MIWodh. den 1. Februar 1936 Trucheint tusiten auber Sonn- und teterta Benugspreis monatl, Dl 3.60 Sunüig! DM 956 Trägérlohn Fostbenteher monatlich BBA 3.90 85 tuzüslich Zustell⸗ „Anzelsenpreis: Ispaltig 4e mm breit DR 0.40 ber min nach Prefsiiste Wr. 4. u dahrünnt des Holdelberter Iugeblatts —— Fronxösische Protestnote an Moskdu Tageblal U NABHINGIOE HIEIDELIBERNOEI ZIITUNOG Gegen die Anerkonnund der roton Gogenreglerung in Indochino TPerls, vas trunzösische Auflenminlsterlum Uverreichte am Dlenstagabend dem sowetischen Botschafter BOHOmOIOW eine Note, in der geuen die Anerkennung der Aufstündischen-Regie- runs Ho Techt Mings in Indochina durch dle Sowzetunlon protestiert wird. Abschriften der Note wurden dem UsA-Rotschafter in Paria, David Bruce, und dem Geschättsträger der bri⸗ tischen Botschatt ÜUberreicht. In der Note hellit es, die einzige reguläre Re- klerung Vieinams sei die von Bao Ba!1 gebll- dete. Die Anerkennung 110 Tschi Mings sei dem- nach eine Verletzung des Völkerrechts. Die Her- beiführung friedlicher Verhältnisse in Vietnam werde durch diesen Akt erschwert. Bie Haltung. — 6 41ʃ9 Kom für Bonn RKom. Eine verstündnisvolle Haltung gegenüber den Problemen der deutschen Bundesregierung bezeichnete Ministerpräsident de Gasperi als eines der wichtigsten außlenpolitischen Ziele der neuen italienischen Reglerung. De Gasperi, der vor der Abgeordnetenkammer sein Programm darlegte, nannte als weiteren Hauptpunket seiner Außzenpolitik die Einbeziehung der italienischen Wirtschaft in das gesamteuropälsche Wirtschafts- Ostem. die die Sowjetunlon damit Frankreich gegenüber einehme, ei ihrer Natur und ihren Folgen nach „nlcht zu unterschätzen“, Die französische Regle- rung müsse daher gegen diese Entscheidung, die die französisch-sowjetischen Beziehungen ernst- Uch getührde, protestieren. Der„Monde“ sehreibt, auf Internationaler Ebene sei das indochinesische Problem von jetzt an schWleriger zu lösen, als das Bonn. Bundeskanzler Dr. Adenuuer kün- digte gestern auf einer Sitzung der CD0/CSU- Bundestagstraktion in Bonn energische Mallnahmen der Bundesreglerung zur Be- seitixung der Arbeitslosigkeit an. Der Bundeskanzler erklärte, daß die hohe Zahl der Arbeitslosen im Bundesgebiet— He- genwürtig fast zwei Millionen— im Wesent- Uchen auf eine falsche Gesetzgebung tur die Arbeitskrätteverteilung zurücczuführen gel. Flüchtlinge, Kriegsopfer und unversorgte Sonlalrentner würden beispielsweise als Ar- lugoslowien heteuert quten Willen Grolles Interesse an Handels beziehungen mit Deutschland Berlin(dpa). Der Pressechef der jugoslawischen Muttürmission in Berlin, Gberst VIIko Kolar, versicherte in einem dpa-Interview, daß Jugo- Slawien großen Wert darauf lege, gute Handels- beulehuntzen zu Deutschland zu unterhalten. Dr. Adenauer hatte erklärt, daß der Ab- Schins eines Handelsverträges zwischen der undesrepublilc und Jugoslswien nicht in Frage ommeé, solänige die Jugoslawische Reglerung deutsche Kriegsgsetantzene ohne ordentliches Ge- r un Januar Vertz nicht zutretten. Schon uantzenen Nahres saten die letzten Krtessgefangenen ent⸗ „Wortlen. Jeder einzelne der äbgeurtellten Aelnsgetangenen habe elnen jusgoslawischen Vörtsicliger gehabtt Gegenwürtig beflnden slch nach den Angaben Kolars noch etwa 700 Kriegsverbrecher in Jugo- Flawilen. 3000 ehemalige Kriegsgetangene hütten ich für die Hauér von zwel bis fünf Jahren zur Arbeit verpflichtet. Sie selen mit ihrem Los sehr tufrleden. Ihr Monatsverdienst betrage zwi⸗ gchen 6000 und 13 000 Dinar. Der Umrechnungs- æurs sei etwa 12 Dinar für eine DM. Ein Ei Koste gleben Dinar, und für eine Zwel-Zimmer-Woh- nung müßten ungefähr 215 Dinar gezahlt werden. Uber die Kkünftigen Beziehungen Jugoslawiens u Deutschland sagte der Oberst, Jugoslawien werde weder eine deutsche Ost- noch eine deut- tzche Westregierung anerkennen, Es lege aber rollen Wert autf wirtschaftliche Beziehungen zu keiden. Tellen Deutschlands. Wenn Jugoslawien eine der beiden Regierungen anerkenne, würde es sich lediglich mit„einer gewissen PFolitik der Besatzungsmüchte“ einverstanden erklären. Ko- lar unterstrich, daßß dies auch die Auffassung des jugoslawischen Außenministers sel. BDelgrad wünscht Deutsche zurlick Wien. Vonp angeblichen Bemühungen der jugo- glawischen Regierung nach dem Kriege vertrie- bene Deutsche wieder nach Jugoslawien zu zlehen, herichtet die„Osterreichische Allgemeine Zeitung“, das Blatt des Verbandes der Unabhängigen, am Dilenstag. Danach haben die wenigen Deutschen, die in den Jahren 1945 bis 1947 im Land bleiben durften und inzwischen die ſugoslawische Staats⸗ nommen, alle vertrlebenen Angehörigen und Freunde, deren Aufenthalt ihnen bekannt lst, — der Möglichlteit der Rüdlelcehr zu unterrich- en. Nach dem Bericht des Blattes, das vor einiger Zeit über ühnliche Bemühungen in den Satelliten- stanten bérichtete, hat sich die deutsche Minder- heitengruppe in der Ortschaft Werbas in der Batschica organistert. Gegenwärtig seien Bestre- buntzen im Gantze, den Deutschen Wiedler eigene Au BeWähren.„Her Sche 4 das Zentralorgan der Deutschen, das in Belgrad herauskonmt, 0¹¹ angeblich waiter austebaut werden. Washington. Die amerikcanische Pauifllcflotte goll durch weitere Einheiten verstärkt werden. Wie das USA-Marineministerium am Dienstag mitteilte, werden bis spätestens September sechs Weitere Zerstörer nach dem Paziflkk entsandt Werden. Nach Abschluß des Verstürkungspro- Kramms wird die Paziflkflotte über füntzig Zer“ störer verfügen. Die Zahl aller im pazifischen Raum stationierten U-Boote beträgt 31. In die- tzen Angaben sind nur die gegenwärtig im Dienst stehenden Einheiten erfaſft. Zur Verstärkung der siebenten USA-Flotte, die von den Philippinen aus operiert, trafen am Montag der 27 000-Tonnen-Flugzeugträger „Boxer“ und zwel Zerstörer in Japan ein. Die siebente Flotte ist ein Verband, der vu schmellen Einsätzen herangesogen werden kann. Sowjetlscher Japanprotest Toklo. Der sowietische Vertreter im alliierten Rat für Japan, General Derewianko, gab bekannt, dasd er den Ratssitzungen 30 lange ternbleiben werde, wie die Frage der Rückfüh- rung japanischer Krlegsgefangener erörtert Wird. Derewiunko hatte eine Sitzung des Rats am 16. Januar, verlassen, als die Kriegsgefan- lenenkrage angeschnitten Wurde. In einem Schreiben an die Ratsmitglieder tellte Derewianko mit, daſßß er auch der neuen bürgerschatt zurückerhlelten, die Autgabe Über⸗ GoeburtstaꝗsglUckwÜnsche füür Heuß Honn. Rundespräsident Professor Dr. Theodor Heuss beßing gestern in Bonn seinen 66, Ge⸗ burtstag. Bundeskanzler Dr. Adenauer über⸗ brachte am Mittag in Begleitung der Bundes- minister See bohm, Niklas und Wilder-⸗ muth die Glüccwünsche der Bundesreglerung. Bundestagspräsident Dr. Köhler und Vise- präsident Protessor Carlo Schmid sprachen dem Bundespräsidenten im Namen des deut- schen Bundestages ihre Glückwünsche aus. Für die FDP beglückwünschten VIzepräsident Dr. Schäfer und Abgeordnéter Ernst Mayer den Bundesprästdenten aut VIktorshöhe. Der Ber⸗ liner Städtverordnetenvorsteher Dr. Su h'r Über- brachte Grüihhe und Glddcwünsche Berlins. Die Lündérchefs richteten Glückcwunschadressen an Prof. Heusts. Aus allen Teilen der Bundesrepu- blilc ingen dem Bundesprüsidenten Glücke- wunschschtrelben zu. Prok. Erhard in Hern .(0 Professor Ludwig Erhard, der 7 R der Rundesregler ung, trat) ata Dlenstaß in Bern ein. Er war hel dem Schwelserischen Wirtschaktsminister Rubattel rum Frühstückk geladen und eprach apüter belm Sitaung fernbleiben werde, Demgegenüber er“ Bundespräsidenten Petitplerre vor, Protessor Erhard hält zur Zeit in der Schwelz eine Reihe von Vorträgen, wird jedoch auch die Gelegen⸗ heit benutzen, bel seinem Berner Aufenthalt die deutsch-schwelzerischen Finanzbezlehungen zu besprechen. Ein Opfer der Papagelenkranlchelt Dortmund. Das Hamburger Tropeninstitut be⸗ atäütigte gestern, daß die vor zehn Tagen unter dem Verdacht der Papagelenkcranlcheit in ein Dortmunder Krankenhaus eingelieferten sechse Patlenten tatsächlich die Papagelenkranlcheit- Psittalcose— haben, Einer der Krunkcen lst in⸗ zwischen gestorben, Die anderen tünt sind jetet kleberkrel. Die Aerzte hoffen, daß sle wWieder gesunden. Reuter tragt alliterte Kommändantur. Der Ber⸗ Uner Oberbürgermelster hat bel der alliterten Kom⸗ mandantur angetratzt, Was geschehen soll, um die Verkehrsbehinderungen am Tonengrensübergang Helmstedt endgültig zu beheben. Der Intersonen⸗ Vorkaehr Werde aueh durch die Auftenhanckelsstelle der soWietischen Kontrollkammisstlon behindert, wWo der Anerkennungs Mao tse tungs. Die Lage Bao Dals zsei nicht mit der Tschlangkel- schecdes zu vergleichen. Die Westmächte seien entschlossen, den ehemaligen Kaiser zu unter- stüitzen, nachdem sie den chinesischen Genera- Ussimus aufgegeben haben. Indochina drohe zum Schauplatz einer neuen Machtprobe zwischen den Westmüächten und dem Sowietblock zu wer⸗ den.„Die sowietische Entscheidung macht die Halbinsel zum Raum eines eventuellen inter- nationalen Konflilktes.“ Enerqische Maßnahmen gegen Arbeiislosiqkeit Eine Ankündigung des Bundeskans lers— Beruhigung in der Saarfrage beitslose gezühlt, obgleich sie normalerweise nicht als Arbeitslose gelten würden. Dr. Ade- näuer betonte, daß man„an gewisse Arbeits- losen-Quellen“ noch nicht herankomme. Die Bundesreglerung würde jedoch Mafinahmen tret- ten, um Über diese Quellen von den Arbeitsäm- tern unterrichtet zu werden. Schaden angerichtet werden. Vertrauen für Bidault Faris(dpa). Die französische Nationalver- am Dienstagvormittag das Vertrauen aus. Nach einer inofflziellen Zählung stimmten 299 Abge- ordnete für und 292 gegen die Regierung. Bi- dault hatt am Samstag zum Haushaltsvoran- schlag für das Jahr 1950 fünfmal die Vertrauens- krage gestellt. Die erste Vertrauensfrage war mit dem Antrag der Regierung auf eine Vierpro- zentige Erhöhung der Produktionssteuer ver- bunden. Bei der Abstimmung Über die zweite 28 Hlelnt eschütteter Wurde der Regierunt ebenfalls, diesmal mit 301 — 203 Stimmen, das Vertrauen ausge- prochen. Psk ventärkt Poxifilflotte Klärten die britischen und die amerikanischen Delegierten, daß diese Frage 680 lange auf der Tagesordnung stéhen Werde, bis die Sowiet- union eine befriedigende Erklärung über den Verbleib der vermißlten 76 000 japanischen Kriegsgefangenen gibt. USA-Generalstabschef in Tokio Tolcio. Der Vorsitzende des Generalstabsaus- schusses der USA-Streitlerätte, General Omar Bradley, und die Generalstabschefs der Armee, der See- und Luftstreitkräütte traten mit dem Flusreug in Tokio ein. Sie werden hier mit General MacaArthur Besprechungen über Fragen der Verteidigung des Fernen Ostens tuhren. Unter anderem soll auch die Frage der amerilcanischen Militärpolitiuie gegenüber For⸗ mosa, dem letzten Stützpunkt der chinesischen Nationalisten behandelt werden. Kro-Zentrale verlert nach Düsseldorf. Der Par- telvorstand der KPD plant seinen Zentralsitz von Frankcturt nach Düsseldorf zu verlegen. „Mit oder ohne Interzonenpaß“ Berlin. Im Geblet der Bundesrepublikk haben sich, wie der Vorsitzende der kommunistischen FDꝗ in der Sowjetzone Erwin Honnecker gagte, Uber 60 Vorbereitungskomitees gebildet, um das „Deutschland-Treffen“ der FDIJ zu Pflngsten in Berlin vorzubereiten. Aus flnanziellen Gründen könnten aber nur 30 000 bis 35 000 westdeutsche Jugendliche nach Berlin kommen. Diese kämen aut jeden Fall, ob mit oder ohne Interzonenpaßb. Honneclcer erläuterte auch das voraussichtliche Programm. KEin etwa siebenstündiger Vorbei⸗ märsch vor dem Präsidenten der Sowietzonen- republik und seiner Regierung und eine Kranz- nlederlegung am sowietischen Fhrenmal selen Vorgesehen. Mit diesem Akt wolle die Jqugend mren Dank an die Sowietunion symbolisch ab- statten. Die Sportveranstaltungen möchte die FDꝗ im Olympla-Stadion im britischen Sektor gustragen. Her Chef des Sowietzonen-Intormatlonsamtes, Gerhart Eisler, fügte hinzu, dahb zu dem Tretfen mehr als 500 000 Tellnehmer, darunter Abord- nungen aus der Sowietunton, China, den ost⸗ Suropuischen Staaten, Frankcreich und EUngland erwartet würden. KPD-Lehmann unaufflndbar Hannover. Der niedersüchstsche KPDAbge- ordnete Robert Lehmann erschten auck dies- mal nicht vor dem britischen Gericht in Han⸗ Im Verlauf der Fraktionssitzung wies Dr. Adenauer darauf hin, dab in der Saarfrage eine gewisse Beruhisung eingetreten sei. Die Bundesregierung erwarte keine Überstürzten Maßnahmen an der Saar. Auch von deutscher Seite dürtte nicht durch unüberlegtes Handeln gammlung sprach Ministerpräsident Bidault Vertrauenstrage— Wiedereintührung der Be- atou. 8 en Ur. JI/ 2. Iahrgang ⸗Prels 15 Pig. Verlag: Carl Ptetter Verlag u. Heidelberger Gutenberg-Druckerei Gm b. H., Heidelberg. Verlag und Redaktion; Brunnengasse 16—24, Tel. 20 37/36. Herausgeber: Dr. Otto Pfefter, Wilhelm Reichenbach, Dr. Rudolf K. Gold- achmit-Jentner.. Postschecht Karlsruhe 44 64. Chefredakteurt Dr. Karl 8116 Unsere Meinung Gemilse An dem gleichen Tage, an dem in Paris der deutsch-französische Handelsvertrag unterschrie- ben wurde, verbreitet die Deutsche Presse-Agen- tur(dpa) eine Meldung aus Paris, die mit dem nicht gerade tendenzlosen Satz beginnt:„Auch in Frankreich mehren sich die kritischen Stim- men zur Wirtschaftspolitik Erhards“, Wir wollen einmal ganz davon absehen, daſß ein solcher Satz in die Nachrichten eines überparteilichen Nach- richtendienstes überhaupt nicht hineingehört, So viel wir sehen, hat sich da gar nichts„gemehrt“, sondern der Pariser Berichterstatter hat sich das rechtsgerichtete Oppositionsblatt„Epoque“ aus- gesucht, in dem er eine Pressestimme fand, die oftensichtlich die Handelspolitik der französi- schen Regierung nicht unterstützt. Was wirtt die- ses französische Oppositionshlatt der Wirtschafts- politik Erhards vor? Die Bonner Regierung habe auf Kosten der Kapital- und Rohstoffversorgung der Industrie in zu starkem Maße Konsumgüter für die Bevölkerung nach Westdeutschland her- eingelassen. Was aber Westdeutschland eigentlich dringend brauche, seien drei Milliarden Aus- landskapital. Wenn wir die Konsumgüter nicht hereingelassen hätten, so meint das Blatt, wür⸗ den wir mehr Rohstoffe und weniger Arbeitslose haben.„Epoque“ bezieht sich für diese Ansicht Sanlerungsplan für die westdeutsche Wirtschaft In einem Memorandum, das jetzt der OEEC Überreicht wurde, hat das deutsche ERP-Mini- sterlum einen Plan für die wirtschaftliche Sanlerung der Bundesrepublik entwickelt. Einzelheiten siehe Wirtschaftstell. auch auf die Ansſcht ungenannter Amerikaner. Der Deutschen Presse-Agentur kann es nicht ent- tangen sein, daſl wir mit der Liberalisierung des Außjenhandels, die mit der Hereinnahme von Konsumgütern verbunden ist, einem amerika⸗ nischen Wunsch folgen, und am Tage der Unter- zelchnuntz des deutsch-franzögischen Handelsver- K Wird es dpa auch nicht entgangen sein, dall wir ja gerade auf Wunsch der Franzosen min auch noch in verstärktem Maßhe Konsumi⸗ güter aus Frankreſch kaufen mtissen. Also: Die Franzosen bestehen darauf, dab wir noch mehr Konsumtüter importieren. Ein tranzösisches Op- Posltionsblatt stört die Wirtschaftspolitik der tranzösischen Regierung und die Deutsche Presse- Atgentur macht daraus einen Seitenhieb auf die deutsche Wirtschaftspolitik: Weil Erhard demüse kauft, steigt in Deutschland die Arbeitslosigkeit! Sx. Ein neues Griecheuland? Ullter den Formen, in denen sich die ost- westliche Weltspannung nach dem Ende des zweiten Weltkrieges geäußert hat, wirkt der an verschledenen Schauplätzen uufflammende inter⸗ nationale Bürgerkerieg naturgemüßß besonders bedrohlich. Die im Spanienlerieg von 1936 zuerst angewandte Methode, internationale Gegensätze in lokalen Bürgerkriegsformen uuszutragen, kann immerhin leicht in den wirlelichen Krieg um⸗ schlagen. Herde dieser Art waren nach 1945 Korea, Persien und schließlich, am hartnüäckkig- sten, Griechenland. Mit Erleichterung wurde da- her das Ende des griechischen Partisanenkampfes begrüßt. Nun scheint aber in den letzten Tagen ein neues Grlechenland in Gestält Indochinas zu entstehen. Eine folgenreiche Entwicklung be⸗ Hinnt olt unscheinbar. Es war nichit sonderlich Berliner Pfingstaufmorsch der kommunistischen lugend — 60 Komitees im Bundesgebiet in der„Niedersächsischen Vollesstimme“ zum Widerstand gegen die Demontage in Watenstedt- Salzgitter aufgetordert und damit das Ansehen der Besatzungsmacht geschüdigt hat. Das Ver- fahren gegen seine Mitangelklagten ist an ein britisches Obergericht Weltergeleitet worden. Hritische Polizeidienststellen sind durch einen Haftbefehl ermüchtigt Worden, Lehmann kest⸗ zunehmen, auch wenn er sich auf geine Irrimu- nität als Landtagsabgeordneter berufe. Alle Be- mühungen, seinen jetzigen Aufenthaltsort fest- zustellen, verliefen jedoch ertolglos. Die Ver- handlung mußhte wiederum Vertagt werden. Bayrische Industrielle des Neofaschlsmus beschuldigt München. Staatsrat Dr. Wimelm H& 6 (8PD) hielt vor dem Vertasaungsausschuf— Bayerischen Landtages, dessen Vorsitsender er lgt, selne Behauptung uufrecht, daßß gewisse Kreise der bayrischen Industrie mit neofaschi- stischen Gruppen in Verbindung stünden. Dr. Högner gab an, daß neofaschistische Grup- ben genau wie zu Hitlers Zeiten Spendenlisten austertigten. Er beeznügte sich damit, die An- tangsbuchstaben einiger bayrischer Firmen 2 nennen, die mit der„Vaterlindischen Union“ in Verbindung stunden. Er torderte dlese Industri- nowver, das in einem Untersuchungsvertahren noch fast 1300 unerlediats Warenbesleltscheine lägen. ellen aut,„tätige Reue zu Uben und sich ſhre Mitgliederbeltr“v und Spenden rurückzahlen brüten wWill, ob Lehmann durch einen Artikel zu lassen.“ Seite 2/ Nr. 31/ Mittwoch, 1. Februar 1950 Uberraschend, daß die Pekinger Regierung ihren kleinen kommunistischen Kollegen in Vietnam, die aufständische Gegenregierung Ho tschi ming unerkkannte. Interessanter war es schon, daß sich die Aufstündischen der Anerkennung durch Mao als einer militäürischen Drohung bedienten und sokort einen Marsch auf die Hauptstadt Saigon unkündigten. Wie sich die roten chinesischen Armeen an den Grenzen Indochinas verhalten, ist ja ein Prüfstein für die entscheidende Frage, ob die Chinesen ihre kommunistische Revolution UÜber ihr eigenes Land hinaus nach ganz Süd- ostaslen tragen wollen. Schließlich hat auch die Sowietunion die kommunistische Gegenregierung in Vietnam anerkannt, Was in der Welt als An⸗ zeichen für eine systematische Planung der kom- munistischen Müächte aufgefaßlt wird. Diploma- tische Kreise in London und Paris sind alar- mlert. Man glaubt, daß in Moskeau zwischen Stalin und Mao beschlossen worden sel, in Süd- ostasien die Entscheidung zwischen Kommunis- mus und Antikommunismus zu forcieren. Da Vietnam ein Teil der„Union Francalse“, des französischen Empire ist, enitsteht besonders für Paris durch die russische Anerktennung eine neikle Lage. Es ist ja im internationalen Ver- kehr nicht gerade üblich, daß ein Staat eine aufstündische Gegenreglerung innerhalb eines anderen Staates, mit dem er sogar Bündnis- beziehungen unterhält, anerkennt. Die Russen, die sonst derartige diplomatische Formfehler gern vermeiden, müssen also wohl der indo- chinesischen Karte besondere Bedeutung bei- messen. Die in ernstem Ton gehaltene Pariser Protestnote wird sie nun immerhin zu einer wenigstens formellen Stellungnahme zwingen. Wie sich Aktion und Reaktion in diesem Fall Verhaälten, ist allerdings nicht eindeutig: denn die angelsächsischen Mächte stehen unmittelbar vor der Anerkennung der von Frankreich ein- gesetzten und als legal betrachteten Regierung Bao Dai und die Commonwealth-Staaten hatten in Colombo ausdrücklich eine wirtschaftliche Unterstützung der antikommunistischen Viet- nam-Regierung beschlossen. Auch ist es denk- bar, daſl das Politbüro sich in Südostasien nicht von den chinesischen Kommunisten übersplelen lassen Will. Bemerkenswert ist die Koordinierung mit der zur Zeit gedämpften Strategle in Europa; Streikende in französischen Häfen weilgerten sich kürzlich, einen für Indochina bestimmten Waffentransport zu laden. Jeden- falls verdichtet sich in diesem fernen tropischen Bereich gegenwürtig die Weltspannung am stürksten. b. Beamtenernennungen durch oberste Bundesbehörden Bonn. Die Bundesreglerung hat auf ihrer Lestrigen Kabinettssitzung eine Anordnung Veräbschledet, nach der bestimmte Beamten- gruppen, etwa vom Regierungsrat abwärts, von den obersten Bundesbehörden ernannt und ent- lassen werden können. Damit hat der Bundes- —— diesen Behörden gemkß Artilcel 60 des rundgesetzes einen Teil seines Rechts zur Er- nennung und Entlassung von Bundesbeamten enn und Bundesrichtern Überlassen. 