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Der diplomatische Berichterstatter des Daily Telegraph erklärt, daß zu Recht oder zu Unrecht in englischen diplomatischen Kreisen gestern die Ansicht vertreten wurde, daß die am meisten in die Augen fallenden Vorschläge Parker Gilberts in seinem Bericht über den Dawesplan in erster Linie Paris, 21. Dez. Der Senat, der am Montag mittag mit der Beratung des Haushaltsvoranschlages begonnen hat, scheint den Ehrgeiz zu haben, die von der Kammer aufgestellte Geschwin- digkeitsrekorde weit hinter sich zu lassen. Er hat heute früh in einer einzigen Sitzung die Budgets von nicht weniger als drei Ministerien verabschiedet. Zn der kurzen Generaldebatte zum Budget des Außenministerium protestiette der sozialistische Senator Reboul gegen die skandalösen Plakate, mit denen eine neue Anvasion angedroht werde für den Fall, daß die Wahlen nicht zugunsten der Rechten ausfallen. Gemeint ist damit das vom Echo de Paris verbreitete Plakat, das auf einem Hintergrund ran- chrnd« Kanonen, Hindcnburg mit gewaltigem Säbel und die Germania in der Gestalt eines vierschrötigen Weibes mit einer von der phrygischen Mütze nur schlecht verdeckten Pickelhaube darstelle, und gegen das bereits die deutsche Regierung durch die hiesige deutsche Botschaft Verwahrung hat einlegen lassen. Trotz der von Senator Reboul an die Regierung gerichteten Frage, welche Maßnahmen diese gegen diesen Unfug zu ergreifen gedenke, zog Briand, der auf der Ministerbank saß, es vor, sich in Schweigen zu hüllen. Der Vorsitzende der außerpolitischen Kommission. Huber, machte in diesem Zusammenhang Briand darauf aufmerksam, daß dieser sich bereits im vorigen Jahre zu einer Aussprache über die außenpolitische Situation im Senat bereit erklärt habe, daß diese aber immer wieder von der Regierung hinausgeschoben worden sei. Der Senat rechne mit Bestimmtheit darauf, daß der Außenminister sich dieser Diskussion entziehen werde. Briand sagte zu und stellte in Aussicht, daß er unmittelbar nach dem Wiederzusammentritt des Parlaments im Zanuar dem Senat ein Expose über die internationale Lage erstatten werde, und daß im Anschluß daran die vorliegenden Fnterpellationen besprochen werden sollen. Gelegentlich der Diskussion des Budgets des Ministeriums für öffentliche Arbeiten wurde von mehreren Seiten die Fertigstellung des lang vor dem Krieg begonnenen Nordkanals gefordert, dessen Ausführung 1914 unterbrochen werden mußte und seitdem nicht wieder ausgenommen worden ist. Es wurde angeregt, dafür deutsche Sachlieferungen in Anspruch zu nehmen. Der Minister für öffentliche Arbeiten erwiderte darauf, daß die Schwierigkeiten vor allem darin liegen, daß reichlich 60 Prozent der Baukosten auf die notwendigen Erdarbeiten entfallen, so daß die Heranziehung deutscher Reparationslieferungen nur in sehr beschränktem Umfange möglich sei. Revision? Die Prob« auf den Dawesplan. Der Jahresbericht des Reparationsagenten Parker Gilbett, dessen wesentlichen Inhalt wir vor einigen Tagen mitgeteilt haben, hat auf das empfindlichste Barometer der öfsentiichen Meinung in allen finanzpolitischen Fragen, die Börse, keine ungünstige Wirkung gehabt. Es mag dies negativ zum großen Teil dadurch erklärt sein, daß 'die kritischen Betrachtungen Gilbetts durch sein Memorandum vom 20. Okt. vorweg genommen waren: die ausführliche Antwort der Reichsregierung vom 5. Rov. und die Tatsache, daß in die Zwischenzeit ans dem Wege mündlicher Aussprachen eine Klärung der strittigen Punkte zwischen Reparationsagent und Reichsregierung angestrebt worden ist, haben weiter das Vertrauen auf eine gütliche Regelung und die Zuversicht gestärkt, daß Deutschland eine Gesundung namentlich seiner öffentlichen Finanzwirtschaft mit Erfolg in Angriff genommen hat. Um so größere Wirkung konnte der positive Vorschlag Gtl- betts tun: fein« Forderung, nunmehr allmählich an die Festsetzung einer endgültigen Reparationssumme zu denken. Wir haben UNS dabei daran zu erinnern, daß die Zahresleistungen aus dem Dawesplan vorerst zeitlich unbegrenzt find. Die Vorgänge, die zu ihrer Festsetzung geführt haben und die Höhe, in der sie schließlich festgesetzt wurden, legen die Vermutung nahe, daß die Urheber des Dawesplanes weniger, wie sie öffentlich behaupteten, von der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der deutschen Wittschaft ausgegangen find, als vielmehr die Jahresleistungen als eine Att Zinszahlungen für ein nicht näher bezeichnetes Kapital angesehen haben. Es ergibt sich in der Tat bei einer Kapitalisierung der aus dem Reichshaushalt zu leistenden Fahreszahlungen ein Kapitalwert der Reparationen, der mit etwa 46,5 Milliarden dem Stand der gesamten interalliiettcn Kriegsverschuldung zur Zeit der Entstehung des Dawesplanes entspricht. Diese interalliierte Verschuldung ist inzwischen um etwa 15 Milliarden gesunden, teils durch Schuidcnnachlässe auf dem Bertragsmege, teils durch geleistete Zahlungen. Unsere Verpflichtungen sind unverändert geblieben. dem Zweck dienen sollen, die amerikanische Ansicht in der Frage der interalliierte» Schulden- und Reparationsanleihen, die auf beiji amerikanischen Geldmarkt zu erheben seien, in den Brennpunkt zu stellen. Bezüglich der Erhebung von Reparationsanleihen sei ein Gerücht beachtenswert, nach dem beabsichtigt sei, in der Form einer internationalen, aber vorwiegend amerikanischen Anleihe 20 Millionen Pfund der 100 Millionen Pfund Vorzugsaktien der deutschen Eisenbahn zu „mobilisieren". In den offiziellen Kreisen in Washington schließt man sich Parker Gilberts Ersuchen, die Gesamtsumme der deutschen Perpflichtungen festzusetzen, nicht nur an, sondern unterstreicht sie durch die Anregung, daß die Festsetzung im Laufe des kommenden Dawes- Iahres geregelt werden sollte. Andererseits werde Parker Gilberts Anregung, daß eine Endfestsetzung der deutschen Schulden eine Ueberprüsung der internationalen Schuldenabkommen erfordere, mit außerordentlicher Schärfe von der amerikanischen Regierung - zurückgewiesen. Wenn der Reparationsagent darum jetzt die Festsetzung einer Endsumme zur endgültigen Regelung des Reparationsproblenis für wünschenswert und notwendig erklärt, so wird diesen Zahlen eine erneute und erhöhte Bedeutung zukommen. Es erhebt sich dabei die Frage, ob die Welt inzwischen von der Psychose des Kriegsendes so weit sich freigemacht hat. daß die Festsetzung einer solchen Endsumme nach den Grundsätzen einer wirtschaftlichen Vernunft erhofft werden kann. Wir haben oben gesehen, daß bei den zahlenmäßigen Ergebnissen des Dawesplanes diese wirtschaftliche Vernunft nicht Pate gestanden hat. Die „normale" Iahreszahlung von 25 Milliarden, die in jeder Minute von Deutschland 4800 Mark, in jeder Stunde 288 000 Mark und an jedem Tage 6 912 000 Mark an Tributleistung verlangt, wird selbst vom besten Willen nicht als wirtschaftlich vernünftig oder gar tragbar bezeichnet werden können. Die wirtschaftliche Vernunft des Dawesplanes beruht allein in der Trennung der inneren Aufbringung und der llcbertragung (Transfer) der Reparationszahlungen an die Gläubigerstaaten unter gleichzeitiger Bestimmung, daß in Deutschland ausgebrachte Gelder nur in dem Maße an fremde Staaten abgeführt, d. h. in deren Währung übertragen (transferiert) werden