Monlag, den 20. März 1930 Erscheint tüglich aufler sonn- und tetertags. Bezugspreis monati DM 2 60 auzügi DM 0 40 Trägerlohn Postbezieher monatlich DRI 3.50 (einschl. Zeitunssgebühr) zuzüglich Zustéll⸗ gzebühr.— Anzeigenpreis: 18paitig- 46 mm breit DM 0.40 per mm nach Preisliste Nr 3. 57. Jahrgang des Heidelberzer Tazeblatts W INVABHINOIGE IEIDELIEIOEI ZEITUNO Uoberragender Eriolg der Frankſurter Messe 100000 Besucher am ersten Taq Dar unter 10000 Ausländer- Tahlreiche Bestellungen notiert- Reden von Prof. Heuss und MecCloy A.0. Frankfurt.(Eig. Bericht) Die Eröffnung der Frankfurter Messe hat sich zu einem bemerkenswerten Freignis gestaltet. Die Straßen der alten Kaiserstadt prangten im Festkleid der Schwarz-rot-goldenen Fahnen und der weiß-roten Stacltflaggen. Von allen Seiten waren die Be- sucher in Autos, Omnibussen oder mit der Bahn gekommen. 20 000 Kraftwagen sollen im Laufe des Sonntags nach Frankfurt hineingefahren sein. Aber die Verkehrsregelung war auf der Höhe. Die Zahl der Messebesucher war geradezu be- Angstigend. In der ersten Stunde nach Eröftnung Wurden bereits 43 000 Besucher gezühlt. Um die Mittägsstunde waren es bereits 90 000, und 10 000 kamen im Laufe des Nachmittags noch dazu. Am ersten Messetag pflegen die„Sehleute“ das Hauptkontingent an Besuchern zu stellen. Man konnte aber schon um 10 Uhr feststellen, daſl an vielen Ständen schon namhafte Bestel- lungen notiert waren. Es wurden mehr als 10 000 Ausländer gezählt, aus Holland, Belgien, der Schweiz, Frankreich, Italien, England, Gsterreich, Luxemburg, den USA, Dänemark, Schweden, Portugal, aus Asien, Mittel- und Südamerika. Das ungeheuer reiche Angebot der beinahe 5000 Aussteller findet also starke internationale Be- achtung. Die Eröffnung der Messe fand durch einen Festakt in der Aula der Universität statt. Bundespräsident Dr. Heuss erinnerte daran, daß er sich schon nach dem ersten Weltlerieg be- müht habe, Frankturt zur Stadt des Handwerks zu machen, das auf der Messe seinen Ausdruck zu finden habe. Heute suche die Ware wieder den Kunden und das Kaufmannstum sel heute wie⸗ der Dienst am Kunden und kein Herrschafts- anspruch. Wenn das Ausland unsere Luxuswaren Kritisiere, dann sei entgegenzuhalten, daß die Weltwirtschaft nun einmal auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit heruhe. Man solle auch nichit ver- gessen, dal gerade in deutschen Luxuswaren ein Maximum von Arbeitsleistung stéecke. Wir soliten uns nicht daran stollen, daß es ein Schicksal des Zwanges gibt, so wie es auch heute ein Schicksal der Verantwortung und der Entscheidung gäbe. Der amerikanische Hohe Kommissar John Mecloy sprach anschlieſlend zuerst in deut- scher, dann in englischer Sprache und bezeich- nete sich als„Bürger“ Frankfurts und begrüßite Frankfurt mit demn Hinweis, daſ man von jeher Frankfurt mit dem Liberalismus identiflziert habe, jedenfalls in Amerika. Als aktiver Markt- Platz sei diese Stadt von größter Bedeutung für den Frieden. Diese Messe verkörpere einen groſlen Teil der schöpferischen Krüäfte in Deutschland. Das englische Wort„fair“ für diese Messe be- deute aber auch Freimütigkeit, Offenheit und Rechtlichkeit, in Frankfurt würden nicht nur Waren, sondern auch Gedanken ausgetauscht. Es sel deshalb bezeichnend, daß nichts von Propa- ganda und Symbolen zu sehen sei. Nicht der Staat stehe hier im Vordergrund. Hier herrsche eine Atmosphäre frei von Furcht, und auf Tole- ranz und Wettbewerb usei die Frèiheit gegründet. Als dritter Redner wies Dr. Petersen, der Präsident der Frankfurter Industrie- und Han- delskammer, auf den Umstand hin, daß wir uns in einem Ubergang vom Zwang zur Freizügigkeit befinden, und auf diesen Zwitterzustand sei auch ein großer Teil aller Schwierigkeiten zurück⸗ zuführen. Aber an der sozialen Marktwirtschaft müsse festgehalten werden. Eine fortschreitende Erhöhung der weéstdeutschen Ausfuhr nach den Marshallplanländern, dem Dollargebiet und nicht zuletzt nach den Dollarländern sei notwendig. Das Fernziel bleibe die freie Konvertierbar- keit der europkischen Währungen. Anschließend erklärte der hessische Minister- präsident, Christian Stock, die Messe für er- öffnet. Die Beésichtigung der Ausstellung sollte sich sofort anschliehen, war aber wegen Uberfüllung unmöglich und mußte auf den Nachmittag ver- schoben werden. Auch um 14 Uhr war noch ein groſzes Polizeiaufgebot notwendig, um die Wagen der Ehrengäste durchzuschleusen. Unter den Ehrengästen bemerkte man den französischen Hohen Kommissar Franèsois- Poncet und seine Gattin, Bundesverkehrs- minister Dr. Seebohm, den Wirtschaftsbera- ter des englischen Hohen Kommissars Sir Gor- don Mac Ready, die Präsidenten der Bank Deutscher Länder, Bundestagsabgeordnete und Generalkonsuln der Auslandsstaaten. Den ersten Besuch machte der Bundespräsident im französischen Pavillon, dessen Aussteller ihm einen großen Korb mit Blumen und Getränken überreichten. Im Schweizer Pavillon, der zu den schönsten und interéssantesten der Messe gehört, kredenzte man dem Bundespräsidenten eidgenös- sischen Apfelmost, worauf er sich in das Gäste- buch eintrug. Eine dritte Antwort Adenduers Deutsch-französische Union würde mit Idee des Europarats übereinstimmen Paris. Bundeskanzler Dr. Adenauer hat in Beantwortung einer dritten Antrage des Europa- Korrespondenten der amerikanischen Agentur INS, Kingsbury Smith, der Meinung Ausdruck gegeben, daß jede Union zwischen der Bundes- republilæ und Franlcreich in vollem Umtang mit den Zielen des Europarats übereinstimmen würde. Dr. Adenauer sagte u. a.:„Ich bin davon Überzeugt, daß eine deutsch-französische Union den Europarat nicht auseinanderbrechen würde. Sie Würdle ihn im Gegentell auf eine solide und teste Grundlage stellen, Ich bin ein Uberzeugter Anhünger der Idee des Buroparats.“ Befriedigung in Paris Paris. Die Atmosphäre zwischen Paris und Bonn hat sich nach Ansicht der Pariser politi- schen Kreise am Wochenende weiter entspannt. Das günstige EHcho, das die Erklärungen General de Gaulles bei der Bonner Regierung gefunden haben, ist in Paris auch von nichtgaullistischen Kreisen mit Befriedigung verzeichnet worden. Mit Genugtuung hat man in Paris auch von der neuen Erklärung Bundeskanzler Dr. Adenauers Von der Königsfroge zur Kabinettskrise Belgische Regierung zurückgetreten— Sorialisten weiterhin ablehnend Brüssel. Die belgische Regierung hat ihren NRücktritt erklärt. In einer amtlichen Verlaut- barung hierzu heißht es:„Da die Regierung sich nicht über die Einberufung einer gemeinsamen Sitzung beider Häuser des Parlaments zur Her- beiführung einer Abstimmung über die Auf- hebung des Regentschaftsgesetzes einigen konnte, und da dieser Punkt nicht im Regie- rungsprogramm enthalten ist, hat der Minister- prüsident beschlossen, dem Prinz-Regenten den Rücktritt seiner Reglerung einzureichen.“ Nach der Kabinettssitzung erklärte der libe- rale Verteidigungsminister und stellvertretende Ministerpräsident Deveze, der Rücktritt der Re- gierung deute nicht auf eine unüberbrückebare Kluft zwischen den bisherigen Regterungsmit- Aliedern hin. Der Rücktritt der Regierung ist von Prinz- Regent Charles angenommen worden. Der Ka⸗- binettsitzung war eine Sonderkonferenz der acht liberalen Regierungsmitglieder vorausgegangen. Unter Teilnahme kührender liberaler Parla- mentarier wurde dabei beschlossen, daſi die libe- ralen Minister zurücktreten, wenn ihre christlich- gozlialen Koalitionspartner ihre Haltung in der Königsfrage nicht ändern. Ein Kongreſß der belgischen Sosialisten in Brüssel bestätigte am Sonntag die bisherige Po- litik der Partei in der Königskrage, In einer Entschließung wurde erneut der Rücktritt König Leopolds gefordert. Der Kongreſß betonte, daſs die Sozialisten zur Mitarbeit an jeder L6- sung bereit sind, wenn Leopold zurũcktritt und die nationale Einheit gewahrt bleiht. Ministerpräsident Gaston Fyskens ſet von Prinz- Regent Charles beauftragt worden, die Mäglichkeiten zu einer Regierungsneubildung inkormatorisch zu prüten. Eyskens hat diesen Auttrag angenommen. Er will am Montagabend eine Erklärung über das Ergebnis seiner Be-⸗ mühungen abgeben. Vororst Keine Nouwahlen in England London. Der britische Arbeitsminister George Isaaes wWandte sich gegen die Vermutung, dal Grolibritannten in Kkurzer Leit Neuwahlen zum Unterhaus erleben Werde, Er sagte:„Unsere Ne⸗ Hlerung wird noch eine gute Welle Weiteg⸗ machen. Man soll nicht an Spelculationen glau- ben, daſl etwa schon in zwei oder drei Monaten Neuwahlen stattfinden werden. Wenn die Kon- servativen uns aus dem Amt haben wollen, 80 gollen sie uns hinauswerfen. Die Mehrheit des Volkes hat uns an die Macht gerufen, und wir beabsichtigen auch, sie auszuüben.“ Roosevelt-Korrespondenz veröffenlicht New Lork. Fünkf Millionen Briefe umfaßt die Korrespondenz des verstorbenen Präsidenten Noosevelt. 85 Prozent dieses gewaltigen Brief- Wechsels wurden in einer kurzen Feierlichkeit in der nach dem Präsidenten benannten Biblio- thek in Hyde Park(New Vorle) der Oeffentlich- keit übergeben. Die übrigen Schreiben werden erst nach Ablauf von 25 Jahren veéröffentlicht, da ihre Publikation jetzt noch lebende Persön- lichkelten in Verlegenheit bringen oder die Be- zlehungen der USA zu anderen Staaten berüh⸗ ren Könnte. über deutsch-französische Verhandlungsmöglich- keiten ohne Vorbedingungen Kenatais genom- men. Der konservative„Figaro“ schreibt daau, Dr. Adenauer erneuere sein Angebot einer deutsch- tranzösischen Union, stelle ober keine Bedin- gungen mehr.„Aube“, das Organ der MRp, meint, es sei nicht nötig, noch einmal auf die Bereitschaft der Franzosen hinzuweisen, mit den Deutschen im gleichen Parlament zu sitzen und die gleiche Bürgerschaft wie die Deutschen zu haben, aber nur unter einer Bedingung, daßʒ es sich um das europhische Parlamient und die europkhische Bürgerschaft handele. Die den Gaullisten nahe⸗ stehende„Aurore“ hetont, es gehe darum 2u wissen, ob Deutsche, Franzosen, Engländer und die Angehörigen der anderen europäischen Na- tionen unter die„Moslcauer Dampiwalze“ Rom- men werden. Schwierige Saarfrage Hastings. Auf der Konferenz der Arbeits- gemeinschaft Soaialistischer Parteien Europas (Comisco) konnte keine Einigungsformel für die Saarfrage getunden werden. Auch das Fusions- problem der italienischen Sozialisten wurde nicht gelöst. Man befürchtet, daß bis zur nächsten Comlsco- Konferenz im Juni in Kopenhagen weder für die Saarfrage noch für die Fusionsfrage eine Lösung gefunden werden kann. Die Saarfrage wurde an einen Unterausschuß überwiesen, dem außer Vertretern Deutschlands,, des Saargebietes und Frankreichs Delegierte der Niederlande, Belgiens und der Schweiz angehören. Unsere Meintunog Griechenlond nach den Wahlen Am 5. März haben die griechischen Wahlen mit einem überraschenden Ergebnis geendet und noch immer hat das Land keine Regierung. Es ist 80, als ob das Ende des Bürgerkriegs ruckartig den atmosphärischen Druck der griechischen Innen- politik verändert und das ganze bisherige System der Parteien umgestoßen habe. Die Volkspartei unter der Führung von Tsaldaris hat sich durch ihren eigenen Erfolg seit 1946, seitdem sie als Regierungspartei den kommunistischen Aufstand in langen inneren Kämpfen niederwerfen konnte, selbst den psychologischen Ast abgesägt, auf dem sie saß. Die Wähler haben nach dem Aufhören der kommunistischen Gefahr nicht mehr die Not- Wendigkeit gesehen, die Rechtsbewegung von Tsäldaris zu unterstützen und haben sich nur an das Negative seiner Regierungszeit gehalten, das Versagen der Staatsverwaltung, das doch nur ein traditionelles Ubel des griechischen Lebens ist. Diese Ahwendung ist auch den Liberalen von Venizelos, die sich ähnliche Hoffnungen wie die englischen Liberalen machten, nicht zugute- gekommen. Der Gewinner ist der General Plasti- ras mit seiner neugebildeten„Nationalen Union des Zentrums“, der im Parlament jetzt die stärkste Partei, aber keine regierungsfähige Mehrheit vertritt. Oftensichtlich erwarten sich die gemäßigten Wähler von dieser neuen Mittel- partei eine bessere Verwaltungskapazität, vor allem haben sich die groſſen Städte, befreit vom Alpdruck des Bürgerkrieges, Plastiras zugewen- det. Er war der Mann, der im Februar 1945 den ersten Akkord zwischen der Athener Regierung und kommunistischen Widerstandsgruppen ab- schloß. Wenn er auch nicht gerade links steht, s0o scheint die Offentlichkeit in ihm doch eine Chance der Aussöhnung mit der Bürgerkriegs- partei zu sehen. Nun ist die Vergangenheit des Generals im demokratischen Sinn nicht sonder- lich ermutigend; auch er hat eine in der grie- chischen Politik nicht seltene putschistische Ver- gangenheit, wenn auch seine Aufstandsversuche meistens scheiterten. Da er allein keine Regie- rung bilden kann, verhandelt der König über eine Koalition der Parteilührer und man spricht von einem Bündnis Plastiras-Veniszelos, Korumt verhältnissen, 80 ist in Griechenland immer Ein Plötzliches Auftauchen dés„starken Mannes“ möglich, für das sich etwa der General Papagos oder irgendein anderer Militär bereithalten mag, wenn nicht Plastiras selbst, und von linkes her bleibt die Gefahr des Bürgerkrieges latent. b. Der Leidensweg des Generals von Falkenhausen Vor wenigen Tagen wurde die 70jährige Frau des ehemaligen deutschen Militärbefehlshabers in Belgien und Nordfrankereich, Paula von Fal- kenhausen, auf dem Privatfriedhof der Familie im Waldhof bei Grüsselbach im Kreise Hünfeld, nur wenige hundert Meter von der sowieétischen Zonengrenze entfernt, im engsten Kreise ihrer Familie beigesetzt. Der greise deutsche General Alexander von Falkenhausen hat seine an Krebs erkrankt gewesene Frau nicht wiedergesehen. Aus einem belgischen Gefängnis in der Nähe von Lüttich kommend, erreichte ihn in Köln die Todesnachricht. Trotz Arztlicher Fürsprache Hohe Tuchthausstrofon für Mennheimer Posträuber „Ein wohlvorbereitetes Unternehmen von seltener Frechheit Mannhelm. Im Posträuber-Prozeß hat das Land- gericht Mannheim die Urteile verkündet. Der Hauptangelclagte Franz Stuck wurde zu 7 Jah- ren Zuchthaus, sein Bruder Ludwig Stuck au 6 Jahren Zuchthaus verurteilt. Auſlerdemn wurden den beiden die bürgerlichen Fhrenrechte für fünt Jahre aberkannt. Robert Knabenschuh er⸗ hielt 5 Jahre und 3 Monate Zuchthaus und Gün- ther KHörner 65 Jahre und 3 Monate Zuchthaus. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden den drei Angeklagten auf die Dauer von drei Jahren ab- Hesprochen. Der Postschaftner Emil KHonikel Wurde zu 4 Jahren Zuchthaus und zu 2 Jahren Scharfer KAmpf qegen Radikalismus Italienische Regierung greift zu aullergewöhnlichen Mallnahmen Rom. Die itallenische Regierung hat nach drei Sondersitzungen scharfe Mahnahmen gegen Rechts- und Linksradikale beschlossen. Der faschistische Charakter der„Sozialbewegung“ soll aut dem Rechtsweg festgestellt und die Par- tel— wenn diese Charakteristerung erfolgt— nufgelöst werden. Gleichzeitg wurde beschlos- zen, von den Kommunitzten hervorgerukene De⸗ monstrationen und Zusammenstöhe durch ein Versammlungs- und Umsugsverbot zu hegegnen. Die Provinzprätekten können Versammlungen und Demonstrationen verhleten. Gegen die un⸗ gesetzliche Inbesitznahme unbestellten Bodens durch Arbeitslose und landarme Bauern wird künttig eingeschritten. Wer„Bauernmärsché“ organistert, setzt sleh der Bestratung aus. Dile italienische Polisel wird aut Höchststärke ge⸗ hracht. Die Sicherheltspolisei wird auf 76 000 Monn, die Carabintert aut 70 000 Mann verstärket. Neben der komunistischen Partel hat auch die von Nenni getührte kommunisternteindliche So⸗ zlalistische Partei gegen die von der italieni⸗ schen Regierung beschlossenen Sicherheitsmaß- nahmen protestiert. In einem Kommunique kKündigt die Partei an, daſ) die sozialistischen Arbeiter sich nicht um diese„illegalen Mahnah- men der Regierung“ kümmern, sondern ihre vVertassungsmühigen Rechte auch weiter wahr⸗ nehmen werden. Der Generalsekretür des Kommunistisch be⸗ herrschten Gewerkeschaftsverbandes CGIL tor- dert die Arbelter zu Protestlrundgebungen auf, die in den Stücdten, aut dem Lande, in den Fuabriken, in den Schulen und„üÜberall, Wo die Freiheit bedroht ist“, statttinden sollen. Die grollen Gewerkschaftsverbünde aller Hichtungen haben tur den Wochenankang auberordentliche Vorstandgsltsungen einberwtem Ehrverlust verurteilt. Sämtliche Angeklagten wurden verpflichtet, die von den geraubten 160 000 DM in ihrem Besitz noch beflindlichen 116 381,70 DM der Oberpostdirektion Karlsruhe zu zahlen. Ferner haben sie die Kosten des Ver- kahrens zu tragen. Der Haftbefehl bleibt für sämtliche Angeklagten aufréchterhalten. Vor dem Gebäude des Landgerichts, Wo Polizel- lautsprecherwagen aufgestellt waren, hatte sich eine grolle Menschenmenge eingetunden. In der Urteilsbegründung heißt es, daſß mildernde Umstände kfür die Angelclagten höch- stens bel den drei Jugendlichen Knabenschuh, Hörner und Breunig in Frage gekommen würen, nicht aber bei den Gebrüdern Stuck. Da der Post- raub aber kein törichter Jungenstreich, sondern ein wohlvorbereltetes Unternehmen von„seltener Frechheit“ und„seltenem Ausmaßb“ gewesen sel, hütten bel keinem der Angellagten mildernde Umstände berücksichtigt werden Kkönnen, Ledig- lich tür den Angeklagten Breunig sei wegen dessen Aufrichtigkeit die gesetzliche Mindest- strake von fünt Jahren Zuchthaus festgesetzt Worden, Die drei jugendlichen Angelelagten hüt⸗ ten sich demnüchst in einem anderen Verfahren zu verantworten. Sie sollen mit einer Auto- springerbande auf der Strecke Mannheim—PFrank⸗ kurt zusammengearbeitet haben, —— Frausbslscher Oberkommandlerender in Meidel⸗ berg. In Begleitung des Oberkomfnandterenden der amerikanischen Streltkrätte in Kuropa, Gene⸗ ral Han dy, besuchtèe der kommandlerende Gene- ral der tranzöslschen Besatsungstruppen in Deutsch⸗ land, General Guillaume, am Freitag Heidel⸗ bortt, Er betzchte die Leitung der, Frühfahrs⸗ ManGver der UA-Truppen, dle augenbllcklich statt⸗ Unden. es aut dlese Welse nicnt zu stabllen Retierungs- 8 Belte 2/ Nr. 78/ Montag, 20. März 1950 angestchts des bedenklichen Gesundheitszustan- des der Ehefrau war die Verlängerung des Ur- laubs am 23. Februar durch die Brüsseler Re- gierung abgelehnt worden. Seit Juni 1944, als der General wegen seiner Verbindung zur deut- schen Widerstandsbewegung von der Gestapo festgesetzt wurde, war er ohne Unterbrechung — ab 1945 dann von den Alliierten— in FHaft gehalten worden. 