Karlsruher Beobachter. Nr. S«. Sonntag den 6. Mai 184S. Äus -er Zeit. — Freiburg, 2. Mai. Der Prozeß gegen Fickler, Born- stedt, Steinmetz und Krebs nahm heute vor dem Geschwvrnen- gerichte seinen Anfang. Der Zudrang zu den Verhandlungen war bei weitem nicht so groß, als bei dem Struve'schen Prozeß. Die Verhandlungen wurden geleitet von Hofgerichtsdirektvr Wvll, auf der Bank der Vertheidiger erblickt man die Advokaten Brentano und Thoma. Als Staatsanwälte fungiren die HH. Amann und Winter. (N. Fr. Z.) — Frankfurt, 3. Mai. Die Umgegend unserer Stadt ist in diesen Tagen von Jngenieurvffizieren militärisch ausgenommen worden, wohl um diejenigen Punkte zu ermitteln, welche für den Eintritt gewisser Fälle besonders berücksichtigt werden müßten um Frankfurt gegen Versuche von auswärts, welche den Sitz der Reichscentralgewalt und der Reichsversammlung in Gefahr bringen könnten, sicher zu stellen. — Gestern Abend hieß es, der bisherige Oberbefehlshaber der hier in Besatzung stehenden Reichstruppen, der Großh. hessische General v. Bechtold, werde durch einen Kon. preußischen Generaloffizier ersetzt werden. — Für die Aufnahme der Deputationen der März- und anderer demokratischen Vereine, welche zu Ende der Woche erwartet werden, sind 500 Privatwohnungen zum Theil unentgeldlich in Bereitschaft gesetzt. Für die Abhaltung der Hauptversammlung selbst sind die großen Räume der Wolfseck hergerichtet worden. — Frankfurt, 3. Mai. Die »Oberpostamtszeitung« meldet, daß General Prittwitz s in Hauptquartier nach EhristianSfeld verlegt und vor seinem Abgang nach der Nordgränze eine Anrede an seine Offiziere gehalten hat, in welcher es heißt: Die Preußen ziehen in Jütland an! Von Sr. Maj. dem König selbst ist dazu der Befehl eingetrvffen. — Frankfurt, 4. Mai. In der heutigen 211. Sitzung kam ein dringlicher Antrag des Dreißiger Ausschusses in Betreff des Verfassungswerkes zur Berathung. Derselbe geht hauptsächlich dabin, baß der 15. August als der Tag des Zusammentritts deS ersten Reichstags auf den Grund der Verfassung und der 15. Juli als der Tag, an welchem im deutschen Reiche die Wahlen für das Volkshaus vorzunehmen sind, bestimmt ist. Sollte insbesondere Preußen im Reichstag« nicht vertreten sein, und also bis dahin weder ausdrücklich noch thatsächlich die Verfassung anerkannt haben, so tritt das Oberhaupt desjenigen Staates, welcher unter den im Staatenhaus vertretenen Staaten di» größte Seelenzahl hat, unter dem Titel eines Reichsstatthalters in die Rechte und Pflichten des Reichsoberhauptes ein. Sobald aber die Verfassung von Preußen anerkannt ist, geht damit von selbst die Würde des Reichsoberhauplet nach Maßgabe der Verfassung §. 68 ff. auf den zur Zeit der Anerkennung regierenden König von Preußen über Dieser Antrag wurde mit einer Majorität von 2 Stimmen angenommen. — Wiesbaden, 1. Mai. Heute, als am jährlichen Eröffnungstage der hiesigen Spielbank, fanden sich zwar die Spielhalter um 11 Uhr an den grünen Tischen des Kursaals ein, allein auf Verfügung des Ministenums durfte das Spiel nicht wieder eröffnet werden. — Wiesbaden, 2. Mai. So eben hat unsere Kammer einstimmig beschlossen: 1) Die Regierung aufzufordern, nach Maßgabe der §§- 14 und 193 der Reichsverfaffung schleunigst die Beeidigung des Militärs und der Beamten zu veranlassen; 2) die Regierung aufzufordern, der deutschen Centralgewalt die Mittheilung zu machen, daß die bewaffnete Macht Nassaus zur Durchführung der Verfassung zur Disposition stehe. Regierungskom- miffär Bertram erklärte Namens der Regierung, daß dieselbe alle ihre Kräfte aufbieten würde, um di« Reichsverfaffung aller Orts zur Anerkennung zu bringen, und daß sie diese Beschlüsse der Kammer sofort vollziehen werde. — Koblenz, 30. April. Die in den nächsten Tagen bevorstehende Mobilmachung des achten preußischen Armeekorps gilt hier für eine ausgemachte Sache, und es waren eine Anzahl Offiziere des topographischen Bureaus von Berlin hierher gekommen. welche gestern auf der Mosel nach dem HunSrücken abgereist sind, um daselbst, wie versichert wird, einen Lagerplatz für die Truppen des 8. Armeekorps abzustecken. — Unsere Stadt wird eine Besatzung von 12,000 Mann, und zwar Truppen de« 1. und 2. Armeekorps, erhalten, und sieht man auch schon seit mehreren Tagen Soldaten und Offiziere vom 1., 4. und 9. Linienregiment, sowie vom 1. schwarzen Husarenregimente hier. — Die Zeughäuser in hiesiger Stadt werden geräumt und die darin aufbewahrten Gewehre ic. auf den Ehrenbreitstein gebracht. — Bei der in Kaiserslautern stattgehabten Volksversammlung, welche von 12— 13000 Männern besucht war, ist ein Landesvertheidigungsausschuß ernannt worden; (derselbe besteht aus 10 Personen unter dem Präsidium des Hrn. Reichard» dieser hielt noch am 2. AbendS bis in die Nacht hinein eine Sitzung und dekretirte: 1) Steuerverweigerung (Staatssteuern), 2) Rückberufung der pfälzischen Soldaten, 3) Organisation der Volksbewaffnung von 18 — 50 Jahren; — die von 30 — 50 Jahren kommen unter die Landwehr; 4j Aufforderung an die Regierung und di« Beamten zur Anerkennung der Reichsverfaffung; 5) Aufforderung an die Gemeinden, um ihre Zustimmung zu erklären; 6) Beschlagnahme der pfälzischen Staat«, kaffen; 7) Verbindung mit den angrenzenden deutschen Volks- stämmen. — München, 1. Mai. Das Parlamentsmitglied Mathy ist als Parlaments- und Centrakgewaltsabgesandter hier eingetrvffen, um nach seiner bekannten Aufgabe bei unserer Regierung letzte Schritte für die Anerkennung der Reichsverfaffung zu thun. Sr hatte bereit- Konferenzen mit de» Ministern. Er würde, bei dem unzweifelhaften festen Entschlüsse de« König« und der Mi- nister, unverrichteter Sache haben rurückkehren müssen, auch wenn der Regierung nicht der große Dortheil