Karlsruher Beobachter Nr. 2 « Sonntag den 12. März 18 LN Aus der Zeit. — Heidelberg, 7. März. Gegen die Redakteure von badischen Blättern wird nunmehr, wenn sie sich Ungesetzlichkeiten erlauben, von Seiten der Gerichte kräftig eingeschritten. In neuester Zeit wurden zwei der hiesigen Redakteure zur Verantwortung gezogen, von Lenen der Eine zu einem halben Jahre Gefängnisstrafe verurtheilt wurde. — Unsere Gewerbehalle er- kräftigt sich immer mehr. So steht in gewisser Aussicht, im Monat Mai für 4 —5000 fl. gefertigte Gegenstände nach Oarmstadt verkaufen zu können, wo eine große Ausstellung siattfindet. — Freiburg, 6. März. ES wird bei uns wieder etwas lebhafter, aufgeregter. Der Prozeß von Struve und Genossen macht, je näher die zur Verhandlung bestimmte Zeit rückt, die Gemllther immer gespannter. CS wird gewiß ein äußerst rühriges, interessantes Leben geben. Wie wir hören, soll eS den Männern, die das Loos zu Geschwornen gemacht, nicht so ganz angenehm sein; sie fürchten wohl die Rache, wenn eine gewisse Partei einmal siegen sollte. Doch besteht die Zahl derselben meistens auS besonnenen und charakterfesten Männern, die gewiß nur nach Ueberzeugung ihr Verdikt abgeben werden, obgleich man sie von radikaler Seite auS in einem ankeren Sinne zu belehren versucht. Ebenso entfallen unsere beiden politischen Vereine eine ziemlich große Thätigkeit. Der vaterländische besteht jetzt schon aus ungefähr 500 Mitgliedern, und zwar sind es meistens die angesehensten und reichsten Bürger, während der republikanische oder Volksverein nur halb so viel Köpfe zählt, und auch lange nicht über dieselben Geldmittel zu verfügen hat, wogegen in ihm allerdings mehr Rührigkeit und Kühnheit herrscht. Am Meisten hoffen unsere Radikalen von einem Krieg, und wenn man sie hört, so würden sie nicht den geringsten Anstand nehmen, sich mit den Franzosen selbst gegen daS eigene Vaterland zu verbünden. Eine solche Hinneigung zu den Franzosen hört man hier, wie im ganzen badischen Oberlind, leider sehr vielfach aussprechen. lAus'L Haar wie in den 90r Jahren, wo man den anrückenden französischen »Freunden-- mit Sang und Klang entgegenzog. Die Franzosen aber riefen beim Anblick ihrer deutschen »Brüder» nach Herzenslust: ,,'ire I» repnbiique", ersuchten auf die liebenswürdigste Weise die Entgegenkommenden, auf dem Rasen Platz zu nehmen, zogen ihnen die Stiefel aus, erbaten sich die Beutel, Uhren u. s. w. und ließen die Verblüfften baarfuß unter schal- lendem Gelächter wieder abziehen. So war'S damals!) Man will einmal eine Republik um jeden Preis, man möchte, wie man offen sagt, r» booguo spielen. Selbst wenn Astes zu Grunde geht, man will eS einmal versuchen. Im schlimmsten Falle kann man ja mit den Kaffen wieder durchgehen. DaS sind unsere Republikaner. Man muß sie persönlich kennen, um sich dat Glück des Lande« gehörig verstellen zu können, da« von solchen Leuten regiert würde. (S. M.) — Frankfurt, 9. März. In der heutigen 183. Sitzung der verfassunggebenden Reichsversammlung wurden die §§. 44 bis 48 ter Grundrechte angenommen. Sodann stellte Eisenstuck den Antrag: daß der Verfaffungsausschuß beauftragt werde, die Beschlüsse über das Wahlgesetz ungesäumt zusammenzustellen, so daß die zweite Berathung zu Anfang nächster Woche beginnen könne. Dieser Antrag, womit die Linke nichts anders, als ein abermaliges Hinausschieben der Berathung, über die Verfassung, bezweckte, wurde verworfen. — Stuttgart, 7. März. Das K. Ministerium des Innern hat einen Erlaß an die Oberämter ergehen lassen, betreffend Verwarnung vor der Betheiligunz bei einem freiwilligen Anlehen zu Gunsten der deutschen Republik. — Würzburg, 7. März. AuS offizieller Quelle erfahren wir, daß bei Ankunft der von hier nach Orb abgegangenen 400 Mann Soldaten die Ruhe dortselbst bereits vollständig wieder hergestellt war, und die Kasernirung der ganzen Mannschaft ohne daS geringste Hinderniß statt fand- — Berlin. 6. März. In der heutigen Sitzung der zwei- len Kammer haben die Wahlen für daS Bureau die numerische Stärke der Rechten und Linken und daS Uebergewicht der erste- ren vollständig herausgestellt. Die Linke fiel mit allen ihren Kandidaten durch und das Scrutinium ergab für die 11 Stellen des Bureau lauter Abgeordnete der Rechten (zu Präsidenten 1) Grabow, 2) AuerSwald, 3) Lenstng.) — Unter den Arbeitern sollen heute wieder unruhige Bewegungen bemerkt worden sein. Die Arbeitseinstellungen der Zimmerlcute, Maurer und Kattun- drucker scheinen in de» übrigen ArbcitSbranchen Nachahmung zu finden. — Berlin, 6. März. ES sind hier Nachrichten von Krem- sier vom 6. d. M. eingetroffen, denen zufolge die österreichische Regierung den Reichstag aufgelöst und eine Verfassung oktrvyirt hat, die demnäcbst von zwei Kammern revidirt werden soll. — Oer preußische Bevollmächtigte bei ter Reichsgewalt, Herr Camphausen, ist gegenwärtig >n Berlin und wohnt heule ter Sitzung der ersten Kammer bei. — Köln, 7. März. SS stellt sich uns eine nicht sehr erfreuliche Zukunft in Aussicht: die Arbeit nimmt ab und der Stand für dieselbe zu. Gestern zog ein großer Trupp Arbeiter, deren gegen 4000 Arbeit verlangen sollen, zur Armenverwaltung und zeigte sich sehr ungestüm. An dem Bureau der städtischen Arbci- terangelegrnhciten wurden die Fenster eingeworfen; dann schlug man den Weg zum RathhauL ein, fand aber Len Platz schon mit Militär besitzt und die Gitter geschlossen. Bei diesen Promenaden kamen auch polizeiwidrige Handlungen vor, z. B. Eindringen in TabakSlaten, Kaufen ohne Geld (!) u. dgl. — Wien, 5. März. Ein Kurier auS Ungabn hat heute ied Nachricht