51 Lager und Gefängnisse mulzte General von Falkenhausen in fünfjähriger Gefangenschaft durchwandern. Die belgische Re- glerung hatte nach langwierigen Verhandlungen zwar im vergangenen Monat einen 12tägigen Urlaub an das Bett der todkranken Frau ge- Wüährt, später jedoch dem General das Ersuchen abgeschlagen, der Beerdigung seiner Frau auf dem eigenen Gutshof beiwohnen zu dürfen. Die belgischen Behörden gaben keine Begründung für ihr Verbot, wie sie auch den Antrag auf Ver- längerung des Urlaubs ohne Begründung ab- schlägig beschieden hatten. Aus Belglen hatten wir das nicht erwartet Es ist uns gänzlich unverständlich, daßß einem Manne, der in den schweren Kriegsjahren auf verantwortungsvollem Posten seinen Schild rein gehalten hat, fünf Jahre nach Kriegsschluß die einfachste Form von Menschlichkeit und Ritter- lichkeit vorenthalten werden kann. Und das mit- ten in einer Zeit, in der sich angesichts der bol- schewistischen Gefahr alle Menschen, die guten Willens sind, über nationale Grenzen hinweg zur Erhaltung der abendländischen Kultur in enger Zusammenarbeit finden müßten, Seit Menschen- gedenken senkt sich angesichts des Todes auch der Degen des Gegners. Und wie nötig ist diese Ritterlichkeit gerade für eine Zeit, in der wir nicht mehr Gegner sein wollen und dürfen. Die belgische Regierung oder ihre Verwaltungs- bürokratie hat dem General von Falkenhausen und dem ganzen deutschen Volke den Beweis einer europäischen Gesinnung vorenthalten. Bel- gische Kriminalbeamte und amerikanische Mi- litärpolizisten bewachten den erst in einer Ful- daer Kaserne und nach dem Tode seiner Frau im Hünfelder Krankenhaus untergebrachten General, der sich vor Urlaubsantritt verpflich- ten muſjte, außer mit seiner Frau und dem Arat mit keinem anderen zu sprechen und nicht zu verlangen, seinen Familienstammsitz Grüsselbach bei Hünfeld betreten zu können. Selbst am Krankenbett seiner Ehefrau konnte er nur im Beisein der Wache verweilen, während das Krankenhaus von Militärpolizei umstellt war. Von den Sowiets ist das deutsche Volle eine grausame Sprache gewöhnt; aus Belgien aber hatten wir sie nicht erwartet. Wir wollen aber nicht versäumen, die zahlreichen Stimmen im belgischen Volke zu erwühnen, die dem General, der noch heute vergeblich auf seinen Prozeſ Wartet, bestätigen, daß er sich während des Krieges bemühte, die Hürten einer Besatzung zu mildern und die Zwangsaushebungen belgischer Arbeitskräfte zu verhindern. Daß er ein ritter- Uicher Soldat war, wird ihm kein aufrechter Gegner absprechen können. K W. Erstes deutsches Schttt in Us-Hafen New Vork. Als erstes deutsches Schiff, das seit dem Kriegseintritt der USA mit deutscher Besatzung einen amerikanischen Hafen anläuft, wird die 5193 Tonnen großße„Hermod“ am Sams- tag in Baltimore erwartet. Das Schiff triflt leer aus Emden ein und wird in Häfen der Chesa- peake-Bucht und in New Vork Ladungen an Bord nehmen. Am 27. März tritt es von New Vork aus die Rüclcreise nach Bremen und Ham- burg an. In New Vork wirtt man in diesem Zusammenhang die Frage auf, ob die„Hermod“ bei ihrer Ankunft in amerikanischen Hohelts- gewüssern die schwarz-rot-goldene Flagge der Bundesrepublile oder den rot-weiß-blauen Han- desstander setzen wird. EEUILLETON Die Welt am Montag Sogar auf die Gefahr hin, Sie zu enttäuschen, lieber Leser, wollen wir Sie heutée in unserer Montag-Morgen-Zwerchfell-Gymnastik mit einer kleinen Geschichte von einer Enttäuschung er- freuen. Sie werden zugeben müssen, daſß sie rei- zend ist, die Geschichtel Ein junger Mann, in einer kleinen Stadt ge- boren, hatte sich in der Welt fleißig geplagt, bis er es schließlich zu einer gewissen Berühmheit in der Finanzwelt gebracht hatte. Eines Tages entschloß er sich, seiner alten Heimat einen Be- such abzustatten und erwartete mehr oder weni- ger, die ganze Gemeinde am Bahnhof versammelt zu finden, denn er war üÜberzeugt, daß ein be- trächtliches Aufhebens um den kleinen Jungen gemacht würde, der es zu großem Reichtum und Ansehen gebracht hatte. Aber zu seiner Enttäuschung war keine Men- schenseele auf dem Bahnsteig, als der Zug eln- lief. Er Wartete noch eine Weile, da verschie- dene Leute kamen und gingen, aber keiner von ihnen nahm auch nur die geringste Notia von ihm. Schließlich kam ein alter Gepäckträger auf ihn zugehuinpelt, betrachtéte ihn mit einigem Inter- esse und fragte:„Na, Georg, auch mal ver⸗ reisen?“ Und da wir gerade bel der wahren Vornehm- heit sind, fahren wir kfort im löblichen Texte: In ein unendlich feines Restaurant, gar nicht zu sagen wie fein es War, trat ein gewöhnlicher Sterblicher, setzte sich, ohne sich von der Seiden- tapete besonders beeindrucken au lassen, au“ einen seidenen Sessel, entfaltete die seidene Ser- Liette und steckte sie, wie bei Muttern, mit einem Zipfel vorne in seinen bürgerlichen Herndleratzen. Das Personal erblelchte, vom Geschäftstührer ab- Würts bis zum kleinsten Pikkolo, „Sagen Sie ihm um Gottes willen“, murmelte der Geschüftstührer einem Kellner zu,„daß er hier nicht zu Hause ist.“ Heflügelten Schrittes führte der Befrackete den Befehl àus. EUr beugte sich befligsen Gber gelnen Uaet Un uate Höllichl . 600 Umsiedler berichten Ausgewiesene aus der Tschechoslowakel passierten die Grenze München. Das Elend der Vergangenheit und Hoffnung auf die bessere Zulkunft spiegelte sich in den Berichten wider, die einige der in dem bayerischen Grenzort Furth im Wald eingetrof- tenen 335 deutschen Umsiedler aus der Tschecho- slowakei der deutschen Bevölkerung gaben. Die Ausgewiesenen, die sich alle beim Inter- nationalen Roten Kreuz vor längerer Zeit um einen Zuzug zu Verwandten in die Bundesrepu- blik bemüht hatten, waren vor acht Tagen auf- gefordert worden, sich mit Gepäck im Lager Eger einzufinden. Es waren Deutsche aus den Kreisen Mies, Falkenau, Karlsbad und aus dem mährischen Raum, die nach ihren Aussagen fast alle in den letzten Jahren ins Innere der Tschechoslowakel verschleppt und als Zwangs- arbeiter beschäftigt wurden. Mit abgehärmten und scheuen Gesichtern pas- sierten die Aussiedler die Polizeisperre.„Ist es Wahr“, fragte ein junger Mann, der in Deutsch- land eine Schreinerei aufmachen will,„daß ihr euch in Westdeutschland gegenseitig auffrest vor Not und Arbeitslosigkeit? Man hat uns erzählt, daſß es im amerikanischen Besatzungsgeblet gar nichts zu essen gäbe.“ Wenn andere von„drü- ben“ erzählten, dann schauten sie zuerst ängst- lich um sich und flüsterten, Erst allmählich wur- den sie sich dessen bewußzt, daß sie den„Eiser- nen Vorhang“ hinter sich gelassen hatten. Papst Pius hilft den Flüchtlingen Wiesbaden. Papst Pius lieſß sich in einer Son- deraudienz von dem Leiter des hessischen Lan- desamtes für Flüchtlinge, Ministerialdirektor Dr. Peter Paul Nah m, über deutsche und beson- ders hessische Flüchtlingsfragen berichten.„Sa- gen Sle Ihren Vertriebenen“, erklärte der Papst, „daſ) wir nicht aufhören, für das Recht au kämpfen, und indem wir für das Recht kümp- fen, kämpfen wir auch für das Recht auf die Heimat.“ Nahm, der mit einem Pilgerzug Rom besucht hatte, berichtete, daſß der Papst auch für die Zu- kunft materielle Hilfe für die Flüchtlinge zuge- sagt habe. Auch auf ideellem Gebiet wolle die Kirche ihre Unterstützung noch verstärken. Wohlleb und die Maulbronner Besprechungen Karlsruhe. Der Landesvorsitzende der nord- badischen CDU, Fridolin Heurich, hat vom südbadischen Staatspräsidenten Leo Wohleb ein Telegramm erhalten, in dem Heurich nahegelegt Wird, an den Besprechungen über eine Vereinbarung zum Abstimmungsverfahren in der Südweststaatfrage nicht teilzunehmen. In dem Telegramm heißt es:„Nach Rücksprache mit dem Landes- und Fraktionsvorsitzenden der CDU Südbadens, Dichtel, bitte ich, von der für Dienstag vorgesehenen Besprechung abzusehen, da Ergebnis der Maulbronner Verhandlungen laut Pressemeldungen keine Grundlage für solche Besprechungen abgeben können.“ Am kommenden Dienstag sollten zwischen den an den Maulbronner Konferenzen beteiligten nordwürttembergischen, nordbadischen und süd- badischen Politikern Besprechungen über eine Vereinbarung zum Abstimmungsverfahren in der Südweststaatfrage stattfinden. Lizenzpflicht für Parteien aufgehoben Bonn. Die Alliierte Hohe Kommission hat das Gesetz über die Aufhebung der Lizenzpflicht für. politische Parteien im Bundesgebiet aufgehoben. Auf Grund dieses neuen Gesetzes unterliegt die Parteigründung im britischen und französischen Besatzungsgebiet keinem alliierten Einspruch mehr. Im amerikanischen Besatzungsgebiet war diese Lizenzpflicht bereits am 29. November 1949 aufgehoben worden. Papsttelegramm an Heuses Bonn. Auf das Gluckwunschtelezramm, das Bundespräsident Heuss dem Papst zur Wieder- kehr seines Krönungstages am 12. März über⸗ sandt hat, sandte Pius XII. folgende Antwort: „Mit angelegentlichem Danke für die von Eurer Exzellenz übermittelten Wünsché erflehen wir Gottes Segen für den friedvollen Wieder- aufbau Ihrer Heimat im Rahmen einer zur Er- kennitnis ihrer innersten Verbundenheit er- wWächten Menschheit.“ 4 Tagung der Haus- und Grundbesitzervereine Baden-Baden. Der Landesverband der Badi- schen Haus- und Grundbesitzervereine e. V. Karlsruhe hült seine diesjährige Jahresversamm- lung in Baden-Baden ab. Sie wird mit einer öf- fentlichen Kundgebung des Haus- und Grund- besitzes verbunden, die am Sonntag, den 26. März „Was dart's denn sein, mein Herr, Rasieren oder Haarschneiden?“ Und wenn Sie bis jetzt noch immer nicht ge⸗ lacht haben sollten(was wir zu Ihren Gunsten aber nicht annehmen möchten), dann tun Sie es bestimmt bei dieser Geschichte— und somit wäre der Zweck unserer kleinen Betrachtung voll erreicht! Ein Farmer machte sich den Spaß, ein kleines Stücke seines Gartenlandes mit Flachs zu bestel- len, und er hatte denn auch eines schönen Tages die Genugtuung, ein prüchtiges Tischtuch aus eigener Saat zu besitzen. Einer reichen, aber etwas dummen Frau aus der Stadt, die bei ihm zu Gast weilte, rühmtè er sich dieser Tat:„Dies schöne Leinentuch habe ich ßelbst in meinem Garten gezogen“, verkündete er stolz.„Wie haben Sie dag nur angestellt?“ fragte die einfältige Dame. Der Farmer trank einen groſſen Whisky und flüsterte:„Ich habe im Frühling in meinem Garten eine kleine Serviette gepflanzt.“ Detlel Kraus spielte Beethoven Mit vier Sonaten, deren Entstehung von op. 26 bis op. 109 eine gewaltige Zeitspanne in der künstlerischen Entwieklung Beethovens um⸗ faſht, stellte der Planist Detlet Kraus sich und geinen Hörern eéine große Aufgabe. Die Souve- rünität und Geschlossenheit, mit der die einzel- nen Werke in der Verschiedenheit ihrer geistigen Konzeption von dem Künstler weidergegeben wur- den, bestätigte nicht nur seine hervorragende manuelle Veranlagung, sondern vor allem die gelstige Durchdringung der Welt Beethovens. Am deutlichsten wurde dies wohl in der Wie- dergabe der Sonate E-dur op. 109, deren kom- Pplizlerten inneren Autbau Kraus mit einer Klar- heit im Formalen zu gestalten wulfte, wWie man sle in solcher Prägnanz selten fludet. Mühelose Technile mit besonders guter Durcharbeltung der Unken Hand verbindet sich bel ihm mit einer Außhertzt subtilen Behandlung des Klang- lich-Dynamischen. Besonders id der Es-dur-Sonate(Les Adieux) emptand man, aut wWie gchöne Art Getühl und IWaäches Bewubötscin slch Bel. dIeινα KUnaler die 1950, um 11 Uhr, im großen Bühnensaal des Kur- hauses in Baden-Baden stattfindet. Auf der Kundgebung werden Oberbürgermeister Dr. Schlapper, Wirtschaftsminister Dr. Lais Frei- burg), Präsident Oberbürgermeister a. D. Dr. Handschumacher Müsseldorf), sprechen. Ruhrkonferenz internationaler Gewerkschaften Brüssel. Der Internationale Bund freier Ge- Werkschaften will am 22, und 23. Mai in Düs- seldorf eine Konferenz, über die Ruhr- frage abhalten, gab der Generalsekretär des Bundes, Oldenbroeck, auf einer Pressekonferenz in Brüssel bekannt. Oldenbroeck fügte hinzu, daß seine Organi- sation und die internationalen Berufssekreta- riate jetzt ein enges Bündnis geschlossen haben. Sie wollen in Zukunft„wie eine einzige inter- nationale Gewerkschaftsbewegung“ zusammen- arbeiten. Beide Organisationen unterstützen den Atlantikpakt und werden kommunistischen Sa- botageversuchen an Kriegsmaterial der West⸗ müchte Widerstand leisten. f Der Bund umfaßt nach Oldenbroecks Mittel- lung ktüntzig Millionen Mitglieder aus 53 Län- dern. Finnische Regierung gebildet Helsinki. Der Vorsitzende der finnischen Agrarpartei Dr. Keklkonen hat eine Koalitions- Liberälen gebildet. Neuer Vorsitsender des NWDR-Verwaltungsrates. Der Werwaltungsrat de NWDR hat einstimmig den Zeitungswissenschaftler Dr. Emil Dovitfat zu seinem Vorsitzenden und Dr. H. von der Gablentz zu sei- nem stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Prof. Dovifat war bisher stellvertretender Vorsitzender dieses Organs des NWDR, Der bisherige Vor- sItzende des Verwaltungsrates Prof. Dr. A. G. Ras- kop hatte gebeten, ihn angesichts seiner Arbeits- belastung als Sachverständigen der Bundesregle- rung für das Rundfunkwesen nicht wiederzuwählen. Hellwege dementiert Fusionggerüchte CDU-Df. Der Vorsitzende der Deutschen Partel, Bundes- minister Hellwege, dementierte Zeitungsmeldungen, nach denen ein Teil der DP-Bundestagsabgeordneten mit CDU-Vertretern über eine Fusion verhandele. Diese Meldungen entbéhrten jeder Grundlage. Waage halten. Die mit wohltuend belebenden Zeitmaßen gespielte As-dur-Sonate(mit dem Trauermarsch) und der leidenschaftliche Strom der„Apassionata“ schluß des Abends, mit dem der Pianist durch die Konzentriertheit seines Spiels die Hörer vom ersten bis zum letzten Takt in Atem hielt. von Gersdorff Liederabend Otto Faber Die„Gruppe Freischaflende Blinde Künstler“ (Direktion Schwetzingen) veranstaltéte in der Al- ten Aula einen Lieder- und Arilenabend mit dem Bassisten Otto Faber und der Pianistin Gabriele Jais. Faber verfügt über einen wohlausgebildeten, tragtünigen Ball, der durch dle Kunst teiner Nu- ancierungen und vor allem durch eln schwebendes Piano bésticht. Er trat den intimen Stimmungs- gehalt sorgssam ausgewühlter und zusammenge⸗ stellter Lieder von Schubert, Brahms, Hugo Wolt und Pfltzner ebenso überzeugend, wie den erzüh- lenden Ton zweler Loewe-Balladen oder den dra- matischen Glanz ausgesprochener Bravourstücbe wie der Arien„Ein jeder kennt die Lieb auf Er- den“(aus der Oper„Eugen Onegin“ von Tschail- KOoWSky) und„Für mein gebrochenes Vaterherz“ (aus der Oper„Simone Boccanegra“ von Verdi). In Gabrlele Jais hatte Faber eine einfühlsame und kultivierte Begleiterin, die auch solistisch mit einer technisch brillanten Sonatine von Ravel hervor- trat. EUrtreulich war neben dem Können der beiden Künstler die geschickte Auswahl des Programms, mit der sie den Mut bewiesen, vom beduemn Lie-⸗ der- und Opernabend-Klischee abzurücken. Erfreu- Uich war auch das grolle Publikum(es war nicht das„üÜbliche“ Konzertpublikum), das die Alte Aula füllte, obwohl doch deérartige Liederabende in un⸗ serem Konzertleben auf dem Aussterbe- Etat zu stehen scheinen. Ein Beweis mehr, wie wichtig es ist, billige Konzerte zu veranstalten und dem Mu⸗ Glleleben Kreise zu erschließzen, die ihm bisher ternstanden. H. Pe. Ortzelabend im Bachjahr In der leider nur schwach besuchten Frovidenz- Kirche hörte man von dem Orgzanisten Otto Schneider am Samstagabend ein umtang⸗ reiches und kKünstlerisch anspruchsvolles Bach-Pro- Kramm. Von den drei grohben Orgelwerken, die der Kunstlerx vor selnen Hörern tebendic Wercten Uecl. regierung aus Agrariern, Volksparteilern und bildeten Anfang und Be- Tateblatt WirHischHHAbAHf 1 Westmark jetzt=8,40 Ostmark„ bie Berliner Wechselstuben haben den Kurs der DM-Ost wieder erhöht und werden sie am Montag mit 8.30 DM-Ost in Anlcauf und 8.50 DM- Ost in Verkauf für eine DM-West handeln, Pie Parität für 100 Ostmark steéllt sich damit auf 11.75 bzw. 12,05 DPM-West. Am Samstag las der Kurs für eine DM-West bei 6.60 bzw. 9 DM-Ost. Kanada führt Schutzzölle gegen japanische Tex⸗ tillen ein. Kanada hat am 16. März Schutzzölle gegen die Einfuhr von Hemnden und anderen Ten⸗- tilien japanischer Herkunft angeordnet. Kanadi- sche Fabrikanten natten sich darüber beschwert, dali Japan Hemden zum Preise von 33% Cent je Stück anbietet. Konterenz Uber Dekartelllsterungskragen in Wein⸗ heim am 20. Müärz, Am 20, März findet, It. VWD, in Weinheim a. d. Bergstr., eine Konferenz über Dekartellisierungsfragen statt, an der etwa 50 führende westdeutsche Wirtschafts- und Rechts- Wissenschaftler, darunter Bundeswirtschaftsmini- ster Prof, Dr. Erhar d, teilnehmen. Die Tagung, die um 9.30 Uhr beginnt, wird unter dem Vorsitz von Dr. Eugen Ulmer, Prof. für Wirtschafts- recht an der Universität Heidelberg, abgehalten. Alliierte Sachverständige nehmen an der Kon- ferenz nicht teil. „Verein für Wirtschaftswerbuntz e. V.“ in Stutt- gart gegründet. In Stuttgart wurde vor kurzem der„Verein für Wirtschaftswerbung e. V.“ ge- gründet. Ziel dieses Vereins ist, einerseits die In- dustrle- und Geschäftswelt über den Wert der Werbung aufzuklären, und andererseits den Nach- wuchs zu schulen. Auflerdem ist die Errichtung einer Werbeschule in Stuttgart geplant. Deutsche Farbstoffproduktion gut erholt. Die deutsche Farbstofftproduktion hat sich gut erholt, wie VVD aus Kreisen der deutschen Farbstoff- industrie erfährt. Mengenmäßig ist das Vorkriegs- volumen zwar noch nicht wieder erreicht, jedoch stehen im wesentlichen alle Vorkriegsprodukte und darüber hinaus zahlreiche neue Farbstoffe zur Verfügung. Die Produktion könnte bei entspre- chender Nachfrage ohne Schwierigkeiten erheblich gesteigert werden. Arbeitsgemeinschaft der Pharmazeutischen In- dustrie. Nach Beitritt der Verbände in der fran- 268ischen Besatzungszone ist nunmehr die einheit- liche Organisation der pharmazeutischen Industrie im Gebiet der Bundesrepublikè vollzogen. Sitz des Verbandes ist Frankfurt a. M., zum Vorsitzenden wurde Dr. Karl Merck,. Darmstadt, gewählt. Geschüfts- und Adressenkalender für Baden. Im Verlag G. Braun in Karlsruhe ist im 66. Jahrgang der Geschäfts- und Adressenkalender für Süd- baden erschienen. Eine Ausgabe für Nordbaden will der Verlag demnächst herausbringen. Devisen-Termingeschütt wird vorbereitet. Nach Inkormationen von VWD kann angenommen wer⸗ den, daßb nunmehr alle Schwieriskeiten der tẽech- nischen Durchführung von Devisen-Termin- geschäften behoben sind. Die früher schon ent- wickelten Formen der Abwicklung dieser Ge- schäfte an den Börsenplätzen werden übernom- men werden. Auch von alliierter Seite bestehen keine Bedenken mehr. Lebenshaltungskosten gegenüber Januar unver⸗ Undert. Der Index der Lebenshaltungskosten im Bundesgebiet— berechnet für eine vierköpfige Tbeitertamilte— lag im Februar dlieses Jahres 164 Punkten und hat sich damttagegenüber dem Januar nicht verändert. Februar 1049 168, 1936 gleich 100.) Dünemäarks Wirtschaftslage verschlechtert sich. Die wirtschaftliche Situation in Dänemark hat sich selt Jahresfrist erheblich verschlechtert, wie der dänische Handelsminister Jens Otto Krags am 17. März in Kopenhagen in einer Ansprache an- läßlich der Eröftnung der dünischen Industrie- messe erklürte, Der wWirtschaftliche Rückgang ist dabeli weniger auf die im voraus bekannte schritt- weise Verminderung der Marshallhilte zurückzu- führen, als vielmehr auf die schädigenden Ein- Hlüsse und Folgen der Abwertung des Pfund Ster- Ung im vergangenen September. Insbesondere das Preisgefüge ist in Bewegung geraten. Die Preise steligen allgemein an, Nach Ansicht Handelsmini- ster Krag's hätte Dänemark einer Verschlechte- rung seiner wirtschaftlichen Situstion ausweichen können, wenn die dänische Krone der Sterling- abuwertung nicht gefolgt wäre. fesselte vor allem die Wiedergabe der groſlartig- ernsteng-moll-Fantasie und Fuge, die Schneider mit sauberer Technik und ausgeprügtem rhythmischen Gefühl erstehen ließ und die in ihrer Monumen- talitüt immer wieder mitreißbende d-moll-Toccata. Die Wiederbegegnung mit den Kostbarkeiten der sechs„Schübler-Chorüle“ war ein besonders schö- nes Erlebnis. In diesen Orgelbearbeitungen des Meisters aus Kantaten-Sätzen ließ Schneider durch kluge Registrierung den Gehalt der Stücke, der àufs innigste mit dem ursprüntzlich zugrunde liegenden Text verbunden ist, klar und plastisch autleuchten. Hulturelle Rundschau Rundesreglerung giht Austfallbürsschatt für die Fllmwirtschaft. Der Vorsitzende des Bundestags- ausschusses für Presse-, Rundfunk- und Fllm- trage, Dr. Vogel, teilte am Freitag mit, dalb das Bundesfinanzministerium in den kommenden Haus- halt eine Ausfallbürgschaft bis zu 20 Millionen DM für die notleidende Filmwirtschaft aufnehmen Will. Nach Auffassung von Banksachverständigen werde praktisch eine Kreditierungsmöglichkeit von Über 40 Mill. DM geschaffen, da die Länder be- reits früher Kredite und Ausfallbürgschaften ge- geben hätten, darunter Bayern 6, Hamburg und Niedersachsen je 3,5 und Hessen Über eine Million DM. Der Berliner Magistrat wolle ebenfalls eine Auskallbürgschaft von 2 bis 3 Millionen DM Über- nehmen. Man erwaärtet, daßß 30 000 Personen, dar- unter 1500 Künstler und 4000 Komparsen, durch die neuen PFinanzterungsmöglichkeiten beschäktigt Werden. Doch kelne Bach ⸗ Kantaten, Der Rundtunkerat des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart will den Landtag auflordern, durch eine Aende- rung des Rundtunkgegetzes für Württembers-Ba- den die Zuständigkeit des Intendanten und des Rundfunkcrates Kklar abzußrenzen. Dieser Beschluſßd wurde nach einer mehrstündigen Debatte gefaht, in der nicht geklürt werden Konnte, ob der Inten⸗ dant entsprechend der Empfehlung des Rundtunk⸗ ratgs verpflichtet War, Bachkantaten vom Sender Leipzig zu Übernehmen. Der Intendant des Stutt⸗ Harter Senders, Dr. Ehbherhard, der seinerzeit eine Uebernahme abgelehnt hatte, erklärte, daſß er zu dieser Entscheidung im„Rahmen des kalten Krleges“ gezwungen sel. Der Süddeutsche Rund-⸗ tunk sei, wie ihm verschiedentlich von ortlzleller Seite versichert wurde, der im sowetischen Be⸗ batsungsgeblet ung Un Haarland am besten hör⸗ Tageblatt SPORTRLATT Montag, 20. März 1950/ Nr. 78/ Seite 3 1 L L Bayerns 2:0-Sieq über Südwest Bundespokol-Endspiel vor 85 000 Zuschauern— Südwoest-Elf ohne Ftitz Walter enttäöuschte— Baumenn(Byern) bester Spieolor Prominente nacααν g9 PoKa-Minufen 90 Minuten sind vorbei. 