50 Das Kabinett hat auflerdem einen Gesetzent- wurt über die Finanzverwaltung verab- schledet. Es betrifft besonders dle Organisation der Mittelbehörden und der örtlichen Behörden. Bayern-Regierung bleibt am Milcrofon München. Der„Bayrische Rundfunlc“ beschloß in einer öffentlichen Sitzung, die Sendung„Die Regierung spricht“ beizubehalten. Der stellv. Vorsitzende Heinz Beck hatte beantragt, die Sendung abzusetzen oder auch die Opposition zu berücksichtigen. 9 In der Debatte wies Staatsselcretär Dr. Dieter Sattler daraut hin, daß sich die Regierung in dleser Sendung nicht als Partei, sondern als Verwaltungsspitze an die Hörer wende. —⏑⏑⏑ SSSS———— EEULIILETON Die Oper im Westen in Opernbühnen und kelne Staatsoper— Das Publikum diktlert Die Oper ist von den drei Spielgattungen des Theaters die teuerste. Bei den Uberlegungen, Wie sle vorher zwischen Lübeck und Kiel, jetzt in zunehmendem, ja alarmierendem Maße in der westdeutschen Oftkentlichkeit angestellt werden, ob nümlich die Bühnen mehrerer, hier dicht benachbarter Städte zu einem einzigen In- stitut zusammengelegt werden sollen, spielt eine Hauptrolle die kostenverschlingende Oper. Da gie kein Schauplatz mehr für ständische Reprä-⸗ sentation, sei es des barocken Adels, sel es des Kapitalistischen Bürgertums ist, müssen Kklüinst⸗ lerische Gründe dafür sprechen, daſßß zwischen der Scylla angeblich unerschwinglicher Subven- tionen und der Charybdis völliger Thenaterschlie-⸗ ung manche Stadtthenter lieber die Oper als das Schauspiel opfern wollen.(Ha gen und 80⸗ lüngen 2. B. haben sich im Westen 8o ent⸗- schleden.) Das Problematische dieser Kunstge- ginnung wird durch einen schärfteren Blick auf die Situation der Opernbühnen deutlich. Oper in Ersatskormat Im größten deutschen Lande, Nordrhein-⸗ Westfalen, das gleichwohl Kkein Staatstheater unterhült, wird augenblicklich an 13 städtisch subventionterten Bühnen Oper gesplelt und ein eigener musilcalischer und technischer Apparat dafür unterhalten. Keine dieser Bühnen ist je- doch imstande, das gesamte Opernrepertotre mit Werlcen jeder Besetzungsgrößze zu spielen. Hier lst das Orchester zu Klein, dort fehlen die Sün⸗ ger flür einige, besonders die„schweren“ Fücher, Ein drittes Theater ist bühnentechnisch nur not⸗ dürttig ausgerüistet, lediglich künt haben Häu⸗ Ser, dle Uberhaupt als Opernbühren anausp.e⸗ chen sind. Dieser Aubhere Zwang zur Beschrän⸗ kung aut eine kleine Aus wahl aufführbarer Werke wülre erträglich, wenn er ortragen Würde, Aber sowohl der Ehrgeis von Bühnen⸗ leiltern und Dirigenten wie die Geschmacksdile⸗ tatur des Publilcums zwingen tast jeden dlieser Tageblatt ullier iagt ein Gericht und keine Purteiversammlung“ Erster Tag des Hedler-Prozesses— Eine Elfstunden-Verhandlung— Riesiger Andrang im Neumünster Rathaus Neumünster. Im Überfüillten Sitzungssaal des Neumünster Rathauses wurde gestern vor der Vierten Stratkammer des Landgerichts Klel der Frozefl gegen den chemaligen Bundestags⸗ abzeordneten der Deutschen Päartel, Wolfgang Hedler, eröftnet. Den Vorsitz führt Landgerichtsrat Otto Bau- Iick. Der 50 Jahre alte Angeklagte wird von dem Kieler Rechtsanwalt Dr. Hey en verteidigt. Dem Strafverfahren liegt eine Rede zu Grunde, die der Angeklagte am 26. November auf einer Kundgebung der Deutschen Partei in Einfeld bei Neumünster gehalten hat. Der Angeklagte erklärte sich als unschuldig. 2 82 Widersprüche beim Be Hedler erklärte bei der Vernehmung seines Werdeganges, daß er Kadettenkorps-Zögling, Freiwilliger im ersten Weltkrieg und Oberleut- nant bei der Luftwaffe im zweiten Weltlerieg gewesen sei. Nach Entlassung aus sowietischer Kriegsgefangenschaft, in die er nach der Kapi- tulation von Berlin geraten sei, habe er sich in Rendsburg als Angestellter des Evangelischen Hilfswerkes niedergelassen. Diese Anstellung habe er aufgegeben, als er Bundestagsabgeord- néeter wurde. Zu einem Wortwechsel mit dem Vorsitzenden kam es, als Hedler behauptete, erst am 30. Jan. 1934 in die NSDAP eingetreten zu sein. Der Vor- sitzende hielt ihm eine Photokopie aus der Ber- liner Dokumentenzentrale vor, aus der hervor- Hing, daß Hedler bereits seit dem 1. Jan. 1932 Mitglied der NSDAP war, Der Angelclagte konnte diesen Widerspruch nicht aufklären. Er blieb dabei, daß er 1934 korporativ vom Stahl- helm in die NSDAP überwiesen worden sei. Der Vorsitzende teilte mit, daf gegen Hedler ein neues Entnaziflzierungsverfahren beginnen soll, um die Widersprüche zwischen ihm und der Do- Kkumentenzentrale aufzuklären. Hedler gab an, daßb er vor 1933„national-liberal“ gewesen sei. Er habe der Deutsch-Nationalen Volkspartei an- gehört. Der Vorsitzende verlas einen Rede- Auszug, der von dem SpPD.Landtagsabgeordneten Fi⸗ scher(Schleswig-Holstein) angefertigt worden War. Danach soll Hedler jede deutsche Kriegs- schuld abgelehnt haben, Schuld am derzeitigen Elend trügen, so soll der Angeklagte gesagt haben, allein die deutschen Widerstandskämptfer. Hedler habe dann ein Wiedergutmachungsgesetz für„Vertolgte Nationalsozialisten“ gefordert. Auf eine Rede Dr. Schumachers im Bundestag ein- gehend soll Hedler die Auffassung des 8PD- Vorsitzenden zurückgewiesen haben, daß die Widerstandskümpfer ein internationaler Aktiv- posten Deutschlands seien Hedler häbe erklärt, er béedanke sich für dlése Vaterlandsverräter und Juden. ihre„Anhimme- lung“ bedeute eine Verhöhnung der deutschen Gefallenen. Weiterhin soll Hedler ausgeführt haben, die Vergasung der Juden sei vielleicht nicht das rechte Mittel gewesen. Es hätten an⸗ dere Mittel gefunden werden müssen, um die Judentrage zu lösen, Zu den Mighandlungen der Juden imn„Dritten Reich“ habe Hedler auf das Elend der deutschen Ostvertriebenen hingewie- sen. Er soll außerdem einen Arbeitsdienst für die deutsche Jugend gefordert haben. Zum Krlegsausgang habe Hedler unter Hin- weis auf die Bücher von Puttkammer und Schlabrendorfl und den trüheren schleswig-hol- steinischen Ministerpräsidenten Steltzer erklärt, Deutschland habe den Krieg nicht wegen Er⸗ 1 1 Teilbetriebe, über seine Verhältnisse zu leben und— grob gesagt— künstlerisch Hochstapelei zu begehen. Welches sind denn die Triebfedern dleses wun- derlichen Drangs zu einer Opernpflege im Er- gatzftormat? Primär ist natürlich die Freude der Hörer am Gesang. Sie ist als sehr bescheiden zu bezeichnen, wenn man bedenket, mit welchen Stimmen man sich dahin zufrieden geben muß. Auch das Schauelement, das in der Oper sich üppiger als im Schauspiel ausleben kann, wird in der Praxis aus materiellen Gründen derart einge- grenzt, daß kluge Regisseure überhaupt darauf Vevzichten, auf die Musik verweisen und mit „modernen“ Inszenierungen alter Werke die durstigen Augen ihrer matten— enttäu⸗ schen. Es bleibt als stärkster Impuls die An⸗ hüänglichkeit der Leuteanbestimmte, ihnen bekannte Werke. Sobald bei der Be- rufung aut das Künstlerisch-Geistige die Schwelle des Gewohnten überschritten wird, versagt aber dieses Interesse. Deshalb sind alle Versuche, die Stimme der Gegenwart auch in der Oper erklingen zu lassen, derart aussichtslos, dall in dieser Spielzeit an neuèren Werken wesentlicher Komponisten von den 13 Opernbühmen nur die „Circce“ Werner Pgles in Wuppertal auk⸗ getführt wurde, Bringt der Publizitätsdrang eines Theaterlèeiters dennoch einmal eine„Urauftüh⸗ rung“ heraus, dann sind es, Wie in den beiden einzigen Fällen im Westen, Neuveroperungen trüher schon erfolgreich gewesener Vorlagen, Wie„Das verzauberte Ich“ von Ottmar Gerster Wuppertah und„Derversie⸗ H(elte Bürgermeister“ von Hans Brehme, deren Sufets beide schon von Leo Blech zu gseinerzeit gültigen Opernlösungen getührt wor⸗ den sind, ohne dall deren Rang von szeinen Nach⸗ tretern auch nur erreéicht würde. Der Ruf nach Wagner Was das Publikum, um dessen Befriedigung die 13 Bühnen 80 selbstquälertsch ringen, aber uun lautesten verlangt, das ist die„grohe Oper“ und das spätromantische Musikdrama Hheldes Gattungen, die eigentlich kaum drel der westdeutschen Operntheater unter Aufhle⸗ tung von Hiltskräkten guten Gewissens splelen Käönmen., Der Wieder sehr vernehm'iche Ruk nach Richard Wagner mah un des Fassenraports Als Nebenkläger ließ das Gericht den SPD-Vorsitzenden Dr. Schumacher, den Bundestagsabgeordneten Jakob Altmaier. (SPD) und den bayrischen SPD-Landesvorsitzen- den Waldemar von Knöringen zu. Außerdem treten Hinterbliebene ehemaliger Widerstands- Kümpfer als Nebenklüger auf, darunter der Sohn des nach dem 20. Juli 1944 hingerichteten Leip- ziger Oberbürgermeister Gördeler. Unter den 35 Zeugen beflndet sich u. a. auch der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, The- odor Steltzer. Der Rathaussaal konnte lüngst nicht alle Zu- hörer fassen. Der Anklagevertreter, Staatsanwalt Dr. Preis, meinte, die Größe des Verhand- lungsraumes stehe im umgekehrten Verhältnis zur Bedeutung des Prozesses. ginn der Vernehmung schöpfung, sondern durch Verrat und Sabotage Verloren. Den Vorsitzenden der SpD in Bayern, Waldemar von Knöringen, habe der Redner als Spitzel bezeichnet, weil er Major im britischen Gehelmdienst gewesen sei. Schließlich habe Hedler gesagt, es sei den Deutschen nie so gut gegangen wie bis 1945. Deutschland lehne ein „neues Affentheater“ in der Demokratie ab. Einer allein müsse die Verantwortung tragen. Hedler bezeichnete diesen Auszug Fischers zu 60 Prozent unwahr und zu 40 Prozent entstellt. Mit Einwilligung des Gerichts wiederholte er seine Einfelder Rede. Mit steigender Erregung führte der Angeklagte aus, es sei ihm in Ein- feld nicht in den Sinn gekommen, die Juden, die Widerstandskämpfer oder andere Vollesgrup- ben zu diftamieren. Nachdem Dr. Schumacher und der frühere Reichstagspräsident Löbe im Bundestag die Widerstandskäüämpfer hervorge- hoben hätten, habe ihm daran gelegen,„die deutsche Sache zu vertreten.“ Er habe die Mitarbeit der Juden am deut- KPDO- Broschüre als Zum Schluß seiner Ausführungen wies Hedler die Feststelung des Göttinger Historilcers Pro- fessor P. S. Schramm zurück, Deutschland“ habe den Krieg wegen Erschöpfung verloren. Hedler meinte, Schramin Könnte die wahren Ursachen für die Niederlage jetat noch nicht vom grünen Tisch übersehen. Die Ansicht Schramms, Deutschland habe keine Wunder-⸗ Waffen besessen, beantwortete Hedler mit dem Hinweis auf alliierte Angaben. Zu der Beschuldigung, beleidigende Aeuße- rungen über Angehörige der jüdischen Ge- meinde gemacht zu haben, erklärte der Ange- klagte, daß die ihm vorgeworfenen Formulle- rungen weder wörtlich noch inhaltlich richtig selen. Punkte, nach denen er Theodor Steltzer und Dr. Kurt Schumacher beleidigt habe, als unwahr, Auch habe er Waldemar von Knö'⸗ ringen nicht einen Spitzel genannt. Er habe lediglich eine Broschüre„Kuriere, Spitzel und Spione“ benutzt. In der sei von Knöringen als krüherer Major in englischen Diensten bezeich- net Worden. Der Anwalt des Nebenkclägers Dr. Schumacher beantragte, den Hochschullehrer Dr. Schmidt aus Klel als Zeugen zu vernehmen. Hedler soll im Juli 1949 in Westensee bei Kiel eine Rede gehalten haben, die im wesentlichen die gleiche sei, wie die zur Debatte stehende. Der Gerichtsvorsitzende ermahnte die Zuhörer Willen wohl oder Übel aber auch an kleineren Bühnen befriedigt werden. Wenn man wie in Essen und Köln wohl über einigermaßen ausreichende, der Originalbesetzung freilich noch immer sehr fernstehende Orchester verfügt, aber zu kleine Bühnen hat, um auch nur das Min- destmalßl an unentbehrlichem Realismus zu ent- kalten, dann hilft man sich mit„Stilisterungen“. Was in beiden Städten z. B. beim„Lohen- grin“ eine Farce an Geschmacklosigkeit und Verantwortungsmangel gegenüber weltläuflgen Meisterwerken deutscher Bühnenkunst War, das wurde durch eine beflissene Propaganda als „KEntbayreuthisterung“ angepriesen künst- lerische Falschmünzerel, die besonders der Ju- gend eine irreführende Vorstellung vom Genie Richard Wagners vermitteln mußb. „„„und Richard Strault Die beiden größten, musilcalisch am sichersten ktundierten unter den rheinischen Opernbühnen konnten es sich unter diesen Umständen natür-⸗ lich nicht versagen. auch kür Richard Strauhß mit zweil Werken einzutréten, mit denen er vor mehr als vier Jahrzehnten Epoche machte. Da⸗ bel felang Düsseldort durch äußerste Zu- gammenkassung seiner(und auswärtiger) Kräkte eine„Flektra“- Auftührung, die unter H. Hollreisers aufwühlender Musikleitung mit Erna Schlüter a. G., Margarethe Tesche“ macher, Helmut Fehn und Martha Möd! eine Spitzenleistung des deutschen Opernthe⸗ uters näch dem Kriege als Ausnahme hinstellte. Das veranlaßte K6In, jetat auch die früher ent- gtandene„Salome“ zur Diskussion zu gtellen. Rüickcte bei der Wiederbegegnung ihre glühende Partitur immerhin— mehr als die dichtere „Hleletra“— in die entwicklungsgeschichtliche Funletion einer Vorstudie im Strauflischen Le⸗ benswerk, so War Köln vor allem durch den Be- gitz eines grohben Orchesters(das von Richard Kraus fast zu Kraftvoll aufgetrieben wurde) und durch eine verheiſfſungsvolle Sängerin der Salomepartle(Walburga Wegner) ualiflzlert, mit d ser von Herbert Maisch verständnis⸗ voll und paychologisch dittérenstert inszenlerten KEinstudterung dem atavistischen Bedürtnis nach dem„grollen“ Mustkdrama zu frönen. Von den nugenblickelich zur Debatte gtehenden Fustons- plänen der Bühnen von Düsseldort, Köln und Hedler bezelichnete auch dle Anklage- schen Wiederaufbau keineswegs abgelehnt, son- dern nur darauf hingewiesen, daß deutsche Menschen genügend vorhanden seien. Er sei auch datür eingetreten, daß vor einer Wieder- gutmachung an den Opfern des nationalsozia- Uistischen Regimes die Versorgung der Kriegs- beschädigten und Hinterbliebenen geregelt wer⸗ den müsse,. Er vertrete auch heute noch diesen Standpunkt, ohne eine Diffamierung damit au Verbinden. Hedler bestütigte auch, daßh wieder ein Ar- beltsdienst für die deutsche Jugend eingeführt werden müßte, wenn sie„zu hrem deutschen Glauben zurückgeführt“ werden solle. Das natlo- nalsozialistische Vorbild habe er allerdings nicht gemeint. Vom Bundeskanzler habe er eine mehr autori- täre Haltung verlangt. Im Zusammenhang mit der Politik Dr, Schumachers habe er nicht von Landesverrat gesprochen. Ueber die politischen Widerstandskämpfer habe er gesagt, sie würden im Ausland als Landesverräter angeschen, da sie sich betätigt hätten, als ihr Land im Kriege lag. Der Angeklagte zitierte dann Auszüge aus einem Vortrage des amerſkanischen Journalisten Armstronß in Deutschland, der gesagt habe, daß„Krätte außerhalb unserer Kontrolle“ den Krieg verursacht hätten. Aehnlich habe sich der britische Militärschriftsteller Liddle-Hart geüußert. Armstrong hatte auch die Entnazi- flzlerung als„Verspottung des Gedankens der Freiheit und Demokratie“ bezeichnet. Aus einem Mitteilungsblatt der Hamburger 8SPD aus dem Jahre 1946 zitlerte Hedler eine Bekanntmachung, nach der die SpD der Militärregierung Beweis- material gegen ehemalige Nationalsozlalisten beschaffen wollte. Zur Entnaziflzierung erklüärte Hedler, daß die wirklichen Verbrecher vor ein Gericht gehörten. Für den einfachen Partei- genossen aber müsse man eintreten. lnkormationsquelle mehrfach zur Ruhe,„Hier tagt ein Gericht und keine Pärteiversammlung.“ Der Anwalt Dr. Grebe stellte dem Angeklag- ten verschiedene Fragen zu politischen Pro- blemen. In den meisten Fällen verweigerte Hed- ler die Antwort. Von dem Garantie-Abkommen zwischen Großbritannien und Polen vor dem Krlege WiIll Hedler nichts gewußt haben. Es sei ihm auch unbekannt gewesen, daß deutsche Truppen ohne Kriegserklärung die polnische Grenze Überschritten haben. Als ersten Zeugen verhörte das Gericht den SPD-Landtagsabgeordneten Heinrich Fischer, der die Einfelder Rede teilweise mitgeschriében hatte. Er, Fischer, haben den Eindrudde gehabt, dahb Hedler neue Haßgefühle hervorrutfen wollte, Der Protokollführer der DP in Hinfeld, Hein- rich Herrendorf, meinte, daſ Hedler nicht hätte hetzen wollen. An Einzelheiten der Rede könne er sich nicht mehr erinnern. Ein der CDU nahe- gtehender Zeuge bestätigte, daß der Angellagte Steltzer einen Landesverröter genannt und von von Knöringen behauptet habe, daſl er Spionage für England getrieben habe, Außerdem bestä- tigte der Zeuge die Außerungen über die quden in Deutschland. Die Beweisaufnahme gestültete sich schwierig, well die meisten Zeugen sich nicht mehr genau an die Hedlerschen Ausführungen erinnern konnten. Einigemal kam es zu Zusammenstößen zwischen der Verteidigung und den Vertretern der Nebenklüger. Der Verteidiger erhob den Vorwurt, daß Suggestivfragen an die Zeugen gerichtet würden. * Bonn wird es abhüngen, ob das Land der 13 Opernbühnen mit Hilte des Staates wenigstens ein einziges Operntheater erhält, das alles auf- kühren kann, Was das Repertotre enthält und das Publikum begehrt, ohne daßß die Künstler stän- dig von einem schlechten Gewissen geplagt wer⸗ den müssen. Johannes Jacobi Erwin Metzke, Handlexikon der Phi- LosopPhie. F. H. Kerle Verlag, Heidelberg. Gehunden, 467 Seiten, DM 15.—. In der Reihe der von Prof. Dr. E. Vierneisel herausgegebenen Heldelberger Terxrte ist ein Handlexikon erschienen, das ausdrücklich nicht nur tür den Studenten, sondern kfür alle Geblldeten bestimmt ist. Jeder philosophische Ausdruck ist hier erklärt, jeder philosophische Begritt in wenigen Zeilen genau umrissen, Dabel sind auch die Begrifte der allerneuesten philo- Sophischen Richtung, 2. B. der Existenzphiloso- Phie erklärt. Im Anhang kinden wir ein umkang⸗ relches Philosophen-Lexikon, das in Kurzbiogra- pPhien die lebensgeschichtlichen Daten und Werke aller Philosophen verzelchnet und zugleich ihre Lehre charakteristert. Beide Ahteilungen, das Begriffs-Lexikon und das Philosophen-Lexikon, sind sehr weit umgreikend und berticksitchtigen 2. B. auch Erscheinungen und Leistungen der Zwischengeblete zwischen Naturwissenschaft und Philosophle. Die Atomphysile findet ebonso eilne Erklärung wie die Lehren von Jaspers, Heldegger oder Klages. Maximilian Schmieder- Der ostyreubisoche Dichter Hans Joachim Hlcker, der jetzt in Wilhelmshaven lebt und dessen Dramis Fod des Odysseus“ im Mal vertgangenen Jahres mit beachtlichem Frtolg in Braunschwelg Urauttzetührt Wurdke, it nach selner Mittellung zu einer internatlonglen Schriktsteller- und Künstler⸗ tagung, die der Okumenische Rat Anfang Mal aufk Chateaude Bossy am Genter See veränstaltet, eingeladen worden. An der Spitze des Komitees gteht der englische Dichter T.