88 Sonntag nack ingſten, der in dieſem Jahre auf den iſt in der chriſtlichen Kirch r heiligen Dreieinigkeit ge⸗ 0 eſt der heiligen Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit entſtand ſchon früh aus Oppoſition geg ie Unitarier, die den heiligen Geiſt als eine der drei Perſonen Gottes nicht anerkennen wollten, aber erſt im Jahre 1260 wurde auf dem Konzil zu Arles verordnet, daß die Feier der heiligen Dreieinigkeit, der Trinität, allgemein am erſten Sonntage nach Pfingſten begangen werden ſollte, um dem Glauben an den drei⸗ einigen Gott neue Stärke zu verleihen. Da eigentlich jeder Sonntag als Tag des Herrn der Verehrung der heiligen Dreifaltigkeit gewidmet iſt, ſo erhielt alſo dieſer Sonntag eine beſondere Bedeutung, die dann in der Bezeichnung goldener Sonntag oder Güldenſonntag für ihn zum Ausdruck kam. Dieſe Benennung hat ſich in einigen Gegenden unſeres Vaterlandes bis zum heutigen Tag erhalten, ſie wird aber bekanntlich heute in ganz anderer Bedeutung gewöhnlich auf den letzten Sonntag vor Weihnachten angewandt. In Thüringen, Franken und noch in anderen Landſchaften hütet man ſich beſonders davor, den Dreifaltigkeitsſonntag durch Nähen oder Flicken zu entweihen. Nach dem Volksglauben zieht dies die Gefahr des Blitzſchlages nach ſich. So wird aus der Gegend von Schweinfurt erzählt, ein Bauernburſche habe ſich an dieſem Sonntage einen Knopf an ſein Beinkleid angenäht. Als er nun am nächſten Tage dem Fiſchen oblag, habe ihn ein plötzliches Gewitter überraſcht, vor dem er ſich nur dadurch habe retten können, daß er geſchwind das bewußte Beinkleid auszog und es in das Waſſer warf. Dort habe der Blitz tat⸗ ſächlich das Beinkleid getroffen. Kinder, die an dieſem Sonntag geboren werden, gelten als ganz beſondere Sonntagskinder, und es ſoll ihnen namentlich die Gabe, Geiſter zu ſehen, verliehen ſein. An dieſem Tage ſoll auch die berühmte Wunderblume erblühen, und zahlreiche Sagen berichten von Bergen, die ſich am goldenen Sonntag öffnen, von Jung⸗ frauen, die dann erlöſt und von Schätzen, die dann gehoben werden kön⸗ nen. Während ſich in der katholiſchen Kirche als Bezeichnungen für die⸗ ſen Sonntag die deutſchen Benennungen Dreifaltigkeitsſonntag, Feſt der heiligen Dreifaltigkeit uſw. faſt völlig eingebürgert haben, hält die pro⸗ teſtantiſche Kirche allgemein noch an der halblateiniſchen Bezeichnis Tri⸗ nitatis⸗Sonntag feſt. Von dieſem Sonntag ab zählen die Proteſtanten die folgenden Sonntage bis zum Schluß des Kirchenjahres, während die Katholiken bei dieſer Berechnung der Sonntage das Pfingſtfeſt zu⸗ grunde legen. In dieſem Jahre fällt der letzte Sonntag des Kirchen⸗ jahres, der nach der proteſtantiſchen Rechnung der 25. Sonntag nach Trinitatis oder in der katholiſchen Bezeichnung der 26. Sonntag nach Pfingſten iſt, auf den 25. November. Mit dem nächſtfolgenden erſten Adventsſonntag, der in dieſem Jahre auf den 2. Dezember fällt, beginnt das neue Kirchenjahr. Buntes Allerlei. Das Kino zur Erhaltung des Friedens. . Der amerikaniſche„Kinokönig“ D. W. Griffith, der als erſter Kriegshelfer aus den Vereinigten Staaten nach England eilte, gibt jetzt in der„Daily Mail“ verſchiedene Eindrücke und Anſchauungen wieder. Natürlich leitet auch er ſeine Erörterungen mit einer unbändigen Eng⸗ landbewunderung ein, doch im weiteren Verlaufe des Artikels ſcheint er öfter ſeine Pflicht zu vergeſſen. So mutet es etwas unfreiwillig ko⸗ miſch an, wenn der Amerikaner an den engliſchen Soldaten vor allem ihren außerordentlich fr gl — D 3 9 1 * riedlichen Sinn rühmt, da die engliſche Heeres⸗ leitung hieran woh ſicherlich bedeutend weniger Freude haben dürfte. Am intereſſanteſten jedoch werden die Betrachtungen des Herrn Grif⸗ fith dort, wo er Politik und Filmweſen miteinander verknüpft. Seiner Meinung nach iſt nämlich dieſer gewaltige Krieg nur darum gekommen, weil die jetht feindlichen Nationen in nicht genügendem Maße die fried⸗ lichen Propagandamöglichkeiten des Films auszunützen verſtanden. Wenn man im Sommer 1914 in ſämtlichen Lichtſpieltheatern die Schrecken des Krieges vorgeführt hätte, wäre es nie möglich geweſen, daß die Trup⸗ pen zum Kar uszogen. Darum ſei es notwendig, wenigſtens nach Kriegsſchluß, d zerſäumte nachzuholen, denn nur ſo könne der Welt⸗ riede dann mit Sicherheit aufrechterhalten werden. Was die Neuerdings mehren ſich die Berichte von denen man entnehn un, mit welcher verzweifelte die Engländer ihre geſcheiterten Offenſiven der letzten zwei M Werk ſetzte. Man ſucht in England mit Stolz darzulegen, wievie Mühe und Kraft man aufgewandt hat, und ſcheint zu verg⸗ daß man hiecdurck dem Standhalten der Deutſchen ein um f ausſtellt. Wie jetzt der engliſche Generalſtabsche bertſon erklärte, hat die britiſche Armee an der We in den letzten behn Wochen 200 000 Tonnen Munition jeden Kalib erſchoſſen. Zu Rotdürftigen Herſtellung der wichtigſten zerſtörten Straßen und de ufuhrwege wurden 50 600 Tonnen Steine verbraucht. Aus dieſen Zif⸗ jern geht der Mißerfolg der Engländer im Weſten mit ſchlagendſter deutlichkeit hervor. Die Sonne als Herd⸗Erſatz. Die Heizmittelnot hat einen Bauern in Frankreich zur Erfindung Eines ſeltſamen Herd⸗Erſatzes veranlaßt. Wenn man z. B. Gemüſe ko⸗ 9El ſchen will, ſo tut man es nach dem neuen Rezept mit dem dazu gehörigen + L Waſſer in eine flache Schüſſel, ſtülpt darüber eine große Glasglocke, ſtellt das Ganze an einen ſonnigen Platz und wartet, bis das Gemüſe gekocht iſt. Da die gewölbte Form der Glaskugel gewiſſermaßen wie ein Brennſpiegel wirkt, ſoll man auf dieſe Weiſe ein Gericht im Ver⸗ laufe einer halben Stunde fertig kochen können. Dieſe außerordentliche Erfindung hat den Namen„Senegal⸗Glocke“ erhalten, wahrſcheinlich, um den Eindruck afrikaniſcher Hitze hervorzurufen, Auf welche Weiſe man aber im Winter den geheizten Herd erſetzen ſoll, bleibt noch immer eine unbeantwortete Frage. — eitere Ecke. Engliſcher Humor. Aeußerſt witzig glaubt„The London Opinion“ zu ſein, indem es den folgenden Geiſtesblitz des engliſchen Fliegerhelden Robinſon(lder ſich übrigens heute in deutſcher Gefangenſchaft befindet) erzählt: Robinſon ſaß mit einigen Freunden in einem Londoner Gaſt⸗ haus beim Mittageſſen und beſtellte einen Hummer. Der gebrachte Hummer hatte jedoch nur eine Schere, und auf eine Bemängelung diefes Zuſtandes erklärte der Kellner:„Sie werden wiſſen, daß der Hummer ein kriegeriſches Tier iſt. Dieſer hier hat eben im Kampf eine Schere eingebüßt.