45 Minuten waren planmüßiger Fufball ohne Höhepunkte, 45 Minu- Günter Fraschka berichtet über das Pokal-Endspiel Bayern: Süßmann, Pledl,. Merz, Baumann, Streitle Moll Platzer, Schlumpp, Schade, Appis, Nötn. Südwest: Fischer, Basler, Kohlmeyer, Gläser, Liebrich, Gawliczek, Folz, Lang, O. Walter, Blan- kenberger, Müller. Schiedsrichter: Reinhardt(Stuttgart). Zuschauer: 65 000. 85 000 im weiten Rund waren gekommen, um das Endspiel um den Bundespokal zu erleben. Eine herrliche Kulisse für ein Spiel, das die beiden besten Mannschaften der Westzonen zu bestreiten hatten. Uber die Aufstellungen der beiden Mannschaften herrschte auch noch kurz vor Spielbeginn Rätsel- raten, In einer kleinen internen Zusammenkunft der Sportjournalisten hießß es noch am Samstag- abend, daß Fritz Walter, trotz seiner Verletzung, mitwirken würde. Am Sonntagfrüh wurde diese Hoftnung durch einen Anruf aus dem Pfälzer Lager jäh zerstört. Auch die 85 000 hofften im Stillen auf ein Mitwirken Fritz Walters, dessen Spiel schon Hunderttausende begeisterte, Als dann die Mann- schaften angekündigt wurden, ging bei der Nen- nung der Pfälzer ein enttäuschtes„mh“, bei der Nennung der Bayern ein entzücktes„ah“ durch die Ränge. Vielleicht hatten sie sich auch etwas zu viel von diesem Pokalkampf versprochen— man sprach vom„Brillant-Feuerwerk“ der Pfälzer und vom wirbelnden Spiel der beiden Bayernflügel. Ohne Frita Walter keilne Südwest-Elf Es stimmt schon: mit Fritz Walter steht und fällt die Mannschaft. Gestern sahen wir es, erlebten wie 10 Pfälzer Feldspieler planlos in der Gegend her- umkickten, ohne Zusammenhang spielten und der s0 gefürchtete Sturm geradezu hilflos, aber groß- artig im Vergeben von Chancen war. Nur einer verdient hervorgehoben zu werden: Torwart Fischer. Die änderen waren im Vergleich zum Ludwigs- hafener Spiel gegen Hamburg nicht wiederzuerken- nen. Die Mannschaft wirkte langsam, spielte auch zeitweise lustlos und war in der zweiten Halbzeit streckenweise eine ganze Klasse schlechter als die Gegenspieler Nichts mehr war von dem einst 80 rasant splelenden Sturm zu sehen, außer ein paar schön eingefädelten gefährlichen Angriffen. Dann fehlte aber der Vollstrecker der sonst immer in Ottmar Walter zu flnden War. Ihm fehlte sein Bru- der an der rechten Seite, das war 90 Minuten lang zu erkennen. Sein Aktionsradius wurde von der Bayernläuferreihe s0o beschnitten, daß er ner- vös wurde und selbst in„totsicheren“ Situationen über oder neben das Tor schofl. Basler und Kohl- meyer flelen durch ihr unsinnig hohes Spiel auf. Kerzen wurden in die Luft gejagt, das Stellungs- spiel war geradezu miserabel. Beide Tore gingen auch auf das Konto der Verteidigung. Natürlich wurde Fischer von der Unsicherheit seiner Vorder- leute angesteckt, aber er löste seine Aufgabe trotz- dem bravourös., Die Läuferreihe„schwamm“ wäh- rend der 90 Minuten und verstand es nicht, dem Sturm die„Gasse zu öflnen“, das Spiel aufzubauen. Vielmehr versteifte sie sich aufs Zerstören und überließ so ihren fünt Vordermännern den Autbau aus der eigenen Hältte. Der Sturm war wohl die größte Enttäuschung. Blankenberger war ein glatter Versager. Fols war dem Tempo und der Anforde- rung eines so schweren Spieles nicht gewachsen und Laag benötigte ein halbe Stunde, um sich auf dem ungewohnten Posten eines Halbstürmers zu- rechtzufinden. Müller konnte zu seinem Klubkame- raden Blankenberger fast nie Kontakt flnden und Wurde zudem von Pledl gut„beschattet“. Baumann, der Spielmacher der Bayern Die auffallendste Spieler-Persönlichkeit und der beste des Feldes war der Nürnberger Baumann. Er bewältigte ein immenses Pensum, sein Aufbau- und Zerstörungsspiel war bestechend Baumann war überall, selbst im gegnerischen Strafraum ließ er sich blicken. Mit bayerischer„Bierruhe“ nahm er sich seine Gegner vor und in fast allen Duellen blieb er Sieger, Er kurbelte den Sturm an. während Streitle die Aufgabe zuflel, Ottmar Walter zu hal- ten. Er löste sie glänzend. Der dritte der Läufer- reihe, Moll, war seinen Kameraden ebenbürtig und setzte mit ihnen den Südwest-Sturm matt. Von den Verteidigern war der junge Merz der bessere und man kann sagen, daß er in diesem Spiel„die Ent- deckung“ des Tages war. Süßmann wurde nicht allzu oft auf harte Proben gestellt, stand aber im entscheidenden Moment immer richtig. Die Uber- raschung— hier die positive— war der Sturm. Zwel wieselflinke Außen, zwei technisch und tak- tisch beschlagene Halbstürmer und ein Mittelstür- mer, der— das aber erst in der zweiten Halbzeit— Torchancen wahrnahm, herrliche Spurts absolvierte, mit Tricks und Bluffs seine Gegner narrte und doch uneigennützig spieltel Schade ist ein Mann- schaftsspieler, ein Mittelstürmer, wie man ihn sich wünscht. Beide Flanken stark und schnell genug, der Pfälzer Hintermanschatt davonzurennen und ten dann exnlosiver rollender Lederballzauber. „Das war es, was wir uns wünschten“, sagten die heimkehrenden 85 000 Zuschauer und waren zufrieden. Als dann aber im Stadion etwa 2000 leere Weinflaschen gesammelt wurden, lief sich ahnen, warum auch die Pfälzer zufrieden waren. — 1. Vorsitzender Südwest, Fahrbach, Ludwisshafen:„Eine Südwestelt ohne Fritz Walter ist eben undenkbar. Ohne einen solchen Fußball-Lehrer ist an eine Wiederholung der Ludwigs- hafener Fußball-Lektion gegen Hamburg nie zu denken gewesen.— 1. Vorsitzender Bayerns, Huber:„Die Harmonie meiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit garantiert unseren Bayern- sleg. Wir bedauern das Fehlen von Fritz Walter, der aber auch durch eine solche Läufer-Vertel- digung wie Moll und Streitle häütte in Schach gehalten werden können.— DFB-Bundestrainer Seppl Herberger:„Meine Meinung im Hinblick auf eine nächiste gesamtdeutsche Aufgabe möchte ich doch noch für mich behalten. Dieses 2:0 War die richtige Aufwartung guten Fußball- spleles der zweiten Splelhälfte.— DFBR-Präsident Dr. Peco Bauwens:„Gratulieren kann ich beiden Mannschaften für ihr faires Splel. Der beste Spleler aller 22 war Bayerns Läufer Bau- mann und die Spielführung Streitles. Es ist schon ein groſles Ereignis, wenn man als Siegerelf- Mannschaftsführer den Pokal erhllt.“ *4 8 Rechtes Bild: S0 schoß Schade aus vollem Lauf das zweite Tor. Liebrich kam auch hier zu spät. Bild links: Bas ler ist Überspielt! Nöth flankte zu Schade Ginkes), dessen wuchtiger Schuß kKnapp übers Tor fegte. gle zu übersplelen. Vielleicht war der Augsburger Flügel mit Schlumpp und Platzer der eflektvollere, der technisch—— dafür spielten die Für- ther Nöth und Appis zügiger und zweckmäßliger. Reislose erste 46 Minuten Nervosität herrschte auf beiden Seiten, als Schledsrichter Reinhardt das Spiel anpfifl. Geplän- kel hier und dort. Es wollte kein Zusammenspiel gelingen. Die Bayern stießen gleich in den ersten Minuten vor Fischers Tor und einen Bombenschuß Schlumpps holt sich der Torwart in einem ele⸗ ganten Sprung. Tosender Beifall. Sekunden später sind die Pfülzer in Tornähe der Bayern gekommen: Ottmar Walter steht frei vor dem Tor, setzt zum Schuß an und fällt über den Ball. Das war die Chancel Aber im Gegenzug machen es Platzer und Schade nicht viel besser. Fischer liegt am Boden, dags Tor ist frei und aus fünft Meter Entternung ů es Platzer fertig, neben das Tor zu schießen. Zwel Minuten später die selbe Situation. Nur Schade war es diesmal, der das leere Tor nicht flnden konnte, Die Bayern hatten etwas mehr vom Spiel, jedoch die Nervositäüt wieh auch von ihnen nicht. Bel den Pfälzern vermiñlt man den Zusammen- hang, der Ball wird dem Gegner vor die Füße ge- spielt. Man konnte sich die Haare raufen. Bei einem Burchbruch Ottmars ereichte Folz die Flanke nicht Photo: Gayer und wiederum ist eine Chance, das Führungstor zu schießen, vergeben. In der 14. Minute unterlief Bas- ler ein schwerer Deckungsfehler, als eine Kombi- nation Nöth-Schade beinahe mit einem Tor gekrönt Worden würe. Im letzten Augenblick— Fischer lag schon geschlagen am Boden— spritzte der Ball von Gawliczeks Fuß üÜbers Tor zur Ecke. Immer wieder greifen die Bayern an, und wenn eées den Pfälzern gelingt, in den gegnerischen Strafraum zu kommen, kehlt der entscheidende Schuß. Einmal ist es Ott⸗ mar gelungen, Streitle zu entwischen, Höchste Alarmstufe bei den Bayernl Aber gerade als der Lauterer den Ball mit mächtigem Schlag vom Fufß bringen wollte, fährt Baumann dazwischen. Dann ist es wieder Laag, übrigens der einzige aletive und entschlossene Pfälzer Stürmer, der nach einem Alleingang knapp übers Tor schießt. In der 44. Minute hielt Fischer einen unheimlich scharfen Schuß Platzers aus fünf Meter Entfernung— seine Kameraden umarmen ihn. Als Minuten später der Gaäang in die Kabinen angetreten wird, sind die Pfülzer froh, die erste Halbzeit 0:0 hinter sich ge- bracht zu haben. Zwelte Halbzeit: Tempo, Dramatik. Tore! Sofort nach Wiederanpfiff starteten die Pfälzer eine Ottfensive, in der man endlich den„Wirbel“ zu sechen glaubte. Aber es war nur Strohteuer. 0 0 60 LI 60 60 Wie im römischen Tirkus Selbst FIFA-Schiedsrichter Fink verlor die Nerven— Waldhof— Regensburg 3:2 Da 6000 Mannheimer einen glatten Sieg ihrer Elt über den Regensburger Neuling erwartet hat- ten, waren sile völlig aus dem Häuschen, als Zaka- lueny schon in der zweiten Minute mit einem Weitschuß den von der Sonne geblendeten Skud- larek zu schlagen wußte. Die Nerven der Zu- schauer wurden dann auf eine harte Probe ge- stellt, denn Herbold Kkonnte erst in der 21. Minute aut Slegelflanke das 1:1 herstellen, nachdem der hervorragende Jahn-Torhüter Niemann die un⸗ Klaublichsten Bälle gemeistert hatte. Als sich aber Scheibl eine Rückgabe von Schall an Skudlarek erspurtete und zum zwelten Tor für Jahn ein- Hartes Kampfspiel um Bornheimer Hong FSV Frankfurt— Vink Mannhelm 2:1 Das Samstag-Spiel am Bornheimer Hang in Frank- turt ließ erkennen, wie hart der Kampf um die vorderen Plätze noch zu werden droht. Heiß War eigentlich der gelindeste Ausdruck kür dieses Ge- schehen, das eher einer Fußhallschlacht glich, in der gelbst Schiedsrichter Strobel aus Schwabach am Ende kaum mehr bei den vielen Regelwidrigkelten Absicht und Nichtabsicht unterscheiden Konnte, sonst hätte er sich wohl zu dem einen oder anderen Platzverweis entscheiden müssen, der die Atmo- sphüre etwas bereinigt hätte, Die Frankefurter gewan- nen das Spiel etwas glückelich, aber sie verdienten sich ihren Sieg durch unerhörten Kampfgeist, dem restlosen Einsatz eines jeden Spielers und ihre gute Abhwehr, die die Hintermannschatt des deutschen Melsters Weit übertraf, Der ViR bestätigte vor der Pause seine gute Form der letzten Wochen. gelten aber öfknete sich in dieser Zeit den Mann⸗ heimern eine Möglichkeit zum Torschußl. Schaffner mußſte einmal auf der Torlinie retten, und nach 14 Minuten wurde ein zu schwach abgewehrter Ball nach einer de la Vigne-Flankce von Löttke im Nach- schuß verwändelt. Bei den stürmischen Gegenangrik- ten der Franktfurter zeigten sich deutliche Schwä- chen der Verteidiger Henninger und Röghling, deren Fehler von den ebenfalls schwachen FSV-Aullen- stürmern aber nicht benutzt wurclen. 80 verlegten sich die Platzherrn mit besserem Erfolg aut schnelle Durchbrüche durch die Mitte. Dabel Kkonnte Keuer- leber verschledentlich dem schnellen Herrmann nicht kolgen, was zunüchst zu einem Abtzeitstor, aber in der 31. Minute zum 1·1 tührte. nder zwelten Halbzeit War alle Schänhelt des SP1816“ wie Weggeblasen. Fine orhöhte Nervogität Aritt um sich. Ber VIR nahm bis aut de la Vigne alles zurückk, wenn der FSV im Angritt lag, und aut der Gegenseite ergsab sich das fäst gleiche Bild. Zwelmal waren die Mannheimer nahe am Ertolg. Einen Koptball Löttlces lenkte Schaffners Kopf noch aut der Linie über die Latte, und wenig später ret- tete wiederum Schaffner, als Langlotz und Islaker die gesamte Frankturter Abwehr schon ausgesplelt und Islaker an Rado vorbeigeschossen hatte, Im Ge- fenzug schickte Wirth im Mittelteld eine schräge Flanke zu Herrmann, der von Keuerleber und Röll- Ung in die Zange genommen wurde, sich aher unautf- haltsam den Wegs über das halbe Splelfteld bahnte und an Jöckel vorbel ins Netz traf. Die Frankfurter nahmen sofort Wirth mit zur Deckung des rechten VtR-Flügels zurücke. lenlcte, waren die fanatischen Zuschauer nicht mehr zu halten, zudem Skudlarek, der sich auf das Schußbein von Scheibl geworfen hatte, bis zur Halbzeit verletzt ausschied. qede der objekti- ven Entscheidung des Unparteiischen, die gegen den SV ausflel, wurde mit unschönen und recht lauten Protesten der Zuschauer begleitet. Was sich der FIFA-Schiedsrichter Finke beim Gang in die Kabinen anhören mußte, war direkt beschä- mend. Nachdem Scheibl nach Wiederanpfift fas“ eine Rückgabe von Krämer, der wieder durch Unsport- lichkeiten„glänzte“, verwandelt hatte, erzielte Fanz auf Sifkling-Vorlage mit wunderschönem Schuß das 2:2. Bei einem Kopfball-Duell zwischen Koller und Röhling erlitt der Waldhöfer eine Prellung, da er mit dem Rücken dem Ledei ent- gegensprang. Koller, der völlig unschuldig an dem Vortall war, erhielt von einem ins Feld springen- den Fanatiker einen Genickschlag und Fink, durch die unsinnig aufgebrachte Masse aus dem Konzept, stellte den Regensburger vom Platz. Eine reine Konzesslon an die Fanatiker! Die Blauschwarzen bestimmten nun eindeutig das Spilelgeschehen und belagerten das Jahn-Tor regel- récht, und nachdem Herbold in der 66. Minute das 9:2 herstellte, schien der Kampf entschieden, zudem Zakalueny wegen Maulens auch noch des Feldes verwiesen wurde, Doch beinahe hätte Hubeny, der außher einem guten Schußvermögen nicht viel zeigte, noch den Ausgleich erzielt, aber Skudlarek konnte das Leder auf der Torlinte fischen. Ein Klägliches Ende des„blonden Tigers“ Conny Rux schlug den„Mehlsack“ Neusel in der 5. Runde k. o. Ein doppelter Sinn kKönnte hinter der Berliner Beßegnung zwischen dem fast 43ſührigen Walter Neusel, der beinahe zwel Zentner in den King brachte, und dem jungen Halbschwergewichts⸗ meilster Conny Rux nicht liegen. Was schon vor Jahren klar war, oflenbarte sich hier erneut mit aller Deutlichkceit. Es Wäre für den alten Herrn aus Bad Sachsa besser gewesen, sich und dem deutschen Boxsport dieses Klügliche Ende zu ersparen. Die enttäuschten Berliner Zuschauer brachten dies durch ein anhaltendes Pteitkonsert auch zum Ausdrucke. Vlelleicht hat der Zwelzentnermann Neusel als Be- rutsringer noch irgendwelche Qualitäten, aber als Prütstein tür einen Mann Wie Conny Rux, den man allgemeln als von der Qualität eines Max Schmo⸗ Uinß bezelchnet, Kkam Neusel gar nlcht in Fratze, 80 Kkam es wie es kommen mußte, Walter Neusel stand dem um 30 Pfund leichteren Rux völlig hilt⸗ los gegenüber, da er gar nicht dazu kam, sein Körpergewiecht in die Wagschale zu werfen. Wie ein Mehlsack stand er unbeholfen im Ring. Schon nach drei Runden waär er völlig am Ende, Mit Doppeldeckung nahm er die Schlagseriten von Rux in der vierten Runde entgegen ohne irgendwelchen Widerstand zu zeigen. Als ihn in der Pause zur tüntten Kunde zein Manager aus dem Kampt neh⸗ men wollte, protestlerte der Verbandsdelegterte Machon gegen das unsportliche Verhalten Auf einen kurzen Wischer zu Beginn der 5. Runde legte sieh Neusel dann hin und liehh sich auszählen. Wie Neu⸗ tel nach dem„Kampt“ erkelärte, Wolle er sleh nun endgültig vom alketiven Boxsport zurückziehen. Dafür drehten nun die Bayern auf. Und wie sle aufdrehten! Die Flügel trugen die Angrifte, die Läuferreſhe spielte offensiv und Schade brachte die Hintermannschaft der Südwestler vollends aus dem Konzept. In der 49. Minute fiel nach einer Ecke das erste Tor für Bayern. Schlechte Dek⸗- kungsarbeit der Pfälzer und schon spitzelte Schade den Ball von Liebrichs Fuß in die rechte untere Ecke. Der Bann war nun gebrochen. Das Pu⸗ blikkum ging leidenschaftlich mit, das Stadion schien in einen brodelnden Hexenkessel verwandelt zu sein. Immer überlegener werden die Bayern. Großartig spielten sie und laufend gab es Son- derbeifall für Tricks und Bluffs. Die Pfälzer in ihrer Hälfte eingeschnürt. kamen nur zu verein- zelten Vorstößen, die aber sehr gefährlich waren. Mit dem Mut der Verzwelflung wehrten sie sich, äber es wollte ihnen nichts gzelingen. Ueberall tauchte Baumann auf, immer kopfloser wurden die Pfülzer. Ein Absatzkick Schades nahm Appis aus der Luft auf,— haarscharf fegt der Ball über die Latte, Dramatische Szenen spielten sich ab, Laag hatte die Chance auszugleichen, köpfte, aber Süß⸗ mann drehte den Ball mit den Fingerspitzen ab. In der 70. Minute umspielte Schade Liebrich und Glaeser. flankte zu Nöth. dieser wieder zu Schade und aus vollem Lauf schoß er flach zum 2:0 ein! Jetzt spielen nur noch die Bayern. Die Pfälzer bauten merklich ab. Sie waren deprimiert, ge- schlagen. Sie kämpften aber tapfer bis zum Ab- pfift und gratulierten als erste ihrem siegreichen Gegner. Fair, sportlich und kameradschaftlich auch als Unterlegene— das war eigentlich der schönste Augenblick dieses Spieles. Gte rbbααε Bayern— Südwest(Halbseitersebnis) Bayern— Südwest(Endersebnis) Waldhof Mannheim— Jahn Resensburg FSV Frankfurt— ViRR Mannheim Duisburger SV— 1. FC. Köln Concordia Hamburg— FC St. Pauli Arminia Hannover— Holstein Kiel 8S8 Friedrichshafen— Eintracht Singen FVW Rastatt— SV Tübingen TSG Rohrbach— ASV Feudenheim Sportt. Stuttgart— 88 Untertürkheim Sportol. Stutigart— Unlon Böckingen FO Eislingen— TSd Uim 46 VIL Neckarau— ASV Durlach Rheinland-Pfals: 1— 0— 2 — 1—1—1—2—1—- 0— Hessen: 1— 1— 1- 0—- 1—- 2—1—- 12 1—2—1—1—1—•1 Bayern: 0— 1— 1—- 1— 2—12—1—1— 12—³˙ο 9 e]. H Westdeutschland: 1— 0— 2 10 121— — 1-1—2— 020—1— Nliedersachsen: 1— 1— 1— 75 120—004 ö 2• 2 2 2 2 EEEFEE [S8Sesesserense 2•3•2 2 22 2 2.2e ausgef. 1 ο αονẽaůpeten. Bundespokal-Endsplel: Bayern— Südwest 220 Oberliga Süd: SV Waldhof— Jahn Regensburg 3:9 FSV Frankfurt— Vik Mannheim 2·¹ SpVaeg Fürth 22 14 4 4 66:29 32:12 VitB Stuttgart 22 10 7 6 8389:81 27:17 SV Waldhof 28 0 9 6 45:41 27·10 ViR Mannheim 24 11 5 6 44:85 7:21 1860 München 22 12 1 9 33:80 25:19 Kickers Offenbach 22 10 5 7 45:88 25:19 FSV Frankfurt 22 9 6 7 830:27 24:20 Eintracht Frankfurt 38 6 86 7 48:88 24:22 BC Augsburg 22 9 65 6 438:49 238:21 ViB Mühlburg 28 7 7 9 238:84 21:25 1. FC Nürnberg 22 7 6 9 338:32 20:24 Bayern München 22 6 3 11 438:51 19:25 Schweinfurt 05 28 7 6 11 30:82 19:27 Jahn Regensburg 24 6 6 18 336:51 17:81 Stuttgarter Klckers 238 4 6 11 40 53 16:80 Schwaben Augsburg 28 6 4 13 209.51 16:30 Oberliga West: Rotweln Easen— Arminla Bielefeld 4·˙ RKhenania Würselen— RW Oberhausen 4·1 Sohalke 04— Alemannia Aachen 1·0 Tus Vohwinkel 30— Preußlen Münster 0·4 Horst Emscher— Hamborn 07 1·˙1 Preuflen Delbrück— Duisburs 06 3·0 Duisburger 8V— 1. FC Köln 1·˙¹ Oberliga Nord: Hamburger 8V— Hremer 8v 2˙⁰0 Concordla Hamburg— F St. Pault 2˙⁰ Harburger TB— TSV Eimsbüttel 0¹³ Werder Bremen— Hannover 96 4·˙ Arminia Hannover— Holstein Klel 2˙ VütL Oenabrück— VtR Oldenburg 9·1 Bremerhaven 93— VitR Lübeckck 0·76 Eintracht Braunschwelg— Göttingen 2·˙ Zonenliga, Gruppe Nord: Mainz 05— Trier Kürens 4·˙8 Vitk Kaiserslautern— ASV Landau 011 VitI. Neustadt— 80 Welssenau 3·1 SpVasg Andernach— FV Engers 2·¹ ASV Oppau— Tus Neuendort 0˙ Vik Kirn— Eintracht Trler 2 Zonenliga Süd: Hechinsen— Kuppenhelm Friedrichshafen— Singen Lahr— 80 Freiburg Sohwennintzen— Ottenburg FO Freiburg— FTrossingen VIL Konstans— Villingen Reutlingen— Ebingen Rastatt— Tübinger 8V 22 RRR 255588 Lünderkampk: Oesterrelchk— Schwels Sohwels R— Oesterrelch R Freundschaftssplele: 1. F0 Saarbrücken— Offenbscher Nlekers I. FC Eforsheim— Karlsruher FV I. FC Nürnberg— Fo Nancy 1660 München— F Nanoy Stuttgarter Klekers— Wormatia Worme S2 2 2 2—?2—. 