dürfen, als es ohne Gefährdung der deutschen Währung geschehen kann und daß die innere Aufbringung in dem Augenblick sich senkt, wo 5 Milliarden nicht übertragbare Gelder bei dem Agenten sich angesammelt haben. Dieser „Transfer-Schutz" muß vom deutschen Standpunkt ans als der eigentliche und einzige Fortschritt des Dawesplanes angesehen werden, da er automatisch die Unmöglichkeit der Fahreszahlungen verweisen wird, wenn Deutschland nicht mehr durch Auslandkredite oder Waren-Ausfuhr sie sozusagen finanzieren kann. So großen Wert deshalb deutscherseits auf die Festsetzung einer endgültigen Reparationssumme gelegt werden muß, so bedenklich erscheint der gleichzeitige Vorschlag Gilberts, dann den Transferausschuß aufzuheben. Die Mitverantwortung der Gläubigerstaaten an der Ermöglichung des Transfers, die sie auf die Dauer vor die Frage stellt, entweder in gesteigertem Maße deutsche Waren aus ihren Märkten aufzunehmen oder aus die Reparationszahlungen in ihrer festgesetzten Höhe zu verzichten, würde mit der Aushebung des Transferschutzes entfallen. Einer rigorosen Abschließung von fremden Märkten — trotz aller gegenteiligen theoretischen Entschließungen usw. sehen mir die Neigung zu protektionistischer Zollpolitik überall praktisch im Erstarken — wäre Deutschland dann wehrlos ausgeliefett und könnte bei starr festgesetzten und nicht mehr nach dem Grundsatz des Transferschutzes unter Umständen automatisch sich verringernden Reparationslasten nur mit einem neuerlichen Währungs-Zusammen- bruch seinen Verpflichtungen entgehen. r Die Revision des Dawesplanes ist unausbleiblich. Es ist zu begrüßen, daß auch der Reparationsagent mit feinen Vorschlägen diese Tatsache nun grundsätzlich und vor aller Welt anerkennt. Die Revifionsbewegung wird jetzt nicht mehr zur Ruhe kommen. Wir hoffen, daß die deutsche Regierung mit festen Zielen in sic eintritt. Wichtig für die auch von uns zu fordernde — Reichsdankpräsident Dr. Schacht hat es schon wiederholt getan — Reparattonsendsumme wäre die amtliche Feststellung der bisherigen deutschen Gesamtleistung, die nach zuverlässiger Berechnung nahe an 60 Milliarden reicht. Der Transferschutz aber wird nicht entbehtt werden können, so lange diese Endsumme nach den Gesichtspunkten politischer Macht und wirtschaftlicher Konkurrenz bemessen wird. Und an andere Gesichtspunkte zu glauben, kann uns angesichts täglicher Erfahrungen vorerst nicht zugemutet werden. De Vrouqueville fordert erneut Sicherung der belgischen Ostgrenze Brüssel, 22. Dez. Die Kammer setzte gestern die Beratung des Gesetzentwurfs über die Kontingentierung der Armee fort. De Brouqueville, der im Verlauf der Debatte das Wort ergriff, hat zu den gestern gemeldeten Ansführun- ge» Vanderveldes über die angeblichen deutschen Rüstungen nicht Stellung genommen. Er sagte nur, die belgische Armee müßte so reorganisiert werden, daß sie die beste Armee Europas werde, um jeden deutschen Einiall von vornherein ausschlietzen zu können. Die belgische Grenze sei zur Zeit nicht genügend gesichert, die Armee fei weniger gut organisiert als 1914. Im Falle einer Mobilmachung verfüge Belgien nur über 6 Divisionen in der ersten Linie. Die Vorarbeiten für die Verstärkung des Grenzschutzes seien fertig und würden dem belgischen Parlament bald zur Kenntnis gebracht werden. Eine Herabsetzung der Stärke der Armee sei erst nach einer durchgreifenden Reorganisation möglich. Die christlichen Demokraten zollten den Ausführungen de Vrouquevilles keinen Beifall. Während der Rede ereignete sich ein Zwischenfall als der flämische Nationalist de Bäcker erklärte, die Flamen würden nicht noch einmal für Belgien kämpfen. Der Präsident protestierte dagegen, sagte aber, er wolle de Bäcker nicht die Ehre geben, ihn zur Ruhe zu rufen. Vaidwins Antwort aus die Petition für Sicherung des Friedens London, 22. Dez. (Funkspruch.) Ministerpräsident Bald- win antwortete gestern in einem offenen Brief auf die kürzlich von dem Unterstaatssekretär und arbeiterpartetlichen Abgeordneten Ponsvnby überreichte und von 128 770 Perionen Unterzeichnete Petition für die Sicherung des Friedens. Baldivin gibt darin der Ansicht Ausdruck, daß dem Frieden nicht dadurch gedient werde, daß Großbritannien seinen Verteiöigungsapparat bis zur völligen Machtlosigkeit vermindere. Er glaube nicht, daß die Männer und Frauen Englands im Notfall sich weigern würden, ihre eigene Freiheit zu verteidigen oder ihren Anteil an der Verteidigung der Freiheit der Welt zu übernehmen. Hinsichtlich des Artikels 16 des Bvlkcrbundpaktes ist der Ministerpräsident der Auffassung, daß es Aufgabe des Bölkerbunösrates sei, den verschiedenen beteiligten Regierungen Vorschläge zu unterbreiten, welche militärischen, maritimen und lusttechnischen Einheiten die verschiedenen Mitglieder deö Völkerbundes im Falle eines Konfliktes zur Verfügung zu stellen habe«. Großbritannien könne eine solche Verpflichtung nicht ein- löscn, wenn es selbst vollkommen entwaffnet sei. Zum Schluß betont Baldwin, daß er den Wunsch Ponsonbys und der Unterzeichneten der Petition nach Frieden teile. Keine andere Regierung in Europa habe größere Anstrengungen gemacht als die englische, um den Frieden zu sichern und den Ausbruch eines Krieges möglichst ganz zu verhindern. In einer kurzen Erwiderung dankte Ponsvnby dem Ministerpräsidenten für seine Antwort und verwies erneut darauf, daß der internationale Friede solange gefährdet sei, als zwischen den hauptsächlichsten Mächten eine Art Rüstungswetlbewcrb bestehe. Lhamherlain sieht keine Möglichkeit für Wiederaufnahme der Veziehirngen zu Rußland London, 22. Dezember. Außenminister Chamberlain gab heute ans die Frage, ob sich ans den Genfer Besprechungen mit Litwinow irgend welche Möglichkeiten für die Wiederaufnahme der Beziehungen z» Moskau ergeben hätten im Ilnterhause bekannt, daß er eine solche Möglichkeit nicht sehe, solange die Umstände sich nicht geändert hätten. Deutschland rufslscher Zutereffenvertreter in Südchina Berlin, 22. Dezember. Wie amtlich mitgeteilt wird, hat die Sowjetregierung die Reichsregierung um Uebernahme des Schutzes ihrer Interessen in Südchina ersucht. Wegen Ungeklürtheit der Verhältnisse in China hat die Reichsregierung diesem Ersuchen in der Form entsprochen, daß sie ihre Konsule in Südchina angewiesen hat, im Rahmen ihrer Befugnisse und Wirkungsmöglichkeiten sich der Sowjetinteressen und der Sowjetbürger anznnehmen. Die Rettungsaktion für „S 4" wieder ausgenommen Newyork, 22. Dez. (Fnnkspruch.) Nachdem sich das Wetter bedeutend gebessert hat, ist die Bergungsaktion für das gefunkene U-Boot „S 4" nach zweitägiger Pause wieder ausgenommen worden. In Fachkreisen hat man jedoch kaum noch Hoffnung, die sechs Matrosen im Falle eines günstigen Verlaufs der Bergungsarbeiten noch lebend ans Tageslicht bringen zu können. Großer Warenhausbrand in Antwerpen Antwerpen, 22. Dez. (Funkspruch.) In der Dienstagnacht wurde in Antwerpen durch einen Brand ein Teil des angesehenen Warenhauses Leonhard Tietz zerstört. Die drei oberen Stockwerke sind vollständig heruntergebrannt. Der angcrichtete Sachschaden ist beträchtlich. Frauenwahlrecht in Vrafilien Rio de Janeiro, 22. Dez. (Fnnkspruch.) Der Senat hat beschlossen, dem Drängen von hunderttausenden von Frauenrechtlern nachzugeven