überbracht, daß die vereinigte Armee des Fürsten Win- tischgrätz und des Grafen Schlick nach Erlau vorgerückt, und 78 diese erzbischöfliche Stadt mit Sturm eingenommen worden ist. Dadurch wird der Erfolg der neuerlichen zweitägigen Schlacht bei Kapvlna nun vervollständigt, der Anfangs nicht ganz genügen wollte. Debreczin, im Flachlande gelegen und ein völlig offener Ort, gilt nun für die Insurgenten als verloren, die in diesem von acht magyarischem Vollblule bewohnten Landestheile lediglich alle ihre Vertheidigungsmitlel versammelt halten, während Bern, für dessen Partei die Erhebung Polens bei diesem Kampfe die Hauptsache gewesen, seine Schaar, von den Szeklern in Siebenbürgen unterstützt, an den Gränzen Galiziens beschäftigte und das Gelingen seiner Plane durch den gescheiterten Versuch der neuerlichen Revolution in Krakau unterstützt werden sollte. — AuS Italien stnd Nachrichten eingetroffen, wornach Radetzky mit 60,000 Mann seiner Truppen schlagfertig an der pie- mvnlesischen Gränze steht, während eine gleiche Anzahl derselben in und um Mailand liegt, und weitere 30,000 Mann bereits im Vorrücken gegen das Römische begriffen sein sollen. — Oie Mörder Latours sollen eben geständig und bereits verurtheilt, auch die Genehmigung des Kaisers zur Vollstreckung der Todesstrafe an ihnen schon von Olmütz angetangt sein. — Für den bevorstehende» Jahrestag unserer Revolution sind zur Sicherung der Ordnung alle militärischen Anstalten getroffen. Man besorgt keinen ernstlichen Versuch von Ruhestörung, da sich die Mehrzahl der Gemülher zusehends beruhigt und auch die Angriffe auf taS Militär in Folge der starken Patrouillirungen der so gefürchteten Seressaner aufgehört haben. Man erzählt, daß der Sohn eines hiesigen Hvf-r hierarzkes den Larbier des Feldmarschall-Lieutenants Weiden durch das Versprechen einer großen Belohnung zum Morde desselben habe verleiten wollen, aber von ihm selbst angezeigt, in Verhaft genommen worden sei. — Olmütz. 3. März. Es hat sich bestätigt, daß auf der Prerauer Eisenbahnstation ein Transport von 20,000 Gewehren, für die ungarischen Rebellen bestimmt, aufgefangen wurde. Diese Gewehre, sammt 800,000 Kapseln, sind gestern hier angelangt und von dem Festungskommando in Empfang genommen worden. — Pesth, 1. März. Das Gerücht, Bem habe sich mit den Trümmern seiner Armee nach Facsel, im Krassver Kvmitat, geworfen, wird wiederholt. Sollte eS sich bestätigen, so wäre Siebenbürgen demnach gänzlich von Len Insurgenten geräumt. — Hermannstadt, 18. Febr. Die Insurgenten sind uns wieder nahe. Schäßburg ist von ihnen auch besetzt worden. Die Bürgerwehr von Schäßburg hat sich zu uns durchgeschlagen; Bem ist ihr gefolgt und steht mit 6000 Mann und 16 Kanonen wie- der in unserer Nähe, doch hoffen wir ihn mit blutiger Nase zu- rückzuschlagen. Alles ist kampfbereit. — Haag, 3. März. Die Niederländische StaatScourant widerspricht der Nachricht, daß die niederländische Regierung der österreichischen einen Theil der holländischen Kriegsflotte für einen gewissen Zeitraum zur Verfügung gestellt habe. Die Nachricht ist dahin zu berichtigen, daß die österreichische Regierung in den Niederlanden eine Anzahl Scbiffe gekauft hat. — AuS Sardinien vom 3. März. Während Frankreich bestimmt erklärt hat, daß Sardinien, wenn es mit Oestreich breche, keine Hülfe rvn der französischen Republtk zu erwarten habe, ist bei uns der Kriegseifer — mehr jedoch bei der bürgerlichen Bevölkerung und bei den lombardischen Flüchtlingen, als bei dem stehenden Heer — wieder in voller Flamme. — London, 5. März. Mittwoch den 28. Febr. ist wieder ein Auswandererschiff an der Küste von Essex, an der langen Sandbank, mit nahezu zweihundert deutschen Auswanderern an Bord, zu Grund gegangen. Es war taS amerikanische Schiff Floridian, Kap. E- D. Whilmvre, von einer deutschen Gesellschaft zur Beförderung von Auswanderern gemiethet, von Antwerpen kommend und nach Nordamerika bestimmt. Die zwei Boote mit den an Bord Befindlichen zerschellten, noch ehe sie vom Schiff abgestvßen waren. Alle Auswanderer, deutsch« Landleute und Handwerker, darunter 50—60Weiber und20-30Kinder, kamen um, bis auf einen Handwerker, der aber wahnsinnig geworden ist. Achtundvierzig Stunden lang mußten die vier Geretteten, worunter drei Matrosen, auf dem Takelwerk des mitten entzwei geborstenen Schiffes gegen die Wuth des Sturms und der Wellen aushalten. Sechs ihrer Genossen waren neben ihnen in dem Takelwerk erfroren. Die vier, welche von den zweihundert am Leben blieben, wurden durch ein Zvllschiff gerettet. — Aus Madrid wird berichtet, daß Spanien in aller Eile seine Vorbereitungen macht, um zu Gunsten des Papstes zu in- terveniren. Bereits ist ein Armeekorps von 10,000 Mann so weit in Bereitschaft, daß es in jedem Augenblick nach Italien eingeschifft werten kann. Die Kosaken un- Tscherkessen. Die Kosaken, diese beherzte, abgehärtete und genügsame Menschenrace, sind über den ganzen Süden des europäischen und asiatischen Rußlands zerstreut, wo sie, nach den Gegenden die sie bewohnen, Len Namen der Kosaken vom Bug, vom Don, vom Ural, von Orenburg, von Astrachan, vom Schwarzen Meere und von Sibirien führen. Jeder Kosak ist vom löten bis 50sten Jahre Soldat, Freund des Krieges, und bereit, ihn nach den entferntesten Enden der Welt zu tragen. Das russische Reich verdankt unstreitig seine ungeheure Ausdehnung jenen kriegerischen Völkerstämmen, welchen Europa wiederum die Rettung der Civilisation schuldet, als eö von den Einfällen der letzten Talaren- horden bedroht ward. Es scheint, als hätte die Natur den Kosaken dazu