zur Seite stünde, den ihr die AnerkennungS- und Dankadresse von Seite einer überwiegenden Majorität der Bevölkerung Münchens darbietet. Freilich die Hauptstadt und dazu Ober- und Niederbayern, oder das eigentliche Altbayern, sind noch lange nicht das ganze Bayern. — München, 3. Mai. Das hiesige Cuirassier-Regiment hat heute Marschbereitschaft erhalten; ein Gerücht sagt nach dem - Rheinkreise. (Ein Theil der Augsburger Garnison hat denselben Befehl erhalten. Ebenso wurden hier, in Nürnberg rc. alle Beurlaubten einberufen. Die Adressen au- den Städten des Königreichs mehren sich so, Laß bald wohl der Name keiner irgend be- merkenswerlhen Stadt mehr fehlen dürfte. Auch im bayerischen Oberland, bei Tegernsee, hat eben eine Volksversammlung sich für die ReichSverfaffung ausgesprochen.) — Dresden, 2. Mai. Eine Deputation des Vaterlandsvereins hat sich heute zum Könige begeben und hatte Antwort noch auf heute zugesagt erhallen. Indessen bereits früher erfuhr das Publikum die Willensmeinung des Königs durch die Antwort, die er gegen Abend einer Deputation des deutschen Vereins, die um Anerkennung der deutschen Verfassung bat, ertheilte: „Er müsse dieselbe definitiv ablehnen und werde mit Preußen gehen." — Berlin, 1. Mai. Der gestrige Abend brachte erneute unruhige Auftritte, jedoch kein neues Blutvergießen durch das Pulver und Blei der Soldaten. Reibungen mit den Schuhmannschaften charakterisirten auch diese Vorgänge wieder, bei Lenen der Witz und die Personen der Berliner Straßenjugend die Hauptrolle spielten. — Berlin, 2. Mai. Die gestern durch den Staalsanzeiger veröffentlichte Cirkularnvte an die deutschen Regierungen ist wenig geeignet, die trüben Wolken an unserm politischen Horizont zu zerstreuen. Ihr Inhalt befremdet Wenige; die Oktroyirung einer ReichSverfaffung, die nach jener Note kaum zweifelhaft ist, war von Vielen schon seit längerer Zeit erwartet worden. Ob die Politik des gegenwärtigen KabinetS auch in der deutschen Frage siegen wird, wird hauptsächlich von dem nunmehrigen Auftreten der 29 Regierungen abhängen, die die in Frankfurt gegebene ReichSverfaffung bereits anerkannt haben. Beharren jene 29 Regierungen in der von ihnen eingenommenen Stellung zu den Beschlüssen der ReichSversammlung, so ist noch immer zu hoffen, daß Las diesseitige Kabinet seine Oktrvyirungspläne aufgeben wird. Jene 29 konstitutionelle Regierungen, getragen von den Sym- pathieen der regierten Volksstämme, werden ein gewichtiges Wort in die Waagschale der Entscheidung werfen können; bleiben sie fest in ihrer jetzigen Stellung, so wird das mächtige Preußen ihnen nachgeben müssen, eS wird nicht wagen, 29 verbundenen durch die öffentliche Meinung in ihrer Macht gestärkte» Regierungen, so wie unstreitig einem großen Theile seine- eigenen Volkes mit Gewalt entgegen zu treten. — Gestern Nachmittag 5 Uhr ist Hr. Baffermann hier eingetroffen, ob und welche Schritte er bis jetzt gelhan, ist jedoch unbekannt. — Botzen, 28. April. Sie wissen wohl bereits, daß die Friedensunterhandlungen mit Sardinien abgebrochen worden und die von Turin dazu beorderten Kommissäre bereits dahin zurück- gekehrt sind. Die bedeutende Differenz über die Kriegsentschädigung machte jede weitere Verhandlung unmöglich, Piemont wollte sich nur zu 69 Miü. Livres verstehen. Der Waffenstillstand ist zwar bis jetzt noch nicht gekündigt. (A. Z.) — Wien, 30. April. Nach der Schlacht bei Komorn und Atsch mußte die Belagerung der Festung aufgegeben werden. Die Truppen unter F.M.L. Simunich haben sich nach Raab und Hochstraß zurückgezogen, General Wohlgemuth jedoch steht noch immer auf der Insel Schütt. Die Insurgenten ihrerseits scheinen dort den Uebergang auf das rechte Donauufer aufgegeben zu haben, da ihre Hauptkolonnen über Neutra und Dioßegh gegen Preßburg vorrücken. Bei dieser letzkern Stadt sammelt sich, wie schon erwähnt, ein starkes kais. Korps, zu welchem gestern 12,009 Mann, heute 6000 Mann auf der Eisenbahn von Mähren und Böhmen aus geführt wurden. Nach einem Prival- schreiben von gestern Abend aus dem Hauptquartier, welches noch immer in Ungarisch-Altenburg war, ist Baron Weiden heute in Karlburg (eine Stunde von Preßburg auf dem rechten Donauufer). Die öffentlichen Kaffenbeamten erhielten Befehl, die Gelder von Odenburg nach Grätz zu transpvrtiren. — Bei Preßburg könnte es zu einer bedeutenden Schlacht kommen. Baron Weiden läßt auf der Ebene gegen Ivanka, auf welcher Straße die Insurgenten von Dioßegh her angerückt kommen, Verschanzungen aufführen. Er will also hier jedenfalls alle Verstärkungen und, wie man sagt, auch das russische Hülfskorps abwarten. Die Russen sind nun der Gegenstand aller Gespräche, man will sie schon übermorgen in Preßburg wissen, andere in Trentschin. Bis jetzt sind sie auf jener Seite nicht eingerückt. Jedenfalls müssen sie in starker Zahl kommen — man spricht schon von 150,000 Mann — wenn sie die durch ihre Erfolge begeisterten tapferen Insurgentenschaaren einschüchtern wollen. Oer BanuS von Croa- tien ist, ohne auf ein bedeutendes Jnsurgentenkorps zu stoßen, in die untere Dvnaugegenb eingerückt. (Er traf am 26. April in Effeg ein.) Das bei Földvar über die Donau gegangene Jnsurgentenkorps unter Vetter und Kasimir Batthyany soll aber den Banus geschlagen haben. Zwei Regimenter Kroaten seien gefangen und müssen jetzt unter den Honved gegen die Kaiserlichen zu Felde. — Ofen, 25. April. Daß die Schiffbrücke niedergebrannt wurde, ist bekannt; eS wurde in jedes Schiff ein Pechkranz geschleudert, und bald stand das ganze, Hunderttausende kostende Gebälke in Flammen, les konnte nichts gerettet werden, und wir können nun ruhig zuwarten, bis einst die Kettenbrücke fertig wird; die Schiffbrücke wird nicht mehr gebaut werden, da die