2* 222 — i2 Selte 4/ Nr. 78/ Montag, 20. Mürz 1950 Landesliga Nordbaden Neckarau 21 67:23 35 Broötzingen 20 32:40 18 Fe Ptorzheim 21 40:14 32 PFriedri sfeld 20 39760 16 Durlach 20 47:19 26 Hockenheim 10 27/142 17 Pn. Karlarune 22 46:22 26 Futingen 19 27/765 6 Feudenheim 22 46732 27 Mosbach 20 86:566 6 Rohrbach 20 44.37 24 VIR Pforgh. 20 23769 Viernheim 22 32:43 20 8 TSd Rohrbach— ASV Feudenhelm 4:2 2800 Zuschauer wollten Zeuge sein, Wie es Rohr⸗ bach wohl schatten wird, die in Féudenhelm er⸗ littene 5:0-Niederlage wettzumachen. E6 reichte zwar nicht gapz zu fünt Toren, doch dixktierte Rohrbach fast 90 Minuten lang das Spiel. Im Ge- kensatz zu den letzten Kämpfen stellte Rohrbach eine Mannschaft ins Peld, die nicht allein durch eine gzute Technik, sondern diesmal auch durch restlosen Einsatz angenehm aufflel. Rohrbach trat ohne Rensch und Lechleiter an. Bei Feudenheim tehlte Stezcykl. Bereits in der zweiten Minute gab es vor dem Rohrbacher Gehäuse durch Eclchall einen geführ- lichen Augenblick. Doch Eberhardt stand wieder im Tor und schaffte Luft. Dann kam Rohrbach auf. Es Wurde gespielt, wie es sich die Heidelberger immer Wünschten. Der Ball lief schön durch die Reihen. Da wurde auch um jeden Zentimeter gekümpft. Und daß ein solcher Einsatz seine Belohnung fin- den mubß, bewies die 25. Minute, als Breunig eine herrliche Flanke hereintzab und von M. Winter durch Koptball unhaltbar zum 1:0 verwandelt wurde. Kurz danach bewies Eberhardt, daß er einen ausgezeichneten Tag hatte: Eine Bombe konnte er gerade noch mit der Faust abwehren. Mittel⸗ Stürmer Heckmann schofßß mit scharfem Schuß nach, doch der„Kleine“, wie Dr. Neumann sagt, sprang wie eine Katze und wehrte abermals den Ball ab. In der 34. Minute Eclchall von Seitz. Bitzer war zur Stelle und schoß das zweite Tor für seine Mann- schaft. Sechs Minuten später War der erstmals wie⸗ der in der 1. Mannschaft Linksaußen spielende Bucher der dritte Torschütze. Aus 16 m Entfernung senkte sich der Ball hinter dem durch die Sonne geblendeten ASV-Tormann ins Tor. Kaum hatte das Spiel wieder begonnen und schon lag Rohrbachs Sturm wieder im Angrifl. Winter flankte zu dem nach rechts gelaufenen Breunig, der mit einer Bombe aus 16 m Entfernung das 4:0 her- stellt. Dann schied Feigenbutz vorübergehend aus, Feudenheim kam alsdann besser ins Spiel und Eber- hardt mußte wiederholt in letzter Sekunde eingrei- ten. Ein Mihbverständnis zwischen Bitzer— Eber- SpORTRLATI Uberzeugende Revonche der Rohrbocher gegen Feudenheim ASV Feudenheim fehlite der Spielmacher Stecrykl/ Eberhardt, Rihm und Feigen butz die besten Rohrbacher hardt verhalt den Feudenheimern zu einem ver⸗ meidbaren Tor. Dann allerdings wachte der A8V aut und versuchte unter Aufbietung aller Krätte das Resultat zu verbessern, Was auch Zimmermann kurz vor, Spielende durch Bombenschul gelang. Eberhardt, Rihm und Feigenbutz waren die Haupt- stützen der Rohrbacher Hintermannschaft. Blitzer Mosbach führte l:0 Torhliter Badura bester Mann/ FV In der Goldstadt waren die beiden Abstiegskan- didaten unter sich, wobel diesmal die Gastgeber sich für die im Vorspiel erlittene Niederlage gründ- lich revanchlerten. Der Neuling aus Mosbach wußte durch seine forsche und untzekünstelte Spielwelse in Pforzheim recht gut zu gefallen, Die Mann- schaft legte schon vor dem Séitenwechsel ein flot- tes Tempo vor, dem sie aber nach der Pause zum Opfer flelen. Es hatte den Anschein, als ob sich einige Spieler doch zu sehr verausgabt hatten. Von besonderem Nachteil war es natürlich, daß gegen Mitte der zweiten Spielhälfte ein Gästestürmer im VfR-Strafraum so unglückclich zu Fall kam, daß er tür den Rest der Spielzeit verletzt ausscheiden mufßte. Von einer recht guten Seite zeigte sich aber insbesondere Badura im Güstetor, der wieder eine Glanzpartie lieferte und seine Mannschaft im Laufe fand sich wesentlich besser gegenüber den letzten Spielen. Hervorragend war Klee im Sturm. Er wir⸗ belte den Gesner durcheinander, daß es Spaß machte. Eine angenehme Ubérraschung war Edwin Bucher, dessen Aufstellung Aufsehen erregt hatte. Feudenheims Form hat setwas nachgelassen und Stecyki, der Spielmacher, fehlte an allen Eeken. und verlor denn 4:! fiel dem eigenen Tempo zum Opfer der zweiten Halbzeit vor einer durchaus möglichen höheren Niederlage bewahrte. Obwohl der ViR ohne die beiden Brüder Gan anzutreten gzezwungen war, glückte der Mann- schaft den vom Güästelinksauſſen Bumiller in der 26. Minute erzielten Führunsstreffter wenige Se⸗ kunden nach dem Seitenwechsel durch den LInles- auſzen Stoldt zu legalisteren. Einem feinen Rück⸗ zieher von Kühnle in der 56. Minute entsprano der zweite Erfolg des VtR, und nachdem Rechtsaußlen Bethge einen Handelfmeter verschossen hatte, war es Mittelstürmer Birkle, der in der 64. Minute auf 3:1 erhöhte. In den Schlußminuten sahen die Gast- geber ihre Anstrengungen durch einen vom Linkes- außen Stoldt in der 79. Minute erzlelten weiteren Trefter belohnt. Schiedsrichter Gruneisen Mant- heim) war ein aufmerksamer Leiter. CTaneblatt Schwelzer Nationa'elf orlcämpfte erstes Remis in Wien Die neue Länderspielsaison ist mit Frühlings- anfang schon aut Touren gekommen. Nach dem 3:1-Sleg Italiens über Belgien standen sich im Wiener Stadion vor 60 000 Zuschauern Oesterreich und die Schweiz in ihrem 22. Länderspiel gesen- über. Die Enttäuschung war riesengroß, denn der mit Sicherheit erwartete Sieg kam nicht zustande. Wohl führte Oesterreich bereits 3:0, wobel auch eln umstrittener Elfmeter verwandelt worden war. Dann aber kam die Schwelz üÜberraschend auf 3:2 heran und vier Minuten vor Spielende verwan-⸗ delte der Halbrechte Oberer einen 16-m-Frelstofl, der ihm von Eggimann raftiniert serviert worden War. Die Schweizer jubilierten, war ihnen doch erstmals in ihrem 225. Jubiläums-Ländersplel in Wien ein Teilerfolg gelungen. Halbfinale Chelsea—Arsenal ohne Entscheidung Erst am kommenden Mittwoch Wird entschle- den, ob OChelsen oder Arsenal ins Finale gegen den Sileger aus dem Spiel Liverpool— Everton ein⸗ steigen Wird. Nach Überaus hartem, aber jeder- zeilt falirem Splel trennten sloh Chelsea und Ar- senal im Tottenham-Hotspurs-Stadion mit 2:2. 65 000 Zuschauer waren Zeugen dleses heißen Kampfes. Auch ViB Wiesloch kehrte ohne Punlte dus Weinheim zurück Neulußheim gleichwertige Partie/ Kirchheim hatte Schuſipech Eppelheim bot gegen Berirkskclasse Mannheim/ Heidelberg Wiesloch 20 57:33 30 Sandhausen 19 22:29 19 Schwetzingen 20 52:16 29 Weinheim 21 30:42 109 Neulußheim 20 36:23 26 Ilvesheim 21 26:390 10 Altlußheim 16 37:36 23 Eppelheim 18 31:46 15 Lelmen 190 44:383 22 Rheinau 20 24:40 11 Hemsbach 21 34:34 22 Ph. Mannheim 16 16:19 9 Sandhoten 10 46:31 21 Ottersheim 21 10:47 9 Kirchheim 21 365:31 20 FV 09 Weinheim— VIB Wiesloch 1:0 D. Unter Schiedsrichter Fritz jr.(Oggersheim) kam es auf dem Naturinplatz in Weinheim zu einem erbitterten Kampf, den die fanatisch kämp- tenden Platzbesitzer mit dem knappsten aller Re- 5S Sandhausen einziger Auswärts-Sieger Oftersheim— Sandhausen 0:1 Bei Beginn des Spieles sah es aus, als sollte Sand- hausen über die abstiegsbedrohten Oftersheimer einen Bombensieg landen. Kaum waren fünf Minu- ten gespielt, konnte der Oftersheimer Tormann elnen scharfen Schuß des Linksaußen Fauth nur noch abschlagen, der Ball kam dem Halbrechten Mager vor die Füßße, und beherzt schoß er zum Führungstor ein. Den herausgespielten Gelegen- heiten nach hätte es bis zur Halbzeit mindestens 3:0 für die Gästeelf heiſſen müssen. 8o ging man aber mit der 1:0-Führung in die Halbzeit, und wer dachte, daß Sandhausen seine Ueberlegenheit zu weiteren Toren ausnützen würde, wurde bitter enttäuscht, denn nun waren es die Ottersheimer, die gefährliche Situationen vor dem 88-Tor auslösten. In dieser Prangperiode zeigte Sandhausens Hintermannschaft Verschiedentlich schwache Momente, und Krebs ret- téete oft in brenzligen Situationen. Wohl hätte auch Sandhausen in der zweiten Halb- zeit Möglichkeiten genug gehabt, weitere Tore zu schleßßen, aber der aus der Hintermannschaft in den Sturm genommene Herzog bewies, daß die Hoff- nungen, etwas Leben und Durchschlagskraft in den Sandhäuser Sturm zu bringen, vergebens waren. Uvesheim— Lelmen 2:0 W. Die Leimener hatten das Unglück, eine II- vesheimer Mannschaft anzutreffen, die einen ganz „Kroßen“ Tag hatte. Vom Angrift weg belagerten die Einheimischen— allerdings mit dem Wind im Rücken— das Tor von Annweiler, Schon in der 11. Spielminute kam diese klare Feldüberlegen- heit durch ein Prachttor von Wolt, der eine Vor- lage Haugs direkt aufnahm, auch zahlenmüßig zum Ausdruck. Dann erst stand die Gäste-Hinter“ mannschatt, mit Schwalbach, Fettes und vor allen Torwart Anweiler, wie ein unüberwindliches Boll- Werk. Eines fehlte den Güsten indes: ein plan- müßiger Spielaufbau. Nach dem Wechsel schien der Kampf eine an⸗ dere Wendung zu nehmen, aber gerade in den wenigen schwachen Minuten der Platzherren, als der Ausgleich förmlich in der Lutt hing, stellte Schiedsrichter Pfeifter(Pforzheim) den Leimener Verteidiger Fettes wegen Nachschlagens vom Platz,. Eine sehr harte Entscheidung, und der sportliche Anstand, mit dem die Leimener sie hin- nahmen, ist lobenswert. Selbst mit 10 Spielern waren die Heidelberger dann feldüberlegen, doch auch eine herausgespielte„Eelchall-Serie“ brachte ihnen keinen Torerfolg. Dimmel hatte mit seinen Kopfbällen viel Pech. Gegen Ende dieses harten Punkte-Kampfes zeigte sich ganz klar, daß den Leimenern ein„Spielmacher“ fehlt. wie die Il- vesheimer ihn in Mittelläufer Keller haben,. Un⸗ ermüdlich setzte er seine Nebensplieler ein, s0 daß die Platzherren bald wieder das Spielgeschehen diktierten. Aber das Schicksal der Güste war erst 7 Minuten vor dem Schlußipfitt besiegelt, als Hoff- mann das 2:0 erzielte, Schade, daßb Beſier nicht dabel War, er hütte seine Sache wohl besser ge⸗ macht als Musotter, der noch nicht fit istl sultate für sich entscheiden konnten. Die in stärk⸗ ster Aufstellung spielenden Einheimischen setzten hren ganzen Ehrseiz daran, den Meisterschafts- anwärter aus Wiesloch zu schlagen, was ihnen dank einer guten Gesamtleistung, wenn auch mit viel Glück, durch ein überraschendes Tor des Uinken Läufers Feist gelang. In der ersten Halbzeit vergaben die Gäste mehr- mals in bester Schußposition die Chance, das Führungstor zu erzielen. Durch die sehr harte Spielweise der Einheimischen mußten die Gäste zeitweise mit zehn Mann spielen, da erst Mittel- läuter Oestrintzer und später Lehr verletzt aus- geschieden waren. Beim ViB Wiesloch versagte dtesmal der Sturm, dem es an Entschlossenheit und letztem Einsatz vor dem Tor fehlte. Lindner zeigte sich in bester Form und hielt manch sichere Sache. Sein Gegenüber hatte es wesentlich leich- ter, da eine schlagsichere Verteidigung vor ihm alle Angrifle des VfB-Sturmes energisch zerstörte. Mitte der zweiten Halbzeit drängte der FV, an- geteuert durch den starken Anhang in gefähr⸗ Uichen Angriften und erzielten aus einem Gedrünge heraus die 1:0-Führung. Zu spät setzte Wiesloch zum Endspurt an. Erst in der letzten Viertelstunde zeigte der VfB, was er kann. Bel etwas mehr Entschlossenheit und Glück wäre noch das Aus- gleichstor gefallen. Neulufheim— Eppelhelm 21 Es hätte nicht viel gefehlt, so hütten die Uppel- heimer in diesem harten, aber nicht immer fairen Spiel tür eine Ueberraschung gesorgt. Weuluß⸗ heim zog sofort in schnellen Angriffen vor das Güstetor, wührend die Eppelheimer nur sehr selten im Neulußheimer Strafraum aufkreuzten. So war Dossenheim leistele sich einen tollen Seitensprunꝗ Kreisklasse A Handschuhsh. 22 11:23 33 Ziegelhausen 22 42:57 16 Dossenheim 22 61:36 32 Neckargem. 21 26:46 17 Union Hdlbg. 22 656:32 31 Dielheim 21 332:47 15 Wieblingen 28 66:37 30 Hirschhorn 20 30:39 13 Walldortf 21 61:29 20 St. Ilgen 22 27:56 13 T88 76 Hdlbg. 20 44:33 27 Rauenberg 21 37:66 12 Ptaftengrund 22 31:44 23 Nußiloch 21 2776 11 FEberbach 28 51:16 22 Auſler Konkurrenz Wiesenbach 23 36:40 22 Rohrbach II 20 71:40 26 Münlnausen 22 47:42 21 Mühlhausen— Dossenheim 2:0 Die Platzherren hatten gegenüber der weitaus Stärkeren Gastmannschaft Kelnen leichten Stand. Denoch Wwurden beiderselts starlee Angritte vorge- tragen, jedoch von keiner Seite voll ausgewerbet. Trotz des Platzvorteils der Gastgeber blieben die Gewinnausichten bei einem 00-Stand bis zur Halbzeit noch völlig offen. Dann wurden die beider- seitigen Oflensiven jedoch heftiger und hielten sich gerade noch an der Grenze des Frieubten. Der Schledsrichter hatte sich gegen die Antfeindungen von außen ständig zu wehren. Die Einheimischen boten in der Folge mit wen⸗ digen Kombinatlonen alles aut und gaben das geg- nerische Tor nicht mehr frei, 60 dah es zu tur⸗ bulenten Szenen im Strafraum der Sporttreunde Kkam. In der 60, Minute konnte schließlich der Halb- S8 Eberbach hat dos Rennen noch nicht auſqeqeben TS0 786 Heidelberg— 80 Eberbach 118 Ha.) FEberbach bewies in dlesem Spiel, daſl sie doch noch als kampfstärkste Mannschaft in der A-Klasse antusprechen ist. Die Elt in dieser Form wird sich zumindest einen Plats in der Spitzen- Hruppe wieder ersplielen. Sotort nach Beginn drängten die Güste, aber der T8S8-Hüter konnte mehrere Schüsse unschädlich machen. Dann tand sich auch der Gastgeber, Dem halbhohen Spiel setsten sie thren Flachpaß ent- Hegen und gestalteten 30 das Splelgeschehen in der ersten Hältte otten. In der 25. Minute konnta Linlesaußben Birle über den herauslaufenden Eber⸗ hacher Torhüter zur 10-Halbzeittührung der T88 einköpten. Dle zwelte Halbzeit gestaltete Eber- bach klar überlegen. Zwar schien es lange Zelt, Als ob die Heidelberger das 110 halten Könnten, da sich einerseits ihre Hintermannschatt als sehr lcher erwies, andererselts Pberbachs Sturm ott planlos Wirkte, Erst 16 Minuten vor dem Schluß⸗ ptitt tand dann ein Flachschußb Maurowichs den Weg ins Tor. Nun bekam das Spiel, das in der welten Halbzeit abflaute, Wieder Farbe. Aber, es zelgte sich, daſt die 83 die bessere Kondition hatte. Schild konnte dann im Alleingang die 211⸗ Führung und den Endsieg gicherstellen, zumal die Heldelberger durch die Verletsung thres Halb⸗ rechten gehandicapt waren. AODielhelm— Astorias Walldort 11 Die Flnhelmlschen, die sleh, obwohl ersatege⸗ Schwücht, sehr rasch zusammenkanden, boten elne zweitelsohne zukriedenstellende Leistung, unc 60 Vereltelte die Hintermantchakt im Verein mit der Läuterreihe jeden Durchbruchsversuch der Gäste. Vollkommen oflen tobte der Hampt hin und her, bei dem die Gäste den technisch schöneren Fußhali zelgten. Durch flüssige Komhinatlonen Vertzuchten die Güste, immer wieder ein Loch in den Abwehr⸗ reihen zu finden, Was ihnen nicht gelang. Nach der Pauge gelang es den Güästen, den sleg- bringenden Trefler anzu ringen. Eine ungeschickete Abwehr des Mittellüufers Schuckert ausnützend, gtellte Linkesauſlen Abel den Führungstrefter her. Jetzt versuchte man mit aller Macht, den Vorsprung zu lestigen. Die Einheimischen stemmten sich 16* doch mächtig dagegen und 8o0 War es nicht vér⸗ Wunderlich, das Linksaußen Wittemann in der 69. Minute zum Ausgleilch einkäöptte. Die turbulent fol⸗ tzenden Schlußminuten sahen die Finheimischen Vorwiägend im Angritt, ohne dall sich an dem Er⸗ gebnis noch etwas ünderte. Wiesenbach— Nullloch 312 In dlesem schnellen, wechselvollen Spiel war man sich durchsus nicht im klaren, wer sich die Funkte buchen würde, denn Nußloch War in guter Ferm und machte es Wiesenbach nicht leicht. Nach 30 Minuten gtand es endlich nach einem Ge⸗ drünge vor dem Gästetor 1:0. Nach welteren zehn Minuten durch Halter 2:0 für Wiesenbach. FHin scharter Handeltmeter wurde vom Gästetorwart sicher gestoppt. Die zwelte Hültte eröttnete Nuflloch erneut mit einem sehnellen Splel. Kettenmann holt durch Fauleltmeter zum 2½1 aufk. Dehm bringt es zum 91 tär die Platsherren, und in der. Minute schlehht der Gästatrainer Löschingser ein schönes Tor und stellt das EUndergebnis 313 her. Nußblochs Tor⸗ Wärt glänste durch Schnelligkelt und Sicherheit. rechte Brecht von der Platzmannschaft den Füh- rungstretter einschieſlen. Der Fe hielt auch wei⸗ terhin das Gästetor unter Druck und Mittelstürmer Hotz überraschte aus einem heftigen Gedrünge heraus mit dem zweiten Trefler. Auf beiden Seiten wurde schließlich das Spiel mit unverminderter Hüärte zu Ende geführt. Neckursemünd— Unlon Heldelberz 22 Auch Union mußte sich in Neckargemünd mit einer Punkteteilung zutrieden geben, obwohl es zu Splelanftang keineswegs danach aussah. Die Güste belagerten stark das Neckargemünder Tor und der einheimischen Verteidiguns unterliefen manche Fehler, zudem man den befreſenden Ab- schlag vollkommen vermißte. Dlese Nervosität legte sich erst nach einem von Blasitko verwan⸗ delten Hand-Eltmeter. Unmittelbar darauf geschah dasselbe im Neckargemünder Stratraum, doch schoßsb Merlelinger den Ball scharf neben das Tor. Nach belderselts verpaßten Torgelegenheiten ging es in die Halbzeit. Nach der Pause kam Neckargemünd besser auf und war zeitweise leicht überlegen, obwohl am Ball Union die schnellere Elf war. Den Güsten gelang durch Fröhlich und Veeh die 2:1-Führung, Welche durch besseres Abdecken des linlken Flü⸗ tlels hätte vermieden werden können. In Anschluß an einen Eekball köpfte Heuberger zum 2:2 ein. Die Entscheidungen des Schiedsrichters stleben ötters auf lebhaften Protest inner- und außerhalb des Spielteldes. Im Vorspiel zeigte sich die Neckargemünder zweite Mannschaft mit 2:1 Überlegen. TSV Handschuhshelim— RW Pfaffengrund 311 · Die Güste zeigten trots der Niederlage eine gute Leistung und Konnten das Treflen vor der Pause zeitwelse überlegen gestalten. Der T18V da- tegen enttäuschte und brachte en nicht tertig, nach der Halbzeit die mit zehn Mann spielenden Güste deutlich zu distanzieren, denn das 8:1 stand bereits vor der Fause ſest. Ale Mittelstürmer Frey einer Vorlage nach⸗ üPurtete, wurde er im Stratraum gelegt. Den Elk- meter scholl der Gästeläufer Gärtner zum 110 ein. Ptaflengrund splelte in dieser Zelt im Sturm 2u ongmaschig, 80 daß die einheinusche Verteldigung Zeit hatte, die Angritte zu Stoppen. Wenig später Eins Birk einer Steilvorlage nach; sein Schuß tührte zum Ausgleich. Die Einbeimischen dräng⸗ tan nun aut die Führunt. Schledsrichter Eitel (Weinheim) gab einige zweitelhafte Untscheldun⸗ en, die allgemelne Nervosität hervorrlefen. In dar 38. Minute erreichte Stumpt das Leder, Tor⸗ hüter Huber Wehrte zu Kurz ab, s0 dal) Birk tum 2. Trefler einschiehen konnte. kin gchöner Strat⸗ stob von Uhritz getreten, erbrachte mit dem Halh⸗ das 3/1. Nach der Paute mulite de“ Gäste- mittelstürmer Frey den Platz verlassen. Mit zehn Mann verteidigten die Rotweißen eisern. At. Iisen— Wieblingen 919 Bexeits in der ersten Minute ktührte Wlehlingen durch einen Fernschuß) selnes Verteſdtgers Bender mit 10, Aber sechs Minuten später konnte der Ein⸗ halmische Linlesaußen Sohns zum Ausgleſch ein⸗ schlellen. Durch dieses Tor wurden die Gäste StWas es um 80 Überraschender, daß die Güste in der 27. Minute nach einer veruntzlückten Torwart- abwehr durch Mittelstürmer K. Stotz in Führuns gingen. Durch diesen unerwarteten Ertfolgs an- gespornt, kämpften die Eppelheimer mit äußerstem Elnsatz. Die Neulußheimer dagegen suchten ihr Manko durch übermäßige Hürte und Unfairneß auszugleichen. Nach der Halbzeit pfiff der wenig überzeugende Schiedsrichter offensichtlich zugun- sten der Platzelf. Trotzdem hatte es K. Stotz noch einmal in der Hand, bei einem Alleingang die Führung weiter auszubauen, doch sein Schuß lan- dete in den Armen des Torwächters. Dann ge⸗ lang es den Neulußheimern in der 64. Minute end- Uch, trotz verzweifelter Gegenwehr der Eppel- heimer, durch Scheck den Ausgleich zu erzlelen. Nun folgte wiederum eine Periode beiderseitiger Unsportlichkeiten, in deren Verlauf der rechte Verteidiger der Platzherren des Feldes verwiesen werden mußte. In der 87. Minute überwand dann Mittelstürmer Dougas durch eine unhaltbare Bombe den ausgezelchneten Güästehüter ein zwei- tes Mal. Den gezeigten Leistungen nach, wäre ein Unentschieden gerechter gewesen. Schwetzingen— Kirchheim 3:1 Der Ex-Landesligist versuchte gleich zu Betzinn mit einer Ueberrumpelungstaktik zum Ertfolg zu kommen, doch die 8S8 war auf der Hut und ließ sich von den blitzartig vorgetragenen Angriften nicht einschüchtern. Schon nach Kürzester Zeit hatte sich die Zaghaftigkeit gelest und die Güste gaben im Feldspiel einen ebenbürtigen Cegner ab. Wenn es Schwetzingen gelang, in der 22. und 20. Minute zu Erfolgen zu kommen, 80 ist dies nur der Nervositüt des Tormannes und einem Mis- verstäündnis zwischen Mittelläufter und Schlußmann zuzuschreiben. In der 2. Halbzeit spielte Kirchheim ganz groß aut und diktierte das Spielgeschehen. Man sah schönes Zusammenspiel und Kamfgeist, doch lei- der wurden die zahlreich herausgesplelten Tor- chancen nicht verwertet. Das Pech, das der ein- satztreudige Sturm mit seinen Torschüssen hatte, Waäar einfach katastrophal. Günderroth, der dem Verein über so manche Hürde hinweggeholfen hat, dürfte nun auch die Pensionsreife erreicht haben. Am besten konnten die beiden Außen- stürmer gefallen. Der 3. Trefler des SVs kam wieder aus Unachtsamkeit des SG-Tormannes zu Stande, Knapp vor Schluß war es dem Benjamin der Gäste gzegönnt, den Ehrentrefler zu erzielen. Aälttutdssslstttttttttsssziitistststsssntstssnssstäkitztissttsuntumntssntelkttsinnsmttunnstnntllzssstuttunspnnnnnimuim in die Defensive gedrängt, aber sie verstanden es durch weite Abschläge ihre beiden PFlügelstürmer ummer wieder wirkungsvoll in Szene zu setzen. Der Gästesturm, der sich übrigens als sehr scknell und schußsewaltid erwies, konnte in der Folge- zeit einige saftige Lattenschüsse erzlelen. In der 17, Minute kreuzte der St. Ilgener Sturm Wieder geführlich vor des Gegners Gehäuse und dem einheimischen Mittelstürmer Murr gelang es, den Güstehüter zum zweiten Male zu schlagen. Nun War wieder Wiehlingen an der Reihe, deren Halb⸗ Unker Pfisterer wiederum zum Ausgleich einschoß. Dem Gästehalbrechten Retzbach gelang durch einen Fernschuß in der 55. Minute der entscheldende Tref- fer. St. Ilgen wart nochmals alles nach vorne, um wenigstens den Ausgleich noch zu Erzitelen. Dies wüäre auch fast gelungen, hätten die einheimischen Stürmer nicht das Schlelſen im gegebenen Moment verpaßßt. Rauenberg— Tlegelhausen 118 Das Resultat stand schon in der ersten Halbzeit kest, denn die Güste waren durch einen Foul- eltmetor in Führung gegangen, die aber der Rauenberger Klevens wenig später ogalisteren konnte. Vor dem Halbzeitpfitt schoß der T88- Rechtsauſſen zum zweiten Tor für legelhausen ein. Die Platself fühlte sich durch den Unpartei- ischen benachteiligt, der einen Eltmeter tür die 80 nicht gab, Nach der Pause ertritten die Rauen⸗ bergor das Splelgeschehen, konnten aber trotz allem das Ergebnis nicht ändern. Wegen Foul- 0 nach Verwarnung wurde Hlldenbrand (Rauenbert) vom Platz gestellt. ——ů—— Nordbadische Landesliga: TS8 Rohrbach— AsVv veudenhelm VtIL. Neckarau— A6V nurlach 0 Kutingen— Phönix Karleruhe Vin Ptorsheim— FV Mosbach Amloltia Viernheim— Germ. Friedrichsteld + 2 222 71 ˖³ Reulrksklasse Mannhelm /Heldelbertg: Weilnhelm— Wiesloch Ottershelm— Fandhausen SchWotsingen— Kirehhelim Neulullhelm— Eppelhelm Uvesheim— Leilmen Hemsbach— Rhelnau Altlubheim— Phönlix Mannholm — 223?