen und praktischen Vorführungen ließen erkennen, wie überaus angenehm sich die Elektrizität im Haushalt au^ wirken kann. Besonders die „Stromküche" fand bei den Hausfrauen großen Beifall. Durch schmackhafte Kostproben konnten sich die Anwesenden von den Kochkünsten überzeugen. Am Schluß des gut besuchten Vortrages fand eine Gratis-Berlosung elektrischer Hausartikel statt. $ Aglasterhaufen, 30. Nov. (Erloschene Firma). Laut Eintrag in das Handelsregister A. beim Amtsgericht Mosbach, ist die Fa. Ludwig Rüdinger sen. Aglasterhausen erloschen. Hiermit hat eine Firma entgültig aufgehört zu bestehen, die mit dem Aufblühen Aglasterhauscns in engster Fühlung stand. Die Fa. Ludwig Rüdinger sen. Dampfziegelei und noch einige Industriewerke, wie die Georg Weidenhammersche Peitschenfadrik, in der heute die Lederwarenfabrik, Ed. Hüther u. Eo. untergebracht ist, machten im letzten Zehnt des verflossenen Jahrhunderts Aglasterhausen zu einem bedeutenden Industrieort der heute noch weit über die Grenzen unseres badischen Heimatlandes bekannt ist. t Oberschwarzach, 30. Nov. (Verschiedenes.) Bei den Holzhauerarbeiten im hiesigen Gemeindewald ereignete sich ein ernster Unfall. Der Landwirt Ludwig Sutter wurde beim Baumabsägen von einem stürzenden Teil hart getroffen. Er erlitt eine erhebliche Beinverletzung. — Ein seltenes Jubiläum beging dieser Tage der Polizeidiener Heinrich Pfähler. Seit 40 Jahren versieht er den Dienst als Polizeidiener. Zu Ehren des Jubilars fanden sich bei einer von der Gemeinde veranstalteten Feier zahlreiche Gemeindeangehörige im Gasthaus „Zum Löwen" ein. Für seine treu geleisteten'Dienste wurde dem Jubilar eine von der Gemeinde gestiftete Gabe unter ehrenden Worten überreicht. Der Männergesangverein verschönte die schlichte Feier durch Darbietung von Volks- und Heimatliedern. L Tcefenbach, 30. Nov. (Lokalbahn). Unser Lokalzügelchen scheint sich Urväterzeiten anpassen zu wollen. Kommt es dieser Tage abend schnaufend und fauchend von Bruchsal her geschlichen und bleibt glücklich 1 Kilometer vor Odenheim ganz stehen. Die 'Fahrgäste reißen die Fenster auf und fragen nach der Ursache: Ein Dampfrohr ist undicht, und zischend entströmt der Dampf, den man zum Fahren mit einer Dampflokomotive doch so notwendig braucht, in die kühle Nachtlust. Es muß geflickt werden. Für den Spott brauchte man nicht zu sorgen. Manch Odenheimer setzt sich auf Schuhmachers Rappen, nachdem er sich kalte Füße geholt hatte. Man versucht nach notdürftiger Reparatur die Station zu erreichen, doch nach einigen 100 Metern hält es schon wieder. „Alle Fahrgäste nach Odenheim aussteigen!" Nach geraumer Zeit wird glücklich Odenheim erreicht. Mit über einer Stunde Verspätung wird die Station verlassen. Hilsbach ist wohl erreicht worden, denn es kam anderntags das Zügelchen wieder den Berg herab. Odenheun, 30. Nov. (Verschiedenes.) Beim Pflügen fand dieser Tage hier ein Landwirt das Skelett eines Mannes: Man wird diesen Fund in Zusammenhang mit alten Gefechten im Jahr 1813 bringen, die hier stattfanden. — Hier wurde ein Teil der Tabakernte für 75 Mk. der Ztr. verkauft. — Die Ausstellung des Briestaubenvereins, der nunmehr ein Jahr besteht, war recht gut beschickt. Die Tiere waren in vier Gruppen eingeteilt und man konnte prachtvolle Exemplare