Stadt, besonders unter den sich täglich drückender gestaltenden Umständen, die Kosten kaum in Jahren aufbriugen könnte. — Pesth, 26. April. In Ofen weht noch immer die schwarzgelbe, in Pest die roth-grün-weiße Fahne. In dem Koffuth'schen Regierungsblatt ist daS Haus Habsburg - Lothringen des ungarischen Thrones für verlustig erklärt. Wir sind also bis auf weiteres Republik! — Paris, 29. April. Nach den Präfekturberichten, welche da» Ministerium des Innern aus den Departement-,, erhält, werden die Wahlen sehr »monarchisch« ausfallen. Die »Rothen» werden eine bedeutungsvolle Niederlage erleiden, und ebenso die Partei des National. Die Ahnung in seinen republikanische» Hoffnungen noch mehr enttäuscht zu werden, veranlaßt diese- sonst so umsichtige Blatt, um die Freundschaft mit Elementen zu buhlen, die Marrast in den schönen Tagen seiner Schöpfung mit Hohnlächeln und Achselzucken verspottete. — D,e Glücksgöttin kehrt überhaupt den Gründern der Februarrevolution mit jedem Tage mehr den Rucken. Auch der „Bonapartische" Stern fangt gewaltig zu erbleichen an. Die alte Familienuneinigkeit stellt sich wieder ein, und der Präsident selbst fühlt sich unglücklich über die Eifersüchteleien seiner trotzigen Vettern. Der in Nom verunglückte Canino wird nun auch seine Zuflucht bei uns suchen, und dadurch den Familienzwist vermeh. ren, auf welchen Legitimisten und Orleanisten mit so vieler Zuversicht hoffen. — Paris, 1. Mai. Die Gazette des Trib. veröffentlicht 2 Aktenstücke, die bei Mitgliedern der sozialistischen Propaganda 143 mit Beschlag belegt worden seyn sollen. Zm ersten wird für den Fall eines Aufstande- vorgeschlagen: Voile Amnestie für alle po- litischen Gefangenen, Widerruf des Dekrets der provisorischen Regierung, das die politische Todesstrafe abschafft, Einstellung aller Zahlungen von Haus- und Wohnungsmiethe, Errichtung von Revolutionstribunalen in allen Gemeinden der Republik. Wer einen Paß in da- Ausland haben will, erlegt 50,000 Fr. rc. Das zweite Aktenstück geht noch etwas rascher zu Werk: „Sobald die Volksrevvlution siegreich, marschirt das Volk gegen die Nationalversammlung und erschießt die Reaktionäre. Jedes Jndi- »idiuum, das diesen Akt der Gerechtigkeit verhindern will, wird erschossen- Die Präfektur ist zu erstürmen und alle darin befindlichen Individuen niederzuschießen. Die Regierung besteht aus Triumvirn. Alle Mehl- und Getreidehändler haben gegen Entschädigung die nöthigen Dorräthe zu liefern bei Todesstrafe. Alle Gefängnißwärter, die sich hart gegen die Junigefangenen betrugen, sind zu erschießen. Alle, welche die Republik verleugneten oder sie nur aus Politik und gezwungen ««nahmen, sind zu erschießen. Alle Redakteure reaktionärer Journale sind ohne Weiteres zu erschießen. Aller und jeglicher Zins, der vom Kapital bisher gezahlt wurde, ist abgeschafft rc." — Die Gruppen an der Porte St. Denis sind noch nicht ganz verschwunden. Gestern Abend 10 Uhr machte die Polizei wieder einen starken Fang. — London, 2. Mai. Dem „Observer" zufolge werden auf Rechnung der deutschen Centralgewalt in Bristol drei mächtige Kriegsdampfschiffe erbaut. Ein britischer Seeoffizier führt darüber die Aufsicht. — In Rom brachte die Nachricht von der Landung der Franzosen in Civitavecchia ungeheure Aufregung hervor. Die Affem- blea iß in Permanenz. Das Triumvirat hält 20,000 Mann Soldaten und Linientruppen in Bereitschaft. — Die am heil. Stuhl beglaubigten Bevollmächtigten haben nach Berichten von Neapel vom 21. dem König beider Sizilien durch eine von allen Unterzeichnete Urkunde die Vollmacht gegeben, mit einem Heertheil von 6000 Mann zum Schutze der Restauration in die römischen Staaten einzurücken. Der Kommunismus von -er Geschichte gerichtet. Unter diesem Titel hat Herr Franck, das rühmlich bekannte Mitglied der Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften, ein sehr verdienstvolles Merkchen erscheinen lassen, in welchem er auS der Geschichte der gesammlen Menschheit nachweist, daß die Gütergemeinschaft, welche der Kommunismus als die höchste Form der mentchlichen Gesellschaft anpreiöt, stets mit der Knechtung und, um das Kunstwort der Sozialisten zu gebrauchen, mit der Ausbeutung des Volkes Hand in Hand ging; daß hingegen daS Eigenthumsrecht, je mehr es sich befestigte und ausbreitete, zu gleicher Zeit die Freiheit sicherte und entwickelte. Das Eigenthumsrecht ergibt sich mithin als die sicherste Bürg- schaft für die Befreiung der Massen. Es ist lohnend, den Verfasser auf seiner schnellen Wanderung durch die Weltgeschichte zu begleiten und mit ihm die Verfassungen aller historisch wichtigen Völker nach ihrem Gehalt an politischer und sozialer Freiheit zu prüfen. Nach der Betrachtung der indischen und ägyptischen Gesetzgebung kömmt er auf die spartanische Verfassung, welche als der vollendetste Typus des staatlichen und gesellschaftlichen Kommunismus gelten kann. In der Thal war hier der Boden gleich vertheilt, das Cigenthum war kein Gut und der Diebstahl kein Verbrechen. Kleidung und Nahrung, Geschäfte und Vergnügen: Alles war gleichmäßig und gemeinsam Mit dem Eigenthum war auch die Familie aufgehoben. Das Kind gehörte nicht den Eltern, das Weib nicht dem Gatten; Scham und Sittlichkeit mußten den Staatszwecken weichen. Aber wenn die strengen Gesetze schon die individuellen Freiheiten der eigentlichen Bürger auf das Aeußerste beschränkten, so waren die Sklaven, d. h. die eigentlichen ackerbauenden und gewerbkreibenden Klassen, buchstäblich den Thieren gleichgestellt. Kein Gesetz schützte ihr Leben, geschweige denn ihre Menschenwürde. Die Sklaverei der Heloten ist sprüchwörtlich geworben, und die vielgerühmte spartanische Verfassung (welche schon unser Schiller in seinem Aufsatz über die Lykurgische