und den Frauen das aktive und passive Wahlrecht zu gewähren. Voraussichtlich wird aber die Frau erst mit 35 Jahre wahlberechtigt sein. Me Hilfe für Ostpreußen Berlin, 22. Dez. (Fnnkspruch.) Nachdem gestern im Laufe des Tages zwischen der Reichsregierung und der preußischen Regierung Vorbesprechungen stattgcfunden hatten, die der Einigung über die finanziellen Maßnahmen besonders zur Hilfeleistung für Ostpreußen galten, begann gestern nachmittag 16.30 Uhr unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten die gemeinsame Sitzung des Reichs- und des preußischen Kabinetts. Die gemeinsam beschlossenen Maßnahmen wurden gestern in einem Kommuniqnee der Oeffentlichkeit mitgeteilt. Verschiedentlich ist als Hilfsmaßnahme eine Summe von 50 Millionen genannt worden. Ueber die Höhe der Summe wird erst die gemeinsame Kabinettssitzung entscheiden. Nach den bisherigen Absichten dürfte jedoch die Summe über den genannten Betrag hin- ausgehcn. Gin Hetzplakat französischer Nationalisten. Sine Anfrage im französischen Senat. — Briand schweigt. Rr. 260. Jahrgang 1927. Dir Maßnahmen zur Hilfeleistung Berlin, 22. Dez. (Funkspruch.) Ueber die gestrige gemeinsame Kabinettssitzung des Reiches und Preußens wird folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: Unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten haben das Reichsministerium und das Preußische Staatsmintsterium unter Hinzuziehung des Reichsbankpräsidenten und des Generaldirektors der Reichsbahngesellschaft gestern eine gemeinsame Sitzung über Hilfemaßnahmen für Ostpreußen «bgehalten. Mit Rücksicht auf die durch die Friedensverträge geschaffene einzigartige wirtschaftliche Notlage dieser vom übrigen Deutschland getrennten Provinz, die nach Ursache und Ausmaß mit der Lage keines anderen deutschen Landesteils vergleichbar ist, wurde trotz der ernsten Finanzlage des Reiches und Preußens beschlossen, im Anschluß an das bisher Geschehene sofort weitere Wirtschaftshilfen ein- zuleiten. Es sind Erleichterungen für die landwirtschaftlichen Kredite sowohl durch Ermöglichung des Absatzes von Pfandbriefen zu angemessenen Bedingungen als auch durch Beschaffung zweistelligen Realkredites vorgesehen. Für den landwirtschaftlichen Kleinbesitz sollen dabei gleichzeitig andere nicht hypothekarisch gesicherte Darlehensformen ermöglicht werden. Neben dieser Umwandlung drückender schwebender Schulden in länger befristeten Kredit zu tragbaren Bedingungen ist eine Erleichterung öffentlicher Lasten namentlich auch der Rentenbank-Grundschuldzinsen und der Schullasten beabsichtigt. Das Programm der Zanuarkonferenz zwischen Reich und Ländern Berlin, 22. Dez. (Funkspruch.) Die angekündiote Konferenz zwischen dem Reich und den Ländern findet am 16. und 17. Januar statt. Endgültig sind folgende Programm- Punkte festgestellt worben: Der erste Punkt Betrifft die Veränderungen im gegenwärtigen Verhältnis zwischen Reich und Ländern. Referenten hierfür sind der württembergische Staatspräsident Bazille und der Hamburger Oberbürgermeister Petersen. Korreferenten sind der preußische Ministerpräsident Braun und der bayerische Ministerpräsident Held. Der zweite Programmpunkt betrifft Maßnahmen zur sparsamsten Finanzwirtschaft. Referenten sind der preußische Finanzminister Höpker-Aschosf und der thüringische Finanzminister Tülle. Der dritte Programmpnakt behandelt die praktische Verwaltungsreform in Reich , nö Ländern. Hierzu referieren der sächsische Innenminister Apelt und der bayerische Innenminister Stütze! Weihnachtspause in den deutsch-polnischen Sandelsvertragsverhandlungen Berlin, 22. Dez. tFunkspruch.) In den oeutsch-polni- schen Handelsvertragsverhandlungen wird eine Weihnachtspause eintreten. Es handelt sich jedoch nicht etwa um eine sachliche Unterbrechung der Verhandlungen, sondern lediglich um eine Unterbrechung auf Grund der Festtage. Versuchsweise Einführung offener Anisorm- röcke bei der Reichswehr Berlin, 22. Dez. tFunkspruch.) Um Erfahrungen zu sammeln, inwieweit die am jetzigen Schnitt des Reichswehrrockes geltend gemachten Nachteile, insbesondere der geschlossenen Kragen, durch Einführung solcher mit offfenem Halsausschnitt gehoben werden können, läßt das Reichswehrministerium zunächst durch einzelne Truppenteile ein neues Rockmuster für den Dienst und als Ausgehanzug erproben. Der Rock wird im Dienst gewöhnlich mit unver- decktem Halsausschnitt getragen, wobei das Hemd zurück- geschlagen wird. Bei kalter und schlechter Witterung kann er geschloffen werden. Zum Ausgehanzug ist weißes oder feldgraues Hemd mit weichem Sportkragen und feldgrauem Schlips gestattet. Gleichzeitig mit diesem Rock wird ein neuer, einreihiger am Hals«» offen-r Mantel erprobt. Die Versuchstruppen sind 1. Infanterieregiment 1 (Kö- nigsberg), 3. Infanterieregiment 8 (Stettin), 3. Infanterieregiment 9 (Potsdam), 11. Infanterieregiment 2 (Magdeburg), 5. Arttllerieregiment 6 (Minden), 2. Pionierbataillon 7 (München), 4. Reiterregiment 8 (Cannstatt), 5. Infanterieregiment 13 (Stuttgart). Veschlüffe des Reichsraies Berlin. 22. Dez. (Funkspruch.) Ter Reichsrat erklärte sich ln seiner letzten Vollsitzung vor den Weihnrchtsserie« mit der Verlängerung des MteterschuLaeietzes bis io. jyt» Der Landbote * Sinsheim« Zeitung. bruar 1928 einverstanden. Auch die Veschlüffe des Reichstages betreffend Senkung der Lohnsteuer billigte der Reichsrat, nahm aber eine Resolution an, worin sich der Reichsrat gegenüber den Reichstagsbeschlüffen für die künftige Gestaltung der Lohnsteuer volle Freiheit vorbehält. Genehmigt wurde die Verordnung, wonach vom 1. Februar 1928 ab eine Kontrolle der Arbeitszeit in den Bäckereien und Konditoreien stattfinden soll. Die Geltungsdauer der Be- schlüfle über Notarbeit nach den Bestimmungen vom 30. April 1924 wurde bis 30. März nächsten Jahres verlängert. Genehmigt wurde die Verordnung über die Geschäftsbedingungen für Produktenbörsen von Breslau und Berlin für den Zeithandel in Getreide und Mehl. Der Reichsrat genehmigte schließlich die neue Arzneiakte für 1928 und erklärte sich mit einer Abänderung der Prüfungsordnung für Aerzte vom 5. Juli 1924 dahin einverstanden, daß einschließlich der für die ärztliche Vorprüfung nachgewiesenen medizinischen Studienzeit mindestens elf Halbjahre der Prüfling im medizinischen Studium einer der Universitäten des Deutschen Reiches abzulegen hat. Die nächste Sitzung findet am 12. Januar statt. Die Verhandlungen über die Gehattsregelung der Reichs- und Siaatsangestelllen Berlin, 22. Dez. (Funkspruch.) Die gestrigen Verhandlungen der Tarifparteien im Reichsfinanzministerium über die Gehaltsregelung der Reichs- und Staatsangestellte» wurden, da keine Einigung erzielt werden konnte, vertagt. Die Vertreter der Angestelltenverbünde haben beim Reichsfinanzminister eine wettere Besprechung nachgesucht, voy deren Ergebnis es abhängen wird, ob eine Abschlagszahlung noch vor Weihnachten erfolgen wird. Das Artet! im Zitzmann-Prozeß Fürth, 22. Dez. (Funkspruch.) Gestern mittag wurde vom Vorsitzenden des Zitzmann-Prozesses folgendes Urteil verkündet: 1. Die Berufung des Staatsanwalts gegen das Urteil des Schöffengerichts Erlange» vom 3. August 1926 wird aus Kosten der Staatskaffe als unbegründet verworfen. 2. Auf die Berufung des Angeklagten Dr. Zitzmann hin wird das gleiche Urteil aufgehoben. 