bestimmt, die Stämme der Wüste zu unterjochen, den» sie hat ihm ähnliche Eigenschaften verliehen, wie diejenigen, welche es dem Kameele möglich machen, sie zu durchziehen. Vor dem unstälen, verwegenen Geiste der Kosaken, verschwinden Entfernung und Klima; weder die Regionen, wo die Kälte jede De- getation erstickt, noch die, in denen die Sonnenhitze sie auSdörrt, hemmen seinen Marsch. Mck seltener Geschmeidigkeit fügt er sich den Umständen und ist demgemäß bald Soldat, bald Jäger, bald Fischer, Hirt oder Kaufmann. Nicht allein mit der Spitze der Lanze hat der Kosak die wilden Bewohner eines so ausgedehnten Ländergebietes unterjocht, sondern zu dieser Eroberung hat mehr die wunderbare Leichtigkeit beigetragen, mit welcher er sich den Gebräuchen der Wüste unterzuvrdnen, und Handelsverbindungen mit den feindseligsten Stämmen anzuknüpfen wußte. Der unstäte, unruhige Charakter der Söhne Jsmaels, verbunden mit dem industriellen Geiste der Armenier und Hebräer, charak- terisirt den Kosaken und war erforderlich, um jene Karawanen von bewaffneten Kaufleuten zu schaffen, welche, gleich bereit zum Handel wie zum Kampfe, keine Scheu tragen, sich mehrere hundert Meilen über ihre gewöhnliche Station hinauszuwagen, es möge nach dem hohen Norden sein, ober nach den kahlen, verdorrten Ebene» der Steppen. Ein russischer Zar kann sich in wenigen Monaten von Kosaken eine Kavallerie bilden, zahlreicher und furchtbarer, als die des vereinigten Eurvpa's, denn selbst in der russischen regulären Kavallerie gibt es keinen Reiter, der so disziplinirt, so eingeübt, so gut vom Kopf bis zu den Füßen bewaffnet wäre, als ein - 79 — irregulärer Kosak, dieses wilde Kind der Steppe, welches allein mit seiner Peitsche oder Nagaika den Feind angreifen, aus dem Sattel werfen und siegen kann. Als leichte Kavallerie sind die Kosaken unschätzbar; sie sind die dreistesten und geschicktesten Fouragierer in der Welt, ihr Instinkt führt sie besser und sicherer als der erfahrenste General. Rach allen Seiten hin verweilt und überall Schrecken verbreitend, sichern sie jedes vereinzelte russische Corps vor Ueberfall. Da sie gewohnt sind, mitten unter unruhigen Völkerschaften zu leben, so sind sie stets auf ihrer Hut und fallen selten in einen Hinterhalt. Auch find sie mit Erfolg, selbst unter einer bewaffneten Bevölkerung, zum Guerilla- Kriege zu verwenden. Frankreich erinnert sich noch schaudernd an die beiden Einfälle jener Barbaren in seine gesegneten Fluren, und der populärste seiner jetzt lebenden Dichter, Boranger, hat dieses Gefühl durch seinen „Lbsnt da Los-xzuo" ausgedrückt. Die in den Steppen erzogenen Pferde der Kosaken haben, vbschvn sie nicht so schön sind, als die der Tscherkessen. treffliche Eigenschaften. Ihre Gestalt ist eckig und plump, sie haben Hälse, den Schafen ähnlich, aber kräftige Beine, sie sind schnell, unermüdlich und besitzen die Genügsamkeit des Esels. Die Kosaken reiten mit sehr kurzen Steigbügeln und bedienen sich nur der Trense. Wie kömmt eS, daß alle reguläre Heere Europa's eine Art Reitkunst angenommen haben, deren einziger Vvrtheil in ihrem äußern Ansehen besteht, und auch das nur bei Zuschauern, denen die wahren Prinzipien der Reitkunst fremd sind? Ein kerzengerade sitzender Reiter mit langgestreckten Beinen ist in der schlechtesten Lage in der Welt, um den Körper deS Pferdes zu halten, sich durch den Druck der Schenkel, der Kniee, der Waten daran fest zu schließen, eine leichte Herrschaft über LaS Gebiß deS eblk» Thieres auszuüben und Lessen Anstrengungen durch die Bewegungen deS eigenen Körpers zu unterstützen. Nach dem jetzt gebräuchlichen System der militärischen Reitkunst hat man eben so viel Zeit nöthig, ein Pferd zu Lressiren, als einen Reiter auszubilden, und diese langsame Erziehung zerstört die Lebhaftigkeit und das Feuer deS Thieres. Die ewigen Schneemassen des Elbvrus, der die höchste Spitze des Kaukasus bildet, schwellen zwei Ströme an, den Kuban und den Terek. Der erste fließt nach Westen zu und ergießt sich ins Schwarze Meer, der zweite verfolgt die entgegengesetzte Richtung und fällt in das Kaspische Meer. Beide bilden ein natürliches Bollwerk gegen die feindlichen Einfälle der Bergbewohner, die zwischen die Ufer dieser zwei großen Wafferläufe eingeschloffen sind; aber die ganze russische Macht würde nicht hinreichen, diese- Bollwerk zu vertheidigen, ohne die Tschormvnorzy oder die Kosaken des Schwarzen Meers, die kühnsten und kriegerischsten dieser Stämme, welche nur den Tscherkessen nachstehen. Obschvn die Tschornomorzy von Zeit zu Zeit tscherkessische Frauen entführt und in Folge dieser Heirathen theilweise die Gebräuche und Sitten, die Sprache (?) und selbst das Nationalkostüm der Tscher- kessen angenommen haben, so hat doch nichts den tiefen Haß dieser beiden Raren auslöschen können. Jener Haß allein hat die russischen Ansiedelungen im Norden des Kuban vor der Vernich, tung gerettet, da solche den beständigen Angriffen der Bergbewohner ausgesetzt sind, welche mit ihren schnellen und kräftigen Pferden weite Entfernungen mit unglaublicher Geschwindigkeit zurücklegen. Noch heute durchbrechen sie zuweilen die noch so gut bewachte Gränze, bezeichnen ihren Weg durch Feuer und Blut und rächen auf dem flachen Lande die Verwüstung, welche die russischen Kolonnen in ihren Bergen und Thälern angerichtet haben. Die Tscherkessen haben einen nicht großen, aber außerordentlich gut proxortionirten Wuchs. Durch beständige Uebungen erlangen sie eine merkwürdige Kraft und Gewandheit. Das Kostüm dieser tapferen Bergbewohner ist ganz geeignet, die Symmetrie ihrer