4 Karlsruher Beobachter Nr. 18 Sonntag den 4. März L8LN Aus der Zeit. — Karlsruhe, 28. Febr. sl54. Sitzung der zweiten Kammer.) Baum erstattet Namens der in letzter Sitzung ernannten Kommission mündlichen Bericht über die von solcher getroffene Auswahl derjenigen Geschäfte, welche auf gegenwärtigem Landtage noch zu erledigen sind. Als solche werden unter anderem bezeichnet jene über die Verwalt mgsvrganisa- tion, das Staatsschreibereiwesen, die künftige Landesverfassung nebst einem Wahlgesetze, das PensivnSge- setz und die Revision des Staatsdieneretikls, soweit sich letzteres auf die Pensionen bezieht, endlich der Gesetzesentwurf über die Wein- und Biersteuer. Prästinari beantragt, Liesen noch beizusetzen jene Gesetze, welche die 2. Kammer bereits berathen hat und welche an die 1. Kammer zur Zustimmung gegangen sind. Die Kammer stimmte sowohl diesem Anträge, als jenem der Kommission bei und nahm sodann »loch einen weiteren Kommis- sivnSvvrschlag an, welcher mehrere andere Geschäfte bezeichnet, deren Erledigung, sofern diese während den Verhandlungen über die bereits genannten noch möglich ist, empfohlen wird. — Hierauf wird der Gesetzesentwurf, die Ausstattung der Paxiergeldeinlösungs- kaffe mit 700,000 fl. aus tem Dvmanialgrundsiock und die Aufnahme eines Anlehens von 1,500,000 fl. für die EisenbahnschuldentilgungS- kaffe, und insbesondere zur Fortsetzung der Arbeiten betreffend, einstimmig angenommen. — Bauer zeigt seinen Austritt aus der Kammer an. — Zn Lahr (Landamt) wurde der ausgetretene Abgeordnete zur zweiten Kammer. Heimburger, wieder gewählt, er hat sich Bedenkzeit erbeten. — Freiburg, 2. März. Die Verhandlungen des Ge- schwvrnengerichtS über den Prozeß von Struve und Blind werden am 20. d. M. beginnen. Die Geschworne» und Zeugen sind aufgefordert, auf diesen Tag zu erscheinen. — Dvnaueschiagen, 26. Febr. Don den das badisch« Oberland beseht haltenden würtlembergischen ReichStruppen ist vorgestern eine mobile Kolonne unter dem Kommando des Obersten v. Reinhardt, bestehend aus einem Jnfanteriebataitlon, einer Reiterschwadron und 4 Sechspfündern, von Neustadt durch das Kinzigthal nach Offenburg aufgebrochen, um von dort aus sich «tfwärls nach Freiburg zu wenden. Zu gleicher Zeit wirb ein» Kolonne badischer Truppen von Lörrach und Schliengen gegen jene Stadl marschiren. Man bringt Lies« Truppenbewegungen mit der demnächst dort vorzunehmenden Aburtheilung der politischen Gefangenen in Zusammenhang, zu welcher Zeit, allfälligen Schilderhebungen vorzubeugr», die dortige Gegend stärker besetzt sei« soll. — Frankfurt, 1. März. ES wird uns so eben die zuverlässige Mittheilung, daß von Seiten der dänischen Regierung der Waffenstillstand bei drr deutschen Eentralregierung gekündigt worden ist. Dessenungeachtet glaubt man nicht an die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten. — Frankfurt, 1. März. Zn der heutigen 179. Sitzung der Reicksrersammlung zeigt der Präsident an, daß ihm nachträglich die Erklärungen der hannoverschen und sachsenaltenburgischen Regierung in Bezug auf den Verfaffungsentwurf vom Reichsministerium zugestellt worden seien. Bischer von Tübingen stellt an das Reichsministerium des Asußern eine Interpellation in Betreff des EinrückenS russischer Truppen in Siebenbürgen. Hierauf wird die Beralhung über das Wahlgesetz wieder ausgenommen. Angenommen werden: §. 13: --Die Wahlhandlung ist öffentlich. Bei derselben sind Gemeindemikglieder zuzuziehen, welche kein Staats- oder Gemeindeamt beflecken. Das Wahlrecht wird in Person Lurch Stimmzettel ohne Unterschrift ausgeübt. §. 14: --Die Wahl ist direkt. Sie erfolgt durch absolute Stimmenmehrheit aller in einem Wahlkreis abgegebenen Stimmen. Stellt bei einer Wahl eine absolute Stimmenmehrheit sich nicht heraus, so ist eine zweite Wahlhandlung vorzunehmen. Wird auch bei dieser eine absolute Stimmenmehrheit nickt erreicht, so ist zum dritten Mal nur unter Len zwei Canbitalen zu wählen, welche in der zweiten Wahlhandlung die meisten Stimmen erhalten haben. Bei Stimmengleichheit entscheidet das LooS.-- — Frankfurt, 2. März. Zn der heutigen 180. Sitzung der Reichsversammlung wurde, nach Annahme der §§. 15 — 17 des Wahlgesetzes und der Reichswahlmatrikel , dann des Reichsgesetzes über die Tag - Und Reisegelder, über das Ganze des Wahlgesetzes abgestimmt, und dasselbe mit 256 gegen 194 Stimmen angenommen. Das Gesetz geht zur Vorbereitung der zweiten Lesung an den VersassungSausschuß. — Berlin, 25. Febr. AuS guter Quelle erfahren wir, daß im Augenblick geheime Verhandlungen zwischen den Kontinentalmächten, mit Ausschluß Frankreichs, schweben, bei gewissen Eventualitäten die Integrität der Friedens-Traktate von 1815 streng aufrecht zu erhalten und diese zugleich »IS fernere Basis für die europäischen Zustände zu betrachten. — Berlin, 28. Febr. Während am Montag die Thronrede miltheilte, daß die Beziehungen Preußens zu allen auswärtigen Mächten fortdauernd friedlich seien, ist gestern Nachmittag die beglaubigte Nachricht von der Kündigung des dänischen Waffenstillstandes von Seilen Dänemarks hier eingelaufen; daS Ministerium empfing dieselbe erst am Nachmittage. ES ist die Kündigung auf den Betrieb der ultradänischen Partei geschehen. — Von der polnischen