3. Dr. Zitzmann ist zweier Vergehen und eines fortgesetzten Vergehens der aktenrechtlichen Untreue nach § 312 des Handelsgesetzbuches in Tatmehrheit schuldig. Er wird deshalb verurteilt zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen, verbüßt durch die Untersuchungshaft und 50 000 RM. Geldstrafe, ersatzweise fünfzig Tage Gefängnis, wegen des fortgesetzten Vergehens unter Annahme mildernder Umstände zu 20 000 plus 10000 Reichsmark Geldstrafe, ersatzweise zu zwanzig plus zehn Tagen Gefängnis. Im übrigen wird seine Berufung verworfen. Die Kosten beider Rechtszüge hat Dr. Zitzmann zu tragen. Die Gebühr der Berufungsinstanz wird auf ein Viertel ermäßigt. Der Haftbefehl gegen Dr. Zitzmann wird aufgehoben. Der Mitangeklagte, Herr von Michel-Raulino, wird freigesprochen. Revifion gegen das Urteil im Zitzmaun-Prozetz. Fürth» 22. Dez. (Funkspruch.) Die Verteidiger des zu sechs Wochen Gefängnis und 80 000 Mark Geldstrafe verurteilten Kommerzienrats Dr. h. c. Zitzmann haben gegen daS Urteil Revision beim Reichsgericht Leipzig eingelegt. Zensierung aller deutschen Filme durch die Rheinlandkommisfion Koblenz, 22. Dez. (Funkspruch.) Der Reichskommiffar für die besetzten Gebiete in .Loblenz teilt mit, daß die Rheinlandkommisston oeschloffe» hat, Filme, die ganz oder teilweise Stellen ober Episoden aus dem Kriege oder aus der deutschen Armee oder der der deutschen Marine darstellen, einer Vorzensur eines Ausschußes der Rheinland- kvmmisston zu unterwerfen. Dombaumeiffer Vernhard Hertel, Köln, t Köln, 22. Dez. (Funkspruch.) Dombaumeister Geheimrat Bernhard Hertel ist gestern vormittag im Alter von 65 Jahren gestorben. Besondere Verdienste hat sich Hertel dadurch erworben, daß er nicht nur der Eentdecker der Bauschäden am Kölner Dom war, sondern unablässig darauf hingewiesen hat, daß es höchste Zeit sei, mit dem Rettungswerk am Kölner Dom zu beginnen. Unter seiner tatkräftigen Führung gelang es, diese Arbeiten, die nunmehr in vollem Gange sind, einzuleite«. Gekrönt wurden seine Bestrebungen dadurch, daß es ihm gelang, einen Baustein (Sandstein) ausfindig zu machen, der dem Wirierungsetn- Donnerstag, den 22. Dezember 1927. l fluß und den Ausdünstungen von Verkehr und Industrie Sen nötigen Widerstand entgegenstellt. Der Verstorbene wurde 1862 als Sohn des Dombanmeisters Hilger Hertel in Münster in Westfalen geboren. Bereits im Jahre 1889 wurde ihm der Neubau des St. Lamberti-Turmes in Münster übertragen. In Berlin dozierte er an der Technischen Hochschule über mittelalterliche Ba«- kunst. Nach dem Tode des Dombaumeisters Voigtel würbe Hertel an dessen Stelle nach Köln berufen. Als Fachschrift- stellet hat sich Geheimrat Hertel durch seine Werke »Die Plastik des Kölner Domes" und „Die Glasgemälde de» Kölner Domes" einen Namen gemacht. Me europäische Kältewelle Siebzehn Soldaten ans Wache erfroren — Siebe« Grab Wärme ans Grönland!! Berlin, 22 Dezember. In Hamburg wurden in iec vergangenen Nacht Temperaturen unter 15 Grad (Seifte* gemessen. Es ist dies die niedrigste Temperatur seit moh- reren Jahrzehnten. In den Landgemeinden um Hamburg wurden sogar bis zu 20 Grad unt^r Null gemessen. An der Ostsee liegen die Temperaturen infolge wärmerer Winde höher. So verzeichnete Kiel in der letzte« Nacht nur sechs Grad. Nach einer Meldung der Mörgenblätter aus Belgrad wurden an der Eisenbahn Gewgheli—Demirkaou von zwan- zig die Strecke bewachenden serbischen Soldaten bei der Ablösung 17 auf ihrem Posten erfroren aufgefunden. Wie weiter gemeldet wird, sind auf der Strecke Gönyö—Moha« 24 Dampfer und über 100 Schlepper im Eis stecken geblieben. Während in ganz Mittel- und in Süöeuropa außerordentlich strenge Kälte herrscht, wurden auf Grönlanb am Monag nachmittag sieben Grad Wärme gemessen. I« Kopenhagen stellt sich die Temperatur auf fünf Grab unter Null. Die Kältewelle in Berlin selbst hat in den letzten 24 Stunden noch an Stärke zugenommen. Heute früh wurb« 17% Grad unter Null gemessen. In den Außenbezirk« Berlins ist geaenüber gestern kein wesentlicher Unterschied festzustellen. MllerungsumWag überall *600 Unglückssälle infolge Glatteisbildung i« London. London, 22. Dez. (Funkspruch.) Der in Südenglanb während der vorvergangenen Nacht innerhalb wenig«» Stunden erfolgte Witterungsumschlag hat in London sehr unangenehme Folgen gehabt. Der starke Regen verwandelte sich auf dem Boden in eine feste Eisschicht, die ei««« geregelten Straßenverkehr völlig unmöglich wachte. I« Io» Krankenhäusern wurden etwa 1600 Personen behandelt, die sich durch Stürze auf den vereisten Straßen Arm- und Beinbrüche sowie andere Verletzungen zugezogen hatten. Dt« Eisschicht ist erst im Laufe des gestrigen Tages aufgebroche». Die starke Kältewelle ist vorüber: im Norden von Engla«b gehe» große Schneemassen nieder. Koksknappheit in Verliu Auch gestern Verkehrsstörungen. Berlin, 22. Dez. (Funkspruch.) Infolge des starke« Frostes sind auch gestern im gesamten Eisenbahnöienst erhebliche Störungen zu verzeichnen. Im Personenverkehr tft zwar eine leichte Besserung eingetreten, da die von Nord« kommenden Züge und auch die Ostbahn nur unwesentliche Verspätungen haben Dagegen kommen die schlesische« Züge in Berlin mit Verspätungen von 35 und 40 Minuten au. während der Dresdner Personenzug 50 Minute« Verspätung hatte. Am schlimmsten war es auch gestern wied«c mit dem Verkehr aus dem Süden bestellt: so traf der Stuttgarter Zug gestern morgen mit 150, der Wiener D-Zug mit 125 Minuten Verspätung in Berlin ein. Dagegen geht d«r Verkehr nach dem Westen fast ganz regelmäßig, da die Strecken dorthin größtenteils schneefrei sind. Sehr unangenehm macht sich aber die Kälte im Güterverkehr bemerkbar. Während jedoch in Groß-Berlin die Güterzüge noch einigermaßen pünktlich erledigt werden können, lieg»» im Reich die Güterzüge zum großen Teil fest und könne« nur mit großen Verspätungen expediert werden. Besonders die Milchzüge, die nach Berlin kommen, leiden unter der starken Kälte insofern, als die Milch aus den entferntesten Belieferungsgebieten in gefrorenem Zustand «t Berlin eintrifft, so daß die Kannen häufig geplatzt find. Im Zusammenhang damit hat sich in Berlin eine gewisse Verknappung der Milch bemerkbar aemacbt. iS ROMAN ARNO FRANZ E lm und sagte: „Es war Pfuscherarbeit. Herrschaften, die ich einerzeit vollbrachte. Die Praxis fehlte. Wenn es wieder o trifft, geht es besser," und schritt über die Schwelle. Im Geschäftszimmer nahm er seinen Koffer in Empfang Aus der Straße empfing ihn das Leb.en. * *- * „ ... alfo leben Sie wohl und behüt' Sie Gott," jagte Professor Carsten und hielt Sohrs Hand in der seinen. Das war Abschied. Sohr sah dem alten Herrn, der sich so lange um ihn benützt hatte, fest in die Augen, sagte aber nichts und wußte luch nicht, was er hätte sagen sollen. Es wäre wohl für ihn »as Richtige gewesen, wortlos zu gehen. Das aber konnte >r nicht, weil der Professor seine Rechte immer noch mit »eiden Händen schüttelte und drückte. „Wir lassen Sie nur ungern fort, aber wir lassen Sie vrr," redete der Professor weiter. „Des Menschen Wille ist »icht immer sein Himmelreich, mein lieber Sohr. Bei Ihnen ckwn gar nicht. Geben Sie sich keinen Täuschungen hin. Sie ind immer noch Patient und noch lange nicht gesund. Da Sie aber durchaus wollen, dann nochmals: Mit Gott und klles Gute." Sohr lächelte zu den Worten des Alten, zog seine Rechte lus der des Arztes und strich sich über die Stirn. „Mit Gott und alles Gute," wiederholte er. „Hm — na iü, sowas muß es auch geben," drehte sich um und schritt der Sür zu. Dort stand Schwester Marianne, die ihn gepflegt hatte. 