Nr. 2. 1903. 10. Februar. Mitteilungen des Geſamtvorſtandes des Badiſchen Landesvereins vom Roten Kreuz. Erſcheint nach Bedarf. Geſchäftsſtelle: Karlsruhe, Gartenſtraße 47. Seine Majeſtät der Kaiſer hat unterm 27. Januar d. J. gnädigſt geruht, nachſtehenden Perſonen, welche innerhalb des Badiſchen Landes⸗ vereins vom Roten Kreuz tätig ſind, Auszeichnungen zu verleihen: Die Rote⸗Kreuz⸗Medaille dritter Klaſſe: dem praktiſchen Arzt Dr. Karl Baumann in Schwetzingen, dem Schuhmachermeiſter Friedrich Brendlin in Konſtanz, dem Feldhüter Martin Henny in Wiesloch, dem praktiſchen Arzt Wilhelm Vogt in Königshofen, dem Sekretär Richard Wentz in Karlsruhe. Karlsruhe, den 28. Januar 1903. Der Geſamtvorſtand des Badiſchen Landesvereins vom Roten Krenz. Badiſcher Landesverein vom Roten Breuz. Mit Allerhöchſter Staatsminiſterial⸗Entſchließung vom 27. November 1902 Nr. 1206 hat der Badiſche Landesverein vom Roten Kreuz die Genehmigung zur Veranſtaltung einer Geldlotterie erhalten, welche den Zweck hat, eine wirkſame Vorbereitung der freiwilligen Krankenpflege für den Kriegsfall zu fördern Insbeſondere ſollen durch die Lotterie weitere Mittel gewonnen werden, um die Vereine und Sanitätskolonnen unter dem Roten Kreuz in ihrer Tätigkeit zu unterſtützen, die vorhandenen Beſtände an Be⸗ kleidungs⸗ und Ausrüſtungsſtücken für das Perſonal der freiwilligen Krankenpflege zu vermehren und die Ausbildung von Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern, deren Zahl bei weitem noch nicht ausreicht, in erhöhterem Maße durchführen zu können. Die Lotterie findet in zwei Ziehungen und zwar die erſte am 7. März 1903, die zweite im Frühjahr 1904 ſtatt. Jede Ziehung umfaßt 120 006 Loſe mit 3388 Gewinnen im Be⸗ trage von 44000 M.; der höchſte Gewinn iſt 15 000 M. Preis des Loſes 1 M., 11 Loſe 10 M. Der Vertrieb der Loſe iſt der Lotterie-Generalagentur von J. Stür⸗ mer in Straßburg i. E., Langeſtraße 107, übergeben worden. Wir erſuchen die unter dem Roten Kreuz im Lande tätigen Vereine und Sanitätskolonnen, den Vertrieb der Loſe nach Kräften unterſtützen zu wollen. Karlsruhe, den 20. Januar 1903. Der Geſamtvorſtand. Un die Männerhilfsvereine und freiwilligen Fanitätskolonnen. Der Kaiſerliche Kommiſſar und Militärinſpekteur der freiwilligen Krankenpflege hat mit Rundſchreiben vom 9 Januar d. J. Nr. 21 ein vereinfachtes Muſter für die von den Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz aus Veranlaſſung größerer von dem Herrn Landesdelegierten genehmigter Uebungen aufzuſtellenden Rapporte mitgeteilt. Indem wir nachſtehend dieſes Muſter zu den Rapporten bekannt geben, erſuchen wir ergebenſt, künftig für die bei den von dem Herrn Landesdelegierten genehmigten Uebungen aufzuſtellenden Rapporte das vereinfachte Muſter an Stelle des mit diesſeitigem Schreiben vom 15. Mai 1902 Nr. 371 mitgeteilten verwenden und nach ſtattgehabter Uebung den Rapport, wenn derſelbe nicht einem der Uebung beiwohnenden Mitglied des Geſamtvorſtandes oder des Präſidiums des Badiſchen Militärvereinsverbandes bezw. dem bei der Uebung etwa anweſenden Herren Landesdelegierten oder einem Vertreter desſelben überreicht wurde, an uns einſenden zu wollen. Karlsruhe, den 1. Februar 1903. Der Geſamtvorſtand des Badiſchen Landesvereins vom Roten Kreuz. Muſter. Napport DE— Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Führer der Kolonne: Ausbildende Aerzte: Die Kolonne hat ſeit dem 1. Oktober des letzten Jahres im Uebungshauſe Mal, im Gelände Mal geübt. ür⸗ eine itzen gen ein oten rten nunt rrn das ung den hen den icht euz 13 Zweite Seite. Die Kolonne iſt ſtark[Davon haben ſich bereit Zur Stelle ſind Mann. erklärt— Mann. zum Dienſt bei der bei der Feld⸗Armee Beſatzungs⸗ [Armee Führer der Kolonne. Ueber die Benutzung von Straßenbahnwagen für die Beförderung von Briegsverwundeten berichtet der franzöſiſche Arzt Meſſerer. Der„D. Mil. ärztl. Zeitſchr.“ 1902, Heft 7 entnehmen wir darüber: Bei einer Krankenträgeruͤbung in Lyon(1901) wurden Verſuche zur Beförderung Verwundeter in Straßen⸗ bahnwagen gemacht. Die Wagen waren mit der Bedingung zur Ver⸗ fügung geſtellt, daß nichts von der gewöhnlichen Einrichtung daraus entfernt und keine Nägel eingeſchlagen werden durften. Es wurde alſo die Aufhängung der Tragen in Seilen ausgeführt, welche durch die oberen Ventilationsöffnungen der Wagen geführt waren. So konnten je zwei Tragen übereinander, und auf jeder Wagenſeite zwei ſolcher Syſteme hintereinander aufgehängt werden. Der Mittelgang blieb frei, ebenſo wurden die vorhandenen Bänke nicht benutzt. Das Einladen der Tragen über die Plattform erwies ſich als unmöglich, weil die Tür⸗ öffnung zu ſchmal war. Dagegen erlaubten die ſehr großen Seiten⸗ fenſter ein bequemes Hindurchführen der beladenen Trage. Acht Ver⸗ wundete konnten in dieſer Weiſe binnen 30 Minuten hinein, binnen 15 Minuten wieder herausgebracht werden. Die Bänke dienten zur Aufnahme der Equipierung. Auf den Perrons konnten noch Leicht⸗ verwundete, Krankenträger und Sanitätsmannſchaften Platz finden. Bei der Ausdehnung, die heutzutage das Straßenbahnnetz in jeder größeren Stadt hat, da ferner die Bahnhöfe und gewiſſe als Reſerve⸗ lazarette in Frage kommende Gebäudekomplexe ſtets durch die Trambahn erreichbar ſind, oder doch in kürzeſter Zeit angeſchloſſen werden können, 14 ſo liegt die vorſtehend ſkizzierte Benutzung auf der Hand. Die Details werden durch die Größe und andere Konſtruktionseigenheiten der Wagen beeinflußt werden; überall aber wird man ſie für den Verwundeten⸗ transport von und zu den Bahnhöfen nutzbar machen können. Ich bin auch überzeugt, daß die Wagenfabriken dieſem Bedürfnis durch gewiſſe vorbereitende Einrichtungen ſchon im Frieden Rechnung tragen würden, wie dies bei den Eiſenbahnwaggons vierter Klaſſe geſchieht. Verſuche werden empfohlen.“ Da nicht bei allen deutſchen Straßenbahnen die Fenſteröffnungen groß genug ſind, um eine Trage hindurchzulaſſen, ſo müßten die Wagen in dieſer Hinſicht umgeändert, oder mit einer Vorrichtung zur Er— weiterung der Türen verſehen werden.„Kolonnenführer.“ Aus dem Vereinsleben. Berlin. Das Centralcomits der deutſchen Vereine vom Roten Kreuz hielt am 19. Dezember 1902 eine Sitzung ab, in welcher nachſtehende Gegenſtände verhandelt wurden. Für die durch das Erdbeben auf Martinique geſchädigten Bewohner dieſer Inſel ſind noch nach Schluß der für dieſe veranſtalteten Sammlung und nach deren Abführung nach Paris 2000 M. eingegangen. Es ſoll auch dieſer Betrag dem Comité in Paris nach— träglich übermittelt werden. Für die notwendig gewordene Ergänzung der Depotbeſtände hat eine erhebliche Anzahl Baracken neu beſchafft werden müſſen. Auch dieſe Baracken ſind, wie bisher, von der Döckerſchen Barackenfabrik Chriſtoph& Unmack in