§. Eltot. PFrot. Ur. Hans Kedlmaver, Wlen, sprlehtt Iim Rah⸗ men der Veranstaltungen der Arbeltsgemeinschakt kr Kkunstgeschiehtliche Lichtbilder-Vorträge am 2. Februar. 20 Uhr, im Hörsanal 13 Uber„HIM-⸗ mol, EFrde und HKölle, die Welt der ohristliehen Kunst“, Eintrittsprels 1 DR. eeee Miedersehen im Pfaflengrund Da bist du jal“ riet gestern eine Frau im Pfaf- tengrund, als sie in der Ausstellung bisher be⸗ schlagnahmter und nun treigegebener Möbel ihr altes, liebes und 680 lange vermißtes Nachtleästle Wiederfand. Und sie würe keine Frau gewesen, wWaonn sie nicht gleich mit einem Tüchlein der Staubschicht zu Leibe gegangen würe, die sich auf der Politur angesiedelt hatte.„Wenn das Ihr Nachtkästle ist“, sagte ainer der Männer, die diese Ausstellung betreuen,„dann werden wir auch Rleich die dazugehörigen Betten haben,“ sprach's und führte die erstaunte Rohrbacherin ein paar Günge weiter, und siehe da: auch die Betten hatten mre Besſtzerin wieder.„Man bekommt einen Blick dafür“. erläuterte der Vertreter des Besatzungs- kostenamtes,„wenn man eine Zeitlang hier tätig ist. Man sieht dann gleich, Wwas zusammengehört.“ „Nicht alle“, 60 ließen wir uns erklären,„die bier ihr Higentum wiederfinden, sagen uns das. Manchen ist es lieber, wenn sie Anspruch auf Bar- Feldersats erheben Kkönnen. Es gibt zwar nicht Viel, nur 10 Prozent; aber wo sollen die Leute mit den Möbeln otft hinl Frühter hatten sie viele Zim- mer, Jetzt sind ste irgendwo hineingequetscht. Da tehlt es dann an Raum. Sie müßten Lagergeld be- — und das sind die Möbel oft nicht mehr Wert. Von der Berechtigung dieses Einwandes konnten Wwir uns dann bei der Besichtigung des Lagers überzeugen, das mit den unterschiedlichsten Möbel- stücken vollgestopft ist. Nicht alle aind s0, daß das Wiedersehen Freude macht; aber andere machen einen geschonten Findruck, und im ganzen ist der Eindruck besser als bei den bisherigen Ausstel- hungzen. Was schlechter wurde, ist die Wahl der Ausstel- lungshalle, die man Über die Haltestelle Markt⸗ straſle erreicht. Von dort an zeigen Richtungs- gchilder den Weg. Diese Nachhilfe ist nötig, denn es geht bis an die äußerste Perlpherſe des Indu- striegeländes, also weit über die Grenze einer Ublichen Ortskenntnis hinaus. Die Oeffnungszeiten. die wir bereits bekanntgegeben haben, seien wie⸗ derbholt: 9—12 und 16—16 Uhr bis einschließlich 13. Februar. —— Ein Geschäftsjubildũum DBau- und Möbelschreinerei Heinrich Sta del, derg. Häusserstraße 3. kann am heutigen 1. Februar auf ihr 70jähriges Bestehen zurück- blicken. Bereits durch 3 Generationen wurde die Firma von tüchtigen Handwerksmeistern geführt. Gründer des Unternehmens war Ausgust Stadel. der den Grundstein in der Plöek im Jahr 1660 legte. Er sledelte dann in den neunziger Jahren nach der Bunsen- und spüter nach der Häusser- straſßſe 3 Über. Am 1. Mal 1919 übernahm sein Sohn Oskar Stadel das Unternehmen. Nach dessen Tod Eing die Firma im Jahr 1986 auf die 3. Generation. den jetzigen Inhaber Heinrich Stadel über. Die Firma steht schon seit Jahren in bestem Ruf wegen ihrer guten gediegenen Arbeit auf dem Gebiet des“ Schrelnerhandwerks. ˖ Wie sleht es in Westberlin aus? Wie berelts mitgetellt, wird am heutigen Mitt- Woch, 1. Februar, 20 Uhr, im Hörsaal 13 der Neuen Universtät ein aktueller Vortrag mit Farblicht- bildern über das Thema:„Lebendiges Ber- lin“ stattfinden. Referent des Abends ist Dr. Philipp vom Verkehrsamt des Westberliner Magi⸗ strats, der seiner Heidelberger Hörerschaft ein in- teressantes Bild von allen Lebensbedingungen im trelen demokratischen Berlin zeichnen wird. Zugleich wird Dr. Philipp auch eine großle An- zähl praktischer Winke für alle, die Reisen nach Berlin unternehmen wollen, geben und zu wert- Vvollen Aufschlüssen über heutige Unterkunftsver- hültnisse und industrielle und gewerbliche Tätig- kelt im Berliner Raum jenseits des Eisernen Vor- hangs bereit sein. Anfragen aus dem Zuhörerkreis können an den Redner gestellt werden. Die FHei- delberger Bevölkerung wird gebeten, dureh starken Besuch dieses Abends ihrer Verbundenheit mit der Bevölkerung des freien Berlins Ausdruck zu vor- lolhen. Fasching bei der 788 78 Wie im letzten Jahr, Wartet die T86 76 auch dlesmal mit einem groflen Faschingsprogramm auf. Am kommenden Samstag, 4. Februar, findet in der Festhalle Leimen ein großer Maskenball mit Prä- mllerungz statt. Zweil erstklassige Kapellen, Sekt⸗ buden, Bar und zauberhafter Saalschmuck bieten Gewähr, daß alle Besucher bei echter Karneval- stimmung vergnügte Stunden erleben.— Der zwelte Maskenball der 7ger steigt am Rosenmontas in sümtlichen Räumen des„Schwarzen Schifls“. Neben diesen belden Veranstaltunzen des Hauptvereins halten noch die einzelnen Abteilungen thre Ublichen Faschingsveranstaltungen ab. Anmeldetrist für„Melstersingerwettbewerb“ der Jugend verlüngert! Das Büre von GVA hat bekannttzegeben, daß sich Bewerber noch bis 16. Februar zur, Tellnahme am Melstersingerwettbewerb. welcher Ende April 1950 von 16. bis 25/ährigen Jugendlichen der gauzen Us-Lone in Nürnberg ausgetragen werden soll, an- melden können. Auskunft über die Teilnahme- bedingungen gibt ſedes GVA-Jugendheim; jede GVIUDienststelle nimmt Anmeldungen entgegen. Nättgenfalls wende man sich an- GVA-Büro Nord- baden, Heidelberg. Soflenstraßbe 6. Nebe elteren Preisen sind ein Stipendltum von 2000 5 erster, ein Stipendtum von 1000 DM als zWelter, und eines in Häöhe von 500 DM als dritter Preis ausgesetzt. Prof, Dr. Hans Sedelmaver aprleht in Heldelbers Kunstgelehrte und Der hervorragende Wiener Autor des viel erörterten Werkes„Verlust de! M„eine geistvolle Auseinandersetaung mit der fie nen Kunst, wird am Donnerstag. 2. Februar im örsaal 13 der Universttät Uber das Themt „HUmmoel, FEFrde und H611e— die Wel! de ehrlstliehen Kunst“ sprechen. Det V aß fndet im Rahmen der neu gegründeten, Asgemelnschaft tür kunstgeschichtliche Licht, b ervortrüige statt. Die Auslandsabtellune der Universitkt Heidkelbers ver stältet am Freltag, 8,. Febr., ihr Winterkest im K aunl des Schlosses, Karten szind nur geten pe. lche Kintragung in eine Namensliste bei der A ndsäbtetlung der Untversität, Alte Untverst⸗ tüt, Ummer 21. in beschränktem Maßhe erhältlich, DIISTADTSEIII Lier Läden und ein Verkehrs-Pavillon werden irei Weitere Pläne für weitgehende Rückgabe beschlagnahmter Geschäftshäuser Am 31. Dezember vorigen Jahres veröffent- Üchten wir die Mittetlung des US Resident Offl- cers Mister William T. Neel, in der eine Ent- scheidung über die Möglichkelten der Freigabe von beschlagnahmten Heidelberger Geschäfts- häusern innerhalb von 30 Tagen angekündigt wurde. Ein oflener Brief des„Tageblatt“ an den Hohen Kommissar Mr. John MecCioy War dieser Mitteilung des Heidelberger Vertreters des Ho- hen Kommissars vorausgegangen. Gestern fand im Heidelberger Rathaus im Dienstzimmer Mr. Neels eine Pressebesprechung statt, in deren Verlauf das amerikanische Ver⸗ sbrechen eingelöst und folgendes bekannt gege- ben wurde: Eingehende Untersuchungen des Heidelberger Standortkommandanten, Colonel Lloyd, zusammen mit Mr. W. T. Neel haben im Zusammenhang der beschlagnahmten Geschäfts- häuser stattgetunden und finden weiterhin statt. Die Amerikaner sind bereit, laufend alle Mög- lichkeſten in Erwügung zu ziehen, um beschlag- nahmte Geschäftshäuser den Deutschen zurück- zugeben. Als nüchster Schritt wird aufler den bereits in den letaten Monaten durchzeführten Frei- gzaben die Rückgabe von 4 Läden im Schrieder- Rondell an der Rohrbacher- Ecke Bahnhofstr., sowie das Pavillon des Heidelberger Verkehrs- umtes am FEingang der Friedrich-Ebert-Anlage ungekündligt. Weiterhin bestehen zwei Pläne, durch 26000 Jngendliche und Sporiler wurden betreul Kreisjugendausschufß und Jugend sekretariat ziehen Jahresbilanz Der Kreisjugendausschuß kann auf ein arbeits- reiches Jahr zurückblicken. Es sind, wie erklärt Wurde, 6 500 Jugendliche auf 13 Jugendgruppen, 20 204 Sportler von 43 Vereinen und darüber hin- aus die gesamte Jugend des Kreises sozial und beruflich betreut. Die Ergebnisse dieser ehren- amtlichen Arbeit sind gemessen an dem nied- rigen Etat(4729.66 DM Einnahmen und ein städtischer Zuschuß von fast 14 000 DM) entspre- chend hoch zu bewerten. Es wurde in diesem Zu- gammenhang einstimmig beschlossen, bei der Stadtverwaltung eine Erhöhung des Zuschusses auf 50 000 DM zu erwirken. In einem Bericht über die Lage der Jugend- lichen wurde die Feststellung getroffen, daß Kriminalität, Verwahrlosung und allgemeine Ge- fährdung der Jugendlichen nach der Währungs- reform fühlbar nachgeèlassen haben. Der Gesund- heitszustand der Jugendlichen wird im allgemei- nen als zufriedenstellend bezeichnet, wenn auch noch in vielen Fällen körperliche, seelische und geistige Entwicklungsstörungen als Folgen des Krieges und der Nachkriegszeit bestehen,„Trotz der allgemeinen Besserung,“ s0 fährt der Bericht kort,„gibt es noch qugendnot durch Mangel an Lehrstellen, durch Arbeitslosigkeit der Eltern und Jugendlichen, durch niedrige Verdienstmög- lichkeiten und durch schlechte Wohnverhältnisse.“ Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Verhält⸗ nisse konnten aber durch die Bemühungen des Ausschusses von 2500 männlichen 1900, von 2500 weiblichen Schulentlassenen 1700 in Lehrstellen untergebracht werden. Fachschulen und Arbeits- arnt veranstalteten darüber hinaus Umschulungs- kurse und Vorbereitungskurse für die Gesellen- und Meisterprüfung, die ganz besonders den Heimkehrern zugute kamen. Die Bemühungen um die Wiedereröfftnung der Jugendherberge führten zum Erfolg: Von April bis September wurden im Handschuhsheimer Schlößchen 10 160 Jugendliche und 1369 Erwachsene beherhergt. Den Engpaſb des Lehrlingswohnheltns, das noch in der Jugendherbergse untergebracht ist, hofkt man durch den Neubau eines gemeinsamen Jugend- wohnheims für die Kreise Heidelberg und Sins- heim aus Soforthilfemitteln zu überbrücken. Je- doch steht darüber die Hntscheidung noch bevor. Die Ausstellung„Schaffende Jugend“, deren Reinerlös zur Schaffung von Lehrwerkstätten im Rahmen der Gewerbeschule verwendet wurde, War ein voller Erfolg und soll alle zwei Jahre wWiederholt werden. Auch die Ausstellung„Das Kinder- und Jqugendbuch“, die als praktische Mahnahme gegen Schmutz und Schund gedacht War, fand ein lebhaftes Echo.— An das Stadt- theater wurde die Bitte gerichtet, die 50qrozen- tige Ermäßigung kür Schüler der Höheren Schu- len und Fachschulen auch auf die Mitglieder der Jugendgruppen auszudehnen. Die jugendlichen Theaterbesucher, die zum großen Teil aus dem Kreisgebiet, ja sogar aus Sinsheim hierherkom- men, sind ein wichtiger Werbefaktor für das Theater. Um das Interesse der Jugendlichen an kulturellen Veranstaltungen zu wecken, sollten vorher einführende Vorträge stattfinden. Im Mittelpunkt der Jugendarbeit des Jahres 1950 sollen neben der Fortsetzung des Vortrags- den Amtstuben, Mensch üÜber die Bürokratie trlumphiere, Um zu programms und der Jugendleiterausbildung Zelt- lager, Wanderungen und Freizeiten stehen, durch die möglichst vielen, auch nicht organisierten Jugendlichen ein Ferienaufenthalt geschaffen werden soll. Der Kreisjugendausschuß will auch im kommenden Jahr die Betreuung der Sport- Vereine fortsetzen, die schon bisher erfolgreiche Jugendarbeit geleistet haben. Weiter hofft er die Freigabe des Hallenbades, des Thermalbades und des Gymnasiums zu erreichen und begrüßt das Vorhaben der Stadtverwaltung, ein Frei⸗ ehwWim mba d azu errichten. Im Anschluß an den Geschäfts- und Kassen- bericht wurde der bisherige Vorstand wieder- gewählt, der geschüftsführende Organisations- ausschuß wiedergewählt bzw. ergünzt. Der Vor- sitzende des Landesjugendausschusses, Leis, übte dann scharfe Kritik am Bundestag, da die wichtigsten Jugendgesetze(Jugendwohlfahrts- gesetz, Arbeitsschutzgesetz und Adoptionsgesetz) noch nicht verabschiedet selen. Zum Schluß der Tagung wurden verschiedene Anträge eingebracht, u. a. Erweiterung der Fahr- preisermäßhigung der Bundesbahnen auf Jugend- leiter. Der Jugendkreis der„Christengemein- gchaft“ wurde neu aufgenommen, der Aufnahme- antrag der„Freien Wandervögel“ an den Orga- nisationsausschuſl verwiesen. Dem Vorstand des Krelsjugendausschusses, Brenn, wurde für seine erfolgreiche Arbeit Anerkennung ausgesprochen. Mittwoch, I. Vebruar 1050 Kr. 81 Seſte 9 deren Verwirklichung sich die Amerikaner eine Weltgehende Freigabe beschlagnahmter Ge⸗ schüftshüuser versprechen. Plan 1 würde, wie betont wird, eine Rückgabe in größtem Umfange ermöglichen und wahrscheinlich auoch dle Frei- gabe des Kaufliauses Kraus(PN) und des Ge- schäüftshauses der Firma Bredl Madio Repair Shop) nach sich ziehen. Plan 2 stellt so etwas wie einen„Reserveplan“ dar. Es sei aber, 80 wWird betont, zu hoffen, daß der erste Plan auf keine unlösbaren Achwierigkeiten stoſte, wenn- gleich seine Verwirklichung natürlicherweise eine gewisse Zeitspanne beanspruchen würde. 5 Wenn auch die oben angekündigte Rück⸗ gabe von vier Läden und einem Pavillon und die Aussicht auf weitere Freigaben die augen- blickliche Situation Heidelbergs in Bezug auf die Beschlagnahmungen noch nicht wesentlich er- leichtert, so darf doch mit Befriedigung fest- gestellt werden, daß das ganze Problem ameri- kanischerseits in seiner Bedeutung für das Hei- delberger Wirtschaftsleben erkannt wird. Wo ein guter Wille ist— und den darf man den Amerikanern nicht absprechen— da ist auch ein Weg, und da ist vor allem die Möglichkeit, freimütig mit den entsprechenden Stellen die Dinge zu besprechen. Daſl der Heidelberger Ver“ treter MeCloys die Presse dabei als wichtiges Bindeglied zwischen den amerikantschen Stellen und den deutschen Geschäftsleuten und der Oeflentlichkeit betrachtet, ging aus der Ankün- digung Mr. Neels hervor, künftig den Kontakt mit der örtlichen Presse und seiner Dienststelle noch zu vertiefen. Wie wir von Herrn Gustav Schwaderer, dem Besitzer des Schrieder-Hotels erfahren, kann über die Art der Wiederverwendung der vier von insgesamt sieben Arkaden- Läden heute noch nichts gesagt werden, zumal noch nicht be- kannt zu sein scheint, um welche der freizu- gebenden Läden es sich handelt. Was den Pa- Villon des Verkehrsamtes betrifft, so dürfte kein Zweifel darüber bestehen, daß hier gerade im Hinblick auf die kommende Fremdenverkehirs- salson dieser Pavillon wieder als Auskunfts- stelle für den Fremdenverkehr und hoffentlich auch dem Heidelberger Zimmernachweis dient, der bis jetzt ein etwas stlefmütterliches Dasein in einer Bahnhofsvorplatzecke führte. „Der Mensdi soll über die Bürokrafie iriumphieren“ Landesfinanzprüsident sprach zu seinen Beamten auf einer Tagung in Heidelberg Der Prüsſdent des Landesflnanzamts Baden, Dr. Otto Nikolaus., Karlsruhe, kümpft einen erfreu- Uchen und belsplelgebenden Kampf. Der tempera- mentvolle, weilmähnige Finanzbeamte will, daß in erreichen, dall„denkende Menschen“ und nicht starre Buchstaben dié Verantwortung für Entschel- dungen Übernehmen und tragen, stellt sich der Prüsident selbst seinen Beamten und Angestellten im Lande zur Aussprache. Antfang dieser Woche rief er sich in Heidelberg die Müänner und Frauen der Finanzämter Schwet⸗ zingen, Sinsheim und Heidelberg vor sein Redner- pult im„Fuchsbau“. Neben sich lieſl er ein Platten- Aufnahmegerüt aufbauen, auf daß alles, Was hier „von Mensch zu Mensch“ besprochen wurde, Wort für Wort zu den Karlsruher Mitarbeitern getragen werden kann. Der Prüsident hofft, daß so im Laufe der Zeit Erfahrungen und Erkenntnisse zusammen- kommen, die seine Beamten in Theorie und Praxis 60 luekenlos mit Sach- und Fachwissen füllen, daß tatsächlich ſeder einzelne Steuerfall mit der„Sonde des menschlichen Verstandes“ und auch mit der 47J1 des Herzens erfaßt und behandelt werden ann. „Ach bemühe mich, ein freundlicher, entgegen- kommender Finanzbeamter zu sein“, bekannte der „erste Steuereintreiber und Zöllner“ Nordbadens. „Natürlich verbietet mir die Pflicht, als Mann des Fisleus eine falsche Weichheit, aber..“ lachend setzte der Präsident es hinzu,„mehr nehme ich den Leuten nicht ab als sie haben!“ 8o entwaff⸗ lahreshauplversammlung der Hohrbacher Körperbeschädigten Im Saale„Zum Adler“ hielt am Sonntagnach- mittag der Verband der Körperbeschädigten, So- zialrentner und Hinterbliebenen. Ortsgruppe Hei- delberg-Rohrbach, seine Jahreshauptversammlung Ab. 1. Vorsitzender Karl Schwarz, der seit der Gründung des Verbandes im Jahre 1946 die Rohr- bacher Ortsgruppe mit groher Umsicht aufbaute und leitete, gab den anwesenden Mitgliedern in klaren Ausführungen einen Rücleblick auf die bls- her geleéistete Arbeit. Der Verband,. 8s0 sagte Schwarz, sel im letzten Jahre ein Kroßes Stülche vorwärtsgekommen, nachdem erst vor kurzer Zeit der Zusammenschluß aller Verbände erfolgt sel. Die großen Anstrengungen der vergangenen Jahre beßzünnen nun in Bonn ihre ersten Früchte zu tragen. Wenn auch noch manche Forderungen für die Körperbeschädigten Ubrig geblieben seien, 30 könne der Beschluf der Bundesregierung, einen Betrag in Hähe von 90 Milllonen DM für Renten⸗ Vorschüsse bereitzustellen, als ein Erfolg der Arbeit des Gesamtverbandes gewertet werden. Anschliehend teilte Karl Schwarz der Versamm- lung mit, dall er infolge beruflicher Inanspruch- nahme sich leider außerstände sehe, die Ortsgruppe noch welter zu führen. Nachdem dem seitherigen Vorstand Entlastung ertellt war, wurde zur Neu- Wahl geschritten. Der Vorstand setzt sich ſetzt wie kolgt zusammen: 1. Vorstitsender Helmut Schön, Stellvertreter Fritz DPukamp. Kassterer Walter Cramer, Stellvertreter Aug. Mertes, Schritt⸗ führer Ottmar Steiger, Stellvertr. Frau Dehn. Beisitzer Karl Schwarz. Walter Fidinger., Frau Dutzi, Frau Weilnkötz, Hermann 8ti⸗ ber und Carl Raape. Pressewart Paul Kepp⸗ ner, Rechnungsprüter Dr. Wilms und H. Lang. Der neugewühlte 1. Vorsitzende Helmut Schön dankte seinem Vorgünger in warmen Worten kür die bisher geleistete Arbelt und bat die Mitglieder, in gleilchem Geiste wie bisher im Interesse aller Welterzuarbelten, Besonders am Herzen lege der Ortsgruppe Rohrbach das bittere Los der Familie Priebe: fünt unmündige Kinder, der Vater im Jahre 1943 gefallen. die Mutter vor wenigen Wochen gestorben. Diesen Kindern auch kKʒünftighin thre Lage zu erleichtern, hat sich die Ortsgruppe zur Aufgabe gestellt. Eine demnächst durchzuführende Sammlung soll da weiterhelfen, wo die behörd- lichen Unterstützungen nicht mehr ausreichen. Dieser Beschluß wurde von der Versammlung be⸗ sonders begrüßzt. Pake Stadtnotizen Nioht das Neckareis betreten! Die Poltzeidirek- tlon Warnt besonders die Jugend dringend vor dem Betreten des Neckareises, Das Eis, das gestern noch verhältnismäßig geschlossen war, lot durch den Temperaturanstlegß weltgehend geschmolzen. Austahlung der Unterhaltsbeihilfe. Wie das Amt für Soforthilte mitteilt, wird intolge Verzögerung in der Zuweisung der erforderlichen Geldbeträge die tür Februar zußesprochene Unterhaltsbeihilfe uusnahmswelse erst am g. oder 4. Februar zur Aus- zahlung gelangen Kkönnen. Kirche und Staat in den USA. Mittwoch, 20 Uhr Spricht im Amerikahaus Mr. Dwight Horner, Land Commisstoner's Offlee, Stuttgart, über„Church and State in the United States“. Mr. Horner lst zur Zelt Verbindungsmann kür säümtliche Amerlleahäu⸗ ger in Württemberg-RBaden. Die Skihasen frohlockten, als sie gestern die Welde Schneedecke sahen, die Stadt und Berge end- Uch wlieder Gberzuckert hatte. Aber mildée oe¹αν,-? nische Luttmassen verwaändelten ste im Laute des Lestrigen Tages nur allzuschnell Wieder in Kans gewönlichen Strallenschmuta, Nur auf dem Königstuhl, hlelt sich ein zwel Zentimeter dicker Sehngemantel, aut den dann gegen Abend ein lelch- ter Kisregen niedergiug. Aussichtent keine we⸗ gentliche Aenderung. KRodelschlitten und Rretter Können welterhin aut dem Dachboden bleiben, die ihm unterstellt sind. der ſ 0 Man soll die Henne, die goldene Eler 9 Kein⸗ nend die Selbstironie auch klang, man spürte hin⸗ ter dem Scherz, welcher Eifer diesen Mann trieb, sein sachliches und menschliches Anliegen an seine ihm unterstellten Münner und Frauen weiterzu⸗ Lebeds. l e 4 micht gchlachten!