MIitwock, den 29. März 1930 Erscheint täglich aufler sonn- und telertagu. Berussprets monatl. DM 2 50 Zuzügl. DI 0.40 Trägerlohn. Postbeziehér monatlich DM 2.90 (einsckil. Zeitungsgebühr) zuzüglich Zustell- tzebühr.— Anzeigenpreis: Uspaltig ⸗46 mm breit DM 0.40 per mm nach Prelsliste Nr. 2. 57. Jahrgang des Heidelberger Tugeblatts Tugeblall D NABHINOGOIGE HEIDELBERGER Z EITUNG Wohnungsbaugeseth einstimmig angenommen 1.8 Millionen Wohnungen in 6 Iahren- 15 Milliorden Kosten- Keine zusätzliche Steuerbelostung Bonn. Das erste Wohnunssbaugesetz ist am Dienstagvormittag vom Bundestag einstim⸗ mis angenommen worden. Füntf kommunistische Abgeordnete enthielten sich der Stimme, Die Beratuntz hatte über drel Stunden gedauert. Nach der dritten Lesung wurde durch Er- heben von den Plätzen abgestimmt. Das voll- besetzte Haus begrüßte das Stimmergebnis mit langem Beifall. Bundestagspräsident Dr. Köhler erlelärte:„Ich möchte vor der Oetlentlichkeit feststellen, daß dieses hohe Haus damit eine klare und eindeutige Dokumentation seiner 80- zialeri und menschlichen Verpflichtungen gegen- über dem deutschen Volle gegeben hat.“ Man sah, wie Minister Wildermuth von allen Seiten die Hand gedrückt wurde. Insgesamt vier Monate hat es gedauert. bis eine brauchbare Grundlage für die rechtliche Verankerung des großen Wohnungsbaupro- gramms gefunden werden konnte. Die Schuld für diese lange Dauer liegt nicht bei den Par- teien, auch nicht bei der Schwerfälligkeit des Parlamentarischen Apparates, sondern einzig und allein bei der Schwierigkeit der Materie selbst, bei deren Bewältigung man auf keiner⸗ lei Erfahrung zurückgreifen konnte. Berück- sichtigt man dies, so wird man der Bundes- reglerung und dem Bonner Parlament die An- erkennung tür diese gewiß nicht leichte Arbeit nicht versagen können. Das Gesetz schafft die rechtlichen und finan- ziellen Grundlagen für die Errichtung von 1,8 Millionen Wohnungen innerhalb der näch- sten sechs Jahre, wobei das absdlute Schwer⸗ gewicht beim sozialen Wohnungsbau liegt Dies bedeutet keineswegs einen starren„Sechs⸗ Jahresplan“, sondern ledigliceh ein Ziel, wobei elne Jahresproduktion von 250 000 Wohnungen die Norm ist. Die Mittel hierfür sind sicher- gestellt. ö Der Bund sorgt für die Sicherung der Finan⸗ zlerung durch breiteste Heranziehung ölfkent⸗ Churchill London, Der Konservative Opposſtionstührer Winston Churchill erklärte am Dienstag ini britischen Unterhaus, die Konservative Pärtei habe die Absicht, die Außenpolitikk der Labour“ retzlierung in gleicher Weise zu unterstützen, Wie es in den letzten fünf Jahren geschehen ist. Churchill eröftnete mit dieser Erlclärung die mit großzer Spannung erwartete auſzenpolitische Debatte. Churchill erklärte weiter:„Ieh sehe keinen Grund, warum die Deutschen bel der Verteidigung ihres eigenen Landes und West⸗ europas nicht mithelfen sollten.“ Churchill Wiederholte damit die Forderung, die er schon vor einigen Wochen im Unterhaus aufgestellt hätte. Sie führte damals in der ganzen Welt zu einer lebhaften Diskussion. Mit Churchills Rede begann die erste große auſzenpolitische Debatte des neugewühlten Unterhauses. Die Opposition, die außerordent- Uich gestärket aus den Wählen hervorging, hatte gelordert, Aulflenminister Bevin solle die De- batte mit einem Ueberblick über die britische Auſzenpolitik eröflnen. Die Regierung lehnte diesen Vorschlag jedoch ab, so daß Churchill die Rolle des ersten Redners übernahm. Bevin wird erst am späten Abend das Wort ergreifen. Zur Frage der Beteiligung Deutschlandg an der Verteidigung Westeuropas sagte Churchill Wörtlich:„Der Premierminister beschuldigte mich in der vergangenen Woche, ich sei unver⸗ antwortlich gewesen, als ich die Frage an- schnitt, ob Deutschland an der Verteidigung der Westeuropaunion teilnehmen soll. Ich glaube, daß ich diese Frage ebenso gut wie der Pre- mierminister beurteilen kann, Ich wählte meine Worte sehr sorgfältig und werde sile heute ltei- nestalls veründern. lch sagte nichts über die Wiederaufrüstung Deutschlands utid über die Schaflung einer deutschen Armee. Aber ich sohe Kkeinen Grund, warum die Deutschen nicht an der Verteidigung ihres eigenen Landes und Westeuropas mithelten sollten und warum nicht amerikänische, britische, französische und deutsche Soldaten als PTeill eines gemein⸗- samen Verteidigungssystems kKkame⸗ Grolle aullenpolitische Debat licher Mittel. Nicht weniger als 16 Milliarden DM wird dieses Wohnungsbauprogramm ver- schlingen, in jedem Jahr etwa zweieinhalb Mil- als einen besonderen Erfolg, daß keinerlei Rückgrift auf Zwangsanleihen oder Sonder- abgaben notwendig Wär, sondern es durch schürfste Ausküämmung der Etats des Bundes, der Länder und Gemeindén gelungen ist, die erforderlichen öffentlichen Mittel ochne zusätz- liche Belastung des Steuerzahlers zu beschaffen. Der Schwerpunkt bei diesem Wohnungs⸗ bauprogramm liegt nach wie vor bei den Län- Adenduer verhandelt Besprechungen mit Bonn. Bundeskanzler Dr. Adenauer wird am heutigen Dienstag seine bereits in der ver- gangenen Woche mit den alliierten Hohen Kom- missaren aufgenommenen Gespräche über einen Beitritt⸗ der Bundesrepublik zum Europarat fort- setzen. Am Dienstagnachmittag ist ein Gesprüch mit dem französischen Hohen Kommissar, Francois-Poncet, vorgesehen, am Diens- tagabend triftt der Bundeskanzler mit dem bri- tischen Hohen Kommissar Sir Brian Robert- son zusammen. Die Bundesregierung billigte auf einer Kabl- nettssitzung die von Dr. Adenauer gemachten Vorschläge über den Beitritt der Bundesrepublik tum KEuroparat. Wie ein Regierungssprecher erlclärte, würde es die Bundesregierung begrüßen, wenn auch der dritte Punkt des Adenauer-Vorschlages, einen Beobachter der Bundesrepublik an den Sitzungen des Ministerausschusses in Strallburg tellnehmen zu lassen, die Billigung der West⸗ mächte fluden würde. Das Kabinett beéedauerte im übrigen die vorzeitige Bekanntgabe der te im Unterhaus Das starke deutsche Volke, das in den letzten 40 Jahren zwei Weltlcriege führte und verlor, habe jetzt Gelegenheit, der Menschheit einen Rrollen Dienst zu erweisen.„Die Deutschen haben jetzt die Möglichkeit, den deutschen Ruf wleder herzustellen, wenn sie bel der Ueber- Windung dessen mithelfen, was in der Vergan- genheit geschehen ist, und wenn sie ihren Teil dazu beitragen, daß die europäische Zivilisation auf einen Stand gehoben wird, auf dem Europas ulter Ruhm wieder aufleben und die Kultur Wieder hergestellt werden kann.“ wiederholt seinen Doutschlond.Vorschloo Bonner Interesse Bonn. Die neue Rede Churchills wird in Regie- rungskreisen stark beachtet. In ihr wird eine Aufforderung an die Westmüchte erblickt, der Bundesregierung gegenüber eine freundliche Geste zu zeigen und ihr den Eintritt in den Eu- roparat zu erleichtern. USA-Hotschafter tödlich abgestürzt Ottawu. Der amerikanische Botschafter in Ka- nada, Laurence Steinharydt, verunglückte am Dienstag auf einem Flug von Ottawa nach Wa⸗ ghington tödlich. Die Maschine stürzte kurz nach mrem Abflug, 16 Kilometer südöstlich von Otta⸗ liarden DM. Die Bundesregierung bezeichnet es dern, die bis zum 1. Oktober jeden Jahres ein Rauprogramm für den öfrentlichen geförderten Ssozlalen Wohnungsbau aufzustellen haben. Unter „sozlalem Wohnungsbau“ versteht das Gesetz „die Errichtung von Wohnuntzen in Ein- und Mehrtamilitenhäusern und Kleinsiedlungen, die nach Gröffe, Ausstattung und Miete für die breiten Schichten des Volkes bestimmt sind.“ Als Wohnungen dieser Art gelten Wohnungen mit einer Wohnflüche von mindestens 32 qm und hüchstens 66 am. Die Miete soll eine DM je Quadratmeter nicht Übersteigen und nur in Ausnahmefällen 1,10 DM betragen. weiter über Europarat Hohen Kommissaren Adenauervorschläge. Der Regierungssprecher betonte, daß eine endgültige Antwort der Westmüchte noch ausstehe. Die Bun- desregierung sei lediglich bisher davon in Kenntnis gesetzt worden, daß die Hohen Kom- missare geneigt seien, den Wünschen des Bun- deskanzlers nachzukommen. Die Alliierten hät- ten hierbei ausdrücklich wissen lassen, daß über den Punkt 3 keine Erklärung der drei Westmüchte gegeben werden könne, da dies in den Zuständigkeitsbereich des ständigen Mini- sterausschusses falle. Am Mittwochvormittag will Bundeskanzler Dr. Adenauer die Vorsitzenden der einzelnen Bundestagsfraktionen über seine Absichten im Zusammenhang mit einem Beitritt der Bundes- republik zum Europarat unterrichten. Europahilfe nach 1952 Washington. Der Vorschlag Senator Van⸗ denbergs auch dem Ausland nach Ablauf des Marshallplans im Jahre 1952 Wirtschafts- hilfe zuteil werden zu lassen, ist im demokrati- szehen und republikanischen Kreisen außleror- dentlich günstig autgenommen worden. Präsi- dent Pruman hät Senator Vändenberg selne Anerkennung ausgesprochen und es ist damit au rechnen, daß die Regierung diesen Vorschlag unterstützen Wird. 55 von 83 Tschechen zurückgeflogen Prag. 65 der gegen ihren Willen in drei tsche- choslowakischen Passaglerflugzeugen nach Mün⸗ chen gebrachten Passagiere kehrten auf dem Luft Wege nach PFrag zurück. Wochenschaureporter und Pressevertreter waren zu der Ankunkt be⸗ sonders eingeladen worden. Bis jetzt hat die tschechoslowakische Presse die Landung der drei tschechoslowakischen Flug- zeugen auf dem bayrischen Flugplatz Erding noch mit keinem Wort erwähnt. Die Gesamtzahl der Passagiere betrug 63. Stuttgart. Innenminister Ulrich erklärte einem dpa-Vertreter, die weitere Entwicklung der Südweststaatfrage hänge nun davon ab, ob Freiburg bereit sei, bei einer Volksabstimmung aut die Alternativ- und auf die Eventualfrage zu verzichten. Die 8SPD habe auf der Tagung ihrer südwest- deutschen Landesvorstände in Villingen béeschlos- Wa, ab, wobei alle Insassen den Tod fanden. Lau- rence Steinhardt ist 57 Jahre alt. Von 1939 bis 1942 War er Botschafter in Moskau, Dreimächtekonferenz Paris, Die Konferenzs der Auflenminister der Vereinigten Staaten, Grollbritannlens und Frank⸗ relchs Wird am g. Mal in London beginnen, ver⸗ lautet von zustäündiger Seite in der frunzösischen Hauptstadt. New Vork. Außenmintster Bevin haät den radschaftlich zusammenstehen sollten.“ Mahnahmen gegen Berliner Arbelislosiqkeit Vizekanzler Blücher teilt Rerlin., In einer Pressekonferens gab Vize- Kanzlor und ERP-Minister Blücher in Berlin bekannt, daß der Berliner ERP-Ausschuß ein nus drei Punkten bestehendes Programm zur Beséitigung der Arbeitslosigkeit in Westberlin ausgearbeitet habe, nach dem monatlich 20 Millionen DM aus Garioa-Mitteln beéreitgestellt und die Bildung eines Fonds kür die Aukrüäumung und Inbetriebnahme von Industriebetrieben er⸗ Wogen Werden, Durch ein Investitionsprogramm goll auhlerdem sichergestellt werden, dahh) stwa zehn Prozent der Mittel aus dem Gegenwert tonds, die für Investitionen in der Bundesrepublik USA und Frankreich Vorgeschlagen, in der be- vorstehenden neuen Konferenz der drei West⸗ Drei-Punkte- Programm mit hestimmt sind, für Berlin abgezweigt werden. Dadurch sollen in einem Zeitraum von ein⸗ einhalb Jahren eine Viertel-Milliarde DM aus⸗ Hezahlt werden Können. Die außerdem in dem Programm vorgesehenen Finzelmahnahmen las⸗ sen es nach den Worten Blüchers möglich er⸗ scheinen, daßb ein totaler Wirtschaktlicher Um⸗ schwung kür Berlin ertolgt. Hundeswirtschaftsminister Prof. Erhard betonte die Notwendiglceit einer umtangreichen Werbung tür Berlin, Beispielsweise wWerde erwogen, den Firmen durch höhere Abschreibungssäatze einen Anreis zu bieten, Wleder nach Berlin zurück⸗ Bevin schlügt Verhandlungsprogramm vor zen, nur in eine einfache Fragestellung einzuwil- ligen. Den Wählern der drei Länder solle nur die eine Frage vorgelegt werden, ob sie den Süd- am 8. Mai in London Außenminister alle Gesichtspunkte der Bezie- hungen der drei Staaten zur Sowieétunton, die Fragen der Frie densverträge für Deutschland, Oesterreich und Japan sowie die künttige Verteidigungspolitilk in dem welt⸗ rüumigen Gebiet zwischen dem Mittelmeer und China zu überprüten, berichtet der diplomatische Korrespondent der„New Vorle Times“, James Reston, am Dienstag. Die U8A hätten Bevins Note im einzelnen noch nicht beantwortet, es gei aber Grolihritan⸗ nien Kklargemacht Worden, dab gegenwärtig einer tormalen Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland nicht zugestimmt werden könne. Wie Reston teststellt, ist die amerikanische Auhhenpolitile gegenwärtig vor allem mit der Veberlegung beschäftigt, wie man der Sowiet- Politik in Deutschland und Aslen entgegentreten Kann. Diese Frage spiele eine größlere Rolle als Künktige Frörterungen mit der Sowietunion. Waäshington bestütigt Washington. Am Dienstag gab das amerilea⸗ nische Aulbenministerium bekkannt, daß der bri-⸗ tische Auhenmunister Bevin seine Kollegen in Waäshington und PFaris zu einer Konterenz im Mal Ur. 67. 2. IuurHnuν⁰- hreie 15 pig. Verlag: Carl Pfefter Verlag u. Heidelberger Gutenberg-Druckerei G. m. b. H., Heidelberg. Verlag und Redaktion: Brunnengasse 16—24, Tel. 20 3%/6. Herausgeber: Dr. Otto Pfeffer, Wilhelm Reichenbach, Dr. Rudolt K. Gold- Schmit-Jentner.- PFostscheck Karlsruhe 44 64. Chefredakteur: Dr. Karl Silex Unsere Meinung Frauenũberschuß und Feischverbrauch Es ist noch gar nicht so sehr lange her, da wurde den hungrigen und fleischlüsternen Nor- malverbrauchern von den maßgeblichen Kreisen, also auch von den Bauernverbänden, des langen und breiten erklärt, welche Ursachen die Fleisch- Lücke habe, Inzwischen hat sich das Blatt ge- wendet, es bedarf keiner Ausflüchte und Be- schwichtigungen mehr, es wird sogar ganz irn Gegenteil geklagt, daß der Fleischverbrauch gegenüber dem Vorkriegsstand bedauerlich ge- ring sei, Wie staunen aber die einstigen Normal- verbraucherinnen, wenn sie hören, daß an, die- sem höchst bedauerlichen wirtschaftlichen Fak- tum— der Frauenüberschuſß schuld seil Dies ist jedenfalls die Ansicht des südwürttembergischen Bundestagsabgeordneten Bernhard Bauknecht, der gleichzęitig Präsident des südwürttember- gischen Bauernverbandes ist. Bauknecht grollt, daßß Schönheitsmittel- und die Mode-Industrie glänzende Geschäfte mache, weil die Frauen bei dem starken Angebot und der geringen Nach- trage auf dem Heiratsmarkt ihre äußeren Reize immer mehr herauszustellen wünschten. Auch die Ausgaben für Theater, Film und Kaffeechaus, wo diese Reize dann zur Schau gestellt würden, seien scharfe Konkurrenten für die Nahrungsmittel- produktion geworden. Für bessere Mahlzeiten wWerde entsprechend weniger Geld ausgegeben. Diese Kassandradrufe des ergrimmten schwä⸗ bischen Landwirts klingen, in Weiblichen Ohren jedentalls, belustigend, wenn wir ihnen auch ein Körnchen Wahrheit gerne zugestehen wollen. Aber sind nicht auch die Fleischpreise gegenüber dem Vorkriegsstand entsprechend gestiegen und das durchschnittliche Einkommen geringer ge⸗ worden? Und was die Schönheitspflege anbelangt: ist nicht das strahlende und verlockende Vorbild der weiblichen Besatzungsangehörigen und der immer noch ziemlich lèere Kleiderschrank daran schuld, wenn für diesen„Firlefanz“ mehr Geld ausgegeben wird? Jedenfalls: den meisten Frauen — Und da hat der Herr Abgeordnete recht— wird ein Paar monatelang haltbarer Nylon- strümple wertvoller sein, als ein schnell verzehr- ter Braten von zwei Ptund Fleisch. Pe. Abd el Krim redivivus Wie ein halberloschener Vulkan läßt Abd el Krim, diese fast legendüre Figur des Aufstandes der Rifkabylen in den Jahren 1922—26, von sei⸗ nem Kairoer Asyl aus ab und zu ein Grollen vernehmen. Das letzte Grollen erschien schon vernehmlich als eine Bedrohung, die man nicht uUnterschätzen sollte. Es hediente sich der Stimme der„New Vork Times“, um anzukündigen, daß 25 Millionen Araber in Marokko, Tunis und Algier nur auf das Signal warteten, um zum be⸗ wäftneten Aufstand überzugehen, der ihnen die Freiheit vom europäischen Joch bringen werde. Dies mag eine Ubertreibung sein, aber der Zu- satz des marokkanischen Revolutionärs, der noch immer über ein großbes Ansehen in der arabi- SpD zur Abstimmung über Südweststadt Gegen Alternativ- und Eventualfrage Weststaat wünschen oder nicht. Sollte bei dieser Abstimmung der Südweststaat mit einer klaren Mehrheit abgelehnt werden, so sei es auch für die SPD selbstverständlich, daß die Verfassung des Landes Württemberg-Baden geündert und damit die Möglichkeit für die Trennung Nord- badens von Nordwürttemberg gzegeben werden müsse. Der südbadische Staatspräsident Wohleb und seine Anhüänger hatten ursprünglich die Alter- nativtrage nach der Bildung des Südweststaates oder der Wiederherstellung der alten Länder Württemberg und Baden gefordert. In Freuden- stadt hatten sich dann die CDU-Vertrèeter der drei sudwestdeutschen Lünder, unter ihnen auch die Anhänger des althadischen Gedankens, auf dle Eventualfrage geeinigt. Bei diesem in Freu⸗ denstadt beschlossenen Verfahren sollte über fol⸗ gende Fragen abgestimmt werden: 1. Eildung des Südweststaates? 