bewundern. Die Hanpt- preisträger wa/en Hans und Eugen Scheuring. — Bon der Aussperrung sind hier etw 350 Personen betroffen. — Oestrnigen, 30. Nov. (Die Lage der ausgesperrten Tabak- arbeiterschast( spitzt sich hier immer mehr zu. Eine größere Fabrik, in der fremde Hilfskräfte zur Sortiererei und Packerei herangezogen worden sind, wird von starken Streikposten scharf überwacht. Durch die ganzen Nächte hindurch postieren sich ausgesperrte Arbeiter vor den Fabrikseingängen. Ein Transportauto, das eine Bahnsendung abholen wollte, wurde durch die erbitterte Menge zur schleunigen Rückkehr gezwungen. Auch die Zollbeamten, welche zur Abfertigung der betreffenden ,Saarlieferung erschienen waren, mußten unverrichteter Sache wieder umkehren. - — Menzmgen, 30. Nov. (Der Konsumverein) hielt unter dem Vorsitz von Wunding-Bretten die Jahresversammlung ab. Der Umsatz von rund 20000 Mk. ist auf 27 669 Mk. angewachsen. — Die Witwe Huber wurde auf dem Felde beim Rübenrupfen von Jägern angeschossen. t Adelshenn, 30. Nov. (Gründung einer Pionieroereinigung.) Am Sonntag versammelten sich die Pioniere des Baulandes im Gasthaus zum Roß in Sennfeld zwecks Gründung einer Pioniervereinigung. In der gut besuchte» Versammlung wurde Ra- ner-Hemsbach zum Schriftführer, Blechnermeiste; Fischer-Adels- heim zum Rechner gewählt. Die nächste Zusammenkunft findet am 22. Januar in Osterburken statt. — Ladenburg, 30. Nov. (Hindenburg an Carl Benz.) Aus Anlaß seines 83. Geburtstages hat Car! Benz, der Erfinder des Autos, folgendes Glückwunschtelegramm des Reichspräsidenten erhalten: „Zu Ihrem heutigen 83. Geburtstag übermittle ich Ihnen mit dem Ausdruck dankvollen Gedenkens für Ihre Pionierarbeit auf dem Gebiet des Krastfahrwesens meine herzlichsten Glückwünsche. von Hindenburg, Reichspräsident." Nr. 242. Jahrgang 1927. Der Laadbote * Sinsheim er Zeitung. Donnerstag, den 1. Dezember 1927. ** Mannheim, 1. Tez. (Lebensrettung. — Verbrüht.) Der Lanbeskommiffar für die Kreise Mannheim, Heidelberg und Mosbach hat unterm 14. d. M. den Kaufmann Schnitzer ' in Mannheim, welcher am 1. August d. I. den 7 Jahre alten ■ Richard Gelbke hier durch entschlossenes Handeln vom Tode ' des Ertrinkens im Rhein gerettet hat. eine öffentliche Be- lobigung ausgesprochen. — Aus dem Lindenhof fiel am Montagabend ein drei Jahre altes Kind in einem auf dem . Boden stehenden, mit heißer Waschbrühe gefüllten Zuber ; und hat sich derart verbrannt, daß es am nächsten Morgen ■ im Krankenhaus gestorben ist. ** Seckenheim, 1. Dez. (Schwerer Sturz von der Letter.) .Gestern vormittag stürzten an der Haupt- und Luisenstraße l zwei an einer Lichtleitung beschäftigte Arbeiter einer Mann- ^ heimer Elektrizitätsfirma infolge Bruchs der Leiter aus : ziemlicher Höhe ab. Der eine der Verunglückten erlitt eine - Gehirnerschütterung und innere Verletzungen, der zweite , kam mit leichteren Verletzungen davon. ' ** Weigheim, 1. Dezember. (Ein Racheakt.) Ter hiesige - Obsthändler Georg Hirschbcrger hatte in einem Mannhei- ! mer Gasthause gegen zwei Personen abfällige Aeußerungen : gemacht, die aber ein Wen/Heimer Obsthändler auf sich be- j zog. Aus der Heimfahrt überfiel dieser mit seinem Sohn Hirschberger und brachten ihm mii einem Instrument eine I schwere Kopfwunde bei. Die aus demselben Wagen mit. ' Htrschberger mitfahrende Händlersfrau Tora Tätige von hier nahm sich des Schwerverletzten an, indem sie die blutende Wunde stillte und so gut es ihr möglich war, verband. .Krau Dattge fuhr mit dem Wagen nach Heddesheim, um . ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nach Aussagen des Arztes wäre ohne die erforderliche Hilfe der Händlersfrau . die Verletzung tödlich verlaufen. ** Wiesloch, 1. Dez. (Masern.) In einzelnen Gemeinden > des Amtsbezirks treten die Masern unter den kleinen Kiu- > bern und Schulkindern in solchem Umfange auf, daß in den unteren Klassen der Volksschule über die Hälfte der Schüler fehlen. Es wurde deshalb die Schließung dieser Schulen angeordnet. ** Wiesloch, 1. Dez. (Zigarrenarbeiterstreik.) Im Amtsbezirk Wiesloch bestehen in jeder Gemeinde Zigarrenfabriken, fo daß hier die Aussperrung besonders stark wirkt. Die Not unter den Ztgarrenarbeiterfamilien ist groß, zumal ein Teil derselben nicht organisiert ist. Dieser Tage fand hier in dieser Angelegenheit eine Bürgermeister-Versammlung statt, in der über die Hilfe für die Ausgesperrten beraten wurde. Täglich finden in den größeren Ortschaften stark besuchte Versammlungen statt, in denen die Führer der christlichen Gewerkschaften den Tabakarbeitern über die Lage berichten. Die Gemeinden verlangen von Reich u. Staat Geldunterstützung und wollen, bis dies durchgesetzt ist, vorschußweise Gelder hergeben. Ein Ende des Streiks ist noch nicht abzusehen. ** Dnrlach, 1. Dez. (Motorradunfall.) Am Dienstagabend fuhr ein Motorradfahrer auf der Straße Grötzingen— Durlach auf ein unbeleuchtetes Pferdefuhrwerk. Der Motorradfahrer zog sich eine Gehirnerschütterung zu und blieb bewußtlos liegen. Er wurde in das Krankenhaus in Durlach eingeliefert. ** Bühl, 1. Dez. (Ein kleiner Brandstifter.) Das 4- jährige Söhnchen des Landwirts Josef Kirchner in Altschweier spielte im Heuspeicher Feuerle, wodurch die Futtervorräte in Brand gerieten, der auch auf das Wohnhaus übersprang und den Dachstuhl einäscherte. Der kleine Brandstifter konnte mit knapper Mühe gerettet werden. ** Herrischried, 1. Dez. (Tödlicher Unfall.) Der Sohn des Altbürgermeisters Siebolb wurde in Freiwald beim Holzaufladen durch einen Holzstamm schwer verletzt. Er starb bald darauf im Krankenhaus. ** Freiburg, 1. Dez. (Zwei Kampfhähne.) Der ledige Hausierer Johann Graf aus Harthausen (Amt Oberndorf) versetzte dem 67 Jahre alten Hausierer Stoll aus Renchen im Verlause eines Streites fünf Messerstiche in Kopf und Brust. Der lebensgefährlich Verletzte mußte ins Krankenhaus verbracht werden. Der Täter wurde verhaftet. ** Donaneschinge«, 1. Dez. (Ursache des großen Fischsterbens.) Als Ursache des großen Fischsterbens in der Brigach hat die Gendarmerie Villingen festgestellt, daß im Messtngwerk in Villingen einem Arbeiter aus Unvorsichtigkeit ein Faß Teeröl ausgelaufen ist, wodurch von Villingen bis nach Gutmadingen die Fischbcstände gezehntet worden find ** Villingen, 1. Dez. (Lebensmüde.) Anscheinend infolge einer Gemütsdepression versetzte sich gestern abend in einem Wirtslokal ein hier beschäftigter junger Mann mit seinem Taschenmesier einen Stich in die Brust. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Wunde soll nicht lebens- gefährlich sein. Karlsruher Schwurgericht. i % Jahre Zuchthaus wegen Gewerbsabtreibung und fahr» lässiger Tötung. Karlsruhe, 30. Nov. Vor dem Schwurgericht unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Dr. Rudmann hatte sich gestern die 46 Jahre alte ledige Hilfsarbeiterin Emilie Kästner aus Pforzheim-Brötzingen wegen gewerbsmäßiger Abtreibung und fahrlässiger Tötung zu verantworten. Die Angeklagte war bereits im Jahre 1919 wegen Abtreibung gegen Entgelt zu fünf Jahren vier Monaten Zuchthaus ver- urteilt worden. Im Jahre 1922 wurde ihr durch einen Gnaöenakt Strafaufschub auf Wohlverhalten gewährt. Kurz nachdem sich die Zuchthausmauern hinter der Angeklagten, die einen Kurs für Krankenpflege mitgemacht und sich auch als Krankenpflegerin betätigt hatte, geschloffen haten, wurde sie rückfällig, indem sie seit dieser Zeit bis Anfang Juni 1926 in Pforzheim-Brötzingen an einer größeren Anzahl Frauen und Mädchen verbotene Eingriffe vornahm und sich dafür ein Entgelt geben ließ. Ein Abtreibungsversuch endete mit dem Tode der Frau. Der Staatsanwalt beantragte 7 H Jahre Zuchthaus. Das Schwurgericht verurteilte die Angeklagte Kästner wegen gewerbsmäßiger Abtreibung in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung zu einer Zuchthausstrafe von fünf Jahren sechs Monaten. Der Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Karlsruhe, 29. Nov. Heute nachmitag verhandelte das Schwurgericht gegen das 26 Jahre alte ledige Dienstmädchen Lina Emilie Böhmer aus Scheuern, das wegen Kindstötung angeklagt war. Die Anklage legte ihr zur Last, ihr uneheliches Kind bei der Geburt am 25. Juni b. I. in der elterliche» Wohnung vorsätzlich getötet zu haben (Verbrechen kach 8 217). Die Angeklagte bestritt in,der Verhandlung jegliche Schuld. Erster Staatsanwalt Dr. Rönnberg hielt nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme vorsätzliche Kindstötung für gegeben und beantragte zwei Jahre Gefängnis, während der Verteidiger, Rechtsanwalt Roth-Rastatt, auf Freisprechung plaidierte. Das Schwurgericht fällte folgendes Urteil: Die Angeklagte wird von der erhobenen Anklage freigesprochen; die Staatskafle hat die Kosten zu tragen. Das Schwurgericht konnte auf Grund der Ergebniffe der Beweisaufnahme, insbseodere auf Grund der Gutachten der drei ärztliche« Sachverständigen nicht die volle Ueberzeugung gewinnen, daß das Kind vor, während oder nach der Geburt gelebt hat, was die Voraussetzung für eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Kindstötung oder wegen fahrlässiger Tötung wäre. Es liegen zwar eine Reihe Verdachtsmomente vor. Freisprechung erfolgte nur deshalb, weil dem Gericht die beweise, die gegen die Angeklagte vorliegen, nicht ausreichend genug waren, um ein verurteilendes Erkenntnis zu stützen. Der Haftbefehl gegen die Angeklagte wurde unter diesen Umständen aufgehoben. Ein ««heilbringendes Schäferstündchen. Ei« Abtreibnngsprozeß. Freibnrg i. Br.. 30. November. Mit einer Arrestantin hielt der Ortspolizeidiener Fritz Wetzel in einem Dorfe des Kanderertales im Ortsarrest ein Schäferstündchen ab, das ihn teuer zu stehen kommt. Die gegen ihn ausgesprochene Strafe, welche sich auf Paragraph 174 Absatz 2 des RStlE. stützt, beträgt unter Zubilligung mildernder Umstände acht Monate Gefängnis. — Sodann beschäftigte sich das Schöffengericht