“ zitierte er und erkelärte an alten Sprichwort, wie sehr jeder Finansbeamter. besonders die Betriebsprüfer und Veranlagungs⸗- beamten, daran denken sollten, daß in der moder- nen Verflechtung von Kapital und Arbeit die Lebensschicksale unzühliger Menschen verborgen und eingebettet seien. Der Präsident erinnerte seine Zuhörer immer wieder, wie sehr es gelte, zwel Notwendigkeiten miteinander in Einklang ⁊zu bringen, Da sei einmal der Gehorsam gegenüber den vielfältigen Steuergesetzen, und da stehe zum anderen das vitale Bemühen der unter der Steuer- last stöhnenden Wirtschaft. Die Reichsabgabeordnung habe einen Paragra- phen, an den sich jeder Finanzbeamter zuerst und zunächst erinnern solle.„Das Finanzamt hat An- gaben des Steuerpflichtigen auch zu deren Gunsten zu prüfen“ heißft es im Gesetz. Von dieser Forde- rung gins der Präsident aus, auf ste bezogen sich seine Hinweise und in sie mündeten alle seine An- regungen. Immer wieder riet er den Betriebprü⸗ tern, nicht s0 sehr auf das Papier zu sehen. son- dern Über die Vielfalt einer Betriebsorganisation den Geist eines Unternehmens zu erfassen und 2u Werten.„Treibt mir die Steuerpflichtigen, wenn Ihr Sünden bei ihnen entdeckt habt, nieht durch starre Auslegung der gültigen Paragraphen in neue Steuerhinterziehungen hinein!“ meinte Badens erster Finanzbeamter, Neben diesem Rat stand zu⸗ Eleich das Versprechen, in den Karlsruher Amts- stuben gern die Verantwortung zu Ubernehmen. 60 Wahrhaft vernünkftige Auswege gefunden wurden. Dr. Nikolaus verwies auf die Möglichkeiten, die einem Steuersünder durch den„Bekenntnis“-Para- graphen gegeben selen.„Nicht immer gleich mit Straten drohen, täütige Reue ist besser!“ empfahl er. Mehr als zwel Stunden sprach der Prüsident. Jede Konvention war abgestrelkt. Sein Anliegen kam ihm vom Herzen. Man spürte, wie oft er C durchdacht und in Debatten hesprochen und ge⸗ Hltert hatte. Das Ergebnis seiner Ueberlegungen und Erfahrungen sollte ſetzt aber nicht als das Dogma des Präsidenten vom Katheder klingen. „Widersprechen Sie mir, wenn Sie glauben die Probleme besser und richtiger zu gehen als Ichl“ erklärte er seinen Zuhörern mehrmals.„Wir haben Ubergroſhe Aufgaben und zu Wenig Personal. Als0 müssen wir uns gemeinsam und Hegenseitig 80 bilden, dan wir als Menschen und Heamte klar und schnell unsere Arbeit tun.“ Als Oberreglerunssrat Mavyver, de orstehe des Flnanzamts Heldelberg, die Rinans⸗ beumten eröflnete, wünschte er, daſb die Ausfüh- rungen des Prüstdenten helfen möchten die Diver- genz zwischen Volk und Finanzamt zu' beseſtigen Der Wunsch Kann erfüllt Wwerden, wenn dle Steuer⸗ gechraube weniger schart Angesogen ist und wWenn in den Finanzümtern der Geist herrscht, der Nord. badens Finanzpräsidenten bewegt. — Wasserstand Rheln: Caub 66; Main: Stei l 188 chingen 103. Steinbach 186; Wochar! Plo- Wetterbertoht orhersage des Amtes für Wetterdie Hültig bis Dotmerstagtfrün: Am e n Wölket und Aunstig, zeitwelse letchter trlit Stellenwelse Glatteisbuldung. Nachmittags und in d Nadht zum Donnerstag wolkig. Im Woesentlichen nis⸗ derschlagstrei. Tagestemperaturen alk J—9 Grad a 10 Atelgend, nachits lelehter Frost bis SGrad Wentliche Winde. Weitere Ausstehten: keine Aenderung 0 Regen, Woeltere Siadtnachrlohten uaut Sette K Seite 4/ Nr. 81/ Mittwoch, 1. Februar 1950 Eüctb let und Vorechag Wir stellen vor: Malschenberg Die Gemeinde Mal- schenberg liegt am Nord- hang des Letzenberges und ist somit dem Ge- lände entsprechend eine Weinbaugemeinde- Was auch aus dem Gemein- dewappen ersichtlich ist. Neben dem Weinbau betreiben die Landwirte eine kleine Landwirt- schaft, die fast aus- schließlich dem Eigen- verbrauch dient. Nach 100⁰0 kamen dann drei Zigarrenfabriken in die Jemeinde in der dle heranwachsende Jugend Arbeit kand. Später fanden die männlichen Ar- beitskrätte auch in den umliegenden Ortschaften Arbeit, 2. B. in der Tonwarenindustrie, Fuchs- Waggon usw. Heute arbeiten bereits Über 200 Arbeiter in den nahellegenden Industrieorten. In den Jahren 102%%9 wurde in der Gemeinde ein Schwesternhaus lebaut, in welchem katho- ische Schwestern die Leitung der Kinder- und Nüähschule versehen, gleichzeitig wurde auch ein Brause- und Wannenbad eingerichtet, von dem reger Gebrauch gemacht wird. Ueber den ver- Zangenen Krieg kam die Gemeinde ohne häus- lichen Schaden wWeg. In den vergangenen trocke- nen Jahren wirkte sich vor allem die sehlechte Wasserversorgung aus, der notwendig Abhilfe geschaffen werden muß. Die flnanzielle Lage der Gemeinde ist sehr schlecht, namentlich jetzt, wo in der Gemeinde mehr als 100 Arbeitslose vor- handen sind. Die Wohnungslage in der Gemeinde lst ebenfalls bedenkelich, nachdem die Gemeinde über 200 Ostflüchtlinge unterzubringen hatte. Im Vergangenen Jahr wurden drei Wohnhäuser g- baut, die aber keine Wesentliche Entlastung in der Wahnraumfrage brachte, Für das Jahr 1950 sind vier Wohnhäuser geplant, die von der Ge- meinnützigen Baugenossenschaft der Kriegsbe- schüdigten gebaut werden sollen. Das Haupt- augenmerk wird in diesem Jahr die Gemeinde- verwaltung auf die Wasserversorgung legen. In diesem Zusammenhang wurde das Letzenberg- projekt, das schon vor 15 Jahren Gestalt an- nehmen sollte, wieder alcut. Die Verhandlungen über dieses Projekt, das die umliegenden Grt- schaften von der Wassernot befreien würde, sind noch im Gange. Mit der Durchführung könnte die Arbeitslosiglteit behoben werden.— Die Einwohnerzahl der Gemeinde beträgt 1198, darunter befinden sich nach dem jetzigen Stand 214 Ostflüchtlinge. LUDKREIS HEIDRELBEHOG LND UMHCERUYNG Machridten aus der engeren Heimal Evangellscher Gemeindeabend in Nufsloch Nußßsloch. Bei einem von Pfarrer Herrmann geleiteten Gemeindeabend im Saale„Zur Pfalz“ kührte die Laienspielgruppe des evan- gelischen Kirchenchors Schwetzin-⸗ gen den ernsten und fesselnden Zwelakter „Der tägliche Gast“ nach einer Novelle von Leo Tolstoi mit bestem Erfolg auf Anschliegend zeigte Diakon Pertsch aus Heidelberg in einem Film das Werden der Glocke. Lehrer Frledrich Weber aus Maisbach Violine) und Frl. Krieger(Klavier) bereicherten das Pro- gramm durch Künstlerische musikalische Dar- bietungen. Der Erlös des gutbesuchten Abends War für die Glockenbeschaffung bestimmt.-gg- Gemeindeversammlung in Rauenberg Rauenberg. Bei der letzten Gemeindeversamm- lung am Donnerstagabend wurde von verschie- dener Seite wegen der Feuerschutzabgabe Ein- spruch erhoben. Ferner wurde beschlossen, daß 11 mehrere öffentliche Foren an sollen. pi- Forum in Malschenberg Malschenberg. Vorige Woche fand im Gast- haus„Zur Rose“ das erste Forum der Gemeinde Malschenberg statt, das auch das letzte im Kreis Heldelberg in dieser Runde war. Bürger- meister Oestringer eröffnete das Forum und begrüßßte die Güste aus Heidelberg, darunter Reg.-Rat Steinbrenner als Vertreter des Landrats, Mister Fitzer als Vertreter der amerikanischen Hohen Kommisslon, Landtags- abgeordneten Dr. Knorr und Kreistagsabge- ordneten Wurm. Im überfüllten Saale wurden dann bei reger Anteilnahme der Bevölkerung die alkcuten Fragen der Gemeinde Malschenberg erörtert. Das Hauptthema war die Wasserver- sorgung der Gemeinde. Zu dieser Frage nahm Reg.-Rat Steinbrenner Stellung, indem er der Bevölkerung den jetzt wieder erstandenen Plan des Letzenbergprojektes erläuterte. Das zweite Problem drehte sich um eine Haltestelle der Bundesbahn zwischen Rot-Malsch und Wiesloch- Walldorf.* Bessere Strafſen in Mühlhausen Mühlhausen. Die Neben- und Seitenstraſlen der Ortschaft wurden während der letzten Woche gröſhtenteils mit einem Schotterbelag versehen. Diese, schon oft gewünschte Maßnahme wird es nun endlich ermöglichen, bei einsetzendem Tau- und Regenwetter trockenen Fußes durch die Ortschaft zu kommen. Nach Amerika ausgewandert Wiesenbach. Am vergangenen Mittwoch ist das Neubürgerehepaar Paniel mit dem Flug- zeug nach den USA abgeflogen. Dort werden sie Tagung des melterringes„Badische Pialz“ in Kirdiheim Kirchheim. Nach größerer Pause tagten am Vergangenen Sonntag im„Badischen Hof“ in Kirchheim, die dem Reiterring„Bad. Pfalz“ an- geschlossenen lündlichen Reit- und Fahrvereine. Vertreten waren die Vereine Handschuhs⸗ heilm, Dossenheim, Rohrbach, Nuß⸗ loch, Sandhausen, Walldorf, Hocken- heim, Plankstadt, Eppelheim, Kirch- heilm und Heldelber g. Versammlungsleiter Wacker, Planlestadt, reierierte eingangs Über Zweck und Zlele der lündlichen Reiterei. Der Sport mit dem Pferde sei für den bäuer- lichen Nachwuchs das Gegebene, Es gelte heute, die seit 1983 von amtswegen elngefrorene Reiter- tracttion wieder aufzutauen, neu zu beleben, um damit die auft dem Lande aufwachsende Jugend noch mehr an Scholle und Heimat zu binden. Die Neuwahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Ringleiter: Martin Spieh II, Kirchheim, 2. Ringleiter: Direletor Haßler, Heidelberg, Ringreitlehrer: Mich. Zimmermann, Sand- hausen, Schriftführer und Kassler: Jalcob Spieſ, Kirchheim, Turnierleiter: K uen 2 e, Walldort und Ringtlerarzt Dr. Maler, Nußloch. Für sämtliche Reiter und Pferde wurde eine kollektive Haftpflicht- und Unfallversicherung abgeschlossen. Das erste Ringturnier, an dem sich sämtliche Vereine des Ringes betelligen, wurde dem Verein Kirchheim Ubertragen. bei Verwandten eine neue Existenz finden. Wir Wünschen ihnen alles Gute. Von der Arbeit des Bammentaler Frledens- Ferlents Bammental. Als im Sommer des vergangenen Jahres auch in der hiesigen Gemeinde ein Ge- meindefriedensgericht eingeführt wurde, ent- schled man sich für einen Einzelrichter. Mit diesem schwierigen Posten wurde Bürgermei- ster Hessenauer betraut, der seine Aufgabe mit groſler Korrektheit und allgemeiner Zufrie- denheit ausführt. Die erste öffentliche Friedens- gerichtssitzung konnte am 24. Oktober abgehal- ten werden. Einige statistische Angaben veran- schaulichen die in verhältnismäßig kurzer Zeit geleistete Arbeit am besten. Danach kamen bis zum 31. Dezember 1949 13 Privatklagesachen zur Verhandlung, unter denen zwei Fülle wegen Körperverletzung, einer wegen Schadensersatz, einer wegen Hausfriedensbruch sowie acht Be- leidigungsklagen waren, die alle entschieden werden konnten. Daneben mußten noch drei weitere„Füälle“ verhandelt werden. Außerdem wurden durch das Gemeindefriedensgericht ins- gesamt 51 Stratverfügungen erlassen, und zwar 15 wegen Verstoßes gegen die Straßenverkehrs- ordnung, 22 wegen Feldfrevel und 14 wegen sonstiger Ubertretungen. Verbesserung der Neckarstelnacher Verkehrswege Neckcarsteinach. Der Hirtweg, der unbedingt einer Ausbesserung bedurfte, wird nunmehr her- gerichtet. Nachdem die Gemeinde erst den Auf- gang vom Bachweg zur Schönauer Landstraße herrichten ließ, ist dies die zweite Verbesserung der Verkehrswege innerhalb kurzer Zeit. Die bereits den ganzen Hirtweg entlang angefah- renen Splithaufen haben in der Dunkelheit schon manchen Bewohner des Hirtwegs und der Sledlung zu einer unfreiwilligen„Verbeugung“ veranlaſit. Hoffentlich können die Arbeiten in Kürze beendet werden, so daß die kleinen aber doch unangenehmen Hindernisse bald ver- gchwinden. 5 Malsch. Beim vorletzten Fufball-Toto erzielte ein hiesiger Heimatvertriebener einen größeren Gewinn. Der glückliche Gewinner hatte in seiner Kindheit infolge eines Unfalles eine körperliche Verunstaltung erlitten, deren operative Behe- bungz zu kostspielig gewesen würe,. Da sich nun durch den Tototreffer seine wirtschaftliche Lage ebenso plötzlich wie unerwartet geündert hat, gedenlet er sich nachträglich der notwendigen Operation zu unterziehen., Also hat Fortuna lo- benswerterweise wieder einmal ihr Füllhorn über einen Bedürftigen ausgeschüttet. Wir gra- tulleren dem Gewinner herzlich zu seinem Glück und wünschen ihm einen vollen Hellerfolgl— Am vergangenen Sonntag feierte der Schul- jahrgang 1909/10 in der Gastwirtschaft„Zur Blume“ ein Wiedersehensfest. In der Begrüßungs- unsprache berichtete Herr Eugen Beck er, daß dieser Jahrgang durch den Krieg am schwersten mitgenommnen wurde. Von 22 ehemaligen Schülern sind 18 gefallen oder vermißt, Die Feler, zu der auch zahlreiche Teilnehmer von Melversprechender Anlang des Sandhäuser Volksbildungswerkes Sandhausen. Die Finladung der Bevölkerung durch Zeitung und Ortsrufanlage, der ersten Veranstaltung des Kulturausschusses beſlzuwoh⸗ nen, ist nicht ins Leere verhallt und mit groſler Freude durfte man feststellen, daßß der große Saal„Zum Grünen Baum“ bis auf den letzten Platz gefüllt war, Leider hat sich die qugend gerade von 20—90 Jahren nicht sehr zahlreich betelligt. Es dürtfte daher zweckmäßig sein, zu- Aοο αο,e-“ereins“eben Wiesloch. Beste Stimmung und viel frohe Laune herrschte am Bunten Abend der Wieslocher Klein- gärtner. Der 2. Vorsitzende, HochwWart h, konnte das grohbe Heer der Kleingarten-Bauern, deren Zahl in der Ratlonterungszeit ins Riesenhafte an- wuchs, diesmal nicht zwischen den Salat- und Gemüsebeeten, sondern in der buntgeschmückten Festhalle begrüſhen. Er versprach ihnen auch nicht zuviel, wenn er darauf hinwies, daſl sie diesmal auch ohne die schwere Gartenarbeit schöne Früchte ernten Könnten, Früchte, die Herz und Ge- müt ertreuen, und die in diesen Stunden der Aus- spannung in gemelnsamer Runde verspelst werden sollen. Und 30 kam e denn auch. Ludwig Grät. mit seinem Unterhaltungsorchester gab den Auftalkt zum fröhllchen Splel. Das Hauptsericht des Abends gervierte Onkel Ludwis. Aus der Vielzahl gelner delikaten Darbietungen wurden vor allem seine Sketche„Kuddelmuddel“, die tolle„Winleel- bacher Kerwe“ und die lachmuslcelerschütternde Gerichtsverhandlung„Bruchmater contra Wams- gans“ mit grolbem Appetit von den Anwesenden verschlungen. Als Zwischenspeise gab es Artisti- sches, Auch ein Hund beteiligte sich an dem viel- seltigen Mend, zwar nicht als ktalscher Günsebraten, aber als Tanzlehrer im Samba. Er„leste“ einen Samba aufs Parkett, da konnte sich mancher, bel dem als Nachtisch gereſchten allgemeinen Tanz unter den Klängen des Grätschen Tanzorchesters eine„Samba-Schelbe“ abschneiden. Schlieblich wurde all den dankebaren und belkalltreudigen Menütellnehmern noch ein niitzliches und Prale- tisches Geschenle aus der groſlen Tombola enhelm. Am 9. Februar, 14.00 Uhr, findet im 6„Zum badischen Hol“ in Dossanhelgg 72 Deleglertentag betretks des Urollen Pre singens des MaV„Freundschaft atatt. Wie 2 bekannt, veranstaltet der Münnee-Gtesang-Vare n „Freundschaft“ am 24., 26. und 26. Juni dieses Jahres sein 30fähriges Stitt ntzstest. vorbunden mit Der Voerein inem en Prelssinugen. Gesangvereine ladet hlerzu nochmals sümtliche treundlichst ein. 3 Zlegelhausen. Das D.R.K. hat am 16. Jan ar m Jahresplan begonnen. Der Bereitschakks- lelter éröftnete den ertzten Abend und ab Richt⸗ für die in dlesem Jahr zu bewältigende Ar. Sletchzeitig wurde Berlcht ertztattet, von det itschaktsleltertagung in Sclilol“ Rotenberg. Als Tuttalkt zu den Zlelen, die slch das B.R.K. für 1050 gestellt hat, sprach der Bereitschaftsarst Uber die Entstehung und Weiterentwicklung vom R.K. Ur betonte, daß das R.K. in Notzeiten entstanden, in Notzeiten geholfen und nach dem Zusammenbruch als erste Wohlfahrtsorganlsation wieder aufgebaut wurde, um zu helfen. Am 4. März, 20 Uhr, tindet im Gasthaus„Zum Hirsch“ die Generalversamm⸗ lung statt. Bel dieser soll die gesamte Verwaltung vom Ortsverein sowie die Bereitschaftsleiter auf 2 Jahre gewühlt werden. Der nüchste Vortrag kfludet am 1. Februar, um 20 Uhr, im Schulhaus statt. U8 Sind Vorträge von Aerzten vortesehen Über Tbo., Wurmkranlcheſten, Überhaupt über alle Kranle⸗ helten, Ferner Über Heilkräuter dsw. Zu dlesen Vorträgen sind alle herzlich WIIlkommen, ahne irgend eine weitere Verpflichtüng, Alle tnhemen aind aus dem Jahresplan zu ersehen, Interessenten — denselben durch jeden Helfer und Helferin orhalten. Dilsberg. Nachdem alle Übrigen hlesigen Vereine hre Üblichen Winterfelerlichkeiten hinter sich ge- bracht haben, bildete am Wochenende der„Süän⸗ borbund“ im Gasthaus„Zur Sonne“ mit einem netten Familienabend den Abschlufl. Wühelm F1⸗ scher als Vereinsvorsitzender begrüßte in einer Kurzen Ansprache die grobbe„Sangesfarmilte“, Unter Leitung von Wilhelm Helpenstein wurden einige Lieder vorgetragen, von denen nur zwel Ur⸗ Wühnung tinden sollen:„Ich häre ein Lled im Winde wehn“, und„Die Holzhackerbuben“, Eine relche Gabenverlosung leltete den bunteren Teil des Abends ein. Das Lustsplel:„Eine Süngerprobe mit Hindernissen“ tand lebhaften Belfall. UAus andlexo- Grollbrand in Bobstadt Bobstadt. In der Nacht zum Montag brach auf ungelclürte Weise in Bobstadt ein Grohbrand aus, durch den fünt Scheunen, Figentum von Vier Landwirten, restlos vernichtet wurden. Die Löscharbeiten, bei denon sleh die Feuerwehren von Bobstadt und Boxberg mit ihren Motor⸗ Spritzen vorbildlich betelligten, wurden durch die Kälto und vor allem durch den Wasserman⸗ kKünktige Veranstaltungen kultureller Art auf solche Tage zu verlegen, an welchen die Män- nergesangvereine keine Gesangsstunden haben. Was nun durch den bekannten Bergstelger Erich Herlt aus Tuttlingen an prächtigen Farblichtbildern von malerischen bäyerischen Alpenlandschaften gezeigt wurde, das wurde mit Beifall und Begeisterung von den vlelen Zuschauern aufgenommen. Herr Herlt, der auch in seinem zweiten Fllim Über Tirol schönste Bergsteige-Momente festhielt, hat es bestens Verstanden, seinen Vortrag durch inhaltsvolle Worte zu untermalen.