“„Nun wohl“, erwiderte Robinſon,„dann nehmen Sie ihn fort und bringen Sie mir den Sieger.“ Der Witz iſt ſicherlich nicht ſchlecht, nur ſchade, daß man ihn bereits vor einem Jahrzehnt in den deutſchen„Fliegenden Blättern“ leſen konnte. Die Müuchner„Jugend“ veröffentlicht in ihrer neueſten Num⸗ mer die folgenden Scherze: Die Kompagnie arbeitet an einem langen Verbindungsweg auf einer vielgenannten Höhe. Die Arbeit iſt ſchwer; die Leute ſind müde. Einzelne Leute ruhen ſich, auf dem Grabenrand ſitzend, aus. Da unterbricht der Spaßmacher meines Zugs die Stille der Nacht mit den Worten:„Wenn das Luder, der Adam nicht in den Appel gebiſſen hätte, dann ſäßen wir jetzt alle im Paradies.“ Bei der letzten Beſtand zaufnahme kommt die Prüfungskommiſſion in ein ſchleſiſches i Ein Wachtmeiſter ſucht vergebens nach den Beſitzern und erblickt endlich einen Jungen, den er nach der Mutter fragt. Ganz treuherzig antwortet der Kleine!„Die Mutter is krank, ſe liegt im Bett uff'n Mehl.“ Aus der„Kriegszeitung der 7. Armee“: Raucher:„Mit jedem Tag ſteigt die Zigarre, die ich noch für zehn Pfennige eingekauft habe, im Preis, ſagt der Händler! Ha, wird das ein Genuß werden— die rauche ich erſt, wenn ſie fünfzig Pfennige koſtet!“ Um einer Anzahl nach Deutſchland fahrenden Leuten trotz der unregelmäßigen Zugverbindung das lange Warten gu erſparen, ſchickt der Zahlmeiſter ſeinen Burſchen zum Bahnhof.„Sehen Sie mal zu, wann der nächſte Zug abgeht“, lauten ſeine Worte. Nach vier Stunden kommt der Unglückswurm von dem kurzen Gang zurück. Zu ſeiner Enk⸗ ſchuldigung ſagte er:„Arg lang hat's gedauert; aber der Zug iſt erſt 17 vor zehn Minuten abgefahren! 5 8 2 + Heimkehr vom nächtlichen Schanzen. Windzerbogene Pappelreihen Laufen quer durchs grüne Flandern. Und zu zweien und zu dreien Wir die Straße heimwärts wandern. Müde trotten wir hinunter Sonder Zeit und ſonder Eile. Bald wird ſchon der Morgen munter, Schießt die erſten Sonnenpfeile. Heimwärts tragen wir im Innern Bilder aus des Krieges Nächten. Manche Nacht gab ein Erinnern, Das wir niemals miſſen möchten. Manche Nacht, da wir die beſte Kraft dem Vaterland gegeben Unter Gottes Sternenveſte, Warb und gab uns neu das Leben. Doch nun ſteigt aus Nacht und Sorgen Golden über Nebelſtrichen Junger klarer Frühlingsmorgen. Stilles Träumen iſt gewichen. Horch! Harmonikaerklingen! Irgendwer ſingt keck ein Lied. Und bald alle Schanzer ſingen; Raſcher die Kolonne zieht. Lämmerwölkchen purpurfarben Weben ſich in blaue Seide Und aus goldnen Sonnengarben Krönt der Lenz ſich mit Geſchmeide, Windgebogne Pappelreihen Sanft ein armes Dorf umhegen. Und wir ziehn zu zwein und dreien Singend dem