Niesky geliefert worden; die Fabrik arbeitet in jeder Beziehung gut, iſt leiſtungsfähig und vermag im Mobilmachungsfall allwöchentlich acht Baracken herzuſtellen, während ſie mindeſtens eine gleiche Anzahl von Baracken ſtets vorrätig hält. Auf Grund der ſtattgehabten Beſichtigung der Fabrik geht die Meinung dahin, daß die Fabrik in allen Fällen den an ſie geſtellten Anforderungen bezüglich Qualität und Quantität der zu liefernden Baracken gerecht werden würde. Dem Geſchäftsausſchuß zur Errichtung eines Denkmals für den Wirklichen Geh. Rat Profeſſor Dr. von Esmarch aus Anlaß ſeines achtzigſten Geburtstages in ſeiner Vaterſtadt Tönning ſind ſeitens des Vorſitzenden aus dem ihm zur Verfügung ſtehenden Fonds 100 M. überſandt worden, deren Empfang der geſchäftsführende Ausſchuß beſtätigt hat. Der Vorſtand des neugegründeten internationalen Vereins der Lebensretter mit dem Sitz in Berlin hat Abſchrift ſeiner Statuten mit der Bitte um Unterſtützung ſeiner Beſtrebungen überſandt. Die Verſammlung glaubt ſich auf die Mitteilung des erfolgten Eingangs des Schreibens nebſt Statuten beſchränken zu können. Zu dem Vorſchlag des Sächſiſchen Landesvereins vom Roten Kreuz, betreffend die Anbringung eines Unterſcheidungszeichens zwiſchen Krankenpflegern und Krankenträgern an ihren Uniformen, äußert ſich der Vertreter des Kaiſerlichen Kommiſſars und Militär⸗ inſpekteurs dahin, daß er zwar eine Notwendigkeit hierfür nicht anzuerkennen vermöge, die Zweckmäßigkeit einer ſolchen Maßnahme aber nicht in Abrede ſtellen wolle. Er würde deshalb in eine nähere Prüfung über die Zuläſſigkeit einer Abänderung der Uniform ſowie eventuell darüber eintreten, wo an dieſer— ob am Arm oder am Kragen— das Unterſcheidungszeichen angebracht werden könnte. Es wird zur Erwägung geſtellt, das rils gen ten⸗ bin iſſe 'en, iche gen gen am delt ſind nach ach⸗ liche von brik fall von brik gen Rat tadt dem iner ten die zern tär⸗ die irde orm das das 15 Unterſcheidungszeichen an der ſowohl von den Krankenträgern als auch von den Kranken⸗ pflegern getragenen Armbinde anzub ringen. Gegen den letzteren Vorſchlag hat der Vertreter des Kaiſerlichen Kommiſſars Bedenken erhoben, daß eine Trennung der im Falle der Mobilmachung von dem Kaiſerlichen Kommiſſar zur Ausgabe gelangenden, mit ſeinem Stempel verſehenen Armbinden je nachdem ſie für Träger oder Pfleger beſtimmt ſind, nicht möglich ſei. Er ſtellt deshalb, vor Stellung direkter Anträge an den Kaiſerlichen Kommiſſar zur Erwägung, zunächſt Wünſche oder Vorſchläge von den Vorſtänden der Provinzialvereine betreffs der Anbringung eines ſolchen Zeichens einzuholen, wobei er darauf aufmerkſam macht, daß die zurzeit noch ganz leere Achſelklappe der Littewken hierzu einen geeigneten Platz bieten würde. Der Chemiker Dr. C. A. Martius von hier hat mit der Motivierung, daß die baldigſte Auffüllung des Auguſtafonds bis zu dem vom internationalen Ausſchuſſe vor⸗ geſehenen Betrage eine deutſche Ehrenpflicht ſei, dem Centralcomité für den bezeichneten Fonds die Summe von 20 000 M. zur Verfügung geſtellt. Der Vorſitzende bringt das betreffende Schreiben des Dr. Martius vom 25. November 1902 zur Kenntnis der Verſammlung bei gleichzeitiger Mitteilung ſeiner Perſonalakten. Die Verſammlung beſchließt die Annahme des offerierten Betrages für den in Rede ſtehenden Fonds und erſucht den Vorſitzenden, dem Dr. Martius