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Auch die Notwendigkeit einer Aenderung der verfassungsrechtlichen Bestimmungen in den Beziehungen zwischen Reich und Ländern und der Länder unter sich wird hingewiesen. In diesem Zusammenhang deutet der Kanzler aus die finanziellen Schwierigkeiten einzelner Länder hin, die historische Eigenart im Rahmen der Möglichkeit gewahrt werden". Zu Punkt 2: „Maßnahmen zur Gewährleistung sparsamster Finanzpolitik" nennt der Reichskanzler Gesetzesoder Verwaltungsmaßnahmen, die sich gegen ein Uebermaß laufender, besonders aber auch einmaliger außerordentlicher Berlin, 13. Dezember. Präsident Lobe eröffnet die Sitzung um 11 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Besoldungsgesetzes. Präsident Löbe macht darauf aufmerk- , sam, daß die Verabschiedung bis morgen abend erfolgen müsse. Der Reichssinanzminister habe erklärt, daß nur dann eine Auszahlung der Bezüge bis Weihnachten erfolgen könne, wenn die Beschlüffe des Reichstages bis Mittwoch asiend vorliegen. Abg. Lucke sWirtsch. Bgg.s beantragt die Verbindung «Ines Antrages mit der Beratung, wonach eine Diätenerhöhung mit der Besolbungserhöhuug nicht verbunden werden soll. Präsident Löbe stellt fest, daß die große Mehrheit des Reichstages mit Ausnahme zweier Parteien der Auffassung fei, daß sich aus der gegenwärtigen Beratung auch eine Rückwirkung auf die Diäten der Abgeordneten ergeben müsse. Eine Verbindung dieser Frage mit der gegenwärtige« Beratung sei aber nicht wünschenswert. Da Widerspruch erhoben wird, kann der Antrag Lucke nicht mit der 'Beratung verbunden werden. Abg. Dr. Qua atz (Du.) erstattet den Ausschntzbericht. >. Der Berichterstatter geht in der Hauptsache auf die vor der ' Besolöungsdebatte im Ausschuß stattgefundene Bergtung über, die allgemeine Finanzlage des Reiches ein. Man sei sich einig gewesen, daß der ausgesogene Wirtschaftskörper Deutschlands zum Wiederaufbau des fremden Geldes bedürfe. Die angebliche Verschwendung Deutschlands sei eine innere Angelegenheit und dürfe mit der Reparationsfrage nicht verbunden werben. Man müsse bestrebt sein, die Reparationsfragen aus dem Meinungsstreit der Parteien ; herauszulafseu. Die Verwaltungsreform dürfe nicht nur die eigentliche Verwaltung, sondern müsse auch die Reichsbetriebe umfassen. Als zweiter Berichterstatter wies Abg. Steinkopf (Soz.) darauf hin, daß im Ausschuß über 800 Anträge gestellt worden seien, Aenderungen in dem in der Regierungsvorlage enthaltenen Grnppenaufbau sind nur insofern vorgenommen worben, als an die Stell« von pensionsfähigen Zulagen für große Gruppen von Beamten eine Beförderungsgruppe gesetzt wurde. Tie fünf Ministerialdirigenten wurden als künftig wegfallenö bezeichnet. Eine Erhöhung der Ministerialzulage durch den kommenden Etat ist durch einstimmigen Beschluß des Ausschusses abgelehnt worden. Allerdings hat die Reichsregierung erklären lassen, daß sie sich zu dieser Erhöhung doch gezwungen sehe, wenn Preußen an der Süprozentigen Erhöhung der preußischen Ministerialzulage festhalte. Obwohl die Besolöungsordnung im Reich und in Preußen in den wichtigsten Bestimmungen übereinstimmen sollte, iso hätten sich doch verschiedene wichtige Unterschiede herans- i gestellt. Beim Wohnungsgeldzuschuß hat Preußen die Bestimmung, baß ledige Beamte nach dem 45. Lebensjahre den vollen Wohnungsgeldzuschnß ihrer Besoldungsgruppe er- halten, nicht übernommen. Das Reich hat die Siuder-Zn« schlüge auf 20 Mk. festgesetzt, während Preußen für die ernsten beiden Kinder je 20 Mk., für das dritte und vierte Kind je 28 Mk. und für jedes weitere Kind je 30 Mk. zahlt. Während im Reick die Wartegeldempsänger vom 1. Oktober 1827 ab in die neue Besoldungsorbnung eingestuft werden sollen, will Preußen ihnen die für die Pensionäre vorgesehenen prozentualen Zuschläge gewähren. In der Aussprache nimmt als erster Redner das Wort Abg. Bender (Soz.). Er weist zunächst den Vorwurf zurück, daß die Sozialdemokratie aus Wahlrücksichten sich für die Beamten zu Ungunsten der Arbeiter eingesetzt habe. Den Vormurf politischer Demagogie könne man mit viel mehr Recht gegen die Regierungsparteien erheben. Drei Jahre lang hätten die Regierungsparteien die Beamten auf die Gehaltsver- befferung warten lassen, obwohl bas Reich zeitweise im Gelbe schwamm und die Regierung den Ruhrindustriellen das 700-Millionen-Geschenk machte. Erst jetzt kurz vor den Neuwahlen kämen die Regierungsparteien mit der Besoldungsvorlage, die schon vor Jahren fällig war. Der RedAusgaben richten sollen. Die Stellung des Finanzministers im Ministerkollegium und die Stellung der Regierung gegenüber dem Parlament in Ausgabesragen wird untersucht. Der Reichskanzler hält es für notwendig, zu prüfen, ob nicht durch gesetzliche Bindungen grundsätzlicher Art eine Einschränkung der Ausgaben erzielt werden.kann. Zu Punkt 3: „Berwaltungsreform im Reich und in den Ländern" verlangt der Kanzler ein einheitliches und gemeinsames Vorgehen. Er spricht von der Notwendigkeit wirtschaftlichen Zusammenschlusses zu Zweckverbänden und hebt hervor, daß die Verwaltungsorganisation den Bedürfnissen der Wirtschaft anzupassen ist. Schließlich enthält die Schrift des Reichskanzlers auch einen Hinweis auf das Enklaven- Problem und auf eine verbesserte Grenzziehung unter den Ländern. Für jeden Punkt sind Referenten bestellt. So sind zu Punkt eins der Hamburger Bürgermeister Dr. Petersen und der württembcrgische Staatsminister und Staatspräsident Bazille um Uebernahme der Hauptreferate gebeten. Ferner wurde an die Ministerpräsidenten von Preußen und Bayern, Brauns und Held, das Ersuchen gerichtet, die Korreferate zu halten. ner geht dann aus die Gehälter der unteren Beamten ein, die auch in der neuen Besoldungsvorlage viel zu niedrig seien. Unter keinen Umständen dürfe man aber nach der Neuregelung die Löhne der Reichs- und Staatsarbeiter auf dem bisherigen, viel zu niedrigen Stand lassen. Der Minister habe eine allgemeine Lohnerhöhung abgelehnt, weil die geltende tarifliche Regelung noch bis zum 31. März läuft. Dabei wäre es ein Leichtes, durch eine neue Vereinbarung dem Notstand der Reichsarbeiter abzuhelfcn. Der Redner beantragt Aufbesserung der Reichsarbeiterlöhne und Auszahlung noch vor Weihnachten. Abg. Laverenz (D.N.) gibt für die deutschnationale Fraktion eine Erklärung ab,in der es heißt: Wir begrüßen es, daß mit der Vorlage ein altes, der Beamtenschaft gegebenes Versprechen eingelöst wird. Darin erblicken wir eine Staatsnotwendigkeit. Auf die den Ländern und Gemeinden aus der Neuordnung erwachsenen Verpflichtungen ist im vorläufigen Finanzausgleich Rücksicht genommen worden. Die großen auf dem Reiche ruhenden Lasten machen es notwendig, in den Ausgaben äußerste Sparsamkeit zu üben und sie der Tragfähigkeit der Wirtschaft anzupaffen. Trotz der dadurch gebotenen Zurückhaltung ist es uns gelungen, manche Verbesserungen über die Vorlage hinaus zu erreichen. Wir bedauern, daß es angesichts der ungünstigen Finanzlage nicht durchzusetzen war, baß die Pensionäre nach den gleichen Grundsätzen behandelt werden wie die im Dienst befindlichen Beamten. Umso schärfer bekämpfen mir jeden Versuch, im Wege der Pen- fionskürzung wohlerworbene Beamtenrechte zu schmälern. Die sozialdemokratische Anregung einer Zwangspensionte- rung aller über 60 Jahre alten Beamten lehnen wir ab. In der Erklärung wird schließlich eine Zusammenfassung des Behörbenaufbaues und in Verbindung mit der Verwaltungsreform eine durchgreifende Verfaffungsreform gefordert. Abg. M o r a t h (D. Bp.) erklärt im Namen der Deutschen Volkspartei, daß die Besoldungsreform eine Staats- notwenöigkeit sei, an der neben den Beamten auch alle übrigen Wirtschastskreise ein großes Interesse hätten. Mit der Vorlage werde nachgeholt, was drei Jahre und länger versäumt wurde. Die schlechte Finanzlage habe es leider nicht erlaubt, alle Berechtigten Wünsche z« erfüllen. Eine erfreuliche Verbesserung sei jedoch der Ersatz der vorgesehenen individuellen Zulagen durch weitere Besoldungszulagen. — Die Angriffe der Oppositionsparteien seien unverständlich angesichts der Tatsache, daß die Besoldungsvorlage in engem Zusammenhang mit der der Preußischen Regierung aufgestellt sei, für die die Sozialdemokraten und Demokraten mitverantwortlich seien. Der von den Sozialdemokraten gegen die Regierungsparteien erhobene Vorwurf der Demagogie und Heuchelei falle vollkommen auf die Angreifer zurück. (Beifall Rechtsj. Unannehmbar sei der sozialdemokratische Vorschlag, die Beamtenorganisationen etwa in die Stellung von