Gränze, 24. Febr. Beinahe ist es ein Jahr, seitdem man uns in Preußen immerfort mit der Nachricht unterhält, es seien die Russen im Begriff, über unsere Gränzen zu rücken, um Alles wieder in Len alten politischen Zustand zurück zu bringen. Sogar sprengte man unlängst au«, es seien bereits die russischen Garden von Petersburg ausgerückl und auf dem Marsch gegen Ostpreußen. Wir können nach den 70 Mittheilungen einer Reisenden über den Stand dieser Sache Folgendes berichten: Es stehen gegenwärtig in ganz russisch Polen zwischen 80—100,000 Mann, folglich kaum die Hälfte von dem, was man fabelt. Die Anzahl dieser Truppen erscheint dadurch viel größer, als sie in der Wirklichkeit ist, weil sie alle Augenblicke dislvcirt werden, was aus dem Grunde geschieht, sie so mobil als möglich zu machen und sie für alle Fälle schlagfertig zur Stelle zu haben. Diese Hin- und Hermärfche erwecken denn auch bei den Truppen den Glauben, daß sie, bereits so nahe an Deutschlands Gränzen, bald über dieselben rücken werden. Ihr wahrer Zweck aber ist der, neue Meutereien in Polen ntederzuhalten, nebenbei aber auch auf unvorhergesehene Ereignisse in Deutschland gefaßt zu sein. Man rühmt übrigens die gute Ordnung und strenge Mannszucht, die bei ihnen herrscht, und da alle Lieferungen für sie baar bezahlt werden, so sind sie für das Land keine Last, sondern bringen ihm eher Gewinn. — Wien, 2t. Febr. Der Gouverneur von Weiden hat in einem Erlasse an den Gemeinderath erklärt, daß auch künftighin die Personen, weiche ihre Waffen freiwillig in daL Zeughaus oder an das betreffende Grundgericht abliefer», den gesetzlichen Strafen nicht unterliegen sollen. — Abermals wurde auf zwei Soldaten geschossen. — Gestern Abend wurden in der Jägerzeile ein Kutscher und ein Reitknecht arretirt, bei denen man eine geladene Pistole vvrgefunden hat- — In der Wiener Zeitung bietet der hiesige Gemeinderath, unter Hinweisung auf die bisher vvrgefal- lenen Angriffe auf Wachtposten, eine Belohnung von 200 bis 500 fl. Denjenigen, welche einen Thäter ergreife» oder eine zur Ergreifung führende Anzeige machen. — Wien, 26. Febr. Die Stimmung in unserer Stadt ist heute unläugbar eine aufgeregte, wie sie seit der Dauer des Belagerungszustandes nicht bemerkbar war. Man sieht allenthalben ein gewisses ängstliches Treiben — Hin- und Hergehen, ohne selbst durch aufmerksamste Beobachtung die Ursache dieses Umschlagens der Stimmung ergründen zu können. Dem Militärkommando scheint diese etwas bedenkliche Stimmung nicht entschlüpft zu sein. Die Kanonen auf den Basteien werden vermehrt, und einzelne Abteilungen Infanterie stehen auf den Wällen, wo man sie sonst nicht bemerkte, die Gewehre in Pyramiden stellend, welches auf eine gewisse Bereitschaft, ein gewisses Erwarten schließen läßt. - Nach Berichten aus Pesth vom 25. Febr. hak der Feldmarschall Fürst Windischgrätz mit seinem Hauptquartier diese Hauptstadt verlassen und ist gegen Halcan, sieben Meilen von Pesth, aufgebrochen, wo DembinSki stehen soll. — Bem soll wieder in der Nähe von Hermannstadt stehen. — Wien, 27. Febr. Es bestätigt sich, daß DembinSki, nachdem Görgey zu ihm gestoßen war, mit dem vereinigten Jnsur- gentenkorpS bis sieben Meilen vor Pesth, bis Hatvan, vorgerückt sei. Indessen war der Fürst Windisch-Grätz mit allen disponiblen Truppen dem Feinde entgegengcrückt, um ihn anzugreifen, und hatte sein Hauptquartier in Gödölö, wenig Stunden von Hat- van, wo eS hoffentlich, wenn die Insurgenten Stich halten, zu einem entscheidenden Schlag kommen wird. Nachmittags 5 Uhr. Wie ich so eben aus guter Quelle erfahre, hat sich die Jnslir- gentenarmee von Hatvan wieder zurückgezogen. — Kopenhagen, 22. Febr. ES ist nur zu gewiß, das hier bei uns Alles auf nahe bevorstehende Erneuerung des Krieges hindeutek. Die ganze Flotte, in bedeutend größerer Anzahl wie im vorigen Jahre, und darunter auch Las ganz neue Linienschiff Christian VIII-, ist in einigen Tagen segelfertig, die Cvmoiando's der drei Escatres, in welche sie getheilk wird, sowie der einzelne» Schiffe,, sind bereits ernannt. Oie Landarmer fängt an, sich au der schleswigschen Gränze zu sammeln, und bereit« haben die hier liegenden Regimenter, so wie die Garden Marschordre erhalten. — Kopenhagen, 24. Febr. Zn der heutigen Sitzung des Reichstags theilte das Ministerium der Versammlung mit, daß Se. Maj. der König der preußischen Regierung zu erkennen gegeben, er wolle sich nicht länger als bis zum 26. März durch die llcbereinkunfl (von Malmö) gebunden betrachten. Der Reichstag nahm diese Nachricht mit Beifallruf auf. So meldet die Ber- lingsche Zeitung. Eine Abschrift der Aufkündigung ist in Frankfurt abgegeben. — Paris, 27. Febr. In der Nationalversammlung ging es heute stürmisch her. Alles war in größter Aufregung, ein wilder Sturm durchbrauste das Haus. Die große Mehrzahl der ehren- werlhen Abgeordneten geriet!) in die wildeste Bewegung, alS man ihnen de» Vorschlag zu machen wagte, ihre sehr hohen Diäten doch zum Besten der Steuerpflichtigen etwas ermäßigen zu wollen. Als der Artikel 87 des Wahlgesetzentwurfes, mit dessen Berathung man sich heute wieder beschäftigte, an die Reihe kam, in welchem Artikel die Entschädigung der Volksabgevrdneten auf 750 Frs. monatlich (9000 