und Solvnische Verfassung so trefflich gewürdigt hat) wird stets als Zeugniß gelten, daß der vollendetste Kommunismus zur Entsittlichung der Menschheit führt. In der mosaischen Gesetzgebung hat der Kommunismus sich durch das Jubeljahr geltend gemacht, welches, stets nach Verlauf eines halben Jahrhundert- alles Grundeigenthum Len ursprünglichen Besitzern oder ihren Nachkommen zurückgab. Auch diese Einrichtung, welche den Cigcnthümer zum Nießbraucher herab- setzte, hat dem Aufschwung der Kultur wesentlich Eintrag gelhan. Der Kommunismus, der, in der Thal so alt wie die Welt, dem Geschichtskenner als die roheste und unreifste Form gesellschaftlicher Entwickelung erscheint, ist doch zll allen Zeiten von Schwärmern und Betrügern als die neueste Erfindung des menschlichen Geistes, als das vollendetste Staatsiteal ausposaunt wor- worden. Wie dieses System, sobald eS unter Johann von Leyden und Thomas Münzer in großartigerem Maßstabe sich verwirklichen wollte, stets vom allgemeinen Abscheu zu Grabe getragen ward, so hat es nur in kleineren, von der Welt abgeschlossenen Kreisen Dauer und Anerkennung gefunden. Ist das Leben der Mönche und der mährischen Brüder wirklich die höchste Bestimmung der Menschheit? Herr Franck verfolgt auch die Entwickelung des theoretischen Kommunismus in den Literaturen der Völker. Er zeigt uns in Platv's -Republik», in den »Utopien» deS Kanzlers Morus, in der --Sonnenstadt» von Campanella die Sklaverei als unzertrennliche Begleiterin deS Kommunismus. Besondere Aufmerksamkeit schenkt der Verfasser zweien Phi- losophen, deren geistig- Hinterlassenschaft von den neueren Kommunisten am häufigsten ausgebeutet wirb: Rousseau und Mab ly. Herr Franck erweist sehr scharfsinnig, daß Rousseau den heutigen Kommunisten gar nicht als Bundesgenosse gelten kann. Diese wollen, wie sie sagen, den Kommunismus, um die Gesellschaft fester zu gründen und zu verbessern, Jean Jacques will den Kommunismus, um die Gesellschaft zu vernichten und die Menschheit dem Naturzustände zurückzugeben. Mably Halden Kommunismus zuerst in ein abgeschlossenes, logisch vollendetes System gebracht. Aber auch dieses System kennt kein anderes Ziel der politischen und sozialen Entwickelung als Knechtschaft und Armuth. Ist diese Aussicht so lockend? Gewiß, der Kommunismus ist von der Geschichte, wie von der Vernunft, schon längst verurtheilt, und Herr Franck verdient Anerkennung, daß er diesen Richterspruch mit so vernehmlicher Stimme an das verstockte Ohr der Gegenwart trägt. Verschiedenes. ' Auswanderung nach Amerika und Australien. (Schluß.) Wir fügen hinzu, daß alle riese Naturschätze nur einen geringen Theil ihres Werthes durch den Transport einbüßen, da sie zu Wasser, d. h. auf dem ökonomischsten Wege, ausgeführt werden können- Später werden gewiß Eisenbahnen die verschiedenen Theile des Landes verbinden und sich bis zu den Küsten erstrecken, welche nicht weniger Bvrlheile darbielen, als das Innere dieses großen Kontinentes- Neu-Süd-WaleS, von der Mo- reton-Bay bis zur Mündung des Glenelgfluffes, hat 1500 Meilen Küste, an der eine Menge Häfen und Rheden sich befinden; schon erheben sich an den Hauptpunkten Dörfer und Städte, deren Namen nicht unbekannt sind und die gewiß bald sichtbare Zeichen von Industrie und menschlicher Eivilisation verbreiten werden. Ein einziger Umstand verhindert Len Aufschwung dieses schönen, vom Schöpfer jo begünstigten Landes, die Abwesenheit Derer nämlich, welche Nutzen und Vortheile daraus ziehen könnten. Bei einer zahlreichen Bevölkerung hätten die Kolonisten nicht nöthig, ihre Schafe zu lödten, sondern könnten deren Wolle gewinnen, der Ackerbau würbe blühender sein, als auf irgend einem anderen Punkte der Welt, und die mineralischen Schätze blieben nicht im Schovße der Erbe verschlossen. 3» einer Hinsicht wird die Härte der auf den Landverkauf bezüglichen Verordnungen gemildert, und zwar durch Pachtungen auf 14 Zahre zu einer jährlichen Mielhe von mindestens lO Psd- Sterl. Man nennt Las pachtweise überlassene Grundstück einen „Rail--; es ist ein bestimmtes Stuck Weideland, das hinreichend ist, jährlich 4oOO Hammel oder 640 Stück Hornvieh Nahrung zu geben. Verständige Einwanderer suchen sich einen gut bewässerten Run aus, bringen dorthin alles Vieh, daS sie besitzen oder zu oem sie nach und nach gelangen, errichten sich eine Wohnung nebst Garte» und bauen Alles, was sie zu ihren häuslichen Bedürfnissen brauche». Nach Ablauf der Pachtzeil haben die Pächter (sguAiwis) kann das Vorrecht, eine Avtheilung von 160 Acres, für 1 Pfd. Sterl. Len Acre, zu kaufe», und richten sich vorher zu dieser Zahlung em. Es ist natürlich, wenn der Boden gut ist, für sie um so vortheilhafler, das ganze Stuck Land zu erstehen, indessen muß stets die Bewässerung berücksichtigt werden; sie ist ein Hauptpunkt, die wasserlosen Landstucke haven wenig oder keinen Werth. Selbst die Flüsse sind oft ausgetrvcknet, doch bilden sich gewöhnlich zahllose Seen und Teiche neben ihren Ufern, worin sich stets Wasser befindet. Was von Australien hier gesagt worden ist, läßt sich auch zum großen Theil auf Neu Seeland beziehen, wo die Gerste und die Dohne perennirend verkommen, wo der Halm des Getreides so stark ist, daß kein Wind ihn Niederdrücken kann, und der Acre Landes 18 Malter geliefert hat; wo die Mycthe und die Fuchsia die Form eines kräftigen Baumes erreichen und die Radieschen eine unglaubliche Größe erlange». Man findet kort alle mögliche Bequemlichkeiten zur Schafzucht und eine sowohl feine als langhaarige Wolle; die Steinkohle, das Kupfer, der Braunstein komme» in llebersluß vor, mit einem Worte, es sind alle nöthigen Elemente zur Entwickelung eines kräftigen Volkes vorhanden. Das ist aber auch Alles, was dem Lande