Tarifkontrahenten zu drängen. Auf lange Reden müßten die Regierungsparteien verzichten, weil ihnen daran liege, den Beamten recht schnell die nötige Aufbesserung zu gewähren. Abg. S e p p e l (Soz.j wirst den Regierungsparteien vor, sie hätten es jetzt sehr eilig mit der Erledigung der Besoldungsvorlage, während sie anfänglich Schwierigkeiten auf Schwierigkeiten gehäuft hätten. Die Aufbesserung käme viel zu spät. Sie lasse auch jede Großzügigkeit vermissen. Großzügig sei man nur gegenüber den Generälen und höheren Beamten. Der einseitig soziale Geist der Vorlage werde dadurch gekennzeichnet, daß danach der Kapitän zur See monatlich 807.50 Mark mehr erhält, während den Schützen und Gefreiten monatlich 2—4 Mark abgezogen werden. (Hört, hört!). Abg. Dietrich-Baden (Dem.) erklärt: Bei den Regierungsparteien habe sich der Mangel klarer Richtlinien und einer festen Führung gezeigt. Z« einer Preiserhöhnng liege gar kein Anlaß vor, da die Besoldnngsreform nicht zu Stenererhöhnnge« führt. Die Aufbesserung sei notwendig nicht nur im Interesse der Beamten, sondern auch des Staates selbst. Die Erhöhung der Gehälter der oberen Beamten habe wegen ihrer geringen Zahl keine große Wirkung auf die Retchsfinanzen. Das Stöhnen über die hohe Belastung der Wirtschaft durch die Reamtengehälter sei unberechtigt. Alle Staatsbürger seien daran interessiert, ein unbestechliches Beamtentum zu haben. Dazu sei aber eine anständige Besoldung erforderlich. ■ Wir haben nicht z« hoch bezahlte, aber zu viele Beamte. Der Redner fordert eine Verwaltungsreform, damit das Neben- und Gegeneinanderarbeiten der Reichs- und Landesinstanzen aufhöre. Ein« Verfaffungsreform sei nicht zu umgehen. Er betont zum Schluß, daß die demokratischen Bemühungen um eine Verbesserung der Vorlage an dem geschlöffenen Widerstand der Regierungsparteien gescheitert seien. Abg. T o r g l e r (Komm.) siebt das Ergebnis der langen Verhandlungen darin, daß die Beamten nun jede Hoffnung auf bas Parlament verloren haben. Der Redner nennt die Vorlage eine reaktionäres Produkt und bestreitet den Demokraten und Sozialdemokraten das Recht, angesichts der Haltung der preußischen Regierung Verbesserungsanträge zu stellen. Ihre Haltung im Ausschuß mache den Eindruck, daß sie die Minister in Preußen für ausgemachte Trottel halten. (Präsident Löbe rügt diesen Ausdruck!) Abg. Lucke (Wirtsch. Bgg.) erklärt, seine Freunde zeigten durchaus Verständnis für die Notwendigkeit, die Beamtengehälter in angemessener Weise zu erhöhen. Es müsse aber dafür Sorge getragen werden, daß die dazu erforderlichen Mittel ohne steuerliche Belastungen beschafft werbe« können. Die Mehrkosten der Besoldung müßten in erster Linie vom gewerblichen Mittelstand in Form erhöhter Realsteuern getragen werden. Die jetzige Vorlage sei keine ge- . rechte Lösung. Notwendig sei vor allem schnellste Hilfe für die untere« Gruppen. Den Forderungen für die übrigen Gruppen könne seine Fraktion vorläufig nicht zustimme». Der Redner hält weiter Penstonskürzunaen für erforderlich, wenn neben der Pension ein hohes Privateinkommen vorhanden ist. Inzwischen ist von den Regierungsparteien ei« Aende» rnngsantrag eingegangen, wonach für die Dauer von zunächst 5 Jahren, beginnend mit dem 1. April 1928, von je drei freien oder freiwerdenden planmäßigen Beamtenstellen der Besoldungsorbnung A (aufsteigende Gehälter) eine Stelle wegfallen soll, wenn die Geschäfte durch eine Hilfskraft wahrgenommen werden können. Diese Bestimmung soll auch für Länder, Gemeinden und Organe des öffentlichen Rechts Anwendung finden. Abg. Allekotte (Ztr.) gibt namens der Zentrnms- fraktion eine Erklärung ab, wonach die Zentrumsfraktion der Auffassung ist, daß die Erhöhung der Beamtenbezüge nicht mehr länger verzögert werden kann. Meinungsverschiedenheiten hätten sich in der Fraktion nur geltend gemacht hinsichtlich des Ausmaßes der Erhöhung. Das Ge- samtverhältnis zwischen Reich und Ländern bedürfe noch der Regelung. Der endgültige Finanzausgleich und eine organische Verwaltungsreform ständen noch bevor. In der Erklärung wird weiter darauf hingewiesen, daß ein erheblicher Teil von Landwirtschaft und Mittelstand über den starken Steuerdruck klage. Angesichts dieser Tatsache bedeute die Besoldungsreform eine folgenschwere Maßnahme, so daß ein Teil der Zentrumsfraktion Bedenken trage, ihr zuzu- stimmen. Auf Betreiben der Zentrumsfraktion hätten di« Regierungsparteien beantragt, Bestimmungen über die Zusammenlegung von Behörden, Vereinheitlichung der Zuständigkeiten und eine organische Verminderung der Beamtenzahl in die Vorlage anfzunehmen. Die Mehrheit de« Zentrumsfraktion werde unter Berücksichtigung der sachliche« Notwendigkeiten dem großen Gesetzgebnngswerk ihre Zustimmung gebe«. Abg. Dr. Stegerwald (Ztr.) erklärt als Vertrete» der Fraktionsminderheit, er sei nicht grundsätzlicher Geane» einer Besoldnngsverbeffernng, wolle ihr aber nur in Verbindung mit einer VerwaltimaSreiorm znstimmen. De»' Redner weist die Angriffe zurück, bi« von kommunistische« Seite wegen eines Briefes gegen ihn gerichtet worden find. Dieser Privatbrief sei ohne seine Zustimmung veröffentlicht worden und enthalte keineswegs eine Beschimpfung der ab- gebauteu Beamten. Abg. Fr ick (Nat.-Soz.) erkennt an, daß die Vorlag« noch manche Verbesserung bringe, sie enthalte aber noch viel« Ungerechtigkeiten, die beseitigt werden müßten. Abg. Tr. Best (Völk.) bemängelt die Gehaltsregelung für den Reichsgerichtspräsidenten, dessen Gehalt um 4 Pro- zent gekürzt sei. während die Ministergehälter erhöht wür- den. Abg. Groß (Ztr.) wirst der Wirtschaftspartei Demagogie vor. Im Plenum beklage sie die Belastung des Mittelstan- des durch die Besoldungsvorlage, während ihr Vertreter im Ausschuß Anträge stellte, die 100 Millionen Mehrausgaben erfordert hätten. Tie Gesamtvorlage des Ausschusses sei ein Werk, auf das die Beamten stolz sein könnten. Abg. Schmidt- tSettin (Dn.) unterstreicht die Ausführungen des Vorredners über die Wtrtschaftspartei und erklärt, die Beamtenschaft müsse dankbar sein, daß die Vor- läge noch vor Weihnachten zustanöegebracht werde. Abg. Lucke (Wirtsch. Vgg.) weist die gegen seine Partei erhobenen Angriffe zurück und erklärt, die von den Rcgie- rungsvertretern im Ausschuß über seine Anträge genannten Zahlen seien falsch gewesen. Bon der Regierung wird demgegenüber erklärt, daß dies« Zahlen auf genauen Berechnungen beruhten. Abg. D a u e r (B. Bp.) weist daraufhin, daß der Abgeordnete Lucke eine schwere Niederlage erlitten habe und liebe» schweigen sollte. Ter Redner verliest dann eine Erklärung seiner Fraktion, in der es heißt, daß die bei Einbringung der Vorlage ausgesprochenen Bedenken durch die Ausschutzverhandlungen nicht völlig beseitigt worden seien. In der Anerkennung der beruflichen Tätigkeit der Beamten sei man > sich durchaus einig. Wenn trotzdem voraussichtlich nicht all« Die Aussprache über das Besoldungsgesetz. Die Regierungsvorlage in zweiter Lesung vom Reichstag bis zuin 814 angenommen Rr. 253. Jahrgang 1927. Der Landbote * Sinsheim« Zeitung. Mitglieder feiner Fraktion der Borlage zustimmen könnten, so lediglich deshalb, weil die finanziellen Auswirkungen der Vorlage mit der wirtschaftlichen Lage nicht vereinbart werden könnten. Die Mehrheit der Fraktion sei der Meinung, daß die finanzielle Auswirkung scharf an die äußerste Grenze des Erträglichen heranreichen. Es muffe daher die bestimmte Erwartung ausgesprochen werden, daß die Beamtenschaft ihrerseits sich der Bedeutung der übrigen Berufsstände bewußt bleibe und von Nebenbeschäftigungen und Warenver- mtttlung zukünftig absehe. Damit schließt die allgemeine Anssprache und das Haus geht zur Einzelberatung über. Die Vertreter der Oppositionsparteien bringen zahlreiche Einzelwünsche vor, die in Anträgen niedergelegt sind. Unter Ablehnnng aller Aendernngsanträge werde» di« ersten 11 Paragraphen der Vorlage in der Ansschnßfaffnng angenommen. Darauf wird die Beratung abgebrochen und auf Mittwoch 18 Uhr vertagt. Auf der Tagesordnung steht auch die dritte Beratnng der Besoldnngsvorlage, fevner die Anträge über die Weihnachtsbeihilfe für die Kleinrentner. Die Senkung der Lohnsteuer im Ausschuß Berlin, 14. Dez. Der Steuerausschuß des Reichstages beschäftigte sich gestern nach Verabschiedung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes in zweiter Lesung mit der Senkung der Lohnsteuer. Abg. Dr. Herz betonte hierzu, daß die wtrt- schaftliche Entwicklung der letzten Jahre eine immer stärkere steuerliche Belastung der untersten Schichten gebracht