2. wenn der Südweststaat nicht zustandé kommen sollte, Wiederherstellung der alten Länder Württemberg und Baden. In Villingen hat die SpD nun der Auswertung der Stimmen in zwei Wahlbezirken(ganz Würt⸗ temberg und ganz Baden) und damit einem Peil der Freudenstüdter Beschlüsse zugestimmt. Die Freudenstädter Fragestellung wurde jedoch ab- Kelehnt. Stuttgarter Reglerung nahm noch keine Stellung Stuttgart. Voraussichtlich wird sich die Würt⸗ tembergz-badische Reglerung in ihrer Sitzung am nüchsten Montag erneut mit der Südweststaat- Frage beschäftigen und zu dem Vorschlag des gudbadischen Staatsprüsidenten Wohleb Stellufig nehmen, Wohleb hatte in einem am 16. März an den Ministerpräsidenten Dr. Maler Kerichteten Brief vorgeschlagen, die Chefs der drei sidwest- deutschen Länder möchten in Freudenstt dt 2u· gammenkommen und versuchen, eine Verein- zukehren, nach London eingeladen habe. barung über die Neuregelung der Länder im Sudwesten zu treffen. Bette 2 Nr. 87) Mittwoch, 29. Märrz 1950 echen Welt verfügt, giwt den Blick auf manche Hintergründe frei: die arabischen Nationalisten würden sich nicht scheuen, die Hilfe der Sowiet- union zu benützen, um ihre Forderungen durch- zusetzen. Bedenkliche Waffenfunde in Nord- akrika hatten schon seit läüngerem Gerüchte her eine Zusammenarbeit zwischen arabischen ſationalisten und kommunistischen Agenten ge- nührt. Hier ist nun die Bestätigung von einer Seite, die es wissen mull. Natürlich kann es kein nufrichtiges Bündnis zwischen dem Islam und dem Kommunismus geben, aber wer von beiden auch am Ende siegreich bleiben mag, ihre Ver- bindung erhöht jedenfalls die Gefährlichkeit der nordafrikanischen Situation für Frankreich und Spanien. Sie sind beide die letzten unter den alten Kolonialmächten, die noch nicht dem na- tionalen Selbstäündigkeitsstreben ihren geschicht- lichen Tribut gebracht haben, wie es England in Indien, Holland in Indonesien und die Italiener Urfreiwillig in Lybien getan haben. Abd el Krim ist seit 1946 der Vorsitzende eines„Nationalen Befreiungskomitees des aàrabischen Maghreb“ mit dem Sitz in Kalro, das über eine gut durch- organisierte Untergrundbewegung in ganz Nord- atrika verfügt. Nur sehr groflzügige Entschlüsse der jetzigen Herren, die im übrigen durch die zwischen den Regimen in Madrid und Paris be- gtehende, innereuropäische Feindseligkeit nicht gerade gefördert werden, können noch Vulkan- ausbrüche bei diesem unaufhaltsamen Prozeſß3 der Befreiung der Kolonialvölker verhindern. b. Der Tod Harold Laslcis Es erscheint fast symbolisch, daßsß Harold Laski, der bekannteste Theoretiker Labours, Jetzt so bald nach der moralischen Wahlnieder- lage seiner Partei mit 57 Jahren gestorben ist. Er War der Exponent des linken, streng marxi- stischen Flügels und nicht unbegründeterweise macht die Parteileitung gerade diesen Flügel für den starken Rückgang der Gefolgschaft ver- antwortlich. Wie sich an der geschwüchten Stel- lung des radikalen Gesundheitsministers Bevan zeigt, vollzieht sich eine Umschichtung in der Labour-Führung, die den konservativen Ele- menten wieder größeres Gewicht gibt. Ihr Gegenpol war immer Harold Laski, der schrift- stellerisch glänzend begabte Dogmatiker der Partei, dessen Bücher am stärksten an dem Zu- strom der nicht der Arbeiterschaft angehörenden Schichten beteiligt waren, also vor allem an dem Paäarteieintritt vieler„Intellektueller“. Laski stammt aus einem wohlhabenden Haus, sein Vater, der in Ungarn geboren War, schickte ihn nach Oxford, wo er über die Fabier-Gesellschaft zum Sozialismus kam. Er ist der Lehrer und Schriftsteller geblieben und hat nie, trotz seines zeitweilig grobhen Einflusses, direkte politische Macht durch Amter ausgeübt. Sein Finfluß war am stärksten 1945 gleich nach dem zweiten Welt⸗ Krieg, zu jener Zeit, als die neue Labour-Regie- runtz eine„dritte Position“ unabhüngig von den US& durch Verstäündigung mit Moskau an- strebte. Proportional zum Anwachsen der Welt⸗ spannung, die unerbittlich eine klare Entschei- Aung korderte, ging seine politische Bedeutung zurück, und seine letzten Lebensjahre müssen inm manche Enttäuschungen gebracht haben. V. Friledliche Täne aus Moskau Moskau. Die Sowietunlon hat ein lebendiges Interesse an der Erhaltung eines dauerhaften Friedens, denn sie braucht ihn für ihren s0- zlalistischen Aufbau, erklärte der außlenpolitische Kommentator der„Byrawada“, Leontjew. Unter Antkührung zahlreicher Aussprüche Stalins und Lenins, daf die Existenz des kapitalistischen und des sozlalistischen Lagers für eine friedliche Zusammenarbeit beider Systeme kein Hindernis darstellt, kommt Leontjew zu dem Schluß, dab die Sowietunlon ihre Hereitschaft für diese Zu- sammenarbeit bereits erschöpfend demonstriert hat. Nun liege es an den Westmächten, ihre Friedensbereitschaft durch Taten zu beweisen, indern sie von ihrer„Aggressionspolitik“ ab- rücken. „Wo de Parrer mit de Peil in die Kerch geht“ Letnter Schlift für die atilontische Verteidigung Konferenz der Kriegsminister in Den Haag Den Haag. Der atlantische Militärausschußl ist am Dienstag in Den Haag zur Frörterung der Verteidigungspläne der Atlantikpaktstaaten zu- sammengetreten. Diese Pläne sind im einzelnen bereits von den fünf atlantischen Verteidigungs- gruppen und dem ständigen atlantischen Dreier- ausschuß ausgearbeitet worden, Sie müssen vom Militärausschußß bestütigt werden. Sobald dies geschehen ist, sind die Linien der gemeinsamen Verteidigung Westeuropas und des atlantischen Gebietes festgelegt. Dem atlantischen Militärausschuß gehören die Generalstabschefs der 12 Paktstaaten an. Bei der arn Dienstag in Den Haag eröftneten Konterenz tehlte noch der Vertreter Italiens, General Tres- sani. Den Vorsitz in der Sitzung führt der Ge⸗ neral Bradley, der Vorsitzende des gemeinsamen Ausschusses der amerikanischen Oberbefehls- haber. Die Besprechungen werden den ganzen Tag über andauern und voraussichtlich am Mltt⸗ woch kfortgesetzt werden. Die Frage einer Ver- teldigung Deutschlands steht, wie aus Korrespon- dentenberichten hervorgeht, nicht zur Debatte, da dies eine Angelegenheit der Außenminister der Alliierten ist. Vorbesprechung bei Truman Key West.(Florida) USA-Verteidigungsminister Louis Johnson führte Besprechungen mit Prä- sident Truman in dessen Urlaubsort Key West in Florida. Es wird angenommen, daſß Johnson dem Präsidenten einen Ueberblick über die stra- tegischen Plüne der Vereinigten Staaten zur Ver- teldigung der Atlantilkkpakt-Staaten gab. qohnson kliegt am Dienstag nach Den Haag, Wo er an der Sitzung der Verteidigungsminister der Atlantik- pPaktmächte teilnimmt, die den Höhepunkt der dort gegenwärtig statttindenden Verhandlungen der Militärsachverständigen des nordatlantischen Gebietes bildet. Lunusreise eines Spions Sowietdiplomat darf zwischen Heimfahrt und Gefängnis wühlen Von unserem Korrespondenten W. W. New Vork(Eig. Bericht). Valentin A. Gubitchev beflndet sich zur Zeit auf hoher See. Verurteilt zu 15 Jahren Gefüngnis vor einem Gerichtshof in New Vork wegen Spionage für Rußland, erschwert durch seine Eigenschaft als russischer diplomatischer Vertreter, akkre- diert bei den Vereinigten Nationen, hat das Ge- richt ihm zur Wahl gestellt, die 15 Jahre ab- zusitzen oder nach seiner russischen Heimat zurückzusegeln. Der Gerichtshof erklürte, daß es ihm eine solche Wahl nie freiwillig gestattet hätte; sie war ihm vom Staatsdepartment drin- gend nahe gelegt. Auf einem polnischen Passa- gierdampfer belegten die Vereinigten Nationen auf ihre Kosten für ungeführ 600 Dollar eine Staatskabine für den Spion Gubitchev und geine Frau. Frau Gubitchev ging einige Stunden frü⸗ her an Bord als ihr Mann. Sie nahm mit sich einen Fernschapparat, um ein Willlkommens- geschenk für ihren Mann an Bord zu haben. Kurz vor Abfahrtszeit erschien der Verurteilte. Er war handgefesselt vom Untersuchungsgefäng- nis in einem Polizeiauto unter strenger Bewa⸗- chung an den Pier gebracht worden. Handgefes- selt ging er auf Schiff, handgefesselt wurde er von hinten und vorne phtographiert. An Bord wurden ihm die Fesseln abgenommen, seine Frau begrüßte ihn, sie küßten sich, wiederum Großauftnahme, die Strenen heulten, und als treler Mann nühert er sich nun den Gerllden seiner sowWietrusstschen Heimat. Er hat„Freiheit in Rußland“ einer 15]jührigen Getängnishatft in den Vereinigten Staaten Vorgezogen. Niemand kann ihrn dies verdenken. Er Iüßht seine amerilea- nische Helfershelterin zurücke, die ebenfalls zu“ 15 Jahren für Spionage gegen ihr eisenes Vater- land verurtellt wurde und der man nicht zur Waäahl gestellt hatte, das Gefäüngnis mit einer Ozeèanreise zum Lande der Freiheit zu ver- tauschen. Sparsamer mit deutschen Seeleuten In Baltimore kam es kürzlich zu einer stür- mischen Sitzung der Gewerkschaft der Seeleute. Seit kurzem ist es gesetzlich gestattet, amerika- nische Schifle unter ausländischer Flagge fahren zu lassen, Imnm Zuge einer solchen Transferierung werden natürlich häufig ausländische Besatzun- gen für diese Schiffe angeheuert. Im zur Debatte stehenden Fall handelt es szich um einen Riesen- tanker, der nicht aus Llebe, aber aus Sparsam- keitsgründen 30 deutsche Seeleute an- geheuert hatte, Diese bekommen einen monat- lichen Lohn von 53,57 Dollar, während der Die„Pälzer Sproch“/ Von Karl Kollnig Der pfälzische Mundartdichter Paul Münch hat einmal das Pfälzische scherzhaft der Mensch- heits Ursprungssprache genannt. Das ist natür- lich nur eine humorvolle Uebertreibung, aber sie zeigt doch deutlich, wie sehr der Pfälzer nicht nur von sich, sondern auch von seiner Sprache eingenommen ist,. Das beweist auch die folgende Geschichte: Ein Franzose und ein Pfälzer stritten gich einmal darüber, welches die schwierigste Sprache sel, das Französische oder das Pfälzische. Eln jeder Wollte diesen Ruhm für seine Mutter⸗ sprache in Anspruch nehmen., Schließlich kamen Sie Gberein, Beweise für ihre Behauptungen zu erbringen.„Können Sie sich einen gröheren Unterschied zwischen Aussprache und Schreib- Weise vortztellen“, begann der Franzose,„Wir schreiben chevaue(Pterde) und sprechen SchWwO?“„Awwer des is Jo garnix“, entgegnete daraut der Pfülzer,„mer schreiwe Pferd unn Suaßge Gaul!“ EI Ein Hauptkennzelchen der ptllzer Mundart, die als Teil des Rheintrünkischen mit dem Hes⸗ Rigchen und Lothringischen verwandt ist und die Grenze gegenüber dem Oberdeutschen bildet, iat das Fehlen der hochdeutschen Lautverschiebung, Aurch die maittelhochdeutsch p zu pt, also 2. H. Appel zu Apfel geworden ist. Daher geht in der Palz der Parrer mit der Peif in die Kerch. Das Pfllzische Klingt derb, raubautzig, breit. Solch vornehm klingende Laute wie 6 und u kennt unere Mundart nicht. Der Pfklser sagt Rel für Ol, Hihner für Hühner, bees für bös. Anderer- seits diphtonctert er häuflg die Vokale o und u, er gaßt Brout für Brot, dout für tot. Manche Undungen werden Übermäbig breit gesprochen Wie Mudda, Vadda, Hunga; viele Leitwörter Werden 80 zusammengesogen, daß) sie für einen PFremden Kkaum mehr verständlich sind Wie halan ur heiraten. Win Outscheidender Vorzutz der Mundurt iat Aenr Hilderreichtum Dor Kopt, des Menschen edelster Körperteil, wird mit Schwelles, Wär⸗ sching, Mörser, Hernschädel, Hawel bezelchnet. Ungemein vielseitige Ausdrucksmittel stehen dem Pfülzer zur Verfügung, um die Wirkung des Alkohols zu schildern: er hott sich än ongeé⸗ raacht, er is voll, er hott e Kischt, er hott gepetzt, getönt, geberscht, er hott'n Schtorm, er hott im Heft, er is beschwippst, er is schtawig. Der Wortschatz der Mundart übertriftt bei weitem den der hochdeutschen Schriftsprache. Der Pfäl- zer spricht nicht, er redd, babbelt, quasselt, schwätzt; er schimptt nicht, der schennt; er geht nicht, er rennt; er kreischt, schnaukt, sautft. In der Sprache spiegelt sich deutlich das We⸗ sen eines Vollesschlages oder Stammes Wieder. Bei der leichten Frregbarkeit des Pfälzers fallen schnell verletzende Schünptwörter wie Pilwe, Schoode, Dormel, Seckel, Flabbes, Lauser, Lod“ del, Aflezippel, Babbsack, dabbisches, lidderi- schess Ding. Aber ebenso schnell ist der auf⸗ wallende Zorn auch Wieder verraucht. Der Ffäl⸗ zer trügt nicht nach. Die pfälzer Mundart spletzelt in hrem Wart- schatz: mannigtache Kultureinflüsse wieder. Die Pfalz als Grenzland im Westen War leicht trem⸗ den Winwirlcungen zugünglich. Wörter wWie Ku⸗ rasch, Finesse, Pläsier, rüsoniere, Vistdliere, redur verraten unschwer ihren franzästschen Ursprung. 0 Die rasche Art des Pfülzers, die Sprunchaftis- keit seines Denkens äubert sich bezeichnender- Weise auch darin, dal er— statt Haupt- und Nebensätze miteinander zu verbinden— gerne nur Hauptsätze anelnander reiht. 80 saßt er: „Sautscht, schtirbscht; saufscht net, schirbscht An; also saufscht.“ Ein Arzt erhielt auf seine Frage nach dem Beflnden der Pattentin die Ant⸗ Wort:„Hita hat se, sescht se, het se; Kihluns, münt se, breischt se.“ Der Pfüälzer denkt meist nicht logisch. Unbedenklich Übersprlngt er die Durchschnittslohn des amerikanischen Seemanns 226 Dollar ist. Man kann sich vorstellen, daß eine solche Konkurrenz, wie die deutsche in diesem Fall, schwer oder gar nicht zu schlagen ist. 400 empörte amerikanische Seeleute beschlossen daher in einer zweistündigen stürmischen Sit⸗ zung erstens, die deutschen Seeleute zu ver- prügeln; zweitens, die Uebergabe des Schifles an eine fremde Flagge zu verhindern; drittens, das Büro der Marinekommission, die diese Ueber- gabe erlaubt hatte, zu belagern. Er würe tat⸗ sächlich zu einem kleinen Kriegszustand in Bal- timore gekommen, wenn nicht ein mutiger Be- amter der Gewerkschaft im letzten Augenblick die empörten Seeleute von der Falschheit ihrer Einstellung mit folgendem Argument überzeugt hätte: Was Ihr erreichen werdet ist, daß die kommunistischen Zeitungen in Ostdeutschland und in den von Ruhland abhängigen Ländern in großen Ueberschriften ankündigen werden, daſl amerikanische Seeleute westdeutsche Ma- trosen terrorisiert hätten. Dies genügte, die stürmische Versammlung in versöhnlicher At- mosphäre enden und die deutschen Seeleute un- gzestört segeln zu lassen. Tateblatk Bundestag drüngt auf Lastenausgleich Bonn. Bei der Debatte über die Auswirkungen des Soforthilfegesetzes ergab sich, daß ein gro- ber Teil des Bundestages auf den baldigen Er- laß des endgültigen Lastenausgleichs drängt und die Soforthllferegelung als Überholt ansieht. Diesen Standpunkt vertrat insbesondere der Abgeordnete Nöll von der Nahmer FDP), der den Bundesflnanzminister aufforderte, so schnell als möglich das Lastenausgleichsgesetz vorzu- legen. Der Abgeordnete Dr. Preiß(FDP) bezeich- nete das Soforthilfegesetz für die Landwirtschaft als untragbar und verwies insbesondere auf die Notlage der hessischen Kleinbauernbetriebe, in erster Linie der Obst- und Gemüsegärtnereien, die durch die Soforthilfe ruiniert würden. Ansiedlung von Vertriebenen Bonn. Die Arbeit im Emsland zur Fruchtbar- machung der ausgedehnten Moorgebiete ist vom Bundeskabinett als dringliche Maßnahme zur Seßhaftmachung von Flüchtlingen anerkannt worden. Sobald die finanziellen Grundlagen ge“ sichert sind, wird das Projekt in Angrift ge- nommen werden, Auf den neugewonnenen Län- dereien sollen mehrere tausend Flüchtlinge als Moorbauern angesiedelt werden. Kriegsopfergesetz Bonn. Das vom Bundestag verabschledete Kriegsopfergesetz hat jetzt auch die Geneh- migung der Hohen Kommissare gefunden. Es wird unverzüglich von Bundespräsident Heuss unterzeichnet und erlangt damit Rechtskraft. Nach dem Gesetz wird an Kriegsopfer mit einer urwerbsbeschränkung von mindestens 50 Prozent sowie Witwen und Verwandten der aufsteigen- den Linie rückwirkend ab 1. Januar 1950 ein Rentenzuschlag von 20 Prozent gewährt. Die Rentenerhöhung wird nur in denjenigen Ländern gewührt, in denen die Rentenversorgung bisher besonders unzureichend war. Es sind dies die Länder Bayern, Bremen, Hessen, Nordrhein- Westfalen, Schleswig-Holstein und Württem⸗ berg-Baden. Die zusätzliche Aufwendung des Bundes für diese Rentenversorgung betragen 80 Millionen DM im Jahr. Wieder Schlafwagen 3. Klasse Hamburg. Mit Inkrafttreten des Sommerfahr⸗ plans am 15. Mai will die Bundesbahn auf allen wichtigen Strecken Westdeutschlands wieder Dritter-Klasse-Schlafwagen einsetzen, wie be⸗ kanntgegeben wurde. Studenten können Professoren emeritieren 0 Prag. Der tschechoslowakische Erziehungs- minister Zdenelt Nejedly brachte in der Na- tlonalversammlung eine Vortage ein, die die revolutionären Anderungen im tschechoslowa- kischen Universitätsleben szeit dem Staatsstreich vom Febrütt 1946 légalistieren soll. 2— gelt dem Früihſahr 1948 ist es an den tschecho- slowakischen Universitäten an der Tagesord- nung, daſß) Professoren und Studenten, die den kommunistischen Aktlonsausschüssen— die Ausschüsse setzen sich hauptsächlich aus radikal Unksgerichteten Studenten zusammen— nicht genehm sind, emeritiert bzw. relegiert werden. Nach der Vorlage kommen die 600 Jahre alte Prager Karls-Universität und die Hochschulen für Kunst und Landwirtschaft unter Staats- kontrolle. Der gesamte Besitz dieser Institute einschließlich der Bücherelten wird Staatsbesitz. Die Vorlage legt ferner fest, daßb Untversitäts- rektoren in Zukunft vom Prüsidenten der Repu- blik und die Dekane, Professoren, Dozenten und Assistenten vom Erziehungsministerium ernannt werden. Studenten sollen in Zukunft nur noch zum Studium zugelassen werden, wenn dies Revolutionäre Eingriffe in das tschechische Universitätsleben „der Planwirtschaft und den sozialen und kul- turellen Bedürfnissen des Staates“ dienlich ist. Schiffsbrand im Hamburger Hafen Hamburg. Der am 25. Müärz im Hamburger Hafen eingetroftene Dampter„La Rosa“ aus Pa⸗ nama gerleét in der Nacht zum Dienstag in Brand. Die Polizei vermutet Brandstiftung. Das Feuer auf dem Dampfer„La Rosa“ ist nach Mittelung der Feuerwehr der erste gröſbere Schiftsbrand im Hamburger Hafen seit Kriegs- ende. Die mit zwel Löschzügen auf Feuerlösch- booten lerbeigeeilte Feuerwehr fand die Decks- aufbauten hell brennend vor. Wegen rasch zu⸗ nehmender Kentergefahr mußzte das Schiff von Besatzung und Feuerwehr bald verlassen wer den. Der Brand wurde dann von auſen weiter belcümpft, bis das Schiff geflutet war und sich auf Grund setzte“ Verhandlung May—Mexver beginnt am 26. Aprll. Wie dpa von der Staatsanwaltschaft Stuttgart er⸗ kührt, beglunt der Prozeß gegen die ersten drei notwendigen Mittelglieder einer Gedankenreihe. Ein Pfälzer stand vor Gericht und hatte sich wegen einer schweren Schlägerei zu veranwor- ten. Der Richter forderte ihn auf, zu erzählen, wWie sich die Sache zugetragen habe. Kurz und bündig erklürte der Angeklagte:„Mer redde hin, mer redde her. Ufft emol hängt dem Heiner 's Aug hausl“ Von der sprüchwörtlichen Schlagfertigkeit und dem unverwüstlichen Humor der Pfälzer schließ- Uch noch eine kurze Geschichte: Der Prinzregent von Bayern inspizierte einst die Feuerwehr von Neustadt. Leutselig richtete er an einen biederen Küfermeister, von dem bekannt waär, daß er gern einen über den Durst hob, die Frage:„Wann häben Sle denn den letzten Brand gehabt, mein Lieber?“„Uft de Gimmeldinger Kerwe, kenig- lichi Hoheit!“ Katbholtsche Publiatstil vor Studenten Vom 7.