fehlt, denn die Ge? sammtbevölterung Neu-Seela»rs beträgt gegenwärtig nicht mehr als 107,000 Seelen. — Gold in Norwegen- Der Goldsand in Kalifornien hat zu ähnlichen Entdeckungen in Norwegen geführt, das bekanntlich durch seine Silberbergwerke von KongSberg seinen Reichthum an edlen Metallen bereits dargetha» hat. Ein Landmann in der Provinz Aggerhuus, Namens Ole Franz Scheiger, bot nämlich gegen Ende des Monats März einem Goldschmied i» Christiania einen Goldbarren, der nahe an sieben Unzen wog, zum Verkauf an. ES erschien dies so auffallend. Laß der Goldschmied, mit der Aussage des LandmanneS sich nicht begnügend, eine polizeiliche Ermittelung veranlaßte, Lurch welche festgestellt wurde, daß derselbe bereits vor längerer Zeit im Kirchspiele Simmer, nahe bei einem Wasserfalle, an einem Orte, welcher die "Höllenhöhle-- genannt wird, einen Stein gefunden, der ihm Lurch seinen Glanz und durch seine spezifische Schwere so auffallend erschien, daß er ihn mit nach Hause nahm und verwahrte. Als er nun vor kurzem von dem Goldfund in Kalifornien gelesen, sei ihm der Gedanke gekommen, daß auch dieser Stein Gold enthalten möge, worauf er ihn zerschlagen und den Staub in einen Schmelztiegel gethan, vermittelst dessen er jenen Barren gewann. Andere kleinere Steine, die er ebenfalls aufgelesen, haben ihm dazu gedient, kupfernen Geräthen einen Gvldglanz zu geben. Die norwegische Regierung hat nach dieser Ermittelung dem gedachten Bauern unler gewissen Bedingungen ein Privilegium verliehen, Len Grund und Boten, auf welchem er die Steine gefunden, zu bearbeiten, zu welchem Behufe er sich mit dem belgischen Konsul in Christiania, Herrn Mve, assozurl hat. Sobald der ungeheuer hohe Schnee, der jetzt die ganze Gegend bedeckt, geschmolzen sein wird, sollen die Arbeiten ihren.Anfang nehmen. — Rußland und die Zündhölzchen. 3» keinem Lande auf Gottes Erdboden sind die Steuern so sonderbar vertheilt und auf so verschiedene Gegenstände gerichtet, wie in Rußland. Vor einigen Wochen sind nun gar die im eigenen Lande fabri- zirten Zündhölzchen mit einer so hohen Abgabe belastet worden, daß es den Russen auch von dieser Seite schwer wird, Licht und Aufklärung zu erhalten- Die Steuer beträgt nahe an anderthalb Thaler auf bas Tausend, also über einen halben Pfennig auf das einzelne Zündhölzchen, und es ist demnach der Gebrauch dieses chemischen Mittels nur für Wohlhabende noch leicht möglich, während die ärmere Klasse davon ausgeschlossen bleibt. Dabei müssen wir noch folgenden Umstand erzählen, der, von diesem Lichtverbot aus, ei» trauriges Lickt auf die Sittlichkeit der Beamten wirft: Jedes Verbot von Maaren oder deren Be- fteuerung wird von höheren Beamten, lange bevor es zum öf- fentlichen Erlasse kömmt, ihren Freunden und Bekannten mitge- theilt, so daß es bald zur Kunde aller Vornehmen und Reichen gekommen ist, die ihre Maßregel» danach treffen, während die ärmeren Klaffen die Opfer der Steuer werben. Als die Abgabe von den Zündhölzchen beschlossen war, kauften sich die Reichen Vvrrath zu Hunderttausend und erhöhten schon dadurch den Preis, während die armen Klaffen von der Steuer erst erfuhren, als sie öffentlich erlassen war. Ein russischer --feiner Mann - erzählte uns triumphirend, wie er und sein« Freunde sich noch zur rechten Zeit gedeckt haben, und --wie jetzt die Kanaille gezwungen ist, sich wieder Feuer und Lickt zu verschaffen, wie es ihre Ael- tern gethan haben--- Das nennen wir noch historisches Recht und Festhalten an alter angestammter Sitte! Redigirt und gedruckt unler Verantwortlichkeit der Ehr. Fr. Müller'fchen Hvfbuchhandlung. 689 liebende Familien zu vermiethen nebst allen Bequem, lichkeiten. Nähere« im untern Stock. Spital straße Nc. 38. ist im Seitengebäude im 2. Stock ein freundliches Zimmer mit Beit und Model sogleich oder auf den I.Juni zu vermiethen. Spitalstraße Nr. 45. ist zu vermiethen: im ersten Stock 3 Zimmer mit Alkof, Küche, Keller und Zugehör gleich oder auf den 23. Juli; im 3. Stock 2 Zimmer, wovon eines aufdie Straße, im Hinterhause 2 Zimmer im 2., und 2 Zimmer im 3. Stock. Sämmkliche Zimmer find gleich zu vermiethen. Zu erfragen im Hinkerhause selbst, im 2. Stock. Waldstraße lalle) Nr. 5, ist der obere Stock, bestehend in 5 Zimmern, Küche, verrohrter Speicherkammer, Holzplatz, Keller und gemeinschaftlichem Waschhaus sogleich oder auf den 23. Juli ganz oder theilwejse zu vermiethen; auch ist daselbst im Hinterhaus eine Wohnung von 2 Zimmern, Küche und Augehör auf den 23. Juli zu vergeben. Waldstraße (alte) Nr. 29. ist ein schöner Laden (mit oder ohne Einrichtung) sammt Wohnung und nötigenfalls Werkstatte für ein stilles Geschäft, sogleich oder den 23. Juli d. I. beziehbar, zu vermiethen. Ebendaselbst ist auf den 23. Juli ein DachlogiS, au« 2 Zimmern, Küche rc. bestehend, zu vermiethen. DaS Nähere im Hintergebäude desselben HauseS. Aähringerstraße Nr. 6. ist der untere Stock, bestehend aus fünf Zimmern, Alkof, Küche, Keller, mit der Stallung, im Ganzen oder theil- weise, an ledige Herren; sodann im Hinterhaus «in Logis mit 2 Zimmern, Alkof, Küche, Keller, Holzplatz, beide sind sogleich oder auf den 23- Juli zu vermiethen. Zährinqcrstraße (neue) Nr. 11. sind im Vorderhaus 2 Logis, der 1. Stock mit 3 Zimmern, sodann ein geräumiges Mansardenzimmer auch mit 3 Zimmern sammt Zugehör, beide sogleich oder bis den 23. Juli zu vermiethen. Näheres bei Schuhmachermeister Matern, neue Herrenstraße Nc. 62., zu vernehmen. Zähringerstraße Nr. 22- ist der untere Stock zu vermiethen, bestehend in 3 Zimmern, Küche, Keller, Holzremise, auf Verlangen können im Hof zwei Zimmer dazu gegeben werden. Ebendaselbst ist der dritte Stock, bestehend in 5 tapezirten Zimmern, Küche, Keller und sonst allen Bequemlichkeiten, auf