habe. Eine Korrektur sei nur durch die Lohnsteuersenkung möglich. Für das Zentrum erklärte Dr. Brüning, es sei fraglich, ob das Prinzip der Senkung des Prozentsatzes der Steuer dem Sinne des Gesetzes entspreche. Im übrigen legte der Redner schärfsten Einspruch dagegen ein, daß ein Teil der Länderregierungen in der Bescldungsfrage über die Reichsvorlage hinausgegangen sei und nun die Mehrausgaben durch Ntchtsenkung der Lohnsteuer decken wolle. Im Ausschuß müffe geprüft weiden, ob man nicht eine Zwischenstufe einschalten könne, um zu verhindern, daß die Erleichterung der ledigen Lohnsteuerpslichtigen mit hohem Ein- kommer erheblich größer ist, als die der übrigen Lohnsteuerpflichtigen. Der volksparteilche Abg. Keinath äußerte Bedenke» gegen die Senkung der Lohnsteuer und kündigte an, daß seine Fraktion auf eine stärkere Auflockerung des Einkommensteuertarifs htnwirken werde. Der Redner der Bayerischen Volkspartei, Dr. Horlacher, schloß sich im wesentlichen den Ausführungen des Zentrumsredners an. — Die Beratungen werden heute Mittwoch fortgesetzt. Me Verteilm« der WeihnaWbeWse ffir die Kriurenlner Berlin, 14. Dez Der sozialpolitische Ausschuß des Reichstages befaßte sich gestern mit den Anträgen fast aller Parteien über eine Wethnachtsbeihilfe für die Kleinrentner. Gegenüber weitergehenden Wünschen erklärte der Reichsfinanzminister Dr. Köhler, daß es angesichts der Gesamtlage unmöglich sei, über die von der Regierung zur Verfügung gestellten 25 Millionen hinauszugehen. Annahme fand schließlich folgender Antrag des Zentrums über die Verteilung der 25 Millionen: „Als einmalige Notstandsmaßnahme zugunsten der Sozialrentner, Kleinrentner und langfristigen Erwerbslosen ist zu gewähren: 1. für Empfänger von Invaliden-, Witwen- und Witwerrenten je 9 Mark, für Empfänger von Waisenrenten je 3 Mark: 2. für Hauptunterstützungsempfänger in der Kleinrentnerfürsorge je 9 Mark, für Znsatzunterstützungs- empfänger, Ehegatten, Kinder je 3 Mark,- 3. für Hauptunterstützungsempfänger in der Kriseufür- sorge je 9 M., für Zuschlagsunterstützungsempfänger je 8 Mark. Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte ist zu ermächtigen, eine entsprechende Notstandsmaßnahme aus den Mitteln der Anstalt zu gewähren. Angenommen wurde ferner ein sozialdemokratischer Zusatzantrag, diese einmalige Notstandsmaßnahme auch den unterstützten ehemaligen Reichsarbeitern und Reichsange- ftellten und den Kindern der Jnvaliöenrentner zu gewähren. Bilanz der Ratstagung. Scheinlösung im Litauen-Konflikt. Die Tagung des Völkerbundrats in Genf ist heute, am Montag, zu Ende gegangen und hat in einer einzigen Frage nämlich in der polnisch-litauischen Angelegenheit, insofern einen gewissen Erfolg zu buchen, als es dem Rat gelungen ist. den Ausbruch des in den letzten Wochen täglich drohenden bewaffneten Konflikts zwischen den beiden Ländern zu verhindern. Darüber, daß die in Genf erzielte Verständigung die Wurzeln de: polnisch-litauischen Differenz nicht ausrottrn, wird niemand im Unklaren sein. Es handelt sich bei der Einigung nur um die äußerliche Beilegung eines Skandals, der den ganzen Osten in Aufruhr zu bringen drohte. Litauen hat auf die These verzichtet, daß es sich „im Kriegszustände" mit Polen befinde. Polen wiederum, das mit litauischen Emigranten in Wilna und Riga konspirierte und nicht abgeneigt war, einen neuen „Zaleski-Einfall", dieses Mal ins Herz Litauens, zu arrangieren, erklärte formell, daß es die Unabhängigkeit und Integrität Litauens respektieren wolle. Litauens Klagen über Unrecht, das polnischen Staatsangehörigen litauischer Rationalität zugefügt werde, wurden anfangs von Polen als nicht zum Genfer Programm gehörende Minderheitsangelegenheiten abgewiesen. Schließlich ließ sich Zaleski, wie es heißt, auf Veranlassung Pilsudskis, der selbst nach Genf gekommen war, doch herbei, auf die Prüfung jener Klagen durch ein Komitee des Völkerbundrats einzugehen. Beide Staaten erklärten sich einverstanden, direkte Verhandlungen aufzunchmen, um die Herstellung normaler Beziehungen und guter Zusammenarbeit zu erreichen. So weit klingt die Entschließung des Völkerbundrats, der Polen und Litauen zustimmten, recht schön und friedsam. Zum Schluß aber kommt der Pferdefuß hervor: Die Entschließung berührt in keiner Weise jene Fragen, über die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Regierungen Litauens und Polens bestehen. Dies bedeutet, daß die Wunde von Wilna offen bleibt. Mit dieser Feststellung bleibt aber die in Genf zustande gekommene Ueberbrückung des tiefen Riffes zwischen Polen und Litauen nur eine notdürftige Verkleisterung. Me Notbrücke kann jeden Augenblick wieder ein- stürzen. Diese Befürchtung wird auch durch die rührende Umarmung Zaleskis und Woldemaras im Bölkerbundsfaale, — ein Schauspiel, das, je nach der Einstellung der Zuschauer, die ihm beiwohnten, komisch oder abstoßend wirken mußte —, nicht aus der Welt geschafft. Was sonst in diesen acht Tagen der Ratssession in Genf geleistet wurde, beschränkt sich wesentlich auf Hinausschiebung von Lösungen fataler Fragen, eine Taktik, in der es der Völkerbund zu wahrer Meiste-fchaft gebracht hat. Danzigs Beschwerde wegen des polnischen Munitionsdepots auf der Westerplatte blieb aufs neue unerledigt. Und dies, obfchon sich der Berichterstatter des Völkerbundrats in seinem Bericht auf den Boden des Rechtsgutachtens stellte, daß sich für die Aufrechterhaltung der Danziger Zoll- und Polizeihoheit auch im polnischen Muni- tionsdepot ausspricht. Der polnische Delegierte Straßburger wollte den Fall durchaus vor den Haager Schiedsgerichtshof bringen, wogegen sogar Chamberlain opponierte. Schließlich einigte man sich auf den beliebten Ausweg, eine „Kommission" einzusetzen, die ein brauchbares Reglement auf Grund des erwähnten Rechtsgutachtens ausarbeietn soll. Auch der Entscheidung über den ungarisch-rumänischen Streit in dxr Optantenfrage ist der Bölker- bundsrat in einer Art ausgewichen, die recht hilflos amnutet. Um der neuen rumänischen Regierung keine Ungelegenheiten zu bereiten, mußte der rumänische Außenminister Titulescu, der sich schon zur Reise nach Genf anschickte, „erkranken". Die ungarische Delegation war so loyal, auf diese, den Rumänen gewährte Galgenfrist eiüzugehen, indem sie sich einverstanden erklärte, die Angelegenheit bis zur nächsten Ratstagung zurückzustellen. Einige kleine, rein geschäftliche Punkte der Tagungsordnung. Anleihefragen und dergleichen, wurden vom Rat laufend erledigt. Wenn heute und morgen die verschiedenen Außenminister und Delegierten Gens verlassen, werden die Herren gewiß restlos ihrer hohen Befriedigung über die Ergebnisse der Ratstagung Ausdruck geben. Das ist ihr gutes Recht. Dennoch muß die Welt nach jeder dieser Beratungen des Genfer Völker-Parlamentsausschuffes sehen, sehen, wie gerade die schwierigsten, lebenswichtigen Fragen entweder — wie im polnisch-litauischen Fall — «ine Scheinlösung finden, an deren Dauerhaftigkeit niemand recht glauben will, oder aber auf die lange Bank geschoben und bestenfalls „Kommissionen" zugeteilt werden, die niemals die Autorität und nur selten den Willen haben, gerechte und radikale Lösungen zu finden, wie es früher doch im direkten Verkehr von Staat zu Staat oft genug gelang. Will der Völkerbund hier Wandel schaffen, so muß er sich ganz anders und weit aufrichtiger als bisher zu einem unabhängigen Areopag zu gestalten suchen, der er heute noch keineswegs ist. Schlichlungsverhandlungen in Düsseldorf Berlin, 14. Dez. (Funkspruch.) Wie dem D.H.D. au» Düffeldorf berichtet wird, ist der Originalbrief des Reichsarbeitsministers Dr. Brauns bis gestern mittag noch nicht in die Hände der Arbeitgebergruppe der Eisenindustrie ge- ROMAN* von FRED NELIUS Dann ist es Schlafenszeit. Alle reichen sich die Hände. Die Jungfer der Prinzessin wird gerufen. Der Aichsche Diener begleitet Jürgen in sein Zimmer. Die Lichter löschen mählich aus. Draußen streicht der Nachtwind um den alten Schloßbau und darüber ziehn die Sterne durch die. Frühlingsnacht. * Es wurde Mai. Jürgen Güldenwerth war nach mehrtägigem Aufenthalt in Aich nach Dresden abgereist. Man vermißte ihn. Jeder hatte den ritterlichen und bescheidenen Gast in seiner Weise gern. Der alte Graf schätzte den jungen, lebensfrischen Kameraden, vor dessen klarem, reifem Urteil er Achtung hatte. Der Gräfin fehlte er b.im Bridge. Der Komteß beim Reiten. Der Prinzessin war ein Freund genommen, dessen Treue und Ergebenheit sie mehr und mehr mit tiefem Glücksgefühl erfüllten, und dessen ritterliche Art