mit einer vielverzweigten Abtreibungsaffäre, in welche Frauen aus Eimeldingen, Efringen-Kirchen, Weil- Leopoldshöhe und anderen Orten verwickelt waren. Die Hauptschuldige, die frühere Hebamme Frau Moser in Eimel- dingen, erhielt wegen Lohnabtreibung zwei Jahre Zuchthaus, die Mitangeklagten wurden zu Gefängnisstrafen von drei Wochen bis drei Monaten verurteilt. ** Mülhausen, 30. Nov. (Eine Mädchenhändlerin vor Gericht.) Vor der hiesigen Strafkammer wurde am etzt-n Samstag gegen die Mädchenhändlerin Sarah Kieselstein aus Wien verhandelt, die in den Städten Straßburg, Metz und Mülhausen junge öeutschsprechende Mädchen für ein öffent- liches Haus in Marseille anzuwerben versuchte. Als sie Ende Juni in Mülhausen von einer Minderjährigen die Abänderung des Geburtsscheines verlangte, wurde sie von der Polizei abgefatzt und kam in Untersuchungshaft. Da die vorgeladenen 21 Zeugen nicht alle vernommen werden konnten, wurde die Sache auf 13. Dezember vertagt. Mord und Selbstmord bei Lronberg. Frankfurt a. M., 29. Nov. In der Nähe von Lronberg wurde auf freiem Felde die Leiche einer Frau aus Frankfurt am Main aufgefunden. Nach den polizeilichen Ermittlungen liegt Mord vor. Als Täter kommt der Verlobte der Ermordeten in Frage. Das Paar war feit Sonntag abend nicht mehr gesehen nwrden. Wahrscheinlich hat auch der Bräutigam Selbstmord verübt. Aufgeklärter Leichensund. Kirchhofe«, 1. Dez. Die ärztliche Untersuchung der Leiche des in seinem Bette tot aufgefundenen Johann Ruh hat ergeben, daß er einem Schlaganfall erlegen ist. Der wegen Mordverdachts verhaftete Sohn wurde wieder freigelaffen. Doppelmord und Selbst««»». Bretthei« (Württbg.), 1. Dezember. Am Sonntagmittag wurde — wie gemeldet — der Oberlandjäger Erhardt mit seiner Frau «nd dem etwa elfjährigen Sohn in seiner Woh. nnng erschoffen aufgefunden. Das Motiv r» dieser Ber» jweiflungstat dürfte einzig und allein finanzieller Natnr sein. Erhardt hat seine Ersparnisse in Höhe von 1200 Mark und einen von ihm besonders aufgenommenen Betrag von 600 Mark ausgeliehen, die er als verloren betrachten mußt«. Der unglückliche Mann hat zuerst seine im Bett liegende Frau und sein einziges Kind vermutlich durch einen Schuß getötet, schrieb dann einen Abschiedsbrief, in dem er die Gründe für fein Vorgehen angab und tötete sich, auf eine« Stuhl vor dem Bett feiner Frau sitzend, durch einen Kopf- sckuß. Die Ehefrau nackt ans die Straße gejagt. Paris, 1. Dez. In einem Dorf in der Nähe von Tours hat ein Arbeiter in einem Wutanfall im Verlauf eines Streites mit seiner Frau diese nackt auf die Straße gejagt, nachdem er sie vorher in eiskaltes Waffer getaucht hatte. Bis sich ber Manu entschloffen hatte, die Frau wieder ins Haus z« laffen, war die Bedauernswerte an einem Herzschlag gestorben. Diebstahl französischer Militärdokumente. Paris, 1. Dez. Im Hydographischen Marineamt, das fich im Pariser Universitätsgebäude befindet, wurden vor einiger Zeit auf die nationale Verteidigung bezügliche Dokumente gestohlen. Als Schuldiger wurde schließlich der Portier der Universität, Farineau, festgestellt, der mit Hilfe von Nach- schlüffeln sich den Zugang zum Archiv verschafft hatte. Di« Polizei vermutet, daß Farineau Komplizen hat. Schiffsnnglück bei Bornhol«. Kopenhagen, 1. Dez. In der