²³˙˙ +⏑2 Caftfoblatt TSV Rintheim— 8 St. Leon 819 „Man weiß tatskehlich manchmal nicht, was mit der St. Leoner Mannschaft los ist. Am vorletzten Sonntas lieterte die Elf in Bretten ein Spiel, das kaum bezirksligamäßig war und gestern boten die Männer um Götzmann eine Leistung, die aller Bewunderung bedarf. Ein Sieg bei Kuhnle und Jöckel will schon errungen seln. Die Gastgeber hatten ohne Zweifel wührend des Hansen Spieles ummer ainen kleinen Vorsprung vor ihren Gästen. Rintheim schuf sich gleich zu Beginn eine klare Führung, die die Sq nur unter Aufbietung aller Krüfte aufholen konnte. Nach dem Wechsel wiederum das gleiche Bild. Rintheim führt fast die ganze zweite Hülfte mit 1e einem Tor. Kurz vor dem Schlulipfiff zogen die Süste aber mit gewaltigem Elan davon, errangen tatsächlich nicht nur den Ausgleich, sondern auch den kaum noch erhofkten Sleg. IV Bretten— TSV Rot 4:8 Lwel grundverschtedene Halbzeiten waren das hervorstechendste Merkmal im letzten Punktespiel der Roter Mannschaft, In der 1. Halbzeit spiélten die Gäste einen Handball, der die Brettener Zu- schauer restlos begeisterte. Wie im Training liet der Ball von Mann zu Mann und vor dem Tore fehlte es nicht an plazierten Schüssen. Mit 8:0 erspielte sich der TSV Rot in Bretten bereits bei der Pause den sicheren Sieg und die Punkte, Sei es nun, daß die Roter auf Grund dieses Halbzeit- standes sich etwas Reserve auferlegten, oder die Gastgeber eine weit bessere Leistung, als vor der Pause zeigten, kurzum, die Gäste kamen in diesem Spielabschnitt zu keinem Erfolg mehr. Brettens bester Stürmer Konanz schoß in der zweiten Hälfte sämtliche vier Brettener Tore. Die von den Rotern in der ersten Halbzeit gezeigte Form läßt kür die kommenden Spiele um die Süddeutsche Melsterschaft allerhand zu hoffen. VIL Neckarau— Tus Belertheim 7:1. Berzirksklasse: TSV Ottersheim— Germania Dossenheim 13:9 Die Oftersheimer Mannschaft scheint nach den letzten Spielen zu schlieſlen, in ihren Leistungen Stwas nachgelassen zu haben. Auch das gestrige Treflen brachte dies deutlich zum Ausdrucle. Die Gäste aus Dossenheim boten ihren Gastgebern lange erfolgreich Widerstand. Sogar noch bis weit in die 2. Hülfte hinein hatten die Einheimischen schwer zu kümpfen, um am Schluß die Punkete sicher zu behalten. Die hohe Zahl der Gegentrefler bringt klar zum Ausdrurck, daß die Hintermann- schaft der Oftersheimer in den letzten Spielen an Sicherheit eingebüßlt hat. TSV Wieblingen— TV Bammental 6:9 Nicht ganz zu Unrecht haderte man nach dieser kamen die Hausherrn zu ihren zwel Freflern. Niederlage in den Reihen der Wieblinger mit dem SPORTnIATT St. Leons Kmpigeist schaffte 9:8-Sieg über Rintheim TSV Rot lag in Bretten bis zur Halbzeit schon mit 8:0 Toren in Führung Schieksal. Gerade von diesem Spiel hatte man sieh durch einen Sieg den Anschlüß sichern wol- len. Die Gäste begannen müchtig offensiv und er- reichten auch bald das Führungstor. Wieblingen konte aber nach kurzer Zeit ausgleichen und in Wenigen Minuten sogar seinen Gästen mit 8:1 da- Vonziehen, Bis zur Halbzeit schufen die Bammen- taler wieder den Ausgleich, teils durch Strafwürfe und durch einen 13 m. Nach dem Wechsel hatten dann die Güste etwas mehr vom Spiel, aber die Gastgeber kümptten unermüdlich welter, errelch- ten auch zweimal wieder den Ausgleich, mußten dann aber zum Schluß den Grünwelhen den Sleg Überlassen. Kreisklasse A: TSGd Dossenhelim— Kusd Leimen 8:4 Von beiden Seiten wurde eine unnötige Hürte in das Splel gebracht. Die Gäste, die immer noch neben Malschenberg den 1. Platz belegen können, kührten schon bel Halbzeit mit 38:0. Nach der Pause ließen ihre Leistungen etwas nach und 80 Krelisklasge B: Nußloch 1b— T8d 78 10:8; T Gaiberg— T808 Rohrbach 9:9; S6 Sandhausen— S8 Neckarsteinach, Letatere nicht angetreten. Zwei eindeutige Siege des BCII Im ersten Spiel gsegen den HTV sah es anfangs nach einem Sieg der Turner aus, die bis zur Halb⸗ zeit in Führung lagen(20:19). Der HIV zeigte mit seiner verjüngten Mannschaft ein vielversprechen- des Kombinatlonsspiel, nur fehlte ihnen die nötige Im schönsten Spiel der Soison Ko. Die Auseinandersetzung der alten Rivalen war 80 richtig angetan, Freunde für das Spiel mit dem ovalen Ball zu werben, Wenn auch nicht vertges- sen werden soll, daß für den Sc in der Mel⸗ sterschaft nichts mehr drin war, 80 hatte er aber den Nimbus, von einer deutschen Mannschaft seit April 1949 nicht mehr bestiegt worden zu sein, zu Wahren. Der Sieg flel denkbar knapp aus. Einem Trefler des Klubs stehen ein Versuch und drei Sprungtritte entgegen. Neuenheim war die tech- nisch reitere und und spielerisch üÜberlegene Fünf- zehn. Es gewann verdient. Zu bedenken gab, daß es dem ScN nur ein einziges Mal gelang, den Ball über die Linie zu tragen. Der Klub bot eine ganz ausgezeichnete Leistung und zeigte in der Verteidigung prächtige Arbeit. Beim Sport-Club War in der Hintermannschaft viel Leerlauf. Trotz zahlreicher Bülle gelang es nicht, das Loch in des Gegners Reihen zum Durchbruch zu finden. Dazu kam, daßb im Laufe des Spiels, mancher Spieler neérvös und dadurch unsicher wurde. Bach, Voth und Helwerth waren die Stärksten. Beim Klub Biller wurde Waldlauf-Kreismeister 1950 TSG 78 dominierte bei den Männern, die Freien Turner bei den Frauen Bel idealem Wettkampfwetter ermittelte der Kreis, Heidelbers in Walldorf seine diesjährigen Waldlaufmeister. Die Bahn, durchwes im Wald verlaufend, war in sehr gutem Zustand und er- möglichte verhältnismübzig gute Zeiten, Der 1000 m- Laut der C-Jugend eröffnete die Wettkämpfe. Anschlie- Bend errang sich Hannelore Neureiter von den Freilen Turnern Heidelberg bei dem 1000 m-Lauf der weiblichen Jugend den Titel mit der anspre- chenden Zeit von 3:41,6. Auch beim 1000 m-Lauf der Frauen dominterten die Frelien Turner mit den Schwestern Traschütz vor den geschlossen einlaufenden Walldorfer Mädels. Spannend verllef der 3000 m-Lauf der A-Jugend, bei welchem sich der Dossenheimer Büchler vor dem Rettigheimer Uchner und dem stark aufkommenden Walldorfer Himmelsbach durchsetzen konnte. Der 3000 m-Lauf (oflen) War eine sichere Beute des prächtig lau- tenden Vogel von der T88 783. Im Hauptkamptf über 5000 m silegte nach herrlichem Rennen Au- gust Biller(TS0 76) mit über 100 m Vorsprung vor dem 37jährigen Altmeister Heinrich Lenz und dem vorjährigen Waldlaufmeister Karl Siebig von RD˖ RRRR N öle ee Oenc Giuts Das Slarłkere zzi,Heben 42. Fortsetzung Gregor war ihm nicht zu Hilfe gekommen, und hatte ihn auch nicht unterbrochen. Ihm war nun klar: Der andere War krank vor Angst. Florin sah die große Gefahr und wußte nicht, wie er ihr begegnen sollte, Er war wie ein Mensch, der unversehens ins Moor geraten ist und verzweitelt nach dem nüchsten Halt grelft. „Ein Jagdunglück? Wie wollen Sie dann den zwelten Schuß erklären? Er ist deutlich ge- hört worden.“ Florin starrte den Schwager an, als habe eR nicht recht verstanden,„Ein zweiter Schub—7 stammelte er. Gregor gab nicht nach.„Erinnern Sie tich, Wie Sie zu mir höhnisch satzten, als ich bel der kleinen Erhtelluntz die Büchse hler betrach- tete, die angeblich das Untlück oben verur- sücht hatte? ‚Schließlich ist ja niemand dabel gewesen. Wenigstens nach Ansicht der Polizei. Frinnern Sie sich, Florin? Wenn die Polizel Wlühhte, was ich weill, von hrem schweren Zer· würtnis mit meinem Vater, wegen dar getälsch- ten Unterschritt aut dem Habermoser-Wech- 8l—“ Florin stand wWie gellhmt vor ihm. Etwas an- deres allerdings beunruhigte ihn vlel mehr. „Das— das welß jetzt Ebba?“ Und well Gregor nicht sofort antwortete:„Das— von der Unter- schritt? Er hat also den Wechsel nicht ver⸗- nichtet?“ Seine Lippen zuckten vor Erreguns⸗ „Nein, Florin, Ebba well aber noch nicht dar, um, Erst muß ieh die ganze Wahrheit kennen. Da schaute Florin Gregor an, als habe er ihm einen schmalen Auswes gezeigt aus der, Not. die ihn würgte,„Sie glauben mir ulcht? Wollen Sie mir nicht helten, Gregor—!“ bat er ein- dringlich. ——— TBH. Biller errang sich in der Zeit von 17.13,2 den Titel. Die Ergebnisse: 4 Weibliche Jugend: 1. Neureiter FTEH) 3341.6, 2. Ruhland(TS83 Dossenheim) 3:46, 3. Bühner (FTHI) 3:46,6. Frauen: 1. Traschütz, D.(FTIHI) 3:52,5, 2. Tra- schütz, E.(FTIHI) 3:52,5, 83. Schwarz(FTIHI) 3:56,4. Mannschaftswertung: 1. FT Heidelberg, 2. Astoria Walldort. 3000 m, A-Jugend: 1. Büchler(TS0G Dossenheim) 10:06, 3. Tischner(Rettigheim) 1:84. 3. Himmelsbach (Walldorf) 10:47,3. Mannschaftswertung: 1. 788 78, 2. T80 89 Dos- senheim. 3. Astoria Walldorf. 5000 m-Lauf: Mannschaftswertung: 1. 188 76. C-Jusend: 1. Reiß)(Rettigheim) 3:23,2. 2000 mn B-Jugend: 1. Ronellenfitsch(Rettigheim) 6132. 3000 im Junioren: 1. Vogt(TS0 76) 9:41,1. 3000 m oflen: Mannschaftswertung: 1. Astoria Walldort. 1000 m Alte Herren: 1. Strößner, E.(TSG 76) 8:41.6. 3000 m Alte Herren: 1. Conny HTV 40) 10:12. Gregor wurde nicht klug aus ihm. Verstellte er sich? Er hatte nicht den Eindruck,„Güäbe Gott, ich dürtte Ihnen helfen, Florin! Schon um Ebbas willenl Aber hier hilft nur noch die reine Wahrheit. Mit glauben allein ist es nicht ge- tan. „Ja“, gab Florin zu.„Aber s0o weit ich die Wahrheit kenne, ist sie auch Ihnen bekannt. Ich war ein Narrl Mich hat der Teufel geritten! Aber das, was Sie mir zutrauen, nein—.“ FEr schluckte, drehte sein Gesicht halb ab und starrte zu Boden,„neinl! Und daſ das sogar Ebba glauben kann— l“ Konnte sich ein Mensch derart verstellen? „Am Nachmittag also, Florin—“ sagte Gregor endlich und ließ ihn stehen. FUr wußte nicht, Was er ihm im Augenblick noch hätte sagen sollen. Tante Anna war an diesem Tage selbst zum Einleaufen oben in Hochreith gewesen. Das war 60 ziemlich der einzige kleine Ausflug, den sie tzich einmal in der Woche gönnte., Dann gab es meist auch einen kleinen Schwatz im Lehrer- haus, aus dem sich seinerzeit der Kerstl als schmucker Jäger die schöne Lehrers-Gret als Frau geholt hatte, die er Ubrigens nur belkom- men hatte, weil sich Heinrich Prugger zuletzt müchtig tür ihn eingesetzt hatte, Manche hatten gemunkelt, der hab“ es nicht nur aus Freund-⸗ sehatt getan; seine Schwester, die Anna, habe galber den Kerstl-Xaver gern gesehen, drum sei mr Bruder froh gewesen, daßß der sich die Leh- rorstochter in den Kopf gesetzt hatte. Mochte immmerhin etwas wahr gewesen seln am Gerede der Leute, s0 hatte ſedentfalls die PFrugger-Anna, die beste Fraundin der Gret, demm Kerstl nie etwas nachgetragen. Die Er⸗ ziehung der Zens hatte sie ihm abgenommen, alss die Gret noch in ſungen Jahren von einor schweren Lungenentzündung nicht mehr auk⸗ festanden war, und auch um den Kerstl selber War sie immer treundschaftlich besorgt ge⸗ blleben. 8o hatte sle auch heute beim Bader-Wastl in Hochreith vorgesprochen, aut den ringsum alle schworen, die Wehdam in den Beinen hat⸗ ten, und hatte dem Kerstl eine Salbe besorgt, die ihm schon ktröher ott gute Dienste geleistet Konditlon für die 2. Halbzeit. So mußten sie auch nach dem Wechsel die größere Schnelligkeit und das bessere Können des BCH anerkennen und mit 57:31 geschlagen das Spielfeld verlassen. Im zweiten Kampt traf der BCH auf die stabile Mannschaft des B0 Karlsruhe. Die BCtfler hatten sich vorgenommen, sich in diesem Spiel für die empflindliche Niederlage in der Vorrunde zu re- Vanchieren. Dies gelang ihnen auch ausgezeichnet. Gleich von Anfang an übernahm der RCH die Führung. Immer wieder wurden die von hinten Systematisch aufgebauten Kombinationen mit Er- kolg gekrönt. Der Bok verlegte sich dagegen autf Weltschüsse und hatte damit wenis Glück. Halb⸗ zeltstand 31:16. in der zweiten Halbzeit wurde der BCK unsſcher und zerfahren. Diese Gelegenheit nutzte der BCH aus und fertigte die Karlsruher mit 56:81 ab. Frauen: BCH- HY 46.11. Am Montagabend wird nun der Stürkke getzen eine ausländische Mannschaft zu be- Weisen haben. Bei dem auslündischen Team han- delt es sich um eine Mormonen-Mannschaft aus Salt-Lake-City, USA, die zur Zeit in Karlsruhe Wellt, Die amerikanischen Missionare haben be⸗ reits am Samstag gegen eine lettische Mannschaft gespielt und diese mit 37:27 beslegt Am Dienstagabend findet in der Marstallhalle Wleder ein interessanter Lokalkampt um die ba⸗ dische Meisterschaft statt. Männer und Frauen der 780 treflen auf den HIV. Bei den Männern ist der HTV Favorit. während bei den Frauen die T80 als Sieger hervorgenhen kann. beꝛwenq SCN den Klub 12: 5 raste Kücherer und Wiüd im Sturm hervor, in der Hintermannschaft war Fleis am besten. Neuenheim drüngte leicht und Baumgürtner nutzte eine Chance und brachte durch Sprungtritt seinen Verein 3:0 in Führung. Weitere Neuenheimer An- gritte wurden gestoppt. Dann kam der Klub auf und Kücherer spritzte in einen Zupaß der Hinter- mannschaft des SeN hinein und scorte unter den Stangen. Koch erhöhte zum 315. Dabel blieb es bis zum Pausenpfift, obgleich der SeN noch Chancen hatte. Einmal waren Fleiß und Barth die Retter, dann vergaben die Neuenheimer durch Vorwurf eine Erfolgsmöglichkeit. Gleich nach dem Wechsel ging der Sc durch Dropkil von Baumgärtner mit 6:5 in Führung. Leb- haftes Spiel auf beiden Seiten verlangte immer wieder den Einsatz aller Spieler. Der Sportelub besaß das stürkere Gedrünge und dadurch ein Plus in seinen Angriffen. Was Batz auch versuchte, ob er schematisch nach außen paßte oder mit Scheren den Gegner überlisten wollte, immer war ein Klub- ler da, der hielt. Der HRK bedrüngte dann in ver- Einzelten Vorstößen das Mal der Neuenheimer. Diese kamen aber gegen Ende wieder auf und aber- mals war Baumgärtner mit einem Sprungtritt er- folgreich. Erst gegen Ende brachte ein feines Zu- sammenspiel der Hintermannschaft des ScN durch Baumgüritner den einzigen Versuch des Meisters. Batz wollte dann mit geführlichen Angriffen auf der kurzen Seite zu Weiteren Erfolgen kommen, aber auch er wurde gefaßt. Als Schiedsrichter Of⸗ fenbach das Splel, dem er ein sicherer Leiter war, abpfift, waren mit die schönsten und spannendsten 60 Minuten der diesjährigen Saison abgerollt. Beide Verdienten sich ob ihrer Fairneh ein onderlob. SCN II.— HRK II. 18:0. BCH seine RGH siegte nach spannendem Kampf über den HTV 46 mit 9:3 Ko. Zu Anfang waren die Handlungen beider Teams recht hastig, so daßb zunächst keine be- sonderen Leistungen geboten wurden. Allmählich kand sich jedoch die Gesellschaft. Bereits in der 13. Minute durchwanderte der Ball die Dreſviertel- reihe und Flaig lief, von Dieter gut bedient, an der rechten Ecke ein. Die Erhöhung mißlang. Nun zelgten auch die Turner, daß ihre Mannschaft stärker geworden war. Allerdings wurde in der Hintermannschaft mit den von dem recht guten hatte. Zu einem Besuch im Lehrerhaus war sle dieses Mal jedoch nicht gelcommen, denn als sie beim Oberwirt Fleisch für die nächsten Tage einlcaufte, hatte ihr der Wirt etwas erzählt, was sle sehr beunruhigte und zu schleuniger Um- kehr drüngte. Als sie wieder daheim war, aing sie gar nicht erst ins Herrenhaus, sondern suchte gleich den Kerstl auf. Erhitzt und ein wenig tußmüde salb sie ihm nun am Tisch gegenüber und holte die Salbe aus dem Einkaufskearb hervor.„Drei- mal am Tag sollst du damit das Knie einreiben. Und ein bigl! Ruh sollst du halt auch geben, ein paar Tag, sagt der Bader-Wastl.“ Aber davon wollte er nichts hören.„Mit dem Ruhgeben, da hat er leicht reden, der Ba- derl Mir liegt's amal net, das Ruhgeben, und Was saget schon der junge Herr—!“ Die Zenz, die in der kleinen Küche nebenan hantierte, trat unter die ottene Tür.„Der wür der letzte, Vater, der dir darum einen Vorwurt machte.“ Der Meinung war die Tante Anna auch. Und jetzt mußte sie auch von dem reden, Was sle oben gehört hatte. Es war nicht ihre Art, auf- Heregt mit der Tür ins Haus zu fallen.„Nun wer⸗ den sle wohl schon oben sein auf dem Rauheck.“ Darüber mußte der Kerstl lachen.„No, no, kliegen kann er ja net! Wo sie doch erst fort sind, vor vlelleicht einer Stunck“!“ Das verstand sile nicht, aber nun erfuhr sie, daß) er unerwartet Besuch von seiner Braut bekommen habe und dadurch aufgehalten Worden sel.„Und er ist trot⸗dem aufgestlegen, Uund sie ist schon wieder fort?“ Das gab ihr 2u denlten und steilgerte noch ihre Unruhe,„Wir hütten ihn viellelcht doch nicht mit dem Köhler- Toni gehen lassen solln.“ Der Kerstl Urgerte sich. Vorhin schon die Zens, und jetzt Früu'n Annal Das schlimme aber War: hm wollte es selber nicht recht be⸗ haten.