den 23 Juli zu vermiethen. DaS Nähere im zweiten Stock zu erfragen. Aähringerstraße Nr. 44. sind bis 23. Juli ^ 3 Stock auf der Sommerfelle 5 Zimmer, Küche, Keller, Speicherkammer, Amheil am Waschhaus und Trockenspeicher nebst sonstigen Bequemlichkeiten zu vermiethen, und ist Näheres hierüber nebenan Nr. 42. zu erfragen. Auch kann bis 23. Juli ein heizbares Zimmer parterre In Nr- 44. begeben werden. Zähringerstraße Nr. 50. ist im 3. Stock ein möblirtes Zimmer sogleich zu vermiethen. Zirkel (innerer) Nr. 8. (Sommerseite) ist ein schöne« Logis im 2. Stock von 7 ineinander gehenden Zimmern, sämmllich vorncnherauS, Küche, Keller, Speicherkammer, Magdkammer, Holzremise rc., auf den 23. Juli beziehbar, zu vermiethen. In einer schönen Lage der Stadt sind im dritten Stock 3 hübsche Zimmer, rornmhcrauS, nebst Küche und Zugehöc sogleich oder den 23. Juli, und im zweiten Stock ein oder zwei Zimmer an ledige Leute sogleich zu vermiethen. Das Nähere Langestraße Nr. 145- im zweiten Stock zu erfragen. Im Eck der Langen- und neuen Herrenstraße sind auf künftigen 23. Juli im 2. und 3- Stock 2 sehr geräumige Wohnungen, bestehend auS sechs ineinander gehenden heizbaren Zimmern, Alkof, Mansardenzimmer, Küche, Keller und Hvliplatz zu vermiethen, und könnte nölhigensallS Stallung und Wagenremis« dazu gegeben werden. Wegen Weg.ug von hier ist eine auf der Svm- merseite gelegene, aus 7 Zimmern nebst Erfordernissen bestehende Wohnung auf den 23. Juli zu vermiethen; desgleichen eine zweite mit 4 Zimmern, und im Seitenbau ein freundliches Zimmer, welches sogleich bezogen werden kann. Das Nähere Akademiestraße Nr. 30. zu ebener Erde. Bei Kaufmann Benedikt Höber, jun., ist in seinem alten Hause in der Langenstraße Nr. 175. der 2. Stock, bestehend aus fünf Zimmern, Küche, Speicherkammer, Holzplatz und Keller auf den 23. Juli zu vermiethen. Ein vollständig möblirteS Zimmer mit Alkof ist den 1. Juni zu vermiethen, innerer Zirkel Nr. 35., im dritten Stock. Baden. Bei einer stillen Familie sind für die bevorstehende Saison ein bi« zwei möblirte Zimmer in einer angenehmen Lage der Stadt zu vermiethen. Au erfragen im Kontor diese« Blatte«. Vermischte Nachrichten. (1) (Dienstantrag.) Es wird ein braves Mädchen, welches kochen, waschen und putzen kann, auch gerne im Garten arbeitet in Nr. 25. der Slein- straße in Dienst gesucht. (i) (Dienstgrfuch,) Ein solides Mädchen, das gute Zeugnisse besitzt, im Kochen, Putzen, Waschen und Nähen erfahren ist und sonst allen häuslichen Arbeiten vorstehen kann, sucht einen Dienst und kann sogleich eintreten- Zu erfragen Erbprinzenstraßr Nr. 8. im 2. Stock. (1) (Dienstgefuche.) Zwei Mädchen, welche gute Zeugnisse besitzen, suchen Dienste, das eine kann gut kochen, waschen, putzen, spinnen und unterzieht sich willig allen häuslichen Geschäften, das andere kann etwas kochen und ist willig in allen häuslichen Arbeiten. Da« Nähere alte Waldstraße Nr. 10. im Hintergebäude im 3. Stock. (1) (Vermißtes Wägelchen.) Es ist ein Korb- wägelchen aus einem Hof weggekommen; wer darüber Auskunft geben kann, melde es Akademiestraße Nr. 31. (1) sAaufgesuch.) Aähringerstraße Nr. 4>. wird ein gut erha ltenes Kinderwagelchen zu kaufen g esucht. Ein großer gewölbter Keller wird zu miethen g esucht. Zähringerstra ße Nc. 6 , ein « Stieg^ hoch. Anzeige. Auf dem Wochenmarkt in Karlsruhe wurden heute 2 EtuiS-Schlüsselchen mit einem weißen Bändchen zusammengehestek, gefunden. Der Eigenthümer kann dieselben gegen die Einrückungsgebühr bet dem Unterzeichneten in Empfang nehmen. Mühlburg den 5. Mai 1849. AEilhelm HemmekmcNIN, Restaurateur. Stelleantrag. Herr Heinrich Kn außist gesonnen, seine Stelle als LethhauS-Magazinier niederzulegen. Die Bewerber um diese Stelle werden daher eingeladen, sich innerhalb 14 Tagen unter Vorlage eines Leumundzeug- nisseS schriftlich anzumeldcn und zugleich zu bemerken , in welcher Weise sie die auf 2000 fl. festgesetzte Camion zu leisten willens sind. Karlsruhe den 5. Mai 1849. Grvßh. Leihhaus-Commission. I, A. d. V. L. H. Ro senfeldt. Es wird ein Kapital von 10,000 fl. gegen doppelte Versicherung auf hiesiges Bauwesen gesucht. Nähere Auskunft erthci lt das Kontor d. Blattes. Blumenstraße Nr. 7. im Seitenbau wird ein eiserner Kochheerd zu kaufen gesucht; daselbst ist ein Kunsthee rd zu verkaufen oder umzu tauschen. Weinverkanf. Karl-Friedrichstraße Nr. 21. werden reingehallene Ueberrheiner Weine, 1847rzu8kr., 1848r zu 12 kr., 1846r zu 20 und 24 kr. und Hähern Preisen per Maas in gesetzlichem Quantum verkauft. Anzeige. Von heute Sonntag den 6, Mai beginnt die größere Uebungsstunde den Sommer hindurch um halb 9 Uhr. I. K. Martin, Tanz- und Fechtlehrer, Kronenstraße Nr. 48. Privat - Bekanntmachungen. Feinster franz. Tafel-Senf (anekoio und Lstra- Kon), feine Kapern, genueser, franz. und holl. Sardellen und ächte italienische Macaroni sind wieder eingetroffen bei _Jakob Ammon. Patentirte Putzsteine. (Patent 8courinA Lrili8.) Von einem Londoner Hause ist mir die alleinige Niederlage von diesen pakentirten Putzsteinen für da- Grvßherzogthum Baden überlassen worden. ES ist dies ein im Westen von England aus einer einzig und allein dort zu findenden weißen sandfreien Erde zu Steinen geformtes Putzmittel, womit alle Metalle, alS: Messing, Kupfer, Zinn, Eisen, Stahl, Neusilber, Silber, mit. ganz geringer Mühe und in der kürzesten Zeit den feinsten und dauerhaftesten Glanz und Politur erhalten. Ich erlaube mir daher, dasselbe zur geneigten Abnahme bestens zu empfehlen. _Conradin Haagel. Mineralwasser: Emser Kränchen, Selterser, Kissinger Ragozzi, Gailnauer, Pilnaer Bitter, Schwalbacher, Saidschützer, Homburger, Fachinger, ist von ganz frischer Füllung zu haben bei Vogel Sf Meyer, Karl-Fricdrjchstraße Nr. 