5ie stand da wie Mensch gewordene Güte und Ergebenheit, m den Türpfosten gelehnt, in einem Sonnenstrahlenbündel, »as durch das Fenster fiel. „Ra, Schwesterlein, auch ein Wort von Gott und den: guten für mich gänzlich Verlorenen?" frug er. aber Schwester Marianne schüttelte nur den Kops. Sie kannte hn ja. Den Gott, den er verloren hatte, konnte ihm nur »as Leben wiedergeben. „Das Schweigen danke ich Ihnen, Schwester." sagte Sohr. ,für die Pflege bringe ich es nicht fertig. Sie hätten mich in die Binsen gehen lassen -sollen. Dafür hätte ich noch im grabe für Sie gebetet. Wär' zwar auch Unsinn gewesen, rber immerhin: Denen, die glauben, soll's helfen." Und zwischen Tür und Anael wendete er sich noch einmal Wie lange hatten die Aerzte und Schwestern des roten Kackstein kastens, der da hinter ihm lag, gebraucht, um den. ^erschundenen zusammenzuslicken und wieder notdürftig auf >ie Beine zu stellen? Sohr rechnete. Genau dreizehn Wochen waren es. Das bedeutete ein- »ndneunzig Tage Liebe. Güte, Aufmerksamkeit und schweifendes Dienen um einen Kerl wie er war, also um ein ktwas, um das es sich nicht lohnte. Daß es so etwas noch gab. Er schüttelte den Kops. Dann drehte er sich um und »lickte die Front des Gebäudes entlang. Charits-Krankenhaus stand in goldenen Lettern am Einjang. Charit6 — dachte Sohr — das heißt christliche Liebe und st gut bezeichnet, aber warum Krankenhaus für mindestens jefjn Gebäude? Da wäre doch der Plural richtiger gewesen. Ihn störte das unfreundliche Aussehen der Gebäude. Er ionnte das Aeußere mit dem darin herrschenden Geiste nicht m Einklang bringen, deshalb ging er die Straße rechts hin- mf, um den ganzen Komplex zu umgehen. Er mußte sehen, ch da nicht doch irgendwo eine Abwechslung war in dem wtsteinernen Einerlei, gab es aber bald aus — es war eines »er Häuser so nüchtern und kalt wie das andere. Er hatte sonderbare Gedanken «n diesem Morgen und !eine erfreulichen. „Krankenhäuser," dachte er, „Zuchthäuser. Gefängnisse, Polizeipräsidien, Kasernen. Gemeindesc^llen und andere für »!e innere und äußere Wiedergeburt der Menschen errichtete Institute müssen sich wahrscheinlich gleichen. Die Spiritus cectoricis werden schon chre Absicht dabei haben, nur die Kirchen dürfen eine Ausnahme machen aus wer weiß was für Gründen. Wahrscheinlich weil sie nur Sonntags in Gebrauch sind. Sie nutzen sich weniger ab." Als er die Luisensttaße zurückkam, fiel ihm das Denkmal auf. das man da förmlich an die Mauer aeklebt batte. Er war doch eben erst vorbeigegangen und hatte es nicht gesehen. Albrecht von Gräfe — stand unter dem lebensgroßen Vronzebild. Wer war denn der gewesen? Allem Anschein nach einer, der die Blinden sehend gemacht hatte, damit sie klarer Blickes das Unglück in der Welt betrachten konnten, damit sie nicht mehr nötig hatten, immer nur in sich hineinsehen müssen und in die Welt hineinzulauschen, nein, damit sie auch ihr Teil bekamen von all dem Schönen, Großen. Edlen und Guten, das dieses Leben erst lebenswert machte. Es sollte keiner vor dem anderen etwas voraus haben, auch Mitleid und Teilnahme nicht, die Blinden und Kranken selbst ein Unmensch nicht versagt. Ihr Toren! Als ob nicht die Nacht voller Zauber ist und Ser Tag voller Grauen. Zu beiden Seiten des Monumentes war Melchthals Klage um das Licht des Auges in Stein gemeißell. Und Sohr sprach sie leise vor sich hin: „O. eine edle Himmelsgabe ist das Licht des Auges! Me Wesen leben vom Lichte, jedes glückliche Geschöpf- die Pflanze selbst kehrt freudig sich zum Lickte." Nur diese vier Zeilen standen dort und ungewollt voL endete er das Fehlende: „Und er muß sitzen, fühlend in der Nacht im ewig Finstern — ihn erquickt nicht mehr der Malten warmes Grün, der Blumen Schmelz die roten Firnen kann er nicht mehr schauen. Sterben ist nichts, doch leben und nicht sehen- das ist ein Unglück." Wie oft hatte ihn diese Klage erschüttert! Heute kam ihm nur ein bitteres Lächeln an. „Leben und nicht sehen — em Unglück? Wo denn? Ein Glück ist das, aber kein Unglück! Nicht sehen — und nichts sehen — ist Glück. Da drinnen in diesen Häusern war es zu Hause das Glück. Da war man abgeschlossen von der Wett, da konnte das Außenstehende nicht herein, da war man blind für das Draußen. Da war man^ geborgen vor den Menschen und ihrem Tun. Rr. 260. Jahrgang 1927, Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Donnerstag, den 22. Dezember 1927. Ser Anfuhr von Kohle, die namentlich aus Schlesien »uf dem Wasserwege nach Berlin geschafft wird, machen sich infolge -es frühen Zufrierens -er Flüffe und Kanäle bereits erhebliche Stockungen bemerkbar. Die groben Unternehmungen, wie die städtischen Gas- und Elektrizitätswerke, sind jedoch, für sechs bis acht Wochen mit den zur Aufrecht- erhaltung des Betriebs notwendigen Kohlenmengen ein- gedeött. Dagegen herrscht schon heute in Berlin ein empfindlicher Koksmangel, durch , den besonders in Zentralheizungsaulagen der Privathäuser in Mitleidenschaft gezogen werben. Da in den Kohlenrevieren noch größere Koksbestände vorhanden sind, soll versucht werden, durch die Eisenbahn eine verstärkte Einfuhr zu organisieren, doch dürfte« immerhin gewiffe Stockungen eintreten, die für die Mieter in Häusern mit Zentralheizung sich eventuell unangenehm auswtrken können. Baden. Zur M'lchversorgmig Der Mtlchpreis. Vom Verband badischer landwirtschaftlicher Gentzjfen- schafte« wird uns geschrieben: Die Milchwirtschaft hat in den letzten Jahren auch in Baden einen erfreulichen Aufschwung genommen. Diese auf- steigende Entwickelung, die in einer Steigerung der Milcherzeugung zum Ausdruck kommt, liegt nicht zuletzt im Interesse der Hebung der Volksgesundheit, die unter dem Mangel an Lebxnsmttteln, insbesondere an Milch, während der Kriegs- und Inflationszeit schwer gelitten hatte. Die badischen landwirtschaftlichen Organisationen begünstigen die Aufwärtsentwicklung der Milchwirtschaft mit allen Mitteln. Sie konnten dies um so eher tun, als in den ersten Jahrev nach der Inflation ein einigermaßen wirtschaftlicher Mtlchpreis in Geltung war. Während die Erzcugungskosten t« den letzten Jahren eine steigende Tendenz zeigten, wurde in dem gleichen Maße, wie sich die Milcherzeugung steigerte, der Milcherzeugerpreis von 20—^26 Psg aus 18—20 Pfg. Wlirckgesetzt. Nachdem schon lange der Milchpreis weit unter Erzeugerkosten steht, muß die badische Landwirtschaft «ine Erhöhung der Mrlcherzeugerpreise notgedrungen verlangen oder es ist nicht aufzuhalteu, daß eine Umstellung im landwirtschaftlichen Betrieb Platz greift und damit die mühselig erschlaffen en Milchauelle» allmählich versiegen. Diese Entwickelung dürfte sich nicht allein znm Schaden der Landwirtschaft, sondern auch zum Schaden der Verbraucher auswirken. Leider hat der Verband badischer Milchbedarfs- gemeinden vor einigen Tagen die bescheidene Forderung der La.ndwirtschaft auf Erhöhung der Milchpreise um 2 Pfg., die wenigstens eine kleine