ihr wohltat. Ihre sensible Psyche empfand die Lücke» die sein Fortgehen in den neuen Lebenskreis gerissen hatte, naturgemäß am schwersten. Draußen wehten Frühlingsstürme. Sic klagten in der Esse. Sie heulten an die Fenster. Es regnete ... es schneite zwischendurch, und dann schossen Hagel-Trommelfeuer auf das alte Schloß. Die Prinzessin war jetzt viel allein. Ihre Seele litt. Mar- grit war bald nach Jürgen für ein paar Tage zu einer schwer erkrankten Schwester der alten Gräfin nach Dresden abgereist. Finstere Schatten krochen wieder an die arme Seele .. . senkten sich herab und bedeckten sie mit einem schwarzen Leichentuch. An einem dieser Abende — da die Vergangenheit Ge- i penster sandte, die mit haßerfüllten Augen aus dem Dunkel tarrten — erreichte die Prinzessin der vierte Mahnbrief mit »er hochgereckten Schrift des Herzogs und der eingepreßten Krone. Als sie von dem abendlichen Zusammensein mit den Aichs in ihr Zimmer kam, lag er auf dem Nachttisch. Geheimnisvoll und unerklärlich, wie er seinen Weg dorthin gefunden hatte. Das Zimmermädchen verschwor sich hoch und heilig, sie habe niemand gesehen und nichts bemerkt. Die Jungfer hatte — gleich nach dem Aufräumen — die Zimmer abgeschlosien und die Schlüssel bis zum Schlafengehen nicht aus der Hand gegeben. Die Prinzessin forschte nicht mehr. Aufruhr und Entsetzen lähmten ihr Gehirn. Die Schatten der Vergangenheit wuchsen riesengroß und forderten ihr Recht. Das klare Denken setzte aus. Sie konnte nicht mehr unterscheiden, ob Verbrecher- oder Schicksalsmahnen ihre Seele hetzten. Der Karton war durch einen senkrechten roten Tintenstrich geteilt. Oberhalb des Striches stand groß geschrieen: „Mörderin!" das grausenhafte Wort —I Die Schreckenszeilen, die dann folgten, verlangten entweder 3000 Dollar Werte in Devisen als Lösegeld an einem genau bezeichneten Platz des herzoglichen Garderobenzimmers in der Wiener Straße für dis übernächste Nacht oder drohten mit dem Tode. Die Prinzessin hatte die Jungfer fortgeschickt und drehte alle Lichter an. Nun gab es keinen Winkel, in den der kleinste Schatten sich verkriechen konnte. Das Licht fiel golden durch den ganzen Raum. Mit tausend Güssen rauschte der Regen draußen aus die Bäume nieder. Ein Käuzchen schrie am Fenster. Der Sturm klagte schwer an Regenrinnen und den Fensterrahmen. Ein Heer von wilden Geistern tobte um das. alte Schloß. Die Prinzessin ging im Zimmer auf und ab. Sie setzte sich und vergrub das Antlitz in die Hände. Die angft- gepeitschte Seele hätte flüchten mögen . . . und wußte nicht wohin. Sie mühte sich mit heißem Willen klar zu denken. Aber Furien waren auf das arme Hirnchen losgelasfen. Bilder formten sich vor ihrem Geist, hinter deren Oual der Wahnsinn grinste. Nun war der große Schatten doch gekommen. Trieb und hetzte . . . trieb sie in die Enge und ließ ihr keinen Weg. Wenn sie dem Verbrecher Häscher auf die Spur hetzte? Die Vernunft schrie: Ja — und wieder ja. l..tb am Schluß doch endlich immer wieder das bedrängte Nein. Vor der Todesdrohung hatte ihre Seele keine Furcht. Aber vor der Schande ... vor der Feigheit ... vor den wilden Krämpfen, unter denen ihr Gewisien zuckte. Ihr Frauenstolz verwand es nicht, den einen Uedeltäter anzuklagen und die eigene Bluttat vor dem Richter zu verbergen. Sie härte schreien mögen: Nehmt mich . . . richtet . . . entlastet endlich mein Gewissen. Und dann stand der Freund ihr gegenüber . . . Mittwoch, 14. Dezember 1927. langt, so daß diese sich bisher nur aus der Presse über de« Inhalt des Briefes unterrichten konnte. Die gestrigen Schlichterverhandlungen haben sich länger hinausgezogen, wie man bisher erwartet hatte, und sind nach einer kurzen Mittagspause um 15 Uhr wieder ausgenommen worden. In eingeweihten Kreisen rechnete man mit einer Beendigung am gestrigen Spätabend. Man weist in Arbeitgeberkreise« darauf hin, daß schon deshalb mit einer raschen Beendigung der Verhandlungen gerechnet werden muß, weil für den Fall der Stillegung der Industrie die Kündigungen bereit» am 15. Dezember erfolgen müßten, eine Tatsache, die selbst, wenn sie nur vorsorglich geschieht, wahrscheinlich eine neu« Spannung in die augenblicklichen Verhandlungen hinein- tragen würde, die Zweifel an dem auch auf Seiten der Industrie vorhandenen Verständigungswillen aufkommen lassen könnten. Man hofft in den Kreisen der Industrie, baß der Schiedsspruch auf Grund der langwierigen Verhandlungen auch die Belang« der Eisenindustrie sowie der ganzen deutschen Volkswirtschaft inbezug auf die Exportlage berücksichtigen wird. Die Verhandln»-«« vertagt. Düsseldorf, 11. Dez. Wie verlantet, find di« -estrigen Schlichtnngsverhandlnnge« vertagt «orden «n- nierd«» hente früh weitergesührt. Von -er Schlichtungskamme« «mrde einstimmig beschlossen, vor Abschlnß der Verhandlungen über ihre« Gang Stillschweigen z« bewahren, «m ein«« ««gestörten Verlaus z« sichern. bei VetriebsrSlewahlen stoberschlefien Königshütte,, 14. Dez. Bei den Betriebsrätewahlen in den Betrieben der Phönix- und Laurahütte haben die deutschen Gewerkschaften einen bedeutenden Wahlsieg errungen. Es wurden abgegeben für die Liste des Deutschen Metallarbeiterverbandes 1503 Stimmen, für die Liste der deutsche« Christlichen Gewerkschaften 506 Stimmen und für die Bereinigten polnischen Listen 983 Stimmen. Die deutschen Gewerkschaften erhalten danach neun Betriebsräte- und zwei Ersatzmänner-Sttze und die polnischen Gewerkschaften vier Betriebsrats- und einen Ersatzmann-Sitz. Gegenüber den vorjährigen Wahlen beträgt der Stimmenzuwachs der deutschen Gewerkschaften ea. 40 Prozent. Dr. Stresemann wieder in Berlin Berlin, 14. Dez. (Funkspruch.) Reichsaußenminister Dr. Stresemann traf gestern nachmittag um 15.45 Uhr an der Spitze der deutschen Bölkerbundsdelegation aus Genf wieder in Berlin ein. In seiner Begleitung befanden sich u. a. Staatssekretär Dr. v. Schubert, Dr. Gaus, Staatssekretär Dr. Pünder von der Reichskanzlei, Staatssekretär Weismann von der preußischen Regierung und Reichspressechef Dr. Zechlin. Zum Ernpfang auf dem Bahnhof hatten stch u. a. Staatssekretär Dr. Köpke und Geheimrat Baligand eingefunden. Dr. Stresemann wird noch heute vom Reichspräsidenten empfangen werden, um über den Verlauf der Völkerbunds- tagung Bericht zu erstatten. pmodifche Wirtschaftstaglillge» in Genf Paris, 14. Dez. Der stellvertretende Vorsitzende des tn- ternationalen Wirtschaftskomitees, Loucheur, machte dem Genfer Vertreter des „Excelsior" Ausführungen über die Bedeutung dieses neuen Ausschusses. Er unterstrich besonders die enge Verbindung der wirtschaftlichen und politische« Problem in einer Zeit wie der unsrigen. Alle Vierteljahre träfen stch in Genf die Staatsmänner und Diplomaten, «m ihre Gedanken auszutauschen. Er hosie, daß von jetzt an periodisch in Genf auch die Vertreter von Handel, Industrie und Landwirtschaft. Fühlung nehmen würden. Diese Begegnungen seien unentbehrlich in einer Zeit, wo die geringsten wirtschaftlichen Fragen- über die Landesgrenzen hinaus- gingen und eine internationale Seite hätten. Die Richtig- keit der Rolle des neuen Ausschusses ergebe sich schon ans der Zahl seiner Mitglieder. 55 Mitglieder würden alle Zweige der wirtschaftlichen Tätigkeit und alle bisher bestehenden großen Organisationen vertreten. Die wichtigste Frage sei die Kohlenfrage, die in den letzten Jahren einen Krisencharakter angenommen, aber noch keine Fortschritte gemacht habe, weil, man sich iw jedem Lande ausschließlich vom nationalen Standpunkte mit ihr befafle. Das Problem müffe studiert werden, indem man allen Interessen Rechnung trage.. Europa habe eine Totalproduktion von etwa schwor . . . hob die Eidessinger ... bei Gon dem Allmächtigen schwor er einen falschen Eid. Fanatisch . . . wild . . . ein ritterlicher Märtyrer bis zur letzten Folterqual des Leibes und der Seele . . . Was galt ihr Geld . . .? 3000 Dollar . . .? O. so wenig! Die Prinzessin rang mit Qualen des Gewissens . . . Abwehr . . . Stolz . . . Angst und Zweifel. Sie wand sich in dein wilden Wunsch, des Freundes Seelenheil zu retten. W»g das ihre . . . Ließ ein Quentlein Herzenssehnsucht in des Freundes Schale fallen. Prüfte . . . dachte . . . wog und maß. Und fühlte — wie sich diese Schale unter Herzblnt- trvpsen, die schwer und linde wie aus einer roten Wunde flössen, tiefer neigte.