Quartier entgegen. Unteroffizier Fritz Sartorius (in der Kriegszeitung„An Flanderns Küſte“). Rotationsdruck und Verlag von Carl Pfeffe r in Heidelberg. Verantwortlich für die Redaktion D6. AUfred Lauick in Heidelbera 4 wochentliche Anterhaltungs· 7 ——————— Nr. 22. Samste Vom alten Burgtheater. Von Rudolf K. Goldſchmit. Zu keiner Zeit hat im deutſchen Sprachgebiet ein Theater eine ſolch vorherrſchende, tonangebende, angeſehene und gerade durch ihre Traditionstreue vornehme Stellung eingenommen, wie in der erſten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Wiener Burgtheater. Das Théätre français, das dem Burgthegter ja bei der Gründung offen⸗ ſichtliches Vorbild war, kann dennoch nicht zum Vergleich herangezogen werden. Wohl blickt die Pariſer Bühne auf eine längere Vergangenheit zurück und war in weiterem Sinne die Bühne des franzöſiſchen Rei⸗ ches. Aber dieſe Stellung war ſchon dadurch leichter gegeben, daß Pa⸗ ris Kunſt⸗ und Kulturzentrum Frankreichs iſt, während Wien inmit⸗ ten eines ſchönen Kranzes deutſcher Städte ſteht, die alle aus eigenem engerbegrenzten Kulturboden erwachſen ſind und ſelbſt eine eigenge⸗ prägte Theaterkultur haben, wie Hamburg, Berlin, Weimar, Leipzig, München, Mannheim. Und doch blieb die Stellung des Burgtheaters als erſter deutſcher Bühne lange unbeſtritten, und noch heule blicken alle deutſchen Dramaturgen und Leiter der Privat⸗ und meiſten Hof⸗ bühnen mit mehr oder minder großer Hoffnung und Sehnſucht nach Wien, und ſo oft der Direktorenſtuhl in der Burg frei wird, werden die beſten Namen der Bühne und der Literatur unter den Anwärtern auf dem Direktorenpoſten genannt. Alte Freunde der Burg zwar meinen, ſeit die Kunſt in das neue Haus gezogen, ſeit jenen 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts ſei die Vormacht des Burgtheaters gebrochen, und ſie weiſen auf die Triumphzüge der Meininger, auf Bayreuth und München(Geſamtgaſtſpiele), auf Brahm und Reinhardt hin. Aus der Führerin iſt eine Mitſtreiterin geworden, die freilich noch immer in der allererſten Reihe ſteht. Die Literatur über das Burgtheater iſt reich, und ſelbſt Goethes Weimarer Theater iſt trotz Goethegeſellſchaft und Goethephilologie nicht ſo oft und eingehend gewürdigt worden wie das Burgtheater. Groß und umfangreich iſt die Buchliteratur, faſt unüberſehbar die Zahl der in Zeitſchriften und Zeitungen erſchienenen Aufſätze. Aber wie freundlich der Theaterfreund dennoch jedem neuen Werk begegnet, zeigt der Um⸗ ſtand, daß die jüngſte im Kriege erſchienene Mononkupbie bereits in kurzer Zeit drei Auflagen erlebte. Was Richard Smꝛkal in ſeinem Erinnerungsbuch„Vom alten Burgtheater“(Verlag Anton Schroll u. Ko., Wien) bringt, iſt zwar nicht, wie der Herausgeber meint, etwas methodiſch Neues. Denn Monty Jacobs hat vor einigen Jahren in ſeiner„Deutſchen Schauſpielkunſt“ dieſelben Wege beſchritten. Kein abgerundetes Geſchichtswerk ſoll das Buch ſein, vielmehr hat Smekal verſucht, aus zeitgenöſſiſchen Berichten, Kritiken, Biographien, Proto⸗ kollen und