21. Für Turner und Bürgerwehr. Natureldrell in allen Qualitäten und verschiedenen Breiten empfehle ich zu billigen Preisen. _M. Urbino, Langestraße Nr. 98. Für die Naturbleiche in Urach wird fortwährend Leinwand und Gebild zur besten Besorgung angenommen von Karl Benjamin Gehres, _ Lang estra ße Nr- 96. _ Guter Wein- und Frucht-Essig, ächter burgunder Essig und feinstes Lilleer Salatäl vom reinsten Geschmack bei _Jakob Ammon. Geschäftsempfehlung. Ich habe mich dahier als Schreinermeister niedergelassen, und empfehle mich hiermit einer verehrlichen Einwohnerschaft unter der festen Versicherung, daß ich das mir geschenkte Zutrauen durch solide Arbeit, schnelle Fertigung und billige Preise zu rechtfertigen stets bemüht sein werde. Fr. Krattinger, wohnhaft in der kleinen Herrenstraße Nr. 15. Logisveränderung u. Empfehlung. Einem verehrlichen Publikum mache ich die ergebenste Anzeige, daß ich meine Wohnung, Langestraße Nr. 177-, verlassen habe und nun in der Zähringerstraße Nr. 70., dem Herrn Friseur Staub gegenüber, eingezogen bin. Für das bisherig« Zutrauen dankend, empfehle ich mich ferner, alle in mein Geschäft einschlagende Arbeiten aufs Beste zu besorgen. Dtto Ntundillg, Messerschmied. Logisveränderung und Empfehlung. Ich beehre mich hiermit anzuzeigen, daß ich meine bisherige Wohnung, Krvnenstraße Nr. 8., verlassen habe und nunmehr in dem Hause des Herrn Maurermeisters Schumacher, Spitalstraße Nr. 38. wohne. Bei dieser Wohnungsveränderung empfehle ich mich zugleich einem verehrlichen Publikum in allen in mein Geschäft etnschlagcnden Arbeiten zu fernerem Wohlwollen bestens. _Wil h« W arner, Kkfecmeister. Zum Ausverkauf sind bei dem Unterzeichneten zurückgesetzt: gewirkte und Sommer-ChaleS, schwarze Setdeiizeuge, Jaconets, Gingbams, Trauerartikel, Piqueröcke, sowie Pique am Stück u. s. w., was ich hiermit empfehlend anzeige. Heinrich Lang, _ Langestraße Nr. 165. Ich beehre mich hiermit anzuzeigen, daß bei mir alle Sorten Siebe, Dcalhgeflechte, Drathgewebe von Messing und Eisendrath, sowie Speisedeckel, Bienenkappen und Fechtmasken vorräthig zu haben sind. Auch werden bei mir Trommel verfertigt und Rohrsessel zum Flechten angenommen, ebenso drakhene Malzdärren aufs Billigste gemacht. Sieb- und Drathweberei von Martin Walter, Wittwe, Kronenstraße Nr. 45., am Rüppurrerthcr. 691 Regelmäßige Paquet-Schifffahrt von Antwerpen nach New-Hork. Abfahrt: am 20. Mai, Schiff P. Hattrick von 600 Tonnen, Capitain Rockwell. Nähere Auskunft und Etnschreibunq bei Ernst Glock, vor dem Rüppurrerthor. Anzeige und Empfehlung. Ich Unterzeichneter beehre mich hiermit anzuzeigen, daß ich wieder Pelzwaaren^ Tuchkleider, Teppiche rc. den Sommer über zu einem billigen Preis in Verwahrung annehme. I. F. Hauck, Kürschner, _Langestraße Nr. 187. Unterzeichneter hat die Ehre einem geehrten Publikum hiermit anzuzeigen, daß er alle Sorten Slohr (Rouleaux), neuesten Geschmacks, zu den billtasten Preisen nämlich von 3 fl. 30 kr. bis 12 u. 18 fl. anfertigt und die Muster zur gefälligen Einsicht ausgestellt hat. , _ C. Beck, Karlsstraße Nr. 12. Anzeige nn- Empfehlung. Einem verehrlichen Publikum zeige ich hiermit ergebenst an, daß ich vor einigen Tagen die Frei'sche Restauration in Mühlburg übernommen habe, und daß bei mir jeden Sonntag frisches Backwerk, gebackene Fische und sonstige gute Fleischspeisen billig zu haben sind; für gute reingehaltene Weine zu jedem Preis habe ich besten« gesorgt, und werde mich bemühen, durch reelle und schnelle Bedienung das Zutrauen meiner verehrlichen Gäste zu rechtfertigen. Mühlburg den 5 Mai 1849. Wilhelm Hemmelmann, Restaurateur. Es ist eine frische Sendung Parfümerie bei mir eingetroffen, worunter vorzügliche Pomade, Oele, EoSmetique, Bandoline-Seife, OdeurS; besonders habe ich eine Parthie Kammfett-Pomade aufgestellt, die ich billigst abgebe. L Seiler, Friseur. U Hofen- und Westenstoffe M N im neuesten französischen und englischen Ge- W schmack, ebenso eine reiche Auswahl HD M Sommer-Halsbinden 8 M sind eingetroffen und werden billigst ver- ^ kauft bet Benedict Höber jun, ^ Herrenstraße. M lbit «l'Lvoslse-Handschuhe «erden in allen Sorten und Farben zu den billigsten Preisen verkauft in der Strumpfwaarenhandlung von I. A. Ettlinger, der Müller'schen Hofbuchhandlung gegenüber. Fa^onirte u. glatte Hutbänder D empfiehlt in schönster Auswahl Ad. Dreyfrrs, Kronenstraße Nr. 19. Unterzeichnete hat hiermit die Ehre, einem hohen Adel und verehrlichen Publikum bekannt zu machen, daß sie Bettfedern mittelst einer Maschine reinigt, und dieselben billig und prompt besorgt. Friederike Siegele, Rüppurrer-Thorflraße Nr. 6. Mantillen und Visites (nach den neuesten Pariser Faxons) nebst den dazu paffenden Stoffen in Seide und Terneaux, Gimpen, Fransen und Börd- chen sind in reicher Auswahl eingetroffen bei Benedict »Höber jun., Herrenstraße. Stephanienbad in Beiertheim. Der Unterzeichnete macht hiemit die ergebenste Anzeige, daß zu jeder Zeit Tusch-, Tropf- und Regenbäder zu haben sind. F. Reich. Beiertheim. Gesang-Anzeige. Auf vielseitiges Verlangen werden sich die anwesenden schweizerischen Nationalsänger heute Nach, mittag 44 Uhr bei günstiger Witterung zum letzten Male in meinem Garten hören lassen. Wozu höflichst einladet _ I. Müller, zum Hirsch. Im Gasthaus zur goldenen Krone, innerer Zirkel Nr. 11., wird guter Oberländer Wein, der Schoppen zu 4 kr., verzapft, und über die Straße wird die Maas zu 12 kr. abgegeben. _ Bei Unterzeichnetem ist die erste Sendung Gün- tersthaler Lagerbier angekommen, weiches sehr zu empfehlen ist. _ Louis Müller, zur Harmonie. Lagerbier? wird von heute an verzapft, die Flasche zu 4 kr., bei _ H. Fels. Die erste Sendung Lagerbier ist angekommen, waS besten- empfiehlt Fried. Heid, zum PromenadehauL 692 Bei der Bierbrauer ZVeis'schen Wittwe in der Durlacherlhorstraße wird von heute an Lagerbier verzapft. _ Anzeige. Heute Sonntag den 6. dieses findet bei Unterzeichnetem Tanzmusik statt, wozu höflichst einladet _M M annhcrrd, zum Augarten. Beiertheim. Bei Unterzeichnetem findet heute Tanzbelüstigung statt, wozu höflich einladet F. Reich, zum Skephanienbad. Bürgerwehr. 