- Am nÄhsten Tage gegen Mittag rief Jürgen Gülden- werth telephonisch Aich an. Ob die Frau Herzogin zu sprechen sei. Der Diener bat den Grafen an den Apparat. Jürgen erfuhr von diesem, daß die Herzogin mit dem ersten Zug nach Dresden abgefahren sei. Sie habe dringend Geschäfte dort p ordnen. „Mein verehrter Freund, nehm«« Sie sich der Prinzessin in diesen Tagen sreundlichst etwas m. Sie schien mir durch irgendeine Nachricht alteriert. W«e heute früh sonderbar erregt. Wir sind in Sorge. Sie wohnt Hotel Bellevue." „Gern, Exzellenz, gehorsamste Empfehlung." Am Nachmittag gleich nach fünf Uhr ging Jürgen in davon Aich bezeichnete Hotel. Die Herzogin hatte es vor kurzer Zeit verlassen. Der Portier entsann sich, daß sie sich am Mittag telephonisch in ihrer Villa in der Wiener Straße an- gemeldet hatte. Wahrscheinlich sei sie dort. Jürgen rief die nächste Droschke an und fuhr zur Villa Hohenastenberg. Der alte Diener öffnete. Durchlaucht sei hier gewesen, habe sich kurze Zeit in den Zimmern des verstorbenen Herzogs aufgehalten und fei eben wieder fortgefahren. „Wer hat die Schlüssel?" „Durchlaucht hat sie wieder mitgenommen. Wenn ich recht verstand, wollte sie von hier zu ihrem Rechtsanwalt." „Ich komme wieder. Sind Sie hier?" „Sehr wohl." Nr. 263. Jahrgang 1927. 7flu Millionen Tonnen Kohle, die aber nicht beständig sei, sondern Schwankungen unterliege, die die Ursache alle- Uebels seien. Angesichts dieser Schwankung von 20 biso Millionen Tonnen beschäftige die Krise mehrere Länder. Ueber eine so geringe Ziffer sollte eine internationale Abmachung verhältnismäßig leicht hergestellt werden können. Bei dem metallurgischen Problem liege der internationale Charakter nicht weniger offen zutage und man finde hier dieselben Tatsachen. Es wäre vielleicht nützlich — meint Loucheur zum Schluß — eine Umbildung und Ausbildung des Stahlkartells ins Auge zu fassen. Nie amerikanische Flottenrüstung Eine Milliarde Dollar Kosten. Rewyvrk, 14. Dez. Dem amerikanischen Kongreß ging gestern bas neue Flottenprogramm zu, das sich auf fünf Fahre erstreckt und dessen Ausführung eine Milliarde Dollar kostet. Zur Ersetzung veralteter Großkampfschiffe sollen vier neue zu je 60 Millionen Dollar erbaut werden. Außerdem ist der Neubau von 26 Kreuzern des 10 000 Tonnentyps, »on fünf Unterseebooten und achtzehn Zerstörern vorgesehen. Mit der Annahme dieses Programms durch den Kongreß wird gerechnet. Präsident Coolidge erklärte, die anderen Nationen sollte» sich durch das amerikanische Flottenprogramm, das tm Einklang mit dem Washingtoner Abkommen stehe, nicht zum Wettrüsten bestimmen lassen. Sie IMmidisKeRegiem»- steiwllll- ziirülkgetreten »84«, 14. Dez. In der heutigen Parlamentssttzung ist dje lettländische Regierung freiwillig zurückgetreten. Der Rülktritt wird mit dem Austritt des demokratischen Zentrums aus der Koalition begründet. Die Verhandlungen zur Bildung einer neuen bürgerlichen Regierung haben unter Führung der Bergpartei bereits begonnen. 100 Millionen Dollar für Oesterreich Rewyork, 14. Dez. Die österreichische 100 - Millionen- Dollgranleihe soll anfangs Januar zur größeren Hälfte in Rewyork aufgelegt werden. Ztalieu mit einem Schiedsspruch in der Sandelsvertragskrise einverstanden »tat, 14. Dez. Unter dem Eindruck deutscher Prefse- stjmmen nimmt dte „Tribuna" in ruhiger nnd sachlicher Aetse zu der deutsch-italienischen Handelsvertragskrise Stellung. Sie betont, daß es nicht ausgeschlossen fei, daß die unterbrochene Aussprache zwischen Deutschland und Italien wieder ausgenommen werben könne. Wenn die deutsche Regierung das Schiedsgericht anrufen wolle, würde Italien zur Annahme des Schiedsgerichts bereit sein, da es sich sei- n«s Rechtes gut bewußt sei. Rach dieser Auslassung der „Tribuna" kann man damit rechnen, daß die italienische Regierung dem freundschaftlichen Vorschlag der Reichsregierung, im beiderseitigen Interesse das Schiedsgericht anzurufen, zustimmt. Eine offizielle Notifikation der Entschließung der italienischen Regierung liegt aber noch nicht vor. Rordoffenfive gegen drei Fronten. Peking, 13. Dez. Der Hauptkongreß der Kuomintang-Partei der nn Januar zusammentritt, soll nach dem Wunsch Tschiangkai- stheks ihn wieder in alle Rechte eines militärischen Oberkom- «nndanten einfetzen. Tschiangkaischek hat offenbar große militärische Pläne, da er gleichzeitig die Offensive gegen den Norden und di« kommunistische Zentrale in Kanton eröffnen will. Welche S» holgsmöglichkeiten die Nankingpartei mit ihren neuen militärischen Unternehmungen hat, läßt sich nicht leicht beurteilen, da sich nn Augenblick weder die ihr zur Verfügung stehenden militärischen Kräfte genau abschätzen lassen und es sich andererseits auch nicht übersehen läßt, welche Unterstützung Tschiangkaischek nach dem Parteikongreß im Januar von den verschiedenen Provingeneralen zu erwarten hat. Jedenfalls hat es wieoer einmal den Anschein, als ob der chinesische Bürgerkrieg verewigt werden soll. Im übrigen haben sich die Kuomintangs im Augenblick gegen eine groß angelegte Offensive der Nordtruppen zu verteidigen, die gleichzeitig Degen drei Fronten gerichtet ist. Der Vorstoß des Nordens gehr gegen die Pukaw-Bahn, gegen die Hankau-Bahn und auf Shanfi. Der Zweck dieses Vorstoßes ist die Isolierung der Kuomintangtruppen von dem mit ihnen verbündeten Geneml Feng-Pu-Hsiang. Baden. Der Schiedsspruch für das badische TextUgewerbe von de« Arbeitgeber« abgelehnt. --Karlsruhe, 14. Dez. Der vom badischen Landesschlichter, Lanörat Stehle, zur Beilegung der Lohnstrettigkeiten tm badischen Textilgewerbe gefällte Schiedsspruch wurde gestern vormittag von den Arbeitnehmern angenommen. Dagegen lehnten die Arbeitgeber diesen «Schiedsspruch ab. Da die Arbeitnehmer Berbindltchkeitserklärung dieses Schiedsspruches beantragten, hat nunmehr der Reichsarbeitsminister die letzte Entscheidung zu treffen. Die Arbeitgeber erklärten sich autzerstaude, die geforderten Spitzenlöhne zu leiste«. Diese bedeuten eine Erhöhung von 50—60 Pfg. pro Stunde. In zwei Fabriken in Zell i. W., wo am Montag der Termin der Gesamtkündigung ab- gelausen war, haben sich neue Schwierigkeiten ergeben, da die Firma mehrere Arbeiter nicht mehr einstellen wollte. In der Spinnerei Atzenbach, die seit Montag ihren Betrieb geschloffen hat, wird die Arbeit erst am Donnerstag wieder ausgenommen werden. Dr. Haas Spitzenkandidat in Thüringen. Karlsruhe, 14. Dez. Wie aus Weimar gemeldet wird, wurde auf dem außerordentlichen Parteitag der Deutschen Demokratischen Partei des Wahlkreises 12 (Thüringen) Dr. Ludwig H a a s - Karlsruhe als Spitzenkandidat für die kommende Reichstagswahl ausgestellt. Aus Nah und Fern. * Sinsheim, 14. Dez. (Wsihnachtsferien der Handelsschule.) Das Ministerium des Kultus und Unterrichts stellt durch eine« Erlaß den Handelsschulen frei, in besonderen aus örtlichen Verhältnissen entspringenden Fällen die Weihnachtsfcrien auf drei Wochen auszudehnen gegen ausgleichende Kürzung der übrigen Ferienabschnttte. Mit Rücksicht auf die für die Zeit bis Weihnachten und nach Neujahr eintreteude starke Arbeitsbelastung der hiesigen Geschäfte hat die Handelsschule unter Benützung der durch den Erlaß gebotenen Möglichkeit die Weihnachtsferien auf die Zeit vom 17. Dez einfchl. bis 6. Januar 1028 feft- ««fetzt. Der Lavdbote * Sinsheimer Zeitung. * Eiusheim, 14. Dez. (Weihnachtsbeihilfe für die Kleinrentner.) Nachdem die in Fürsorge stehenden Kleinrentner bereits im Sommer dieses Fohres eine einmalige Sonderbeihilfe aus dem vom Reichstag zur Verfügung gestellten Mitteln erhalten habe«, kommt nunmehr zu Weihnachten eine neuerliche Reichsbeihilfe an die Kleinrentner zur Auszahlung. Dies« Weihnachtsbeihilfe erhalten alle Kleinrentner, die bis zum 25. November 1927 in die Kleinrentnerfürforge ausgenommen wurden und die sich bis zur Zeit der Auszahlung der Unterstützung noch in dieser Fürsorge befinden. Die Höhe der Beihilfe beträgt dreiviertel der im Sommer gewährten Unterstützung, mindestens aber für ein Ehepaar 40 Mark, für Alleinstehende 20 Mark und für zuschlagsberechtigte Kinder 10 Mark. Die Fürsorgestellen sind angewiesen worden die Beihilfen noch vor Weihnachten an die Beieiltgten auszuzahlen. □ Eschelbachs 13. Dez. (Jagdliches.) Bei der in den letzten Tagen hier abgehaltenen Treibjagd wurden 124 Hasen erlegt. Es ist dies bei den diesjährigen Iagdverhältnissen ein sehr gutes Ergebnis für die hiesigen Gemarkungsverhältnisse. - A Gemmingen, 13. Dez. (Im Tode vereint.) Im Alter von 67 Jahren starb hier nach längerem Leiden Julius Mannasse, Viehhändler und Ehrenmitglied der „Eiuiracht". Sein Hinscheiden wirkte derart erschütternd auf die Gemahlin, Berta Mannasse, daß sie infolge eines Herzschlages ebenfalls kurz darauf verschieden ist. Die Frau erreichte ein Alter von 64 