ähnlichem Material eine Art Chronik zuſammenzuſtellen, die nicht vom rückblickenden Hiſtoriker, ſondern vom betrachtenden und be⸗ 1 gleitenden Zeitgenoſſen, Freund oder Kritiker aufgezeichnet iſt. Gerade die Kunſt der Bühne kann nur vom Mitlebenden ſcharf und getreu um. faßt werden. Die 0 eines Theaterabends iſt immer auf die Kritik angewieſen und wenn die Nachwelt heute doch„dem Mimen Kränze flicht“, dann hat er dies weſentlich dem böſen Kritiker zu danken. Smekals Buch iſt ein Ehrenmal für das Burgtheater Künſtler. Es entzieht reiches, manchmal ſogar amüſantes P Vergeſſenheit. Wir machen die erſte Sitzung des Regiekol und ergötzen uns an den Vorſchriften und Geſetzen,„nach welchen die Mitglieder des K. K. Nationaltheaters zu halten hab S in den erſten Jahren ſeines Beſtehens erfreute ſich das Burgtheat weitgehender finanzieller Unterſtützung. Im Jahre 1781 kamen die geſamten Unterhaltungskoſten auf rund 100 000 Gulden. Aus den In⸗ ſtruktionen des Wiener Theaterzenſors Hägelin, 1795, werder wir belehrt, daß auf die Bühne weder irgendwelche Religionsperſoner gebracht, noch auch Begebenheiten aus der Geſchichte des Erzhauſes auf⸗ geführt werden dürfen,„deren Ausſchlag dieſes Regenten nachteilig war, 3. B. die Empörung der Eidgenoſſenſchaft, item der Schweizer Held Wilhelm Tell, item die Rebellion der vereinigten Niederlande.. Hin⸗ richtungen der Regenten können in monarchiſchen Staaten nicht aufs Theater gebracht werden Nie muß der Tadel auf ganze Nationen, auf ganze Stände, beſonders auf die vornehmeren() und den obrigkeitli⸗ chen Stand überhaupt fallen. Perſonen männlichen Geſchlechts können der Tugend Schlingen legen, Verſuche u. ſträfliche Anträge machen; allein ein Frauenzimmer kann nie, wäre es auch nur zum Scheine, einwilli⸗ gen... Die Zenſur hat auch darauf zu fehen, daß nie zwey verliebte Perſonen miteinander allein vom Theater abtreten.“ So ſorgſam hü⸗ tete man die Moral. Ueberhaupt, meint der gute Hägelin, gilt die Re⸗ gel,„daß die Tugend allzeit liebenswürdig, das Laſter aber allzeit ver⸗ abſcheuungswürdig erſcheinen muß.“ Recht hübſch lie der öſterreichiſch 1 1 1 beim Betreten des Theaters damit überraſcht wurde, daß das„vom Hecrr Lorenz Leopold Haſchka verfertigte und von dem berühmten Doktor der Mu⸗ ſik Joſeph Haydn komponierte Volkslied“„Gott erhalte Franz den Kaiſer“ abgeſungen wurde. In allen Theatern der Donaumonarchie erklang an dieſem Tage, dem Geburtstage dezs Kaiſers, das Lied. „Von Kombert bringt Smekal die Kritik der Erſtaufführung des „Erbförſter“:„Den Namen des jungen Dramatikers, der geſtern zum erſten Male von einem großen Teil unſeres Publikums auf dem Thea. terzettel geleſen ward, ſollte ſich die Kritik merken und in ihr rotes Buch einſchreiben. Er nennt ſich Otto Ludwig aus Eisfeld.