kräftigen und zugleich geschmeidigen Gestalten hervortreten zu lassen. Es besteht aus einer engen Tunika, die auf der Brust mit Reihen kleiner Taschen zu Patronen garnirt ist, und aus einem enganschließenden Beinkleid; beite Kleidungsstücke sind gewöhnlich von dtiukler Farbe. Auf ihre Waffen und das Geschirr ihrer Pferde verwenden -die Tscherkessen ihre ganze Prachtliebe. Die Kopfbedeckung in Friedenszeit ist eine runde Mütze, mit einer breiten Borte von schwarzem oder weißem Schaffell beseht; im Kriege tragen sie grvßentheils einen eisernen Helm, der mit einer Spitze von demselben Metalle versehen ist. Von diesem fällt ein Panzergewebe von äußerst feiner Arbeit auf die Schultern, emem Frauenschleier ähnlich, und ihre stählernen Armspangen erinnern an die Panzerhandschuhe der alten Ritter. So ist das Aeußere dieses kriegerischen Volkes, das seit fünfzig Jahren die Freiheit seiner Berge unverletzt gegen die Gewalt und gegen das Uebergewichk des riesenhaften russischen Reiches zu erhalten gewußt hat. Seine kleinen, aber vortrefflichen Pferde sind von reiner arabischer Rare oder stammen ohne Kreuzung von dieser ab. Dieselben sind dermaßen an steile Berge gewöhnt, daß sie ihre Reiter nach Stellen tragen, die ein Mensch zu Fuß kaum erklettern könnte. Eben so behend wie die Gemsen, galop- piren sie dicht an Abgründen und setzen von einem Felsen zum anderen mit einer Kraft und Geschicklichkeit, die unglaublich für Alle ist, die nicht selbst gesehen haben, wie die Natur des Pferdes sich in die Beschaffenheit der Gegend fügt, in der es geboren ist. Die inneren Kriege der Kaukasus-Stämme haben Rußland dazu verhelfen, von einigen eine Art Unterwerfung zu erlangen. Der Kaiser besitzt sogar eine Eskadron tscherkesstscher Kavallerie, in der alle Soldaten, Fürsten und Vornehme sind, welche man als eben so viele Geiseln ansehen kann. Unter dem Zocke eines fremden Dienstes behalten diese Männer ihren stolzen, heftigen Charakter bei, und der Autokrat ist genöthigt, sie mit vieler Schonung zu behandeln. Oie Tscherkessen der kaiserlichen Garde gehen wenig mit den Russen um, sondern bleiben fast ausschließlich unter sich und erregen Neugierde und Furcht bei der Bevölkerung, welche sie umgiebt. Wenn man in Petersburg auf der Straße die Menge sich beeilen sieht, Jemanden ihre Reihen zu öffnen, so ist eS sicherlich ein General, ein Polizeibeamter oder ein Tscherkeffe. Beim Schießen treffen diese tapferen Bergbewohner stets, und obgleich sie ziemlich mittelmäßige Pistolen besitzen, verfehlen sie selten im Galopp ein auf der Erde liegendes Stückchen Papier oder einen Silberrubel. Manche haben eine solche Fertigkeit, daß sie das Stück in die Höhe springen lassen, indem sie genau darunter feuern. Nach Art der Parther schießen sie auch im Fliehen; um sich leichter umzuwenden und die Lage einzunehmen, welche ihnen gestattet, genau zu zielen, während das Pferd mit ihnen forteilt, Hallen sie einen Steigbügel länger als den andern. Ferner lassen sie beim Galopp den Zügel schlaff, um die Tritte ihrer Reitpferde sicherer zu machen, deren Instinkt allein auf den steilen felsigen Bergabhängen sie leiten kann. Auf ebenem Boten scharet diese Gewohnheit der Schnelligkeit deS Pf.rdeS, da es ihm zur zweiten Natur wird, die Raschheit seiner Bewegungen der Sicherheit unterzuortnen. Oer bis jetzt von dem Zaren gegen die Bergbewohner des Kaukasus geführte Krieg ist nur eine Blvkade, kenn niemals ha- ben sich die Russen stark genug gefühlt, das feindliche Gebiet zu erobern, sondern sind nur momentan darin vorgedrungen. Tod oder Gefangenschaft ist das unvermeidliche LovS eines jeden Russen, der die Linie der Festungen überschritten und sich vom Gros des Heeres entfernt Hot. Selbst wenn eine Kolonne im Anmarsch ist, durchbrechen die Tsckerkeffen zuweilen die Linie der Tirailleure, welche die Flanken decken, und entführen die Offiziere mit derselben Leichtigkeit, wie die Katze eine MauS fortträgt. Das verwildernde Element der kleinen Journalistik. Einige in der »Allgemeinen Zeitung» enthaltene kräftige Worte über den Geist der heutigen Journalistik, wie er sich in den sogenannten kleine» Blättern darstellt, liefern ein getreues Bild nicht blos der deutschen, sondern auch der französischen, der italienischen und der amerikanischen kleinen Journalistik. Ueberall, wo sich die Demokratie der Hebel der Zivilisation bemächtigt, verlieren diese ihren bildenden Charakter und verwandeln sich unter der Hand in ein verwilderndes Element, daS zur Rohheit zurückführt. ,,0ickicisse liäeliter srtes emollil wores nee simt esse keros"— so war es zur Zeit der alten Römer wie in der jetzigen; aber das Gegentheil tritt ein, d. h. die Sitten werden wieder rauh und die Zivilisation verliert sich, wenn Kunst und Literatur nicht mehr mit voller Treue und Hingebung gepflegt werden. Kein kalifornisches Gold, kein Welthandel nach Europa und nach China wird im Stande sein, die Sitten eines großen Theils des amerikanische» Volkes, wo sie durch die zügellose Journalistik verwildert sind, zu verfeinern und der Humanität des alten Griechenlhums, dem Schöne» und Guten zugänglich zu machen. Die Engländer, die sehr wohl wissen, wohin diese demokratische Richtung der Zeitungs-Literatur in Amerika führt, suchen sich ihr daher auch möglichst fern zu Hallen, und Niemand ist, einem vom ganzen Lande getheilten Gefühl zufolge, in der englischen Gesellschaft so verachtet, als jene hin und wieder auch dort auflauchenten Journalisten, die keine Silke und kein Gesetz achten. Hören wir indessen, wie die im Eingänge dieser Bemerkungen