Jahren. Beide Verstorbene erfreuten sich hier und in der Umgebung großen Ansehens. P Mrckeshrim, 13. Dez. (Märchenabend.) Weihnachten ist im Traumland unschuldiger Kinderherzm so recht die Zeit der freudigen Ermattung, der wunderbaren, geheimnisvollen Geschehnisse. Da spuckt's und raunt's in Wald und Flur, im Zimmer, wohin Knecht Ruprecht die Geschenke gebracht hat, auf der Straße und in der Luft. Die Weihnachtszeit ist auch besonders die Zeit des Märchens. Es war deshalb für die Kinder der hiesigen Schule ein besonderer Genuß, als man sie zu einem Märchenabend cin- lud. F. Hauptlehrer Krämer führte die Kinder durch Wort und Lichtbild in bekanntes und unbekanntes Märchenland. Wie lauschten da die Kleinen mit klopfendem Herzen und neugierigen Blik- ken! „Hänschen im Blaubeerwald", „Dornröschen", „Die Ge> schichte vom lieben Weihnachtsmann" und noch einige andere Erzählungen füllten die Dortragsstunde. Die kleinen Zuhörer wurden gar nicht müde, zu hören und zu sehen und ließen sich erst dann befriedigen, als der Märchenvater das Versprechen gab, bald wieder zu ihnen zu kommen. Mit hellen Stimmen sangen sie am Schlüsse das Weihnachtslied: „2’ du fröhliche...." P Bammental, 13. Dez. Zur Zeit werden seitens des Telegraphenbauamtes Heidelberg die unterirdischen Fernsprechkabeln von Neckargemünd bis hierher einschließlich der Ortsstraßen verlegt. Die Arbeiten waren zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben und wurden dem billigsten Angebot der Firma Zimmer in Heidelberg übettragen. In den nächsten Tagen werden die Arbeiten bereits beendet, falls infolge der kalten Witterung kein« Unterbrechung eintreten muß. 3; Rauenberg, 13. Dez. (Eine nützliche Einrichtung.) Seit gestern verkehrt neben den fahrplanmäßigen Zügen der Angelbachtalbahn noch ein Sonderwagen, der bis Rauenberg fährt. Dieser wurde auf Wunsch der in der Tvnwarenfabrik in Miesloch beschäftigten hiesigen Arbeiter eingerichtet, damit diese Gelegenheit haben, am Nachmittag sofort nach Geschäftsschluß nach Hause zu fahren. Es sei noch darauf hingewiesen, daß diese Zugverbindung am Abend für bie Hausfrauen vorteilhaft ist, springt doch dabei fast eine Stunde mehr Zeit heraus, die zum Einkauf benützt werden können. * Rauenberg, 13. Dez. (Militäroerein). Der Militärverein kann im kommenden Jahre auf sein 50 jähriges Bestehen zurück- blicken. Anläßlich dieses Jubiläums hat der Verein beschlossen, ein größeres Kriegervereinsfest zu veranstalten, zu dem die Krieger- und Milttärvereine der engeren und weiteren Umgebung eingeladen werden sollen. Als Stiftungstag wurde der 13. Mai festgelegt. — Oefiringen, 13. Dez. (Verschiedenes.) Dieser Woch: drangen zwei junge Burschen in den Keller der Frau L. Schuhmann Wtw. und wollten sich ein Füßchen Most abfüllen. Frau Schuhmann wollte sich etwas zu trinken holen, nahm die Kerze und ging in den Keller. Als sie die Tür öffnet«, wurde das Licht ausgeblasen. Vor Schrecken rief sie laut um Hilfe, worauf sofort ein Nachbar herbeieilte. Sie untersuchten dann genau den Keller und fanden tatsächlich die zwei fremden Mostliebhaber vor. — Am Donnerstag abend kam ein Fräulein aus dem Erbprinzen heraus und lief gerade in ein Fahrrad hinein, obwohl der Fahrer Licht hatte. Der Radler wurde vom Rad geschleudert und zog sich an Arm und Beinen Verletzungen zu. Das Fräulein kam glücklicherweise mit dem Schrecken davon. t Möachzell, 13. Dez. (Gut abgelaufener Autounfall.) Am vergangenen Sonntag fuhr ein Personenauto in der Richtung von Meckesheim—Lobenfeld. In der Mitte des Dorfes verlor der Chauffeur die Herrschaft über das Auto und fuhr g^aen das Brückengeländer. Dabei wurde die Schutzstange des Wagens eingedrückt. Die Insassen sind glücklicherweise nicht verletzt. t Mönchzell, 13. Dez. "(Der Stand der Erwerbslosen) beträgt elf. Die Berufe oetteilen sich auf fünf Maurer und sechs Erdarbeiter. Letztere wurden infolge Fertigstellung der Wasserleitung entlassen. t Schöllenbach i. O., 10. Dez. (Jagdglück.) Der Pächter der hiesigen Gemeindejagd, Herr Dr. Batth-tzeidelberg, erlegte dieser Tage einen kapitalen Keiler, «in Beweis, daß sich wieder Wildschweine auf hiesiger Gemarkung aushalten. — Schönau b. H., 13. Dez. (Ein tötlicher Unfall.) Am Sonntag wurde unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde der erst 22 Jahre alte Wagner Ludwig Kern zu Grabe getragen. Wie vor Jahren, ging er auch dieses Jahr ins Holzhauen. Am 28. Nov. kam er beim herabschlitten des Holzes zu Fall und erlitt dabei eiuen Arm- und Beckenbruch. Roch am selben Tage wurde er in das Akademische Krankenhaus nach Heidelberg gebracht. Schon wieder auf der Besserung, machte am Donnerstag abend ein Schlaganfall seinem Leben ein Ende. G Heidelberg, 13. Dez. (Cafe Haeberlein.) Das einst so beliebte Cafe Haeberlein ist nach verschiedenem Besitzwechsel innerhalb der letzten 5 Jahre jetzt wieder in den Besitz des Herrn Wilhelm Schneider übergegangen, der dieses bekannte Haus von 1902 bis 1922 leitete. Das fiel 1922, wie so viele andere berühmte Literatencafes der damaligen Entwicklung zum Opfer. Anläßlich der unter alter Leitung erfolgten Wiedereröffnung ist es am Platze, an das hohe Ansehen, das das Cafe Haeberlein damals genoß, zu erinnern. Kein Cafe hat wohl eine solch beachtete Vergangenheit, um, wie das Heidelberger Haus, von sich sagen zu können, daß eine so stattliche Anzahl berühmter Gäste in ihm aus- und eingingen. So viele der Nachgenannten arbeiteten dott an literarischen Werken und Kritiken, besprachen und korrigietten Werke, denn hier konnte mans. Andere wieder trafen sich zum Schach und auch da sah man bedeutende Spieler. So ist es nun interessant, flüchtig all der Dichter, Maler, Musiker, Philosophen. Gelehrten. Journalisten. Aerzte, Iuttsten. Politiker, Studenten, ja selbst einiger Fürsten zu gedenken, die dem Haus ohne Musik (das unterstrich die Leistung damals besonders) ihr Gepräge gaben. Mögen deshalb nur die wichtigsten dieser Stammgäste, die sich hier immer wieder trafen, genannt werden. Vorweg die Dichter. Da saßen zusammen und lösten sich ab Stefan George, Richard Dehmel, Rilke, Heinttch Mann Fulda, Hesse, Halbe, Georg Hermann, Otto Stößl, Herbett Eulenberg, Carl Haupt- Mittwoch, 14. Dezember 1927. mann, Max Kyser, Walter Heymel, Mombett, gelegentlich auch Butte, Schickle, Emil Ludwig, Hermann von Bötticher, Hasenclever, andere wieder, die im Kriege fielen, wie Ernst Latz, Gustav Sack, Alfred Lichtcnstein, auch Hermann Löns. Die Literaten Alfred Kerr, Kutt Hiller, Benno Rüttenauer, fehlen auch nicht. Wieder trafen sich dott die Musiker, darunter Max Reeger, Strauß, Sigfried Wagner, Schillings. Selbst die Maler wie Trübner und viele jüngere. Auch Kuno Fischer und Bunsen. sie alle saßen an den kleinen Marmottischen, Bruno Elkan, der Bildhauer fehlte nicht. Freue Triesch, auch Otto Brahm, Direktor des Lessing-Theaters und Paul Schlenther, der Herausgeber von Ibsens Werken, man Isand sie alle hier. Auch Georg Simmel. Junge Politiker wie Levine und Toller verkehrten im Haeberlein. Schließen wir die Reihe mit König Konstantin von Griechenland, der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, dem Herzog von Anhalt, dem Prinzen Danilo von Montenegro, dem König von Siam, dem Gouverneur von Deutsch-Ost-Afttk Wißmann und nicht zuletzt mit dem Legationsrat Bumüller. Diele fehlen in der Liste, deren Namen dem Chronisten nicht zur Hand find. 1922, als diese geistig-romantische Ecke einging, frugen sich viele, bange um die Nachfolge. Biele Fremde kamen jahraus, jahrein nach Heidelberg und suchten das Cafe Haeberlein. Cs fand keine Nachfolge. Fetzt aber ist dieses alte Haus von der früheren Leitung wieder eröffnet worden, um im gleichen Geiste wie damals seinen Gästen Gelegenheit zu geben, Freundschaften zu knüpfen, die nicht wenige für das ganze Leben verbunden haben. — Mannheim, 13. Dez. (Ausgebrochener Stier.) Eine regelrechte Stierjagd gab es am Montag vormittag beim Allgemeinen Krankenhaus. Ein auf dem Transport nach Viernheim befindlicher junger Stier riß sich vom Transpottwagen los, sprang mit einem mächtigen Satz über die mannshohe Brüstung des Wagens auf die Straße und stürmte in der Richtung der Kronprinzenstraße davon. Die Passanten, die versuchten, das wütende Tier anzuhalten, mußten zur Seite springen, da sie sonst überrannt worden wären. Das Tier sprang am Friedhof auf den Känaldamm und in eine Schafherde hinein, die nach allen Richtungen auseinanderstob. Der Schäfer versuchte ebenfalls vergeblich, den Flüchtling zum Halten zu bringen. Am Brückenkopf bei der