— Der Anfang ist nun⸗- mehr zemacht und es würe sehr zu wünschen, Wenn weitere Veranstaltungsabende bald fol- gen würden. Shr- adtttuntnttintttirttttiꝛttttt:ttttiitttrittttiiuriꝛnttiiritttiiitttttittttirtꝛnnitittttttttrnnttttrꝛtstttrrdttttsnnrptntt Pir gratulieren Nuflloch. Zum Wochenende veranstaltete dle Handball-Abtellung der Sportgemeinde Nußloch im Saale zur„Pfalz“ eine von Begrũ- Hungsworten des 2. Vorsitzenden Kari Werner oröftnete, gutbesuchte Winterfeler, Man hatte von der Aufführung eines Theaterstüickes abgesehen und statt dessen die Opernsänger Franz Fehrin⸗ ger, und Willy HKofmann gebeten, den Abend durch Solodarbletungen, unter Klavlerbegleltung durch Fräulein Gabriele Krileger, zu Verschö⸗ nen. Die Ansage hatte Kurt Peter Bittler, be- kannt als„Sauerworscht“ vom Süddeutschen Rundtunle übernommen. Die Künstler ernteten reichen Belfall, so daß der Abend, der mit einem Tans abschloßh, als wohlgelungen bereſchnet Wer⸗ den kann. St. Leon. Am gestrigen Dlenstag begzing Herr Otto Wels, Reilinger Straßhe 16, seinen 78. Geburts- tag. Herr Karl Kackel wird seinen 73, am 4. 3. und Herr Heinrich Eloehelsheilmer, Rellinger Jtraßhe 4, wird seinen 74. Geburtstag am mortigen Donnerstag begehen. Wiesenbach-Langensell. Im Altersheim der Ey. Inneren Misston Sehloß Langenzell fetlern am heu⸗ tigen Mittwoch in seltener kKörperllcher und Kelstl- ger Frische und Rüstigleeit das Flüchtlingschepaar Michael Lelst und Ehetrau Barbara geb. Ungel⸗ hard das seltene Fest der dlamantenen Hochzeit. andlbeghHn Hel sehr erschwert. Personen saind nicht zu Scha⸗ den gekommen. Der Sach- und Gebäudeschaden Wird nach bisher vorllegenden Meldungen aut rund 50 000.— DM geschltzt. Die Kriminalpolizel ist mit der Feststellung der Brandursache be⸗ schäftigt.— Zwei Tage vorher War bei einem Brand in Boxberg, der das Dachgeschoſl eines Hauses vVernichtete, ein Sachschaden von rund 6 000.— DM entstanden. Tageblatt Personalien aus Nordbaden Ernannt wurden: Angestellter August EIdag- sen beim Finanzamt Heidelberg zum Ober- steuerinspektor und Angestellter Kurt Schi- mitschek beim Finanzamt Heidelberg zum Steuerinspektor, Angestellter Otto Steltervr beim Finanzamt Schwetzingen zum Obersteuer- inspektor, Angestellter Friedrich Bergmailer beim Finanzamt Weinheim zum Steuerinspektor, Angestellter Johannes Aprill beim Finanzamt Schwetzingen zum Steuersekretär und Ange- stellter Johann Stienicka beim Finanzamt Mosbach zum Steuerassistent. Die Straßenwüärter Heinrich Moos und Ernst Rohrmann beim Straßenbauamt Heidelberg zu Betriebsassisten- ten. Bel der Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch wur⸗ den ernannt: Die Abteilungspfleger Emil Her⸗ 20f und Friedrich Lutz zu Oberpfleger, die Abteilungspflegerin Maria Huschle zur Ober- Pflegerin, die Pfleger Rudolf DoIl, Alfred Gru- ninger und Jakob Günther zu Abtellungs- Pfleger, Josef Bender, Ludwig Christo⸗ phel, Richard Engelmann, Ernst Göhler und Otto Klingmann zu Pfleger. Der Technische Inspektor Adolf Neumann bel der Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch wurde aut Antrag zur Ruhe gesetzt, desgleicehn Ver- messungsoberinspektor August Beven h ar d beim Vermessungsamt Heidelberg. Versetst wurden: Reg.-Bauinspektor Richard Schmitt beim Straßenbauamt Karlsruhe zum Straßenbauamt Feidelberg, Steuerinspektor Walter Ziegler vom Finanzamt Heidelberg zum Finanzamt Karlsruhe- Durlach und Zoll- inspektor Otto Boch vom Zollamt Wiesloch zum Hauptzollamt Karlsruhe. Arbeitsgerichts- rat Dr. Willy Martel vom Arbeitsgericht Karlsruhe zum Arbeitsgericht Heidelberg. Wiedereingestellt wurden: Medizinalrat Dr. Werner Eisenlohr beim Staatlichen Gesund- heitsamt Sinsheim, Reglerungsinspektor Josef Blatz beim Landratsamt Buchen und Regie- rungsinspektor Oskar Schmitt beim Land- ratsamt Heldelberg. Nolizen aus der Lelzenberg-Gemeinde Malsch auswärts erschienen waren, trug einen Überaus herzlichen Charakter. Für eine frohe Stimmung sorgten unter anderem Rezitationen in Pfälzer Mundart, vorgetragen von E. Becker und der nimmermüden ehemaligen Mitschülerin Fräu- lein Angela Klefenz, die trotz ihrer anstren- genden Arbeit in der Küche und beim Servieren immer wieder Zeit fand, die Festteilnehmer durch originelle humorvolle Darbietungen zu unterhalten. Beli erstklassigen lukullichsen Ge- nüssen und lebhaften Erinnerungen an die Schul- und Jugendjahre verliet der Abend lei- der nur allzu schnell. Bel der am Sonntag in der Wirtschatt„Zur Pfalz“ veranstalteten Eigenheim-Ausstellung konnte die Veranstalterfirma„Badenia-Bauspar- Kkasse“ Abchlüsse im Betrage von etwa 60 000.— DM erzielen. Hauptinteressenten waren Heimat- vertriebene, die auf diese Weise endlich wieder zu einer eigenen Wohnung kommen wollen. Am vergangenen Sonntag hatte das kathol. Männerwerk zu einem Lichtbildervortrag im Saale der Wirtschaft„Zur Rose“ eingeladen. Der Pallotinerpater Dletrich aus dem St. Paulus⸗ heim in Bruchsal sprach über das Thema„Le⸗ ben und Wirken des Priesters Vincentius Pal- lotti“ und führte zahlreiche Lichtbilder zur Illu- stratlon seines Vortrages vor. Die Veranstaltung war sehr gut besucht,. Reicher Beifall gab den Danke der Zuhörer kund. —— Neues aus Walldorf Walldorf. Vier durch den Sport befreundete junge Männer traten sich am Samstag nachmit- tatz zufällig im Caté„Bichhon“., Sie freuten sich, daß eine arbeitsreiche Woche vergangen war, protesten sich aus diesem Grunde reichlich zu und in angeheitertem Zustand bèegaben sie sich anschließend ins Gasthaus„zum Lamm“, Dort wurde aus dem lelchten, ein schweres Angehel⸗ tert. Um aber die berühmte Drei vollzumachen, suchten sie abschließend auch noch dle„Börse“ auf. Als sie diese ziemlich schwankend verlie- gen, Kam sie plötzlich das Verlangen an, sich Dhotographieren zu lassen. Mit zilemlichen Ra- dau betraten szle das in der Nähe gelegene Photogeschäft, wurden aber infolge ihres rupel· haften Benehmens von der Frau des Photogra- phen abgewiesen. Ein Wort gab das andere und als ein Angestellter des Geschäftes die vier„An- Heheiterten“ zum Verlassen des Geschäftes auf⸗ torderte, entstand die schönste Keilerei. Dem Angestellten gelang es schlieplich, die Vier aus der Tür zu drängen und dieselbe abzuschließen. In hrer„Thre“ gekrünkt, machten sich die vier Betrunkenen an den hinteren Eingang. Das Schloßb wurde aufgebrochen— hineingestürmt, und schon begann der Krach von neuem.— In⸗ zwischen herbeigerufene Poltzet fand nur noch zwel der Sünder vor. Die anderen hatten belm FErscheinen derselben das Weite gesucht. Nach untünglichem Sträuben wurden auch die verbliebenen zwel schnell zur Ralson gebracht. Walldorf. Am Samstagabend fand im„Wil⸗ helmsberg“ ein Ball des Reit-, Fahr- und Pferde- zuchtverelns Walldort statt, Nach begrüßenden Worten des ersten Vorsttzenden, Bürgermeister Schmelcher, kam das im Dlalelkt unserer Helmat gesprochene Luststück„Pante Josefines Geheimnis“ zur Aufführung Sehr guten An⸗ Klang fand der gezeigte Reitertanz und die von den Juſigreitern dys Vereins vorgetührte Qua- drill), wobel d's Ausführenden, einen Pferde- kopt Übergestülpt und auf Hünden und Knien marschlerend, großbe Heiterkeit hervorrie“en. Eine Gebenverlosu og brachte schöne Gesdlerke zur Verteilung und anschließend blieben die Mitglieder und Anhünger des Vereins bei Tanz und troher Laune noch bis in die trühen Mor⸗ Henstunden beisanunen. Tageblatt Stadt Königswinter wurde„Welt-Territorium“ Königswinter. Die Stadt Königswinter gegen- ber Bonn erklärte sich„symbolisch zum Welt⸗ territorium“, Auf einer Versammlung nahm der Stadtrat von Königswinter eine Entschließung un, in der alle anderen Gemeinden eingeladen werden, sich der Weltbürgerbewegung anzuglie- dern. Außerdem wird um das Reckit gebeten,„in direkter Wahl unsere Vertreter zu einer verfas- sunggebenden Versammlung der Völker entsen- den zu können“. Die angenommene Resolution War eine wörtliche Uebersetzung der Entschlie- buns, die von 60 v H. der Gemeinden des fran- zösischen Departements Lot angenommen wor⸗ den war. Dlese Entschliefhung wurde vom Bürgermeister und den Stadtvertretern unterzeichnet, Laut UP erlelärt sie u. a.:„Wir sind entschlossen, mit allen Städten und Gemeinden der Erde in ge- Eenseitiger Rüctsicht für den Frieden tätig zu tzein und mit ihnen zusammenzuarbeiten, damit ein Weltgesetz geschaffen wird, das unseren ge- meinsamen Schutz im Rahmen einer bundes- staatlichen Weltreglerung, die demokratisch ge- bildet und Überwacht wird, gewährleistet.“ Der Leiter des internationalen Weltbürger- belkretariats, Robert Sarrazac, wies Ühnlich dieser Friedenskundgebung auf die Bedeutung der deutsch-französischen Verstündigung für die Weltbürgerbewegung hin. Der Vertreter der Städte Cahors und Frigeac, Elie alllefer, gab bekannt, daß die Stadt Cahors be- reit sei, im Sommer deutsche Kinder aufzuneh- men. Der Bürgermeister von Königswinter, Wil- helm Kirfel, erlælürte, daß auch seine Stadt mit Freuden französische Kinder als Gäste aufneh- men werde. Vier deutsche Seeleute ertrunken Hamburg. Der 743 BRT große deutsche Damp- ker„Fidamus“ der Reederei Arnold Thyselius in Brake ist nach Mitteilung des Schiffsmeldedien- stes bel der Insel Langeoog in der Nordses ge- sunkken. Vier Mann der 1Cköpfigen Besatzung tind ertrunken. Sle wurden von dem schwe⸗ dischen Dampfer„Svensksund“ als Leichen ge- borgen. VIier Besatzungsmitglieder werden noch vermißt. Die anderen acht Seeleute wurden von dem englischen Schlepper„Romania“ gerettet. Die Ursache des Unglückes ist noch nicht bekannt. DIE BUNTIE SEITRE „Die Orden blitzten auf den Frackseiten, und die Damen waren in großer Toilette: mit aus- geschnittenen Schnebbentaillen und langen Rök- ken, gestickten Panneau und hinten einer nie- lichen kleinen Schleppe“— 80 schildert Fedor von Zobeltitz einen der ersten Pressebälle im alten Berlin, die, wie der„Tagesspiegel“ berich- tet, der Initiative der Gattinnen und Töchter der dem ehemaligen Verein„Berliner Presse“ angehörenden Journalisten zu verdanken waren. Am 9. März 1872 kam es zum ersten Presseball, der im„Hotel Brandenburg“ in der Mohren- straße statttand. Erst ab 1886 bürgerten sich die jährlichen Pressebälle ein, die bisher nur drei- mal unterbrochen werden mußten: einmal 1886 Wegen der Operation des damaligen Kronprin- zen, später wegen der beiden Weltlerlege. Auch damals wurden die Pressebälle berei- chert durch kleine Vorführungen— 1694 zum Beispiel gab es eine Ibsen-Parodie—, durch Tombola und Almanach.„Leichten Fußes fliege hin, Rosen in den Locken! Morgen ist's— eh du es denkest, lüuten die Abendglocken“, schrieb die Marlit in den Almanach des Festes von 1884, und ebenso zartsinnig schreibt Johannes Trojan: Jard auf Hakenkreuse. Sämtliche mit Funk ausgerüsteten Polizeiautos in Hamburg erhielten den Befehl, auf einen braunen Volkswagen Jagd zu machen, aus dem in den Straßen kleine Nickel-Hakenkreuze ausgestreut wurden. Wie Augenzeuge berichteten, fuhr der Wagen in den krühen Morgenstunden mit großer Geschwindig- keit durch die Stadt und verteilte in regelmäßi- gen Abständen die Hakenkreuze, Verurteilung des letzten Angeklagten zu sieben Monaten Gefängnis wurde am Dienstag in Ham- burg ein Großprozeſ gegen insgesamt 125 An- gestellte des Statistischen Landesamtes und an- dere Personen abgeschlossen. Ein Teil der An- geklagten hatte durch Veränderung von Holle- Die„Fidamus“ soll nach schwerer Schlagseite plötzlich gesunkten sein. rith-Prägeplatten Personalunterlagen gefälscht und damit eine Reihe von Nichthamburgern Zu- Nachrichten aus Süddeutschland Das Glück im D-Zur Aschaffenburg. Die 22jährige Stenotyplstin Inge- borg Rita Joosten fiel aus allen Wolken, als sie Uberraschend die amtliche Mitteilung erhlelt, daß tle von dem verstorbenen Vizeprüsidenten einer roßen Keramik-Fabrilkationsgesellschaft in New ork 100 000 Dollar geerbt hat. Zuerst vermutete sle einen Irrtum, dann aber erinnerte sie sich einer Reisebekanntschaft, die sie vor eineinhalb Jahren im D-Zußg auf der Fahrt nach Regensburg gemacht hatte, Ein amerikanischer Oberst war damals ihr Reisebegleiter, der sich bei der An- kunft in Regensburg ihre Adresse ausbat. Er hat mr nun— nachdem sle nie wieder etwas von mm gehört hatte— die Erbschaft vermacht. In- geborg Joosten lebt in dem kleinen Häuschen Mmrer Großmutter in Miltenberg am Main und ist als Stenotypistin bei einer amerikanischen Dienst- stelle in Aschaffenburg beschäftigt. Sie erhlelt gleich einen Helratsantrag, und sileben Grund- ttücke wurden ihr zum Kauf angeboten. VIerlinge gefuhrdet Aschaffenburg. Die Arzte des Aschaffenburger Säuglingshelmes kmpfen jetzt um die endgul- tige Rettung der drei am Leben gebliebenen Ge- Achwister, Gertrud, Elisabeth und Michael Schie- Ber. Das vierte Kind, Hildegard, ist, wie gemel- det, am Freitag gestorben. EAS wog bei der Geburt nur 1630 Gramm. Das stürleste Kind, Michael, hatte ein Gewicht von 2560 Granun. Bel allen sind dle Schluckorgane nicht ausgebildet und die Lungen zu schwach. Die drel Babys werden nun mit Geschenlten überhäuft. Aschaffenburger Fir- men schicleen Blumen, Wein zur Stürkung für die Mutter und Wäsche, Auch ein Zwillingswagen ist dabel. 8o0 wurde den Eltern wenigstens für die erste Zeit viel Sorge genommen. * Ausgrabungen bel Darmstadt Darmstadt. In der Nähe des Darmstͤdter Was- serwerks bei Eschollbrücken wurden fünf Brand- gräber der südwestdeutschen Urnenfelderkultur aufgefunden, die wahrscheinlich aus der Zeit zwischen 1200 und 1000 vor Christus stammen. Das hessische Landesmuseum Darmstadt, das elnige Gegenstäünde, darunter eine Urne mit einer Schüssel, eine Tasse und zwel Becher, geborgen Hat, setzt die Ausgrabungen weiter fort. Eltern kritisleren schlechte Schulverwaltuntg Karlsruhe. In einer ersten Versammlung des Elternbelrates einer der größten Karlsruher Volksschulen wurde, wie die„Neue Zeltung“ be⸗ richtet, bekannt, daß der Elternbereit„zum Hr- staunen der Eltern“ lediglich darum einberufen worden war, um sich den Appell des Vollesschul- rates anzuhören, der zu einer Elternspende für ein Schul-Landheim aufrief. Dieses Heim soll 120 000 DM kosten. Die Eltern bewiesen für die- sen Vorschlag angesichts der teilweise noch „menschenunwürdigen Wohnverhältnisse“ keine positive Haltung, vor allem, da in der Sitzung bekkannt wurde, daſl an der betreffenden Schule tast 1600 Kinder unterrichtet werden, von denen für die 600 Mädchen lediglich sechs Tolletten zur Vertügung stünden, während außerdem nur drel- mal wöchentlich eine Reinigung des Schulgebäu- des vorgenommen würde, Der Einwand der El- tern war: man solle nicht auf der einen Seite bei der Putzfrau und bel den hyglenischen Einrich- tungen zu sparen beginnen, um auf der anderen Selte elnen Ausgleich für die Unzulünglichkkeiten zu kfinden, der bel einer ordentlichen und vor- bildlichen Gebludeverwaltung zugunsten der 1600 Kinder und threr Eltern gar nicht zur Debatte zu ztehen brauchte. De die alteh Prol on allen Stacheα v bileben sinet, sl mon lillpp undl llar, W nee et Hamburgs Zuzugstfälscher verurteilt. Mit der Berliner Pressebälle von anno dazumal 1872 fing es an— Frauen waren die Urheberinnen „Auf solch kleines Albumblatt, ach was soll ſch schreiben? Möge, die es bekommen hat, glück- lich sein und bleiben“. In den Almanachen der Systemzeit-Jahre klin- tzen die Verse, Aphorismen und Prosastücke natürlich ein wenig anders, denn nun schreiben Döblin, Roda Roda, Polgar, Pallenberg, Piran- dello, Egon Friedel und Fritzi Massary. Ein Vers von Carl Zuckmayer lautet zum Beispiel: „Früh ist's süßb, spät kommt das Bittre. Leb', lieb', sing und winters schlittre!“ 5 Höchst prosaisch und aktuell muten dagegen die Seutzer eines Berichterstatters aus der „Kuten, alten Zeit“ an, der darüber klagt, daſ eine Hummermayonnaise 2 Mark, französischer Champagner 12 Marlk und deutscher Schaum- Wein 5 bis 6 Mark gekostet habe. Für eine bes- sere Balltoilette habe man mit einer Ausgabe von 200 Mark rechnen müssen. Zu dem in diesen Tagen in Berlin stattfinden- den zweiten Presseball nach dem Kriege, der in den Festhallen am Funkturm gefeiert werden soll, ist der Andrang so groß, daß dem Presse- verband eine zweite Telefonnummer überlassen werden mußte, weil die Kartenbesteller schon jetzt das Telefon blockieren. Weues duas uIler Welk zug nach Hamburg verschafft. Das Hamburger Landgericht verurteilte in drei Teilprozessen 12 der Angeklagten zu Gefängnisstrafen von sieben bis 30 Monaten. Gegen 118 Angelklagte wurde — aut Grund der Amnestie ein- gestellt S2JKhriger gesteht Mord an seiner Frau. Der 62jährige Rentner Emil Ziemer gestand der Kriminalpolizet, daß er seine 75jährige EPhefrau Dora ermordert habe. ESs kam, wie der alte Mann berichtete, Uber die alten Sparkassenkonten zu einem Streit, in dessen Verlauf er seine alte Ehefrau erschlug. r zerstückelte den Leichnam und verbrannte die Teile im Ofen. Dann ging er zur Polizei und meldete seine Frau als vermifßit. Die Polizel fand verbrannte Knochenteile im Oten und blutgetränkte Wäsche, die zu seiner Verhaftung und zu seinem Geständnis führten. Segeltlugrekord in Kalifornlen. Der Amerikka- ner Harland Ross will einen neuen Höhenwelt- rekord für zweisitzige Segelflugzeuge ohne Eigen- antrieb aufgestellt haben,. Ross sagte, er habe zusammen mit George Deibert eine Höhe von 12 033 Meter über dem Meeresspiegel erreichit. Bis auf 3800 Meter sei er geschleppt worden. Das älteste Ehepaar der Welt. In der Sowiet- union ist jetzt der älteste Mann entdecket worden, der 141 Jahre alt ist, Radio Moskau meldete, daſi der Mann und seine 117 Jahre alte Fhefrau in einem kKleinen Dorf leben,. Die Dorfbevölkerung besteht aus mehreren hundert Menschen, die ausschlienlich nur Söhne, Enkel, Urenkel und Ururenlcel dieses Ehepaares sind. Sowietische Korrespondenten erklären, daß das greise Ehe- paar fast drel Viertel seines Lebens voller Hoff- nungslosigkeit verbracht habe. Erst am Tage der soWietischen Oktoberrevolution selen sie erwacht. Seit diesem Tage führen sle ein neues und frled- Uches Leben, Wie sle es hundert Jahre vorher nicht erträumt hätten. Musik beim Wiederaufbau Kabuls. Die afgha- nische Hauptstadt Kabul soll in einer Relcortzeit Wieder aufgebaut werden, Alle Lehmhütten sol- len verschwinden. Es wird Tag und Nacht gebaut und zur Förderung der Arbeitslust spielen Tag und Nacht Musikkapellen für die Bauarbeiter. Aga Khan:„Alles für Zwecke der Wlasen⸗ schaft“. AgU Khan empfing zahlreiche Presse- vertreter, um ihnen mitzutellen, daſ er beschlos- sen habe, in Zukkunft die Millionenspenden seiner Anhänger im Hinblick auf die furchtbare Not in Indlen nicht mehr für Pferde und Juwelen, son- dern zur Förderung der Wissenschaften auszu- zgeben. Aga Khan zagte, wenn er im Jahre 1964 mit Platin aufgewogen werde, würde er etwa 675 000 Pfund Sterling erhalten.„Ich werde alles tür Zwecke der Wissenschaft ausgeben, beson- ders auf dem Geblet der Ernährung und der Er- zlehung. Ich bin erschreckt Über das Ausmaß der Not in Indien.