Nähe von Hasle an der Küste von Bornhvlm ist der schwedische Dampfer „Hera", der fich auf der Reise von Rotterdam nach Helsingfors befindet, gestrandet. Der Dampfer ist leck. Drei Tanks sind bereits mit Waffer gesüüt. Neueste amtliche Kurse mitgeteilt von der Dereinsbank, e. <5. m. b. H. Sinsheim, vom 1. Dezember 1927. «alctfteM: Ablüfunasichuld mU Anslosnngsschetn ohne Anslofungsschei» . S«»fcabti« : Bad. Banl .... Darmpädter- «nd Nattonalbank Deutsche Bank .... DentscheBeretnsbank Dresdner Bank MMeldeutsche Eredttbank SietchSbank .... Rhein. Eredttbank . SSdd. Dtsconto wes. tu °,o 65,30 15.50 In W IM 150 I»0 145,75 500 151.50 130 Sementwerk Heide Ibers 128,50 Daimler Rotoren . . »M» Dtfch- ®oib. und Dilberfcheid« 181,15 Elektr. Licht und Kraft - . — Smaill. und Etanzwerk Ullrich 83 Farbeninduftric . . . .150 Fuchs Waggon Stammaktien — Kritzner Maschinen Durlach . 110,58 Karlsruher Maschinen . 18,75 Knorr Hetlbronn . 100.58 Mainkraftwerke Höchst . . H3,u Neckarsulm-ir Fahrzeugwerke , »5,85 Schuckrrt Elektr. Nürnberg . »01,75 SeUtnduftrte Wolfs ... ,7 Südd. Zucker .... »4.58 Zellstoff Waldhof Stammaktien 83«,5« »erg«er»»» »»»io« in »io t arpeaer Bergbau . 180 alt Westeregän — ManneSmunnrShrenwerke. . 138 ManSsclder Bergb. «.Hütten« . 101 Oberschl. Eisenb. Bedarf . . 80,5« t höntx Bergbau ».Hüttenbetrieb 9i alzwerk Hetlbronn . . 178 Bereinigte K-inigs- Laurahütte n »Min indnstr. Nietern eh «»»gen: in o/o Nllg. Elektr. Stammaktien 108 Badenta Weinhetm . — Bad. Elektrizuät Mannheim — Bad. Maschinen Durlach . la*,59 Aktie» deutscher Tran»|»>r«a>>»«tten: »n »i« S rurg. Amerik. Paketfahrt 137,50 lberaer Straßen-«.Bergbahn — deutscher Lloyd . . »43.50 Scarifc«: »eld «ries New-Iork 1 Dollar 4.1885 4.19S& London l Ps«n» Holland ioo Gulden Schweiz 100 Kranes 20.405 *0 445 169 169.34 80.64 80 80 Wien 100 Schilling 8» 59.12 Barts >00 Francs 10.451 16.481 Italien 100 Lire *4.1 il/i 24.7«i k Schweinemarkt in Bruchsal vom 30. Angesahren wurden: Milchschweine 65, wurden: Milchschweinr 65, Läufer 25. Höchster Preis für Milchschweine Paar 30.—, "iiufigster „ „ „ 25.—, übrigster „ „ „ .. 22.- Hi M November 1927. Läufer 39. Berkanst für Läufer 56.— NM. „ „ 36.— „ Wetterbericht. Karlsruhe, 30. November. Die in den unteren Schichten des europäischen Hochdruckgebietes noch ziemlich in Ruhe befindlichen Kaltluftmaflen begünstigten auch gestern die Erhaltung der Hochnebeldecke über der Ebene. Darüber hat der Schwarzwald ab etwa 800 Meter noch heiteres Wetter. Es besteht vorderhand keine Aussicht auf Aenderung de» gegenwärtigen antizcklonalen Witterungscharakters. Veamtentochter 5 S (20 3. alt), im Haushalt und Kochen ersah- 1 L reu, mit gründl. Kenntnissen im Schneide- ü ^ rinnengewerde ^ ^ zur weiteren Ausblildung Stellung als ^ Hmsloihter oder SW» l in nur vornehmen Haushalt mit Familien- I ö anschluß. ö 4 Gefl. Offerte» unter Nr. 12 31 an den 4 ^ drn Landdaten erbeten. ^ Oixin fPos dankbare Seifenpulver @«5esAe Ergiebigkeit und hen vertagende Wasehwirkunq! Bixin ist für jedes Waseh- verfahren geeignet. Qeson ders vorteilhaft aueh für die Wasehinenwds&te! Indium 'Bleiche/i-Sitf Vrima neue Mandeln neue Haselnutzkerne Locosflocken .... In. Sultaninen . . . Eorinthen .... Nosinen. 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