Befferung und Beruhigung auf dem Lande gebracht hätte, abgelehnt. Was nützt es, wenn in den Parlamente» die Parteien von rechts bis links die Notlage der Landwirtschaft besprechen, anerkennen und ihre Behebung versprechen? Die große Not der Landwirtschaft läßt sich nicht mit Worten linder», sondern nur durch Anerkennung der dringenden Bedürfnisse. Hierzu gehört in erster Linie ein für die Landwirtschaft tragbarer Mtlchpreis, der auch dem hohen Nährwert der Milch einigermaßen Rechnung trägt. Der Landwirtschaft kann es auf die Dauer nicht zugemutet werden, daß ihr — dem wirtschaftlich schwächeren Teil — die Kosten für die begrüßenswerten Einrichtungen in der Behandlung der Milch in hygienischer und anderer Hinsicht allein aufgcbürdet werden. Die badischen landwirtschaftlichen Organisationen sehen sich genötigt, in ernster Besorgnis einen Mahnruf an die Städte zu richten, den gegebenen Berhältniflen durch eine wirtschaftliche Gestaltung des derzeitigen Milcherzeugerpreiscs Rechnung zu tragen. Der Schiedsspruch für die Textilindustrie für verbindlich erklärt Lörrach, 22. Dez. Das Reichsarbeitsministerium hat am Mittwvchvormittag den am 8. Dezember für die badische Textilindustrie gefällten Schiedsspruch des Lanöesschlich- ters für verbindlich erklärt. Die Vertreter der Arbeiterschaft geben bekannt, daß sie sich auf den Boden des Schieds- Wiuches stellen und versuchen werden, das durchzuführen, was der Schiedsspruch vorschreibt. Wie erinnerlich, sah der Schiedsspruch vor, daß auf den Spitzenlohn eine Erhöhung des Stundenlohnes von 5 Pfg., b. h. von 55 auf 70 Pfg. eintrat. Bei den Frauen und bei den jugendlichen Arbeitern erfährt diese Erhöhung eine prozentuale Verminderung. Ferner sind die Akkordsätze nach einem besonderen Schlüssel festgelegt. Abgelehuter Schiedsspruch im Gastwirts- gewerbe Karlsruhe, 23. Dez. Der am 6. Dezember 1027 vom Schltchtungsausschuß Mannheim gefällte Schiedsspruch im Eastwirtsgewerbe wurde von den Arbeitgebern abgelehnt, von den Arbeitnehmern dagegen angenommen. Die Nach- »erhanblungen beim Landesschlichter in Karlsruhe werden Nunmehr, nachdem die Verbmdlichkeitserklärung beantragt wurde, am 22. Dezember stattfinden. Aus Nah und Fern. * Sinsheim, 22. Dez. (Glatteis.) Das Schneewetter scheint nicht über Weihnachten hinweg sich halten zu wollen. Bereits gestern Nachmittag trat feuchter Nebel auf und am Abend setzte Regen ein, der in den Straßen das gefürchtete Glatteis hervorrief. Das bestreuen der Gehwege mit Sand oder Asche zur Vermeidung von Unglücken ist dringend notwendig geworden. * Sinsheim, 22 . Dez. (Gehaltszuschlag in der Landeskirche.) Die planmäßigen und außerplanmäßigen Geistlichen de^ badischen evangelischen Landeskirche, die Pfarrkandidaten, die zuruhegesetzten Geistlichen und die Hinterbliebenen von Geistlichen, die rein kirchlichen planmäßigen und außerplanmäßigen und im Ruhestand befindlichen Beamten und die Hinterbliebenen solcher Beamten und die vertraglich angestellten Religionslehrer erhalten eine einmalige Gehaltszulage. Sie beträgt für die Gehaltsempfänger, soweit sie den Frauenzuschlag beziehen, 70 Mark, für die Gehaltsempfänger, die den Frauenzuschlag nicht beziehen und für Witwen 40 Mark, für die Empfänger von Kinderzuschlägen oder Kinderbeihilfen in den gesetzlich nicht geregelten Fällen, auch wenn sie gekürzt sind, für jedes Kind, für das für Dezember 1927 eine Kinderzulage oder eine Kinderbeihilfe zahlbar ist, außerdem je 10 Mark. Für Vollwaisen beträgt der Gehaktszuschlag insgesamt je 20 Mark. * Sinsheim 22. Dez. (Explosionsgefahr bei elektrischen Glühlampen.) Durch Versuche wurde festgestellt, daß Glühlampen der gebräuchlisten Kerzenstärken bei Umhüllung mit Stoffen, die als schlechte Leiter der Wärme bekannt sind (z. B. Watte), wenige Minuten nach dem Einschalten so heiß werden, daß die Stoffe glimmen und das Glas Schmelztemperatur erreicht. In diesem Augenblick zerspringen dann die Glühlampen, gewöhnlich unter explosionsartiger Erscheinung, wobei leicht die Stoffe in Flammen aufgehen. Bei farbigen Glühlampen ist diese Gefahr wegen des Lacküberzuges noch größer. Es wird daher davor gewarnt, elektrische Glühlampen mit brennbaren Stoffen in unmittelbare Berührung zu bringen, insbesondere Glühlampen durch Ueber- decken mit Stoffen oder Einhütten in Watte usw. wie es hier und da zur Erzielung besonderer Beleuchtungseffekte geschieht, unsichtbar machen zu wollen. Auch die imprägnierte sog. Christ- baumwatte bietet in dieser Beziehung keine genügende Feuersicherheit. * Sinsheim, 21. Dez. (Schätzung bei Nichtbelegung einer Betriebsausgabe.) Nach einem Urteil des Reichsfinanzministers genügt die Tatsache allein: daß ein Gewerbetreibender eine von ihm gemachte Betriebsausgabe nicht belegen kann oder will, noch nicht zur Berechtigung der Steuerbehörde, die Ausgabe dem Geschüfts- gewinn hinzuzurechnen. Hat die Steuerbehörde Zweifel gegen die Richtigkeit der Buchung, so ist sie zunächst nur berechtigt, die Höhe der Ausgabe zu schätzen und erst, wenn sie bei der Schätzung zu dem Ergebnis kommt, daß die Ausgabe überhaupt nicht geleistet worden ist, kann sie sie unberücksichtigt lassen. E- handelt sich nach dem Tatbestand im vorliegenden Fall um eine Firma, welche den Einblick in das Geheimbuch, in dem die Empfänger der Vergütungen verzeichnet waren, nicht gestattete. Der Reichsfinanzhof ist der Auffassung, daß die Tatsache allein, daß die Firma es abgelehnt hat, die von ihr behaupteten Ausgaben zu belegen, die Steuerbehörde noch nicht berechtigt, die Ausgaben unberücksichtigt zu lassen. * Sinsheim, 21. Dez. (Wann sind Aufwendungen für einen im Geschäft mittätigen Sohn als Werbungskosten abziehbar?) Die Aufwendungen für die Gewährung des Unterhaltes an den zur Haushaltung eines Steuerpflichtigen gehörenden und im Gewerbebetrieb mittätigen Sohn können nur dann als Werbungskosten und Betriebsausgaben im Sinne des Einkommensteuergesetzes angesehen werden, wenn zwischen dem selbständigen Gewerbetreibenden und seinem mitarbeitenden Sohn ein Dienstverhältnis besteht. Ein Dienst- oder Arbeitsverhältnis besteht nicht, wenn für den Sohn weder Steuerabzug bewirkt noch für die gesetzliche Kranken- und Invalidenversicherung des Sohnes Sorge getragen ist. Die Unterlassung des Steuerabzuges und der Fürsorge der gesetzlichen Kranken- und Invalidenversicherung läßt auf eine Arbeitsleistung des Sohnes nach Par. 1617 des Bürgerlichen Gesetzbuches gegen Unterhaltsgewährung schließen. Dies kann für den Gewerbetreibenden zu stärkerer Einkommensbelastung führen, als wenn ein Dienst- oder Arbeitsverhältnis geschaffen worden wäre. % Kirchardt, 21. Dez. (Weihnachtsfeier.) Am letzten Sonntag hielt der Sängerbund Kirchardt seine Weihnachtsfeier ab. Diese kann als gut verlausen angesehen werden. Steht doch der Verein unter der bewährten Leitung seines Dirigenten Herrn Hauptlehrer Schaufler. Lobenswert verhielten sich auch die Theaterspieler, denn sie beherrschten ihre Rollen voll und ganz und trugen so zum guten Gelingen der Feier bei. Besonderen Dank auch den beiden Damen Paula Daiber und Erna Bardelang für ihre aufopfernde Hingebung, mit der sie dem Verein in uneigennütziger Weise ihr Können zur Verfügung stellten. --- Schwetzingen, 21. Dez. (Christbaummangel.) In Schwetzingen sind