—16. Märs riet die„Akademische Bontfatius-FHinigung“ Studenten aus dem Kanzen Rundesgebiet nach Hardehausen in Westtalen zu einer grundlegenden Einführung in die Arbelt kath. Publisistik. Was diese Tagunz üÜber den beschrünkten Kreis der stwa 70 Teil⸗ nHahmer hinaus bedeutsam erscheinen läßt, ist ein⸗ mal die Uberschau, die dem studentischen Nach- wuchs von Sachkundigen Wissenschaftlicher und prauletischer Publtzistiie gegeben, die Gefenwarts⸗ aufgaben beurteilen und anpacken zu lehren wußte. Dann aber, daß aus diesem Kreis heraus der Wille zur Kommunikation zwöWischen der sich vielfach Vortchliehenden Glaubens- und Kulturwelt der Kirche und der modernen Form der Publtststil Vorstürkt. Bekannte Persönlichketten aus diesem Fachgebiete prügten das Tagungsprogramm, wie Protl. Hagßgemann, Müunster, Zeltungswissen- schattler und Förderer der deutschen Filmlclubar⸗ beit, Prot, Holzamer, Malnz, vom Südwesttunk, Prot. Rahkop, Dortmund, vom NWDR und an⸗ dere, so-W-¹¾le Redakteure führender Tagesseltungen und Vortreter kKirchlicher Presse. Die immer gtürker Werdende Verapparattslerung der hautigen Gedanken- und Kulturübermittlung und die damit bedingte Kapitalabhängigkelt der Fublizistike erzwingen Konzentration, Massenpro⸗ duktion und dio Ausrichtung aut den Allgemein⸗ beclärt. Jede olgengetormte öttentliche Mittellung verringert den mößglichen Erfassungskreis und gze⸗ ktührdet so die Betriebsrentabilität, bezeugt durch das Sterben mancher zu eng weltanschaulich ge⸗ bundener Zeitungen. Dagegen vermag eine Füh⸗ rungsgruppe von einer breiteren Schicht getragen ein Leitorgan mit geringeren Opfern herzustellen, sel es nun im Druck, im Film oder an einer Rund- tunketellnahme. 80 wurde im Einzelvorstoßs dem Religiösen Raum gegeben 2. B. im Film„Nacht- Wache“ oder in der Wochenzeitung„Michae!“ dem Führungsblatt junger, werktätiger Christen. Weit breitere Arbeit muß in der FErziehung und Aktivierung der ganzen dem Christentum noch empfünglichen Bevölkerungsschicht geleistet Wer⸗ den. Es gilt durch Anregung für Höhrer oder Le⸗ gersuschrift, Fülminformation auch der publizisti- gchen Poduktion oder Vermittlung klar zu machen, daßb sie dem Anteill gerecht werden muß, den billigerweise der christlich denkende Volksteil ver- langen kKkann. H. P. Hulturelle Rundschau Auflühsunt von theologischen Fakultäten. Durch staatliches Dekret wurden dle theologischen Fa⸗ kultäten in Pragß und Brünn aufgelöst. Sie können auf eine mehr als 600ſfAhrigs Geschichte zurückblicken. Die ganze Mahnahme kennselchnet den Kkirchenfeindlichen Kurs des Regimes in der Teschechai. Worner Kraus spleit Hitlier, Werner Kraus Wird in dem Filmn„Die letzten zehn Page Klitlers“ als Rolle Adolft Hitler spialen. Dies teilte der österretchische Filmregtsseur G. W. Pabst bel einem kurzen Aufenthalt in Amnsterdam auf der Reise von New Vorkt nach Wien mit. Zwel Schrikt⸗ steller legten zur Zelt letzte Hand an das Ma⸗ nuskript, das der ehemalige Richter am internatio⸗ nalen Gerichtshofk in Nürnberg. Musmano, auk lne Glaubwürdiglceit Uberprüten soll. Kuperintendent Dr. Wühelm Hahn in Minden hat die Berufung aut den ordentlichen Lehrstuhl der, praktischen Theologte der Untversttät Hel⸗ delberg zum 1. April 1050 angenommen. Die Mannhelmer Kunsthalle hat Kkürzlich eine be⸗ Kannte PFlastik des Hamburger Hlldhauers Ger⸗ hard Marcks erworben. Nach Ansicht von Fach⸗ leuten stellt das Werk eine der bedeutendsten An⸗ gchafktungen dar, die seit Kriegsende von einem deuttzchen Kunstinstitut gemacht Worden sincl. Der Kaäuf War durch Stiktungen Mannhelmer ermöglicht Worden. — hnmh nen EE SSaganda2 SrCg(eOn FFee He Uie tel 1*e Un eeeeeeee f Tageblatt Waldbrand am Philosophenweg Bel der Unteren Kühruhe am Fhilosophenweg brach gestern nachmittag bald nach 15 Uhr ein Waldbrand aus. Vier Polizeibeamte und mehrere Waldarbeiter legten bis zum Eintreffen der Feuerwehr eine Schneise, um s0 ein Weiter⸗ tressen des Feuers zu verhindern. Die Feuer- Wehr grift dann mit Waldbrandgeräten ein. Sie konnte gegen 17 Uhr wieder einrücken. Etwa 1,6 Hektar Wald wurden ein Raub der Flammen. Unterhalb der Brandstelle War Rei- sig verbrannt worden. Es ist anzunchmen, daß sich das Feuer von hier aus auf das Waldstück ausdehnte. Sfadtnoflzen Der Füumelub Heidelberg zeigt am Mittwoch, den 29. 3., um 23 Uhr in den Kammerlichtspielen, in geschlossener Sondervorstellung den berühmten, 1929 gedrehten Film„Der blaue Engel“(Re- Esseur: Joseph von Sternberg. Hauotdarsteller: Emil Jannings und Marlene Dietrich). Neuein- schreibung von Mitgliedern und Kartenausgabe: Montag bis Mittwoch, 11 bis 13 Uhr. Alte Universi- tät, Zimmer 9. Die wichtissten Veranstaltungen des Amerika⸗ Hauses. Mittwoch, 29. 3., 18.15 u. 20.00. Schall- Plattenkonzert:„Das musikalische Kunstwerk“, Beethoven:„Hroica“, Utg. R. Bever. Freitag, 81. 3., 14, 16, 18, 20 Uhr: Filme: Water, friend or enemy; Die große Ernte; Ernte für Morsen; Der Cowboy von heute.— 16.15: Amerikanische Volks- musik. 20,00: Schallplattenkonzert:„Wege zur neuen Musik“,„Wandel des Instrumentariums“, Lts. Dr. Zobeley. Die Plastikausstellung von Prof. Haf- tenrichter und eine Ausstellung von Abbil- dungen amerikanischer Skulpturen im 1. Stock des Hauses ist täglich von 10—20 Uhr geöfknet. Zeitungsbesichtigung. Eine Jugendgruppe des GVYA, bestehend aus 15 Jugendlichen im Alter von 18 bis 22 Jahren, besichtigte gestern abend die Hei- delberger Gutenberg-Druckerei, um den Werde⸗ gang einer Tageszeitung kennen zu lernen. Von der Aufnahme der Nachrichten im Hellschreiber, üher das Wunderwerk der Setzmaschinen bis zu den riesigen Rotationsmaschinen sahen die jungen Männer in zusammengeraffter Form die kompli- zierte Herstellung des„Tageblatt' und waren— Wie sie uns versicherten— von der Vielseitigkeit der einzelnen Arbeitsgünge tief beeindruckt. Uhren 80. Geburtstag feiert heute in körperlicher und geistiger Frische Frau Maria Liebig, Wa- genwerkmeisterwitwe. Wir wünschen der Jubila- rin weiterhin beste Gesundheit! Ihren 80. Geburtstag feiert heute Frau Fugenie Hoffmann, Mönchgasse 6, Witwe des Reichsbahn- amtmannes in Karlsruhe. Wir gratulterenl DIESTADTSEITE Im März 1945 flelen hinter dem Botani- schen Garten und dem Tiergarten Bomben, die erhebliche Schäden verursachten, im Bota- nischen Garten zersprangen die Gläser der Ge- Wüchshäuser, die empfindlichen Pflanzen waren der Witterung schutzlos preisgegeben und gingen zum großen Teil ein. Unendliche Mühe kKostete et, den Garten wenlgstens teilweise wieder auf- zubauen. Schon einmal hatte ein Heidelberger Botani- scher Garten unter einem groſlen Kriege zu lei- den, ja, er verschwand im Lautfe dieses Krieges völlig. Es war in Heidelberg die erste Anla ge dieser Art, die der Leibarzt Kurfürst Friedrichs des III. und Professor an der medizinischen Fa⸗ kultät Heinrich Smetius im Jahre 1593„Vor dern Marckbrunner Thor“ anlegen lieg. Nach dem dreiſligjührigen Krieg erstand im Jahre 1679 im„Hñerrengarten“ in der Vorstadt der zweite Botanische Garten Heidelbergs, etwa zwischen der Theaterstraße und der Märzgasse. Ein Zeitgenosse schrieb über den Herrengarten: „Es hat auch Ihr Churfürstlichen Gnaden einen Garten in der Vorstadt liegen, in welchem neben allerhand frembden und ausslendischen gewüchsen 80 grosse, stattliche Feigen und Po- merantzen und Citronenbäum zu sehen, dess- gleichen ich in Italien und Egypten nicht viel gefunden. Die werden des winters mit einge⸗ Wermbten Hütten von holtz zugericht verwaret, damit der frost ihnen keinen schaden thue.“ Auf dem heutigen Friedrich-Ebert-Platz lag der dritte Botanische Garten aus dem Jahre Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm traf getern nachmittag in Heidelberg ein. Es war ein erster Intormationsbesuch zu den Fragen der Heidelberger Bahnhofspläne. Aus diesem Grunde War von einen offiziellen Empfang des Ministers und seiner Begleitung und einer öffentlichen Be- ratung abgesehen worden. Dr. Seebohm, der um 16,56 Uhr in einem aus 2 Wagen bestehenden Sonderzug von Bonn kom- mend in Mannheim eintraf, wurde schon dort von Oberbürgermeister Dr. Swart abgeholt. Die Fahrt ging zunächst zum Baggerloch. Anschlie- bend fand in den Räumen des Kurpfälzischen Museums eine Konferenz statt. An ihr nahmen teil: der Prüsident der Bundesbahn, Prof. Dr. Frohne, die Bundesbahn-Bezirkspräsidenten Hammer, Böme und Lübbecke, der würt⸗ Im April steigen Heidelbergs neue Fremdenlührer ins Examen Die Schönheit der Stadt soll sprach- und fachkundig erklärt werden Das vom Stüdt. Verkehrsamt Heldelberg durch⸗ geführte Protzramm tür Schuluntz der Heidel- berger Fremdenführer wird in den nüchsten Wochen abgeschlossen werden. Unter den„Schü- lern“ befinden sich außer einigen Studenten 2u- meist Damen und Herren ülterer Jahrgänge. Am Mittwoch, 22. März, sah das Schulungs- programm eine Schulführung durch den Heidel- berger Schloßgarten unter der Leitung des älte- sten deutschen Fremdenführers, Philipp Mech- ling, vor; Dr. Neumann hat eine weitere Schulführung auf der Scheflelterrasse über⸗ nommen. Am 29. März erfolgen Schulführungen durch die Altstadt, wobel englische und deut- sche Erklärungen von den Teilnehmern abzu⸗- Monatsbericht der Kriminalpolizei Wührend im Monat Februar die Zahl der Dieb- stähle gegenüber dem Januar zurückging und auch die Zahl der schweren Diebstähle rückläufig ist, haben die Einbruchsdiebstähle zu- genommen. Hier gelangten im Vormonat 8, im Februar jedoch 13 Fersonen zur Anzeige. Wegen Motorrad- und Fahrraddiebstahls wurden im Ja- nuar wie auch im Februar 13 Delikte angezeigt. Wegen Betrugs gelangten 61 Personen(45) zur An- zeige, wegen Unterschlagung 25(23), wegen Heh⸗ lerei 4(3), wegen widernatürlicher Unzucht 4(63, wegen Notzucht 2(63), wegen Sittlichkeitsver- brechen 3(), wegen Kuppelei 4(2), wegen Un⸗ zucht mit Kindern 3(3), wegen Betrugs und Glücksspiels 2, wegen Bigamie 1 und wegen Ver⸗ trlebs unzüchtiger Bilder und Schriften 8 Personen- Zwel Personen begingen Hausfriedensbruch, vier kahrlässige Brandstittung. Zwei gelangten wegen Untreue, Nötigung und kalscher Namensangabe zur Anzeige, zwei wegen Verletzung der Unterhalts⸗ Pflicht und zwei weitere Personen wegen Ver⸗ gehens gegen das Heilpraktikergesets und wegen Erregens öflentlichen Aergernisses. Im gleilchen Zeitraum wurden kestgenommen: Wwegen Diebstahls und schweren Diebstahls 14. Wegen Untreue 1, wegen Bigamie 1. wegzen Be⸗ trugs 4, wegen Unterschlagung 3, wegen Glücles- Apiels 1, wegen Hehlerei 1, wegen Kuppelei 1, wetzen Betrugs und Glücksspiels 1, wegen Not- tucht 1 Person und wegzen welterer Sittlichkelts⸗ Vorbreéchen 3 PFersonen. Wetterbericht Varhersage des Wetteramtes Karlsruhe, gültig bis Hannerstaßtrün: Trockten und überwiegenck heiter, ört⸗ Uch Frühnebel, Höckisttemperatur 16 bis 16 Srad. Tietst⸗ temperatur nahe 9, Grad. Stellenweilse leichter Roden⸗ trost, SchwWachie bis mäühlige Winde zwischen Nordwoest und Nordost. Wasserstand Rhein: Caub 130— Malnt Steinbach 1%— Nechar: PFlochingen 110. Heidelberger Informatlonen vom 20. Mürz Amerikahaus. 16,16 urcl 30 Uhr: Schallplatten⸗ Konzert in der Rethe„Das musikalische Kunst⸗ wWerk“, Beethoven:„Eroica“. Atkädtische Bünhnen. 19.30 Uhr, Miete B und kreter Verkaut:„La Boheme“. Capttol., 30 Uhr: Die Rerliner FPhilmarmoniker pielen Mosart, Schubert, Beethoven. Kinoproßramm. Schloſt Die groſſe Leidensckiatt. Kammert Schneswittchken, Gloria: Die Frau des An⸗ deren. Odenn; Ttanio, Apolla: hie ohne Llebe. Kurbelt tanieo, Kamorat Viel Lärm um MNixt. Hachlens Blinde Passagters. geben sind. Am 5. April führt der Weg nach Handschuhsheim und zur Philosophenhöhe, Der darauffolgende Tag ist einer Stadtführung ge- Widmet. Am 12. April steht Neckarstein- a ch auf dem„Lehrplan“. Prof. Höpk e, der bekkannte Heidelberger Anatom, der zugleich ein hervorragender Kenner der Geschichte un- serer Stadt ist, hält am 19. April im Amerika- Haus vor den zukünftigen Fremdenführern ein Referat über das Thema„Heidelberg“, während der Leiter des Verkehrsamtes, Dr. Steinbauer, am gleichen Tag von 16—19 Uhr über die wirt⸗ schaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs referiert. Der 26. April setzt den Schlußpunkt unter das Schulungsprogramm der Fremdenführer: Vor einer besonderen Prüfungskommission findet im Amerika-Haus von 17—19 Uhr eine Abnahme- prüfung der Kandidaten statt, die im Sommer 1950 deutschen und ausländischen Gästen die Schönheiten und Reize unserer Stadt sprach- und fachkundig erklären sollen. Die Erweiterung der„KXüönigstuh!l“ Gaststätte wird von der nüchsten Woche uan, ohne Störung des Betriebes, begonnen und gchrittweise durchgeführt. Zunüchst werden die Stützbalken der Fassade entfernt. Der erste Ab- schnitt umfaßt die Erweiterung des Keller- geschosses. Endziel ist die Vergröherung des Restaurants auf doppelten Umfang und der Einbau von Fremdenaimmern müut insgesamt Pressekonferenz 14 Betten. Kurze Sladinolizen und Verelnsnachrichlen Lebensmüder nen ston vom Zur Uberfahren. Gestern morgzen gegen 6 Uhr Wurde auf der Bahn- strecke St. llgen—Heidelberg eine männliche Leiche getunden, bei der der Kopft vom Rumpt Hetrennt war. Bei dem Toten, einem b90jünrigen Heldelberger, wurde ein Abschledsbrief getfunden, der den Selbstmord des Lebensmüden motivierte. Vom Roten Kreus. Im Rahmen des Frste-Hilte⸗ Kurses fkür die Berelitschafkten m und wW ösowie der Jugend kindet morgen, Donnerstag, 10.30 Uhr, im KAHrohben Hörsaal der Anatomie, Eingang Brunnen- KHuagse, eine Kkostenlose Lichtbildervorführung durch das Amerikahaus statt. Die Tellnehmer des Kur⸗ gei sgwWile Interesgenten aus der Bevölkerung wer⸗ den hierzu freundlichst eingeladen. Veber„Geschwelllte Stahlkonstruktlonen“ findet am Donnerstag um 19 Uhr im großſen Hörsaal des Anatomischen Instituts der Universität Heldelberg ein Lichthilder-Vortrag statt. Die Ueberpartelllehe Arbeitssemelnschaft Hel⸗ delberg veranstaltet am Freitag um 20 Uhr im Hör⸗ gunl 13 der Neuen Universttät ein Forum Über dus Landtags- und Wahlgeseta. Das Forum soll der Autlelärung tär die Wühler über die Restimmun⸗ gen des Gesetzentwurtes von Innenminister U11⸗ reh dienen, sowie die Standpunkte der verschie- denen politischen Richtungen haleuchten. „Matthkus-Fussion“(ungeletürste Aufführung) von Joh. Seb, Bach wird am Sonntag, 2. April, 16.90 Uhr, in der Helliggeistletrche aufgoführt. Mitwir⸗ kende sind: Rvangelist: Heins Märten; Jesus: Hans Olat Hudemann; Chor des Bachvereins; Knaben⸗ chor: Aus dern kKlrchenmustikalischen Inatitut und Gymnastum; Artanm und Rositatet Marta Schillings (Sopran); Gusta Hanuner(Alt); Claus Ocker(Baß- Arien): das Städtische Orchester; Cambaol: Renate Noll; Orgel: Helmut Tramnitsz; Leitung: Prof. Dr. Hermann Meinhard Poppen. delberger Gebhardt grüßen, Süngersache zugleich mit dem eins in chorischer bunden ist. Den Verstorbenen des Vereins galt ein Stilles Gedenlcen. Die Berichte des Vorstandes, des Sohritttührers Aufwärtsbewegen Tatsache, Jugend heranzusiehen und sie zu Sinne die nauen Wege, die seitens des Badischen Sünger⸗ bundes als richtungweisend angeselgt werden, Der Chor, letzten hat, wird an diesem Ziele festhalten. Wesentlichen bewührten Münner, voran die einstimmige Wleder⸗ Wähl Karl Gebhardt. Süngerbundestest betelligt stoh der Verein gonchlossen, benso bel Anläasen betreundater Vor- eina. 1705, der durch den Anatom und Physiologen G. M. Gattenhof zwischen 1767 und 1768 zu höchster Blüte gelangte Das Grabmal Gatten- hofs ist im heutigen Botanischen Garten auf- gestellt. Von nun an mußte der Garten immer wieder der wachsenden Stadt weichen und weiter nach Westen verlegt werden. Kurze Zeit befand er sich hinter dem Dominikanerkloster im der Brunnengasse, um dann im Jahre 1655 an den Bismarckplatz, wo heute noch das Botanische Institut steht, verlegt zu werden. Vierzig Jhre dauerte es, bis er zun„Verkehrs- hindernis“ erklärt wurde und in die Berg- hoeimer Straße umzichen mußte. An der Ludolt-Krehl-Klinik erinnern heute noch ein Eekpfeiler mit Inschritt und ein Gartenstreifen daran, daß hier bis zum Jahre 1912 der Botani- sche Garten gelegen hat. Heute müssen wir hinüber nach Neuenhelm zum Neuenheimer Feld wandern, um den Botanischen Garten zu besuchen, Das übliche Los der Botanischen Gürten Deutschlands ist es, vor den wachsenden Städten ausweichen zu müssen. In vielen italienischen und französischen Städten ließ man bewuſßt die botanischen An- lagen innerhalb der Stadtmauern, und erhielt 830 ein reizvoll aufgelockertes Stadtbild. Mit viel Mühe muß das dreieinhalb Hektar grole Gelände auf dem Neuenheimer Feld instand gehalten werden. Wege sind zum Peil Vergrast, von den acht Gewüchshäusern sind drei völlig zerstört, die Heizanlage verrostet, an vielen Stellen rinnt das Wasser aus den Röhren. Der Bhesudi des Bundesverkehrsministers in Heidelberg Konferenz im Kurpfülzischen Museum über Bahnhofsfrage tembergisch-badische Verkehrsminister Stel- maier und Vertreter der Bundesbahn. Weiterhin waren zu diesen Besprechuhgen eingeladen: die Bundestagsabgeordneten Prof. Dr. Wahl und Dr. Gollitschek und die Fraktionsführer des Stadtrats, die Herren Ho- nickel, Lauterbach, Boening, Rausch und HFHetzer. Zugegen waren auch Dr. Fuchs von der Fuchs-Waggon A.G., Prüsident Stern- berg von der Industrie- und Handelslcammer und Hauptgeschäftsführer Fries. Von der Stadtverwaltung nahmen an der Konferenz teil: Oberbürgermeister Dr. Swart, Bürgermeister Amann, Oberrechtsrat Am- berger, Oberbaurat Hussong und Oberbau- rat Dr. Albrecht. Nach der Beratung, beil der an Hand von Plä- nen mehrere Vorträge über Heidelberger Pro- jekte gehalten wurden, folgte ein Abendimbiß in der Trinkstube des Kurpfälzischen Museums. Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm wird heute seine Informationsreise fortsetzen. Am Donnerstag-Abend wird er im Rahmen einer im Stuttgarter Landtagsge- büude Fragen Über seine Gedanken und Ein- drücke zu Verkehrsproblemen im württember⸗ Eisch-badischen Raum beantworten. Mittwoch, 29. März 1950/ Nr. 67 J Seſte 3 „Hier hal die Politik nodi nichis hineinzureden“ Durch Heidelberze Botanischen Garten— Samenpückchen aus aller Welt— Bombenschäden und materielle Sorgen Allein 30 000 DM werden benötigt, um die Schũ- den wieder auszubessern. Bei dieser Lage wird es wohl kaum möglich sein, die schon seit dem Jahre 1912 geplante Verlegung des Botanischen Instituts vom Bismarckplatz zum Botanischen Garten durchzuführen. Unter der Leitung von Prof. A. Seybold bemühen sich sieben Gärtner, den riesigen Gar“ ten, der im Grunde genommen allzu großzügig angelegt worden ist, instand zu halten. Es konn- ten schon viele Fortschritte erzielt werden, aber manche Schwierigkeiten sind noch zu über⸗ Winden.„Wo bekomme ich Pferdemist her?