FrS. pr. Jahr) bestimmt ist. bestieg Hr. Roudot, einer der friedlichen Redner der ganzen Versammlung, die Nednerbühne! Da brach der Sturm los. Der Präsident Armand Marrast hatte die Unvorsichtigkeit oder die Malice gehabt, mitzutheilen. daß Hr. Roudot vorzuschlagen die Absicht habe, daß die Entschädigung der Dvlksabgeordneten auf 500 Frs. monatlich herabgesetzt werde. Hr. Roudot wurde mit einem so wilden Tumult empfangen, daß er sich endlich genölhigt sah, unverrichteter Dinge die Rednerbühne wieder zu verlassen, ohne auch nur ein einziges Wort gesprochen zu haben. Die Nationalversammlung, welche mit den Gehalten der Beamten so hartherzig izmgegangen, hätte eine schöne Gelegenheit gehabt, ihre eigene Uneigennützigkeit zu bethäligen und sich bei dem Volke wieder etwas populärer zu machen. Aber die sehr republikanische Majorität kennte es nicht über sich gewinnen, auf ihren eigenen Vortheil zu verzichten. — Eine Deputation der ClubbS und der geheimen Gesellschaften der Bergpartei ist von Paris nach Rom abgereist, sowie auch einige Offiziere und Unteroffiziere der Nationalgarde, die zu derselben Partei gehören, um den neuen republikanischen Milizen Roms militärischen Unterricht zu geben. — Der Justizminister hat in einem Circulare an die Generalprvkuratoren diesen Beamten die Weisung ertheill, die phrygische Mütze und die rvthe Fahne als aufrührerische Zeichen zu betrachten und demgemäß Die, welche sich dieser Zeichen bedienen würden, den Strafgesetzen gemäß zu behandeln. — Paris, 27. Febr. Der Moniteur meldet Unruhen von verschiedenen Orten, namentlich vom Süden, von Narbonnr rc.; sie sind jedoch unbedeutend. — Der Generalprokurator Barsche begab sich gestern in den Kerker von Lincennes, um den Maiangeklagten den Anklageakt vvrzulesen und ihnen ein gedrucktes Exemplar davon zu übergeben. Morgen sollen sämmtliche Gefangene nach Bourges geschafft worden. — Aus Rom, vom 21- Febr. berichtet man der Allg. Ztg., es sei gewiß, daß der Kaiser von Rußland dem Papst in einem ehrerbietigen und dienstwilligen Briefe Hülfe an Menschen und besonders an Geld angeboren habe. Daß Pius mit dem genannten Kaiser eine Anleihe von ü Millionen Skudi abgeschlossen habe, werde nicht ohne Grund erzählt. — Florenz, 24. Febr. Es bestätigt sich, daß sich die groß- herzogliche Familie am 2l. zu San Srefano an Bord des Bulldog eingeschifft hat. Sie wird von dem gesummten diplomatischen Korps begleitet. — Aus Florenz wird bestätigt, daß der Großherzvg sich nach Gaeta eingeschifft. Die republikanisch« .Negierung hat Alle, 71 di» Florenz und Toscana ohne dringenden Grund »erlassen, mit einer Zivangssieuer bedroht. Man greift dort also am ersten Tage der Republik zu demselben Mittel, das man Radetzky in Mailand als unerhörte Tyrannei vorgeworfen hatte. — Turin, 25. Febr. In der vorgestrigen Sitzung der Abgeordnetenkammer erklärte der Minister Ratazzi auf die Anfrage Jostis über den Zeitpunkt der Wiedereröffnung des Kriegs, das Ministerium sei eifrig bemüht, den Krieg wieder zu beginnen, aber de» Tag des Wiederbeginns könne er nicht angeben. — Der König hat eine ihm übergebene Bitte von Turiner Einwohnern um Beibehaltung Giobertis im Kabinet entschieden zurückgewiesen. — Madrid, 2t. Febr. Die Regierung hat die offizielle Nachricht erhalten, daß der republikanische Führer Ameller sich auf französischen Boden zurückziehen mußte. Von Cabrera weiß man immer noch nichts Gewisses. — Aus Ca lifvrnien gehe» die Nachrichten bis zum 22. November. Sonderbarer Weise betrug alles Gold, das bis dahin aus dem Goldland in der Union angekommen war, nicht über 100,000 Dollars, während die bereits dahin abgesegelten Abenteurer an Geld über 500,000, dann an Gütern und Lebensmitteln weitere 5—600,000 Dollars mitgenommen hatten. Der Grund, warum noch so wenig Gold in die Union kam, ist einfach der, daß alle Schiffe, die dorthin kommen, liegen blieben, weil die Manu- schaft auSriß, um Gold zu sammeln. Gen. Smith fügt übrigens bei, die Auswanderer auS den Vereinigten Staaten nach Cali- fornien (und noch viel mehr die aus Europa) werden um 8 oder 10 Monate überholt werden durch den allgemeinen Aufbruch fast der gesammlen beweglichen Bevölkerung der südlichen amerikanischen Westküste nach dem Goldland. Oer Eishandel in den Vereinigten Staaten. Der American .slmanae für 1819 enthält eine merkwürdige statistische Notiz hinsichtlich keS Eishandels in jenem Lande, welcher nunmehr eine solche Wichtigkeit erlangt hat, wie ihn die Begründer desselben kaum früher geahnt haben werben. „Der EiShandel verdankt seinen Ursprung Hrn. Frederick Todvr in Boston, welcher schon im Jahr 1805 die Idee faßte, Eis nach Westindien zu verladen. Da er keinen Rheder fand, der einen so seltsamen Handelsartikel an Bord nehmen wollte, lah er sich genöthigt, ein Schiff zu kaufen, welches er mit Eis von einem seinem Vater gehörigen Teiche in Sangus belud und nach St. Pierre auf Martinique abschickle. Im Jahre 1833 schickte Herr Tudor die ckste Ladung CiS nach Kalkutta, und seit dieser Zeit hat derselbe seine Unternehmungen bis Madras und Bombay auSgcbreitet. Vor dem Zähre 1832 war dieser Handel hauptsächlich auf die Expeditionen des eigentlichen Urhebers beschränkt gewesen, obwohl mehrere Versuche von anderen