bereits jetzt sämtliche Christbäume ausverkauft und es werden wahrscheinlich auch keine Nachlieferungen mehr ein- treffen. Die „Schwetzinger Zeitung" meint dazu, daß geschäftstüchtige Leute sich vor Weihnachten noch eine Stange Geld ver- verdienen könnten. — Mannheim, 21. Dez. (Bom Planetarium.) Trotz der vielen winterlichen Beranstaitungen hat das Planetarium, das gegenwärtig „Im Lande der Mitternachtssonne" zum Thema seiner Vorträge hat, zahlreiche Besucher aufzuweisen. Als eine große Annehmlichkeit kann man es betrachten, daß neben der Vorführungen an drei Wochentagen auch an den Sonntag-Nachmittagen eine Vorführung stattfindet, die um 5 Uhr beginnt. ** Mannheim, 22. Dez. (Der Mannheimer Hafen zuae- froren.) Infolge der anhaltenden Kälte ist nun der Mannheimer Hafen und auch der Neckarkanal zugefroren. ** Mannheim, 22. Dez (Zwanzig Messerstiche für seine Frau.) Der Hilfsarbeiter Wilhelm Hartmann versetzte bei einem kleinen Wortwechsel leiner Frau am 6. September zwanzig Stiche mit einer Schere in den Rücken, die Brust und Arme. Schwer verletzt wurde die Frau ins Krankenhaus gebracht und sie hat noch heute unter den Verletzungen zu leiden. Er selbst wurde ist Haft genommen. Tic Ehever- hältniffe sind nicht gut. Die Frau brachte sieben Kinder mit in die zweite Ehe und der Mann ist zwanzig Jahre jünger als sie. Beide Ehegatten beschuldigten sich in der Verhandlung gegenseitig. Eifersucht scheint auch hier eine Rolle zu spielen. Nach dem Gutachten des Gefängnisarztes Dr. Götz- mann ist der Mann beschränkt, sein Nervensystem ist durch eine Granatexplosion zerrüttet und er H schwerhörig geworden. Die Tat sei wahrscheinlich unter dem Einfluß seiner leichten Erregbarkeit erfolgt und sie sei als Affekthandlung zu betrachten. Das Gericht sprach gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von 7 Monaten ans. ** Neckarzimmer«. 22. Dezember. (Brand.) In dem Anwesen des Wagners Grimm brach Feuer aus, dem das ganze große Anwesen, Wohnhaus, Werkstatt, Scheuer und Stallung zum Opfer fiel. ** Hettingeu, bei Buchen, 22. Dez. Vorgestern brach in der Scheune des Landwirts und Schuhmachermeisters Alois Henn Feuer aus, dem die Scheune mit sämtlichen Futtervorräten zum Opfer fielen. Die Brandursache ist noch unbekannt. Zwei Kinder verbrannt. Mannheim» 22. Dez. Gestern vormittag halb 12 Uhr ist in einer aus Brettern erstellten Wohnhütte in dem 65. Sandgewann bei der Oberen Riedstraße hier, offenbar durch UeberheizeN eines Ofens, ein Brand ausgebrochen. In der Hütte hauste die 34 Jahre alte Zigeunerin Cäcilie Winter mit ihren beiden 1 und 3 Jahre alten Kindern. Der Brand ist in Abwesenheit der Mutter ausgebrochen. Tie Kinder erlitten derart schwere Brandwunden, daß sie sofort in das Allg. Krankenhaus hier verbracht wurden. Das jüngere der Kinder ist bald nach seiner Einlieferung gestorben, während das ältere in vergangener Nacht seinen Verletzungen erlegen ist. Ein Jahr Festung wegen Verkanfs kommunistischer Broschüren. Leipzig, 21. Dez. Wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schutz der Republik und Vorbereitung zum Hochverrat hatte sich gestern der Buchhanölungsangestellte Caviar aus Bremen vor hem vierten Strafsenat des ReichsgeriMs zu verantworten. Vom Mai bis August vorigen Jahres befanden sich in der kommunistischen Buchhandlung in Bremen, wo Caviar angestellt ist, eine Anzahl Broschüren, die wegen ihres hochverräterischen Inhalts vom Oberreichsanwalt verboten worben waren. Der Angeklagte gibt zu, die Broschüren in seiner Buchhandlung geführt zu haben, doch will er nicht gewußt haben, daß sie hochverräterischen Inhalt enthielten. Das Gericht verurteilte Caviar wegen Vergehens gegen das Republtkschntzgesetz und Vorderes- tung zum Hochverrat zu einem Jahr Festung und dreihundert Mark Geldstrafe. Ein ungetrener Baumeister. Halle, 22. Dezember. Auf Veranlassung der höllischen Staatsanwaltschaft wurde in Clausthal im Harz der Krers- banmeister Pickert vom Kreisbauamt des Saalkreises festgenommen. Er wird beschuldigt, Baugelöer in Höhe von etwa 50 000 bis 60 000 Reichsmark unterschlagen und Bestechungsgelder angenommen zu haben. Ei« Ehepaar zweimal zum Tode vernrteilt. Königsberg, 21. Dezember. Nach zweitägiger Verhandlung verurteilte das Schwurgericht Lyck den Tischler Gustav Finneisen aus dem Kreise Lnck wegen Mordes in zwei Fällen zweimal zum Tode und seine Ehefrau Anna Finneisen wegen Mordes gleichfalls zun, Tode, außerdem wegen Beihilfe zum Morde zu fünf Jahren Zuchthaus. Die Verurteilten hatten im Sommer 1920 den Vater des Gustav Finneisen und später ihr neugeborenes Kind vorsätzlich getötet. Ein deutscher Kanfmann wegen Betäubungsmittelhandels in Zürich verhaftet. Basel, 21. Dez. Bon der Züricher Kantonpolizei wurde der in Zürich wohnhafte deutsche Kaufmann Felix Wecker- Frey aus Rostock wegen ungesetzlichen Handels mit Betäubungsmitteln verhaftet. Bei einer Haussuchung in der Villa Weckers wurden umfangreiche kompromittierende Schriftstücke beschlagnahmt, aus denen hervorgeht, daß er außer dem auf Grund der Konzession zulässigen Export noch große in die tausende von Kilogramm gehende Mengen narkotischer Mittel ins Ausland, namentlich nach dem Osten, ausgeführt hat. Die Polizei erklärt, daß sich ein zuverlässiges Bild über den Umfang des ungesetzlichen Vetäubungs- mittelhandels erst nach Abschluß der Untersuchung gewinnen lassen werde. Calles fliegt mit Lindbergh. Paris, 28. Dezember. Wie Havas aus Mexiko meldet, hat Lindbergh bei einem halbsttindiqen Probeflug mit einem ihm unbekannten Apparat den Präsidenten Calles und General Obregon als Paffagiere mit an Bord des Flugzeuges genommen. Präsident Calles und Obregon, die vorher niemals ein Flugzeug bestiegen hatten, äußerten sich mit Begeisterung über ihre Eindrücke u. beglückwünschten Lindbergh nach ihrer Landung auf das herzlichste. Merkwürdiges Schicksal eines Guyana-Deportierte«. Paris, 22.- Dezember. Einem früheren Sträfling der Insel Guyana, der als achtzehnjähriger Bursche zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt wurde, gelang es, bald nach seiner Ankunft nach Brasilien zu entkommen. Hier verheiratete er sich mit einer Französin und kehrte nach Frankreich zurück, wo er ein von jedermann geachtetes Leben führte. Zu seinem Unglück schrieb er sich auf einer Reise nach Perpignan mit seinem wirklichen Namen in das Fremdenbuch ein. Er wurde von der Polizei erkannt und nach Guyana zurückgebracht. Nunmehr hat ihn '»er Präsident der Republik wegen seiner jahrzehntelangen guten Führung begnadigt. 8800 Franken Geldstrafe für 15 Gramm geschmuggelte« ! Tabak. > Paris, 22. Dezember. Wegen Weigerung, für 15 Gramm geschmuggelten Tabak Zoll zu bezahlen, wurde ein angesehener Bürger von Monscron in der Nähe von Lille zu 8600 Franken Geldstrafe, Konfiszierung seines Automobils unnatürlich auch der 15 Gramm Tabak verurteilt. Ein marokkanischer Anfstandsführer ergibt fich. Paris. 22. Dezember. Nach einer Meldung aus Madrid hat sich der marokkanische Führer El Slitter in Tetuan ohne Bedingung ergeben. Es wurde ihm von den Spaniern die Bewilligung erteilt, sich bei seiner Familie in Scheschuan nieöerzulaffen. El Slitter ist einer der letzten marokkanischen Führer, die während der letzten Freiheitskämpse eine Rolle spielten. £ Radio - Programm für Freitag, den 23. Dezember 1927. Berlin (483), Königswusterhausen (1280), 20.30 Uhr: „O du fröhliche...". 