Riedbahnbrücke rutschte das Tier auf dem Hinterteil den steilen Hang hinunter und lief Gefahr, in den Kanal zu stürzen. Es konnte jedoch unter der Eisenbahnbrücke hindurch den Weg weiter finden und klettert« mit einer Behendigkeit, die man sonst einem Rindvieh nicht zutraut, die steile, etwa 15 Meter hohe Böschungstreppe hinauf, nachdem es über das einen halben Meter hohe Geländer glatt hinweggesprungen war. Am östlichen Schleusentor konnte man endlich des Durchgängers habhaft werden, so daß er nach zweistündiger und gefährlicher Jagd wieder verladen und weiter transportiert werden konnte. $ Sulzfeld, 13. Dez. (Auszeichnung). Am Sonntag fand hier eine Sitzung des Frauenvereius statt, um die verdienstvollen Hausangestellten zu ehren. Rach einer Absprache von Pfarrer Riehm überreichte Frau Baron von Göler den beiden Arbeitsjubilaren Wilhelmine Straub und Luise Krüger das goldene bezw. das silberne Berdienstkreuz. Erstere ist bei ihrer Herrschaft, der Familie Weigett. nunmehr 46 Jahre, letztere bei der Familie Heinle 29 Fahre tätig. Auch ein Geldgeschenk wurde den beiden noch zuteil. Nachdem in humoristischer Weise Frau Kolb noch einmal auf die Bedeutung der Stunde eingegangen war und der Mädchenbund durch einen Liedvottrag die Feier verschönt hatte, wurde mit einem gemeinsamen Liede die Versammlung beendet. --- Langenbrücken, 13. Dez. (Der Erstellung einer Wassers» leitung) rückt man allmählich auch hier zu Leibe. Der Bürger-- ausschuß hat in seiner jüngsten Sitzung prinzipiell seine Zustimmung gegeben. Obwohl bis zur Fettigstellung noch manche Arbeit geleistet werden muß, ist damit schon ein kräftiger Schritt vorwätts gemacht. = Billigheim, 13. Dez. (Die Saatgutveredslung.) Der Badische Bauernverein Freiburg veranstaltete mit der Firma Röber in Wutha (Thüringen) die Vorführung einer neuzeitlichen Saat- gutreinigungsanlage mit einem anschließenden Lichtbildervortrag. Sehr viele Interessenten wohnten dem Vottrage bei. Die praktischen Vorführungen haben gezeigt, wie nötig die Anschaffung einer Saatgutreinigungsanlage wäre, um in erster Linie keimfähige Körner zu erzielen und dann das Unkraut restlos zu entfernen. Der anschließend« Lichtbildervortrag, der Vergleiche zwischen gut gereinigten und schlecht gereinigten, sowie gut bewirtschafteten und schlecht bewirtschafteten Grundstücke zeigte, tat besonders kund, wie rationell man mit einem hochprozentigen, keimfähigen Saatgut arbeiten kann. Die anschließende Aussprache war sehr rege. Es wurde von verschiedenen Seiten der Wunsch laut, recht bald auch in hiesigem Bezirke in vielen Gemeinden eine derartige Maschine anzutreffen. ** Osterburke« bei Adelsheim, 14. Dez. (Brand.) Am Montag voxmittag brach hier ein Feuer aus, das die Scheune des Landwirts Hemberger einäscherte. Der gesamte Inhalt wurde zerstört. Entstehungsursache unbekannt. ** Langenalb bei Pforzheim. 14. Dezbr. (Vom elektrischen Strom getötet). In der vergangenen Nacht versuchte in Langenalb der 18 jährige Otto Wilhelm Geißer auf einen Leitungsmast der elektrischen Stromleitung hinaufzuklettern. Hierbei kam er anscheinend mit den Leitungsdrähten in Berührung, denn er stürzte mit tödlichen Verletzungen ab. ** Conweiler bei Pforzheim, 14. Dez. (Brand.) Am Montag abend brach im Aewesen der Kübler Bub Witwe hier Feuer aus. Das Wohn- und das Wirtschaftsgebäude brannte vollständig ab. Vom Mobiliar konnte nichts gerettet werden. Menschenleben sind nicht zu Schaden gekommen. Die Frau Bub soll ungenügend versichert sein, so daß der Brand für sie empfindlich ist. ü ** Karlsruhe, 14. Dez. (Auszeichnung Prof. Bühlers.) Den Werken Prof. H. A. Bühlers, die den Mittelpunkt der Grazer Herbstausstellung bildeten, wurde die Goldene Medaille zuerkannt. ** Karlsruhe, 14. Dez. (Wechselgeldfälscher). In letzter Zett ist hier ein Schwindler aufgetreten, welcher in Läden eine Kleinigkeit einkaufte und eiuen Fünfzigmarkschein in Zahlung gab. Beim Vorzählen des Wechselgeldes lenkte er die Aufmerksamkeit der Verkäuferin dadurch ab, daß er zunächst angab, er habe doch noch genügend Kleingeld und außerdem einen wetteren Gegenstand zum Kaufe auswählte. In diesem Augenblick nahm er den Fünfzigmarkschein samt dem Wechselgeld an sich und verschwand. Ter unbekannte Täter ist 30—40 Jahre alt. ** Landau, 14. Dez. (Neues Kloster im Taubertal.) Wie der „Odenwälder" mitteilt, hat die Gemeinde Landau 100 Morgen Oedgelände zwischen Lauda und Oberlauda für eine geplante größere Klosterniederlaffung kostenlos zur Verfügung gestellt. .4- Rotenfels, 13. Dez. (Brau d.) Gestern abend gegerr 10 Uhr brach hier tu der Eichelberger Straße im Hause Nummer 393, bei Johann Schwan Erbe» ein Brand aus, der rasch um sich griss. Stallung, Oekonomiegebäude, Schopf und Scheuer brannten bis auf die Grundmauern nieder. Der Schaden beträgt gegen 3000 Mark. Das.Wohnhaus konnte dank dem umsichtigen, sofortigen Eingreifen der Feuerwehr gerettet werden. Die Nachbargebäude, die ebenfalls bedroht waren, gelang es erfolgreich zu schützen. Die Nr. 253. Jahrgang 1927. Der Landbote * Sinsheim» Zeitung. Mittwoch, 14. Dezember 1927. Brandursache ist unbekannt. Um J41 Uhr war die Gefahr beseitigt. Die Feuerwehr rückte gegen 2 Uhr ab und ließ ^eine Brandwache an Ort und Stelle zurück. ** Wagshurft, 14. Dez. Am 10. Dezember wurde in der Rench bei Wagshurst eine schon stark in Verwesung übergegangene männliche Leiche gelandet. Es dürfte sich um einen seit einem Monat vermißten Besenmacher aus Faulenbach handeln, der zwischen Renchen und Erlach in die Rench geraten ist und dabei seinen Tod fand. ** Osfenburg, 14. Dez. (40 Jahre im Staatsdienst.) Reichsbahnschaffner Josef Pfeiffer in Bohlsbach hat gestern ' eine 40jährige Dienstzeit vollendet. ** Aus dem Ried, 13. Dez. (Wilderer.) In einer der letzten Nächte wurden drei Burschen von Allmannsweier, die im Alter von 20 und 21 Jahren stehen, vom Jagdaufseher beim Wildern ertappt. Als sie auf Anruf die Flucht ergriffen, feuerte dieser und verletzte einen der drei durch einen Schrotschutz in den Oberarm erheblich. Es konnten dann alle gefaßt werden. **■ Offenburg, 13. Dez. (Noch unaufgeklärte Todesursache.) Ter in den 50er Jahren stehende Eisenbahnschaffner Gölzer stürzte nachts auf der Kellertreppe in seinem Wohnhaus und wurde am Vormittag vom Hausmeister gefunden. El war tot. Ob der Unglücksfall durch ein Versehen oder infolge eines Herzschlags erfolgte, ist nicht fest- gestellt. ** Ofsenburg, 13. Dez. (Tod auf den Schienen.) Auf der Bahnlinie Offenburg-Schusterwald zwischen dem Bahnberg an der Zähringerstratze und Unterführung der Bad- stratze ließ sich ein 20jähriges Mädchen von hier vermutlich infolge Schwermut vom Zuge überfahren. ** Hausach i. K., 14. Dez. (30 Jahre Gemeindedienst.) Am 1. Dezember d. I. waren es 30 Jahre daß Bürgermeister Moog im Gemeindedienst steht, wovon 8 Jahre als Bürgermeister der Stadtgemeinde Hausach. ** Myhl bei Emmendingen, 14. Dez. (Eine tödlich verlaufene Fahrt). Auf der Rückfahrt von Breisach spannte der hier ansässige Schreiner König sein Fahrrad mittelst einer Schnur an das Motorrad eines vorausfahrenden Werkmeisters. Bei dem Dorfe Jechtingen fiel König vom Rade und zog sich tödliche Verletzungen zu. Er ist an denselben in einem Freiburger Krankenhaus gestorben. ** Freiburg, 14. Dez. (Schwerer Autounfall). Ein schwerer Autounfall ereignete sich gestern Nachmittag auf der Kaiserstraße. Ein hiesiger Geschäftsmann überfuhr mit seinem Auto einen 14jährigen Schüler namens Erdes, der sehr schwer verletzt wurde. Tann rannte das Auto, dessen Führer die Herrschaft über die Steuerung verloren hatte, in drei Pferde hinein, von denen eines notgeschlachtet werden mußte. Das Auto selbst wurde stark beschädigt. ** Wollmatingen, 14. Dez. (Schwerer Motorradunfall). Zwei Angehörige der 1. Kompagnie des Konstanzer Reichswehrbataillons machten mit einem noch neuen Motorrad eine Ausfahrt, als plötzlich, wohl infolge Ausfpringens des einen Radmantels, das Rad zu schlenkern anfing. Der Führer verlor die Gewalt über das Rad und Fahrer und Mitfahrer stürzten in voller Fahrt. Der eine Fahrer ist schwer verletzt, der Mitfahrer weniger schwer. Beide wurden ins Krankenhaus Konstanz gebracht. ** Metzkirch, 14. Dez. (Kündigung). Den Arbeitern der Schuhfabrik Löffler u. Wolf, die nach Erbach im Odenwald verlegt wird, ist zum 2. Dezember gekündigt worden. Diese Kündigung trifft 70 Arbeiter. ** Singen a. H.. 14. Dez. (Selbstmordversuch und Brandstiftung). Ein eigenartiger Vorgang spielte sich im hiesigen Ortsarrest ab. Infolge Betrunkenheit mußte ein 