Personen waren begonnen und wieder aufgegeben worden. DaS Geschäft war damals mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Mit der bedeutenden Zunahme des Handels sind viele von diesen Schwierigkeiten nunmehr beseitigt worden. Anfangs bediente man sich der gewöhnlichen Geräthe, um das Eis zu beschaffen, als aber der Handel wichtiger wurde, kamen Maschinen und verschiedene Methoden in Anwendung. Jetzt wird an einem günstigen Tage mehr SiS beschafft, als für den ganzen Handel im Jahr 1832 nbthig war (4352 Tonnen). Sobald daS Eis eine hinreichende Dicke erlangt hat und frei von Schnee oder Schnee-CiS ist, wirb eS durch den Eisschneider in Blöcke von gleichförmiger Größe, gewöhnlich 22 Zoll in'S Geviert, verwandelt. Die Blöcke werden alsdann entweder auf Schlitten oder, indem man sie auf in das Eis gehauenen Kanälen weiterflößt, nach den Aufnahmethüren der Eiskeller gebracht, welche unmittelbar an den Ufern der Seen oder Teiche erbaut sind. Die jetzt gebräuchlichen EiSgruben sind über dem Erdboden errichtet, und in den südlichen Landschaften, wo das Eis höchst werlhvvll ist, kostspieliger, gewöhnlich aus Ziegeln oder von Steinen, gebaut. Die Gewölbe vieler Eiskeller haben 40 Fuß Tiefe, und ihre Wände, zwei Reihen leere Räume einschließend, sind von Außen nach Innen 4- Fuß dick. Eine solche Konstruktion ist kostspieliger, gewährt aber den Nvrtheil der Dauerhaftigkeit und der Sicherheit gegen Feuersgefahr, denn, so paradox eS scheinen mag, sind Eiskeller, weil sie häufig in der Nähe von Eisenbahnen errichtet und leichte, trockene Stoffe zur Bedeckung und sonstiger Verwahrung des EiseS bei ihnen gebraucht sind, dem Feuer sehr ausgesetzl. Die Methode, wie auch die Materialien zur Einrichtung der Schiffe für den Cislransporl, sind mannigfaltig gewesen. Jetzt werden fast ausschließlich Sägespäne für weite Reisen gebraucht. Sie kommen von Maine und wurden früher, ehe man sie zu diesem Zweck gebrauchte, auf den Wassermühlen verschleudert und führten, indem sie in die Flüsse fielen, bedenkliche Verstopfungen herbei. Boston ist der Hauptsitz des Eishandels; fast alle Seen und Teiche in der Nähe dieser Stadt werden für daS Eis in Beschlag genommen. Ungeheure Eiskeller sind nahe an den Ufern der Seen errichtet und Zweigbahnen lediglich in der Absicht angelegt, daS Eis nach dem CinschiffungSplatze zu schaffen. Der berühmte Wenham-See — wegen der krysiallenen Reinheit seines Eises den Lvndonern so wohl bekannt — liegt achtzehn (engl.) Meilen von Boston und bietet ungeheure EiSmasse» für die in- und ausländische Konsumtion dar. Oie nach England jährlich gesendete Eismenge beträgt durchschnittlich 2000 Tonnen. Fresh Pond, bei Boston, ist ein zweites großes Eisreservvir. Das Verlangen nach EiS von dieser Wasserfläche ist so groß gewesen, daß man sich genöthigt sah, drei Kommissionäre zu ernennen, um die Richtung und Lange der Gränzlinien der Ilferbssitzer festzustellen. Die Tvtalmcnge keS im Jahre 1832 versendeten EiseS betrug, wie oben erwähnt, 4352 Tonnen; im Jahre 1847 beliefen sich die Versendungen vom Hafen zu Boston auf 74,478 Tonnen. Fast der ganze Werth der Vortheile des EiShankelS, die Fracht eingerechnet, ist ein Gewinn für die Vereinigten Staaten. Der ganze Gewinn für daS Jahr 1847 wird auf 507,651 Dollar (circa 1,270,000 Gulden) geschätzt. Die Eisprcise an Orten, wo Konkurrenz stattfindet, wechseln beständig. In Havanna!) verkauft man das Pfund zu 6'/» Cent (1 Cent — iVr Kreuzer); in New-Orleans von Cent; in Kalkutta, wo der Handel 1833 begann, galt daS Pfund 6 Cent, während cs jetzt im Durchschnitt den Werth von 2 Cent hat; in London verkauft man das einzelne Pfund zu zwei Pence und den Centner (100 Pfd.) mit 7 Shilling. Große Eiskeller sind an den St. Kakharinen-LvckS in London errich et worden, von wo Las für die Detail-Laken erforderliche EiS kömmt. Die Eiskeller an den Seen und Teichen in der Nähe von Boston können 141,332 Tonnen SiS aufneh- men, aber, abgesehen von diesen, sind umfassende Eiskeller an den Schiffswerften zu CharleStvn und East-Boston, in welchen man da« EiS auf kurze Zeilen vor der Verschiffung aufspeicherk, angelegt worden-" Man sieht hieraus, was für ein wichtiger Handelszweig der Eishandel in den Händen der unternehmenden Amerikaner geworden ist. Die Handelsmarine der Vereinigten Staaten hak durch die Operationen des EiShankelS wesentlich zugenommen. Derselbe ist im Allgemeinen nur für solche Orie ungünstig gewesen, wo keine vvrtheilhaflen Rückfrachten erlangt werden konnten, weil für solche Orte eine schwere Fracht für das Eis bezahlt werden muß, die es nicht tragen kann, und weil auch südliche Orte, die keinen werthvvllen Export haben, für die Konsumtion von Luxusgegenständen sich gewöhnlich nicht eignen. Die Nachthelle der Goldsucherei. Zm gegenwärtigen Augenblick, wo das kalifornische Eldorado die Aufmerksamkeit der ganzen civilisirlen Welt erregt und Abenteurer aus allen Theilen Europa's und Amerika'- dahin strömen, um ein schnelles Glück zu machen, muß es von besonderem Interesse sein, die Wirkungen kennen zu lernen, die eine ähnliche Erscheinung — die unverhoffte Entdeckung ungeheurer Gvldlager — in andern Regionen hervorgebracht hat. 2» der letzten Zeit haben bekanntlich die