„Er ist zuverlässig, der Tont, und er kennt Weg und Steg da droben“, beruhigte er sies und sich zugleich. „Ich hab' früher auch nichts auft inn kommen lassen, aber in der letzten Leit getüllt er mir nlcht mehr“ öRRRR Montag, 20. März 1960/ Nr. 76/ Selte 8 Willie Pep blieb Weltmeister Willie Pep, der Boxweltmeister im Federge· Wicht, vertéeldigte am Freitagabend im New Vor- ker Square Garden vor 15 000 Zuschauern seinen Iitel gegen den Europameister Ray Famechon (Frankreich) durch einen nach 16 Runden ein- stimimnig anerkannten Punktsteg erfolgreich. Das Treflen erreichte selten das Niveau eines Weltmeisterschaftskampfes. Titelhalter Pep be- herrschte seinen Gegner während der ersten zehn Runden allein mit seiner geraden Linken. Hockey Vik Mannheim— HTV 1846 2:0 Wer glaubte den HTV als Steger aus diesem Tref- ken zu sehen, täuschte sich. Vĩ verwandelte in der 20, und 31. Minute der ersten Halbzeit zwel Straf- ecken und stellte damit auch das Endergebnis des Spleles her. Vom Bully wes wurde der HTV in die Verteidigung gedrängt und konnte sich erst nach zehn Minuten von der Umklammerung betreien. VtR spielte während dieser Zeit weitmaschig und der talentlerte junge Rechtsauflen brachte mit sei- nen rasanten Flügelläuten und Maßflanken heikle Situationen vor das HTV-Tor. Keller als Mittel- läuter dirigterte und warf seinen Sturm immer wie- der vor das Tor der Mannheimer. VfR-Torwart Reichert darf von Glück sagen, daß der Halblinke Fidelak frei vor dem Tor stehend eine todsichere Chance vergibt. Ein schneller Durchbruch des VfR stoppte die HTIV-Verteidigung Moser-Genannt gut ab, doch eine Drehung im Schußlkreis brachte dem Vik die erste Stratecke und damit das erste Tor ein, Doch gleich vom Anspiel weg sleht man die HTV-Fünferreihe vor dem gegnerischen Tor, wie- derum wird eine sichere Torchance vergeben. Der HTV drüngt nun seinen Gegner in dessen Spiel- hülfte zurück. Jedoch das engmaschige Stürmer- splel vergibt innerhalb von fünf Minuten drei kklare Tore. Eine lange Eeke verschießt Keller freistehend Knapp neben das Tor. G. Sommers sehr gut ge- schosgene Flanke nimmt qehle auf und verschießt dieselbe freistehend vor dem Tor und gleich darauf jagt der Halbrechte Selzer einen Bombenschuß auf das VftR-Tor, Reichert kann halten, der Nachschuß Wird durch ein zu langsames Starten vergeben, Der Vik ermutigt, setzt alles auf eine Karte und er- ringt auch vier Minuten vor Halbzeit die zweite Stratecke und damit das zweite Tor. Hier übersah der Schiedsrichter zwar klaren Stockfehler und Schneiden des Balles. Das überhastete und ens- maschige Stürmerspiel, die sehr harte Abwehr der Mannheimer und Schußpech lassen einen Ausgleich, ja sogar den Sieg der jungen Heidelberger Elf nicht zu. Noch je zweimal vergeben Fidelak und Jehle, jedesmal frei vor dem Tor stehend, vier todsichere Sachen für den HTV. Damen TSG 76— Vik Mannheim 0:3 Vtk Mannheim stellt immer noch die beste Damen-Mannschaft Badens. Ihr Sieg stand nie in Frage, ihr Spiel ist reifer und die Mannschatt in allen Teilen gut besetzt. Die 78erinnen gaben sich zwar alle Mühe, das Spiel oflen zu halten, mußten über doch letzten Endes die Ueberlegenheit des VütR anerkennen. Sehr gut schlus sich bei Heidel- berg Frau Rhord im Tor, neben ihr geflelen Frau Veberle als Mittelläuferin, sowie Frl. Bauer als Rechtsaußen. 8 AäitttstststikittsitumnmszetkkkikititttinniumttttssssssssisssttttstssstismnnnnnntttunniipfI sIItikzittzzssssssssssssnsuuntus Halb zurückgebrachten Büllen wenig Produktives ungelangen, so daß der HTV außer einigen Straf- trittchancen das Mal der Ruderer nicht gefähr⸗ dete. Ueberle brach dann verschiedentlich schö durch, da die Verteldigung der Turner aber autk der Hut War, vermochte die RGH nur durch einen Sprungtritt von Schölch zu Punkten zu kommen. Nach dem Wechsel war zunächst die Gesellschaft im Angriff. Ueberle täuschte etliche Male sehr schön, seinée Mitspieler blieben jedoch in dem Verteidigungsnetz des HTV hüngen. Im Gegenzug startete der HTV einen der wenigen sauber durch- geführten Dreiviertelangrifte und ein feines Zu- sammenspliel Dubac-Dosch ergab den Ehrenver- such. Weiltere Angrifte konnten leicht gestoppt werden, da die Turner schlecht gestaffelt waren. Auſler einem von Balzer kurz nach dem Wechsel verwandelten Straftritt errang auch die gegen Splelende unentwegt anstürmende RGH nichts Zühlbares mehr, obgleich durch das raffinierte Splel von Schölch Möglichkeiten gegeben waren. RGH II— HTV II 12:0. „Mir gar nicht“, meinte die Zenz besorgt, aber die andern achteten nicht auf sie. „Und seinetwegen hab' ich mich so beeilt von Hochreith herunter! Weil mir der Wirt was Merkwürdiges erzählt hat, was mir nicht aus dem Kopt will.“ „Uber den Toni?“ „Ja, üÜber den Toni, Gestern abend war er noch lang beim Oberwirt und hat getrunken. Gar nicht sehr viel, aber wahrscheinlich ist er schon vorher nicht mehr nüchtern gewesen. So hat er rasch zu viel gehabt, der Toni, sagt der Wirt. Und dann soll er zu den Bauern, die inn ein bisl zum Narren gehalten haben, 80 merkwürdig geredet haben in seinem Rausch, grad als wenn ausgerechnet er mehr wüßßt“ von dem Unglüche droben auf dem Rauheck, so daſß der Wirt, sagte er, stutzig geworden ist. Richtig unheimlich war ihm der Toni.“ „Genau das hat die Zenz vorhin auch g'sagt.“ „Mir hat's den ganzen Weg herunter keine Ruh' mehr gelassen. Und ich hab“ Überlegt, und es ist mir nicht klar geworden ‚Wwar eigentlich der Tont bei dir, Kerstl, und bei Herrn Abrecht, wWie du damals in der Nacht aufgestlegen bist?“ „Damals in der Nacht? Der Toni?“ Jetzt war der Kerstl auch bedenklich geworden. Er Uber- legte, stellte sich alle vor, die mit ihm ausge- zogen Waren, nach dem Herrn zu suchen. Nein, Wahrhaftig, er würde sich jetzt gewiß erinnern. „Der Toni, Teixel, nein, der war nicht dabei Kwesen— 1“ Es litt inn nicht mehr auf der Bank, trotz des bösen Knies,„Schön habn 8“7 mich jetat erschreckt, Fräu'n Anna!“ Ratlos schaute er sle an.„Seltsam is's schon! Wenn leh zurückdenk“, er hat erst seit der Zeit 8 Saufen ang'tangen. Früher war er doch net 80 liecterlich.— Hast ghört, Zenz, was die Fräu'n Anna ertahrn hat vom Tont?“ Aber die Tür zur Küche war geschlossen und die Zenz kam aut's Rufen nicht,„Ja, Wo is sle denn?“ brummte der Vater gereist. „Sle war doch grad noch da“, Wwunderte sich dle Tante Anna. Er hinkete zur Küchentür und öftnete.„Zenz—!“ kam er zurück. Er verstand das nicht. Was hat sle denn nur? 80 voller Unruh“ lst szie. Und lachen hab“ ich sie heut“ Überhaupt noch not ghört.“ Portsetsung kolgt) Sette 6/ Nr. 78/ Montag, 20. März 1950 „Schutz gegen Währungskatastrophen“ Die Forderungen des Komitees zur gesetzlichen Sicherung der Deutschen Mark Ueber das gegenwürtig im Gebiet der Bundes- republik laufende Begehren zur Sicherung der Deutschen Mark sprach Otto Lautenb à e h am Freitag im„Schwarzen Schift“. Selt Jahrzehnten führe eine verfehlte Wäh- rungspolitik unser Volk auf einen Leidensweg mit schweren sozialen und politischen Folgen. Deshalb hat sich das„Ueberparteiliche Komitee zur gesetzlichen Sicherung der Deutschen Marle“ gebildet, das 2. Zt. in allen Grten Westdeutsch- lands eine Unterschrittensammlung durchführt, um mit gebührendem Nachdruck auf die Ge- Staltung des jetazt in Vorbereitung betfindlichen Bundesbankgesetzes hinzuwirken. Schon werde, wie der Redner sagte, dieses entscheidende Gesetz wieder unter Ausschluſs der Oeflentlichkeit beraten, und in Bonn be⸗ schättige sich Regierung und Bundesrat mit zweltrangigen Fragen. Wohnungsbau, Arbeits- losigkeit, Lastenausgleich, Außenhandel, ge- sunde Wirtschaft, saubere Politill, beruflicher Erfolg für jeden Tüchtigen und viele andere Frobleme seien nur lösbar, wenn vorher auf dem fundamental wichtigen Gebiet der Wäh⸗ rung Ordnung geschaffen werde. Regierung und Bank deutscher Länder hätten zwar Verleündet, daſl sie einen festen Kurs awischen Inflatlon und Deflation steuern wollen, hesäßen aber kei- neswegs die Mittel, um dies sicherzustellen. Das Komitee zur gesetzlichen Sicherung der Deutschen Mark erhebt daher die Forderung, dem zukünftigen Bundesbankgesetz unzweideu. tig formulierte und wissenschaftlich fundierte Bestimmungen einzufügen, die einen stabilen Durchschnittspreisstand auf die Dauer sichern, Inflatioi und Deflation ausschalten, Vollbe- triebswirtschaft garantieren und einen steigen- den Wohlstand herbeiführen. Die hierzu not- wendigen technischen Vorkehrungen bilden ebenfalls den Gegenstand des Begehrens zur Sicherung der Deutschen Mark. Das Komitee wird sich demnächst mit einem Autrut an die breitere Oeffentlichkeit wenden. Frühlingsfest Iim„Schwarzen Schift“ „Brücken zu schlagen zwischen Alt- und Neu⸗ bürgern“ war das Motto des Frühlingsfestes der IDAD. Ortsgruppe Neuenheim, im„Schwarzen Schift“, zu dem Bürgermeister Amann und Mr. Gabrich, ein Deutschamerikaner, als EFhrengüste geladen waren. Mr. Gabrich aus Milwaultee, der im Auftras amerikanischer Hiltsorganisationen Deutsenland(auch die Ostzone) bereist, um die wahren Verhältnisse in Deutschland kennen à2u lernen, versicherte die Flüchtlinse der besonderen Hilfsbereitschaft der Deutschen in den USA. Er war tiet beeindruekt von der Not der Deutschen in der Ostzone und in den Flüchtlingslagern und er⸗ Klärte, daß gerade den Flüchtlingen und der Ju- gend geholfen werden müsse. Helmut Conradt, Sänger und Conferencler, hatte für das Programm des Abends einen bunten Blumenstrauß mitgebracht, den er in eigenen Rei- men pikant servierte, Den Reigen eröffnete die charmante„Tulpe“(Lisa Ganschow, Stüdtische Bühnen) mit zwei Solotänzen, ihr folgte die „Rose“(Lotte Conradi), die die Herzen mit dem Lied aus Clivia„Ich bin verliebt“ und dem„Blu- menstrauß aus Nizza“ bezauberte. Sidi H ar a, der Star auf dem Eise(die„Eisblume“) glänzte dann in einem Rollschuhtanz und das Ehepaar Gron- bach zeigte den im Tanzen noch etwas Un- erfahrenen, wie man Rumba und Samba tanzt. Salgari, der den Heidelbergern von seiner Illu- sionsschau her bekannt ist, verblüffte als Zau- berer und die Glockenblumen, gemeint waren da- mit die Männer des Orchestervereins Handschuhs- heim CLeitung Herr Stammer) spielten un- ermüdlich bis um Drei zum Tanz auf. Herr Loeffel, der Organisator des Festes, hatte sich als Clou des Abends die Wahl der Blu- menkönigin ausgedacht. Seine Idee, durch kul- turelle und gesellige Veranstaltungen Alt- und Neubürger einander nüher zu bringen, war kfürs erste in einem gut gelungenen Abend verwirklicht Worden. Nicht nur die Lust am Felern, sondern das Bedürfnis, Brücken zu schlagen, habe Alt- und Neubürger zu dem gemeinsamen Frühlingsfest zu- zsammengetührt. 8o stellte er mit Befriedigung fest. Verbilligung durch Urlaubskarten. Die Urlaubs⸗ karten der Deutschen Bundesbahn werden unver⸗ ündert weiterhin ausgegeben. Die Ermülligung betrügt bei einer Entfernuns bis zu 200 Km 10 Prozent und erhöht sich bei steigender Entfernung auk StwũW]a 16 Prozent bel 400 kem, 20 Prozent bel 600 lem, 20 Prozent bei 600 km und 30 Prozent bel 1000 em. Die Karten gelten zwel Monate und werden auch Uber Umwege ausgegeben, wobel die Hinfahrt die Rückfahrt viermal unterbrochen wer⸗ den. Wetterberioht Vorhersage des Amtes für Wetterditenst, Karlaruhe, bis Dienstag frün: Helter bis wolkeig, Erwürmung bis zu 16 Grad, mäßige Winde um West. Nachts Vieltach heiter, Abkkünlung aut nahezu Null Grad, Informatlonen Stkdtische Bünnen. 19,30, Gastspiel mit Lulse Ulll⸗ rich:„Ein Mann wird geésucht“, Amertkahaus. 20.00 Uhr, kransös. Professor Bernard Manctet:„Commentatre oimétieréè marin de Paul Valéry. Kingo-Frogramm., Schloll: Vagabunden der Liebe. Kammer: Schnecwꝛittchen und die sieben Zwerge. Sonntag, 10.30 Uhr: Sport ist Trumpt. Gloriat Vaßa⸗ bunden der Liehe. Odeont Dret Münner aus Texas. Kpollo: Abenteuer im Wilden Westen. Kurbel und Kamoera: Llebe im Pulverschnee, Rachlenst Katha⸗ rina die Grohe. Apatheken-Nachtdtenst haben Adler-Apothelte, Artickcenstr. J, Teleton 4001, und Bunsen-Apbothelte, Rohrbacher Sirahhe, Vortrag von du DIESTADTSEITIE Ein prachtvoller blauer Frühlingshimmel stand üͤber Heidelberg als ver- heiflungsvoller Auftakt zum Sommertagszug des Jahres 1950, dem füntf- ten nach Kriegsende. Ein rundes Jubiläum also in zweifacher Hinsicht, we⸗ nigstens was die Jahres- zahl betrifft. Der Chronist, der über Ueses schönste Heidel- berger Frühlingsfest zu berichten hat, kramt zwangsläufig in Erinne- rungen, um Vergleiche anzustellen: War die Be- teiligung diesmal g5- Ber als in anderen Jah- ren? Haben die Heidel- berger Buben und Mä- del freudiger und heller gesungen als früher? Sind die bunten Stecken und die Butzen mit ihrem Drum und Dran reichhaltiger als vorher? Vor 25 Jahren lag am Sonntag Lätare noch viel Schriee auf den Höhen Heidelbergs, aber da- mals, im Jahre 1925, sah man nach langen Not- jahren erstmals wieder ein ausgeblasenes Ei an den meisten Stecken. Im Jahre 1932 schlug das „Tageblatt“ vor, den Heidelberger Sommer- tagszug im Rundfunk ⁊u übertragen— und ge- stern mittag konnte man in einer hübschen Sen- dung aus Stuttgart allerlei über diesen alten Brauch hören und auch die hellen Stimmen un- serer Heidelberger Buben und Mädel klangen durch den Ather. Und wir erinnern uns des strahlenden Frühlingstages des Jahres 1946, als kaum ein Ei den Stecken krönte, dafür aber in unser dunkles Dasein erstmals wieder Freude, Hoffnung und Zuversicht einzog. Das ist der Sinn des Sonntag Lätare— freue Dich Deiner jungen Jahrel 5000 Kinder und Erwachsene mögen es ge⸗ wesen sein, die sich gestern zwischen mehr als einem Dutzend Butzenpaaren pünktlich um 11 Uhr vom Karlsplatz in Bewegung setzten. Voran ein rüstiger Sechzigjähriger, der Malermeister Gebhardt, der Oberbürgermeister, Stadträte, der Verkehrsdirektor, und dann trug der noch etwas herbe Märzwird den hellen Gesang durch die Straßen Heidelbergs, die wieder eingesäumt Waären von vielen tausend Zuschauern. „Schtrih— Schtrah— Schtroh Der Summerdag ist do—-——“ 20 Minuten lang— registrierte der Chronist z20ꝶ6 der Zug an ihm vorüber, Jund es schlug ge- Dr. Wolfgang Hauhhmann, der Landesvor- itzende der Freien Demokratischen Partei in Würt⸗ temberg- Baden und Fraktionsvorsitzender im Landtag, gab am Samstagabend seinen Heldelber- ger Parteifreunden im„Fuchsbau“ einen ausführ- lichen Uberblick über die polltische Situation, wie sle sich in den Uberlegungen und Entschlüssen der FDP widerspiegelt. Dr. Hauflmann bemühte sich, nüchtern und lel⸗ denschattslos den Rahmen abazustechken, in dem eine deutsche politische Aktivität möglien und dringend notwenditz lst. Er verwies darauf, daß dite Bundesrepublilk in Urmangelung eines Frledens- vertrags an die Rechtsgrundlage des Besatzungs- statuts gebunden sel. Das bedute, sich bewullt zu sein, daß eine wirklich bedeutsame Aullenpolitile nicht möglich sei. Dr. Haußlmann erinnerte bei der Unterszuchung dteses ditflzilen Fragenkomplexes an ein Wort Mecloys, Der amerikanische Hohe Kom- missar hatte nach der Rückckehr seiner vorletzten Washington-Relse gemelnt, daß die Deutschen vor alle auſhenpolitischen EThrgelze zunächst einmal das intenstve Bemlihen um innere Belange setzen soll⸗ ten. Dr. Hauhmann unterstrich diesen Gedanken, indem er erklärte, dahh tatsächlich die Beantwor⸗ tung der sozialen Frage die Hauptaufgabe gein miülsse, Angesichts der Not von Millionen Flücht⸗ Ungen, Körperbeschädigten, Kinterbllebenen, Wäh⸗ rade die zwölfte Mittagstunde, als das erste Butzenpaar das Ende der Friedrich-Ebert-An- lage erreicht hatte. Inzwischen hatte sich der Himmel mit dunk- len Wolken bezogen und der Neckartal-Ozon wurde etwas unfreundlicher. Stiller Protest des Winters, daß ihm doch noch nicht so leicht die „Aage“ auszublasen sind? Das konnte aber der Stimmung keinen Abbruch tun, zumal bald nach Mittag der Sommertag doch die Oberhand über den Sonntag Lätare behielt. Besonders schön schienen dieses Jahr die Win- ter- und Sommerbutzen geraten. Mitten im Zuge marschierte sogar zwischen dem großßen Winter und dem Sommer ein kleiner Winterbutzen,„des Sommers und Winters Butzenkind“, wie ein Zu- schauer meinte. Die ersten Brezel waren schon angelenabbert, als sich der Zug seinem Ziel näherte, Die ersten Auch in Rohrbach war alles auf den Beinen— Die kleinen Sammler wußlten slch zu helfen Butzenpaare muſiten Schnaufpausen einlegen, wodurch der Zug manchmal etwas auseinander- gerissen wurde und viele der kleinen Stimmchen hatten sich müde gesungen. Vielleicht könnten Kkünftig Heidelberger Schul- klassen zwischen den einzelnen Teilen des Som- Lösung der sozialen Fragen- politisdhe Hauplauigabe FDP-Landesvorsitzender sprach in Heidelberg runssseschüdigten usw. Wüchsen dem RBund, den Ländern und den Gemeinden Aufgaben zu, die nur dann gelöst werden könnten, wenn sich alle Deut⸗ schen in einer„treiwilligen, sich verständigenden Volkesgemeinschaft“ zusammenfänden. Innerhalb der verschiedenen politischen Krütfte- Aruppen ausgleichend zu wirken, sei das Bemühen der Freten Demokraten. An einzelnen Beispielen machte Dr. Haumann die Zusammenhünge z2wi⸗ schen Bund, Läündern und Gemelnden deutlien. Er erinnerte weiter daran, dat die viel keritisierte Koalitionsregierung in Württemberg-Baden aus der Forderung der ersten Nottage nach 1046 entstanden sel, als man sich darum bemühte, ein Zusammen⸗ Wirken aller politischen Gruppen zu erreichen. Zu dem UUntnaziflzierungsskandal sagte der FDP-Lan- desvorsitzende:„Wir wünschen als Anhünger des Rechtsstaates, dall die Klärung und Verurtellung rücksitchtslos durchgetührt wird.“ Zum Schluß seiner Austührungen ging Dr. Hauh⸗ mann aut die Fragen des Südweststaats und des Waählrechts ein. Beil dem Problem des Südwest⸗ staates ginge die FoP von der Uberlegung aus, ob es in einer Zeit, in der nach den Verelnigten Staa⸗ ten von Kuropa gestrebt würde und in der alles zu einer Vereinkachung der Verwaltung drünge, nicht sinnvoller sel, eind staatliche Vereinigung von Caneblatł Die Brezeln sind nun alle gegessen Der Sommertagszug 1950— die festliche Ouvertüre zum Heidelberger Frühling Eine vlelhundertköpflge Menge erfreute sich an dem bunten Gewoge in der Hauptstraßhe mertagszuges geschlossen den„Ton angeben“ und— um noch eine Anregung aus dem Publi- kum weiterzuleiten— wie wäre es, wenn die Herolde des Zuges, die Heidelberger Polizei- beamten, auch einen hübschen bunten Stecken in die Hand gedrückt bekämen? 11 der schön- sten Butzen wurden mit Geldprämien ausge- zeichnet. Ganz Heidelberg wimmelte noch am frühen Nachmittag von den bunten Sommertagsstecken — nur die Brezeln— die waren schon alle ge-. gessen. G. W. Sommertagszug in Rohrbach Auch in Rohrbach fand gestern der Sommertags- zug statt. Nahezu 2000 Kinder mögen es gewesen sein, die unter der strahlenden Frühlingssonne durch Kohrbachs Straflen zogen. Es War ein Festtag für Rohrbachs Jugend. Aber auch die ältèren Jahr- gänge haben daran teilgenommen, ganz nach alter Tradition, Vor dem Rohrbacher Zug eine schmissige Kapelle, die den Ton angab. Herrliche Butzen- paare Waren vertreten, selbst schöngeschmückcte Wagen fehlten nicht. Bei der PFrämiierung wurden folgende ausgezeichnet: 1. Preis Butzen-Winter: Athleten-Club, 1. Preis Butzen-Sommer: Vollkschor, 1. Preis für Wagen: Falkenjugend, 2. Preis Butzen- Sommer: Athleten-Club, 2. Preis Butzen-Winter: Volkschor, 2. Preis Wagen: Katholische Jugend. Johann Feigenbutz erhielt den 3. Preis für einen kleinen schöngeschmückten Wagen. „„ und in Handschuhsheim Auch„ſenseits des Neckars“ war Groß und Klein von Handschuhsheim auf den Beinen, um dem Sommertag zu huldigen. Die Handschuhs- heimer Landstraße war ein einziges buntes Ge“ Woge. Auch die Dossenheimer Landstraße, den Klausenpfad, die Grahamgasse und die Pfarrgasse säumten die Schaulustigen, um die bunte Farben- pracht und die begeistert singende Jugend an sich vorüberziehen zu lassenl StadHnOHZen Schülertreffen. Alle ehemaligen Schülerinnen det Landhausschule der Geburtsjahre 1693—94 werden daraut aufmerksam gzemacht, daß anläßlich der 50. Wiederkehr des ersten Schuljahres am Mittwoch, den 22. 3. 