erwähnten »politischen Fragmente aus den Papieren eines Jsotirten» (in der Allg. Zeitung) über den Gegenstand sich aussprechen: »WaS vor Alters die Ritter vom Stegreif waren, das ist jetzt ein Theil der Literalen: ein streitlustiges, undisziplinirtes Volk, das auf eigene Zaust wegelagert oder bald freiwillig, bald gedungen einem Führer folgt mit Aufkündigung. Aber über de» Raubrittern stand einst tcS Kaisers Acht. Die neuen Ritter lammt ihren Knappen — den Setzern und Druckern — sind die Eremlen und Höchstprivilegirten im gläsernen Staat, und kein Ort ist so klein, daß sie nicht eine Winkelburg darinnen aufschla- gen. ES niuß ein kerngesundes Volk sein, das all' das sittliche Gift verwindet, welches jetzt durch die kleinen Blätter überall verbreitet wird, nachdem jede Vorsiä tSmaßregel und Garantie beseitigt ist und der Staat keinen Muth und zuletzt keine Richter findet, hintendrein zu wehren. Ja, das Schmutzigste, Nei- digste, Unsittlichste und Aetzendste sammeln die Hungrigen auS allen Enden in den Bettelsack ihrer Lokalblätter, das wird dann kolportirt, das empfiehlt sich durch den Reiz auf gröbere Nerven und durch die Wohlfeilheit, und so geht eine neue Religion durchs Volk, in welcher Neid, Haß, Verachtung den Kern bilden und den schleichende» Aufruhr nähren, daran sich unser Volk noch mehr verzehren muß, als durch die offenen Ausbrüche. Die Wahrheit ficht geZen solche Feinde mit ungleichen Waffen. Gesetzlich haben wir unbeschränkte Preßfreiheit und faktisch die Unverantwortlichkeit der Presse — ein neues absolutes Königthum mit unverantwortlichen Bevollmächtigten in jedem Nest. Je beschränkter deren Verstand, desto maßlvßer ihre Forderungen an den Staat, desto größeren Hunger nach Mehr machen sie dem gläubigen Volk, einen Hunger, welcher ganz von selbst zur allgemeinen Umwälzung drängt. ES gehört auch zur gläsernen Staatslogik, daß in dem zerrissenen Deutschland nicht einmal eine ökonomische Cautivn für die sittliche Handhabung der Presse verlangt wird; denn das erschwert jede solide Parteibildung, das macht, daß Alles zerflattert, und überliefert das Volk dem intellektuellen und sittlichen Proletariat unreifer oder verfaulter Politikaster. Durch Aufhebung der Censur haben die großen Blätter an Gehalt gewonnen, die kleinen und schlechten an Gehalt verloren und an Lesern zugenvmmen, und die aller Beschränkung ledige Presse wird vermittelst der kleinen Blätter die Herrschaft der Gemeinheit in Deutschland herbeiführen.» Verschiedenes. — Wieder eine neue Entdeckung. Ein Engländer, Herr Baldwin, hat die Entdeckung eines Verfahrens gemacht, gedruckte Blätter, Banknoten u. s. w. ihrer ganzen Fläche nach zu halbsten, d. h. die obere Fläche von der unteren vollständig abzulösen, so daß nichts von dem, was auf beiden Seiten gedruckt oder gestochen ist, verloren geht. Das Verfahren selbst wird noch als ein Geheimniß behandelt, obwohl nicht recht abzusehen, welchen anderen Nutzen der Entdecker davon ziehen konnte, als den, die Kuriosität zu befriedigen. die man in England allerdings zuweilen etwas theuer bezahlt. Banknoten, Blätter aus allen gedruckten Büchern mit Holzschnitten, und Zeitungen, die auf diese Weise halbirt worden, werden bereits in London vielfach gezeigt und als Seltsamkeiten, die man sich noch nicht recht zu erklären weiß, obwohl daS Verfahren wahrscheinlich ein sehr einfaches rst, angestaunt. — Die Kunst in Portugal. Ein Korrespondent des Londoner Lrl-kouiusl gibt eine traurige Beschreibung von dem Zustande, in welchem sich die Kunst, namentlich die Malerei, in Portugal befindet. Selbst unter den Portraitmalern, die sonst gewöhnlich selbst in Ländern floriren, wo die Künste noch auf einer niedrigen Stufe stehen, gibt es mit Ausnahme eines Senhor de MenezeS keinen einzigen, b.r im Stande wäre, einen ordentlichen Kopf zu zeichnen. Ein Pfuscher von der untersten Klaffe kam vor kurzem von Madrid nach Lissabon, wo er, nach dem Sprüchwort: parmi les sveugles le borguo est roi, viel Glück machte, indem er PortraitS zu 20 Thalern bas Stück malte. Von den Bildnissen der Königin Donna Maria da Gloria, ihres Vaters Don Pedro und seiner Gemahlin, der Herzogin Amalie von Braganza, die von einem dortigen Meister Herruhren, sagt der Berichterstatter, daß sie einst, wenn in Portugal, wie in anderen civilisirten Ländern, die Kunst in Aufnahme kommen wird, ohne Zweifel in dem ersten Museum der Hauptstadt einen Platz finden werden, als merkwürdiges Beispiel der Kunstprvdukte, die sich noch im iRen Jahrhundert der Protection des portugiesischen HofeS erfreuten. Redigirt und gedruckt unter Verantwortlichkeit der Ehr. Fr. Müller'schen Hvfbuchhandlung. 375 Zähringerstraße Nr, 3. ist der mittlere Stock, best.hendin 3 ineinander gehenden Zimmern, Küche, Keller, Speicher und Speicheikammer, auf den 23. April zu vermielhen. Zahringerstraße Nr. II. ist ein Manfar- denlogis, bestehend in einem Zimmer, Alkof, Kammer rc., sogleich zu vermiethen. Näheres im Hause selbst. Zahringerstraße Nr. 20. ist auf den 23. April ein freundliche- Logis im 3. Stock billig zu vermiethen, bestehend aus 2 — 3 schönen Zimmern nebst Alkof, Küche, Keller, Holzstall, Speicher und Antheil am gemeinschaftlichen Trockenspeicher; Näheres im untern Stock daselbst. Zahringerstraße Nr. 47. ist zu vermiethen: 1) ein Laden mit Wohnung auf den 23. Januar 1850; 2) ein möblirtes geräumiges Zimmer im zweiten Stock sogleich, und 3) für eine kleine Haushaltung eine Mansardenwohnung von 2 Zimmern rc,, mit oder ohne Bett und Möbel auf den 1, Mai d. I. 