Goldwäschereien Sibiriens ein« Ausbeute geliefert, die Len Ertrag der Bergwerke Mexikv'L und Peru's weit übersteigt und sich von Jahr zu Jahr zu vermehren scheint. Die Resultate der vorjährigen Gvldproduktion können natürlich noch nicht vollständig angegeben werden, aber im Jahr 1847 wurden in sämmtlichen Waschwerken des Ural und Sibiriens eine Masse von 1781 Pud und mit Zurechnung LeS aus den Maischen und Nertschinsker Silbererzen abgeschiedenen Goldes von 1826 Pud gewonnen, welche, den Pud zu etwas mehr als 16Vz Kilogramm gerechnet, einen Tolalbetrag von 36,006 Kilogramm oder gegen 42 Millionen Gulden darstellen. Wer würde nun wohl nicht glauben, daß ein solcher Metallreichthum dem Lande zum höchsten Nutzen gereichen und Glück und Wohlstand unter den Einwohnern verbreiten müsse? — »Die Erfahrung", — schreibt jedoch ein russisches Journal, der Zeitgenosse (Sowremennlli) — ,'hat das Gegentheil bewiesen. 2» einem Lande, Las seiner geographischen Lage nach sich stets durch seine eigenen HülfSmittel ernähren muß, hat der gewinnreichere Betrieb der Goldwäschereien eine Menge Hände dem Ackerbau entzogen, während die Scbaaren von Arbeitern, die auS den benachbarten Provinzen dahin strömen, die Consumtion von Lebensmitteln ausserordentlich vermehren, ohne zu ihrer Produktion beizutragen. Die verhaltnißmäßige Entwerlhung des Geldes, die in Sibirien seit Auffindung der Golderze vorgegangen, hat eine unglaubliche und für die Mehrheit des Volks höchst drückende Theuerung des GetraideS und anderer NahrungSstvsfe erzeugt und die Frachtpreise für den Waarentransport eben s» stark in die Höhe getrieben; dieser letzte Umstand äußert wieder eine empfindliche Nachwirkung auf den sibirischen Handel überhaupt und wird auch für die kommerziellen Verbindungen mit China nachteilig werden.» Noch verderblicher ist die Sittenlosigkeik, die sich im Gefolge der SUN saci'L lsmes einzustellen pflegt. Man lew z. B. die Schilderung, die ein neuerer sibirischerReijender, Baron S«dreier, von Krasnojarsk, der Hauptstadt der Goldregion, entwirft: »Wie bei allen halbkultivirten Menschen sind hier einerseits grotesker Luxus, Verschwendung und Sittenverderbniß, andererseits Theuerung die unzertrennlichen Gefährten des steigenden Reichthums. Es gilt dem hiesigen, meist den niederen Ständen entsprossenen, plötzlich zum Krösus gewordenen PriiSkenbesitzern, wie dem hierher gezogenen, von leichtgläubigen Aktiengesellschaften überflüssig mit Geld versehenen Goldsucher, gleich, ob sie die Bedürfnisse und die Freuden des Lebens mit doppelten, ja vierfachen Preisen erkaufen, wenn sie dieselben nur haben, nur damit vor Anderen prunken, nur das flüchtige Dasein und Len noch flüch- tigeren Mammon nach so mancher Entbehrung und Mühe in vollen, raschen Zügen genießen könne«, lind so fehlt es nicht an Personen, die vor wenigen Jahren als bescheidene Prikascht- schiks (Handlungsdiener) hie Urwälder Sibiriens nach Gold durchforschten oder in ärmlichen Bvuliken saßen, und die jetzt, wo ihnen Hunderte von Puden dieses Metalls zu Gebot stehen, Liese in Vitelliusscher Döllerei und Sardanaxalischer Ileppigkeit verschmelzen. Besonders sind es die Freude» der Tafel, und unter ihnen der Champagner, die den KrasnojarSkern der höheren und mittleren Klaffen unermeßliche Summen kosten; denn Champagner trinkt man hier, wo und wann man nur kann, und zwar nicht auS Pokalen, sondern aus Biergläsern, und nicht von den geringen Gattungen, sondern Veavo cliguot zu 18 — 20 Rubel die Bouteille. Mag man Jemanden früh Morgens oder am Spätabends besuchen, mag man ankommen oder abreisen, zu Frühstück, Mittag oder Souper, zu Thee- oder Tanzgesellschaften eingeladen sein, Champagner muß dabei fließen, und nur in wenigen, gebildeteren Familien findet man diesen bereits zu gemein gewordenen Wein durch andere, meist französische Gewächse ersetzt. (Schluß folgt.) * E in a n c i p a t i o n. Nach dem heißen Kämpfen, Ringen, Stürzte hin die Scheidewand; Durch des Genius ZreiheitSschwingen Fiel von uns des Druckes Band. Endlich ist der Tag erschienen, Heute schlug der Freiheit Stund'! Daß wir gleiches Recht verdienen, Ward den Juden Baden'- kund. Freuet Euch ihr Glaubensbrüder! Zeiget des Errung'nen Werth, Dringet in die Geistes-Güter, Hebet, was den Menschen ehrt. Dank Carl Friedrich'- hohem Sohne. Heil dem Vater Leopold! Gotte- Segen Ihm zum Lohne, Er ist stet- dem Volke hold. Dank den edeln, weisen Rathen! Dank den deutschen Männern dort! Oie des Guten Samen säten, Sind des Volkes Schutz und Hort. So mög' auch in allen Landen Leuchten des Gesetzes Stern, Daß die Juden — die Verbannten — Gleichen uns — vou nah' und fern. Karlsruhe den 20. Februar 1849. «or. il - r. Redigirt und gedruckt unter Verantwortlichkeit der Chr. Fr. Müller'schen Hofbuchhandlung. 