den Dank der Verſammlung auszuſprechen. Das Mitglied des Centralcomitès, Herr Bankier Behrens, hat dem Centralcomité zu dem gleichen Zweck die Summe von 1000 M. zur Verfügung geſtellt. Die Verſammlung beſchließt in gleicher Weiſe. Der Deutſche Verein für Volkshygiene, welcher ſich vor etwa zwei Jahren gebildet hat, um die perſönliche Geſundheitspflege in Stadt und Land durch ſyſtematiſche Belehrung und praktiſche Einrichtungen auszubauen und durchzuführen, wünſcht eine Fühlung mit dem Roten Kreuz und deſſen ideelle Unterſtützung für die Verwirklichung ſeiner Beſtrebungen. Er bittet deshalb, daß das Centralcomité den Verein in ſeinen ſpeziellen Gebieten anregend beeinfluſſen und von ſeinen Veranſtaltungen Gebrauch machen möge, ſoweit dieſe zur Förderung der Zwecke des Roten Kreuzes geeignet erſcheinen. Den Antrag des Vorſitzenden, die Bereitwilligkeit des Centralcomités zu der gewünſchten Annäherung auszuſprechen und den übrigen Roten Kreuzvereinen ſowie den Frauenvereinen hiervon Kenntnis zu geben, wird von mehreren Anweſenden auf das wärmſte unterſtützt. Es wird hierbei hervorgehoben, daß es dem Vereine, welchem eine große Anzahl hervorragender Perſönlichkeiten ais Mitglieder angehören, im weſentlichen darauf ankomme, bekannt zu werden. Der Verein gibt eine Zeitſchrift heraus, deren Mitarbeiter mediziniſche erſte Kräfte ſind; außerdem veranſtaltet er Vorträge über Volks⸗ hygiene und wirkt durch populäre Schriften. Nachdem noch darauf hingewieſen wurde, daß die von dem Verein erſtrebte Hebung der Volksgeſundheit auch für die Militärtauglichkeit von Wichtigkeit ſei und daß es ſich für den Verein nur um eine moraliſche Unterſtützung durch das Centralcomité handele, die dieſes durch Empfehlung in ſeinem Organ:„Das Rote Kreuz“ leicht zu gewähren in der Lage ſei, beſchließt die Verſammlung nach dem Antrage des Vorſitzenden. Nach§ 5 der Grundſätze für die Errichtung einer Oberinnenſchule vom Roten Kreuz iſt die Oberinnenſchule einer Kommiſſion unterſtellt, in welche das Centralcomité, der Verband Deutſcher Krankenpflegeanſtakten vom Roten Kreuz und diejenige Centralſtelle des Roten Kreuzes, in deren Bereich die Schule in Tätigkeit tritt, je einen Vertreter entſenden. Der Vorſitzende teilt mit, daß er den Vorſitzenden des Verbandes Deutſcher Krankenpflegeanſtalten vom Roten Kreuz, Landgerichtspräſident Chuchul, als gleichzeitiges — ··——— 16 Mitglied des Centralcomités, erſucht habe, in dieſer Kommiſſion auch als Vertreter dieſes Letzteren zu fungieren. Präſident Chuchul habe indeſſen hiergegen Bedenken erhoben und es als dringend erwünſcht bezeichnet, daß das Centralcomité noch neben ihm durch ein anderes ſeiner Mitglieder vertreten ſei. Dieſem Wunſche wird ſtattgegeben. Pforzheim. Freiwillige Sanitätskolonne des Männerhifsvereins. Im Jahre 1902 begann der Unterricht, welchen Herr Dr. Marold erteilte, am 15. Mai. Es wurden 8 theoretiſche und 16 praktiſche Uebungen, teils von Herrn Dr. Marol d, teils von Kolonnenführer Heinen abgehalten. Ferner fand am 10. Juli eine Nachtübung beim Güterbahnhof und am 6. Auguſt anſchließend an die Freiwillige Feuerwehr eine Alarmübung, endlich am 7. September die Schlußübung beim Wartturm, letztere unter Aufſicht des Herrn Geh. Hofrat Thumm, ſtatt. Der Unterricht wurde im Berichtsjahre recht fleißig beſucht, es haben 16 Mitglieder, teils gar keine, teils nur