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Ein Mansardenzimmer mit Bett und Möbel, so wie noch eine Schlafstelle sind sogleich zu vermielhen kleine Herrenstraße Nr. 5. eine Treppe hoch. Im Eck der Akademie- und Karlsstraße Nr. 13 , ist ein freundliches MansardcnlogiS, bestehend aus 3 — 4 Zimmern sammt Zugehör auf den 23. April zu vermielhen; Näheres im untren Stock. Im Eck der Amalien- und kleinen Herrenstraße Nr. 14. ist im 2. Stock ein freundliches Logis von 3—5 Zimmern, 2 Speicherkammern, Küche, Keller nebst allen übrigen Erfordernissen auf den 23. April zu vermielhen. (1) jLogisgesuch.j Auf den 23. Juli d. I, wird ein Logis gesucht von 5 bis 6 Zimmern; dasselbe kann getheilt und nur ein Zimmer davon muß auf die Straße gehen. Wer ein solches zu Vermittlern hak, wolle seine Adresse nebst dem Preis auf dem Kontor dieses Blatte- abgcben. Eine stille Familie sucht auf den 23. April ein Logis von 2 Zimmern mit Alkof, oder von 3 Zimmern nebst Zugehör. Zu erfragen neue Zähringerstraße Nr. 13 im ersten Steck. (1) fLoqisgesuch.j Es sucht eine stille Familie ein Logis von 4 bis 5 Zimmern, 2 Kammern und den übrigen Erfordernissen auf den 23 Juli; wer ein solches zu vermiethen hat, wolle seine Adresse unter der Chiffre L. nebst der Angabe des Preises auf dem Kontor dieses Blattes abgeben. Vermischte Nachrichten. (1) sGesuch.j Es wird eine honette Person, die sich über ihr bisheriges Betragen genügend ausweist, und Liebe zu Kindern hat, das Reinigen der Zimmer u. s. w. versteht, auf Ostern bei einer kleinen Familie in Dienst genommen. Zu erfragen im Kontor dieses Blattes. sl) sGesuch.j Es wird eine gute Köchin gesucht, welche sogleich eintreten kann. Das Nähere in der Langenstraße Nr. 21. (1) jGefuch.j In der Amalienstraße Nr. 23. wird ein Mädchen, das kochen, waschen, nähen und sonstigen Haushaltungsgeschästen vorstehen kann, auf Ostern in Dienst gesucht. (1) jDienstantrag j Ein Mädchen, das gut kochen kann, das Waschen und die übrigen häuslichen Geschäfte versteht, auch sich über ihr bisheriges braves Betragen auszuweisen vermag, wird auf Ostern Lan- gestraße Nr. 26., Anmeldung im Laden, gesucht- (1) jDicnstantrag j Ein Mädchen, welches kochen, putzen und waschen kann, sowie sich gerne allen häuslichen Arbeiten unterzieht, findet auf kommende Ostern eine Stelle. Zu erfragen Amalienstraße Nr. 34. im untern Stock. (1) jDienstantrag.j Es wird sogleich oder auf kommende Ostern ein Mädchen, welches im Kochen und sonst allen häuslichen Geschäften erfahren ist, in Dienst gesucht. Da« Nähere ist Langestraße Nr. 117. zu erfahren. (1) f Diensiankrag. j Es wird auf Ostern ein Zimmermädchen gesucht, welches schön weißnähen und Kleider machen kann, wie auch in sonstigen häuslichen Arbeiten erfahren ist und gute Zeugnisse aufzuweisen hat. Das Nähere Amalienstraße Nr. 41 . zu ebener Erde. (1) fDienstgesuch.j Em Mädchen, welches etwa- kochen, waschen, nähen, bügeln und allen andern häuslichen Arbeiten vorstehen kann, wünscht auf Ostern einen Dienst. Zu erfragen in der Karlsstraße Nr. 45 im Hintergebäude zu ebener Erde. (1) lDienstgesuch.j Ein Mädchen von gesetztem Alter und mit guten Zeugnissen versehen, das in allen weiblichen und häuslichen Arbeiten erfahren ist, wünscht auf Ostern eine Stelle zu erhalten. Da« Nähere zu erfragen auf dem öffentlichen GeschäftS- bureau von Ed. MorS, Nachfolger des W Kölle. (1) fOienstgesuch.j Ein Mädchen, das in allen häuslichen Arbeiten, besonder- aber im Nähen und Bügeln gut unterrichtet ist, und gute Zeugnisse aufzuweisen vermag, wünscht auf Ostern eine Stell« als Stuben- oder Ladenmädchen. Da- Nähere zu erfragen auf dem öffentlichen Geschastsbureau von Ed. Mors, Nachfolger des W. Kölle. (1) f Dienstgesuch j Es wünscht eine perfekte Köchin, welche in allem Backwerk vorstehen kann, auf Ostern eine Stelle in einem Gasthof oder bei einer Herrschaft zu erhalten. Nähere- in der KarlS- straße Nr. 25. im Hintergebäude. 376 (1) sDienstgesuch.) Ein braves, fleißiges, rechtschaffenes Mädchen, das kochen, waschen, putzen, nahen, überhaupt aller weiblichen Arbeit gut verstehen kann, wünscht auf Ostern einen ordentlichen Dienst hier bei einer Herrschaft zu erhalten. Das Nähere Lammstraße Nr. 4. im Hintergebäude ebener Erde. (1) sDienstgesuch.) Ein Mädchen, das kochen, nähen und schön bügeln kann, wünscht bei einer Herrschaft eine Stelle auf Ostern. Au erfragen im äußern Zirkel Nr. 20. im 2. Stock. (1) sDienstgesuch.) Ein Mädchen, das gut kochen, waschen, putzen und alle häusliche Arbeiten verrichten kann, wünscht eine Grelle auf Ostern. Au erfragen Waldhornstraße Nr. 45. zu ebener Erbe. (1) sDienstgefuch.) Ein Mädchen, welches etwas kochen, nahen, bügeln, waschen und putzen kann, auch gut mit Kindern umzugehen weiß, wünscht auf Ostern eine Stelle. Zu erfragen Jähringerstraße Nr. 36. im Hintergebäude, ebener Erde. (1) (Verkaufsanzeige.) Langestraße Nr. 199. ist ein langes Ladenfenster mit Läden um billigen Preis 'zu verkaufen. (1) s Verkaufsanzeige.) Ein Schreibpult mit Büchergestell, 1 Pfetleri.'ommod, 1 runder Tisch, 1 Spieltisch, 1 tannener Kleiderkasten, eine gute Flöte, I.e Ss^es geschichtliche Geographie, ist billig zu verkaufen Erbprinzenstraße Nr. 25. im 2. Stock. (1) (Verkaufsanzeige.) In der Akademiestraße Nr. 43., im untern Stock, sind aus freier Hand zu verkaufen: eine große Obsthorde, ein Vivloncell- kasten, ein Notenpult, ein kleiner Kunstherd aus weißem Fayence für Kinder. <1) (Kaufgesuch.) Es wird eine noch gute Zim- merthüre samml Verkleidung und Beschläg zu kaufen gesucht. Adressen beliebe man neue Waldstraße Nr. 51. abzugeben. (1) (Kaufgesuch ) Es wird eine große noch brauchbare