1950, nachm, 165 Uhr, im„Schwarzen Schitt“, Neuenheimer Landstraßbe 5, ein Klassen- treften stattfindet. LKW rollit in den Neckkar, Am Freitagnachmittag rollte der LKW eines Schrotthändlers von der Fünre in Schlierbach, als diese etwa 4 Meter vom Land ent- lernt War, rückwärts in den Neckar. Der Fahrer, der sich noch auf dem Fahrzeug befand, konnte zwar rechtzeitig abspringen, verletzte sich aber im linken Bein so schwer, daſßß er in die Chirurgische Klinile Uberführt werden mußte. Der Führbetrieb wurde vor⸗ Ubergzehend eingestellt, die Personenfahrt lediglich mit einem Motorboot autfrecht erhalten, Die Schitttahrt lst nichit behindert. Der Heidelberger Llederkrans 6. V. tellt mit, daß der mortzen veranstaltéete Volksliederabend nur tür Mitglieder und geladene Güste ist. Ein weiterer Abend zu einem späteren Zeitpunkt ist tür die Oettentlich⸗ Kkeit vorgesehen. Ihr 7/. Lebensfahr vollendet heute Frau Magdalena Heh, geb. Schüßler, Märzgasse 20. Wir gratulleren. Kulturfilime im PFllmelubh. Heute abend, 20 Uhr, im Häörsaal 13 der Neuen Untversttät zeigt der Flimelub Heldelberg drei französische Kulturtllime:„Henri Ma⸗ tisse““,„Vincent van Gogh“ und„Combourg, Visage de Plerre“, Württemberg- Baden als gemelnsame Lösung zu suchen als dle Aufspaltung in kleinere FEinheſten. Im Hinblicle auf die gewaltigen Sozlalaufgaben, die dem Bund, den Lündern und den Gemeinden gestellt seien, könne, 30 betonte Dr. Haullmann un⸗ ter lebhaftem Beifall seiner Zuhörer, ein zeit- und Heldtressender Verwaltungsapparat nicht mehr ver⸗ antwortet Werden. Die Gesamtsituation fordere e bleterisch Auſßlerste Sparsamkeit. Darum treéte die FDP auch entschieden für eine durchgreitende Ver- Waltungsretform ein. Zur Frase Verhältnis- oder Mehrheltswahlrecht melnte Ur. Haullmann unter besonderem Hinweis aut die gegenwärtige Lage in EUngland, dan die Be- antwortung sehr gründlieh Überlegt sein müsse. Valsch sei es nach selner Auffassung auf joden Fall, wenn man das Verhältnis zur Demokeratie von der Einatellung zum Wahlrecht abhängig ma⸗ chen Wollg, Tageblatt Urlaubskülrzungen und Sdilolh Rotenberg Dlie Jugend erwartet dle Entscheidung des Landtags Schloff Rotenberg. Die gesamte Jugend Nord- badens aller politischen, konfessionellen und frelen Richtungen verwahrt sich schärfstens ge- gen die geplante Urlaubskürzung für Jugend- liche unter 18 Jahren. Eine entsprechende Reso- lution faßte die Jugend-Hauptversammlung des Landesjugend-Ausschusses Baden in geschlosse- ner Einmütigkeit am Samstag auf Schloß Roten- berg bei Wiesloch. Die FDJ Baden hatte den Dringlichkeitsantrag mit der Falkenjugend und der Gewerkschaftsjugend vorgelegt und die Ver- sammlung beauftragte den LJA Baden, die Reso- lution dem Ministerprüsidenden, dem Landtag und den Fraktionen beschleunigt einzureichen. Diese Stimme der qugend wird bei der in den nüchsten Tagen vom Landtag zu behandelnden gesetzlichen Vorlage nicht überhört werden kön- nen. Die Blicke der durch die Kriegs- und Nach- kKriegsjahre schwer geschädigten schaffenden jun- gen Menschen richten sich in kritischer Beobach- tung auf die Haltung der Fraktionen in Stuttgart. Bei der Tagung kam zum Ausdruck, daß der Landtag auch bei der Behandlung des Falles Rotenberg dle Augen der Jugend des ganzen Landes auf sich gerichtet wissen darf. Stadt Eberbach Das Heidelberger„Studio im Zimmer“ in Eberbach Eberbach. Am 22. und 23. März, jeweils um 20 Uhr, spielt das Zimmerstheater Heidelberg (unter Leitung von Karl-Heinz Walter) im Speisesaal des Hotelrestaurants„Badischer Hof“ die Komödie„Die glücklichen Tage“ des Fran- 208en Claude A. Puget. Eintrittskarten zu 2.00 DM sind im Vorverkauf im„Badischen Hof“, im Kunstgewerbehaus Mack& Cie, und im Nek- Kartal-Reisebüro erhältlich. Weil diese Art Theater so neuartig ist, seien ihm einige einführende Worte gewidmet: Die vielbesprochene Theaterkrise ließ die Schauspieler nachdenken, wWie neue Wege zum Publikum erschlossen werden könnten. Da kamen junge Krätte zu dem originellen Entschluß, es einmal„ganz anders“ anzupacken, und ohne Glanz von Theèatersaal und Bühne, nur durch konzentriertes Spiel in einem Zimmer einen Kreis interessierter Zuschauer in den Bann des Theaters zu ziehen. Zeitungsbesprechungen aus den verschieden-n Großöistäüdten berichten begei- stert davon, wie durch diesen bewußten Ver⸗ zicht auf Kulissen- und Kostümprunk echtes, ursprüngliches Theaterspiel neu ersteht.— Nun ist es kfreudig zu begrüßen, daß auch zu uns nach Eberbach ein kleiner Kreis Heidelberger Schauspieler kommt und uns das erstemal den neuen, reizvollen Stil des intimen Zimmer- theaters erleben läßt. Wir wünschen dem mu- tigen Unternehmen das glelche begelsterte Echo, das s Schon vorher ani den verschleden- sten Plätzen unserer engeren und weiteren Hei- mat fand. Wir wünschen den jungen Spiel⸗ besessenen, vor allem auch alle diejenigen als Zuschauer, denen etwas„frischer Wind“ im Eberbacher Kulturleben am Herzen liegt. ek. Eberbach. Die nächste öffentliche Stadtrats- sitzung flndet am Dienstag, dem 21. März, 18.30 Uhr im Rathaussaal statt. Die Frau mit dem Beil ersdilagen Furchtbare Bluttat eines Geistesgestörten Tauberbischoksheim. Der 55jüährige penslo⸗ nlerte Steuerinspektor Ludwig Z2 oren und dessen Ehefrau Marianne wurden am Mittwoch Kurz nach 18 Uhr tot im Schlafzimmer ihrer Wohnung in Unterwittighausen aufgefunden. Die Folizei stellte fest, daſl Zorn seine Frau mit einem Beil erschlagen und sich selbst mit einem Messer Pulsadern und Hals durchge- schnitten hat. Frau Marianne Zorn schickte ihre 16jährige Tochter um 18.15 in eine Gastwirtschaft, um einen Krug Bier zu Holen. Nach ungefähr zehn Minuten kehrte die Tochter zurück und fand zu ihrem Erstaunen den Raum, in welchem sich die Familie vorher aufgehalten hatte, leer und die Tür zum Schlalzimmer verschlossen. Auf ihr Klopfen und Rufen erfolgte keine Ant- Wort, so dall die verüngstigte Tochter Nachbarn zur Hilte holte, Ein zufällig anwesender Poli- zeibeamter ließ dann die Tür gewaltsam öfknen. Auf dem Boden des Schläfimmeérs, in der Nähe der Tür, lagen die bereits leblosen Körper des Fhepaars, Man nimmt an, daß Zorn in einem Zustand von Geistesgestörtheit hendelte, nach- dem er sich bereits einige Wochen zur Beo- bachtung seines Geisteszustandes in der Würz- hurger Nervenklinile befunden hatte. Zorn Wurde einige Zeit vorher vorzeitig penstoniert. Wie die Folizei weiter mitteilt, muß die Tat Auherst schnell und lautlos geschehen sein, denn die im Erdgeschoß des Hauses wohnenden Personen hatten keinen Laut vernommen. Zu der furchtharen Tat wird uns ferner noch mitgeteilt: Es ist unmöglich, diese Biluttat an- ders zu sehen als die Ausgeburt eines krank⸗ haften Hirns, eines Wahnsinnigen. Zorn hatte berelts früher seine Fhefrau häuflg mit Beil Und Messer bedroht und kKonnte einmal nur durch die Gewalt dreler Kkräftiger Münner ab⸗ gehalten werden, In ständiger Angst vor einem drohenden Unhell schliefen Mutter und Toch- ter zeit Jahren bel verschlossenen Türen ge⸗ trennt vom Vater und verbrachten die Jahre unter schwerer seelischer Belastung. Umso un⸗ Verstündlcher ist es, daſßb der Mann trotz ein⸗ gohender Untersuchung und Beobachtung, trotz der häufigen Morddrohungen— er hatte dauernd Mesger und Beil in seinem Schlatzimmer,— Slch krei bewegen durtte und nlchit in eine Heil⸗ und Pflegeanstalt eingelletert Wurde, LAVDKREISHEIDELBERC UND UMCERLNU Die deutsche Konservenindustrie hat erheb- liche Sorgen. Das„Tischlein-deck-dich“ aus der Dose will unter dem Konkurrenzdruck im⸗ vortierter Frischgemüse und Südtrüchte nicht recht funktionleren. 60—90 Milllionen Dosen mit Gemüsen und Obst wurden im vergangenen Jahre von der westdeutschen Konservenlndu⸗ strie hergzestellt. Das sind, rein rechnerisch gesehen, nur zwel Dosen oder Glüser auf den Kopf der Bevölkerung. Aber die Kalkulation stimmt nloht. Seine Mazestät der Kunde, kaukt nicht s0 wie erwartet. Dieser Tatbestand wiest für viele Bauern, Ar- beiter, Angestellte, Händler und Unternehmer schwer, Auch bei uns, in Nordbaden, kreisen in Vlelen Stuben und Büros die Gedanken um dlese Absatzprobleme. Wir unterhielten uns mit Müän⸗ nern der Konservenfabrik Gebrüder Rudy in Meckesheim bel Heidelberg. Ihre Ueberlegun- Schatthausen. Vorige Woche fand im Saale „Zur Rose“ eine Bürgerversammlunt mit Forum statt. Bürgermeister Gomer wandte sich zu- nüchst dem Bauproblem zu. An Hand eines Ver- messungsplanes erörterte er das Siedlungs- projekt. Bevor an den Bau der Wohnhäuser ge- gangen werden könne, müsse erst der Bau einer Straße, Kanalisation und Wasserleitung garan- tiert sein. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 40 000 DM und müßten von den Bauinteressenten und Grundstückeseigentümern getragen werden. Von der Gemeindeverwaltung und den Baulusti- gen wird eine Umlegung der Bauplätze ange- strebt, um eine erhebliche Verringerung der Bau- kosten zu erzielen. Ein weiterer Punkt war die Maikäferbekämpfung, zu der der Kreis die Ge- räte stellt und die Gemeinde die Spritzkosten trägt. Weiter wurde noch die Sportplatzfrage und die Verbesserung der Feuerwehrausrüstung zur Sprache gebracht. Während der folgenden Diskussion stand der Bürgermeister Rede und Antwort azu allen Fragen. Rauenberg. Bei einer von Rektor Reißfelder einberufenen Elternversammlung wies Haupt- lehrer Ritzler auf die Wichtigkeit der Zusam- menarbeit zwischen Elternhaus und Schule hin, die zur Hebung des allgemeinen Bildungsstandes der Kinder mit beitragen müsse. Am Schluß der Versammlung wurde eindeutig für eine halb- jährige Verlängerung der, Schulzeit der jetzigen 8. Klasse abgestimmt. Mühlhausen. Die Gemeindeverwaltung hat bei einer Zuchtviehabsatzveranstaltung in Mosbach für den hiesigen Farren- und Bockstall einen erstklassigen Farren gekauft.— Die Brunnen- bohrarbeiten auf dem Friedhof und im alten Schulhaus sind abgeschlossen worden.— Die Brüningstraße hat in den letzten Wochen eine Pflasterung erhalten mit gleichzeitiger Anlage eines sogenannten Hamburger Gehweges.— Der hiesige Obstbauverein hielt im Gasthaus„Zur Reichspost“ eine Obstbauversammlung ab, bei der Berufsschullehrer Gärtner einen Vortrag Uber moderne Obsthaumpflege hielt.— Im Gast- haus„Zur Sonne“ fand eine Versammlung der Tabalebauern statt. Es wurde die Anbaufläche für das laufende Jahr-festgelegt. Rot. Die Schulverwaltung Rot hatte die Eltern der Schüler der ersten Schulklasse azu einer Aus- sprache eingeladen. Erfreulicherweise ist die Mehrzahl dem Rufe gefolgt und auch Bürger- meister Vetter ließß es sich nicht nehmen, die- ser Versammlung beizuwohnen, Den Eltern wur⸗ den von Lehrer Pemmer und Frl. Metzger die Vorteile einer neuen Lehrmethode klar- gemacht und dieselbe erläutert. In einer Gegen- Uberstellung der„Synthetischen Methode“ und der„Ganzheitsmethode“ erkannten die Eltern ganz klar die Vorteile der letzteren. Die Eltern wurden gebeten, für die Zukcunft bei Zweifels- ktragen über die schulische Fortentwicklung ihrer Kinder sich vertrauensvoll an deren Lehrer zu wenden. 84 Waldhilsbach. In der öffentlichen Sitzung am Vergangenen Fréeitag befaßte sich der Gemeinde- rat mit sechs Anträgen von Flüchtlingsfamilien auf Zuweisung von Bauplätzen für 3 Doppel- hüuser. Da dei Gemeinde Über geeignetes Bau- Wir gratulieren Galberg. Am heutigen Montag, dem 20. Mära, fetert Joh. qustus Arnold seinen 71. Geburtstag. Wir wünschen alles Gutel— Am 12. März hatten die Nachkommen von Stetan Müller ſhren Fa- millentag. Von 114 geladenen Nachkommen der Müller hatten sich 102 eingefunden. Münthausen. Frau Elisabetha Neidig feierte amn Mittwoch hren 71. Geburtstag. Nachträglich herzlichen Glückwunsch. gen, Meinungen und Feststellungen gelten sinn⸗ tzemüäß auch für Firmen wie Bassermann- Schwetzingen, Brenner-Karlsruhe, Konserven-Industrie Dossenheim, FTrey-Hockenheim, Helvetia-Groß-Gerau. Voß-Diedesheim, Schwäbische Kontervenfabrik Gundelsheim usw. Alle diese Firmen arbeiten eng mit nordbadi- gchen Höten zusammen. Ihre Nöte werden somit uutomatisch auch Nöte 2. B. der Bauern in den Landktreisen Heidelberg und Sinsheim. Von den 7-6000 Hektar nordbadischer Anbaufläche garan- tierte bisher die Konserven-Industrie den Bauern durch Anbauverträge Höchstabnahme und Preis tür die Erträge von 16—1600 Hektar. Gebrüder Rudy 2z. B. band sich an Bauern in Meckesheim, Mönchzell, Lobenfeld, Spechbach, Hschelbronn, Epfenbach, Neidenstein, Reichardts- hautzen, Helmstadt, Ehrstädt, Ardersbach,. Rohr- Machrichten aus der engeren Heimal gelände nicht verfügt, soll mit den in Betracht kommenden anderen Grundstückeseigentümern wegen eines Austausches von Baugelände mit Gemeindegrundstücken verhandelt werden. Der Gemeinderat genehmigté ferner den Mietver- trag für die Wohnung der Gemeindekranken- schwester und den Anltauf einer Schulgeige. Gegen den Anschluſß deés Wirtschaftsgebäudes in der Tongruhe der Deutschen Steinzeugwaren- fabrile Mannheim-Friedrichsfeld an das Wasser- leitungsnetz wurden keine Einwendungen er⸗ hoben. Die Beileitung der Weiherquelle in die Wasserversorgungsanlage wurde erneut erörtert. Wiesenbach. Die Sammlung für die Kriegs- gräberfürsorge ergab nahezu 230 DM. In eine Elternversammlung sprach Hauptlehrer Galle über die Schwierigkeiten, die Schulentlassenen in geeignete Lehrstellen unterzubringen. Man schlug deshalb eine vorübergehende halbjährige Verlängerung der Schulzeit vor, während viele Eltern die Beibehaltung der Herbstentlassung tür alle im Herbst eingetretenen Schüler for- derten. Neckarsteinach. In der letzten Gemeinderats- sitzung wurde dem Antrag des Aug. Wolfin- ger auf Zuweisung eines Platzes zur Erstellung einer Wellblechwohnbaracke stattgegeben. Auch der Antrag des Wilhelm Wiethopf auf Er- weiterung seines Wohnraumes durch Erstellung eines Anbaues an die Turnhalle wurde geneh- migt. Das der Gemeinde für 4500 DM zum Kauf angebotene Behelfsheim Saust wurde nicht auf- gekauft, da hierfür kein Interesse bestand. We⸗ gen der Uberlassung des gemeindeeigenen Ge- ländes an der Burgstraße beschloß der Gemeinde- rat auf Antrag des Bürgermeisters, die Aus- sprache hierüber im vertraulichen Teil der Ge- meindeèeratssitzung vorzunehmen. Der bisherige Brauch den über Achtzigjährigen an ihrem Ge- burtstag durch die Gemeinde zu gratulieren wird dahingehend erweitert, daß den Bedürf- titzentigen eine Zuwendung von 20 bis 25 DM gemacht werden soll. Hirschhorn. Ein bedauerlicher Unfall ereignete gich am Freitagmittag gegen 14 Uhr in einem Steilnbruch oberhalb Hirschhorns. Der Arbeiter P[Wili Rupp aus Pleutersbach, der mit Stein- brechen béeschäftigt war, verlor durch einen un- bedachten Schritt den Halt und stürzte 10 m in die Tiefe, Wwo er mit schweren Kopf- und Bein- verletzungen bewußtlos liegen blieb. Der Ver- unglückte wurde mit dem sofort herbeigerufenen Eberbacher Krankenwagen in die Chirurgische Klinik nach Heidelberg gebracht. WIl- Montag, 20. März 1950/ Nr. 78/ Seite 7 Konservenindustrie hat Absalz-Sorgen Weitgreifende Krise: Es geht nicht nur um die Konservenindustrie— Die Land wirtschaft ist mitgeführdet! bach(bel Sinsheim), und an 10 Hofgüter. Das hießt rund 300 Bauern waren sicher, daß ihnen die Meckesheimer Fabrik Gemüse abnahm. Bei einer Produktion von 1,3 Millionen /1 Nor- maldesen bedeutete das im Jahre 1949 finanziell: 740 000 Marké für die Landwirtschaft, 290 000 Mark tür die Doßzen- und Glasindustrie, 60 000 Mark für die Verpackungskabriken, 30 000 Mark für die Eti- ketten-Druckerelen, 46 000 Mark für allgemeine Betriebskosten und 120 000 Marle für Löhne und Gehälter. Für ein Gehötft von 60 Hektar, das 10 Hektar im Anbauvertrag hatte, ergaben sich fol- gende Zahlen(bezogen auf 1947½/48) für die Be- trlebsleistungen je Hektar: 97 Mark für Getreide, 20 Mark für Kartoffeln, 50 Mark für Zuckerrüben und 1546 Marlke für Feldgemüse. Bei zehn Hektar im Anbauvertrag für die Konservenindustrie waren also mehr als 15 000 Marke sicher. Diese Sicherheit ist bedroht. Wie man der dar- aus entspringenden Sorgen Herr werden soll, Weiſßß man noch nicht, Die Frage, ob eine neue Markt- ordnung oder ob Schutzzölle helfend einspringen müssen, ist noch nicht entschleden. In Bonn wird hettig beraten. Die Gefahr aber ist, daß eine rich- tungweisende Entscheidung zu spät kommt, denn der Bauer muß jezt wissen, Was er seinem Boden abgewinnen kann. Daßf die Preise für die Kon- serven sich in der Höhe nicht halten können. in der sie sich gegenwürtig bewegen, zeigt die Ab- satzstockung allzu deutlich. Die große Frage ist nur, wie das möglich gemacht werden kann. Ver- folgt man die Kalkulationen in den Fabriken, dann gleht man, dal von hier aus wenig zu machen ist. Weniger als den Selbstkostenpreis kann eine Firma nicht rechnen. Nur im Zusammenwirken aller Faktoren— mit Ausnahme der Löhne und Gehülter— kann eine Preissenkung erfolgen,. In der Theorie ist das alles klar. Wie es aber in der Praxis geschehen soll, ist nicht so einfach zu be- antworten. Da ist 2z. B. der Dosenpreis. 1939 be- trug er neun Pfennig. Heute bewegt er sich um 24 Pfennig. Diese 175prozentige Teuerung sei schwerlich abzubauen, meint man in den Direk-⸗ tionszimmern der Konserven-Industrie, weil sie eilne Folge der Stahlproduktionsbeschränkung(die entsprechende Industrie ist nicht voll ausgelastet und damit in ihrer Rentabilität nicht voll genützt) und des höheren Kohlenpreises ist. Oder: in Hol- land kostet der Doppelzentner Zucker um die 40 Mark, bei uns in Deutschland 104 Mark. Erfolg: ein Glas Aprikosen 2. B. schluckt schon für 18 Pfennig Zucker. So kommen überall die Pfennige zusammen, die am Schluß den Preis ausmachen, der sich einem glatten Absatz hemmend in den Wes stellt. Der Kunde sieht diese Sorgen nicht. Er ist zu- krieden, wenn jetzt zum Teil unter Preis verkauft wird. Aber für die Betroffenen bedeutet es Ver- lust und unter Umständen Aushöhlung der Be- triebskraft. Das wiederum heißt: Kapitulation vor der billigeren Konkurrenz. Also Schließung und Entlassungen. Das Gemüse aus Holland. Belgien, Frankreich, Italien aber müssen wir importieren. um industrielle Güter exportieren zu können. Wo immer also eine Untersuchung vorstößt, trittt sie aut einen Knäuel von inelnanderverfilzten Zu- sammenhängen. Der aber läßt sich nicht mit Re- zepten auflösen, die jeweils nur diesen oder jenen Wirtschaftsteil zufriedenstellen. Daß die Konserven-Industrie und die Bauern- vérbünde ihre Bedenken anmelden, ist nur natür⸗ lich. Sie kümpfen um ihre Existenz. Daß sie darsgv, bei nicht allein gelassen werden können, ist selbst- Verständlich. Wir wissen, wie schwer diese Sorgen auf vielen nordbadtschen Industrie- und Landwirtschaftsbe- trieben lasten. Wir wissen, daß Lösungen gesucht werden müssen, die einen alle Teile zufrieden- stellenden Kompromiß darstellen. Wir wissen aber auch, daß die bedrohten nordbadischen Belange nicht aus der westdeutschen Gesamtsituation her- auszulösen sind.„Ausfuhr: Wirtschaftsproblem Nr. 1“ schrieben wir über einen Artikel in un- serer Samstag /Sonntagausgabe, In ihm legten wir dar, wie sehr der exportierenden Wirtschaft eine Verantwortung von nationalem Ausmall azufällt. Das Urlell Im Kahler Prozeß: 2 lahre und 6 Monale Eine der gröflten Betrugsaffären der Nachkriegszeit wurde tzesühnt Mosbach. Der Zuhörerraum des Gerichts war am Samstagmorgen bis auf den letzten Platz be- setzt, als das Urteil im Kahler-Prozeß verkündet wurde. Zur Beweisaufnahme waren acht Ver- handlungstage nötig, von denen der letzte Tag zum größten Teil für die Plädoyers zur Ver- kügung stand. Wegen kortgesetzten Betrugs und kfortgesetzten Vergehens des einfachen Bankerotts wurde der Angellagte Friedrich Kahler zu einer Ge- samtstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten Gefäng- nis verurteilt. Die Untersuchungshaft von 10 Mo- naten wird angerechnet. Der Haftbefehl bleibt Weilter aufrechterhalten, da der Verdacht besteht, daß sich der Angeklagte durch Flucht der Strafe zu entziehen versucht. Von einem Berufsverbot wurde abgesehen, da das Gericht dem Angeklag- ten die Chance geben möchte, nach Verbüßung seiner Haftstrafe zu beweisen, daß er auch auf anständige Weise seinen Lebensunterhalt ver⸗ Wiesloch. Die diesjührige Generalversammlung des ältesten Gesangvereins der Stadt Wiesloch fand im Süngerlokal Hotel„Zur Pfalz“ statt. Das gleich- zeitige Zusammentreflen verschledener Veranstal⸗ tungen wirkete sich auf den Besuch ungünstig aus, 60 dahb der Wichtigkeit und Bedeutung einer Jahres- Uberschau nicht voll Rechnung getragen wurde. Dle seltherige Vereinstührung wurde wiedergewühlt, 60, dag als 1. Vorstand Karl Nähr, 2. Vorstand Wiühelm Sauer, Sprecher der Aktivität Ge⸗ meinderat Alois Rausch, als Schriftführer Chri- stlan Welsbrod, als Kassler Frich Hamm für ein weiteres Jahr in ihren Amtern bestätigt wur⸗ den.