eine Unterrichtsſtunde verſäumt. Für unentſchuldigtes Fehlen wurde wie im Vorjahre, eine Strafe von 20 Pf. erhoben. Im Laufe des Jahres leiſtete die Kolonne in 687 Fällen erſte Hilfe und führte 89 Transporte aus. Während des Kreisturnfeſtes, am 9., 10. und 11. Auguſt, ſtellte die Kolonne eine Sanitätswache und wurd dieſelbe hiebei in 72 Fällen um Hilfe angerufen. Hierfür erhielt die Kolonne den reichlichen Betrag von 50 M. von den vereinigten Turnerſchaften. Gelegentlich des 50jährigen Regierungs⸗Jubiläums Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich von Baden beteiligte ſich die Kolonne am Feſtzug und Kirchgang. Aus dieſem Anlaß wurden 3 Obleute zu Zugführern, 4 Sanitäter zu Obleuten ernannt. Ferner wurden am Jahresſchluſſe gelegentlich der Weihnachtsfeier 13 Sanitäter für 6⸗, und 8 Sanitäter für öjährige Dienſtzeit ausgezeichnet. Ein krankes Mitglied wurde auch in dieſem Jahre mit dem Betrag von 21 M. 50 Pf. unterſtützt: 10 M. hievon ſpendete ein Gönner der Kolonne, während 11 M. 50 Pf. von den Mitgliedern gelegentlich einer Zuſammenkunft geſammelt wurden. Bei Beginn des Jahres zählte die Kolonne 47 Mitglieder, Ausgeſchloſſen wurden wegen wiederholtem Fehlen beim Unterricht 2 Mann Ausgetreten wegen Krankheit iſt 1 „„ Wegzug„ 1„ Freiwillig ausgetreten Zum Militär eingerückt Geſamtaustritt 6 6 Es bleiben ſomit am Schluſſe des Jahres noch 41 Mitglieder. Das Angenehme mit dem Nützlichen verbindend, machte die Kolonne am 15. Juli einen Ausflug bezw. Uebungsmarſch nach Dobel. Man fuhr morgens 5 Uhr 55 Minuten mit der Bahn nach Wildbad und gelangte nach vierſtündigem Marſch über„Löwenbrückle“ und„Lehmannshof um 11 Uhr vormittags in Dobel an. Dort wurde das Mittageſſen eingenommen. Der Rückmarſch ging über die Eiachmühle nach Wildbad und von da mit der Bahn zurück nach Pforzheim. Aus dem Ueberſchuſſe unſerer vorjährigen Weih⸗ nachtsfeier konnte ſämtlichen Teilnehmern die Fahrt ſowie das Mittageſſen vergütet werden. 17 Zum Schluſſe des Jahres fand wieder eine Chriſtbaumfeier, und zwar im Saale des„Bürgerbräu“ ſtatt. Der hierbei erhoffte Reingewinn kam, da die Feier ſchlecht beſucht war, zwar nicht zu ſtande, doch können wir dank der Unterſtützung verſchiedener Mitglieder des Männerhilfsvereins, ſowie auch der Sanitäter ſelbſt, immerhin noch zufrieden ſein, um ſo mehr, als ein hieſiger Herr 14 Tage nach der Feier uns mit einem Geſchenk von 20 M. überraſchte. Waldkirch. Die freiwillige Sanitätskolonne des Männerhilfsvereins Waldkirch hielt am Sonntag, den 7. Dezember, nachmittags 3 Uhr, in der Stärke von 44 Mann im großen Rathausſale ihre Schlußübung ab, zu welcher zahlreiche Gäſte aus dem Ort und von auswärts erſchienen waren. Nach einigen Begrüßungsworten des 1. Vorſtandes des Männerhilfsvereins, Herrn Hauptmann der Landwehr Ernſt Sonntag, begann die Uebung, welche unter der Leitung des Kolonnenarztes Herrn Medizinalrat Dr. Vetter und des Kolonnenführers Herrn Rümmele, einen ſehr befriedigenden Verlauf nahm. Sämtliche Verbände wurden ſauber und raſch angelegt, ebenſo wurde das Tragen und Verbringen der Verletzten in die Betten ſorgfältig und regelrecht ausgeführt; die an die Mitglieder geſtellten Fragen wurden ſchlagfertig beantwortet. Nach der Uebung fand eine geſellige Unterhaltung ſtatt, bei welcher der Vertreter des Geſamtvorſtandes des Badiſchen Landesvereins vom Roten Kreuz, Herr