341 Langestraße Nr. 149» dem Museum gegen, über, ist im 3. Stock ein Logis, bestehend in vier Zimmern mit Alkof, ein Mansardenzimmer, Küche, Keller rc, auf den 23. April zu vermiethen. ^Langestraße Nr. 175. (Eck der neuen Herren, straße) ist auf den 23sten April eine sehr geräumige Wohnung im 2. Stock, bestehend in 6 ineinander gehenden heizbaren Zimmern, Alkof, Küche, Keller, Speicherkammer und sonstigen Bequemlichkeiten, zu vermiethen; auch kann auf Verlangen Stallung und Remise dazu gegeben werden. Langestraße Nr. 231. sind zu vermiethen und gleich zu beziehen: im Mittlern Stock 9 bis 12 Zimmer, Küche, Stallung, Remise und Garten; im 3. Stock 10 Zimmer und Küche nebst den übrigen Erfordernissen; im Seitenbau zwei tapezirte heizbare Zimmer mit einem Vorkamin. Langestraße Nr. 233. ist der untere Stock zu vermiethen, bestehend in 4 Zimmern, Alkof, Küche, Keller und allen sonstigen Erfordernissen. und kann auf den 23. April bezogen werden. Nähere Auskunft wird in der Amalienstraße Nro. 69. im dritten Stock ertheilt. Ritt er straße Nr. 4. sind Im 2. Stock zwei große möblirte Zimmer an einen oder zwei solide Herren zu vermiethen; auch, wird Kost dazu gegeben. Schlachthausstraße Nr. 1. ist im 2. Stock ein Logis, bestehend aus 5 Zimmern nebst Zugehör, und im Seitengebäude ein LogiS von einem Zimmer, Küche, Keller, Holzstall nebst sonstigen Bequemlichkeiten, auf den 23. April zu vermiethen. Näheres im dritten Stock zu erfragen. Spital platz Nr. 17. ist ein möblirtes Zimmer, in den Garten gehend, sogleich zu vermiethen. Spitalstraße Nr. 7. ist ein Logis im dritten Stock, bestehend in 3 ineinanderqehenden Zimmern, Küche, Keller und Speicherkammer, auf den 23sten April zu vermiethen. Näheres im untern Stock. Spitalstraße (kleine) Nr. 14. ist ein Logis zu vermiethen, bestehend in 2 Zimmern, Küche, Keller, Speicherkammer und Antheil am Waschhaus, und kann sogleich oder auf den 23. April oder auch monatweise bezogen werden. Spitalstraße Nr. 45. ist der 2. Stock, bestehend in 6 Zimmern, Alkof, Küche, Keller und Zubehör, auf den 23. April zu vermiethen; eS können auch noch weitere Zimmer, sowie Pferdestall, Knechl- kammer, Wagenremise und Garten dazu gegeben werden. Waldhornstraße Nr. 22., vorncnherauS, ist «in heizbares Mansardenzimmer mit oder ohne Möbel auf den 23. April d. I z» vermiethen. — Ebendaselbst ist auch rin großer Keller, wozu auf Verlangen ohngefähr 15 Fuder weingrüne Fässer gegeben werden können, zu vermiethen und sogleich in Besitz zu nehmen. Zähringerstraße Nr. 3. ist der mittlere Stock zu vermiethen, bestehend in 3 ineinander gehenden Zimmern, Magdkammer, Küche, Keller, Speicher nebst Speicherkammer, und auf den 23sten April zu vermiethen. Zähringerstraße Nr. 6. sind zu vermiethen: 1) 1 Logis von 5 ineinander gehenden Zimmern nebst Alkof, Küche, Keller und Holzplatz; dasselbe kann auf Verlangen auch in zwei Abheilungen gegeben werden. 2) 1 LogiS im Hof, bestehend in zwei Zimmern, Alkof, Küche, Keller rc, erstereS kann sogleich, letztere- auf den 23. April bezogen werden. Zähringerstraße (neue) Nr. 17-, im Eckhaus, ist im ersten Stock ein Logis mit 3 Zimmern, Küche, Keller, und im zweiten Stock ein Logis mit 4 Zimmern, Küche, Magdkammcr, Keller, Holzplatz, Antheil am Waschhaus und Trockenspeicher, auf den 23. April zu vermiethen. Das Nähere im 3. Stock. Zähringerstraße Nr. 48., nahe beim goldenen Kreuz, ist ein geräumiges möblirtes Zimmer, auf die Straße gehend, zu vermiethen und kann sogleich bezogen werden. Zu erfragen im 3. Stock. Zirkel (äußerer) und Eck der Adlerstraße Nr. 6. ist im 3. Stock ein sehr schönes Logis von 6 ineinander gehenden Zimmern nebst Küche, Speicherkammer, Holzplatz, Keller, Antheil am Waschhaus und den übrigen Erfordernissen auf den 23. April zu vermiethen. Näheres Langestraßc Nr. 32. Zirkel (innerer) Nr. 8. ist ein möblirtes Zimmer ebener Erde sogleich zu vermiethen. Eck der Langen- und neuen Waldstraße Nr. 41. sind im 3. Stock 2 geräumige freundliche, mit allen Bequemlichkeiten versehene Wohnungen auf den 23. April zu vermiethen. Es sind 2 Logis zu vermiethen, das eine in der Waldhornstraße Nr. 14- im Seitengebäude mit zwei Zimmern, Küche, Holzplatz u. s. w., das andere Dur- lacherthorstcaße Nr. 34., bestehend in einem Zimmer nebst Alkof, Küche, Keller, Holzplatz u. s. w., beide auf den 23- April d. I. zu vermiethen und beide in der Waldhornstraße Nr. 14. zu erfragen. (1) fLogisgesuch.) Eine stille Person sucht auf den 23. April eine Wohnung von 2 kleinen Zimmern mit Küche oder Vorkamin und Holzstall. Näheres zu erfragen Spitalstraße Nr. 32. im 4. Stock. Vermischte Nachrichten. (1) fDienstantraq.) Ein solides Mädchen, welches im Nähen, Bügeln und Putzen erfahren ist und mit Kindern umzugehen weiß, findet bis Ostern eine Stelle, innerer Zirkel Nr. 23. (1) (Dicnstantrag.) Es wird auf Ostern ein braves Mädchen gesucht, welches ordentlich kochen, putzen und waschen kann, sowie sonst in allen häuslichen Geschäften gut erfahren ist. Näheres eriheilt das Kontor diese- Blatt,-. (1) fStellegesuch.) Eine gelernte und geschickte Köchin, die noch nie hier gedient hat, sich auch mit guten Zeugnissen ausweisen kann, sucht sogleich oder auf Ostern eine passende Stelle. Nähere- Erbprinzenstraße Nr. 8- im zweiten Stock. (1) f Dienstgesuch.) Ein Mädchen, da- schön weißnäben, bügeln und Kleider machen kann, gut« Zeugnisse aufzuweisen hat und mehr auf gute Behandlung als auf großen Lohn sieht, wünscht auf Ostern bei einer Herrschaft eine Stelle als Stubenmädchen zu erhalten. Nähere- in der neuen Waldstraße Nr. 60 im dritten Stock (1) ^Verkaufsanzeige.) Langestraße Nr. 199. ist ein langes Ladenfenster mit Läden um billigen PrriS zu verkaufen. 