— Auch in den üÜbrigen internen Verelnsglie- derungen tanden keine Wesentlichen Veründerun⸗ ten statt und es dart im besonderen der harmo- nische, vor allem anregende Verlaut dleser General- Vertszammlung als Spiegelbild des abgelaufenen Ge- chüttaſahres angesehen werden. Für das laufende Geschäktsſfahr wurden dite Programmpunkte kest- Helegt, welche die Billlgung der Aktilvität und der unwesenden passiven Mͤitglieder fand. Balertal. Der, Fuflballvereln„S plelverelni⸗ Luns 1926 Batertal“ hielt dieser Tage im Aοοσ αο,uw orense%n Falkensaal seine Meistéerschaktsfeler ab. Nach den Begrüßlungsworten der Vorstandes Gustav Zim⸗ mermann vermittelte das Gründungsmitglied Wühelm Raab einen geschichtlichen Rückchlick über die Vereinsgeschichte. Auch Staflelleiter Köhnlein, Wiesloch, gab seiner Freude där- über Ausdrucke, daß es dem Verein nun endlieh vorgönnt ist, iIn die A-Klasse aufzusteigen. Die Mitbegründer des Vereins wurden durch Aushün⸗ digung von Ehrenurkunden und dle Spleler der ersten und zweiten Mannschaft durch Uberreichunt von Meisterschaftsnadeln besonders getelert. Mit der Veranstaltung war auch der Abschled des be- Wührten Mittelläuters und Spielführers Hans Hauck verbunden, der in den nüchsten Tagen Balertal verläßt und nach Amertka auswandert. Die Spieler Kurt Münch, Otto Stather und Wiltried Lampoert verschönten den Abend durch mre im Trio vorgetragenen Getgangselnlagen in ganz besonderer Welse. Dle Verlesung einer mit zün⸗ dendem Wita geladenen Blerzeltung, Welche von den Splelern Lamade, Zuber und flauce zusammengestellt War, löste unter den Anwenten⸗ den grohe Helterkeit aus, In bester Stimmuntz bllieb maän noch sehr lange belsammen. dienen kann. Zugunsten des Angeklagten wurde bei der Strafzumessung berücksichtigt, daß er nicht vorbestraft ist, d. h. daß die Strafliste seit 1945 keinen Eintrag aufweist.(Kahler ist Aus- gewiesener.) Friedrich Kahler hat zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Bruder Johann im Herbst 1948 einen staatsverbürgten Kredit in Höde von 165 000 DM und einen Zusatzkredit der Badischen Bank von 22 000 DM, für den die Staatsbürgschaft noch erreicht werden soll, er- halten. Der Kredit war ausschließglich für den Bau eines Edelgipswerkes bestimmt. Die beiden tührten jedoch einen nicht geringen Teil des Gel- des ihrem Baustoffwerk zu, kauften einen Last- krafktwagen mit Anhänger, betrieben einen Auf- wand, der nicht zu rechtfertigen war und kom- penslerten in einem unvorstellbaren Ausmaß. Um den Kredit zu erhalten, stellten sie falsche Bilan- zen auf, legten sich klingende Titel zu, verwen⸗ deten Empfehlungsschreiben, die sie für andere Zweclce erhalten hatten und legten eine unrich⸗ tige Rentabilitätsrechnung vor. Die Beantwortung des Fragebogens machte ihnen keine besonderen Schwierigkeiten, denn sie machten auch hier fast ausschliteßlich unwahre Angaben über ihre frü⸗ here Tätigkeit und über ihre damaligen Besitz- verhältnisse, Ein erdichtetes Guthaben von 450 000 sfr. ertüllte einen nicht zu unterschätzen⸗ den Nebenzweck. Die Reisekosten nach der Wüh⸗ rungsrekorm überstiegen mit 3259 DKM allein für Friedrich K. jedes Maß. Hinzu kamen 6500 DM für den PKW. Zusammen verschwendeten die beiden in 9 Monaten 53 77/5 DM, monatlich also rund 6000 DM. An Bestechungsgeldern will der Angeklagte 10 600 DM gezahlt haben. Er arbeitete hier mit Methoden, die bei uns in Deutschland Klückelicherwelse zu den Seltenheiten Hehören. Der Schaden, den das Land Württem⸗ berg-Baden erlitten hat, beträgt etwa 170 0% DM. Die Anmeldungssumme der Konkursgläubiger beziffert sich aut 266 000 DM. Mit diesem Proze) wurde ein Schlußstrich Unter eine der gröllten Betrugsattären der Nach⸗ kriegszelit gezogen. Die Straftaten haben damit re gerechte Sühne gefunden. Rk. Seite 8/ Nr. 78/ Montag, 20. März 1950 Jugendorganisationen Ausstellung „Civic Center“ Heidelbergs Bürgermeister Josef Aman n, Mr. W. „ tungen Heidelberger Flrmen. Die zwel Jahren fand die Ausstellung Jugend“ gend anzuregen. chronil lU„ ltemb. ieee Ache als tausehd schrifti eröftnet. Kreisjugendsekretär Willi Brenn begrüßte die Anwesenden, unter ihnen Neel und Stadtrat Ludwig Steinbrenner. Er dankte allen, die mitseholfen haben, die Ausstellung durch- zuführen, und würdigte die finanzielle Unterstüt⸗ zung der Stadtverwaltung und die zahlreichen Stif- ol Ausstellung wurde in fünt Sachgebiete(Malerei, Literatur, Mu- sile, Kunstgewerbe und Basteln) und in fünf Alters⸗ stufen(sechs bis 25 Jahre) eingeteilt. Bel der Fülle von Arbeiten hielt es die Prüfungskommission für angebracht, eine größere Anzahl Belobigungen aus- zusprechen. Es wurde beschlossen, die gestifteten Mittel den Schulen und Jugendorganisationen zu übergeben, damit diese den minderbemittelten Ju- gendlichen Material für ihre weitere schöpferische Arbeit zur Verfügung stellen können. Schon vor „Schöpferische gröllte Beachtung. Der Sinn und Zwecke von ihr soll sein, s0 betonte abschließend Jugend- sekretär Brenn, die schöpferischen Kräfte der Ju- IELUEE Bronchitis HIEEAEEAEEE Schöpierische Arbeiten der Iugend Am Samstagvormittag wurde die vom Kreis- Jugendausschuß unter Mitwirkung der Schulen und Veranstaltete „Sehöpferische Jugend“ zilehung immer schloß mit der werden werden ſait zwel Jahnzumere mit ether. ekümmft. Kräuterhalkiges Terprabten Wirhiſtoffen. Schleimlöfond, auswurffördernd. flac 15 der angooriſfenen béwebe. e. Medopharm⸗ Anerennͥfůupgen Zufriedenèér Krxte. IIIIIIAIIIAd zosialmittel mit ige Kräſtigung erk, IHlünchen Dr. Günter Schulz, Volkshochschule Heidelberg, sprach über das Thema: Erziehung zum Schöpferischen“. Das Verständnis im tfür das Material müsse geweckt, Selbstzucht geübt und die Triebe zur schöpferischen Gestaltung müß- ten getördert werden, Schon Goethe habe die hei- lende Kraft des Zeichners erkannt. Die Ehrfurcht vor der einzelnen Kinderseele müsse bei der Er- dem Kinde sein gestaltetes Werk heilig. Ein Ver- dienst Prof. Hartlaubs sei es, in seinem Buch Genius des Kindes“ als erster auf die Gestaltungs- kkraft des Kindes hingewiesen zu haben. Dr. Schulz ihrer schöpferischen Arbeit zu unterstützen. Schüler des Konservatoriums an der Heldelberger Hochschule für Musik und Theater umrahmten die Eröttnungsteierlichkeiten mit Konzertstücken von Bach und Händel. Erinnern wir uns der Ausstellung„Schöpferische Jugend“ vor zwei Jahren, 80 ist ihr gegenüber ein gewisser Fortschritt zu verspüren. Hatten damals die Vollesschulen nur auf einem kleinen Tisch mre Zeichnungen ausgelegt, so konnten sie heute die Wäünde des Vorraums im Civie Center voll mit Zeichnungen ihrer Schüler behangen. Die Bedeu- E, 12, u tr. Verk.) Preise 0,60—, DM. Ssruor. asunnm EiostisEAne6 Montag, 20. März, 19.30: Gastspiel Luise Uurich:„Ein Maun wird gesucht“, Komödie von M. Duran.(Aufler Platamiete.) 1—7.— Dienstag, 21. März, 19.30:„Der Urtfaust“ v. J. W. v. Goethe.(Miete mlt 5 EINTRITT FREI Kochen- Broten · Backen BBC Elektroherden Vorttäge mit Vorführungen In den Räumen der Stadtwerke Heldelberg FRIEDRICH-EBERT.AULAGEH 21 Dlenst0e 9. 21. Merz, 16 Uhr Mittwoch, 22. Mörz, 16 Uhr: Donnerste9 23. Mörz, 20 Uh⸗ SRATISPROBEREN IullIIdonr... d. patenflerte Zahnpastu 2 UR KONFIRMATTON 2 UR KOMMUNIOV 2UM OSTERFEST 3 eraãlill Die schönsten deschichten der Weltltterntur Herausgeber: R. K. Goldschmit-Jentner Ju Seiten, Ganaleinen, mit Schutzumschlatz, Goldprägung, holstreies Papler„ DMH 9.60 LIVIOTE URTEIT:: „„,„ die besten Kurzgeschichten, apannend und mitreilend ertählt.., tur die vielschich⸗ tige Leserschatt ganz besonders geeignet.“ VolleabücEHν,EÜuraule VoyYdbaden. „KMan merkt es diesem Ruck nieht an, Wie sohwer es ist, aus den fremden Literaturen die Wwahren Goidkörner horaustuptcken.“ Wilkelm von Schols. „Kurs gesaßtt:„Kurt errühit“ iat eine groß⸗ artige Sammlung tur den, der Untsmannung szucht. Viele werden für diesen Tip dank⸗ bar sein.“ Radio Stuttgayt. „„„elgen in geracteru verbltlftender Weitse die Gröhe solch kleiner Geschichten.. eine WottstchereWatke gegen die Achundliteratur.“ nhein-Mochkar-Zettun· CAALrFErrE VALAe UN Hienmstenn SorsEe-SSbetün ALARCON ANDEROEN HALZAC HoccAccio CALDERON ENGSTRON ERNGν GARDONVI GOEHTHu GREENR HAUUH HIRREI. HTEEKL. KELLIEu KLEiSr MAUGHAM MAUPAAGANν FPIRXANDRLILO FUSCHKN. HOSHUννινα SAKI ACHIILun HNTTZLAER SOSTACHENMO TIMMERNMANS C‚HCHOW TURGENARN VOLTAMA WIELIS WILDuAn Waotlen U. A. „Sinn und Aufgabe der Berückesichtigung finden, ist doch Bitte, die Jugend weitgehend bei E Sterbetälle 17./18. Mürz 1050 Helene Vogt, 71 Jahre, Werderstraße 28. Leonhard Vogel, 22 Jahre, Güterbahnhofstraße 10. Elisabeth Langer, 73 Jahre, Dantestraße 7 ö AMTI., UERANNTMACRHUN(UEN Waldbrandverhütung. In der trocke- nen Jahreszeit kommen durch die Unachtsamkeit der Waldbesucher u. Wanderer immer wieder Wald- bründe vor, denen kostbarstes Volkesgut zum Opfer fällt. Trotz der ftrühen Jahreszeit sind bereits jJetzt schon wieder Waldbrände zu Verzelchnen. Es wird deshalb nochmals darauf hingewiesen, daß es verboten ist, in Wäldern und aut Moor- oder Heideflächen oder in getährlicher Nähe solcher Ge- biete à) offenes Licht mit sich zu führen, b) brennende oder glimmende Ge- genstände fallen zu lassen, fort- zuwerten oder unvorsichtig zu handhaben, e) Feuer zu machen, d) ohne Genehmigung der Forst- aufsichtsbehörde Hecten abzu- brennen oder Grastlächen abau- sengen, e) in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober zu rauchen, Es ist gerade in der gegenwürtigen Zeit besondere Pflicht eines je- den, diese Vorschriften genau zu beachten. Zuwiderhandelnde haben strenge Bestratung zu gewärtigen. Die Po- lizel, die Feldhut und das Forst- die Einhaltung der Schutzbestim-⸗ munzen zu Überwachen. bertz den 11. März 19030. Land⸗ ratsamt— Abt. IV/ A 2—. Jagdverpachtung. Die Gemeinde Hlüttenhardt, Landkereis Mosbach/ Baden versteigert am Samstag, dem 23. Mäürz 1950, 14 Uhr im Rat- haus dahier die Gemeindejagd, umtassend Jagdbeszirk I m. 56 ha Wald u. 77½0 ha Feld, Jagdbezirk II m. 332 ha Wald und 180 ha Feld auf die Dauer von 6 Jahren nach den neuen gesetal. Bestimmun- gen. Der Entwurf des Pachtver- trages liegt für die Interessenten im Rathaus zur Einsicht often. Hüttenhardt, den 16. Mürs 1050. Der Gemeinderat, Standesamiliche Nachrichien Geburtställe vVom 28. Februar bis 9. März 1950 erhard Eugen, V: Kältétechniker Erhard Anton Josef Franz.— Hart- mut, V: Feinmechan. Karl Krischke. — Volkmar Michael, V: Kaufmann Anton Breitwieser.— Hans Jörg, V: Schlosser Heinrich Fritz Klose. — Franz Josef, V: Hiltsarbeiter Baptist Senn.— Bernd Robert, V: Schreinermelster Oskär Albert Rau- scher.— Alols Bernhard, V: Schrei- ner Gerhard August Ruland.— Ma⸗ ria Ute, V: Kaufmann Adam Fried- rich Holzmann.— Fytedhiide Elisa- beth, V: Landwirt Iudwig Milkler. — Birsttta Ursula Annt, V.: Fein⸗ mechaniker Herbert Friedrich Elch- stüdter.— Peter Wilhelm Hugo, V., Friseur, Hans Hugo Werner Muühle.— Vera Ursula, V: Mecha⸗ nikker Werner Robert Rleger.— Hannelore, V: Dreher Leonhard Weldner.— Regina Maria, V. Schuh⸗ machermstr. Otto Halter.— Almuth Hildegard, V: wissenschaftl. Schritt. steller Dipl.-Ing. Hubert Frz. Alois Tschunko.— Sonja, V: Kellner Leo- pald Melnyk.— Gabriele Beate Helga, V: ketm. Angest. Karl Otto Hohl.— Bernhard Anton, V: Fach- dratzist Egon Sebasttan Leo Platz: Mantred Jürgen, V: Posttchatfner Edwin Joseft Sommer.— Markeus Josef, V: Ruchhalter Anton Förde- rer,— Chrysantha Anna, V: Justiz- inspektor Walter Altred Autzust Heer.— Tris Helga Emma Marte, V: Tonkunstler Eüdgar Bernh. Leopold Plehn.— Bärbel Anna, V: Instand- setzungs-Insp. Josetf Fratzka.— Man⸗ tred Josef, V: Zigarrennersteller Stetan Mater.— Werner, V: Bank⸗ kKautmann Harald Eändenthal.— Eltriede Hella, V: Handagist Joset Paul.— Jutta Margarete lisabeth, X: Masch.-Setzer Wiihelm Kart Meusel. Fleonore Lina, V: Schmied 2. Zt. Hiltsarbetter Alpert Georg Schollenberger.— Nikolas Stephan, V. Volontkrasststent Dr. d. Med. Woltgang Dietrich Janz.— Foter Heinrich, V: Landwirt Karl Hein⸗ rich Friedrich Hell.— Günter Hor· männ, V: gtahlbauschlosser 2. Et tung des Zeichenunterrichts und sein günstiger Ein- fluß auf die Entwicklung des Kindes wird— und dies natürlich nicht nur in den Volksschulen— immer mehr erkannt und gewürdig, löst doch das unbeeinflubßte. zeichnen des Kindes Ver- Kkrampfungen und Spannungen, vermag sotgar ein Psychologisch krankes Kind zu heilen. „Unbeeinflußit““ soll nicht heißen, daſ der Lehrer das Kind nicht lenken und anregen soll. Geht man durch die Ausstellungsräume, 80 ist bei den Arbei- ten der Volksschulen wie bei denen der Höheren Schulen der Einfluß der Lehrer unverkennbar. Es ist jedoch erfreulich, daß die eigenwilligen Gestal- tungskrätte der Schüler immer wieder zum Durch- bruch kamen. Besonders die Arbeiten der Schüler des Eng lischen Instituts und des Bunsenreal⸗ gymnasiums verdienen größzte Beachtung. Auch unter den Linol- und Scherenschnitten ist manches bemerkenswerte Blatt zu finden Da ist an ein sehr elgenwilliger Schnitt eines 14jährigen Pfadfinders „Der Bogenschütze“, Weiter sind Dichtversuche von sechsjährigen, Fahrtenberichte der Pfadfinderinnen, Märchen, sowie ernsthafte literarische Arbeiten neben kompositorischen Arbeiten ausgestellt. der Kkörperbehinderten Jugendlichen des Wie⸗ landheimes. Die Fülle der schönen kunstge- werblichen Handarbeiten erlaubt es kaum, alle Be- telligten zu nennen. Ein selbstentworfener und selbstgewebter Rock, gefertigt von einem Mädchen Sehenswert die kunstgewerblichen Handarbeiten Taneblatt des Bundes der katholtschen Jugend, kleine gebrannte Tonarbeiten von Schülern der Mönchhofsohule, sowie Handarbeiten der Schüler des Englischen Instituts und des Fröbelseminars werden die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich lenken. Daneben sind Bastel- arbeiten, eine Straßenbahnaniage und ein Miniatur- zeltlager(Gemeinschaftsarbeit der„Falken“) zu sehen. Die Ausstellung ist bis zum 26. März ge⸗ öltnet. 5 rh Fahrpreisermiſigung zur Frankturter Messe Die Deutsche Bundesbahn gibt zur Fränkefurter Messe vom 19. bis 26. Mürz gegen Vorlage des Messeaus⸗ We tzes an Messeaussteller und Messebesucher Sonntags-⸗ rücktahrkarten aus. Die Karten gelten für die Hintahrt vom 6. Tage vor der Messe von 0.00 Unr bis zum letzten Messetag 24 Uhr, für die Rücketahrt vom 19. 8. 0.00 Uhr bis zum 27. 3. 236 Unhr. Bei Benutzung von Eil- und Schnellzugen sind die vollen tariftmäßigen Zuschläge zu zahlen. An den beiden letzten Messe- tagen— 23. und 24. März— werden zum Besuch der Meste ohne Messeausweis Sonntagsrückfahrkarten aus⸗ getzeben. Zur Rückfahrt sind die Fahrausweise nur gültitz, wenn sie mit dem Stempel des Messeamtes Versehen sind. Außerdem fahren Sonderzüge mit 60⸗ Prozentiger Fahrpreisermäßigung. Es verkehren: Am 19. Märs Heidelberg ab 7.22 Uhr, Rückkehr 21 Uhr. Hb. ab 6.30 Uhr, Rückckehr 20.36 Uhr. Am 20. März: Hb. ab 6.30 Uhr, Rückkehr am 21. Müärz um 20.36 Uhr. Am 22. Müärz Hb. ab 6.30 Uhr, Rückkehr am 23. März um 290.36 Uhr. rat Josef Burg.— Renate, V: Gla- ser Karl Steiger.- Dorls, V: Schlos- OFETFRNR STRLLEN schutzpersonal haben Anweisung, ſheim.- 925 Fhilippine Ulmrich, ser z. Zt. Goldfederschleifer Otto Heinrich Schölch.— Margarèete, V: Anita, V: Eisendreher Günter Fried- rich Freis.— Veronika Eva, V: Hilfsarbeiter Kaspar Strifler.— Hans Emil, V: Betriebswart Fried- rich Josef Feigenbutz.— Heinrich Friedrich Oskar, V: Schittsftünrer Friedrich Karl Walldorf.— Bärbel Anneliese, V: Kim. Angest. Georg Busch.— Hans Frich, V: Gärtner Hans Schäfer.— Claus August, V: Gärtner Hermann August Hardung. — Ungrid Elli Frida, V: Versiche- rungsangestellter Paul Gustav Karl Brügsemann.— llse Elisabeth, V: Städt. Angestellter William Mech- ler.— Marliese, V: Städt. Ange- stellter Edmund Karl Gustav Wurz- bach.— Albrecht Hermann, V: Pfarrer Friedrich Martin Clement. — Wolfgang Kurt Friedrich, V: Kautmann qohann Otto Kurt Flem- ming.— Ursula Hildegard Martha, V: Tischler Benno Schacht.— Hans- Juürgen Mantfred, V: Verw.-Angest. Kurt Heinz Herbert Grog.— Karin EVa, V: Lehrer Jakob Hohenadéel.— Klaus Altred, V: Maler Richard Friedr. Martin Schweller,— Anne- rose, V: Kaufmann Emil Joset Glatz.— Robert Josef, V: HIIfs- arbelter Joset Bartl.— Ursula Bri- gitte, V: Krafttahrer Hans Koppen- höter.— Marion FElisabeth Juliane, Vi kautm. Angest. Wilhelm Marty. Sterhefllle Vom 3. 3. 60 bis 12. 3. 30 Peter Grüber, geb. 11. 2. 1950 aus Schriesheim.— Schlosser Hans Du- gati, Sohn des Joh. Ducçati, geb. 14. 6. 1910.— Bäckermeister Außust Hermann Bitzer, geb, 29. 3. 1666.— Juweller Karl Friedrich umii Lein- has, geb. 3. 2. 1661 aus Schries- geb. Henn, WWe. des Lagerärbeiters Joh. Andr. Uumrich, geb. 21. 1. 1070. Erhard Eugen Franz, geb. 4. 3. 1960 aus Leimen.— Telefonistin Anna Fhret, geb. 10. 3. 167/0.— Maria Schuhmann geb. Hilberer, Witwe des Reichsbahnoberseler. à. D., Karl August Schuhmann, geb. 1. 9. 1676. Marta Felchner geb. Menschik, Witwe des Gesandtschafts-Verwal⸗ tungs-Angestellten Friedrich Felch- ner, geb. 21. 6. 1911.— Gertrud Marta Urbanski, geb. Wippel, geb. 30. 1. 16656 aus Zuzenhausén.— Ro- sina Stadler geb. Grat, Witwe des Helzers Julius Joh. Stadler, geb. 26. 11. 1663.— Katharina Schneider geb. Lentz, Witwe des Wagenaufsehers a. D., Georg Heinrich Schneider, geb. 1. 3. 107/0.— Automechaniker Stasys Cepulis, geb. 22. 10. 1667 aus Griesheim.— Christina Dietrich geb. Bechtel, Witwe des Landwirts Heinrich Dietrich, geb. 23. 6. 1675.— Auguste Elisabetha Scharpf, geb. Kaltschmitt, geb. 10. 10. 1901.— EVa Bühr, geb. Arnold, geb. 17. 6. 1676 aus Ziegelnhausen.— Obermälzer Karl Anton Gebert, geb. 6. 2. 167/3 aus Eppingen.— Antonia Gebrath, geh. Füchs, WWe., des Oberspiellei- ters a. D. Eugen Ant. Jos. Gebratn, Heb. 283. 11. 1056.— Margarete Zuber, geb. 7. 3. 1950 aus Batertal.— Hilda Weinert geb. Czerny, geb. 1. 10. 1666 aus Malschenberg.— Landwirtsch. KArbeiter Gustav Joh. Penzel, geb. 12. 10. 1690 aus Willenbach.— Post- betriebsassist. Kaspar Alois Mayer, geb. 6. 1. 19003 aus Ulm.— Städt- arbelter Wilh. Stiel, geb. 23. 3. 1694. Maria Spegg geb. Müller, Fhefrau des Verw.-Angzestellten Kätl Friedr. Spegg, geb. 2d. 6. 1904.— Stadtbau- rat a. D. Karl Oskar Kramer, geb. Jl. àJ. 162.— Susanna Keßler geb. Ludwig, geb. 10. 6. 1679 aus Nek⸗ Kargemünd.— Manuel George Becke, Sohn des Armin Becke, geb. 1. 9. 1947.— Anna Maria Rraun geb. Braun, WWe., des Büirodteners Joh. Braun, geb. 6. 6, 1670.— Landwirt Joh. Ludwig Tretber, geb. 10. 10. 10%½.— Eva Drexler geb. Hatzler, geb. 4. 5. 1693 aus Oestringen.— Setineidermeister Cesare Gentillt, geb. 6. 2. 1806 aus Ludwigshafen. Fotograt Brund Strauß, geb. g1. 7. 19056.— Techn. Atssistentin Hilde- gard Marta Stremme, geh. 6. 6. 1014 aus Zwischenahn.— Margareta Ka⸗ roline Klinze geh. Müller, Wwe. des Maschinenmetsters Konrad Karl Klinge, geb. 1. 4. 1076.— Maria Katharina Rostocle geb, Pabst, WWe. des Kettenschmieds Leonhard Ro- stock, gob. 14. 11. 10½%0.— Schau- shielerin Wuhelmina Zelia Reimer geb. Schlenker, geb. 4. 4. 1076.— Kautm. Antzestellter Helnrich Fest, geob. 26. 4. 1901m.— Fahrtkdtrektor a. D. Dipl.-Ingenteur, Dr.-Ing. e., PFrant qoset Lappe, geh, 7. 10. 1676. Metalldreher Frans Schuster, geb. 10. 9. 196 aus Michelteld.— Ma⸗ Hatzinmeister Heinrich Conrad, geb. U. 1. 160.— Martia milte Delchil Heb. Fellhauer, WWe, des PFuhr⸗ manns Michael Dechl, geb. 30. 1. 1666. Betriebstatter, Ing. Seb. XaVer Mäl⸗ ler, geh 34. 11, 100.— Lucia Müller Schwelſler Heins Herbert Alberts, Monika Klara, V: Vöormessungs⸗ maoktn Kteurt: Dr. Karl Stienx. Stellv. Chetredakteur Ur. Fräng G. Heldelheerg,. Verantwortlich: Srae en Ohtt eulllstonh, Dr. Ase Güimermmudher(Wrauentraten), Günter Weber(LokIlIas). geh. Sehntel, geb. 20. 9. 1901 aus Pir⸗ Schreiner Bernhard Jakob Zuber.— Wir bieten jungen Kautleuten, stel- lunsslosen Akademikern, Heim- kehrern sowie chem. Berufssolda- ten gute u. gesicherte Existenz b. angenehmer Werbetätigkeit. Be- Werbungen sind zu richten an: Katholisches Hiltswerk, Lebens⸗ versicherung a. G., Landesverwal- tung Heidelberg, postlagernd. Tüchtiger Organisator, Propagan- distendunen) ges. Grosvertrieb hofstraße 66. Autwartefrau àamal wöchentlich ge- sucht. Mittermalerstraße 16. MIETUEuUꝗ˖r᷑esesn Suche möbliertes separates Zimmer in zentraler Lage. Angebote unt. 12 694 an die Expedition. L. Wonpαο᷑HÃu,Lkn S-Zlmmer-Wohnuntg gesucht. 3.Zim. Wohnuntz kann in Tausch gegeben werden. Zuschriften unter 12574 an die Expedition. Biete sofort sonnige 3-Aim.-Wohng. mit Küche in ruhlg. Hause, Stadt- mitte. Suche 3-Zim.-Wohng. mit Küche in Heidelberg. 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