Hofapotheker Stroebe über die hohe Bedeutung der Sanitätskolonnen ſprach und ein Hoch auf die Kolonne und ihre Leiter ausbrachte; der Vorſtand des Vereins, Herr Fabrikant Sonntag, dankte dem Redner und den übrigen Gäſten für ihr Erſcheinen trotz der kalten Witterung. Aus dem Jahresbericht des Vereins ſei erwähnt, daß für den Kriegsfall die Errichtung eines Vereinslazarettes in Waldkirch durch den Männerhilfsverein und den Frauenverein vorgeſehen iſt, wobei ſich die Mitglieder der Sanitätskolonnen zur Dienſt⸗ leiſtung vertragsmäßig zur Verfügung geſtellt haben. Im Laufe des Jahres wurde bei 14 ſchweren und vielen kleinen Unglücksfällen durch die Kolonne die erſte Hilfe geleiſtet. Anzeigen. In dem Verlag der G. Braun'ſchen Hofbuchdruckerei in Karlsruhe iſt ſoeben erſchienen: Grundzüge des theoretiſchen Unterrichts der freiwilligen Sanitätskolonnen von Dr. Guttenberg, Stabsarzt der Reſerve in Freiburg i. Br., Preis des Exemplars 50 Pfg; bei Abnahme von mindeſtens 30 Stück auf einmal 40 Pfg. Das Buch behandelt in klarer, leichtfaßlicher Weiſe auf 60 Seiten in Fragen und Antworten den theoretiſchen Unterrichtsſtoff für die freiwilligen Sanitätskolonnen, wie er in dem allgemein eingeführten Leitfaden von Dr. Rühlemann und bezüglich der all⸗ gemeinen Krankenpflege in dem Unterrichtsbuch für freiwillige Krankenpfleger enthalten iſt. In den 212 Fragen und Antworten wird das Weſentlichſte berührt, was ein Kolonnenmitglied als Krankenträger und Krankenpfleger zu wiſſen notwendig hat. Das Buch kann allen Leitern des Unterrichts, welche eine Anordnung des Lehrſtoffs in Fragen und Antworten gut heißen, empfohlen werden. r C———ů——e— Verlagsbuchandlung Seitz& Schauer in München. Halder— Rothenaicher— v. Stromer. Handhuch für freiwillige Janitätskolonnen. J. Teil: Halder: Die Organiſation der deutſchen freiwilligen Zanitätskolonnen. 2. Aufl. Gebunden 1,50 M- von 6 Stück an 1,20 M. II. Teil: Bothenaicher: Leitfaden für erſte Hilfeleiſtung. Verband⸗ und Transportlehre. 2. verbeſſerte und erweiterte Aufl. Mit vielen Abbildungen. Kartonniert 75 Pfg., bei 6 Stück 60 Pfg. III. Teil: v. Stromer: Praktiſche Anleitung zu Improviſations⸗Arbeiten. 2. bedeutend erweiterte Aufl. Mit 82 Abbildungen. Kartonniert 1 M., bei 6 Stück 75 Pf. Liederbuch für freiwillige Fanitätskolonnen Herausgegeben vom Verlag des„Deutſchen Kolonnenführers“. 5. erweiterte Aufl. Broſchiert 30 Pfg., bei 6 Stück 25 Pfg., kartonniert 40 Pfg, bei 6 Stück 35 Pfg. Erſte Hilfe⸗Taſchenkalender 1903 (Weſtentaſchen-Format). Inhalt: Kalendarium 19038.— Die erſte Hilfe bei Unfällen und plötzlichen Erkrankungen. Von Dr. Frz. C. Müller, Kolonnenarzt, München.— Poſtaliſche Mitteilungen. Verſchiedenes.— Notizblätter. Broſchiert 10 Pfg., gebunden 20 Pfg. Wohltätigkeits⸗Kalender Illuſtrierter Haus⸗Kalender für das Jahr — zu gunſten eines Unterſtützungsfonds für Mitglieder der Deutſchen freiw. Sanitätskolonnen vom Roten Krenz. (Die Hälfte des Reingewinnes aus dem geſamten Abſatze dieſes Kalenders wird dem Unterſtützungsfonds überwieſen. Ladenpreis: 60 Pfg.; für die Mitglieder der Sanitätskolonnen 50 Pfg. und bei 20 Stück 40 Pfg. Zu beziehen durch jede Buchhandlung.. Herausgegeben vom Geſamtvorſtande des Badiſchen Landesvereins vom Roten Kreuz. Verantwortlich für die Redaktion: Oberſt z. D. Stiefbold. Druck der G. Braun'ſchen Hofbuchdruckerei in Karlsruhe.