“ 8 8 NISNS W Mittwoch, 1. Februar 1950/ Nr. 81/ Selte U EEULILLEILON Der Erzähler Johann Schul Johamm Schuh: Wledersehn macht- Freude, 112 8., DM 2.50, Per Dichter und die Wirklichkeit, 206 8S., DM 6.00, Stleben Geschiehten, 304 8., DM 7.80, Das Wasser war viel zu tief, 264 8, DM 7.50, alle Walter Rau Verlag, Dietmanns- ried/ Allgũu und Heidelbers. Die vorliegenden vier Bünde(drei Novellen- sammlungen und ein Roman) sind das bisherige erzühlerische Gesamtwerlt des Dichters, von dem man allgemein noch etwas erwartet. Johann Schuh ist vierzig Jahre alt und man darf ihn somit getrost noch zu den Jungen unserer Lite- ratur rechnen: Deutschland ist, einem Wort des Verlegers Suhrlcamp zufolge, das Land der „Autoren Über vierzig“, Es handelt sich also um einen Beginn, einen Beginn allerdings, der schon manches zu erfüllen vermag. Die besondere Liebe Johann Schuhs gilt der bei uns eigentlich immer ein wenig stiefmütter“ Uch behandelten Prosaform. Sie ist betonter“ maſlen ein wenig altmodisch— ihn reilzt das außerordentliche Geschehen, das absonderliche Schicksal, die wunderliche Gestalt, die das Leben annehmen kann, mehr als das psycho- logische Blitzlicht der modernen Kurzgeschichte. Schuh schreibt Novellen, und man muß wohl sagen: er schreibt noch Novellen oder zumindest etwas, was der Novelle näher steht als der short story. Er greift dabei zurück bis im die Mythologie und Geschichte, die er auf feine Art vermenschlicht, so in der hübschen Erzühlung, in der dem Kkleinen Isaak das Schick- sal seines Vetters„Lot von Sodom“ erklürt wird (die erste des in seiner Gesamtheit reifsten Ban- des, der„Sleben Geschichten“), in der „Kassandra“, in der an Kleistsche Klarheit ge- mahnenden„Solus cum sola“ in„Der Dichter und die Wirklichkeit“, Er transponlert sie aber auch und hier wirkt er am Eigenständigsten, in unsere unmittelbare Gegenwart und er tut es mit der klaren, einfachen und unsentimentalen Sprache unserer Täge: Ein Flüchtlingsmädchen steht plötzlich bei einem vorwüährungsreform- lichen Kartoffelbittgang auf einem Bauernhotf ihrem Verlobten gegenüber, den sle noch in Gefangenschaft meint und von dem sie nun hört, daß er geheiratet hat. Sie findet nur die banal- trostlosen Worte„Wiedersehn macht Freude“, die auch dem Büchlein ihren ſronisch- hintergründigen Namen geben(der s0 gar nicht zu dem mißverständlichen Untertitel„Ein Buch fur Brautleute usw.“ pafft). Oder das Schicksal eines englischen PFliegers und eines jungen Mädchens in Berlin erscheint auf geheimnis- volle und doch trivlale Weise am Tage„Adam und Eva“ verschmolzen. Oder ein kleines Mäd- chen schildert in der letzten der„Sieben Ge- schichten“ eine Flucht aus Posen CDeutscher Aufsatz“). Das sind Themen, die den sicheren Gritt des Dichters verraten. Und da sie einen Stil tinden, der immer wieder einen warmher⸗ zigen Humor durchleuchten lassen kann, sind sle Erzühlungen, Geschichten: Novellen, Wie sle heute Seltenheitswert besitzen. Auch der Roman„Das Wasser war viel zu tiet“ ist eigenlich eine erwelterte Novelle. Er läßt in der heiter erzühlten Liebesgeschichte eines jungen Deutschen und einer jungen Ung⸗ lünderin etwas von der Tragilk der Jahre vor 1089 autleuchten, obwohl das zu tlefe Wasser nicht die volksmüßigen Gegensttze, sondern einen vom Geldbeutel diletlerten sonlalen Gegen- satz symbolistert. Er tut es ohne einen morall. schen Zelgetlinger und ohne Anspruch auf sym- bolische Ueberhöhung. Denn es kKennzelchnet den Erzühler Schuh, daß er sich nie aus der menschlichen Sphäre hinausbegibt. Er lat, 30 szcheint es, auch darin ein wenig altmodisch— das Un- und Uebermenschliche, dem sich 80 Viele junge Begabungen verschreiben zu müssen lauben, liegt ihm nicht. Es steht, wWle gesagt, noch manches von ihm tu erwaärten. Heinz Ohtfft —ů— Eine Barlach-Gedenkstätte soll von der Stadt Güstrow in Mecklenburg geschaften werden. Ab 1. Mal sollen Werlke des Bildhauers und Graphikers in der Gertrudenkapelle stündig ausgestellt werden. ausnahmslos verbilligt NOOW-WInto-FAENFe“. N.„ 90. Merren-Wintev-HAAntel(28. 13, /. Mereh-Wintap-HeunteH(70.6 204.6 240. Tocen-WAAnte uu OKT“ 49. 69, 66. Jungllenge·W/ levtgheydnteH 76.— 69. 96. erSPeAH-AUAuge J6t 30. 60. 79. Herven-AVMaManUh93. 616.— 656. Wdell-AnAUU ets? 146. 68. 196. S0rfIIch Stutser Jetst 46.— 63 ½. CodeRnleppen Jetst u% 35. und 86. nselne Herren-TMolen 14.6 10 36.— DemeRn-WolikCeIde“ 1u0 69. 14. 466.— DoWöe-Wolktehelde uh 36. 460.„ 61. Dmο-Loldhenleleldee 14. 47. 66. Plotte Damon-·K OHν baomen-Winter· EHAUntel Domen-WInge-KIANH DemeR-Ulusen J0uf 8u Doemen-MGOCEe Jetst 20 AMudcheRn-WIntHHmUntel NAdcen-WollleleIde- Knοροu§Vlnto-HAnH Lollde Khaben-· Anν Damen⸗ d. Herren-SKIROSeN Knaben-u. MAAchn-IBOS 2.— DWO0-R- G. Merven-AkItbHusem 13.50 Doamen- u. Herren- ullevor bomon-Horrohο)Ah. WInteyopOr17·HEel N..„ 6.0 40.%(9. 5. .14.1426. 6.40(.%(7.0 6.5%(7. 18.6 .. 4K.. 1¹.5. 28.% 16. 46. 16. 45. 64. 20. ½.0 18.4 34. LE 16.6 Beite 6/ Nr. 81/ Mittwoch, 1. Februar 19830 MIBISCAFTSIAII 3 0 Sanierungsplon für die westdeutsche Wirtschoft Ein Memorandum des ERP-Ministeriums Das Bundesministerium für den Marshallplan hat! zur Exportfinanslerunt vorbereiten, Da- age Westdeutschlands Anfang 1050“ veröffent- m Mittwoch eine Denkeschrift„über die besondere cht. Die darin enthaltenen Ausführungen sollen as Memorandum der Bundesregierung zum ERP 1950/51 und 1951/52 ergänzen und erläutern, das am 10. Dezember vergangenen Jahres der OERC in Pa- ris vorgelegt wurde. Die Denkschrift wurde dieser Tage der OEEC überreicht. In dem Dezember-Memorandum sind für Ausfuhr, Einfuhr und Produktion der Bundesrepublik für die kommenden ERP-Jahre Planzahlen aufgestellt wor⸗ den. Dabel wurde angenommen, daß die ERP-Hilfe 1050/51 rd. 560 Mill. Dollar und 1951/52 rd. 300 Mill. Dollar betragen wird. Das Ausfuhrvolumen soll sich den Voranschlägen zufolge von schätzungsweise 4 Mill. Dollar im Wirtschaftsjahr 194/0 aut 560 Mill. Dollar 1050%51 und auf 1 8183 Mill. Vollar 1051/52 erhöhen. Bei der Einfuhr 60ll der Anteil der tewerblichen Güter entsprechend erhöht und der der landwirtschaft⸗ lchen Produkte reduziert werden. — geplante Produktionsindex der Industrie des undesgebietes wurde für 1949/0 mit 91, für 50/51 mit 90 und für 51/52 mit 106(1936 100) angegeben. Zur Erreichung der Planziele sind vor allem Mahnahmen zur Kationalisterung der industriellen zur Steigerung der landwirtschaftlichen rzeugung und zur Förderung der Kapitalbildun vorgesehen. Für 1950/%51 werden etwa 2,3 Mrd. D Investitionskredite aus Mitteln des Kapitalmarktes und 2,15 Mrd. DM aus öftentlichen Haushalten und Sonderfonds erwartet. Da jedoch mindestens 10 bis 11 Mrd. DM als erforderlich betrachtet werden, verbliebe unter Finrechnung einer auf 2,86 Mrd. PM geschätzten Selbstfinanzierung und 2,2 Mrd. DM Aus ERP-Gegenwerten ein Fehlbetrag von vd. 1 Mrd. DM. Dieser Fehlbetrag soll u. a. aus kurzfri- stigen Mitteln der Geschäftsbanken gedeckt wer⸗ den. Darüber hinaus wird angestrebt, durch Kre- ditschöpfung die Erhöhung des Sozialpro- duktes und der Kapitalbildung sowie die Beschaf- kung von Arbeitsmöglichkeiten zu. be- schleunigen. Die Zahl der Beschäftigten im Bun- desgebiet werde sich bis Mitte 1952 um etwa 1 Mil- lion erhöhen lassen. Es müssen aber noch weitere 1,2 Millionen Menschen in den Arbeitsprozeßß ein- zogen werden. In Ergänzung der Vorschläge zur Förderung des EKxports werden u. a. die Gewährung eines verhält- nismäßlig hohen Dollarbonus, der den Expor- teuren zur krelen Verfügung überlassen werden soll, sowie die Errichtung eines sogenannten„Dol- lar-Drive-Büros“ in den USA zur Untersuchung des dortigen Marktes empfohlen. Diese Organtsa- tion soll in den ersten 2 Jahren Zuschüsse in Höhe von rund 7,5 Mill. DM erhalten. Außerdem werde der Zentralbankrat besondere Kreditmaſlnahmen Einzelhandel soll Preise senken Der Landrat des Kreises Hechingen(Hohenzol- lern) hat sich mit einem Aufruf an den Einzelhan- del gewandt, die Verkaufspreise der in den letzten Wochen bei vlelen Artikeln eingetretenen Preis- senkung anzupassen. Besdnders in länd- lüchen Gemeinden, betont der Landrat, wurden Vielfach noch unverhältnismäßig hohe Preise ge- kordert. In der nüchsten Zeit sollen in verstärktem Umtange Preiskontrollen vorgenommen werden. Grartenbau will nicht tür industrielle Interessen geopfert werden Der Gürtnereitverband Nordwürttembergs legte in einer Entschliebung schärfste Verwahrung geßen handelspolitische Maßnahmen ein, die geeignet seien, dle Existenz des einheimischen Gartenbaues zu ver- nichten. Durch die Liberalistierunt des Außenhandels würden 2000 Betriebsinhaber in Nordwürttembers mit ihren Angestellten, Arbeitern und Familienangehörigen so sehr betroffen, daß mre tügliche Arbeit am deutschen Boden sinnlos zu werden drohe, Der württembergische Gartenbau nalte es für volkswirtschaftlich untragbar, daßb ein armes Volk die Früchte seines eigenen Landes ver- ommen lasse und riesige Summen geliehenen Gel- für ausländische Genußmittel und Blumen aus- gebe. Der nordwürttembergische Gartenbau, 80 heißt es in der Entschlieſſung weiter, verwahre sich dagegen, für industriellle Interessen geop kert zu wer⸗ den, und müsse darauf bestehen, daß sämtliche artenbauerzeugnisse auf die Importschu t2 Iste gesetzt werden. Proteste gegen Butterpreiserhöhung Bei Bundeskanzler Dr. Adenauer und Bun- des-Wirtschaftsminister Professor Erhard Ain- en Proteste gegen die geplante Butterpreiserhö- ung ein. Der Vorsitzende des DGB, Dr. Böekler, er- klürt in einem Telegramm, daß sich der zur Zeit in Königswinter tatzende Bundesausschuß des DGB tegen die Erhöhung und gegen die Legalisie- rung von Schwarzmarktpreisen nach dem Hnde der Rationlerung verwahrt. In Telegrammen wendet sich auch der Haupt- verband des deutschen Lebensmittel-Einzelhandels erneut gegen die Butterpreiserhöhung. Diese Maß- nahme getührde die gerade jetat auf dem Lebens- mittelmarkt erkennbare Tendenz zur Preissenkuns. Sie stäre die Bemühungen der Wirtschaft, die Le- bensmittelpreise an die vorhandene Kauflrraft an- zugleichen.„Der Lebensmittel-Finzelhandel er- sucht daher den Bundestag dringlichst, dem Reschluß des Ernährungsausschusses nieht zu folgen.“ Der Deutsche Bauernverband dagegen, der bereits vor einigen Tagen eine Butterpreiserhöhung (efordert hatte, stellte erneut fest, daſh die vom Bundestagsausschuſl geplanten Butterpreise sich mit dem vom Bauernverband gzeforderten Preisen decken. Bundesreplerunt hebt Preisbindunt für Schlacht- Vleh auf. Die Bundesregterung hat am Dienstag aut Vorschlag des Ernührungsministerlums besschlossen, die Preisbindung für Schlachtrinder, Schlacht- pferde und Wild aufzuheben. Dleser Beschluß bedarf nooh der Zustimmunts des Bundesrates. Einnprels erneut letcht kesunken. Die Verwal⸗ tung tür Wirtschatt hat den Ziunpreis in Anpas- tungz an den Rückgans der NewVorker Zinn-Notie- rung mit Wirkung vom 1. Februar von bisher 78% DM je 100 Kkg auf 783 DM herabgesetzt. Prelssenkuntt bel Philips. Dle Philips-Werkee haben dte Preise für Glühlampen um 10% und tür Leucht⸗ Atofllampen um mehr als 20% herabgesetzt. KSU meldet stelxenden Absatz. Der Absatz der VSU-Werke Ad, Neckarsulm, Rat zich im Januar Gontüber dem Vormonat beträchtlich er öht. Der Verkaut von 28020 Gulck- Motorfahrrädern ODe- zeinber 2100 Stücke) stellt einen Nachkertegsrekord dar. Ferner wurden im Januar ai(Vormonat 1540) weitere Motorräder abgeseta“. rüber hinaus wird im Zusammenhang mit den Vor- arbeiten zum Wiederaufbau des deutschen Kon- sulatswesens die Bildung eines Arbeitskerei- 8es„Europawirtschaft“ in der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Institute erwähnt, der die au er- Wartenden Auswirkungen der völligen Liberali- sierung des Handels und der Konventierbarkeit der Wünrungen zu untersuchen hat. Schließlich soll das„Technical Assistance Program' der Reglerung der UsA in Anspruch genommen werden. Ferner wird in der Denkschrift darauf hinge- Wlesen, daß die Genehmigung einer Walfang⸗ klotte mit einem Fangertrag von 15 000 t Wal6l allein eine Devisenersparnis von mindestnes 4 Mill. Dollar jährlich bewirken würde. Aus dem Einsatz der deutschen U¹ebersee- und Kü-⸗ stenschiffe, deren Gesamttonnage sich am Ende des dritten ERP-Jahres auf zusammen 760 000 BRT belaufen soll, wird eine Deviseneinnahme von rund 44 Mill. Dollar jährlich erwartet. Ein wesentliches Mittel zur Bekämpfung der Ar- beitslosigkeit erblickt die Bundesregierung in der Vergebung 6fflentlicher Aufträge. Dabei lat an den Bau von Schulen, Krankenhäusern und Straßen, Urneuerungsrbeiten bei der Bundesbahn und an den Ausbau des Post- und Nachrichtenwesens gedacht, Ein Wohnungsbauprogsramm der Regieruns soll etwa 376 000 Arbeitskräften Beschäftigung bieten. Bel den Mahnahmen zur Finanzierung von In- vestitlonen wird der Regelung der Stillhalte- schulden eine betondere Bedeutunt beige- messen. Es werden Vereinbarungen angestrebt, nach denen den Stilmaltegläubigern neue Verwen⸗- dungsmöglichkeit für ihre Guthaben innerhalb des Bundesgebiets eingerkumt werden sollen. Lur Ur- leichterung der gespannten Kassenlage im deut- schen Außenhandel wird die Diskontlerbar- keit deutscher Auslandsforderungen vorgeschlagen. Schließlich wird angerest, die Ge- schättsbanken in der Bundesrepublik wieder zu gröheren regionalen Einheiten zusammenzufassen, well stärkere Bankinstitute viel eher die Möglich- keit hätten. Kreditrisiken zu übernehmen. Die Bundesreglerung betont in der Denleschrift erneut, daß die ihr selbst zur Verfuügung stehenden Möglichkeiten nicht ausreichen, um das Ziel zu errelchen, Mitte 1952 aus eigener Kraft bestehen zu können. Sie weist darautf hin, daß die Ausgangs- position des Bundesgebietes bei der Liberalt⸗ glerung des Warenverkehrs besonders schwierig war. Hohe Koffeepreise schaflen Absctzmarlet für Deuischlond Bremen.(Eig. Bericht) Seit November vergange- nen Jahres steht der Welt-Kaffeemarkt in einer beispiellosen Hausse. Die bei den Bremer Han- delskreisen einlaufenden Berichte von Geschäfts- freunden aus den Produktionsländern lassen auch erkennen, daß zunüchst mit einer Anderung nicht zu rechnen ist. Die Erzeugung hält mit dem steigenden Bedarf nicht Schritt, weil die Pflanzer in den Kriegsjahren und teilweise auch noch später den Anbau reduzierten oder ver- nachlässigten. Damals wuchsen die Kaffeebäume den Farmern sozusagen über den Kopf und die Ernten türmten sich zu Halden. Fehlender Schiffsraum brachte Exportschwierigkeiten, ganz davon abgeschen, daß die alten Konsumländer ihre Mittel für Rüstungszwecke verwendeten. Nach Kriegsende setzte bald ein allgemeiner Run auf Kaffee ein, der die verbliebene Stapel- ware aufsog. Jetzt wird es einige Zeit dauern, bis Angebot und Nachfrage wieder einigermaßen ausgeglichen sind. Inzwischen profitieren die Erzeugerländer von dieser Entwicklung, und da Kolumbien mit sei- ner letztjährigen Ernte von 5,6 Mill. Sack Kaffee nüchst Brasilien der größte Kaffeeproduzent der Erde ist, stärkt die Preisentwicklung die Ein- fuhrkraft über alle Erwartungen hinaus. Die „Federacliön de Cafeteros“ als Interessengemein- schaft der Kaffeepflanzer in Kolumbien hat durch Kreditgewährungen, Qualitätsüberwachung, Verbesserung der Verarbeitung und in freier Konkurrenz mit den Exporteuren durch eigenen Ankauf und Verkauf wertvolle Erziehungsarbeit geleistet. Wenn sich der Einstandspreis für 50 lcg Kaftee von 11 Dollar vor dem Kriege auch heute auf 25 bis 80 Dollar erhöht hat, 30 gind die Gewinne bei Verkaufspreisen von 60—70 Dollar für 60 ks gewaschenen Kaffee doch enorm. Diese Gewinne versetzen Kolumbien in die Lage, sowohl die Pflanzungen zu vergrößern und den Anbau zu intensivieren, als auch die Fintuhr wichtiger Güter zu verstärken. Nach dem Urteil deutscher Kaffeesachverständiger ist der deutsch-Kkolumbianische Handel sehr aus- baufähig, da wir genügend Güter haben, die dort hoch im Kurse stehen. Als dringend erforder- lich wird allerdings eine amtliche deutsche Handelsvertretung und die Einrichtung korrespondierender Handelskammern bezeichnet. Betont wird die Wettbewerbsfähigkeit der deut- schen Preise und Qualitäten. Heute nehmen die US A allein 21 Mill. Sack Kaffee der Welternte von rund 31 Mill. Sack aut, während der USA-Bedarf vor dem Kriege nur 12 bis 13 Mill. Sack betrug. Auf der anderen Seite ging der europäische Import von 12 Mill. Sack im Jahre 1935 auf 7,2 Mill Sack im Jahre 1946 zurück, um 1940 auf annähernd 8 Mill. Sack zu steigen. Davon entfallen auf Westdeutschland 233 000 Sack irn Jahre 1943 und 600 000 Sack im Jahre 1949, gegen- üÜber einem gesamtdeutschen Verbrauch von 2571000 Sack im Jahre 1935. Aber, und diese Einschränkung ist wichtig, damit sind nur die ofkiztellen Eintuhren genannt und es darf wohl ungenomen werden, daß weitere 500 000 bis 550 000 Sack auf anderen Wegen in den deut- schen Verbrauch kamen. R. R. Kunze Deutsche Auslandshandelskammern Vom Deutschen Industrie- und Handelstag an- erkannte Auslands-Handelskammern befinden sich in folgenden Lündern: Brasilien: Deutsch-Bra⸗ silianische Handelskkammer(Camars Teuto-Brasi- leira em Sao Paolo), Sao Paclo, Caixa Postal 2807. Chile: Camara Chileno-Alemana de Comercio, Santiago de Chile. Agustinas 1070, Ofleins 346, Ca- Silla 1060.— Griechenland: Deutsch-Griechi- sche Handelskammer, Athen, Churchillstraße 40 B. Italien: Camara di Comercio Italo-Germaniea, Milano, Via S. Nicola, 4.— Schwelz: Handels⸗ kammer Deutschland-Schweiz, Zürich 1. Sthlstr. 8B. Spanient Camara de Comereio Alemana para Espana, Madrid, Héroes del Diez de Agosto(antes Glozaga). Geschüftsstellen: Barcelona, Ronda Uni⸗ versidad 19. Valencia, Calle Joaquin Costa 56.— USA: United States-German Chamber of Com- merce, Inc. 11 Broadway, New Vork 4 NV. Tageblatt Bundesbahn-Dofizit 1950 5/ Nrd. DW Die Deutsche Bundesbahn rechnet für das— achäftsfahr 1950 mit einem Fehlbetrag von run 781 Mil1 DM. Wie VW erfährt, werden die Betrlebseinnahmen der Bundesbahn in dem Ent- Wurf eines Wirtschaftsplanes für 1050, unveründerte Verkehrslage Vorausgesetzt, mit rd. 3,37 Mrd. Dhd veranschlagt. Die Betriebsausgaben sind mit 3.403 Mrd. DM veranschlagt, s0 daß slch für die Be, triebsrechnung ein Fehlbetrag von 33 Mill. DM gegenüber 907,0 Mill. DVI im Vorjahr ergibt. Zu die- sem Posten treten in der Gewinn- und Verlust-⸗ rechnungz der vorjährige Fehlbetrag von 434,5 Mlll. DM, 60 Mill. DM für den Kreditdienst, 174,5 Mill. DM gesetzliche Abgaben an den Bund, rd. 30 Mill. DM Verzinsung der Ausgleichsforderungen und 3 Mill. DM außerordentliche Aufwendungen. Nach Abaug außerordentlicher Erträge in Höhe von etwa 4 Mili. DM ergibt sich ein Gesamtdeflzit von rd. 731 Mill, DM. Dabei ist angenommen, daß sämtliche notwendigen Aufwendungen aus den zu erwarten- den Betriebserträgen zu decken sind. Der Wirt⸗ schaftsplan für 1050 Könnte sich also wWesentlich günstiger gestalten, wenn auzrelchendes Fremdkapi- tal bereitgestellt würde. Liberalisierung Überlastete westdeutsche Devisenbilanz Dle Bundesregleruntz hat sich, wie VWD von gut inkormierter Seite erführt, gezwungen gzesehen, an- —.