3. und 4. Compagnie. Nach einer Mitlhei- lung des Heerschaar-Commando's können die Schießstande auf dem großen Exerzierplatz gegenwärtig nicht benützt werden, weßhalb das auf Montag projeclirle Scheibenschießen auf kurze Zeit verschoben werden muß. Dagegen findet aber am gleichen Abend, nämlich Montag den 7. d., Abends 6 Uhr, das besprochene freiwillige Ausrücken statt. Ausrüstung wie am verflossenen Donnerstag. Aufstellung um Z6 Uhr vor dem Ludwigsthor Die Mannschaft wird cingeladen, sich recht zahlreich einzufinden. Die Hauptleut e. Unsere Kameraden, die Bücgerwehrmanner Darmstadts, haben am 30. v. M- feierlich gelobt, mit Gut und Blut für die von unserer Nationalversammlung verkündete Reichsverfassung einzustehen. Zn Gießen ist die dortige Bürgerwehr aus die Reichsverfassung bereits beeidigt und die Beeidigung der Bürgerwehren aller übrigen Orte Hessens beantragt worden, was auch, wie die öffentlichen Blatter melden, in andern deutschen Staaten, z. B. Sachsen und Bayern, geschehen ist. Deshalb, und Angesichts der nunmehr offenkundig durch die Politik der größer» Kabinette auf's Höchste bedrohten Errungenschaften der vorjährigen Erhebung, glauben wir, daß auch bei uns keinen Augenblick mehr gesäumt werden darf, dem Beispiel Hessens zu folgen und daß es der Bürgerwehr unserer Vaterstadt, die sich immer für Aufrechthaltung der Parlamentsbeschlüsse ausgesprochen hat, nur zur Ehre gereichen kann, unfern übrigen badischen Kameraden mit gutem Beispiel voranzugehen. Wir laden deshalb unsere Kameraden auf heute Sonntag Nachmittag S Uhr in das Lokal oeZ Promenadehauses zu einer vorläufigen Besprechung der erforderlichen «chritte, welche zu dem gedachten Ziele führen, freundlichst ein. Karlsruhe den 6. Mai 1849 _Mehrere Bürg erwehrmänner. Einladung. Da unser Rundschreiben in letzter Woche nicht mehr allen Wehrmannern der 1—4, 9 —12. Compagnie, des Scharfschützen- und Artillerie Corps zu- gestellt werden konnte, so wiederholen wir unter Bezug darauf unsere Einladung an alle Wehrmänner, sich behufs der Bildung eines allgemeinen BÜk- gerwehr-Sängerchors Montag den 7. Mai, Abends 8 Uhr, im obern Lokale des Museums zu versammeln. Karlsruhe den 5. Mai 1849. Der Oerwaitungsralh des öängerchors des II. Äanners. Großherzogliches Hoftheater. Sonntag den 6. Mai. 72. AbonnementSvor- stellung. Zweite Ablheilung. Kean, oder: Genie und Leidenschaft. Schauspiel in 5 Akten, nach A. Dumas von Herrmann. Montag den 7- Mai. 73- Abonnementsvorstellung. Erste Abtheilung. Prinz Eugen der edle Ritter. Oper in 3 Aufzügen von Gusta.» Schmidt. Fremde. In hiesigen Gasthöfen. Darmstädter Hof. Herr Ofsinger, Part. v. Weißenburg. Hr. Braumann, Kaufm. v. Miltenberg Hr. Schiller, Part. v. Kempten. Hr. Groseiler, Rentier a. Italien. Hr. Kiefer, Kand. v. Freiburg. Deutscher Hof. Herr Büllder. Klm- v. Bieberich. Hr. Maier, Part. v. Ulm. Hr. Schneider, Kaufm. von Heidelberg. Hr. Braun, Kfm. v. Offenbach. Hr. Wetzet, Kfm. v. Kassel- Hr. Theobald, Part. v. Colmar. Englischer Hof. Herr Mauz, Kfm. von Eßlingen. Hr. Brouchart, Rent. v. Toulouse. Hr. Reinberg, Part, v. Antwerpen. Hr. Klaßner, Amtsrevisor mit Fam. von Breiten. Hr. Knoblauch, Kfm. v. Frankfurt. Hr. Lenz, Kfm. v. Pforzheim. Hr. Stapf, Kfm. v. Gmünd. Herr Hasselenburg, Kfm. v. Montjoie. Hr. Burdurt, Kaufm. u. Herr TrLtschler, Part. v. Lyon. Erbprinzen. Herr v. Tornow m. Bed- v. Berlrn- Hr. Sreinthal, Rent. v. Hamburg. Hr. Ballpillot mit Gat. v. Mainz. Hr. Graf, Kaufm. von Hanau. Herr Eonsbenk, Kfm. v- Köln. Hr. Srierler, Part, m- Fam. v. Stuttgart. Hr. Schäfer, Kaufm. v. Buchau. Herr Weiß, Park. v. Burgdors. Goldenes Kreuz. Herr Schuter, Rent. v. Offenburg. Hr. Hirsch, Kfm. v. Offenbach. Hr- Kuhn, Kfm. v. Heidelberg- Hr. Bodinger, Rent- v. Darmstadt. Hr. v Jäger, Gutsbesitzer v. Stettin. Hof von Holland. Herr Baron D'Hailly mit Fan^v. München. Hr. Sailer, Kaufm. v. Darmstadt. Ritter. Mad. Schneider mit Sohn von Straßburg. Hr. Dreher v. Jnsbruck- Hr. Votteler, Kfm. v- Reutlingen. Hr. Kamerle v. Eichstädten. Herr Kämler von Gemmingen- Rothes HanS. Herr Gronacker, Part. v. Boges- heim. Hr Braun, Stud. v. Freiburg. Hr. Fuhrmann, Part. v. Straßburg. Hr. Lehrer, Part. v. Basel. Stadt Pforzheim. Herr Jäger, Gastwirth von Elkenheim. Hr. Weber u. Hr. Reis. Hdl. v- Gailingen. Hr. Großlich, Hdm. v. Thurgau. Hr. Serwing, Gastw. v. Neustadt. Hr. Raminger, Oek. von Staufen. Herr Engelmann, Hdm. v, Schiltach. Hr. Krieger v. Kandel. Zum weißen Bären« Hr. Sievert, Part. v. Wald- kirch. Hr. Allinger, Kfm. von Speier. Hr. Schnetzler, Kfm v. Jsny. Hr. Speitz, Part. v. Straßburg. Zähringet Hof. Herr Graf v. Lafondre v. Paris. Hr. Gotischenberger, Kfm. v. Heilbronn. Herr Bemolt, Apotheker v. Basel. Hr Ziel!, Kfm. v- WormS. Herr Bratz, Kaufm. v- Böblingen. Herr Fuchs, Kaufm. von Kempten. Hr. Peters, Kfm. v. Mainz. Hr. Krupmann, Kfm. v. Elberfeld. Hr. Keller u. Hr. Diebold, Offiziere v. Landau. Hr Faßling, Fabr. von Neuenburg. Herr Semilor, Rent. v. Frankfurt. In Privathäusern. Bei Hrn. Pfarrer Kessel: Frau Amtsreoisor Klein v. Adelsheim. — Bei Herrn Rechnungsralh Fieß: Frau Postmeister Ratzel v. Stockach. — Bei Hrn. Regierunqs- revisor Müller: Hr. Amtsrevisor Müller v. Sk. Blasien. — Bei Hrn. Direktor Böhme: Hr. Physikus Komm v. Hornberg. Redigirl und gedruckt unter Verantwortlichkeit der Ehr. Fr. Müller schen Hofbuchhandlung.