21.00 Uhr: Alfred Kerr. 22.30 Uhr: Unterhaltungsmusik der Kapelle Löwenthal vom „Cafe Vaterland". Breslau (322), 20.30 Uhr: Der Neugebauer schießt seinen Weihnachtshasen. Frankfurt (428), 13.00 Uhr: Schallplattenkonzert. 15.30 Uhr: Jugendstunde. 16.30 Uhr: Hausfrauennachmittag. 17.45 Uhr: Die Lesestunde. 18.30 Uhr: Vorträge. 20.15 Uhr: Konzert: des Frankfurter Motettenchors. 21.15 Uhr: Konzert. Hamburg (394), 20.00 Uhr: „Winachen". Ein niederdeutscher Weihnachtsabend. 21.20 Uhr: Winterabend. Anschl. Ueber- tragung des Konzerts a. d. Cafe Wallhof. 23.30 Uhr: Tanzfunk. Köln (283), Langenberg (468), 20.05 Uhr: Langenberg: Weihnachtsvorfreude. 21.00 Uhr: Lustiger Abend. Anschl. Nachtmusik. Königsberg (329), 20.05 Uhr: Lieder-Stunde. Langenberg (468), 20.05 Uhr: Weihnachts-Vorfreude. Leipzig (365), 20.15 Uhr: Weihnachtsoratorium von Ioh. Seb. Bach. München (535), 20.05 Uhr: Konzert des Rundfunkorchesters, Deutsche Weihnacht im Volkslied. Stuttgart (379), 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 16.00 Uhr: Aus dem Reiche der Frau. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. 18.15 Vorträge. 20.00 Uhr: „Kabale und Liebe". Ein bürgerliches Trauerspiel v. Fr. v. Schiller. Daventry-Experimental (491), 21.00 Uhr: Eine Dickens-Traum- Fantasie. 22.30 Uhr: Orchesterkonzert. 23.15 Uhr: Tanzmusik. 00.00 Uhr: Tanzmusik. Daventry (1606), London (361), 13.00 Uhr: Konzert. 18.15 Uhr: Kinderstunde. 19.00 Uhr: Orchesterkonzert. 20.15 Uhr: Men- delssohns-Klavierwerke. 21.00 Uhr: Sendespiel: „Hansel und Gretel". Oper o. Humperdinck. 22.30 Uhr: „Hansel und Gretel" (Fortsetzung). 23.15 Uhr: Konzert. Paris (1750), 13.30 Uhr: Konzert. 17.45 Uhr: Litrrarhsch- musikalischer Abend. 21.30 Uhr: Sendespiel. Wien (517), 20.00 Uhr: Weihnachtsspiel aus Obersteiermark. Nach einer Pause: „Weihnachtscinkäuse" von A. Schnitzler. Zürich (588), 20.00 Uhr: Konzert des Hausorchesters. 20.30 Uhr: Gesänge aus Rich. Wagners Werken. 21.20 Uhr: Rich. Wagner-Konzert. Prag (348), 19.00 Uhr: Mozart: „Cosi fan tutte". 22.20 Uhr: Uebertragung a. d. Narodni dum in (Vinohrady) Weinberge. rÖriöfvSÄsis 9löbi0*5jcttficb Schick» Uhrmachermeister. Sinsheim a. E. Dr. SE-Bertreter — Lager in Telefunken -Röhren, Anode». Batterien — Sä«^> liehen Ersatzteilen, Barta-Mumulatoren-Ladestatton. — Telefon «». Xadiv-LUerat^ ^osramm^itschrWib^DÄh^O^^^^^ f iil i:| Rr. 260. Jahrgang 1927. Der Landbote * Sinsheim« Zeitung. Donnerstag, den 22. Dezember 1927. Schweinemarkt in Bruchsal vom 21. Dezember 1927. Angefahren wurden: Mtlchschweine 10. Läufer —. Verkauft wurden: Milchschweine 6, Läufer —. Höchster Preis für Milchschweine Paar 26.—, für Läufer .— RM. " " " " ' > ft it - » Niedrigster „ „ „ 20.— „ „ - „ Diehmarkt. Großvieh Stück 62, Kleinvieh Slück 49, Kälber ll. Geschäftliche Mitteilungen. Praktische Lotznsteuertabcllen. Laut Reichsgesetz ändern sich ab 1. Januar 1828 die steuerfreien Lohnbeträge. Der Veränderung Rechnung tragend, sind Lohnsteuerlabellen zum sofortigen Ablesen der Steuerbeträge für wöchentliche, 14 tägige und monatliche Lohn- und Gehaltszahlungen in der 3. Auflage im Selbstverlag von Hermann Lenz, Heidelberg, Brückenstraße 22 neu erschienen. Es erübrigt sich zu sagen, daß die Tabellen wieder die bekannte, übersichtliche und sorgfältige Ausführung zeigen. Die Ziehung der Badischen Rote Kreuz-Lotterie findet am 13. Januar 1928 statt. Das Deutsche Rote Kreuz hat seine Ortsgruppen und Kolonnen an jedem Platze im ganzen Lande. Ueber- all sind diese freiwilligen Helfer bekannt und hoch geschätzt. Auch Schulen für freiwillige Krankenpflege und Hilfe bei Unglücks- fällen werden vom Badischen Roten Kreuz eingerichtet und unterhalten. Zur Unterstützung dieser gemeinnützigen Znstitutin wird eine Lotterie Jahr für Jahr durchgefüdrt und ist daher eine der ältesten und beliebtesten aller badischen Lotterien. Jeder Beitrag zu diesem Werk ist lobenswert. Die Lose sind bei der Firma I. Stürmer, Lotterie-Unternehmer, Mannheim O 7, 11 und bei allen durch Plakate kenntlichen Losverkaufsstellen zu haben. Der Lospreis beträgt nur Mk. 1.—, 11 Lose Mk. 10.— ; Hüchst- gewinn Mk. 5000.—. Es kommen 1813 Geldgewinne ohne Abzug zur Verlosung. Alles nähere siehe aus den Inseraten. Bücher. Burg Rotenberg. 11 Lichtdrucktafeln und 1 Dreifarbendruck nach Zeichnungen von Joachim Lutz. Mit Text von Martin Lang. Heidelberg 19£7. Bei 3. Hörning. Preis in Pappbanö RM. 4.—, von der Auflage sind 50 Stück in Ganzleinenband gebunden und nummeriert. Preis RM. 6.00. Auf altem Kulturboden, in dem zwischen dem Schwarzwald und dem Odenwald gelegenen Kraichgau kehrt der Leser ein. Burg Rotenberg erhebt sich über dem mittelalterlichen Land- städtchen Rotenburg im Angelbachtal. Ein hessischer Künstler, Joachim Lutz, und ein schwäbischer Schriftsteller, Martin Lang, haben sich zusammengefunden, um dieses badische Hcimatbuch, Burg Rotenberg in Wort und Bild, zu schaffen: so ist ein Werk entstanden, dem nichts von provinzieller Enge anhastet, und in welchem doch das Herz der Heimat schlägt. Aber auch der Leset und Betrachter des Buches, dem der Verlag alle Sorgfalt der Herstellung zuwandte, wird gleicherweise urteilen. Wetterbericht. Karlsruhe. 21. Dezember. Baden hatte gestern in den tieferen Lagen heiteres Frostwetter. In der Höhe stellte Sch unter der Wirkung der westlichen Depressionen Trübung ein. Fm südlichen Hochschwarzwald siel Schnee sFeldber-s. Ueber den britischen Inseln ist eine starke Zyklone vorgedrungen, die bis znm Kanal Erwärmung gebracht hat. Die Rheinebene liegt zur Zeit noch im Bereich des östlichen Hochdruckgebietes und damit im Bereich der kalten Lnstmasfe«. Unter dem Einslutz des westlichen Tiefs erwarten wir auch in Sübwestdeutschland das Vordringen der westlichen Warni- luftmassen und somit Nachlassen des Frostes. Anton Friedrich Barth. Händler aus Steinsfurt wohnhaft in Sinsheim, wurde heute wegen Trunksucht entmündigt. 19. Dezember 1927. Amtsgericht. ' Verlängerter Fernsprechdienst. Vom 1.Ian«ar1928 ab wird beim Postamt Michel- feld (Amt Sinsheim) auf Antrag der Gemeindevertretung verlängerter Fernsprechdienst — an Werktagen von 8 dis 21 Uhr, an Sonntagen von 8 bis 13 und 17 bis 18 Uhr — abgehalten. Die Kosten für^ diese Diensterweiterung werden bestimmungsgemäß auf die einzelnen Teilnehmer umgclegt; sie betragen für jeden Fernsprechanfchluß des Ortsnetzes Michelfeld nach den jetzigen Sätzen der Fernsprechordnung monatlich 1 R.-M. 58 Rpfg., die mit den gewöhnlichen Fernsprechgebühren erhoben werden. Nähere Auskunft erteilt das Postamt. Karlsruhe (Baden), den 17. Dezember 1927. Oberpostdirektion. BerzebW um StmmhoWleifen. Die Cvang. Pflege Schöna« n Heidelberg »ergibt das Schleifen von etwa 150 Fstm. Stammholz an die Abfuhrwege in den Walddistrickten „Orles" und „Linsenstein." Angebote für je 1 Fstm. sind bis 36. d». Mts. bei ihr einzureichen. Nach LürlrL» (Schweiz) wird Mädchen in bürgerlichen Haushalt auf Januar gesucht. Ausfuhr!. Offerte mit Gehaltsansprüchen und Photographie an Frau Thierry, Zürich 6. Langmauerstraße 70. Wo andere HühneMgeumittel versagen, da Hilst Bildol Preis 60 Pfg. 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