“ Dies ist eine der vielen Sorgen; denn natürlicher Dünger ist für das Gedeihen der empfindlichen Pflanzen unbedingt erforderlich. Eine Stäütte der Forschung VUeber den wissenschaftlichen Wert eines Botanischen Gartens gibt es wohl kaum Zweifel. Wir brauchen hier nur an die medizini- sche Forschung, an die Erforschung der Pflanzen- Vitamine, Heilpflanzen usw. zu denken. Machen wir einen Ruündgang durch die Garten- anlagen, so gelangt man in einen Raum, in dem Sümereien gesichtet, verpackt und geordnet wer- den. Auf den kleinen Samenpäckchen liest man Namen, wie New Vork, Moskau, Belgrad, Rom usw. Alle Botanischen Gürten der Welt tauschen autf Grund von aufgestellten Samenlisten die wertvollen Sämereien aus.„Hier hat die Politile noch nichts hineinzureden“, bemerkte schmun- zelnd ein Gärtner. Wohl in aller Erinnerung ist noch das im Jahre 1936 angelegte Klostergärtchen, in dem sümtliche von Walafried Strabo, dem Abt des Klosters Reichenau, im Jahre 627 beschriebenen Pflanzen vorzufinden sind. Wir kamen weiter zum japanischen Garten mit dem nun leider zer- fallenen Teehaus, besahen uns die wiederauf- gebauten Gewächshäuser mit herrlichen Pflanzen aus heißen Zonen unserer Erde und den Stein- garten mit der Farnschlucht. Das Gewächs- haus, in dem die Viktoria-Regia zu schen wWar, ist leider zerstört. Schönheit der Pflanzen Die Freude und Beschaulichkeit an der Schön- heit der Natur ist den Menschen etwas verloren gegangen, meinte Prof. Seybold, und erzählte wehmütig von Zeiten, in denen wirklich natur- freudige Menschen gern um der Schönheit der Pflanzen willen den Garten aufgesucht haben und in denen noch botanisch Interessierte das Institut nach Kräften förderten. Zu schlechte Erfahrungen mit Besuchern des Gartens haben dazu geführt, daß man sich nun uamnm Pförtnerhaus voraustellen hat, wenn man die Anlage besichtigen will. Doch wird dann einer Besichtigung nichts im Wege stehen. Wir verweisen in diesem Zusammenhang aut schen Vereins im Botanischen Institut, die jeden Monat einmal bei freiem Eintritt durchgeführt werden. Nüdhslen Sonnlag verfinslert sidt der Mond ſolal In zwel Stunden kühlt sich Gestein der Mondoberfläche um 280 Grad ab Finsternisse wiederholen sich in einem Zeit- raum von etwa 16 Jahren und 11 Tagen: Die Vorgängerin der Mondfinsternis des 2. April ktand am 22. März 1932 statt, die damalige Fin- sternis war aber noch nicht ganz total, während jetzt der Mond durch den Kernschatten der Irde, wenn auch nur kurze Zeit, völlig ver- flnstert wird. Die Ursache dieser Aenderung ist die Anzie- nhungskraft der Sonne, welche die Mondbahn im Laufe der Zeit etwas veründert. Die Fin- sternis vom 13. April 1966 wird noch stärker total sein, weil dann der Mond noch weiter durch das Innere des Schattenlcegels der Erde zieht. Die Finsternis ist bei uns in ihrem ganzen Verlauf in den Abendstunden bequem sicht- bar; denn der Mond geht um etwa 16%½ Uhr aut. Erst um 19,00 Uhr(Stellung 1) tritt er in den„Halbschatten“ der Erde ein, was noch keine merkliche Trübung des Mondlichtes her- Vorrufen wird. Eine Stunde später, um 20,09 Uhr(2) greitt dann der Kernschatten der Erde Erfolgsmeldung der Heidelberger Liedertafel Ihre 91. Jahreshauptversammlung hielt die He1- Liedertatel in threm Vereins- Ab. Krster Vorstand Karl ein vollbesetstes Haus be⸗ dall das Interesse an der Ufstteg des Ver⸗ das engste ver- lokal„Zum Essighaus“ konnte ein Zeichen. Hinsicht auf Kasgse lassen erkennen. Verein ein gstetes Gerade die Helungen ist, die begelstern, ist tür die Zukunkt von großer Bedeutung. In dieésem vVertolgt auch Chorleiter Frich Hübnor und der dah) eg dem der dieses noue Mühen berelts beit seinem Konzert erkfolgreich unter Beweis Kestellt Die Wahl des Gesamtvorstandes brachte mit un⸗ Aenderungen die Wiederwahl der Malermeister HBadischen des, settherigen 1. Vorstands, Am diesjäührigen O. V. auf den linken Mondrand und wird sich als Verfinsterung geltend machen. Um 20,31 Uhr Wird das Ringgebirge Copernicus verflnstert, um 20,56 der strahlenumglänzte Tycho auf der Südhalbkugel des Mondes und um 21 Uhr 29½ Min.(3) beginnt die Totalität, deren Mitte um 21,44 Uhr(4) eintritt. Schon um 21,59 Uhr(5) wird der untere Mondrand wieder vom Sonnen Ücht getroflen, um 22,21 wird Tycho, um 22,42 Uhr wird Copernicus wieder frei und um 23,19 Uhr(6) endet die Finsternis im Kernschatten. Wührend der— wieder praktisch nicht sichtbare — Austritt aus dem Halbschatten der Erde erst am 3. April um 0,10 Uhr(7) erfolgt. Dauert in diesem Fall die Verfinsterung eines Punktes der Mondoberfläche je nach Lage auch nur knapp 1½ bis 2 Stunden, 80 Kkühlt sich das Gestein der Mondoberfläche, das unter dem Einfluß der Sonnenstrahlung bel Vollmond auf etwa 180 Grad erhitzt ist, in dieser kurzen Zeit doch auf etwa—100 Grad ab, weil keine Mondatmosphäre die Ausstrahlung verhindert. Kurze Zeit nach Beendigung der Finsternis Wird der frühere Hitzegrad wieder erreicht. Erwähnenswert ist noch, daſß etwa zur Zeit der Finsternis eine weitere„Finsternis“ gtatt⸗ findet: Ein Stern 6. Größze in der Jungtrau(also trota Mondhelligkeit in einem kleinen Fern⸗ rohr oder Feldstecher noch sichtbar) wird vom Mond„bedeckt“, d. h. es flndet der einer Son- nenſinsternis analoge Vorgang statt. Der Stern Verschwindet am südöstlichen Mondrand um 20,5 Uhr und erscheint ziemlich genau am Westlichen Rand wieder um 21,13 Uhr. Dr. Malsch. ———— Autobus-Fahrt zu den Atlantik-Flugzeugen Das Autobus-Reisebüro der Heidelberger Stra⸗ gen- und Bergbahn-Ad, unternimmt am kommen⸗ den Sanntag, den 2. April, eine Sonderfa hryt nach Frankfurt, die ein besonderes Erleb⸗ nis bieten wWird. goll der Rhein-Main⸗ Flughafen besichtigt Worden, um elnmal Gelegenheit zu geben, die groſßlen Atlantile-FHlug⸗ zeutgze der American Overseas Airlines zu betrach- ten. Im Mittelpunkt des Interesses Wird dabel Währscheinlich das größte Fassaglerflugzeug der Welt, der„Strato-Crulizer“, sein. Diese Maschine, dte von Franketurt aus den Atlantileklug nach New Vork in 6000 Meter Höhe bewältigt, gehört bekanntlich zu den modernsten Reisetlugzeugen. die die Technike zur Zeit kennt. Nach 1 bis 16— gtündiger Besichtigung des Flughafens rtolgt noch eine Rundtahrt über Bad Homburg zur Saalburtz, dann über Königstein nach Frankturt zurtick. Der Fahrpreis betrügt 12 M. Anmeldungen nimmt das Reisebüro entgegen. ES Die nllchste Mustka VIVa-Veranstaltune klndet am 4. April in der Sendestelle/Stadt mit Worleen von Hindemith, Hesse und Strawinsley gtatt. die Vorträge des Naturhistorisch-Medizini- ——— Seite 4/ Nr. 67/ Mittwoch, 29. März 1950 Stadt Eberbach Neues Fachwerkhaus am Alten Markt Der Alte Markt ist einer der Plätze in Eberbach, Wo der altertümliche Charakter unserer Stadt am sichtbarsten und vollkommensten erhalten ist. An einem der Hkuser, die diesen schönen Platz säumen, am Gasthaus„zum Engel“, stehen Anstreicher- gerüste. Ueber ihrer Arbeit legten die Handwerker Unter dem Putz und dem seinerzeit nicht gerade glücklich gewählten Anstrich das Fachwerk bloß. Man dürtte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und müßteé, um der Harmonie dieses Platzes Willen, Mittel und Wege flnden, das Fachwerk dies- mal sichtbar zu erhalten. Die Verpflichtung sol- cher Aufgaben fühlt man gerade in diesen Tagen doppelt, wo es sich am Samstag, den 25. März, zum fünften Male jährte, daß ein Stück Alt-Eberbach beim PFliegerangrift unwiederbringlich verloren Eing.-elk⸗ Der Bund der Steuerzahler Württemberg-Baden E. V., der vor kurzem bei der sonntäglichen Protest- kundgebung im Volkstheater zum ersten Mal in Aberbach äàuftrat und seine Ziele bekanntgäb, be- sitzt nun auch hier eine Geschäftsstelle, Ihre An- schrift ist: Beckstraße 14a(Tel. 272). E Am gestrigen Dienstag begann der Kartenvorver- kaut für das„Deutsche Requiem“ von Brahms“, das am Kaärfreitagnachmittag in der evangelischen Kirche aufgeführt wird. Ausführende sind: der ge- mischte Chor der Kunstfreunde Eberbach mit So- listen und dem städtischen Orchester aus Heidel- berg, unter der Leitung von E. Heidegger. Vorver- Kaufsstellen: Kunstgewerbehaus Mack& Cie., Wieprecht und Krauth, Leih- bücherei Rheinzirkel und Neckartal-Reisebüro. In der evangelischen Kirche wurden dieses Jahr 145 Konflrmanden geprüft und eingesegnet und da- mit teierlich in die Gemeinde aufgenommen. Am Sonntag, den 19. März, waren es 41 Knaben und 14 Mädchen der Pfarrei I(Stadtpfarrer Dr. Wallen- wein), am vergangenen Sonntag 29 Knaben und 31 Mädchen der Pfarre II(Stadtpfarrer Kumpt). Alle Konflrmanden werden gemeinsam am Palmsonntag zum Tisch des Herrn treten, um zum ersten Mal das Abendmahl zu empfangen. Die erste Gruppe machte am Montag nach ihrer Einsegnung mit ihrem Ptarrer einen Omnibusausflug nach Speyer, Heildelberg und Schwetzingen. Pfarrer Kumpf will mit dem Konflirmandenausflug die Zeit der Baum- blüte abwarten. Wir wünschen allen Konfirmanden Hür die Zukunft alles Wure Am Freitag, den 31. März, 20 Uhr, veranstaltet die Stadtverwaltung im Volkstheater einen öf- fentlichen Ausspracheabend. Es ist der letzte, der um Winterhalbjahr durchgeführten Reihe, darum sind auch keine speziellen Themen dafür an- gesetzt, es sollen vielmehr Fragen allgemeiner Art besprochen werden. Die Bevölkerung wird um rege Teilnahme gebeten. Wir gratulieren Eberbach. Heute felern Frau Lins Haas, Untere Badstr. 24, ihren 77. Geburtstag, Frau Elise Sack, Odenwaldstr. 32, ihren 76. Geburts- tag und Herr Martin Schmitt, Rosengasse 4, seinen 78. Geburtstag. Wir gratulieren den qubi- laren herrlichl Rainbach. Herr Adam Wißwässer keierte in Körperlicher Rüstigkeit seinen 75. Geburtstag. Sturz mit Todesfolge Hirschhorn. Der 65jährige Schiffsführer Seb. BIGdorf aus Hirschhorn kam am Freitag abend auf tragische Weise ums Leben. Als er zu seinem Schift, das im Hafen in Heilbronn vor Ankter lag, zurückkehren wollte, glitt er aut der von Bord zum Land führenden Holzblanke aus und fiel dabei s0 unglückelich auf einen Stein, daſl er sich an der Schläfe eine tiefe Wunde zuzog. In bewußßtlosem Zustand brachte man den Ver- letzten, der teilweise imm Wasser lag, an Land, Bei Eintreffen des Arztes war der Tod bereits eingetreten. Reidel. LWDKnEIS MHEInHREnG Uvn UMGEnUN Die Wieslocker Schuhindustirie isi krisenfest Wiesloch— die Heimat des„Greif“-Schuhes/„Vereinigte Leder- und Schuh fahrik“ hült Schritt mit der Mode Wir brachten gestern einen Bericht über die alte Wieslocher Gerberei der„Vereinigten Leder- und Schuhfabrik“ Heute wollen wir unsèere Leser in die Betriebsräume der Schuh- tabrik führen, Wo das in der eigenen Gerberei erzeugte Leder weiterverarbeitet wird. Betriebsführer Löchner führt uns in seinem Büro an einen großen Glasschrank:„Ein Quer-⸗ schnitt unserer Fabrikation...“ Herrenschuhe, Da- menschuhe. Kinderschuhe, Uber 80 Modelle und alles beste Greif-Qualitätl In letzter Zeit erlebten wir in Wiesloch schon manche Uberraschung, In seinen Mauern beherbergt das Weinstädtehen eine Industrié, die sich sehen lassen kann. Daß auch Und wie ist der Absatz?— Herr Löchner gibt uns bereitwilligst Auskunft:„Im Gegensatz zu ande- ren Fabrikationszweigen kann in der Schuhbranche von éiner Krise kaum die Rede sein; vorläufig können wir nicht klagen“. Die einzige Sorge, die die Herren der Betriebsleitung bewegt, ist die des„Auf- Lager-Arbeitens“. Das Fublikum ist verwöhnt, es werden nur noch Modesachen gekauft; natürlich In langer Reihe sitsen Frauen und Mädohen an Sperlalmaschinen, um die uugeschnlttenen Leder- stücke, das Futter und das Oberleder aneinan- derzunähen. Viele Hand- Arlitle sind notwendig, bis aus den vielen Einzeltel⸗ len ein kertiger Schuh entstanden lat. Autnaumen: Rachmann nur die neuesten Modelle! Also kann, abgesehen von dem normalen Arbeitsschuh, kaum stwas auf La- ger gehalten werden. Wie die Bestellungen eialau- ken, wird im Betrieb gearbeitet. Und die Bestel- lungen laufen ein. So, dahß jeden Tag um die 400 Paar Schuhe hergestellt werden können— zur der bekannte Greif-Schuh ein Wieslocher Kind ist, Freude der 120köpfigen Belegschaft, die auf Ge- 1st vielen sicher neu. deih und Verderb mit dem Betrieb verbunden ist. Der zweile Verhandlungslag in der Aläre Slevens Gerichtsvorsitzender:„... Wir sind doch nicht im Theater!“ Der zweite Verhandlungstag der Dienststrafkam- mer im Sitzungssaal des Landratsamtes Heidelberg geogen den suspenditerten Neckargemünder Bürger⸗ meéister Heinrich Stevens brachte in Fortsetzung der Beweisführung weitere Zeugenvernehmungen. Regterungsrat Dr. Walter Reildel bekundete, dah die Untersuchung gegen Stevens korrekt ver- laufen sel. Seiner Frinnerung nach sei Landrat Klotz einmal wegen einer unwahren Sachver⸗ Haltsschilderung heftig geworden. Doch habe er, „die Sache sofort abgefangen“ und dem Heschuldigten Stevens gesagt:„Sle können erklären, Was Sie wollen“. Sehr ausführlich wurden zwel ehemalige 0T- Angehörige zur Frage der Personalakten von Ste⸗ vens gehört. Der 42jührige Hans F. aus Eberbach hatte Stevens als Personal- und Verwaltungssach- bearbeiter bei der O0T Weinsberg kennen gelernt. Er schilderte dem Gericht, daß er Ende April 1945 beim Schluß der Rückzugsbewegungen auf einem LKW eine Kiste mit Personalakten vorgefunden habe, Die Papiere sollten verbrannt werden. Dabei haäbe er u. a. die Personalpapiere von Stevens als beglaubigte Abschriften in der Hand gehabt und gelesen. Er könne sich genau eèrinnern, daß dabei ein Schreiben war, aus dem für ihn hervorgegan- gen sei, daſl Sterens„Diplomkaufmann“ sei. Die Papiere wurden schlieſflich, als die Franzosen heranrückten, verbrannt. Der Vorsitzende, Verwal- tungsgerichtsdirektor Rapp, Karlsruhe, quittierte diese Aussage mit dem Bemerken:„Fort ist fort, leider!“ Der Zeuge bekundete weiterhin, daß die „Dienststelle Stevens“ bis zum Schluß gut funk⸗ tlontert habe, Rechtsanwalt Dr. Leonhardt als Verteidiger des Beschuldigten wünschte, daſb diese Nachricklen aus der engeren Heimal Schnelles Zugrelken der Wieslocher Kriminal- vollzel Wiesloch. Die Einbrecher, die in der Nacht zum Donnerstag, 23. März, in die Bauhütte des Maurermeisters Braun und in die Erfrischungs- halle beim Metropol-Kino gewaltsam, eindran- gen, konnten auf ihrer Flucht in Oberhausen ertzriflen und festgenommen werden, Bei den Tütern handelt es sich um drei aus dem Ju- gendstitt Sinsheim entwichene Zöglinge im Alter von 16—19 Jahren. Sie führten bei der Ergreitung noch Arbeitskleidung, Süßigkeiten, Gebrauchsartikel, eine kleine Menge Bargeld und 3720 Stück Zigaretten mit sich; die Waren konnten an die Geschädigten zurückgegeben werden.— Nachdem die Diebe in der Bauhütte die Kleider gewechselt, eine Kreuzhacke und einen Maurermeißel entwendet hatten, hoben sie mit Hilte dieser Werlezeuge den Fensterladen am Kiosk aus, schlugen die Scheibe ein und verpacketen bei Kerzenlicht verschiedene Waren, vorzüglich aber Zigaretten, in zwei Kaärtons. Anischließend taten sie sich gütlich an Apfel- Einen, Schokolade, Sülgebäck und Lümonade, Die Beute tellten sie in der Gerbersruhanlage, Wo eine weitere Mahlzeit eingelegt worden war. Ihr Fluchtweg war Heidelberg, Mannhelm, Oberhausen, Wo sie beli Bekannten einen Tell der Warem absetzten und sich für den Erlös Kleidungsstücke Kauften, Somit ftand der Foll, der die Oeffentlichkelt stark beschäftigte, eine chnelle Aufklärung. Icdl. Gauanfelloch. Vorige Woche kand im Gast⸗ Haus„Zum Schwanen“ elne ötkentliche Bürger- verzammluntz statt, Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Kast ergritt Herr Fiedler als Vertreter des Bundestagsabgeordneten Prof. Wahl das Wort und erläuterte das neue Finkom-⸗ men- und Lohnsteuertesetz. Anschliehend wurde die Wohnungskrage behandelt und dabel festge- stellt, dalʒß dieses Problem nur durch Mitarbeit und Verstündnis aller Einwohner erleichtert und nur durch Bauen gelöst werden Kkann. Da hler Kein gerneindeeigenes Baugelände vorhänden ist, mußte ein Bebauungsplan aufgestellt werden, der ober noch der Genehmuigung der Autsichtsbehörde bedarf. Anfragen über die Soforthilfe und den Lastenausgleich hatten eine erregte Debatte zur Folge. Leimen. Der diesjährige Sommertagszug, ver- anstaltet von der Kultur- und Sportgemeinde, hat in seiner Gestaltung alle bisherigen Leimener Sommertagszüge übertroffen. Der Zug beéewegte sich von der Kaiserstraße beginnend durch alle Ortsstraßen. Die Spitze war angeführt durch eine Reitergruppe, gefolgt in bunter Reihenfolge von großb und klein mit geschmückten Stecken, Fest- Wagen, Schnitter-, Erntegruppen, Besonders schön wWuür eine Reigengruppe von Mädchen, Zwei Mu- Sikkapellen begleiteten den fröhlichen Gesang. Nach Beèeendigung erhielt jedes Kind am Rathaus Wie alljährlich eine Brezel. Hg. Wiesenback. Landwirt und Gemeinderat Josef Blink stürzte vorige Woche in Langenzell 80 unglücklich vom Wagen, daß er mit einem Schä⸗ delbruch und Gehirnerschüfterung in eine Hel⸗ delberger Klinik eingeliefert werden mußte. Am gléichen Tage verunglückte auch Landwirt Rung, als ihrn sein Ochsengespann durchging. Feststellung ins Protalcoll aufgenommen würde. Der Vorsitzende bemerkte dazu, daß das Organisations- talent von Stevens nicht bestritten sei. Dann wurde ein 54jähriger Ingenieur gehört, der sich auch daran erinnerte, daß in den zu verbren- nenden Personalakten ein Zeugnis gewesen sei, das Stévens als Dipl.