342 (1) sKaufgesuch.1 Zwei Flügelthüren mit GlaS- fenster werden zu kaufen gesucht: Zähringerstraße Nr. 6._ In der Langenstraße Nr. 86. ist ein schöner grauer Papagay nebst Käfig billig zu verkaufen. Holzverkauf. Es sind 40 Klafter schönes forlen Scheitholz zu verkaufen. Das Nähere zu erfahren in Mörsch im Gasthaus zum goldenen Kreuz. Privat - Bekanntmachungen. Vorzüglichen kromaße cke Lrie, äe kloguekort, Parmesan-, grünen Kräuter- und feinsten Ernmen- rhaler-, Limburger - und besten Renchener Rahmkäs empfehlen billigst Vogel Sk Meyer, Karl-Friedrichstraße Nro. 21. _neben Kaufmann Kölle. Feinster Berliner Königsrauch, russisches Raucher- Papier, feinster orientalischer Raucher-Balsam, Ofenlack nebst rothen und schwarzen Rauchkerzchen bei Conradin Haagel. Ich besitze eine Parthie achtes altes Oberländer Thalkirschenwaffer, welches ich zu billigem Preise bestens empfehle. August Hofmann, Karl-Friedrichstraße Nro. 17. Rolhmarmorirte Kernseife, weiße Talgseife, ) graue Talgseife, > 2. Qualität, rothmarmorirte Talgseife, s weiße Talgseif«, > . Qualität rvth und blaumarmorirte Talgseife, j ' ' gelbe Palmölseife, sowie vorzügliche Unschlittlichter, empfehle ich zur geneigten Abnahme unter Zusicherung der billigsten Preise bestens. August Hofmann, Karl-Friedrichstraße Nro. 17. Karlsruhe. Verbesserte Rheumatismus-Ab- leitec von den Herren Wilh. Mayer 4t Comp, in Breslau habe ich eine frische Sendung erhalten. Von den ärztlichen Zeugnissen, deren cirea 70 und mit mehr Privatatteste vorhanden sind, kann bei Unterzeichnetem Einsicht genommen werden. Die Rheumatismus-Ableiter werden zu 36 kr.< 54 kr. und 1 fl. 45 kr. verkauft bei Karl Benjamin Gehres, __ Langestraße Nro. 96. _ Schöne groß« saftige Orangen und Citronen, Tafelfeigen, Malagatrauben, Datteln, Provencer Brunellen, große und kleine Rosinen, Mandeln mit und ohne Schalen, Cilrvnat und Orangeat, feinen chinesischen und Ceylon-Aimmt, MuScatnüffe und Blüthe, Nelken, Vanille von ausgezeichneter Güte und sonstige Gewürze, ganz.und gestoßen, sowie auch all« Sorten Cigarren, als: Havanna, Bremer und Hamburger, empfehlen unter Zusicherung der billigsten Preis« zu geneigter Abnahme bestens Vogel Sk Meyer, Karl-Friedrichstraße Nro. 21., neben Kaufmann Kölle. Daguerreotyp Porträts werden von dem Unterzeichneten bei jeder Witterung von verschiedener Größe und zu verschiedenen Preisen verfertigt. L. Raupp, —_Ritterstraße Nr. 4. In LeopoldShafe« ist «in schweres Schiff mit sehr gutem Rührer Steinkohlen-Gries angekommen, dieselben werden am Schiffe zu 46 kr. per Ccntner und hier bei G. Stines vor dem Rüppurrerkhor um 50 kr. per Centner abgegeben. Karlsruhe den 2. März 1849. _ Ausverkauf. Wegen Ladenveränderung verkaufe ich eine große Parthie Stiefel, hohe Lederschuhe, Lackstiefel und hohe Lackschuhe, Zeugstiefel, sowie auch Pantoffel zu den billigsten Preisen gegen Baarzahlung. D. Schönberger, _ . _ Langestraß« Nr. 108. CH. Simon, Schuhmachermeister, innerer Zirkel Nr. 22., dem Hof von Holland gegenüber, verkauft fortwährend Zeugschuhe mit lackirten Käppchen zu 1 fl. 54 kr. das Paar, hohe wichslederne, kalblederne, juchtenlederne, bocklederne und Saffianschuhe zu 1 fl. 48 kr., Herrenpantvffel zu 2 fl., Damcn- pantoffel von bestem und schönstem Zeug zu 1 fl. 36 kr. bis 1 fl. 48 kr., Kinderschuhe in Leder, sowohl für Knaben als Mädchen werden ganz billig verkauft. Zugleich bringe ich in Erinnerung, daß jede Reparatur bei mir angenommen und äußerst schnell befördert wird, wenn auch die Schuhe nicht bei mir neu gekauft worden sind. Langestraße Nr. 19. sind alle Sorten Garten- Saamcn zu den billigsten Preisen zu haben, darunter vorzüglich« Kopfsalat-Sorten wie auch ächte frühe holländisch« Carotten (Gelbe-Rüben). Bei Posamentier Haßlinger, Langestraße Nr. 130., werden fortwährend Handschuhe zum Waschen angenommen und dieselben in allen Farben auf's Schönsieund Billigste besorgt._ >2* E« sind täglich frischgcwäfferte Stockfische zu haben in der alten Zähringerstraße Nr. 11. _ Wattwolle zu Frauenröcken, Couverten und Matratzen ist in 4 verschiedenen Qualitäten zu den bekannten billigen Preisen eingetroffen in der Strumpfwaarenhandlung von I. A. Ettlinger, der Müller'schen Hofbuchhandlung gegenüber. Anzeige und Empfehlung. Für Confirmanden habe ich dies« Woche verschiedene Maaren erhalten, welche billigst abgegeben werden: feiner Hemden-Shilling zu 8, 9 und 10 kr.; gestickt« Taschentücher von 15 kr. bi» zu 30 kr.; Gürtelbänder, weiße und farbige, von 20 kr. an; feine Jaconcls und Batiste für Kleider. Ad. Dreyfuß, Kronenstraße M. 19. 