Beltflasche sogleich zu kaufen gesucht, Erbprinzenstraße Nro. 24. Eine braune Hühncrhündin ist verloren gegangen- dieselbe hört auf den Ruf „Diana"; der redliche Besitzer wird gebeten, solche gegen eine Belohnung Stephanienstraße Nr. 37. abzugeben. Gartengesuch. Ein Garten mit Gartenhaus wird so. gleich zu miethen gesucht; Näheres Zahringerstraße Nr. 20 im mittler« Stock. _ Ein junger Mann, welcher das Gymnasium und die Universität absolvjrt hat und sich über Kenntnisse und gute Aufführung durch Zeugnisse legitimsten kann, sucht gegen freie Kost und Logis eine Hofmeister- oder Hauslehrerstelle. Näheres im Kontor dieses Blattes. Privat- Bek annt machungen. Oie längst erwartete Sendung Malerpinsel (Borsten) ist so eben bei mir eingetroffen; eben so sind sämmtliche Haar-, Fisch- u. Marderpinsel in größter Auswahl und bester Oualität wieder vcrrälhig. _G. Koltzmann. Bielefelder Leinen und Gebild in größtmöglicher Auswahl zuerNIäßigte» Preisen empfiehlt M. Urbino, Langistraße Nr. 98. Mein Lager von den allgemein beliebten und als vorzüglich bekannten Dittmar'scken Patent-Rasir- meffern und Streichriemen mit Mefferbehälter, kate mineosle und Zinnscheiben ist auf das Vollständigste assortirt und empfehle solches zur geneigten Abnahme bestens. _Conradin Haagel. IVeu« V68ks>hüti8cti6 8ckivstsn, OöttinAsr und Lrtuin8elitVtziK6r >Vür8te in vvrrÜAlick- 8ttzr OnnlitÄ btzi Neustadter Natur-Bleiche. Ich nehme für die Neustadter Bleiche von heute an wieder Tücher und Garn in Empfang. Auch in diesem Jahre wird die Anstalt alles aufbieten, um das ihr geschenkte Zutrauen zu recht- fertigen. Karlsruhe im Februar 1849. _ Juliu s Gei sendörfer. Ausverkauf. Wegen Ladenveränderung verkaufe ich eine große Parthie Stiefel, hohe Lederschuhe, Lackstiefel und hohe Lackschuhe, Zeugstiefel, sowie auch Pantoffel zu den billigsten Preisen gegen Baarzahlung. D Schönberger, _ Langestraße Nr. 108. Empfehlung. Unterzeichnete empfiehlt sich im Waschen und Bleichen der Strohhüte; auf Verlangen werden sie auch nach neuester Fagon geändert. Wilhelmine Nagel, Kunstwascherin, Langestraße Nr. 30. Um den vielen Nachfragen zu begegnen, zeige ich an, daß ich eine Parthie Kammfett-Pomade aufgestellt und sie wegen ihrer vortheilhafteu Wirkung für den Haarwuchs bestens empfehle; zugleich bringe ich meine Borsdorfcr Pomade in empfehlende Erinnerung. L. Seiler, Friseur. Auf dem Holzbof von W- Bitter wird eine Parthie trockenes 4' langes waldbuchen Prügelholz abgegeben, das Klafter zu 10 fl. _ So eben trifft eine Sendung Niederländer Tücher in den neusten Farben, sowie Bucks, kin, Royals, Cravattes, Slips rc in vorzüglich guter Waarc ein, die wir zu besonders billigen Preisen abzugeben im Stande sind. L. S. Leon, Söhne, Langestraße Nro. 169. K K Die neuesten Cattune» Cottonats H (feine Baumwollenzeuge), Linon-Batiste, H rv8, L'«ile8 Nu M«r»t und andere Mz Frühjahrs-Stoffe sind in reicher Auswahl und zu sehr billigen Preisen eingetroffen bei Benedict Höber jun., A Herrenstraße. D 377 Strohhutwasche. Beim Beginne des Frühjahrs bringe ich einem hohen Adel und verehrungswürdigen Publikum meine Strohhutwasche und Bleiche in empfehlende Erinnerung. Getragene Stroh- Hüte für Damen, sowie auch für Herren werden täglich rein gewaschen und gebleicht um den Preis von 20 kr. der Hut, und für Kinder etwas billiger. Da ich mir im vergangenen Jahre das allgemeine Zutrauen erworben habe, so wird auch dieses Jahr mein Bestreben dahin gerichtet sein, die Zufriedenheit meiner verehrten Gönner zu erreichen. Auch hat das Waschen der Glaxe-Hand- schuhe in allen Farben und ohne Geruch, das Paar zu 5 kr., seinen gehörigen Fortgang. Marie Betz, Blumcnstraßc Nr. 6. eine Stiege hoch. Anzeige. Unterzeichnete empfiehlt sich einem hohen Adel und hochgeehrten Publikum auf kommende Ostern im Magdverdingen, und wird sich ' es zur Pflicht machen, nur solche Mädchen zu empfehlen, welche gute Zeugnisse besitzen und auch allen Ansprüchen, welche an sie gemacht werden, entsprechen können. Karoline Sonst, _ Waldstraße Nr. 10. im Hintergebäude.» Eine geschmackvolle Auswahl Blousen für Kinder ist vorräthig bei R. Homburg, Langestraße Nr. 199. Die erwarteten Sendungen der neuesten Uou88eIiii6 ssn sortis, Orleans in allen Farben sind in großer Auswahl eingelroffen bei L. S. Leon, Söhne, Langestraße Nr. 169. Langestraße Nr. 169. Katharina Häuser, Kunstwascherin, wohnhaft bei Herrn Schuhmachermeister Oberst, alte Atlerstraße Rr. S-, empfiehlt sich, Herren- und Damenstrohhüte, so wie auch alle Farben Glaye-Handschuhe zu waschen. Anzeige. Heute Sonntag den 11. dieses findet bei Unterzeichnetem Klavier-Unterhaltung statt; auch wird frischer Zwiebelkuchen verabreicht, wozu höflich einladet M. Mannharb, zum Augarten. Berichtigung. Im Zeus für Monat Marz hat sich in der Wikkerungsvermulhung ein Druckfehler erhalten; es heißt nämlich: „dann heiter, Regen oder mit Nebel und durch denselben auch trüb vom 13- bis 18."; dagegen soll es dem Manuskripte gemäß heißen: „dann heitere Tage oder mit Nebel - - - vom 13. bis 18." Karlsruhe 10. Marz. ' St. Literarische Anzeige. In der Braun'schen Hofbuchhandlung ist erschienen : Bauer, I., der Küchengartenfreund, oder Anweisung zur vortheilhasten Benützung der Gemüsegärten, gr. 8. Preis geh. 24 kr. Cäcilien-Verein. Hurte Nachmittag um halb 3 Uhr Chorprobe mit Streichquartett vom Elias. Da die Aufführung dieses Oratoriums sehr nahe bevorsteht, so ersuche ich alle Mitwirkendcn, die wenigen noch statkfindenden Proben ja recht fleißig zu besuchen. " Der Musikdirektor. Dienstag den 13. März. Siebentes Äbonnementskonzert im Cäcilien-Berein. Anfang um halb 7 Uhr, Ende V-S Uhr. Einladung. Alle diejenigen Wirthe, welche der GeschaftSbeein- trachtigung unterliegen, nach 11 Uhr Abends das Lokal schließen zu müssen, und folglich dieselben Rechte nicht genießen, wie mehrere unserer Herren Collegen, laden wir hiemit zu einer Besprechung hierüber auf Dienstag Nachmittag 3 Uhr in das Gasthaus zum Geist freundlichst ein. Mehrere Wirthe. Tagesordnung der ll. Kammer. 