-Kaufmann ausgewiesen habe. Einen breiten Raum nahmen dann die Zeugen- aussagen der beiden Neckargemünder Ratsschreiber ein, Der 28jährige Ratschreiber Peter Carolus be- tonte, daß er persänlich keine Differenzen mit Ste- velis habe, Sein Vorgünger habe ihm allerdings mehr gelegen. Zur Frage der fehlenden Holzscheine üÜber 36 cbhm erklärte der Ratschreiber, daß er über den Vertragsabschluh nicht 60 orientlert worden gei, Wie, es normal gewesen Wäre. Zu den Vortällen nach der Stadtratssitzung vom 4. Juli 1946 sagte Carolus aus: Stevens sel Über die Kritikk der Stadt- räte sehr erregt gewesen. r habe ihn, den Rat- schreiber Bross und die zufällig anwesende Haus- hülterin von Stevens, Anna Eberhard, aufgefordert: „Doch jetzt gehen wir einen trinken“, Das hätten sle getan und Stevens habe die Mitglieder des Stacktrates mit Ausdrücken, wie„Hornochsen“ usw. belegt. Der Beschuldigte hält dieser Aussage die Auslassung entgegen:„Da schuften und mühen Wuir Hornochsen uns“ Laut Rechnung wurden an diesem Abend 22 Schnäpse, drei Glas Bier und eine Flasche Wein getrunken und drei Zigarren geraucht. Der Zeuge Elaubte sich zu erinnern, dafl Stevens den Rat- schreiber Bross aufgefordert habe:„Sie, Sie weisen das morgen über die Stadtkasse an“. Diese Aussage wurde auch durch den 40jährigen Ratschreiber Bross im wesentlichen wiederholt. Die 36jährige Anna Eberhard allerdings gab eine andere Schilderung der Vorgünge, Sie habe gehört, wie Stevens gesagt habe:„Meine Herren, Wir sind ja Hornochsen, daſl wir 30 arbeiten“, Ste habe dlie Rechnung von 78.15 DM am 16. Juli 1946, also eine Woche nach der plötzlichen Verhaftung von Bür- germeister Stevens beglichen. Irn weiteren Verlauf der Verhandlung wurden noch einige Zeuginnen gehört, die zu dem Vorwurt aussagen sollten, daß sich Stevens Frauen und Mädchen gegenüber im Dienst nicht die nötige Zu- rückhaltung auferlegt hätte. Konkrete Tatbestände konnten dite Zeutinnen nicht bekunden. Die Zuhörer zeigten sich von Zeit zu Leit sehr amüisiert, 30 daß der Vorsitsende mehrmals mah- nende Worte sprechen mußite. Schließlich rief er — chnt:„Ruhe da, wir sind doch nicht im neater“, Die Verhandlung wird heute mit den Plädoyers tortgetführt. Hpt. Taneblatt Kaum ein Wieslocher Betrieb beschäftigt mehr Ar- beiter und Angestellte, als die Vereinigten Leder- und Schuhfabriken Löchner& Düppe. Die in dieser Firma ihre Arbeit und damit ihr Brot finden, sind größtenteils schon seit Jahren mit ihr verwachsen. Sie kommen aus Wiesloch, Walldorf und der nüchsten Umgebung, Keine Frage, dafl sich auf diese Art eine Stammbelegschaft heraus kristallistert hat, auf die sich der Betrieb verlassen kann und die den guten Ruf, den der Wieslocher Greit-Schuh allenthalben zenießt, wenn nicht mitbegründen, 80 doch immeèr mehr festigen half, Vor wenigen Tagen wurde ein 30jähriger Werkmeister der Firma zu Grabe getragen— fast ein ganzes Leben lang stellte er seine Arbeitskraft und seine reichen Ertah- rungen der Schuhfabrik zur Verfügung. Andere Ar- beiter sind schon seit 40 und 46 Jahren im Betrieb und Herr Löchner, Mitinhaber der Firma, wird nüchstes Jahr sein 60jähriges Arbeitsjubiläum be-⸗ gehen, Die Würdigung und Aufzählung der„Alten“ der Leder- und Schuhfabrik könnten wir noch eine Hanze Weile fortsetzen Vor einem Jahr wurden die Betriebsanlagen we⸗ sentlich vergrößhert. Seither stieg die Produktion er- heblich. Auch hier zeigte sich die gesunde Fortent“ wicklung eines Kkrisenfesten Betriebes. Ein Gang durch die Betriebsräume läßt uns einen Einblick in die Fabrikationsmethoden gewinnen., In einer großßzen Halle reiht sich eine Spezialmaschine an die andere. Das eingehende Leder wird von fachkun- digen Händen sortiert, andere Facharbeiter schnei- den mit der Hand das Leder nach selbstgefertigten Schablonen. In einer andèeren Halle sitzen Frauen schnittenen Lederstücke, das Futter und das Ober- und Mädchen an Spezialmaschinen, um die zuge- leder aneinanderzunähen. Von Hand zu Hand wan⸗ dern die Einzelteile des zukünftigen Schuhes, bis an den Zwickmaschinen die endgültige Form schon zu erkennen ist In einer andeèeren Abteilung wird der Unterbau des Schuhes, die Sohle gefertigt. Verschié- dene Methoden finden dort ihre Anwendung: Die dualitativ vorzuztehende Rahmenarbeit und die durchgenühte und holzgenagelte Fertigung. Beim Verfolgen der Arbeitsgänge können wir uns leicht An der Zwiekmaschine erkennt man schon die zukünftige Form eines neuen Schuhmodells. An diesen Maschinen wird aus dem glatten Oberleder die Schuhkappe geformt. den späteren Preisunterschied manches Außerlich kast gleichen Schuhmodells erklären. Ganz kraſl tritt dies bei dem Arbeitsgang. während dem die Sohle mit dem Oberleder verbunden wird, in Fr⸗ scheinung, dem Hand- oder Maschinennähen. In einem geésonderten Raum werden die handgenähten Schuhe fertiggestellt. Diese Handarbeit erfordert natürlich mehr Zeit und als Folge mehr Geld; wer aber einmal einen handgenähten Gréit-Pirschstietel oder Schischuh an den Füßen gehabt hat, den reut das mehr ausgegebene Geld bestimmt nicht. Der Gang durch die Schuhfabrik läßt den Be- tzucher eine Fülle neuer und verwirrender Hin⸗ drücke gewinnen. Es ist schwer, sich als Laie sofort ein Kklares Bild vom Werdegang des Schuhes zu machen. Haften bleibt jedoch das angenehme Ge⸗ kühl, daß es in der gegenwürtigen Zeit, die in wirt⸗ schaftlicher Hinsicht für die meisten Betriebe zu eilner ausgesprochenen Krisenzeit geworden ist, doch noch sichere Arbeitsplätze gibt. Und solche, un denen das Arbeiten Freude macht— nach dem Was wir getehen haben, glauben wir, dabb dies bel Löchner& Düppe der Fall ist. Wavo. Gelslliche Abendimusik In Eppelhelm Eppelheim. Getragen von dern Wunsche, den am Morgen des 26. März eingesegneten 30 Kon-⸗ fürrmmanden eilnen denkwürdigen Abschluß dieses betonderen Tages zu schenken, wurde dank tech- nischer wie küünstlerischer Reike der Mitwirleen⸗ den Ruth Hoppner-Plankstadt(Sopran), K öh- ler-Seckenheim Violine), Otto Becker-Hei⸗ delberg(2. Violine), H&pKʒ e CFlöte) und Nale- Dammental WIll Votstandsarbeiten durdiiühren Hammental. Als erster und wichtigster Puntet dor] zudrosseln. ötlentlichen Gemeinderatssttsuns am Montagabend stand die RBeschlufltassung über Wasserleitungs., Kanalisations- und Straßenanlegung kür die Sied⸗ lung am Waldschwimwbad im Gewann„Warm⸗ ach“ auf der Tagesordnung. Um diese bever⸗ atehenden Arbeiten als Notstandsarbeliten durch⸗ die Zahl von 400 Tage⸗ Werlten erreicht werden, Diese Zahl wird ſeden- kalls noch überboten werden, da allein tfür die Kanalisattion, deren Durchtührung schon vor ge⸗ raumer Zelt vom Gemeinderat beschlossen worden War, 180 Tagewerke geschätzt werden. Die Ab-⸗ Wüsger sollen vorläufig noch in die nahe Vorbei fliellende Elsens geleltet werden. Die Wasserleitung sall 80 véerlegt werden, daßb an einem Teilstückt der 2109 m langen Strecke anstatt 40er g0er Leitungen Eingesetzt werden. Ees wurden jedoch darautfhin Bedenken geäubhert, ob dieser Umstand dann nicht eine Verschlimmerung der Wasserknappheit her⸗ beiführe. Um dem vorzubeugen, wurcke ängeretzt, den Waässerszulaut zu den Gftentlichen Brunnen ab⸗ führen zu Kʒönnen, muß In dlesem Zusamtnenhang kam man auch guf die durch das noue Wasgerleftüngsproſelet bedrohte Wassgrzutuhr tür das Waldschwinunbad zu sprechen. Diese Getahr soll dahingebend bo⸗ geitigt werclen, daßß das Waldschwimmback durch eine ditrekte Fernleitung mit der Quslis verbunden Wirdl. Iig ist auſch nach Ansicht verschiedener Ge⸗ meinderüte dringend nötig, datb der Vorwürmar ausplatttert Wird. Der Gemeinderat baschloß) des- halb, die mit dem Waldschwimmback zusammen⸗ hüngenden Arbeilten mit der Durchführung der Notstandsarbelten zu verkenüpfen. Ein Aytrag zwecks Ankauf des gemeindeeigenen Hauses Vorstädtel 13 mußte abgslehnt Werden, da vor kursem in dieses Gebäude 1 D sur Reno- Vierung ohineingesteckt“ wurden.— Am alten Friedhof werden verschledene Renovierungsarbol⸗ ten durchgetührt Worden. Nach den spannungsgaladenen Gerneinderats⸗ altzungen der letsten Wochen herrschte im Ge⸗ meinderat Wieder einmal Winmäütisholt. hl⸗ zInsk i(Orgeh, beide in Eppelheim, die Abend- kelerstunde in der evang. Kirche zu Eppelheim zu einer Gedüchtnisstunde zum 200. Todesjahr des gläubigen Meisters der Kirchenmusik: doh. Sebastlian Bach. Mit zwelt Arten aus der Mat- thäus- und Johannespassion und einem geist⸗ lichen Lied bowies Ruth Hoppner erneut, Welch reiche Möglichkeiten in ihrer glockenreinen Stümme liegen. Besonders verinnerlicht Kklang das Violinspiel von Herrn Becker, und als ein hochbegahter und ganz in der Sache der Kirchen“ musile lebender junger Künstler erwies sich wWie der Herr Nalezinski, In Einzelvortrügen wile in der Begleitung der Solis ließ er immer wleder die gleiche strenge Gruncklinie erkennen, die ASchltenlich das Ganze in einem geschlossenen Kreis umfluug. Die Wundersamé Stille der aubher- ordentlich großhen Hörergemeinde bewies, Wie gehr— von berufenen Kündern däargeboten— Johann Sebastian Bach auch 200 Jahre nach sei- nem Tode noch unendlich viel zu geben vermag. Pfturrer Hees gestaltete den liturgischen Rah⸗ men der„Abendmusik“, die zu einer wWirkelichen Felerstunde wurde. Am Kartreitagnachmittag ½9 Uhr wird eine „Passtonsmußikk“ mit dem Passionsoratorium „Die Steben Worte Jqesu am Kreusz“ von Heinrich Schütz und Werken anderer alter Meister die Menschen Wieder aus der Unrast des Alltags hineinrufen in die erbauende Welt der„musica Sacra“, der„Keheiligten Musik“ 4 Bene e/ Nr. 67/ Mtttwoch, 20. MRrA 1080 Nachrichten dbus Süddeutschland Lehrerschaft nimmt zur Prügelstrafe Stellung Stuttgart. Der Erlaß des württembergisch-badi- schen Kultusministeriums, in dem die körper- liche Züchtigung in den Schulen bis auf wenige Ausnahmen untersagt wird, hat bei der nord- Württembergischen Lehrerschaft im allgemeinen Zustimmung gefunden. Wie aus den Stellung- nahmen der Lehrerorganisationen aller Schul- arten des Landesbezirks Nordwürttemberg her- vorgeht, wollen sich die Lehrer bemühen, das Kultusministerium in seinem Bestreben, die kör- perliche Züchtigung mit der Zeit ganz abzuschaf- fen, zu unterstützen. Die Lehrerschaft verhehlt andererseits nicht die Schwierigkeiten, die die- sem Ziel entgegenstehen.— In dem Erlaß des Kultusministerium war unter anderem angeord- net worden, dahß die körperliche Züchtigung bei Mädchen überhaupt nicht und bei Jungen im ersten und zweiten Schuljahr und nach dem ach- ten Schuljahr ebenfalls nicht angewandt werden darf. In allen übrigen Fällen ist die körperliche Züchtigung nur in seltenen Ausnahmefällen und dann nur„in der Form von Schlägen mit dem Stock auf die Hand“ gestattet. Nach dem Erlaß sind körperliche Mißhandlungen, wie ziehen an den Haaren oder an den Ohren, kneifen, puffen, Schläge an den Kopf und Austeilen von„Kopf- nüssen“ grundsätzlich verboten. Norwegen hilft deutschen Kindern Bad Reinerzau/Schwarzwald. In Bad Reinerzau im Landkreis Freudenstadt wurde das erste in Deutschland aus Mitteln der norwegischen Europahilfe eingerichtete Tuberkulose-Kinder- heim eingeweiht. An der Einweihung des Hei- mes, in dem 52 Kinder und Jugendliche unter- gebracht werden können, nahmen der Deutsch- land-Beauftragte der norwegischen Furopahilfe, Arne Torgersen, der Generalsekretär des nor- Wegischen Roten Kreuzes, Engsthad, der franzö- sische Kreisbeauftragte, Magniez, sowie zahl- reiche Vertreter staatlicher Stellen Württem- berg-Badens und Südwürttembergs teil. „Erfolgreichste Gaunerin der Nachkriegszeit.“ Frankfurt., Die von der Polizei als erfolg- reichste Gaunerin der Nachkriegszeit bezeich- nete 45jährige Charlotte Gericke aus Babelsberg ist jetzt auf Veranlassung der Westberliner Kriminalpolizei in Frankfurt festgenommen Worden. Die 21 mal vorbestrafte Frau hatte seit mehr als zwei Jahren in allen Stadtteilen Ber- lins meist bei älteren Personen unter Hinweis darauf, daß eine neue Währungsreform bevor- stehe, angeboten, Geld bei einer alliierten Dienststelle zum Kurs eins zu eins umzutau- schen. Sie erschwindelte auf diese Weise bis Dezember 1949 etwa 20 000 Westmark. Als ſhr Trick durch Veröffentlichungen bekanntgewor- den war, änderte sie ihre Taktik und versprach nun, zu günstigem Kurs Dollars zu besorgen. Das brachte ihr 10 000 Westmark ein. Nur 2,3 Haupt-Telefonanschlüsse Je 100 Einwohner Frankfurt.(SWEK). Aus einer Tabelle, die das Bundespostministerium veröffentlicht, ist zu ent- nehmen, daß das deutsche Bundesgebiet von allen Staaten Westeuropas die geringste Fernsprech- dichte aufweist und sogar noch hinter Oesterreich rangiert. An der Spitze der Aufstellung liegt Schweden mit 17,1 Hauptanschlüssen auf 100 Ein- Wohner. Es folgen Dänemark mit 12,2 und die Schweiz mit 11 Anschlüssen. Mit Abstand kommen dann Großbritannien mit 5.9 und Belgien mit 6,2. Das Ende der Tabelle„zileren“ Oesterreich mit 3.2 und Deutschland mit 2,5 Anschlüssen pro 100 Ein- Wohner. Die Aufstellung läßt erkennen, daß das Fernsprechwesen des Bundesgebiets auf einen Stand zurückgefallen ist, der der Bedeutung des Landes im europäischen Wirtschaftsraum in keiner Weise entspricht. Trotz oder gerade wegen dieser geringen Verkehrsmöglichkeit zeigen jedoch die Gesprächszahlen pro Hauptanschluß, daß ein außerordentlich starkes Verkehrsbedürfnis besteht. So rangiert das Bundesgebiet mit 1457 Ortsgesprä- chen je Anschluß an dritter Stelle in Europa und Wird lediglich von Dänemark mit 1712 und Schwe- den mit 1560 Gesprächen Übertroffen. UTERATUR vorn Bumrn SRTrn 10000 arbeifen am Rbein-Main-Donau-RKanal Zehn-Jahres-Progrumm fär den Ausbau der Schiffahrtsstrußle/ Lu Wasser vom Nürnberg nur Nordsee Von unserem Korrespondenten J. W. München(Eig. Bericht)— Wenn die Pla- nungen termingerecht ausgeführt werden, wird maän in zehn Jahren von Nürnberg aus auf dem Wasserweg die Nordsee, erreichen können. Bis 1960 soll der Großschiffahrtsweg, der die Flüsse Rhein, Main und Donau miteinander verbindet, soweit ausgebaut sein, daß dann nur noch das letzte Teilstück zwischen Nürnberg und Regens- burg fehlt. In einem Zehn-Jahres-Programm legt die Rhein-Main-Donau AG dar, in welchen Abschnitten sie den Kanalbau, der heute bis Würzburg gediehen ist, weitertreiben will. Da⸗ nach soll heuer die bereits in Bau befindliche Strecke zwischen Würzburg und Marktbreit fertiggestellt und das Teilstück von Marktbreit bis Schweinfurt, an dem teilweise schon gear- beitet wird, begonnen werden. Die bayerische Regierung hat die elten am Rhein-Main-Donau-Kanal in ſhren Arbeits- beschaffungsplan aufgenommen. Rund acht Mil- lonen DM werden aus den vom Bund bewillig- ten Sofortmitteln für den Kanalbau zur Verfü- Neues dqus Vier Kinder durch Sprengkörper getötet. Durch die Explosion eines Sprengkörpers wur- den am Sonntag in der Nordger-Heide bei Itze- hoe in Schleswig-Holstein vier Kinder getötet. Zwei Kinder wurden außerdem schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Eins von ihnen schwebt in Lebensgefahr. „Die Amnestierten“ sollen bestraft werden. Die Mitglieder des Kieler Studentenkabaretts „Die Amnestierten“, das in Marburg an der Lahn gastierte,„hesorgten“ sich in der Nacht einige amtliche Verkehrsabzeichen aus den Straßen der Stadt. Sie wollten sie bei einem Gastspiel an- läßlich des 600. Todestages von Till Eulenspiegel in Mölln in Schleswig-Holstein benutzen. Als eine Polizeistreife diese echten Requisiten in der Unterkunft der Studenten entdeckte, bevor die Truppe die Stadt verlassen hatte, zeigte sie wenig Verständnis für derartige Eulenspiege- lelen.„Die Amnestierten“ müssen mit einer Strafe rechnen. Tod und Leben. Dieser Tage stürzte sich eine 82jährige Frau aus der Umgebung von Karlsruhe in den Karlsruher Rheinhafen. Hafenarbeiter konnten die Frau vor dem Ertrinken retten. Eine Stunde später gebar die Gerettete in einem Karlsruher Krankenhaus einen Jungen. Mutter und Kind sind wohlauf. Seeräuberlandkarten gegen Meistgebot. Wohl- habende Amerikaner werden bald Gelegenheit erhalten, ihrem Schatzsucherehrgeiz durch Kauf der Landkartensammlung eines der berühmte- sten Seeräuber der Geschichte zu befriedigen. Die Erbin der Kartensammlung des berüchtig- ten Kapitäns Kidd gab jetzt in London ihre Ab- sicht bekannt, die Sammlung in Amerika zu ver- steigern. Seretses„Fahrt ins Blaue“. Seretse Khama, der weltbekannt gewordene Häuptling des Ba- mangwato-Stammes, hat in Southampton das Flugboot bestiegen, um nach Afrika zurückzu- kehren. Bei seiner Abfahrt äußerte er, die briti- sche Regierung habe ihm lediglich erlaubt, nach der Stadt Geberones zu gehen, die rund 400 łkm von seiner Stammeshauptstadt Serowe entfernt liegt. Der offizielle Grund für seine Reise ist die Beschaffung von Beweismaterial für einen Erbschaftsprozeſß. Außerdem möchte Seretse bei seiner weißen Frau sein, die im Juni ein Kind erwartet. Ein falscher Fürst aus dem Morgenlande. Unter einem komplizierten Namen und arabischer Tracht stieg kürzlich eine imponierende Persön- lichkeit als„Fürst aus Transjordanien“ in einem gung gestellt. Weitere 16 Milllonen DM aus Bundes- und Landesmitteln sollen gleichfalls noch in diesem Jahr investiert werden. An den alten und neuen Baustellen des Kanals sowie in den Betrieben des Baunebengewerbes und beim Transport werden 1950 etwa 10 000 Arbeiter Beschäftigung finden. Die Gesamtlkosten für das Teilstück der Groß- schiffahrtsstraße von Würzburg bis Regensburg werden auf rund 1,2 Milliarden DM beniffert. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß der Wie⸗ deraufbau des Kölner Hauptbahnhofs rund 700 Millionen DM und die Elektrifizierung der Ruhrbahnen etwa 1 Milliarde kosten, erscheint einem diese Summe als Ausgabe für eine An- lage von„Ewiglteitswert“ nicht mehr als zu hoch, obwohl sie nur unter größten Schwierig- keiten aufzubringen ist. Von der Mündung des Mains in den Rhein bis zum Ausfluſß der Donau aus Deutschland sind allein 64 Schleusen not- wendig, um den Höhenunterschied auszuglei- chen. Davon sind bisher erst 25 fertig. Hand in Hand mit dem Kanalausbau geht die IIer WWeln Gentfer Hotel ab. Der Fürst zeigte sich lebhaft un den Beratungen interessiert, die gegenwärtig im UNO-Treuhanschaftsrat über die Zukunft Jerusalems stattflnden. Er lieſß es sich nicht neh- men, angetan mit einem nagelneuen Burnus, auf der Tribüne des UNO-Palastes den Verhandlun- gen zu folgen. Daneben galt seine Vorliebe dem Besuch führender Juwelengeschäfte. Ende der vergangenen Woche ließ er sich nach langer und sorgfältiger Auswahl eine größere Kollektion wertvoller Schmuckstücke in das Hotel kommen. Auf die Bezahlung warten die Juweliers aller- dings noch heute. Denn der„Fürst“ suchte mit seiner Beute das Weite. Man nimmt an, daß sich der Betrüger nach Frankreich gewandt hat. Ein neuer Goldrausch. Seit einigen Tagen herrscht in dem kleinen verschlafenen Land- städtehen Wedderburn bei Melbourne ein Gold- rausch, seitdem am vergangenen Wochenende bekannt wurde, daß ein Farmer in anderthalb Jahren in seinem Garten Gold im Werte von fast 100 000 DM ausgegraben hat. Ani Montag kanden zwei Gartenbesitzer je einen Goldllum- pen von zwei Kilogramm Gewicht und einen Wert von 10 000 DM. Jetzt wühlt man in fieber⸗ hafter Eile auf allen Ländereien und hat sogar die Straßen aufgerissen. Die Stadt hat Ge⸗- nehmigung für sieben Schächte in den Straßen erteilt. Es sind erst einige Monate her, da erregte die Nachricht, Otto Skorzeny sei wieder aufgetaucht. ungewöhnliches Aufsehen in der ganzen Welt. Man kannte Skorzeny ais den Mann, der Mus- solini aus der Gefangenschaft Badoglios befreit und den letzten ungarischen Reichsverweser Horthy aus dem revoltierenden Budapest etwas unsanft entführt hatte. In der letzten Phase des Krieges, bel Hitlers verunglückter Ardennen- Oftensive, hatte Skorzeny deutsche Geheim- kommandos befehligt, die in amerikanischen Uni- formen hinter der Front der Alliterten abgesetzt wurden. Nach seinem Freispruch in Dachau war er aus dem Lager Darmstadt, wo er entnazifiziert werden sollte, entwichen, und nun hieſ es plötz- lich, Skorzeny sei- mit einer eleganten Dame in Paris gesichtet worden, und andere Zeitungen wußten von seinem Auftauchen in Hamburg und in München zu berichten. Einige Monate späüter Überrascht uns die aktuelle IIlustrierte„QUlCK“, neben amerikanischen, fran- z2q6sischen und itallenischen Zeitungen, mit der Veröffentlichung der Memotren Skorzeny's, der von einigen amerikanischen Blättern als„der ge- führlichste Mann der Welt“ bezeichnet wurde. Die amerikanische Besatzuntz als Romanstoſſ Leonhard Frank: Die Jünger Jesu, 301 Beiten, Beermann-Fischer-Verlag Querido, Am- sterdam, 1949, DM 6.50; Maria von Kirchbach: Amor in Khaki, 503 Seiten, Südverlag Kon- stanz, 1950, DM 6.80. Die Begegnung zweier Völker, besonders wenn sie nicht vorurteilslos geschieht, die Komplexe, die sich durch Kriegshaß und Propaganda- Phrasen ergeben, der weite menschliche Hori- zont, der sich dabei auftut, ist gewiß ein danlæ- bares Romanthema, das noch so manchen Ro- mancier zur Gestaltung reizen dürfte. Auch ein schwieriger, wie die beiden Bücher beweisen, die den Anfang machen. Zwel Schriftsteller haben den Stoff angepackt, einer der dabei war und einer der nicht dabei War. Und der nicht dabei war hat das weitaus besgere Buch geschrieben. Man möchte auf Zuckmayers 1941 in den USA weit vom Schuß⸗ entstandenen„Teufels General“ hinweisen, wenn nicht Leonhard Frank, einem weit größßeren Ressentiment Raum ließe, das ver- stäündlich sein mag, dem Roman aber doch die letzte Reite und Gültigkeit nimmt. Der Würz- burger Dichter Wwar schon nach dem letzten Weltlerieg inmitten der sprachlich und stilistisch zu reiner Volllommenheit strebenden Literatur eines Thomas Mann, Stefan Zweig, ein Auſßlen- geiter. Er schrieh von jeher ohne jede Routine, ümmer geradeaus und direkt ins Herz der Dinge hinein, benutzte sprachliche Schlampereien, Wo er sie benutzen zu müssen glaubte und scheute vor keiner Hürte zurück. Und dabeli gelangen ihm, dem unter seinem literarischen Werkzeug die Feile völlig fehlte, wie durch ein Wunder die vesten Formulierungen. Wer seine„Räuber- bande“ mit Vergnügen gelesen hat, wird in diesem neuen burg, jetzt das zerstörte, die qungens, jetat keine Träumer mehr im Stile Buffalo Bills sondern Buch alles wiederfinden: Würz- eine„geheime Untergrundgesellschaft“, die den Schwarzmärktlern die Waren klaut und sie den Armsten der Armen heimlich zusteckt, die gleichsam aquarellistische Zeichnung der Frauen. Natürlich kommen die Amerilkaner, die in einem Jüngling charakterisiert werden, der eigentlich in die„Räuberbande“ gehört, sehr, gut weg, und was Franke über die„Untergrund-SA“ schreibt, hat er aus der Presse und nicht einmal der besten. Der Mangel an unmittelbarer Erfah- rung macht sich bemerkbar. Es bleibt trotadem das honorige Buch eines Dichters. Uber Mangel an Erfahrung kann sich Marſa von Kirchbach nicht bekelagen. Sie hat lange Zeit, wie der Verlag schreibt, in einem Ho- spital der Besatzungsmacht gearbeitet und die V.D.-Atmosphäüre in überreichlichem Maße in ihr Buch gezogen. Wie überhaupt der in Khaki einherwandernde Amor recht einseitig das ver- tritt, was die Amerilcaner„sex“ nenen. Auf je- der Selte stolpert man über„Fräuleins“, die sich verkaufen,„Amis“, die das Ziel dér Besatzung darin erblickn, möglichst rasch zu Geld zu kom- men und möglichst Viele Freundinen zu haben, Heimkehrer, die(natürlich) einen Amerikkaner hel ihrer Frau kinden und dergeichen Dinge, die vVorgekommen sein mögen, die aber nicht durchaus typisch waren und sind. Aus dem Freignis der Okkupation ist bei Maria von Kirchbach eine Sensation geworden, die mit allen Mitteln einer sehr gewandten und nicht immer ungeschickten Feder ausgeschlachtet wWird. Daß es ein halbes Jahr brauchte, ehe sich das Hohe Kommissariat entschloh, das Buch freizugeben ist nur allzu ver- stündlich. Denn offen gesprochne: es ist kein sehr sauberes Buch und wir bedauern, daßb der 60 respektable Süd-Verlag seine Linie mit ihm in einer großen Kurve nach unten durchbrochen Hat. Eine endgültige Gestaltung des Themas stefnt ——— Cageblalll Errichtung von Kraftwerken, die die Nhetn Main-Donau AG. mit Hilfe von Anleihen selbs finanziert. Die Uberschüsse aus den in Betriel befindlichen Werken, deren Leistung 87 500 KV und deren Erzeugung jährlich 550 Millionei RKVun beträgt, werden zum weiteren Ausba der Schiffahrtsstraße verwendet. Diese geh nach ihrer Fertigstellung in Staatsbesitz übel wührend die mit den Staustufen gekoppeltei Kraftwerke während der 100jährigen Konzes sionsdauer im Besitz der Rhein-Main-Donau A verbleiben. SEüm„UMnkerkassen“ Ingenfeur dleaHlert Sich Malland. dpa. Die EFrklärung des italienische Ingemleurs Giuseppe Belluzzo im„Giornal d'Italia“, Deutschland und Italien hätten scho 1942 Flugkörper in Diskusform aus sehr leich tem Material erprobt, die von einer Art Düsen motor angetrieben gewesen seien und ein Bombe hätten tragen können, erhellt das ge heimnisvolle Dunkel um die„fliegenden Untei tassen“ um ein neues sensationelles Kapitel. D Belluzzo, der 72 Jahre alt ist und unter Mussc Uni Minister war, als Sachverständiger auf dei Gebilet des Türbinenbaus einen Namen ha möchte man die Wahrheit seiner Erklärunge nicht bezweifeln, zumal er angibt, daß er selb. damals einen fliegenden Teller von 10 Meter Durchmesser entworfen habe. Bei dem gegenwärtigen Massenauftreten de „fliegenden Untertassen“ könnte man nach de Enthüllungen Belluzzos zu der Schlußfolgerun kommen, daß wieder irgendwo in der Welt prak tische Versuche mit Flugkörpern dieser A gemacht werden. Es wäre auch nach den En hüllungen Belluzzos nicht mehr ganz s0 sondei bar, daſß sie Überall gesehen werden. Denn wen 1942 ſhre Reichweite schon bis zu 5000 Kilc meter betragen hat, müßte man es wohl a möglich annehmen, daß die„fliegenden Untei tassen“ heute zwischen den Kontinenten hei umvagabundieren können. Aber sie müß ten doc irgendwo„wenden“, es sei denn, daß in de Uebungs-Untertassen ein Motor eingebaut is der sie wie Bumerangs an ihren Ausgangsoi Zurũückkehren läßt, oder aber, daß den Erfinder schon der Bau ferngelenkter oder von einer Flugzeugführer gesteuerter„Untertassen“ g4 lungen 18t. „Der gefährlichste Mamnmn der Well“ Die Erinnerungen Otto Skorzenys wurden veröffentlicht Die Veröffentlichung ist zunächst etnmal darut von großem Interesse, weil einige + sensationell sten Rer schen Aktionen Hitler's von dem Man geschildert werden, der sie persönlich ausgefühi hat. Man lernt den Mechanismus einer 80 hoch politischen Aktion kennen, wie es die Entführun des Duce war. Dem persönlichen Auftrag Hitler folgt die aufregende Suche nach Mussolini, de die neue italienische Regierung vor den Deut schen versteckt hält, sein Aufspüren und schlieſl Uich die Befreiung selbst, die noch niemals 86 mi allen historisch und militärisch wichtigen Einzel heiten geschildert worden ist. Aber auch, abgesehen von diesen„Bravourgtũck chen“ des Dritten Reiches, erhält man einen inter essanten Einblick in die Spionage-Abwehr, in de Skorzeny als Vertrauensmann der 88 gearbeite hat. Männer wie der vielumstrittene und viel deutige Abwehrchef Admiral Canaris tauchen aut Himmler selbst und seine Helfershelfer Kalten brunner und Schellenberg werden gewissermaßel aus dem Kameraden-Aspekt geschildert, un- schließlich kommt der Zusammenbruch, dem sicl —— der Draufgänger Skorzeny nicht entziehel ann. noch aus— sie wird sich mehr an Leonhard Franks liebenswürdige„Jünger Jesu“ denn an Maria von Kirchbachs Unappetitlichkeiten hal- ten müssen. Heina Ohff Kleine Bůcher Walter Bauer: Mount Everest, 1950, C. Bertelsmann, Gütersloh, 61 S. Oas kleine Buth Nr. 11), 1.80 DM. „Der Everest kann sich nicht erhöhen, aher des Menschen Seele erhebt sich auch unter Rückschlägen“, ein Wort von Francois Voung- husband, das Walter Bauer als Motto über seine Schilderung des letzten Mallory-Versuches setzt, den Mount Everest zu bezwingen. Bauer ist ein Dichter, so wird bei ihm der fesselnde Tat- sachenbericht zu einer Novelle, in dem das stolze Schweigen der ewigen Berge zwar triumphiert, aber menschliche Tatkraft sich über den dunk- len Zauber erhebt und sich in der unbezwunge- nen Weise von Gletscher und Eisfeld ein Denk- mal setzt. Ein Büchlein, durch das ein frischer Hauch streift, der in unserer Literatur 80 selten I8t. L. Stefan Zweis: Schachnovelle, Beermann- Fischer Verlag, 183 Seiten, 3.00 DM. Das letzte reife Werk der Prosa Stefan Zweigs, das den Bogen seiner Novellen von„Amok“ über die„Verwirrung der Getfühle“ hin schließt. Es ist ein Hohes Lied auf das Königliche Spiel, auf die Menschen, die sich ihm verschreiben und die sich„durch ihre scheinbare Weltabseitiglceit termitenhaft eine merkwürdige und durchaus einmalige Abbreviatur der Welt“ bauen. Es streift die vergangene Zeit mit aller Behutsam- keit und reißt sie doch ins helle Licht eines menschlichen Schicksals, mit der Meisterschaft teltener Sprachbegabung. 0 Hans Christtan RBranner: Dle blauen Wel⸗ lensittiche, Novellen, Reclams Universal- Bibliothek Nr. 7624, 0.60 DM. Der dänische Dichter, 1903 geboren und seit 1936 die repräsentative Gestalt der slcandinavi- * schen Literatur, ist in Deutschland noch viel 2 unbekannt. Hoffen wir, dieses billige Bändcher mit drei seiner schönen und psychologisch mei sterhaft durchgeführten Kindergeschichten, dei gebührenden Freundeskreis findet. Von Jen Peter Jacobsen führt ein direkter Weg zu Bran ner, der aber die Hrkenntnisse moderner Tiefen psychologie in sein Werk aufgenommen und e dadurch allgemeinert und vertieft hat. Paul Nikolas! * Wallace Stegner„Keiner bleibtallein“ S. Bertelsmann Verlag Gütersloh, 241 Seiten Vollesausgabe DM 3.85, 1949. Nehmen wir an, es war Absicht, daß der dog- matische Titel dieses Romans zum Widerspruck relzt. Denn bleibt wirklich keiner allein? Es wäre bescheidener gewesen, bel dem hübschen Origi- naltitel dieser story vom Heimkehrer des erster Weltkrieges zu bleiben:„On a darkling plain“ Der Held dieser Geschichte zieht in die Prärie weil ihm der Uebergang vom Krieg zum Frieder unerträglich scheint. Das Ergebnis seiner ein- sumen Meditationen ist aber nicht recht greifbal und die Gründe, welche diesen jungen Mann dessen Portrait immerhin Originalität beweist zur menschlichen Gesellschaft zurückfinden las- sen, bleiben dem Leser verborgen. A. Hoffmann Rectams Unltversalbibliothek ersteht neu. WII. aller Kraft ist der Reclam-Verlag, jetzt Stuttgart, dabel, ihre„Universal-Bibliothek“ nach dem Ver- lust des gesamten Lagerbestandes im Krieg neu aufzubauen. Monatlich erscheinen 10—12 Titel neu Im Februar 1950 sind u. a. herausgekommen: H. C Branner: Die blauen Wellensittiche, Bren⸗ tano; Gockel, Hinkel, Gackeleta, Gotthelf: Die schwarze Spinne, Hebbel: Agnes Bernauer, Mörxike: Gedichte, Hesse: Bibliothel der Weltliteratur, Schiller: Stuart, Shake⸗ 56POaATe: Hamlet, Wilde: Gespenst von Can- terville. Zum Bachſahr erschien eine Bach-Bio- Kraphle von J. Müller-Blattau. e e 8—— ee ee e. e. CTateblatt Neuordnunꝗ des Rhein-Meckor-Wirtschaftsrdumes Schaffung eines Zweckverbandes angeregt Die Bildung eines Wirtschaftsgroßraumeés mit Mannheim als Schwerefeld und den Städten Lud- Wisshafen.“ Heidelberg. Weinheim und Schwetzin⸗ gen als Schwerepunkten ist in der Vergangenheit schon des öfteren angeregt worden. Dieser Plan beschäftigt in der Gegenwart Wirtschaftler und Kommunalpolitiker erneut sehr stark, weil die Verhältnisse im Rhein-Neckar-Gebiet nach einer Sinnvollen Neuordnung drängen,. Ein durchdachtes Referat von Erwin Not ti, das dieser im Rahmen eines Ausspracheabends des Stadtverbandes Mann- heim der FDP(DVP) über die Gegenwartspro- bleme des Rhein-Neckar-Gebietes hielt, unter- suchte die Möglichkeiten einer wirtschaft⸗ liechen und kommunalpolitischen Neuordnung des vorgenannten Wirtschafts- grohraumes., Sie ist in vieler Hinsicht mit Schwie⸗ rigkeiten verknüpft, vor allem dadurch, daß drei Länder Gaden, Hessen, Pfalz) sich in dlesem Raume begegnen und die Ländergrenzen ihn ver- Waltungsmäflig zerschneiden, Gleichwohl fordert die Not der Nachleriegszeit und die Wirtschaftliche Entwicklung eine weitgehend übereinstimmende Zusammenarheit der Städte und Kreise im Rhein- Neckar-Gebiet, Dieser Großreum mit rund einer Million Einwohnern ist zegenwärtis in eine Viel- zahl von Organismen zarlegt. Die Menschen in diesem Geblet sind dureh dle Trennung ihrer In- teressen chier Wohn-, dort Arbeitsort) keinem der kommunalen Gebilde, zu denen sie gehören, rich- tig angehörig. Damit wird eine Erscheinuns gekennzeichnet, die viele Arbeltnehmer mit dem Begrifl„Pend- ler“ belegt. Arbeitskrüfte also, die mehr oder we- niger weit von ihrer Arbeitsstelle wohnen und täglich zu dieser hinfahren müssen. Von 1156 000 Arbeitskräften, die in der Stadt Mannheim beschäftigt sind, pendeln täglich aus Hessen 31 000, aus Ludwigshafen 14 000, aus Nordbaden 17 000 ein. Im Jahre 1690 wurden statistisch 2000 Arbeitneh- mer ermittelt, die damals außerhalb Mannheims wohnten. Das riesige Anschwellen der Pendler- zahl seit damals läßt die Strukturwandlung sicht- bar werden, die eine Neuordnung der Verhält⸗ nisse bedingt. Der Referent erblickt diese Neuordnuntg in der Schaffung eines Zweckverbandes, dessen wicehtigste Aufgaben der gemeinsame Aus- bau des Verkehrswesens, eine gemeinsame Raum- planung und die gemeinsame Lösung von Sied- lungs- und Wohnwirtschaftsfragen sein sollen, Das Verkehrsproblem könne eine bessere Lösung durch Schaffung weiterer Quer- und Anschlußverbindun- gen flnden, wobel auch die Verkehrsdichte zu steigern wäre. In der Wohnraumplanung komme es darauf an, Wo gebaut werde, nämlich tun⸗ lichst in der Nähe der Arbeitsstätte. Es sei auch sinnvoll, Industrie-Unternehmen, die nicht zur ausgesprochenen Schwerindustrie zühlen, in kle1- neren Orten anzustedeln Der Grundsatz„sib und nimm“ müsse vorherrschen, um keine falschen Malinahmen und somit keine Fehlinvestitionen zu treéflen. Nach dem Vorschlag des Redners wäre eine gründliche Untersuchung aller mit der Bildung eines Zweckverbandes verknüpften Fragen Auf- gabe einer Studiengesellschaft. Hlerbei müsse die treiwillige Figeninitiative aller an der Bildung des Zweckverbandes interessterten Kreise und Stellen im Vordergrund stehen, da Zwangsmaß- nahmen nicht zu dem erwarteten Ertola führen Können. Seitens der Stadtverwaltung Mannheim teilte Beigeordneter Riedel mit. daß erste Etappen auf dem Wege zur Erreichung der angestrebten Zusammenarbeit bereits errelcht worden seien. Bei Altrip erfolge die Ansiedlung von etwa 2000 Flüchtlingen(als Arbeitnehmersiedlung). Ferner sei eine engere Zusammenarbelt 2w-wi⸗ schen Mannheim und damliesenden Gemeinden mit ünnlichen Zielen, wie sie Notti aufzeigte, bereits beschlossen. Auf Anregung der Handelskammer sei außerdem eine lockere Arbeitsgemeinschaft aller Verkehrsverbünde ge- schaffen worden.-häh- Kontenzwang in det Sowietzone Von einem Berliner Mitarbeiter Jeder Sowietzonenbewohner wird künftig nur noch über so viel Bargeld verfügen, daſ er kaum mehr als ein Taschengeld besitzt. Jeder größere Einkauf kann nur über ein Konto abgewickelt werden, das ständig unter staatlicher Kontrolle steht. Das ist der Sinn eines Gesetzes Über die Regelung des Zahlunigsverkehrs, das die ost- zonale Volleskarmimer in erster Lesung angenom- men hat. Ost-Finanzminister Dr. Loch(Ost-LDP) erkelärte zwar, daß jeder„Kontenführungspflich- tige“, wie der terminus technicus heißt, frei über sein Konto verfügen könne, das Gesetz selbst sleht in 8 3 jedoch vor, daß Bargeldbeträge nur beéschräünkt ausbezahlt werden können. An Bar- geld erhält jeder„Kontenführungspflichtige“ nur die erforderlichen Beträge für Lohn- und Gehalt- zuhlungen, sowie einen„Fauschalbetrag für lau- kende Kleinausgaben“, der„von Fall zu Fall“ festgesetzt wird. Der Kreis der Konten- führungspklichtigen ist von den ostzonalen Ge- setzgebern so weit gezogen worden wie nur mög⸗ lich. Nach dem neuen Gesetz gilt der Konto- zwang nicht nur kür die gesamte Verwaltung, alle Körperschaften des öffentlichen Rechts und die volleseigenen Betriebe, sondern auch für je- den privaten Gewerbetreibenden, der einen Jah- resumsatz von mehr als 20 000.— Ostmark hat, sowie für jeden Haus- und Grundstückseigen- tümer, Vermieter und Verpächter, dessen monat- liche Miet- und Pachteingünge 250.