343 Lange und viereckige gewirkte Chales im neuesten Geschmacke sind in großer Auswahl eingetrvffen bet S Dreyfuß, Langestcaße Nr. 189. dem römischen Kaiser gegenüber. Eine geschmackvolle Auswahl Bloufen für Kinder ist vorrälhig bei R. Homburg, Langestraße Nr. 199. Adolph Cttlingee, (dem Frauenvercin gegenüber) empfiehlt in schöner Auswahl: schwarze und farbige Orleans, Moll, Jaconet, schottischen Battist, Pique- und Reifröcke, gestickte Taschentücher, E hirtings und Baumwolltuch, unter Zusicherung der billigsten Preise. Ich habe wieder 3 schöne Büchsen mit Hirschfänger zum Aufstecken zum Verkauf erhalten, die wegen solider Arbeit und billigem Preise sehr zu empfehlen sind. W. A. Ettlinger, Eckladcn, innerer Zirkel Nro. 26. Von ächt leinenen Batist, und Linon-Taschentüchern in neuester Faxen von 1 fl. 20 kr. bis 4 fl. per Stück habe ich commissionsweise von einem Fabrikanten übernommen, welche wegen ihrer Güte und Schönheit bestens zu empfehlen sind. Ad. Dreyfuß, Krvnenftraße Nr. 19. Sängerrtior des H. Banners der Bürgerrvehr. Montag den 5. Marz, Abends 8 Uhr,KGesang- übung im kleinen Museums-Saale. In Bezug auf die Bekanntmachung im Karlsruher Tagblatt vom 1. d. M. Nr. 59., welche von einem kalligraphischen Tableau spricht, das im Ralh- hauSsaale zur Ansicht ausgestellt ist, fühlt man sich durch lohnende Selbstanschauung zu der Bemerkung veranlaßt, daß dieses Tableau wohl mehr als das Epithetum „Caliigraphisch" verdient, da in demselben die Calligraphie, obgleich mit Meisterschaft, doch nur als untergeordnete Leistung erscheint. Es ist «in wahres Produkt der Kunst, sowohl in Erfindung als in Ausführung, das sicher von Jedem, der e« mit Unbefangenheit, ohne dazu eines strengen Kunstsinnes zu bedürfen, ins Auge faßt, als solches erkennt, mit angenehm berührtem Gefühle neben die besten Erscheinungen der Illustrationen unserer Zeit gestellt und ihnen gleich geachtet wird. Die Originalität, womit der einfach« Gegenstand — „dir Stammliste der Karlsruher Bürgerwehr" — in wahrhaft poetischer Begeisterung behandelt und dargestellt ist, kann dem liefern Blicke nicht entgehen. Es ist daher sehr erfreulich, fragliches Tableau auch in dem Lokal des hiesigen Kunst- ver »ins ausgestellt zu finden. Tagesordnung der H. Kammer. 156. öffentliche Sitzung auf Montag den 5. März 1849. Vormittags 10 Uhr. 1) Anzeige neuer Eingaben und Motionen. 2) Bericht des Abg. Schaaff über den Gesetzes- entwurf, das Staatsschreibereiwesen betreffend. 3) Bericht des Abg. Oster über solchen, die Eingangsabgaben von ungereinigter Soda btrfd. 4) Berathung des Berichts des Abg. Speyerer, die Rübenzuckersteuer betreffend. 5) Fortsetzung der Berathung des Berichts des Abg. Lamey, die Verwalcungsorganisation betreffend. Großhevzogliches Hoftheater. Sonntag den 4. Marz. 38. Abonnements-Vorstellung. Zweite Abtheilung. Robert der Teufel. Große romantische Oper in 4 Aufzügen von Scribe und Delavigne, übersetzt von Th. Hell; Musik von Meyerbeer. Kirchenbuchs - Auszüge. In der hiesigen evangelischen Gemeinde. (Geboren.) Den 2. Januar. Juliane Karoline Wilhelmine Katharine, Vater Johann Frommholz, Bürger u. Zimmer- balliec hier. Den 5. Ein Knäblein, Vater Ignaz Faller, Kanzlei- diener hier. Den 5 Sophie Luise Babelte, Vater Friedrich Ziegel, Bürg. u. Bürstenmacher hier. Den 7. Ein todtes Knäblein, Vater Johann Stahl, Fabriktaglöhner hier, Bürger in Schbnberg. Den 7. Katharine Susanne, Vater Jakob Deichler, Schmied hier, Bürg, in Unteröwisheim. Den 8 Ein todtes Mädchen, Vater August Wilser, Bürg. u. Gastwirlh hier. Den 8. Wilhelm Paul, Vat, Ignaz Beicrle, Fabrik» mechanikus hier, Bürg, in Neusatz. Den 10. Julie Laura, Vater Julius Nebel, großherz. Ministerialrevisor. Den 12. Heinrich Ludwig Richard, Vat. Emil Joseph Winter, Bürger u. Kaufmann hier- Den 13. Ein todtes Knäblein, Vater Georg Weiß, Schneider hier, Bürger in Lichtenau. Den 13. Philippine Katharine Karoline, Vat. Friedrich Mayer, Bürger u. Stadlkutscher hier. Den 14. Friederike Phitippine Karoline, Vat. Friede. Kiefer, Bürger und Bäckermeister hier. Den 15. Luise Karoline, Val. Leonhard Stoltz, Burg, u. Seilermeister hier. , Den 16 Luise Karoline, Vater Jakob Müller, Burg, u. Bierbrauer hier. , Den 18. Ein Knäblein, Vat. August Messinger, Burger u. Schuhmachermcister hier. » . Den 23. Marie Eugenie Julie, Vat. Hnnr. Meichelt, Professor an der polytechnischen Schul«. Den 28 Luise Katharine Wilhelmine, Bat. Wilhelm Bickel, Bürger u. Buchbinder hier._ Frankfurter Börse am 2. März 1849. 6 k: l. 0 8 0 k I L N. Koro. /-. tr. 8 11. « , fl. Heus L.orrirä'or' . ii 5 l-aublkakef, Aanrs r 13V. 5'risckriebrck'oi' s 51 i 15 So«. 10 fl. «ur-t» 10 3 6oi(i ai Lkarüt- 382 — -i-ns - Daoal«« . s 37 Haokiatei- - Sitie» ri rs L0 » 38 Ver'iuA «. mittst/ia?. r» 2» Lnpt. . ir 3 l)l800>10 . . i°/o Strohhittlager uu- StrohhutbLeiche. Der Strohhulverkauf beginnt von heute an> Wie seit einer Reihe von Jahren, so halte ich auch für diese Saison ein ausgezeichnetes großes Scrohhutlager (aus den vorzüglichsten Fabriken), das alles in sich vereinigt, was geschmackvoll, dauerhaft und billig ist, ebenso die Bänder dazu in großem Umfang. Die Srrohhüte zum Waschen, Bleichen, neue Formen zu geben, werden aufs Beste und Billigste von mir besorgt. Auf Verlangen werden sowohl neue und gewaschene Hüte von mir unentgeldlich montirt. Mlle. Möhler, Langestraße Nr. 122-, Waldstraß-Ecke. WWMW Mode- Waareu-Versteigerung x» Der Unterzeichnete ist beauftragt, das Mode-Maaren-Lager des Herrn Kaufmann Heinrich» Lang dahier im Himmelheber'schen Hause, Lange- N straße Nr. 165. eine Treppe hoch, gegen baare Bezahlung zu versteigern, und A zwar: Montag den 3. M. Morgens S Uhr anfangend. -3"r Versteigerung werden ausgesetzt: LxZ lange und viereckige gewirkte Orvpv «I« <;I»ine-Teppich»e und Sommer-Chales, schwarze und farbige ^eidenzeuge, Sommer- kleiderftoffe, Merinos, Orleans, farbige Seidenfammte u s. w. Lehmann, Tarator. Lx>