“ So wird ver⸗ Weu Vergangenheit in dieſen Blättern lebendige Gegenwart. Baron zergers ſchöner Epilog, für die letzte Vorſtellung im alten Haus ge⸗ dichtet, macht den würdigen Beſchluß, des 260 Seiten ſtarken Bandes. Bekannte und unbekannte Namen haben an dem Buche mitgearbeitet, und unter den paar Dutzend vortrefflichen Abbildungen findet det Freund deutſcher Theatergeſchichte manche werwolle Seltenheit. Daß dieſes Friedenswerk gerade jetzt erſcheint und— gekauft wird, iſt jeden. falls ein ehrendes Zeichen verlegeriſchen Wagemuts und energiſchen deutſchen Kulturwillens. Die Jukunft der deutſchen Bühne. Uns wird geſchrieben: Eine der erfreulichen Wirkungen der Kriegszeit beſteht unſtreitig darin, daß viel Regſamkeit geweckt wurde, um eine Löſung von Fragen zu verſuchen, die früher immer von neuem auf die berühmte„lange Bank“ geſchoben vurden. Selbſtverſtändlich folgt auch hier jedem Licht ſein Schatten: Uebereifer und einſeitige Stel⸗ lungnahme treten leicht in Erſcheinung. Immerhin iſt es begrüßens⸗ wert, daß man ſich über Dinge ausſpricht, die in der Ruhe des Friedens allzu bequemer Nichtachtung anheimfielen. Neue Intereſſen bekunden ſich heute auf den verſchiedenſten Gebieten, der Begriff„Neuorientie⸗ rung“ iſt ein Schlagwort geworden. Ein von vecſchiedenartigen Stand⸗ punkten beſonders intereſfantes Problem, das neuerdings immer leb⸗ hafter erörtert, immer gründlicher durchgepflügt wird, iſt das der„Zu⸗ kunft der deutſchen Bühne“. Es begann damit, daß hinſichtlich des Spielplanes unſerer? die beſtehenden nationalen Gegnerſchaften berückſichtigt werden Bald darauf erſcholl von Berlin aus die Frage:„Wo bleiben die ju deutſchen Dramatiker?“ Beide Fragen erweckten allſeitig lauteſtes das heute noch forttönt. Sie ſind voneinander untrennbar ge tatſächlich beſtehen ja auch n die engſten Wechſelw Was den Theaterſpiel betrifft, ſo wur die ſtreng die freiſinnigſten Meinungen laut. V it iſt, daß es auf keinen lÜ beim Alten bleiben ſoll. In 6 Friedensjahren durfte chlechte ausländiſche Dramatik ſich in Deutſchland ſo breit machen, daß in einem unſtatthaft beſcheidenen Hin⸗ deutſchen Autorer 1 6 3 ſoll und kann ſich im neuen Frieden nicht ſcheint die Aufforderung zu einem Boykott d italieniſcher moderner Bühnenwerke ohne liger verfehlt, die- genannte ſi ſe Bevorzu⸗ iebsle und Theaterd ren werden nur mit dem objekti tmaßſtabe . Wirklich wertvolle Kunſt auch nach ert den Weg aus dem jetzt feindli 15 Kunſt iſt doch wohl über f etvachten, und mits EA iuß nicht verzichten dies mit der Zukunft der deutſe Bühne Indem wir den„feindlichen tücken gegenüber uns von rein n Geſichtspunkten leiten laſſen, werden wir auch der eigenen“ uk jegenüber immer kritiſ ſche Schwank verl erfolg zur mung, zog über kurz oder ſchen S ch ſi Der äußerlich ſichtbare Bühne wird gegenwärtig ha ͤ von dem alten er eutſcher Schriftſteller, dem ſich die be⸗ währten kleineren aniſ en angeſchloſſe ab und von dem neuen„Verband zur Förderung deutſcher Theater tr“. Auf ſeiner letzten öffentlich geführten Beratung trat der Schutzverband für eine Stellunanabme nach den oben geführtau Mriusinlan al a G Stellunanahme na⸗ —— 0 ochte, 1 2nes m Ja 32 Uhrh mens — Segcg.2 2 SDο 6 5 * 2 Ren, 1 3 S 22 löſ Abl Ab Jun⸗ un — von i ttern it O 2— ngſo 23 8 * ˙ Handa