— der starlcen der westdeutschen evlsenlage zu erwägeh, bei der ECA um eine Ueberbrückungsbeihilfe in Höhe von 50 Mill. Dol- lar nachzusuchen. Dieser Betrag müßte aus jenem Fonds bereitgestellt werden, der aus den Mitteln des laufenden Marshallplanes mit 150 Mill. Dollar dotiert und dazu bestimmt wurde, denjenigen ERP-Lündern zu helfen, die infolge weitgehender Liberalislerung ihres Außenhandles ihre Zahlungsbilanz in Gefahr gebracht haben. Der Ani- trag ist tertiggestellt, aber noch nicht in Paris Uberreicht worden. Postministertum: Telefonanleihe ist keine Steuer Die vom Bundes-Postministerlum geplanten An- leihen von 200 DM auf jeden vorhandenen und von 300 DM auf jeden neu zu erstellenden Telefon- apparat sind„echte Anleihen“ und keine„Zwangs⸗ teuern“, erklärte ein Beamter des Ministerlums im Dienstag eéinem dpa-Vertreter, Die Post werde für diese Gelder Schuldverschreibungen ausgeben, die später auch als Wertpapiere ge⸗ handelt werden können. Die Verordnung, deren Bestätigung durch den Bundesrat noch aussteht, sieht bel so0Zlalen Härtefällen einen Ver⸗ zicht der Post auf die Anleihe zugunsten des Fern- sprechteilnehmers vor. Kuratristige Kredite an Flüchtlingsbetriebe Im Dezember 1949 wurde die württembergische Finanz AG mit einem Kreditvolumen von 1 620 00⁰ DM zu dem Zweck gegründet, Kurztristige Be- triebsmittelkredite an helmatvertriebene Unter⸗ nehmer zu gewühren. Der Staat ist mit einem Sechstel beteiligt und trügt das Risiko zu 90%, Die Kredite laufen für 3—6 Monate, in Ausnahme- fällen bis zu einem Jahr und sind mit 7// ver⸗ zinslich. Wie auf einer Pressekonferenz im Wirt⸗ schaftsministerium Württemberg-Baden bekannt- gegeben wurde. entscheidet über die Vergebung der Kredite ein Ausschuß, in dem PFlüchtlingsver- treter, die maſigeblichen Ministerten und die Lan- deszentralbank vertreten sind. Den Vertretern des Staates steht das Vetorecht zu. Bisher wurden 12 Antrüge behandelt und Kredite im Gesamtwert Deutsche Anlethen in der Schweln utlenen, Der Durchschnitts-Kurs der an den gchweizerischen Börsen gehandelten 27 deutschen Anlethen, deren Emsslonswert 432,1 Mill. sFr. beträgt, ist im Laufe des Jahres 1049 it. Monatsbericht der schweizeri- — Nationalbank von 16,74% auf 39,50(ge⸗ stiegen. 222 Oberliqd-Spinengruppe vor schwerer Prütung Schnee und Schlamm werden für Uberraschungen sorgen Der neuerliche Wetterumschlag, mit Niederschlä- gen verbunden, lüßt die Voraussagen für die Be- gegnungen der 25. Tlprunde in einem besonderen Lichte erscheinen. Eine Kampfmannschaft ist daher unter dieser Berücksichtigung(d. h. bei anhalten- den Schnee- bzw. Regenfällen) höher einzuschätzen, als eine ausgesprochene Elf von Technikern. Gerade bei der zuerst aufgeführten Paarung Waldhof— Offenbach kKönnten die Platzverhältnisse von ausschlaggebender Bedeutung sein. Bekannt- lich ist Schlamm für die Waldhofelf ein großes Handicap, s0 daß den Oflenbacher Kickers durch- aus eine Punktetellung zuzutrauen wäüre. Da die Stuttgarter Kickers berelts im Vorspiel dem BCA eine Lektion erteilten, dürfte es auch in Stuttgart zu einem Sleg der Conen-Elf reichen.— Während der 1. FC Nürnberg zu Hause gegen den VfBß Stutt- gart Favorit ist, könnte der VfRñ Mannheim bei den Augsburger Schwaben ein Unentschieden errinden Kalls„Bella“ wieder mit von der Partie ist).— Nach ihrer Heimniederlage gegen den FSV beglei- ten die Mühlburger auf ihrer Fahrt zu Bayern München wenig Hofftnungen.— Auch FSV Frank- turt, 05 Schweinturt und Spogg Fürth sollten an 18660 München, Eintracht Franleturt und Jahn Re- tensburg keinen Punkt verlieren. Wie vor 14 Tagen gegen den HSV. 30 könnte Ein- tracht Braunschweig auf eigenem Platz auch die St. Paulianer zu einer Punkteteilung zwingen.— Dem Tabellenletzten der Zonenliga Süd, 8V Hechingen, gelang am Vorsonntag ein sensatio- neller Sieg bei Eintracht Singen. Mit einem doppel- ten Punktgewinn über die Eintracht, der sehr Währscheinlich erscheint, würde der VItI. Konstanz zur Spitzengruppe aufschließen, obwohl er mit zwel Splelen im Rückstand ist.— Ebenso sollte der 1. FC Pforzheim seine stark verbesserte Position mit einem Sieg üÜber Brötzingen unterstreichen können.— Die Stuttgarter Sporttreunde als Platzelf wWerden es dem Tabellenzwelten Union Böckingen gewih nicht leicht machen, aber ein knapper Sieg der Gäüste kann wohl kaum verhindert werden.— Da der 8c Freiburg mit aller Energie endlich wieder zu Punkten kommen muß, sollte es nicht Überraschen, wenn Tübingen in der Münsterstadt „Heruptt“ wird.— Obwohl Normania Gmünd am Vorsonntag in Kirchheim 2:0 verlor, werden die Gmünder zu Hause gegen Zuflenhausen erfolgreich bestehen. Unser Tip: 0()- 1- 1— 0)- 1-100—1 — 1— 0—1—-1—-1- 009—1.. 6( Skolo der Suporlolive aus Gormisch Die beste Lelstung eines deutschen Sportlers: Sepp Weilers Steg im Sprunslauf auf der Grohen Olympiaschanze vor 40 000 Zuschauern,. Im ersten Durchgang übertraf Sepp den von ihm selbst ge⸗ haltenen Schanzenrekord von 66 m um zwel Meter. Mit 64 und 66,5 m und Note 220,0 gewann Woeiler vor den Finnen Pietikainen und Rafala. Die beste Leistung eines Ausläaderst Der erste Platz des 27jührigen schwedischen Försters Fred- rekson im Breistreckenrennen. Mit einer Lüänge von fast 12 km und einem Höhenunterschied von Ca. 3000 m Waren die unmittelbar aufeinander fol- fenden Abfahrten auf der Standard-, der Olympia⸗ und der Damenstrecke in drei Stunden zu bewälti⸗ en und stellten die wertvollste alpine Sklprüung ar. Die beste Leistung auf dem Ris: Die Lektion der Eishockeymannschaft der Harringay-Racers, dle Jſh Schüsse auf Hoftmanns Kasten jagten und mit 13:1 Rissersee schlugen. Die beste künstlertsche Veranstaltuntk: Das Paar⸗ lauten von Maxt und Krust Baler vor 16 000. Man versteht es, daß dite RBaler's kKürzlich nach drei Starts in IUtalien folgendes Telegramm erhielten: „Rehörden, Bevölkeruns und Sportler von Trient eprechen ihren Dank aus kür außerordentliche, unvergeßliche Kkünstlerische Kundgebunt“. Maxt und Ernst fliegen jetat zu Starts nach Oesterreich und in die Schwelr und Anfang Februar zeigen tie ihre Kunst in Stockholm antählien eines Sport⸗ pressefestes und des EKishockeysplels Schweden- Kanada. Rekorde erulelten: Der deutsche Meister im Ein- zelrodeln, Albert Kraus-Hahnenklee, der die Olymplabobbahn in 1:19,60 Minuten heruntertuhr (hisherige Rekordzeit: Maschke-Rissersee 142,00); Fredrekesson-Schweden auf der Damen-Slei-Ab-⸗ fahrtsstrecke mit 5:33, c(hisher Hcehtler-Parten- kirchen 5:89), Sepp Weller-Oberstdorf, 66 m auf der Großben Olympiaschanze(bisher Weiler mit 66 m). Die mutleste und sohnellste Damet Die Oester- relcherin Lisa Seewald, die mit 90 Sdttem. ralt mrem Rodelschlitten durch die großbe Bayernlcurve brauste und sowohl die Süddeutsche wie die Deut- dche Melsterschaft gewann. Dernier eri: sweltellige Skler Ein Frelburger Ertinder hat zweltellise Skier kKonstrutert, die um Ruckesack transporttert Werden Kännen. Dle Hretter sind ungzetühr in der Mitte ge⸗ trennt uncl werden durch das Aufsetsen lelchter Stahlrohrbeschläge zusammengeklügt. Laufelgen⸗ Achatten, Festigkeit und Flastlsttät dteser ler gollen dieselben sein, wWie die der bisher Ublichen Modelle. Da auch die Slcistäöcke zweiteilig sind, kann dle ganse Ausrüstung in einem Speslalkutteral untergebracht wWerden, Erfinder Zaschka ist bereits dureh die Fabrikation eines zusammenklappbaren FtEKlten-Fahrrades bekannt geworden. Weststadt war der Altstadt Überlegen Der interne Faschings-Schwimm-„Städtekampf“ des SV Nikar, Altstadt gegen Weststadt, begann an dessen Vereinsabend mit dem felerlichen Einmarsch der beiden Auswahl-Mannschaften. Schon Hlerbei konnte der aufmerksame Beobachter erkennen, daß die Altstädter mit schweren Aufstellungsschwierig- kelten zu kümpfen hatten, denn sie hatten in ihrer Not auf ihre lorbeerumkrünzten„Schwerathleten“ zurückgreiten müssen, die es sich nicht einmal ver“ kneifen konnten, auch in die Schwimmhalle ihre Hanteln und Gewichte mitzunehmen. Kein Wunder, daß dann die Altstadt vonden schnellen Stafleln nur eine gewinnen Kkonnte. Immerhin muß aner⸗ kannt werden, daß sich diese„schweren Männer“ von der Altstadt im ungewohnten Element ganz bray geschlagen haben. Die Weststadt-Auswahl dagegen umfaßte nahezu die gesamte Elite des Heidelberger Schwimmspor“ tes, deshalb sind der Gesamtsieg und der klare Wasserballerfolg nicht besonders Überraschend. Die Altstädter versuchten zwar durch kühne Reden noch zu retten, Was zu retten war. Ee blieb aber beim Versuch, denn der seriöse Mannschaftsbeglei“ ter der Weststadt im Frack und Zylinder(aller- dings barfuſß) wußfte auch dlesen Angritt abzu- Achlagen. Eine besondere Note erhielt dieser traditionelle Kampt durch die Mitwirlcung des deutschen Euro- parskordlers Walter Klinge, der in der nächsten Zelt öfter Gelegenheit nehmen wird, sich im Hei⸗ Hallenbad in Form zu bringen und au nalten. Fahrgelegenhelten àu Neckarau— Rohrbach Anlählich des am kommenden Samstag stattfln- denden Rückspiels VfI. Neckarau gegen 180 Rohr- bach verkehren um 13.30 und 14 Uhr Autobusse ab Rohrbach Marktplatz. Fahrpreis(Hin- und Rück⸗ fahrt) à.— DM. Bestellungen werden im Verelns⸗ heim entgegengenommen, Telefon 6396. Bel dieser Gelegenheit wird noch darauf hinge- Wlesen, daß am glelchen Tage um 20 Uhr im Ver⸗ oinsheim ein„Bunter Abend“ stattflndet. Ommnibus au Eberbach— Handschuhsheim Lu dem wiehtigen Verbandssplel amm kommenden Sonntag zwischen 88 Fberbach und TSV Hand- ohuhshelm werden von der Leitung des TSV Hand- schuhsheim einige Omnibusse ab Tlefburg Hand- sohuhsheim cingesctat. Interessenten wollen sich umgehend in dte vorliegenden Listen beil der Olex“ Tankstelle, Dossenheimer Landstr., und Gasthaus „Zum trünen Hot“, Handschuhsheimer Landstr., Eintratfen.— Letster Termin unwilderruflich Frei- taß, J. 3., spätestens 20 Uhr. Fahrpreise für Hin- und Rücktahrt DM 2,30. Abfahrt 12.16 Uhr. Aohtung. Handballert Handbaltschledsrichter der Untergruppe Hetdel- berg, umkasseric dte Verelne Dlelheim, Wiesloch, Nußloch, Walldort. Rot, Malsch. Malschenberg und St, Leont Am Samstag, 4. Fehr., 16.30 Uhr, flndet un Rot im Gasthaus„Zum Hirsch“ eine Pflichtver Zamnlung statt. Ieh bitte um pünlctlichees und voll⸗ zUhliges Erscheinen. Hen. Kerle. Tageblatt Ein Arnt erlebt die Industrie f von 16.sf MLebab Die menschlichen Bezichungen in Betrieb und Wirtschaft Als sonial interessierter Unternehmer stellt uan folgende Tatbestünde fest: Deutschland war mit seiner Sozialpolitik unter den Industrielündern vorbiidlich. Dennochk haben unsere sozlalen Einrichtungen und Leistungen eine verhältnismäbßig geringe Entspannung be- Wirlet. Warum eigentlich? Well Institution, Gr⸗ ganisation und bloßle materielle Zuwendung we⸗ der an den Menschen, noch an die menschlichen Bezlehungen untereinander heranreichen. Die Pflege der menschlichen Beziehungen in Betrieb und Wirtschaft liegt noch im argen. Die Kunst der innerhalb der kol- lektiven Welt der Arbeit, Fechnik und Organi⸗ satlon steht bei uns erst in den Anfüngen, im Gegensatz zu den USA, wo man bewußt und mit großem sozialen Erfolg mehr angewandte Sozlologie als Sozialpolitikk betrelbt. Es kommen menschliche Fehlleistungen durch Betriebsleiter Vor. Die Unterführer, mögen es Meister oder Angestellte sein, sind in der Regel brauchbare Spezlalisten und werden auch da- nach ausgesucht, aber sie sind nicht immer gute Führer und Behandler der ihnen unterstellten Mitarbeiter, In ihrem Ausbildungsplan fehlt der „Umgang mit Menschen“. Kein Wunder übri⸗ gens! Wo und wann lernen die Eltern Kinder erziehen? Dabei sind sie als Erzieher im Volkes- ganzen hundertmal wichtiger als die Lehrer, die doch Päüdagogik lernen. Die Krise der Medizin reicht bis in die Be- triebe und Belegschaften hinein, Die Mechani- sierung des Heilbetriebs durch die Kassen und ihre Arzte führt in eine Sackgasse, In vielen Fällen werden behandelt, während man an den leib-seelischen Kern der Krankheit nicht herankommt und vor allem der„Weg zur Krankheit“ und die Ursachen der Flucht in die Kranlcheit verborgen bleſben. Arbeltsneurosen Viele Kranlcheiten haben ihren Ursprung in Störungen der engsten Gemeinschaften, der Ar- beit und der sozlalen Ordnung. Die seelischen Erkrankungen nehmen zu, auch im Bereich der Industrie, Viele Kranlcheitsfälle dieser Art kön- nen nicht oder nicht richtig behandelt werden, weil das viel Zeit und Geld kostet und weil es an Psychotherapeuten fehlt, während es Arzte kür nur Kkörperliche,„greifbare“ und schulmäßige Krankheiten genug gibt. Es gibt Arbeits- neurosen, die nicht als solche erkannt und behandelt werden, aber die Leistung und Stim- mung der Betriebe empfindlich stören. Wer kümmert sich um das Gemütsleben des Arbeiters, um seine urtümlichen Seelenkräfte, sein Bedürfnis nach Natur, Freude und Spiel, um die Gestaltung seiner Freizeit, um die Art, wie er wohnt? Hier liegt ein weites Feld der Kulturpflege und sozlalen Befriedung der Be- legschaften, Stedlungen und anderer sosialer Kollektive hrach., Die Gewerlcschiaften haben es noch nicht in Angriff genommen. Sle werden es aber tun müssen. Eine bloß materiell oder mäcktmäßig aufgefaßte Politikk der Lohnsteige- rung, der Mitbestimmungs von Funktionären und der Finwirkung aut die Wirtschaftspolitile ist Sozial reaktionär geworden. Sie läßt den Ar- beiter isoliert verkümmern. Schließlich: Wir steuern schon wieder mit vol- len Segeln in Leistung, Mehrproduktion, Refa- system und Ratlonalisterung, in mehr Kilos und Tonnen, mehr soziale Aufwendungen, kurzum in den ganzen Rausch der Ziftern und Mengen eines Systems hinein, das tells freie Wettbe⸗ Werbswirtschaft, teils gebundener Wohlfahrts- Staat ist. Achtung! Signal geben! Mehr Uber- blicke, mehr Welsheit. Aus der Vergangenheit lernen. In unserem Falle heiſit das:„zum Ge- deihen eines Industriebetriebes gehört nicht nur die Produkttons- und Leistungssteigerung und die Rationalisierung des Arbeitsprozesses, son- dern auch die Gesunderhaltung und Gesund- Roman von Osear Stuth Das Starkere SgSeben J. Fortsetzunk Der Gehelmrat wartete, bis die Schwester, die ihm bei der Untersuchung assistiert hatte, aus dem Zimmer gegangen War. „Ich kenne übrigens Ihr Holzwerle in Hoch- relth, Herr Prugger. Eine bedeutende Anlage, sie källt aut, wenn man mit der Bahn vorüberkährt. Ich weih übrigens nicht, wWie weit die vor mir befragten Aerzte Sie auftzelelürt haben über die mögliche Schwere lhrer fleidigen Leberge⸗ schichte“, wie Sie sagten?“ „Weit genugl Sonst wäre ich garnlcht bel Ihnen!“ Prugger lachte. „Sie häben vlel zu lange gewartet! Wenn Sie vor zwel, drel Monaten zu mir gekommen Würen—“ „Wenn— wenn— verehrter Herr Geheimrat! ich Wär mein Lebtag nicht gewohnt, viel autf melne Gesundheit zu achten. Bel all der Arbeit, den Sortzen und Autfregungen! War ja Keiner da, der mich richtig hätte vertreten oder gar ersetzen Können, in dem wilden Betrieb!“ Er brach fast unwirsch die Rede ab und Wandte gich dem Gehelmrat zu, als Wollte er der Gefahr trei ins Außze schaun.„Wie lange noch—“ Selne Stimme hatte wieder stwas von ihrem härten, herrischen Klang. Der alte Arzt mußhte sich zwingen, dem Bllcle des Mannes nicht auszuwelchen,„80 weit sind Wir nun noch nicht, dal Sie so kragen müssen, Herr Prugger, Ste gind Ja außerorcentlich krät⸗ tig und echlteßlich sind achtuncktüntzih Jahre noch kein Alter! Aber— um elnen raschien heitsförderung der Belegschaft, vor allem aber deren soziale Befriedung.“ 20 Jahre Betrlebsarst Dieser Satz stammt aus dem Buch von Hans Kellner:„Ein Arzt erlebt die Industrie“ Ver- lag von Ernst Klett, Stuttgart, ca. 190 Seiten). Es trägt den Untertitel„Grundzüge einer sozial- Psychologischen Betriebshygiene“ und stößt truchtbar und wegweisend in den oben marklerten Bereſch sozilaler Spannung und Destruktion vor. Man kKann jedem geistig bewegten Unternehmer, Betrlebsleiter, Gewerkeschaftler, Arzt und FEr- zleher nur empfehlen, dies ernste und tüchtige, durch Material und Problemstellung gleich wert⸗ volle Buch zu lesen und sich mit ihm ausein- anderzusetzen. Kein Politiker, vor allem kein Sozialpolitiker, dem es um eine Aufkri- schung des vielfach erstarrten und bürokratisch Verkalkten deutschen Sozlalsystems zu tun ist, sollte an diesem Erlebnisbericht vorbeigehen. Dr. Kellner hat als Betriebsarzt 20 Jahre lang in der Industrie gearbeitet Sein Buch fußt auf der Beobachtung des Gesundheitszustandes und der psychophysischen Stimmung von 2400 Textil- arbeitern Das mag eine Einschränkung seiner Beobachtungen und Schlüsse für andere Indu- strien bedeuten, die nur Männerarbeit kennen und bei denen die Konstitution des Arbeiter- typs, die Siedlungsverhältnisse, sowie die soziale und rassenmäßlige Herlcunft der Belegschaften gesünder ist als in der Textilindustrie. Kellner schildert zunfchst 32 Kräanlcheitsfälle aus der Praxis eines Sozialarztes. Die meisten davon betreffen allerdings Frauen. Von den sehr typi- schen, anschaulichen Fällen seien einige ange- ktührt, um das Erlebnis- und Arbeitsgebiet an- schaulich zu machen: Der Beginn einer Arbeitsneurose Sorge als Frühschaden Flucht in die Ohnmacht Ein Gewissenskonflikt und seine Folgen Verfehlter Arbeltseinsatz Der Wir-Bruch im Leben einer Jugendlichen und seine Folgen Ein psychogenes Magenleiden, In allen diesen Kranlcheitsfällen mußte der bloße„Körperarzt“, insbesondere der Kassen- und Vertrauensarzt, versagen, denn die Ur-⸗ sachen der Kranlcheit waren seelischer Art. Sie lagen in verpfuschter Kindheit, Entbehrung des Vaterschutzes oder der Mutterwärme, verfehlter Liebe, falschem Arbeitsplatz, krünkender Be- handlung durch Vorgesetzte, jahrelanger Ver- drängung von Affekten, Lebensangst u. ä. Bei den weiblichen Kranlcheitsfällen fällt auf, Wie stark belastend gerade in sozialer Beziehung die uneheliehe Geburt wiret und fast immer eine schwere Hypothek auf das Leben in der Gemeinschaft legt. Das zunächst seelische Leiden führt durchweg zu einer vegetativen Neurose, die als Frühschaden den Wetz in die Krankhéit eröffnet, die dann später auch zu or⸗ ganischen Schäden führt, Das Ausweichen in die Krankheit erweist sich oft als schützender Me- chanismus der Primitiv-Seele Anderseits er- schlieſit sich nach Kellner das unbewußte See⸗ lenleben der Primitiv- Person des Industrie- arbeiters viel rascher der psychotherapeutischen Behandlung als dasjenige einer vorwiegend rationalen Persönlichkeit. Sozlalpsychologische Forderungen Die weiteren Kapitel des auf jeder Seite an- regenden Buches ziehen die Folgerungen. Kell- ner verlangt viel: Die Anwendung der Massen- und Tiefenpsychologie auf die Betriebsarbeit, einen psychologlsch erfahrenen Sozlalarzt mit entsprechend geschulter Sozialpsychologin für den Mittel- und Großbetrieb, Reihenuntersuchung aller Arbeiter und Einteilung in psychologische Typen, ärstliche Erfassung der Konstitution, Funktion und Strukktur des einzelnen Arbeiters in Karteilen mit Pychogrammen, Ahnentafeln in Eingritt werden wir nicht herumkommen— und dleser Eingritt—“ „Ist schwer und kann den Schluſßistrich bedeu- ten.“ Hrugger nielcte. Der Geheimrat atmete auf. Das Schlimmste War schon gesagt.„Der Eingrift ist schwer, ge⸗ Wigh. Doch er wird— Sie dürten nichts anderes denken— die Rettung bedeuten. Wir haben allerdings keine Zeit zu verlieren— jeder Tag — Sie verstehen—“ „Die Entscheidung ist nicht einkach, Herr Ge- helmrat. Es häüngt zu viel an mir. Nicht nur die Familie, auch das ganze Werk, das ich mühsam genug aufgebaut habel Sie werden als Arzt mein 26gern nicht verstehen.“ „Doch!“ Der Arzt lächelte.„Ueberlegen Sie es sich, Ich kann Ihnen jedoch nicht verschwelgen, daßb es keine andere Möglichkeit mehr für Sie Elbt. Wir haben nur diesen einen Weg.“ Prugger stand auf, Finen Augenblick schien er unschlüssig, dann meinte er etwas spöttisch: „Sle haben recht. Ich werde versuchen, mein Haus zu bestellen und dann: Weidmanns Heil!