26jähriger Arbeiter vor einigen Tagen im Ortsarrest inhaftiert werden. Anscheinend in selbstmörderischer Absicht zündete er nachts den Strohsack an, rief aber dann, beängstigt durch die Rauchwolken um Hilfe. Dabei ist es nicht erklärlich, daß dem Manne Streichhölzer gelassen wurden. Jetzt sitzt der Mann im Amtsgefängnis Radolfzell wegen Brandstiftung. ** Konstanz, 14. Dez. (Ein Schwindlerpaar) hat sich in den letzten Tagen in Konstanz yerumgetrieben und unter falschen Namen und Vorspiegelung falscher Tatsachen eine Reihe von Geschäftsleuten gründlich hereingelegt. ** Waldshut, 14. Dez. (Unfall.) In den Lonza-Werken erlitt der verheiratete Arbeiter August Wißmann von Grim- melshofen infolge Bruches einer Maschine eine schwere Kopfverletzung. Sein Zustand ist ernst. Das Urteil im Tabak-Banderolen-Prozeß Heidelberg, 14. Dez. Das hiesige Schöffengericht fällte am Montag abend folgendes Urteil im Tabak-Banberolen- prozeß: Der Zollbeamte Gschwind, mit dessen Hilfe der Schwindel bewerkstelligt wurde, erhielt unter Zubilligung mildernder Umstände mit Rücksicht auf die allgemein gesunkene Moral zur Zeit des Vergehens und seiner bisherigen Straflosigkeit ein Jahr drei Monate Gefängnis. Der erhaltene Bestechungsbetrag in Höhe von siebentausend Mark muh zurückerstattet werden. Außerdem wurden ihm die Rechte zur Bekleidung eines öffentlichen Amtes auf die Dauer von drei Jahren abgesprochen. Der ehemalige Leiter der Nußlocher Filiale, Proest, wurde gleichfalls unter Zubilligung mildernder Umstände zu sechs Monaten Gefängnis und der Fabrikant Karl Mertens zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. 100 Mark gegen eine Gebühr von 30 Pfg. abschließen. Ersatz wird bei gewöhnlichen Kleingutsendungen nicht geleistet. Abmessungen 50:30:15 oder 75:10 Zentimeter bei Rollenform. Die Einführung dieses Verkehrs im innerdeutsche» Verkehr soll so schnell wie möglich erfolgen. Der Rektor der deutschen Universität in Prag gestorben. Prag, 14. Dez. Vorgestern nacht ist der Rektor der deutschen Universität, der Professor der Musikwissenschaft, Dr. Rietsch, im 67. Lebensjahr gestorben. Raubmord in Brandenburg. Berlin, 14. Dez. Wie die „B. Z." aus Brandenburg a. d. Havel meldet, ist gestern morgen der 48 Jahre alte Brauereibesitzer Julius Freydank in seiner Brauerei ermordet aufgefunden worden. Die Leiche wies zahlreiche Dolchverletzungen am Kopfe und am Leib auf. Man nimmt Raubmord an. Ein Engländer in Mexiko ermordet. London, 14. Dez. Ter englische Baumeister William Taylor, der in Mexiko eine Reihe von Neubauten auS- führte, ist nach in seiner Heimatstadt Rushden eingegangenen Berichten am 8 November ermordet worden. An jenem Tage griffen bewaffnete Mexikaner die auf dem Bauplatz beschäftigten Arbeiter an. Mehrere fielen über Taylor her und töteten rhn durch Messerstiche. Fünf Mexikaner, die nach der Tat verhaftet wurden, sehen ihrer Aburteilung entgegen. Weg«« Betruges vertzasle». Stockholm, 14. Dez. Der Prokurist Langborg von der schwedischen Reichsbank ist wegen einer Reihe von Betrügereien am Montag verhaftet worden. Es handelt sich um eine Summe von ca. 150 000 Kronen. Tvtgeboxt. London, 14. Dez. Der Boxer Tommy Angus, der bet einem Boxkampf im „Alcazar Ring" in Edmonton nach sechs Runden knockout geschlagen wurde, verschied kurz darauf im Hospital. Lindbergh «ach Mexiko gestartet. Reuyvrk, 14. Dez. Lindbergh ist gestern zum Flug nach Mexiko Eich gestartet. Lindbergh war bekanntlich vom Präsidenten Calles zu einem Besuch der mexikanischen Hauptstadt eingeladen worden. Ueber 10« Schweine verbrannt. Heide (Holstein), 14. Dez. An einem Anwesen in Wischreihe brach ein Brand aus, der das Wohnhaus und die Wirtschaftsgebäude bis auf die Grundmauern einäscherte. Ueber 100 Schweine sind in den Flammen umgekommen. Auch der gesamte Heuvorrat ist verbrannt. Marktberichte. Mannheimer Biehmarkt vom 12. Dez. Zum Biehmarkt betrugen Zufuhr und Preise je 50 Kilo Lebendgewicht je nach Klasse: 218 Ochsen 30—62, 132 Bullen 30—59, 307 Kühe 14—62, 312 Färsen 40—63, 539 Kälber 46—76, 75 Schafe 42 bis 48, 4072 Schweine 50—63, 166 Arbeitspferde pro Stück 800—1500, 72 Schlachtpferüe 40—IM U.-M. pro Stück. — Marktverlauf: Mit Großvieh mittelmäßig, geräumt, und Kälbern lebhaft, geräumt,' mit Schweinen mittelmäßig, kleiner Ueberstand, ausgesuchte Tiere über Notiz bezahlt, mit Pferden ruhig. Mannheimer Produktenbörse vom 12. Dez. Weizen inl. 26.50—27, ausl. 29—81.50, Roggen inl. 25.75—26, ausl. 28.50 bis 26.75, Hafer inl. 22.25—24, ausländischer 25.50—20.50, Braugerste, inländ. 27—28.50, Futtergerste, tnländ. 22.75 bis 28.50, Pfälzer Gerste 28—30.75, Mais, gelber, mit Sack 21.50, Weizenmehl, Spezial Null, mit Sack 37.75—88, Weizenbrotmehl, süüd., mit Sack 29—30, Roggenmehl mit Sack 35—36.50, Weizenkleie, feine, mit Sack 14, Trockentreber mit Sack 10 bis 18.50. Tendenz stetig. Bei schwacher Konsumnachfrage verkehrte die heutige Börse in ruhiger Haltung. Die Preis« habe« keine wesentliche Veränderung erfahren. Neueste amtliche Kurse mitgeteilt von der Bereinsbank. e. S.m.b.H. Sinsheim, vom 14. Dezember 1927. AMeih»«: Ablösungsschuld mit Buslosungsfchcin ohne AuslofungSschei» . thmkoMfc : Bad. Bank ln «fl 52,40 i?,»S ln »,« 173 Darmffädter- und Nationalbank 22 a 156 103 152 au Deutsche Bank DeutlcheVcr einsbank Dresdner Bank Mllleldeutsche Eredtibank Reichsbant . . . . Rhein. Eredtibank . Südd. Disconto Ges. 9a|W((k« Aktien 133 135 tu o/o 188 107 I 46,25 113 88 Sarpener Bergbau Kalt Wefteregeln ManneSMaNnröhrenwerke. Mansselder Bergb. u.Sütteuw Oberschl. Eisenb. Bedarf . t hönix Bergbau u.Hüttenbetrieb öl alzwcrk Hellbraun . .180 Vereinigte Königs- Laurahütte 7» AK«»» industr. U»trrnrhmnng»n: ~ . in o/o Allg. Glektr. Stammaktien . ioo B adenia Weiubeim . — Bad. Elektrizität Mannheim — Bad. Maschinen Durlach . >z, Eementwerk Heidelberg 198,50 Daimler Motoren . . . SS Dtsch. «old- und Silberscheide I»3 Elettr. Licht und Kraft . . ISO Ematll. und Stanzwerk Ullrich 24 Farbentninrstrte . . . 772,75 Fuchs Waggon Stammavten — Kritzner Maschinen Durlach . ISO Karlsruher Maschinen . . — Knorr Hellbraun . . . I»8,zO Matnkraftwerke Höchst . .115 Reckarsulmer Fahrzcuawerke . 105 Schuckert Slektr. Nürnberg . tiS Setltndnstrte Wolfs ... so Südd. Zucker .... 135 ’fe Zellstoff Waldhof Stammaktien 255.75 Aktien drntschee Tranaportanstalten: in 0/» E dueg. Amertk. Paketfahrt s lberaer Straßen- u. Bergbahn — deutscher Lloyd Rew-Uork t Dollar London 1 Psnn» t olland ioo Gulden chwciz 100 Francs Wien 100 Schilling Parisioo Francs Italien 100 Lire 149 1«»: Geld Brie, 4.1815 4.1895 20.4205 90 4065 169.18 469.52 80.7« so 92 58.97 59.09 10.486 .16.50« 49.711,-* 22.751* Liederkranz Sinsheim Gesang- und Musikverein I. Kammermusikabend am Sonnlag, den 18. Dezember 1927 abends 8 Uhr im Saale „z. Stadlpark" Ausführende: Musiklehrer Albert Baust, Sinsheim (Violine) Musiklehrer Adolf Müller, Heidelberg (Cello) Qerichtsass, W.Hennemann, Sinsheim (Klavier) Vortragsfölge: 1. Klaviertrio C-Dur op. 87 . . . Brahms Aliegro-Andante con moto-Scherzo-Finale. 2. Klaviertrio B-Dur Kochel Nr. 502 Mozart Allegro-Larghetto-Allegretto. 3. Klaviertrio Es-Dur op. 100 . . Schubert Aliegro-Andante con moto-Scherzo- Allegro moderato Eintrittskarten nur am Saaleingang: Für Mitglieder 1.— R.-M., Nichtmitglieder 2.- R.-M., Schüler 0.70 R.-M. Programme 20 Pfg. Kassenöffnung 715 Uhr. Der Reinertrag fließt in die Flügelkasse. Bekanntmachung! Ais früherer Inhaber der Firma J. Geiger, Heidelberg vom Jahre 1907 bis 1919 den Lesern dieser Zeitung sehr bekannt, habe ich mich auf allgemeinen Wunsch entschlossen, in meinem Haus, Sophienstraße 7 a I. Etage den Privatverkauf zu eröffnen. 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Freunden und Bekannten geben wir die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Schwager Louis Rößler Werkführer nach schwerem Leiden im Alter von 72 Jahren sanft entschlafen ist. Eschelbach, den 12. Dezember 1927. In tiefer Trauer: Frau Karoline Rößler, Eschelbach Familie Wilhelm Rößler, Durlach „ Hermann Rößler, Wiesloch „ Otto Rößler, Eschelbach Die Beerdigung findet am Donnerstag Mittag um 1 Uhr statt. Käse billiger ab Aabrsk SPsd.TllselKäse SRI. 4.00 9 „ Dtsch. Edamer „ 4.95 » „ Halst. TMter (delikat) „ 4.09 9 „ HallSuder .. 7.00 ad hier, Nachnahme, Porto Mk. 1.— garant. vorzügl. schnittfeste Ware. E. Heinze, Käsefabttk Hamburg 20 Lokstedterweg Nr. 312. Leinen und WeiBwaren Tffl ffttffftl NtMt* DOCH fURDCNBOOBt mA-mpnr. ca. 80 cm breit, sehr billige Cretonneware. Hftmiifllrtlirh feinfadi « R e“ f orc