— Ostmarle Übersteigen(§ 2). Auch jeder Angehörige eines freien Berufs, der mehr als drei Arbeiter oder Angestellte beschäftigt. ist kontenführungspflich- tig. Die sowietamtliche„Tüägliche Rundschau“ nannte das neue Gesetz„erstmalig in der Ge- schichte des Geldwesens“. Es gibt tatsächlich kein Vorbild in der Geschichte des modernen Finanz- Wesens, das die Mehrzahl der Staatsbürger EWingt, den gesamten Geldverkehr bargeldlos zu Fernschreibeverkehr mit Finnland Am 1. April 1050 Wird der Fernschreibverkehr mit Finnland aufgenommen, wWie von der Haupt-⸗ vorwaltung für das Post- und Fernmeldewesen des VVG mitgeteillt wird. Sämtliche Fernschreibteil- nehmer sind zu diesem Dienst zugelassen. Die Fernschreiben sind unter der Rufnummer 02056 beim Fernplatz Hamburg anzumelden. Eine Fern- schreihverbindung von 3 Minuten Dauer Kkostet 6.66 DM. BdL nimmt Auftragspaplere auf Ausland an Von der Rank deutscher Länder werden ab 1. April 1960 Auftragspaplere auf das Ausland Über die Landeszentralbanken zum FPinzug ange- nommen. Tratten mit Dokumente bleiben vom Einzug ausgeschlossen. Auftragswechsel müssen bel der Hereinnahme noch eine Laufzeit aufwei⸗ sen, die das rechtzeltige Eintreften der Abschnitte vor Fälligkeit am Zahfungsort ohne woeiteres er“ möglicht. Die dureh Indossament übertragenen Auttragspapiere sind ohne jede einschrünkende Klausol an die Landeszentralbanken zu Kirieren. Die Bank deutscher Läünder behält sich in ſedem Falle die Entscheidung vor, ob sie den Einzus varnehmen oder ob gle aus irgendwelchen wich⸗ titen Gründen das zum Pinzug eingerelchte Papler uUürückgibt. Geringse Veründerung des Kreditvolumens,. Das Kreditvolumen der Geldinstitute des westcleutschen Wührungsgebietes veründerte sich in dar AWelten Märszwoche nur geriugtügig, teilt die Bdl, mit. Die Kurvtristigen Kredlite an die Michtbankkenkund⸗ Sehaft sind um 0,6 auf 3604,7 Mill. DM zurück⸗ Heglangen. Die Kredite an Wiritschakftsunterneh⸗ men Und Private erhähten zich um 4,6 auf 3 550,0 Mill. UM. Während die Auslethungen an die öttfent⸗ liche Hand um 65,4 aut 254,7 Mill. UM zurückgingen. Hessisches Priontbankhaus zahlungsunkühig. Die einzige Frlvatbanle der Kreisstadt, Lauterhach (Hessen), das seit Jahrzehnten béestehende Bank⸗ haus Hochstedter& Co, hat die Zahlungen eingestellt. Es wird mit einer Konkursqugte von 80%s gerechnet. J00 Einzelverhandlungen auf der Follkonferen⸗ in Torquay vorgeschen. Die Mitglieder des Gen⸗ teor Zoll- und Häandelsabkommens(GATT) würden nuf der für September vorgeschenen Kon⸗ ferene wehr als 300 verschiedene zweilseitige Einzelverhandlungen zu kühren haben, Wird Verrechnen und jedes Bargeld, das vereinnahint Wird,„unverzüglich“ auf das Konto einzuzahlen. Der Zwang, jeden gröheren Kauf über ein Konto abzuwickeln, lenlet die Kaufkratt jedes einzelnen, der mehr als das Lebensnotwendige verdient, von selbst in die Läden der staatlichen Handelsorganisation(HO). Und das ist zwelkfellos einer der Hauptgründe, das Gesetz im gegenwür- tigen Zeitpunkt zu erlassen. Bisher ist die über- schüssige Kaufkraft der Ostzonenbevölkerung größtenteils nach Westberlin abgewandert. Selbst bei dem bisher höchsten Wechselkurs von 1:9 lagen viele HO-Preise noch höher als die west- herliner Preise zum Tageskurs umgerechnet. Nur ein Beispiel: ein Pfund Margarine kostet in der ostzonalen HO 16.—, in jedem westberliner Ge- schäüft eine Westmark, also nur 50 Prozent des- seri, Was der Küufer in Leipzig oder in Berlin- Pankow bezahlen muß. Der Kontozwang wird dem Ostzonenbewohner künftig jeden größeren Kauf, etwa von Schuhen, in West-Berlin unmög- lich machen, da er legal ja gar nicht in bar über die Summen verfügen kann, die nötig wären. Wie hoch das Bargeld bemessen sein wird, das dem einzelnen Kontenführungspflichtigen für seine „Kleinausgaben“ zur Verfügung stehen wird, zeigt das meckclenburgische Beispiel, wo jeder Konten- inhaber für sich persönlich nur 50.— monatlich erhält. PFolitisch stellt das neue ostzonale Gesetz die vollkommenste Lenlcung der Kaufkeraft dar, die theoretisch möglich ist. Wirtschaftlich gesehen ist es in vieler Hinsicht sogar gesund; denn die Bargeldabschöpfung wird nach einiger Zeit dazu künhren, die Ostmark in Westberlin rarer zu machen und ihren Wechselkurs zu verbessern. Für den einzelnen Sowjetzonenbewohner ſedoch ist nun selbst das Portemonale unter staatliche Kontrolle gestellt und ihm so der letzte Rest einer Bewegungskfreiheit genommen. 5* aus Kreisen der gegenwürtig in Genf tagen⸗ den Vorkonterenz bekannt. Der Vorsitzende die- ger Vorkonferenz, Dana Wilgreß, erklärte, daß) bei der ersten Zollkonferenz in Gent im dahre 1947 123 Einzelverhandlungen und bei der zweiten Kon- ferenz in Annecy im vergangenen Jahr 141 Einzel- verhandlungen getührt worden sind. Argentinisches Fleisch zu teuer. Der äargentini⸗ sche Auflenminister Paz gab am Montagabend in Buenos Alres bekannt, dab die Verhandlungen UÜber dle britischen Fleischkäufe in Argentinien auf unbestimmte Zeit verschoben worden sind. Paz Kündigte an, daßß Argentinlien gegen den Vorwurt des britischen EUrnäührungsmintsters Maurice Webb, dah) Argentinlen„Erpressung“ treibe, protestieren werde. Artgentinten hatte die Preise um 4% or⸗ höhen wollen. „Hüttenwerk Watenstedt-Salzgltter Ambil.“ wird Kgetründet. Der Autsichtsrat der Reichswerke in Watenstedt-Salzgitter hat, It, dpa, beschlossen, die „Hüttenwertee Watenstedt-Salzgitter Ambll.“ als neue Betriehsgesellschaft mit einem Gründungs- Kapital von 100 00 DM zu gründen. Di neue Ge- sellschaft umfaßt die lebensfühigen Betriebe der Shetnaligen Hütte HBraunschweig, und zwar die den Werken verbliebenen drei Hochöfen der ersten Aus⸗ baustufe, die Kokerel 1 und das Kraftwerk Hallen⸗ dert mit den daszugehörigen Nebenanlägen. Die neue Gesellschaft Wird im Einvernehmen mit den Stahltreuhäündern errichtet. Ah Milltonen Rundfunk- und Fernschempfüünger in UsK. Unde 1940 Waren in UsA gtg 964 000 Rund- kunk⸗ und Fernsshempfünger aller Typen rogl⸗ Atrlert, darunter 14 704 000 Autoemptänger unch 4 764 000 Fernsahemplünger. Heldelberger Schlachtviehmarkt FVür die Woche vom 26. 8. bis 1. 4. Auftrieb: Fersen, Ochsen und Bullen 56, Kühe 51, Kälber 62, Schweine 336, Schate 61.— Preise kür Fersen, Ochsen und Bullen—66, bis—95, Kühe—30 bis—.75, Kälber—.60 bis—.90, Schweine 1.15 bis 1.25, Schafe—46 bis—.665. Marletverlauf: Die Schlachtviehanliefterungen dieser Woche waren wesentlich geringer als in den Vorwochien, Was zur Folge hatte, dah der Hesamte Auftrieb bis auf wenige Schweine flott Und restlos gerüumt wurde. Die Preise veräünder- ton gleh gegen die Vorwochte nur bei Schweinen, welche um tehn Pitennige per Pltund Lebend- gewieht anzogen. WITSCHATETSRLALI Verringertes Auflenhandelsdeflzit Die Ausfuhr Westdeutschlands betrug im Februar 112 Mill. Vollar und die Hinfuhr 163 Mill. Dollar, so daß ein Deflzit von 566 Mill. Dollar verbleibt, tellt die ECA-Sondermission für West- deutschland mit. Im Januar bellef sich die Aus- fuhr auf 104 Mill. Dollar, die Einfuhr auf 230 Mill. Dollar und das Außenhandelsdefizit auf 126 Mill. Dollar. Der Chef der ECA-Sondermission in Westdeutschland. Mr. Robert M. A. Hanes, er-⸗ klärte, er freue sich, feststellen zu können, daſß die stündige Abnahme des deutschen Außen- handelsdefizits auf einer stetigen Einschränkung der Einfuhr von Lebensmitteln und Agrarproduk- ten und einer entsprechenden Steigerung der Aus- tuhr von Fertigwaren zurückzuführen ist. Der für die Eintuhren von Lebensmitteln und Agrarpro- dukten im Monat Februar aufgewandte Betrag be- lief sich auf 77 Mill, Dollar im Vergleich zu 120 Mill. Dollar im Vormonat. Die Austfuhr von Fer- tigwaren erreichte im Februar 66 Mill. Dollar im Vergleich zu 57 Mill. Dollar im Januar. Aussichten für Hücherausfuhr besser Zum Abschluß einer Länderausschuß-Sitzung des Börsenvereins deutscher Verleger- und Buchhändlerverbände wurde am 246. März in Freiburg im Breisgau erklürt, daßh sich die Lage des deutschen Buches wesentlich gebes- sert habe. Deutsche Bücher würden in nüchster Zeit in erhöhtem Umfang exportiert werden kön⸗ Mittwoch, 29. März 1950/ Nr. 87/ Selte 7 nen. Nach dem guten Erfolg der deutschen Buch- ausstellung in der Schweiz werde gegenwürtig er⸗ Wogen, eine ähnliche Ausstellung nach Finnland zu entsenden. Dos Ausland interessiere sich vor allem wieder für deutsche Fachliteratur. Es ist Vorgesehlen, eine Werbeschriftt für das Ausland unter dem Titel„Das deutsche Buch“ herauszu- geben. Pforzheimer Exportaussichten gũnstiger Der Auftragseingang bel der Pforzheimer Schmuck- und Silberwarenindustrie hat sich in der léetzten zeit gebessert. Die Pforzheimer Schmuckwarenindustrie war schon immer stark exportorientiert, so daß sich der Mangel an Auf- trüägen aus dem Ausland,— die meisten Import- länder hatten für Schmuckwaren üußerst schwere Lizenzbedingungen eingeführt—. besonders be- merkbar gemacht hatte. Wie von der IHK Pforz- heim verlautet, handhaben neuerdings Belgien und Holland die Erteilung von Eintuhrlizenzen groß- zlugiger als bisher. Der Nachholbedarf an Schmuck- würen und Uhren in Holland sei sehr groß und durch das Entgegenkommen der holländischen Reglerung werdeldie Pforzheimer Schmuckwaren- industrie ihre Exporte nach Holland erheblich er- höhen können. Auch mit Grobbritannien und Spa- nien hofft man demnächst nach Abschluß der neuen Handelsverträge besser ins Geschäft zu kommen. Mit Ländern, mit denen noch kein Han- delsvertrag besteht, will man versuchen, auf Kom- pensationsbasis Geschüfte zu tätigen. Klein, Kluqe und Schweizer Schuimmor in Heidelberꝗ 1. Intern. Schwimmfest mit glänzender Am 15. April wird das Heidelberger Hallenbad seine erste internationale Schwimmveranstaltung nach dem Kriege erleben, der man weit über Baden hinaus groſſe Beachtung schenken wird. Der Schweizer Schwimmklub Arbon und der bekannte Vfos München werden sich dem 8V Nikar Heidelberg in einem Klubkampf stellen. Das allein rechtfertigt aber nicht die obige Be- Hauptung, sondern vielmehr die Tatsache, daß sich im Rahmen dieses Klub-Dreikampfes die beiden Asse des deutschen Schwimmsports, Herbert Klein und Walter Klinge, sowohl über 100 m als auch über 200 m einen dramatischen Kampf lletern werden. Beide sind Europarelcordhalter, Klein auf der olympischen 200-m-Strecke. Klinge über 100 m, und beide zählen auf ihren Strecken zur absoluten Weltklasse. Klein hat nach seinem kleinen Unkfall nun wie⸗ der seine alte Form zurückgewonnen. Er errelchte mit 2.34,5 Min. die gleiche Zeit, die er damals im Dezember im Heidelberger Hallenbad geschwom- men hat, die aber von der Europäischen Schwimm- Liga deshalb nicht als Europa-Rekord anerkannt werden konnte, weil ein Europarekord auf einer 28-Vards-Bahn, wie sie das Heidelberger Bad be- Sitzt, nur dann anerkannt werden kann, wenn er bei einer internationalen Veranstaltung Wird. Die Bemerkung einiger Zeitungen., daß in Unsere Fofo-Vorscα Besetzung im Heidelberger Hallenbad Europa nur Meter-Bahnen rekordfähig sind, i8t( nicht zutreflend und ſrreführend. Nun, am 15. April sind alle Voraussetzungen für eine érneute Verbesserung gegeben: internatio- Hons Botzong T Ko. Wenn auch der plötzlich und für alle unerwartet aus dem Leben geschiedene ehe- malige Rugby-Nationalspieler und Kapitän der Ländermannschaft seine aktive Laufbahn An⸗ kang der 30er Jahre beendete, so gebührt diesem großben Sportsmann und Rugbyspieler in der Stadt seines Wirleens und seiner Erfolge ein Nachruf. Hans Botzong War einer der besten Drelviertel, die der deutsche Rugbysport je hervorgebracht hat. Zu seiner Zeit War er nicht nur die Stütze seines Vereins, des Heidelberger Ruderklubs, sondern auch der gefährlichste und kraftvollste Mann in der Hintermannschaft des Lünderteams. Seine sportsraännische Gesinnung und nicht zuletzt sein enormes Können erwarben ihm auch im Ausland Ruhm und Anerkennung. nale Veranstaltung durch das Mitwirken des Schweizer SC Arbon, vorschriftsmäßige 26-Vards- erzielt] Bahn, Kleins ausgezeichnete Form und ein begei⸗ sterungstähiges Publikum. SpVꝗo Fürth und VIB Stuhqert vor neuen Siegen Unsere Voraussage für den letzten Toto-Wett⸗ bewerb betreffs der angekündigten sensationellen Guoten ist auch prompt eingetroften: Rekord im bayerischen Toto mit 222 000 DM. Für den kom- menden Sonntag kann man wenigstens bei etlichen Paarungen„durchtippen“, um mit dem Fach- ausdruck zu sprechen. Gleich beim ersten Spiel VfB Mühlburg— Jahn Regensburg muſ man der Platzelf zumindest einen Funkt zutrauen, denn für die Mühlburger könnte es sonst brenslig werden.— Auch die Münchener Bayern werden trotz ihrer überraschend deut- Uchen Niederlage bei Jahn die ersatzgeschwäch- ten Stuttgarter Kickers ohne Punkt auf die Heim- reise schicken, zumal die bisherige Auswärts- hilanzs der Conen-Hlt mit nur einem Siege und drei Unentschiteden eine deutliche Sprache führt. — Fintracht Frankfurt dagegen weist mit vier Gaststegen und vier auswürts errungenen Unent⸗ schieden nach Fürth das beste Zeugnis als rei- sende Mannschaft auf. Ein Unentschieden gegen den Tabellenzweiten Viß Stuttgart wäre daher nicht ausgeschlossen, obwohl man geneigt ist, die typische Platzelf des VfB klar zu favoristeren.— In der Ottenbacher Form wird dem VfR ein Sieg egen BC Aussburg gelingen.— Auch der 8V Waldhof müßte bei den Augsburger Schwaben zu heiden Punkten kommen, um die Ansprüche auf den zwelten Tabellenplatz zu wahren. 8 Für die Spogg Fürth als vorausstchtlicher Mei-⸗ gter der Südoberliga, wird es eine Prestige-An- gelegenheit sein, den Südmeister Offenbach zu Übertahren.— Ebenso sind dem Ex-Meister 1. FC Nürnberg beim FSV Frankfurt nur geringe Chan- cen einzuräumen, zumal die Frankfurter in Hoch- torm sind und auch unter den ersten Drei landen Wollen.— TSV 1660 München wäre außerordent- lleh vom Glücke begünstigt, wWenn es ihm gelingen gollte, in Schweinturt eine Punketetellung zu er⸗ ringen. Schallce 04, wWie der Fe St. Pauli fahren aus- sichtsreich zum Duisburger SV bzw. Werder Bre- men.— 0bb sich der Fo Singen von dem harten Kämpf gegen den 88u Reutlingen bis zum nüch⸗ tgten Sonntag, o er in Kuppenheim antreten mull, erholt Hat, ist sehr kraglich. Fine Punkte⸗ tellung lieckt somit nahe.— Während SpVag Feuer⸗ bach bei Union Böckingen nur als Kkrasser Außlen- landen.— ASV Feudenheim steht auf dem ab- stelgenden Ast und wird dem FC Eutingen ein sehr Willkommener Punktelieferant sein. Deutsche Jugendfußballer in EnglAd erfolgreich Mit einem Besuch Ces englischen Ligaspieles der „first diviston“ zwischen Neweastle United und Bol- ton Wanderers(3:1) schloß die deutsche Jugend- auswahl ihre Englandreise ab. Die deutschen Fuß- baller haben sich gut geschlagen und überall wurde ihr gutes Benehmen hervorgehoben. Die Ergebnisse: in London: Sudenglische Auswahl— deutsche Elt 1˙5 in Birmingham: Mittelenglische Auswahl— deutsche Elt 1·⁰⁶ in Sunderland: Nordenglische Auswahl— deutsche Elt 0·˙4 2:1 Siege und 6.2 Tore sind eine schöne Bilans und man kreut sich in Deutschland beéreits heute, eine englische Jugendelf zum Gegenbesuch in Köln, Frankfurt und Mainz begrüßen zu Können. Auch eine starke britische Senioren-Elf, nämlich die „Tottenham Hotspurs“(Profis der zweiten Division) Werden zu vier Splelen in Deutschland erwartet: Am 12. Mal in Hannover gegen Arminia, am 18. Mai in Herlin gegen Tennis Borussia, am 21. Mal in Ber- Un gegen BSV 02 und am 24. Mai gegen Borussta Dortmund. Hessens Handball-Meister fehlt Drei Handball-Landesmeister des Südens war⸗ teten seither vergeblich auf den„vierten Mann“. Am Sonntag wurde als bester hessischer Verein, der 8SV Harleshausen ermittelt. Die Harleshausener schlugen den vorjährigen Meister 88 Dietzenbach un Untscheldungsspiel in Arſteld überraschend mit 74. Die durch den Handball-Plonler Sutter bekannt gewordene Harleshausener Mannschaft Wär aber noch gar nicht eingestlegen in die End- gpliele zur Süddeutschen Handballmeisterschaft. da mußte sie schon wieder raus, Am„grünen Tisch“ wurde ihr der hessische Melstertitel ab- erkannt, da sie in einem trünheren Spiel einen nichtsplelberechtigten Mann mitwirken lien. 80 komint Dletzenbach zu einer neuen Chance, und in einem Entscheidungsspiel mit Lützellinden wird Solter in Retracht kommt. sollte der 8V Tübingen beim SV Otktenburg wenigstens einen Tellertfolg testgestellt, wer an Stelle Harleshausens das Land Hessen vertreten dart. Tabellen Splege/ Oberliga West Bor. Vortind. 3 66736 37 Pr. Münster 84 46:88 84 I. Fet Köln 26 Bau 31 Hamborn 07 25 3046 24 Pr, Dellbrück 265 4532 41 Rh. Würselen 26 36:43 21 etallce 04 6%7 31 Oberhausen 34740 2J1 FUimnscher 80 4630 30 Vohwintcel g0 26 37/764 10 Wak 25 41:36 30 Klem. Aachen 25 30:60 159 Rotw/, Fssen 24 7741 26 Arm. Rielesteld 49 34:561 13 Duisb. GV 20 43150 25 Duisburg 06 20 26:67 13 Oberliga Nord HAV Hampbe. 84 1036 40 Bremerh. 33 26 42:54 84 At, Fault 23 86 39 Vtu Oidenbg. 26 41:62 43 Oanabrüick 69787/ 32 Arm. Hannov. 21 28:84 21 Werd. Bremen 26 6696 30 Holstein Klel 23 23:41 81 Eumsbüttel 22 456234 26 Bremer 89 280 36:55 16 Braunschweisg 294 4274/ 265 Vith Läbecke 4 7%1866 11 Conc. Hambg. 94 4½/740 34 Härburger TB 23 247/ 6 Oberliga Südwest-Spitsengruppen Gruppe Worck: Gruppe güc: Worm. Worms 21 63·13 30 Routlingen 24 64 794 40 1. Fe Kaitsersl. 20 119:10 36 Kutr. Kingen J 97 Tus Neuend. 21 71710 33 ZV Tübingen J J3 FK Firmasaus 21 44:34 31 Frelburger 0 23 9 30 Fh. Ludwigen. 30 65740 40 KAEV Pboingen 2½ 90 763 40 Tabelle der A Klasse Sinchelm Vih Uppingen K 1 664 9— %%lehingen A 11 6 4 66 740 Vtß Uptenbach N 11 4 6 64⸗46 eFeschelbronn 10 13 1 6 51:40 SG Stagelsbach 2 10 5 7 57:⁷ TSV Neckarbischofsheim 20 1 4 1 477365 Tes gteinsturt 2¹ 0 4 0 44·35 AV Hkethen 2¹ 6 U 41•43 VV Wisenz 2¹* 10 67094 VVGemmingen 10 7 3 0 30 34 17181 TSVlttlingen 2¹ 4 138 33 ꝛ895 197809 AVHabstadt 189 4 4 11 30767 12736 PV Micheltela 4⁰ 3 1 16 27⁰ Jnl R-Klasse Mosbach(Staffel I) Billigheim 189 10 0 3 4498 90.76 Aklasterhausen 12 90 1 9 93:16 19·5 Hüttenhardt 11 0 1 6501% 1075 Alltald 15 7 2 4 50797 16760 Neckarele U 18 6 2 65 41:27 14·13 Waldmäühlbaen 1⁴ 0 2 U 1 19:13 Obrigheim 13 4 2 7 4076 10·16 Sulsbach 13 3 2 U 19740 6216 Külbertshausen 12 1 0 90 18786 01¹5 Rreitenbronn 1⁴ 1 00 10 10 161 70 Beme 8/ Nr. 67/ Mittwoch, 29. Mürz 1960 Dοοε ˖, Oν οννον, Das Sidrhere =.(HSeben 50. Fortsetzung „Achte auf deinen Arm!“ schrie Rolt Gregor durch den Donner zu. „Eben hab' ich dort drüben wieder einen Lichtschein gesehen!“ rief Gregor zurück und liet, Wwas er konnte.„Der Wächter würde im Haus und in den Werkstätten doch das Licht aufdrehen, wenn er kontrolliert!“ „Du glaubst, der Toni—?“ Aa“ Als sie atemlos das Pförtnerhaus erreichten und Rolf den Oberlechner herausvief, überschrie ihn Gregor schon mit dem Alarm:„Feuer! Es brennt! In der Möbelschreinerei und auch dane- ben in der Zimmermeistereil“ Erst wollten ihn die andern— auch die drei Arbeiter waren sofort herausgekommen— ver- dutzt auslachen. Feuer—7I Wo brannte es denn? Aber dann sahen sie es auch, kurzes Auf- zucken noch niederer Flammen hinter den Fen- stern der dem Taleingang zugelegenen Abtei- lungen. Von Nordwest kam mit immer hefti- geren Stößen der Gewitterwind. Wenn das Feuer erst Luft hatte, dann mußpb'te es der Wind über die ganzen Anlagen hintragen bis zu dem großen Bretter- und Stammholzlager. Verstört starrten die Leute. Flüchtig streifte Gregor die Erkenntnis, daß in solchen Fällen kaum viel zu hoffen war, wenn nicht vom ersten Augenblick an eine energische Führung die Ab- Wehr lenkte. Waren die Leute auf sich allein angewiesen, wurde die wichtigste Zeit ver- säumt. Wer weiß, ob es heute noch gut geht! Die Wachen müssen künftig anders vorbereitet werden, überlegte er schnell.„Oberlechner, Licht her!“ befahl er.„Alles was Sie von hier aus einschalten können!“ Schon flammten die ersten Bogenlampen über dem Hof auf. Oberlechner hatteé seine Nerven behalten. Er ließ die elektrische Werkpfeife im- mer wieder aufheulen. Daran hatte Gregor nicht gedacht.