159. öffentliche Sitzung auf Montag den 12. März 1849. Vormittags 9 Uhr. 1) Anzeige neuer Eingaben und Motionen. 2) Berathung des Berichts des Abg. Schaaff über den Gesetzentwurf, die Staatsschreiberei betreffend. Großherzogliches Hoftheater. Sonntag den 11. März. 42. Abonnementsvorstellung. Zweite Abtheilung. Czar und ZtM-- inermann- Komische Oper in 3 Aufzügen; Musik von Lortzing. Fraul. Rvchlitz: Marte als Gast. Montag den 12. März 1849. 43. AbonnementS- vvrstellung. Erste Abtheilung. Zum ersten Male: Hinaus aufs Gut. Original-Lustspiel in fünf Akten von W. Adel. Bekanntmachung. Die Unterstützung nochleidender Gewerbsleute durch Arbeit betreffend. In Folge Aufrufes des vaterländischen Vereins dahier laden wir alle Diejenigen hiesigen GewerbSleute, welche in jetziger Zeit ohne bestellte Arbeiten sind, ein, sich bei dem leitenden Ausschuß zu melden, um Bestellungen aufgcgeben zu erhalten; desgleichen ihre schon fertigen Gewerbserzeugntsse zu übergeben, oder in Arbeit befindliche anzuzeigen, um dieselben verwerlhen zu können. Das Lokal hiezu befindet sich in der Langenstraße Nr. 131. (im ehemals Dannbacher'schen Laden), welches jeden Montag und Donnerstag Morgens von 10 — 12 Uhr und Nachmittags von 3 — 5 Uhr geöffnet ist. Wir verbinden hiemit die Anzeige an die gesammte hiesige Einwohnerschaft, daß in dem bezeichnet«» Lokale und zu genannter Zeit der Verkauf der ausgestellten GewerbSerzeugnisse stattfindet, und daß Diejenigen, welche bereits Vorausbezahlungen geleistet haben, in Abrechnung derselben, sich ihre etwaigen Bedürfnisse auS- wählen und in Empfang nehmen, oder auch beliebige Bestellungen daselbst machen können. Karlsruhe den 4. März 1849. Der leitende Ausschuß: _ C. Kün tzle. Bei herannahendem Frühjahr macht Unterzeichneter seinen Freunden und Gönnern die ergebenste Anzeige, daß alle in sein Fach cinschlagenden Geschäfte auf das Schönste und Schnellste besorgt werden; hauptsächlich in Veränderung der Ordvnnanzfarbe der Uniformen macht er das Militär aufmerksam. Bestellungen werden angenommen im goldenen Hirsch und beim Thorwart am Mühlburgcrthor in Karlsruhe; um alle Irrungen zu vermeiden, bittet er, daselbst die Adressen schriftlich abzugeben. Julius Zink, Hof-Schönfärber und Kunstwascherei in Mühlburq. ichUfahrt a » Die Abfahrt der Düsseldorfer Dampsboote findet vom 26. Februar d. I. an täglich, und zwar: Von Mannheit« Mittags 3^ Uhr bis Mainz-Düsseldorf im Anschluß an den ersten Bahnzug von Esringen (Basel). Jeden Sonntag, Dienstag, Mittwoch und Freitag nach Rotterdam. Sonntag und Mittwoch im direkten Anschluß an die englischen Boote nach London. Von Mainz täglich 5 Uhr und Uhr Morgens nach Koblenz und Düsseldorf. Nähere Auskunft wird bei diesseitiger Expedition ectheilt, woselbst, wie bei allen Stationen Billete auf dir ganze Route ausgegeben werden; ebenso sind bei allen Agenturen der Düsseldorfer Gesellschaft und auf den Schiffen selbst Billete für die großh. bad Eisenbahn zu erhalten. Karlsruhe den 1. März 1849. Großh. Post- und Eifenbahnamt. v. K l e u d q e n. vät. Oswald. Fremde. In hiesigen Gasthöfen. Darmstädter Hof. Herr Bosch, Oekonom von Herbolzheim. Hr. Krämer, Gastw. v Schneidach. Hr. Schmutz m. Gat. v. Breslau. Hr. Groß, Kauf«, von Mannheim. Hr. Wilser, Prakt. v. Bruchsal. Drei Kronen. Hr. Zimmermann v. Gaggenau. Englischer Hof. Herr Fulv u. Herr Lellenbauer, Kss, Hr. Schloß, Herr Bommel. Kaufm. mit Fam ron Frankfurt. Hr. Becker, Part, v- Würzburg. Goldener Adler. Herr Schäfer, Kfm. v. Bonn. Hr. Schmiedec, Partik. von Darmstadt. Hr. Oberfels, Kfm. v. Renchen. Hr. Weigand, Kunstmüller v. Heivel' berg. Hr. Würrh, Lehrer v. Ittlingen. Hr. Stumpf, Fabr. v. Mannheim Geist. Hr. Zelger, Fabr. v. Mülhausen. Hr. Alorz u. Hr. Fleury, «fl. v Kolmar. Hr. Schmitt, Pachter v. Ladenburg. Goldener Karpfen. Herr Welbald, Parlik. von Saarbrücken. Hr. Mann, Kfm. v. Lautersheim. Herr Deprer v- Herrheim. Goldenes Kreuz. Herr Hübschmann, Partik. von Mannheim. Hr. Roth, Kaufm. von Aweibrücken. Herr Spanier, Kfm v. Köln. Hr. Walcher, Propr. v. München. Hr. Büchlle, Pari. v. Heilbronn Hr. Haas, Kfm. v. Zürich. Hx. v. Zungenfeld, Gutsbesitzer v. Mainz. Goideues Schiff. Herr Wolff u. Hr. Klein, Kfl. von Thann. Pariser Hof. Herr Hofer, Anwalt von Offenburg. Hr. Trölscbler, Part v. Konstanz. Hr. Vogelmann und Hr. Katzenmeier, Kfl daher. Herr Böhm v. Frankfurt. Ritter. Frl. Campriet v. St, Brie. Frl. Boulanger v. Straßburg. Hr. Böhmer, Kfm v. Stuttgart. Mad. Reuter v Kempten. Hr. Ehes, Bierbr. v. Rottenburg. Frl. Christe v. Schleidorf Mad. Müller v. Burgdorf. Hr. Keppler, Notar von Dürrmenz. Herr Adeion von Schönberg. Stadt Pforzheim. Hr. Hauker u Hr. Fernbacher v. Donaueschingen. Weißer Lowe. Herr Korck v. Belle. Hr. Franke, Park. v. Haenichen. Jähringer Hof. Herr Peronils, Rent. v Kolmar. Hr. Orth, Kfm. v- Kaiserslautern Herr Gutmann von Frankfurt. Hr Beruller von Offenburg. Herr Oppenheimer v. Frankfurt. Hr. Rieder v. Straßburg. Herr Schneider, Architekt v. Freiburg. Herr Frcher, Kfm. v. Köln. aor. Haas v. Frankfurt. Redigirt und gedruckt unter Verantwortlichkeit der Ehr. Fr. M üller'schen Hofbuchhandlung.