“ Eine Stunde später, in Justlzrats Beckers Kanzlei, hatte Heinrich Prugser dem Jugend⸗ ktreund seine verzweifelte Lage dargestellt, Fr⸗ regt und erschöptt stand er ſetzt am Fenster und starrte aut die Straßſe hinab, ohne etwas Klar wahrzunehmen, während der Kleine Justiz- rat nachdenklich an seinem Schrelhtisch sah. Ohne sich Becker zuzuwenden, meinte Prug- ger:„Eine herrliche Bilanz, wie? Wer führt das Werle, während sie an mir herumptuschen? lst ja doch alles umsonst!“ Behutsam mähnte der Freund:„Du dartst dle Flinte noch nicht in Korn Werten.“ „Aber, Franz—1 lch fühle selbst am besten, Wie es mit mir steht.“ Langsam trat Prugger nher, Die Hrinnerung bewegte ihn.„Haben sleh wundervoll gelohnt, die dreillig Jahre Fron und Arbelt in Hochrettht Ich hätte doch wohl da-⸗ mals, als mein Vater starb, nicht wieder diese Stadt verlassen szollen, und wären darüber auch Betrieben mit alteingesessener Belegschaft, psy- chologische Kontrolle des Arbeitseinsatzes und der Belastungsfähigkeit des Arbeiters, sorgfäl- tiges Eingehen auf jeden Kranſcheitsfall. Am liebsten möchte er den Auftrag des Sozialarztes von der Landesmedizinbehörde erteilt sehen. Seine Forderungen gipfeln in Sozialsana- torien für Arbeitsneurosen, dieser neuen Seuche im Volks- und Wirtschaftskörper. Die Kritik Es lst verhältnismäßig leicht, Kritilk an dem Buch zu üben. Dr. Keliner ist ertüllt, ja be- sessen von seiner Mission, und so kann man hier sagen, daß das Beste des Guten Feind ist. Unternehmer, Betriebsioiter, ja sogar Betriebs- räte, die das Buch lesen und die Forderungen buchstäblich nehmen, kriegen es mit der Angst zu tun. Der Industriebetrieb und seine Leitung sind ohnehin schon sehr kompliziert und mit Kosten belastet, und hier wird eine weitere Komplizierung und Verteuerung der Betriebs- führung verlangt. Sozialarzt und Sozialpsycho- login sollen zur ‚Seele des Betriebs“ werden und auch den Betriebsleiter mit erziehen. Dr. Kellner stellt selbst fest, daß sehr viele Arbeits- neurosen ihre Wurzeln außerhalb des Betriebs, in Elternhaus, Erbfracht, Liebesleben usw. haben. Soll sich der Betrieb neben seinen vielen Mühen und Auflagen da auch noch um die Vor- und Umwelt kümmern? Der„Diplompsychologe“ hält seinen Einzug in die Betriebshierarchie,„Ein jährlicher Aufenthalt aller erholungsbedürftiçen Mitglieder eines Industriebetriebs in einem So- zialsanatorium bildet die unerläßliche Er- güänzung aller Aufbaumaßnahmen organischer Betriebsgestaltung“ Die meisten Betriebsleiter, die heute sehr primitive Sorgen der Werkserhal- tung, Betriebserneuerung und Arbeitsplatz- sicherung haben, die sich ferner erst einmal rü- sten müssen, ein kommendes Mitbestimmungs- recht der Arbeiterschaft sozialpsychologisch 80 zu verkraften, daß es dem Betrieh nützt und nicht schadet, werden vor diesem Programm zu- rückschrecken! Aber keine Angst! Zunächst werden es sich nur wenige Betriebe leisten können, das Pro- gramm Dr. Kellners in seiner Breite und Fülle in Angrift zu nehmen, und zwar deshalb, weil die notwendigen Sozialärzte und Sozialpsycho- loginnen guter Qualität, die aber ertorderlich sind, noch sehr fehlen. Mit Recht betont Dr. Kellner selbst immer wieder, wie sehr bei die- ser Heilarbeit alles von der Persönlichkeit abhängt, wie sehr es sich hier nicht nur um einen Beruf, sondern um eine innere Berufung, um eine echte psychologische Begabung handelt, die schon etwas mit Kunst zu tun hat. Er for- dert selbst für diese Arbeit„nur eine gewach⸗ gsene Persönlichkeit“, gütige, gereifte Menschen, dle seellsch-geistig ausgeglichen sind und sozial Vorbildlich, Wirken. ee en a Wo sind aber die Menschen, die dieser Forde- rung entsprechen? Wieviel vitales Rohmaterial gibt es für diesen Beruf unter den Studieren- den? Wo sind für sie die vollkommenen Ausbil- dungsstätten? Wieviel Einführung und Takt ge⸗ Hört zur Arbeit des Sozialerztes und Betriebs- psychologen? Viel menschliche Elite ist in Deutschland gestorben und verdorben. Für die- sen neuen Beruf eines„Seelsorgers“, der wirk⸗ lich an das Seelische herankammt, und zwar mehr als viele Geistliche ist aber eine mensch- liche Elite gerade gut genug Wieviel gute und erstklassige Heiler gibt es schon unter den „Körperärzten“, vielweniger in der Seelenheil- kunde? Ja, wenn män eine Sozialpsychologin wie die unvergessene Erika Hantel(Wun⸗ derbar ihre Schrift: Verborgenes Kräftespiel, Stuttgart, 1937) mit ihrer seltenen Intuition ver- tausendtfacht in der Industrie einsetzen Kkönnte, oder einhundert Dr. Kellners! Dann möchte es in großzem Stil mit Sinn und Ertolg gehen. Ich würde mich aber als Betriebsleiter hüten, einen der Hot und die alte Säge vor die Hunde ge- gangen! Wäre ich nur meinem Kopf gefolgt, ich Wäre schon ein brauchbarer Architekt geworden. Jedenfalls ein besserer, als mein lustiger Herr Schwiegersohn!“ Sein bitterer Spott tat weh, Mit beiden Händen stützte er sich auf den Schreibtisch und beugte sich mit einem ernsten Lächeln dem Freunde zu.„Jung sind wir da- mals gewesen, Franz— herrlich jung—1“ „Ich hätt' nicht gedacht, Heinrich, daß dir Hochreith s0 viel bedeutet, das Werk—!“ „Us hat mein Leben ausgemacht, Franz!“ Prugger nahm eine kleine Bronzefigur vom Schreibtisch auf, eine Nachbildung des Col- leoni-Denkmals.„Daß du das noch hast!— Als ich es damals für dich kaufte, auf der Dult, uus einem kurchtbaren Kram heraus—— da War sie dabei——“ Becker nickte:„Mathilde, ja.— Du hast dreihbig Jahre lang nicht mehr von Mathilde gesprochen.“ „Aber ich habe sie nie vergessen.“ Der andere sah ihn forschend an.„Nein, vergessen Kkonntest du sie gewis nicht. Wir haben es nie verstanden, daßß es mit euch zu Ende gehen Konnte.“ Prugger wandte sich ab. Die Hände tief in den Rocktaschen, Wieh er in die Mitte des Zim- mers zurück.„Es war meine Schuld. Ganz allein meine Schuld. Durch eine verrückte, nür⸗ rische Treulosigleeit, in toller Faschingslaune. —— Und Mathilde, sie war ja wie ich! 80 gtola und eigenwilig, so unbedingt—“ Becker tastete vorsichtig:„Du weißt, daß Mathilde— daß) Marquardts wieder in Mün⸗ chen leben? Seit etwa zwel Jahren schon, leh las damals von zeiner Berufung hierher als Dozent kür ältere Kunstgeschlchte.“ Prugger blieb stehen, dann sagte er langsam: „Mathilde wieder in München—1“ Gereist Waändte er dem Freund das Gesicht zu.„Dah gie damals Marquardt geheiratet hat—l Aus⸗ ferechnet Marquardtt Kannst du das verstehen?“ Aber Beckeer kKkonnte es durchaus begreiten. Mittwoch, 1. Februar 1950/ Nr. 31 Selte U mittelmäßigen Sozfalarzt oder Betriebspsycho- logen anzusetzen, Dipiom hin oder her. Damit —. wWir nun wieder ins Institutionelle hinein. Faustregeln der Menschenführung Das hindert nicht den grundsätzlichen Wert des Buches und seine anregende Kraft. Der Weg ist gezeigt und wird gegangen werden, zunüchst von Betrieben, die sich das nach Maßsabe ihrer Mittel und dem Vorrat an guten Sozialärzten und Sozialpsychologen leisten können. Darüber hinaus kann die ganze Industrie von Dr. Kellner kolgende Anregungen verwerten: Paycho-biolo- gische Gesichtspunkte sollten mehr den Ma- schinenbau befruchten Die Besetzung des Ar- beitsplatzes darf nicht mechanisch ertfolgen, sondern muß auch seelisch abgestimmt werden. Die bisher angewandte Psychotechnik ist un- kruchtbar. Vorsicht bei ihrer Anvendung im Zuge der Ratlonalistierung,. Die Unterführer Im Betrieb müssen Menschenbehandlung kursus- müßig lernen.(Es fehlt aber immer noch eine kKurzgefabte Fibel mit Faustregeln der Men- schenkührung und Betriebspsychologie) Dle lei- tende Schicht im Betriebsleben muß sich von Komplexen, Minuspotenzen und menschlichen Fehlleitungen befreien Mennoch kann nicht er· Wärtet werden, daß alle leitenden Krätte in der Industrie auch gute Menschenführer werden, dafür ist die Auslese zu gering, und der Fach⸗ maänn muß unter dem Diktat der Leistung oft dem besseren Menschenbehandler vorgezogen Werden.) Bei psychologischer Behandlung aller Betriebsfragen erledigen sich viele Sozialpro- bleme vonselbst. W 55 All das und noch mehr gibt das Buch Kellners dem Betriebsleiter und Sozialpolitiker mit auf den Weg. Ein Satz von ihm möge Programm werden:„Nach dem Zeitalter eines bürgerlich übersteigerten Individualismus ist sonach die Aufgabe der Kulturpflege ganzer Belegschatten fällig geworden“. Wie wahr! In dieser Erkennt- nis sollten sich Unternehmer und Gewerkschaf- ten zu fruchtbarer Zusammenarbeit flinden. Spo protestiert gegen Dehler-Rede Bonn. Die SPD-Fraktion des Bundestages wWies Außerungen des Bundesjustizministres Dr. Deh- ler zurück, der erlclärt haben soll, die SPD treibe keine konstruletive Opposition. In der Verlautbarung der SPD-Fraktion wird betont, die Bundesregierung habe keinen Zweifel über die Unterstützung gelassen, die ihr in„kriti- schen Tagen“ durch die Opposition zuteil gewor- den sei. Die ganze Welt wisse,„welchen Scha⸗ den der Bundesſustizminister dem deutschen Volke durch seine unverantwortlichen Auslas- sungen“ auf dem FDP-Parteitag in Hamburg zutgefügt habe. Wenn er jetzt ohne jeden sach- lichen Anlaß das Verantwortungsbewußztsein der Opposition zu diffamieren suche, so sei das nur ein Versuch, von seinen„eigenen unverant- Wortlichen Eskapaden“ abzulenken. Gewerkschaftsbund will im Bundestag gehört werden Düsseldorf. Der deutsche Gewerkschafts-⸗ bund wandte sich in einer Erklärung scharf da- gegen, daßß die gewerkschaftlichen Forderungen zum Uebergangsgesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der im öffentlichen Dienst Beéschäftigten durch den Beamtenrechtsausschuß des Bundestages nicht beachtet werden. Die Gewerkschaften verlangen vor allem, daßb die unterschiedliche Rechtsstellung zwischen Angestellten und Beamten beseitigt, die weib⸗ lichen Bediensteten den münnlichen gleichge- stellt und die gewerkschaftliche Mitwirkung bei der Regelung des Vertrauensverhältnisses durch ein Personalamt sichergestellt werden sol⸗ len. Sie Kristeren ferner, daß die Aufhebung der Brüningschen Notverordnung noch nicht be- gechlossen wurde. Für die Beibehaltung eines Berufsbeam-⸗ tentums sprach sich der Leiter der Haupt- fachabteilung I der Gewerkschaft„Oeftentliche Dienste, Transport und Verkehr“, Willi Lulay. in Hamm aus. „da, Helnrich. Weil er, nach hrem Bruch mit dir, wohl der einzige war aus unserem Kreis, der ihr Freund bleiben konnte, vornehm und feintühlig, wie er war. Der einzige, der nicht forderte, daß sie erst dich vergaß. Sein Sohn hat übrigens seine künstlerischen Neigungen geerbt—“ Prugger überhörte es.„Er hat Mathilde schon in meiner Zeit fast schwärmerisch verehrt“, grübelte er. Und dann erst erkaßte er Beckers letzte Bemerkung.„Mathilde— Marquardts haben einen Sohn?“ „Das wußtest du nicht?“ Immer stärker Ward Prugger von der Vor⸗ stellung ertüllt:„Mathilde hat ein Kind!“ Lüchelnd berichtigte Becker:„Nun, das Kind lat längst ein Mann geworden. Nach dem, was leh geletzentlich über ihn lese, ist der junge Marquardt ein sehr begabter Bildhauer, von dem man sich Bedeutendes erwartet. Er mulz heute immerhin schon— nha warte—“/, FEr hatte dem Bücherschrank hinter seinem Stuhl ein Künstlerlexikon entnommen und blätterte. „lch kann mich noch so gut erinnern, die Mar⸗ quardts haben damals im Mal geheiratet.“ „Franz—1!“ Prugger schämte sich ein Wenig selner Bewegung und muhte doch lächeln.„Ich Will Mathildens Sohn sehen!“ „Hier! Gregor Marquardt. Jeboren am 8. September 18637 In Berlin, Dorthin waren sie ja gleich nach ihrer Hochzeit verzogen.“ Beckers Stimme Klang erstaunt. Auch Prugger stutzte, als habe er nicht recht Verstanden.„Am 3. September des Hlelchen Jahres?“ Der Freund suchte abzulenken.„Du glehlst, er wird heuer schon dreißhig.“ Wie angewurzelt stand Heinrich Prugger in der Mitte des Raumes und starrte den undeun mit geistesabwesenden Augen an. kEs Wär, als ringe er mit einem Gedanken, étyem Einfall, der zu ungeheuerlich War, als daß er ihn ganz hiltte zu kassen vermocht. Sein Kranlchaft hageres Gesilcht war tahl geworden. Portsetsung kolgt) Selte 6/ Nr. 81/ Mittwoch, 1. Februar 1950 Ludwig Reisig. hatte. einen sanften Tod erlöst. Trauerhaus: Klausenpfad 23 unvergeßlichen Mann dem Leben gerufen. Der Herr ÜUber Leben und Tod hat heute unsere liebe Mutter, Schwester, Schwiegermutter und Ooma Frau Lina Volk W'We. tgeb. Geler von ihrem mit groſſer Geduld ertragenem langen Leiden, ver-⸗ schen mit den FTröstungen der Kirche, im 66. Lebensjahr durch Der Herr Uber Leben und Tod hat heute trün meinen lieben, Im Namen der trauernden Hinterbliebenent Lina Vogt geb. Müller EZutenhausen, den 31. Januar 1960. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 2. Februar 1960, nach- mittatzs 3 Uhr in Zuzenhausen statt. M. O. V.„Liederkkranz“ Sandhausen tige. Die trauernden Hinterbliebenen Heldelberg, den 31. Januar 1060. Heerdigung: Donnerstatgz, 2. 2. 1060, 1 Unr, Vriednot Handschunsn. Fritz Vogt Bauer plötelich und unerwartet nach kurzer, schwerer Krankheitt aus Unser erster Vorsttzender 0 Michael Schneider 0 de durch einen tratzischen Ungtückstall aus unserer Mitte — Wir verlieren in ihm nicht nur einen beliebten Sänger⸗ sondern einen Vorbildlichen Menschen, der 50 Jahre Mitglied unseres Vereins war und diesem 26 Jahre als Vorsitzen- dler treu gedient hat.—.— Schneider ein dauern- 0 en bew. 5 5 Der Verwaltuntsrat. e A nachun. 4 * mazeltunt Andst in Bönkssölas, l. N6b7., Uüs dlatl Terrmuemin 4 Sterbefall am 30./A. 1. 1036 Stenotypistin gesucht(Ankfüngerin). Wagner, Heidelberg. Huusserstr. 7. Karolina Volk, 67 Jahre Klausenpfad 23 In guten Haushalt(8 Urwachsene) Wird älteres, flelſgiges u. unbedingt ehrliches Mädchen oder Frau ohne Anhang gesucht.(Tagesmädchen z2wecklos). Angebote unt. Nr. 7663 an die Expedition. Rainer-Andreas Unser Erster ist angekommen Hedt Salm geb. Riekertsen zur Zeit St. Elisabeth Dr. Hermann Salm Heldelberg, den 31. 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Die Sektlon eröftnete mit diesem Besuch eine Besichtigungsreihe, die vor- nehmlich den jungen Krüften des Gaststätten- gewerbes zeigen soll, wie die Waren entstehen, die sle servleren, Der Senlor des Hauses, der Wiährige führte seine Güste treppauf und treppab, nachdem er neben dem 1. Vorsitzenden Willi Esch vor allem Fritz Gabler begrüßt der seit 1694 Mitglied des Verbandes ist. Herr Gabler wird demnächst— wie er uns sagte— nach Paris fahren, um durch Verhandlungen zu er- reichen, daß den Angehörigen des Hotel- und Gast- stättengewerbes dung eineè Grenze geöflnet wird. Die Firma Reisig ist eine ebenso moderne wie Vlelseitige Hexenküche. Wir sahen Bottiche von einem Fassungsvermögen, das selbst die Anerken⸗ nuns des Zwerges Perkeo gefunden hätte. In ihnen verwandeln sich süße Kirschen, saftige Pflaumen, Kugelrunde Orangen und andere Früchte sütffige Liköre oder erqutckende Schnäpse. Aus Wein wird Kognak. aus Kräutern eine Magentröstung, aus dem Gack-Gack der Hühner ein Eierlilcör, der es in sich hat. Man im Interesse beruflicher Fortbil- in duf- herz. und maßgen⸗ Fert mit dem lAstigen Brukband! uüUCAHLEtorsot tratzen die seit Janren ver- benser te GWA- Bandage Weiche, bewegliche Pe⸗ lotten ⸗ohne lüstig Stahl⸗ büigel DUDuuurr Probiergläschen. muß nur die Hühne öffnen, und schon lüäuft und guillt es in allen Farben des Rogenbogens in die Aber die Hexerei geht weiter, Auch der Staat hext hier monatlich etwa 100 000 DM in die öffent- vancklalt Die Firma Reisie ist ein Groflabnehmer unsere Landwirtschaft. Sie verbraucht das Obst waggon⸗ Weise, verwandelt einen See voll Wein in Kognale und im Sinsheimer Gebiet leben viele Bauern zu einem Teil von den Gurken, die in der Fahrtgasse Verlangen S8ie costenlos mein Prospelct. Rud. Unterwagner, Spezial-RBandagist, Heidelberg, Zänringerstr 1. Tel 3003 Neue Sprechzettent Mo. bis Sa. morgens von 9—11, nachm. von 6—6 Uhr, außer Mittwoch- und Samstagnachmittag! br. I. Orter, Meldelbart Rohrbacher Straße 63 AMTI. ANNTMAUi Voereinsregister 1 02. 43. Neuein- trazung: Württembergisch-Ba- dische Jägervereinigung, Kreisver- ein Sinsheim, Sitz Eppingen.— Eppingen, den 23. Januar 1960.— Amtsgericht. HR. A nd. 2 02. 8. Firma August Ktrsch, Uppingen, Inhaber Line Kirsch, Eppingen. Die Firma 18t erloschen.— Eppingen, 24. 1. 1950, Amtsgericht. Musterregister Nr. 6. Hans Reinhare Wolt, Drogist in Eppingen: Men- thol-Eulcalyptus, Hustenbonbone und die Verpackung hierzu. Pla- stisches- und Flächenerzeugnis— Nr. 1—, Schutztfrist 9 Jahre. An- gemeldet am 19. Jan. 1960, 16 Uhr. Fingetragen am 19. Jan. 1950.— Amtsgerieht Kppingen. DanschAYrr TTTEUM Köhler-Nühmaschinen lietert A. PuIIITYS, KHaldelberg, Mälundasäe 60, Üichen Taschen, und nicht die Reisigs haben ihren Betrieb weitgehend mechanisiert, auch das Haupt- zollamt hat einen automatischen Steuereinnehmer konstruiert— einen mit Drahtgeflecht gesicherten Apparat, durch dessen Röhren die süben und die scharfen Sachen laufen, wührend sie genau regi⸗ striert werden, damit auch nicht ein einziger Liter in unberechtigte Hälse kommt. Neben dieser Fabrikation, die vom Durst lebt und von der Freude am Prost-Sagen, aber kommt die Firma Relsig auch für den Kater auf, der fröh- lichen Nächten mitunter folgt. Das zeigte ein Gang durch die Rüume, in denen zaure Gurkten, Sent und Essig nach modernsten Methoden hergestellt und versandfertis gemacht werden. Für Brlefmarkensammler. macht aut einen Vortrag von Wilhelm Hofinget aufmerksam, der am Mittwoch. 6. Februar, 20 Unr, im alten Hörsaal der Hautklinik, Vohstr. 2, Uber Briefmarkentülschungen und Prütfungen spricht. Im Februar mittwochs kein Tanz! Samstag, 4. Februar, 20 bis 3 Uhr LUSTIGES FASCHINCGSURHIREN Hinein ins Beich def Opeteite Kostüme erwünscht, Eintritt DM 1.- Voranzeige: Mittwoch, 6. und im Soldenep Falken Mittwoch, 10. Februar, 16.30 Uhr K 1 Vorverk. Sonntas bis einschl. Dienstatg 10-12 im Caté Schneider, Hauptstr. 56 trumpfe. of 3.90 trumpfe ½ A. 70 trUmDοfe. 3.00 BSeMberg Gläser. Plemnbe EISERT-A0scA, pis0! Ab 1. Februar 106% ubernehme ich die GRAVIn-ANSTALT Theodor Weiß, Heidelber Sandgasse 4 16 00 Altestes Fuchgeschäft Gegründet 18⁰00 Austühruntz sümtlicher Gravlerarbeiten wie Schmuckgravieruntzen, Messing-, Stahl-, Golddruce, Brennstempel, Schablonen, Zigarren⸗ bründe, Schilder fur alle Ewecke. Gummistempel und Zubehör. gebraucht werden. Zum guten Schluß der Besichtiguntz folgte den theoretischen Erläuterungen die Praxis des Pro- bierens; denn was nüitzt es, wenn man weißg, wie's gemacht wird und nicht weiß. wie's schmeckt! Und Wie Wir keststellten, hat es den Jungern des Hotel · und Gaststättengewerbes in den Kellern tief untei der Fahrtgasse gut gemundet. —— Die Volkshochschule ouch zum MIIER- Schl Uss. VEKAUF pienet un Kumda- Georg Ueberle Plöck 59 „AAWa“, das n ett, raumtparend, formsckön, atabil, DBA 96.—. Nur St. Anna⸗ Hasse d, Heidelberg. Kein Laden. VEARXKUYA Wetzen Autgabe meines Fuhrbetriebs -Apünner-Langholszwagen m. Prit. sche und Gummtberetfung. Auch als Anhäünger für Zusmaschine ge⸗ eignet, Schere dabel, zu verkauf. Rupert Fuchs, Kronau, Kirrlacher Stralle 38. HEIDELBERd, Bergheimer Straße 1 Adolt Ich werde bestrebt sein, meine Kundschaft Hut u. roell zu bedienen. Craveurmeister GOνr̃nnD]ανντ) Mullor A Christliche Wissenschaft, Heldelberg (Christian Science): Heute abend 20 Uhr Gottesd., Klingentorstr. 10. Ir Totosckein 2— 0 Sranes Kapelle Paul Schkler UEKaurdrsdonrrere Expedition. Mudchenkleld, Weiß. Plöckt 6/, Kern. Mod. gut. Polstersessel, 50.— U. 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