„Wenn sie das nicht hören ringsum! Rolt, gib mir den Hund! Du hängst dich an den Fernsprecher und alarmierst die nüchsten Wehren! Wenn sie viel- leicht auch umsonst ausrücken, macht nichts! Wir entschädigen sie. Dann die Polizeistation, Merkl! Abrecht nicht vergessen! Die Arbeiter in den Baracken zu alleèererst, die sind am schnellsten da und sind wohl auch noch wach!“ Rolf gehorchte sofort. Es war ihm zwar nicht recht, er wollte dabei sein und richtig eingrei- ten, aber er wagte keinen Widerspruch; er ver- stand auch instinktiv, daß seine Aufgabe Wich⸗- tig war. Oberlechner, der die Schlüssel zu sämtlichen Abteilungen hatte, und die Arbeiter, die sich rasch der im Wachraum untergebrachten Lösch- apparate bemächtigt und auch Beile und Ein- reißhaken aufgerafft hatten, folgten Gregor, der schon der Möbelschreinerei im Nordflügel zu- eilte. 1 Der weite Hof war hell Kleuchtet, die Bo- genlampen schwankten im Wind. Wenn es nur regnen wollte! dachte Gregor. Schütten soll es, daß alles überströmt ist, bevor das Feuer Aus- dehnung und Macht gewinnt! Der Eingang zu den Werkstätten war ver⸗ sperrt. So mußte Gregor, vergeblich an der schweren Tür rüttelnd,— Wo war der Toni eingedrungen?— warten, bis Oberlechner mit dem Schlüssel kam. Und wie er sich ihm halb zudrehte, rißß Hasso plötzlich so heftig an der Leine, dab Gregor, völlig überrascht, die Leine aus der Hand gleiten lieſß. Schon stürmte Hasso, die Nase auf der Erde, die Front des niedren Gebäudes entlang. Vergebens rief Gregor den Hund. Die Tür ward geöffnet, und hinter Ober- lechner drein drangen die Arbeiter mit ihren Löschapparaten in die Möbelschreineèrei ein. Gre- gor hörte noch, wie der alte Schreiner schrie: „Benzin hat er in die Hobelspäne geschüttet, der Fallot!“ Fast gleichzeitig bellte Hasso hart und zornig auf. Das War doch hinter dem Verwaltungs- haus? Ohne sich zu besinnen, lief Gregor in Rich- tung des bellens. Sein erster Gedanke war: Der Hund hat den Toni gestellt! Und wie er Um die Ecke bog, sah er im Licht der Bogen- lampen— er hatte sich nicht geirrt—, wie sich der Toni mit den Füsen und mit einem großben Benzinkanister, den er mit der linken Hand wütend schwenkte, gegen Hasso wehrte, der ihn hitzig ansprang. Als der Bursche Gregor erkannte, wollte er klüchten, aber— ungeschickt gemacht und ge- schwächt durch den schweren Schulterschuß von dem wild angreifenden Hund gehindert— kam er nicht weit. Gregor hatte nur seinen Stock als Waffe, aber er sah, daß er keine an- dere brauchte. Der Toni war schlimmer verletzt als er, auch war er im Grunde feig und fühlte sich überrumpelt. Und wirklich, der Toni be- gritt nicht, daß er s0 rasch aufgespürt worden War. Er hatte sich seine Rache so ganz anders ausgemalt. Das gesamte Werle hatte er schon in Flammen aufgehen sehen, daß es eine Freude War, und wenn sie dann alle herunten zu 16- schen versuchten, hatte er gehofft, werde er auch noch dem Pruggerhotf den roten Hahn aufs Dach fliegen lassen! Gregor rieft den Hund zurück, der sich ein wenig beruhigte, weil nun sein Herr da war und der Toni nicht mehr nach ihm trat und schlug.„Los, Toni, Sie verdammter Kerl, vor- würts, zum Pförtnerhaus! Den Känister neh- men Sie mit!“ herrschte er ihn an und wies mit dem Stock die Richtung.„Fünt Schritt vor mir!“ Langsam, geduckt, als erwarte er im nüch⸗ sten Augenblick den Stock auf seinem Rücken zu spüren, drehte sich der Toni um und ging mit kleinen, schleppenden Schritten voräus, um das Verwaltungsgebäude herum dem Pförtner- haus zu. Er schien sich, fiebernd und erschöpft, in das Unvermeidliche zu fügen. Gregor, dem es gelang, die Leine, die der noch immer auf- geregte Hund nachschleifte, rasch aufzugreiten, kolgte dem Burschen und ließ ihn nicht aus dem Auge. Er mußte darauf gefabt sein, daß er noch einen verzweifelten Versuch machte, auszubrechen. Der Wind hatte wieder aufgebört, aber das Gewitter stand jetzt fast über ihnucs. Rasch auf- einander folgten sich die Blitze und Donner- schläge, aber es regnete noch nicht einen Trop- fen. Unheimlich ist s0o ein stehendes Gewitter, dachte Gregor. Herrgott, und in den Werkstät⸗- ten schienen sie des Feuers nicht Herr zu wer⸗ den, er sah, daß es bereits auf den ersten Stock üÜbergriff! Rolf staunte nicht wenig, als Gregor seinen Gefangenen in die Pförtnerstube schob. Rasch nahm er sein Gewehr vom Tisch auf, damit der Toni keine Dummheiten machte.„Eben bin ich durch mit dem Alarm. Merkl und Abrecht hat- ten die Werkpfeife gehört und sind schon autf dem Wegl Auch die Arbeiter von den Baracken müssen gleich da sein!“ schrie er, um sich bei dem Krachen des Donners verständlich zu machen. Er War sehr aufgeregt.„Florin hat an⸗ Herufen. Er kommt!“ Gregor lächelte flüchtig. Der Junge nahm das als ein Abenteuer, und war sicht Wehl kaum völlig bewußßt, was auch für ihn alles auf dem Spiele stand. Sie sperrten den Toni kurzerhand in den kleinen Kohlenkeller ein, der nur einie schmale Fensterlucke ins Freie hatte. Dort war er ihnen sicher. „Merkl wird bald da sein,“ meinte Rolk. „da, der soll ihn gleich übernehmen. Wir haben Wichtigeres zu tun!“ Gregor band Has- gos Leine um ein Tischbein. Der Hund lief ihm sonst nach in die brennenden Räume,„Vor⸗ läufig mußt du aber noch aufpassen auf den Burschen. Ich will hinüber zu den andern, das Feuer wächst unheimlich! Der Kerl hat Wohl alles mit Benzin bespritst.“ Eben kamen die Kraftfahrer gelaufen, die nahe der Station wohnten. „Die sollen inzwischen die fahrbare Spritse bereit machen!l“ schlug Rolf vor. „Gut! Schnell! Mit den Handapparaten Kom⸗-⸗ men wir nicht durch, es brennt bereits im er⸗ sten Stock!“ Was dann weiter geschah, konnte Gregor spä- ter in seiner Erinnerung kaum noch auseinan- derhalten. In dem Gualm und Rauch der bren- nenden Werlestätten, in dem wütenden Kampt, um das Feuer einzudümmen und ihm den Wes in die Nachbarabteilungen und vor allem zu der groſlen Sägehalle und zum Maschinen- und Kesselhaus hinüber zu verlegen, kam er kei- nen Augenblick mehr zu klarer, ruhiger Uber- legung. Er handelte gefühlsmäßig und traf seine nach dem Zwang des Augen- elks. An fünf verschiedenen Stellen hatte der Brandstifter, der ein rückwärtiges Fenster ein- geschlagen und 80 eingedrungen War, fast gleichzeitig das Feuer geweckt und er hatte es sich nicht schlecht ausgedacht, wie die Flam- men wohl am leichtesten die ganzen großen Werkstätten ertaßten. Wenn der Brand nur eine Viertelstunde später entdeckt worden würe und wenn der Toni Zeit gehabt hätte, noch in der Sägehalle an zwei, drei Stellen dürres Latten- und Bretterwerk mit Hilfe von Ben- zin in Brand zu setzen, dann hütten sie den Flammen nicht mehr Einhalt gebieten können, —— Wenn sie den nahen Bach leergepumpt ätten. Während Abrecht, ohne Rock und Kragen, atemlos und doch mit einer gewissen über⸗ legenen Gelassenheit des Alters die Hochreither Feuerwehr, die als erste im Galopp auf den Hof gerasselt kam, gleichsam als Schutzwall für die Sägehalle und das Verwaltungshaus einsetzte, hielt sich Rolf an der Seite Grégors, als sein Adjutant und Helfer. Er bekümpfte das Feuer mit tast Künstlerischer Begeistéerung. Er war nicht nur im tiefsten erregt, er war auch ange- regt, er fand es phantastisch, wie sie hier gegen die Flammen kämptften. Kübel um Kübel schleppte er heran und schüttete das Wasser mit Schwung in die Glut, er deckte die Arbeiter, die die empfindlichsten Maschinen, soweit sie bewegt werden Kkonnten, aus dem Bereich der geführlichsten Feuerballungen rückten. Ver⸗ stärkung um Verstärkung kam, von den Ba- racken und aus dem nüchsten Dorf im Tal, wo Viele Arbeiter wohnten. Auch Florin jagte in seinem Wagen auf den Hof und drang sofort zu Gregor vor, der innen die Löscharbeiten leitete. Gregor nickte ihm befriedigt zu und rief etwas, ohne daßb' ihn Florin verstand. Das Ge- witter tobte sich jetzt über dem Tal aus, und endlich, endlich rauschte auch schwerer Regen nieder. Darauf hatte Gregor wohl hingewiesen, Weil er wie erlöst nach oben gedeutet hatte. In der Möbelabteilung hatten sie den Brand kast im Entstehen mit den Schaumapparaten erstickt, aber in der hauptsächlich dem Holz- hausbau dienenden Zimmermeisterei War das nicht mehr geglückt, hier hatte sich das Feuer über die darüber liegenden Lagerräume und die Kistenmacherei bis zum Dachstuhl hoch- gefressen und sich unheimlich rasch ausge- breitet, denn allzuviel leichtbrennbares Material War hier aufgestapelt. Nun trafen aber in rascher Folge die Tal- Wehren ein, der fast wolkenbruchartige Regen dümmte die Gefahr ein und erhöhte die Zu- versicht, daſ man jetzt doch den Brand meistern werde; aus überstürztem erstem Widerstand Wurde planmüßige abschnittweise Bekämpfung. Als das Gewitter um Mitternacht, bei nack- lassendem Regen, donnernd vergrollend weiter hinein ins Gebirge verzogen waär, hatten sie es endlich geschafft. Auch in der Zimmermeisterei War die Glut abgelöscht, starke Brandwachen Waren aufgestellt, und wenn aguch der feuchte, beiſlende Qualm sich noch schwer auf die Atmung legte und die entzündeten Augen trün⸗ ten und brannten, die Freude upd die tlete Befriedigung, das Werk erhalten zu haben, ließen all das kaum zum Bewußßtsein kommen. Wührend Rolf dafür sorgte, daß in der Kan- tine für die vielen fleibigen Helfer zu essen und zu trinken aufgetragen wurde, ging Gregor mit Abrecht und Florin durch die noch immer raucherfüllten Rüume, die mehr oder minder durch Feuer und Wasser in Mitleidenschaft ge- zogen worden waren. Jetzt, nachdem der große Erkolg errungen war, kam eine übermüchtige aber wundervolle Uber ihn. Er hütte sich irgendwohin auf den hackten Fußboden hinfallen lassen mögen, um zu schlafen, nur 2u gehlaten, aber nun schmerzte der verletzte Arm, den er unbedenklich und rücksichtslos bei der Löscharbeit gebraucht hatte, als sei er mit einem glühenden Eisen durchstoßßlen, er hing schwer und wie gelüähmt in der Schlinge. Gregor tieberte stark und mußte sich härt Taneblatt zusammennehmen, um den andern nicht zu ver. raten, wie es um ihn stand. Manchmal sah er sie nur noch wie durch einen Nebelschleier. Er hörte sich trotzdem gelassen und vernünftig reden, über das von allen Geleistete und über die vordringlichsten Aufräumungsarbeiten, er hörte zu, wie Abrecht und Florin den unge- kähren Schaden abschätzten. Dieser erwies sich als durchaus nicht unbedeutend, war aber durch Versicherung gedeckt. Sie waren sich darin einig, daß die normale Arbeit in den beschädig- ten Abteilungen schon in kurzem wieder auf- genommen werden konnte. Als Abrecht und Florin wissen wollten, was inn und Rolf zur entscheidenden Stunde gerade hierher geführt und ihn den Brand hatte ent- decken lassen, verschwieg er ihnen, was ihm selbst wunderbar deuchte.„Wir wollten uns nur überzeugen, ob der Toni nicht doch Unter- schlupf in seiner Baracke gesucht hatte. Auf dem Heimweg entdeckte ich den ersten Feuer- schein. Das war alles.“* „Sie hat Ihr seliger Vater zur rechten Zeit hierher geführt“, meinte der alte Abrecht, und es War ihm voller Ernst damit. Florin aber nickte und sagte nichts dagegen. Er lieſ das Wort gelten. Er hatte sich brav ge- halten und sah selbst aus, daß er sich bei einem Blick in den Spiegel kaum erkannt hätte. Er bestand darauf, daß Gregor mit ihm sofort zum Pruggerhof zurückfuhr. Es entging ihm doch nicht, daß der andere sich nur gewaltsam auf- recht hielt. Abrecht und Rolf wollten ja bleiben, die Meister waren auch längst im Werk, und ein stärkeres Wiederaufleben des Feuers war nicht zu befürchten. Wührend sie in ruhiger Fahrt über den Wald- hang hinauf heimkehrten, sprachen die zwei ehemaligen Gegner kein Wort Als dann aber der Wagen vor dem Pruggerhof hielt und Gre- gor Florin stumm dankend die Hand reichte, bevor er ausstieg, nahm Florin die gebotene Rechte fast heftig mit beiden Händen und gab sie s0 bald nicht wieder frei. „Schlafe, schlaf! Ich ruf sofort den Arzt an, Er soll morgen in aller Frühe nach deinem Arm sehen. Und das muß ich dir noch sagen: Ich vergeß es dir nie, im Leben nicht! Nun, du weißt schon—!“ Sorgsam half er Gregor aus dem Wagen, weill sich Gregor, mit dem Arm in der Schlinge, dabei schwer tat. Florin deutete mit dem Kopf zum Haus hinauf, wo noch fast alle Fenster erhellt waren; er lächelte— und Gregor mußte zugeben, daß er wirlelich ein hübscher, ein⸗ nehmender Bursche War.„Du bist zu Haus. Sie sind noch alle auf und können es nicht er- Warten, bis du kommst und erzählst. Sie wer⸗ den sich sehr geüngstigt haben. Sag Ebba doch ein gutes Wort von mir.“ „Willst du nicht selber, Norin—?“ meinte Gregor. Er war unsicher auf den Beinen, der Arm machte ihm sogar arge Beschwer, und doch kühlte er sich, als habe er heute ein König⸗ reich erobert.„Kkomm mit hinauf und erzühle selbst.“ Aber Florin saf schon am Steuer.„Heute nicht— ich will sie nicht überrumpeln, Sie soll sich in aller Ruhe entscheiden. Mor lelcht. Wenn ich komme, um n dir ꝝau schauen. Jetzt denke an dich— und schlafe dich aus!“ „Es wird noch alles gut werden.“ „Glaubst du?“ „Ja, Florin.— Gute Nacht denn. Auf morgen!“ 20. Justizrat Becker hatte sich nun doch für einen Tag freigemacht, um in Hochreith nach dem Rechten zu sehen und Gregor endlich zu einer klaren Entscheidung zu drüngen; die knappen Nachrichten über die letzten Freignisse auf dem Rauheck und im Prugger-Werk Hatten ihm keine Ruhe mehr gelassen, auch waren die sechs Wochen fast abgelaufen, die das Testament Gre- gor als Ueberlegungsfrist einräumte. Becker hatte gedacht, am Bett eines Schwer⸗ verletzten sitzen und verhandeln zu müssen, und nun galt es Gregor erst zu suchen, als der alte Herr am frühen Vormittag unangemeldet inm Pruggerhof vorsprach. Denn d er Junge Herr“ hatte gerade eingehend und gewissenhaft den Pflanzgarten besichtigt, in dem die Zenz, eitrig unterstützt von der kleinen Hertha, die Gurkenbeete in Ordnung brachte. Fortsetzung folgt) DemWarenkaufabkommen der Bad. Beamlenbankt angesdhlossen Nohrbacher Strase 70 nonkt-SREUWissER QA‚lLLLLme—˖ Nen- Vliz Soehmuche Wrauringe BHestecke HEIDELBERG Herghelmer Straßhe 19, Tel. 60 06 Waflen- u. Sporthaus K. Srbes inh. K. Foltt Luttgewehre und Sportartikel preiswert und gut oeV, uf, To% 66 91 Reparatur-Werkstätte Nuctolf Schneider NOee e leeneee 6. Workstüttet NKauptstrssse 0 PBolsterMGbeladus elgener Werkstätte 0 das in der Wochenschau gezeigte elektr. KAUMOhOmlner zeigt Ihnen unverbindlich die Firma Joh. 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Sie gilt für jede Ware, die das durch das Schild werbende Geschäft führt und mehr als DM 20.— kostet. Uber den Kaufpreis ist eine„Warenkaufanwel⸗- sung“ auszustellen. Im Geschäft liegen Vor- drucke hierzu auf. Beamten Bank angeſchloſſen Bei uns finden Sie: Mümtel Kleider Dlusen Nöche Untervwodtsche in grosser Auswahl undstets das Neueste I. Zũluniocli Dameumodle- ſleidelberg varläüuflg Hauptstraßte 68, neben den Kammerlichtspielen int Speꝛiolhaus für Herren-, Knaben- und Berufskleidung Mittwoch, 29. März 1950/ Nr. 15/ Seite 9 DemMarenkaufabkommen der Bad. Beamlenbank angeschlossen Henlten Sie auch daran, daſl es der raschen Ge- schäftsabwicklung dienlich ist, wenn Sie sich bel der Bank vorher ein Akkreditiv besorgen, sofern der Kaufpreis höher ist als DM 100.—. In dem Warenkaufablommen wird Ihnen also eine einfache und bequeme Finanzierung der Anschaffungen geboten, die nun einmal zur Lebenshaltung gehören. Bevorzugen Sie deshalb bei Ihren Einlckufen die Vertragsfirmen eines Warenkaufabkommens mit der Badischen Beamtenbank e. G. m. b. H. Karlsruhe, Waldstr. 1, Tel. 487. Geschäftsstelle: Heidelberg, Bismarckstraſe 17, Tel. 2931. EIUDEU Raldelberd, BeheIR SU˙αοοσ ᷓ ⁰˙ Betten-Hlippius bas dltbekennste SpuöhnlhU 6 mit neuzeitl. elelctr. Federn-Reinigung Helddlelherg. MaunaDHeHUv. 166 Nune Universität und Jesutenkirchs Nussialtungen Heldelberq PpPlöck 59 WIII schk- Olugnꝙfloffa Strapazierstoffe sowie elegante Kammgarne auch Importstofle in unübertreffl. Auswahl Ateduvllofſa in Wolle, Seide und Zéllwolle in modischen Farben und Mustern Moulul. uuιν Roſlumloſfu in aparten Frühjahrs-Neuhelten au, DoaU. in bewührten Fabrikaten bieten wir stets 1 WGunst⁰οn Prolsen Eckk CTUνUανάνẽuꝗͤa88e IEIKAMTHAUe CIſkibolllilen fiu& Heidelberg, Hauptstraße 16, Telefon 574/42 . Dandling. 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Das Vergleichsvertahren Wurde autgehoben.— Heétdelberg, den 24. 3. 1060.— Amtsgericht 2 6. Veber das Vermäögen der Fa. Ridin- ger& Waldschmedt G. m. b. H., Landwirtschaftliche Geräte und Fahrzeusbau in Leimen, Wurde neute nachmittag 16 Uhr das Ver- Hleichsvertahren zur Abwendung des Konkcurses eröttnet. Zum Ver⸗ Fleichsverwalter Wird bestelit: Dr. Heinz Wilims, Volkswirt in Hel⸗ delberg, Rohrbacher Str. 203. Ver- Kleichistermin ist am Mittwoch, den 10. April 1950, 9.00 Uhr, vor dem Amtszgericht in Heidelbg., 1. Stock, Eimmer Nr. 13. Der Antrag aut Eröttnung d. Vergsleichsvertahrens nebst Anlagen sowie das Ergebnis dler weiteren Urmittlungen sind auft der Geschäktsstelle zur Fin⸗ nicht der Betetligten niedergelegt, Heidelberg, 28. Märs 1960.— Amts⸗ Kericht 2 2. Todesseltfeststellung. Als Zeitpunkt des Todes der Frau Frieda Hoch- herr geb. Carlebach, geb. 9. 7. 16/8 In Heldelsheim b. Bruchsal, wohn⸗ haft in Heidelberg, Uterstraße 20, Wird der 9. Mal 1945, 24 Uhr, kest⸗ Kestellt.— Heldelbertz, 6. 3. 1960.— Ammtsgéericht— V.G. Amtsgerteht Fherbach, den 20. Mürz 1950. HR. B Band 2 Ny. 10. Prieck⸗ rich Achnetz, Gesellschatt mit b6⸗ Bchrünkter Haftung, Sägewerk und Kistenfabrik, Eberbach a. Neckar. Veründerung: Geschäktstünir, Vrieck⸗ Ienn Saohnetz ist gestorben. Dureh Uschatterbeschluff V. 17/. 6. 40 rde der bishierige PFrokurist Dr. Emil Himmelsbacht, Holsgrolhhäünd⸗ ler, Mannhelm, 2. Geschäkttstührer bestellt. Der 6 AUttatührer ſst Allein vertreétunssberechtigt. Fritz Mitzlatt und Ruth Schnetz ge Högner, beide in Fberbach, 1. Gesamtprokura erteilt. Amtsgertent Mirschlorn. Neuel 8— Ktragß im Handelsregister A uUnter MH. R. 4. 96: Stement Gesellschakt Herrmahn Co., Neckarsteinsch. Ottenes Handelsgesellschaft. Per⸗ AeDliehnh hattender Geselischafter: Waälter Herrmann, Kautmann, ung, Use Kutter, Phetrau des Otto Mr cn Kutter, beide in Weckarsteinach. Bie Gesellschatt hat am 1. Juli 1047 begonnen. Blotdrock? 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