————— Erscheint täglich außler sonn- und felertags. Bezugspreis monatl. DM 2.50 zuzügl. DM d.40 Trägerlohn. Postbezieher monatlich DM 2.90 (einschl. Zeitungsgebühr), zuzüglich Zustell⸗ gebühr.— Anzeigenpreis: 1 spaltig 3 46 mm breit DM 0.40 per mm nach Preisliste Nr. 4 67. Jahrgang des Heidelberger Tageblatts Tageblat ſerlag: Carl Pfefter Verlag u. Heidelberger utenberg-Druccerei G. m. b. H., Heidelberg. und Redaktion: Brunnengasse 16—24, el. 29 8½ö6. Herausgeber: Dr. Otto Pfetter, Wunelm Reichenbach, Dr. Rudolf K. Gold- Schmit-Jentner. Postscheck Karlsruhe 44 84. ohefredakteurt Dr. Karl Sile UDNABIHINGIGIE HIIHEIDELEBEROGERZEITUNG Nr. 198/ 2. Jahrgang Regierungserklärung zum Brotpreis im Landtag „Keine Eins chreitungsmöglichkeit qegen Preiserhöhungen mehr“ Stuttgart. Der württemberg-badische Wirt⸗ schaftsminister Dr. Hermann Veit Geh) gab am Dienstag in einer Regieruntgserklärung vor dem württembergisch-badischen Landtag be- Kannt, sein Ministerium habe kleinerlei Möglich- keiten mehr, Erhöhungen des Brotpreises zu ver- hindern. Veit sagte, nachdem der Bundestag am vergan- genen Freitag der Freigabe aller Getreide- und Mehlpreise und der Erhöhung der Weizen- und Roggenpreise zugestimmt habe, seien die Preis- überwachungsbehörden vom Bundeswirtschafts- ministerium angewiesen worden, vom 24. Juli ab nur noch in solchen Fällen einzugreifen, in denen einwandfrei Preistreiberei vorliege. Veit forderte ddie Bevölkerung auf, darauf zu achten, ob das neue Konsumbrot aus fünfzig Prozent Weizen- und fünfzig Prozent Roggenmehl, das nunmehr zu 49 Pfennig je Kilogramm verkauft werden soll, auch tatsächlich immer angeboten werde. Im übrigen sei voraussichtlich mit einer Preiserhö- hung von drei Pfennigen bei Roggenbrot, 3,4 Pfennigen bei Roggenfeinbrot und fünf Pfenni- gen bei Weizenweißbrot zu rechnen. Nach den Ausführungen des Wirtschafts- ministers betonte Abgeordneter Wilhelm Klein- knecht SPD-Landesliste) in einer Erklärung seiner Fraktion, das Kanzlerwort, daß keine Preiserhöhungen für Brot zu erwarten seien, hahe sich nun doch nicht bewahrheitet. Die „vielgerühmte freie Wirtschaft“ habe bei ihrer ersten Bewährungsprobe völlig versagt. Gewis- senlose Kreise seien bemüht, die Angstpsychose der Bevölkerung tu ihrem eigenen Profit auszunutzen. Die Em- börung der arbeitenden Bevölkerung über die Mittwoch, den 26. Juli 1950 Maßhnahmen der Bundesregierung sei besonders groß, da auch die Preise für Fleisch- und Wurst- Waren sowie für Fett und andere Dinge des täglichen Bedarfs in den letzten Tagen stark gestiegen seien. Die Folgen aus diesem Zustand kür die gesamte Wirtschaft seien kostspieliger als die Aufwendungen, die für die Weiterzah- lung der Subventionen notwendig gewesen wären. Abgeordneter Wilhelm Simpfendörfer(CDU Leonberg) sagte, eine Stellungnahme sei seiner Partei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mög- lich, da die Regierungserklärung völlig überraschend gekommen sei. Anscheinend habe jedoch die SPD Kenntnis von der Regierungserklärung ge- habt. Simpfendörfer bedauerte, daß die SPD Pporis fordert US-Diuvisionen für Westeuropo Strategische Besprechungen England— Frankreich Parlis. Frankreich wird auf der Londoner Konferenz des stündigen atlantischen Exekutiv- ausschusses die Verstärkung der in Europa stehenden amerikanischen Truppenverbände for- dern, wie der Reuter-Korespondent Harold King in Paris aus gut unterrichteten Kreisen erfah- ren haben will. Nach Ansicht dieser Kreise kann Frankreich nicht mehr als die Hälfte der 45 bis 50 Divisio- nen stellen, die zur Verteidigung Europas im Fall eines Angrifts der Sowjetunion erforderlich wären. Die Lücke könnte weder von Großbri- tannien noch den Beneluxländern geschlossen Territoriale Garonſie der Bundesrepublil Bonner Gedanken zum Sicherheitsproblemmm Bonn. Der Konferenz der Atlantikpalktmäüchteé, die in London begonnen hat, wird in Bonn außlerordentliche Bedeutung beigemessen. Bon- ner Regierungsstellen machen kein Hehl dar- aus, daß die in London auf der Tagesordnung stehenden militärischen Verteidigungsprobleme auch für die Bundesrepublik eine Lebensfrage darstellen. Besondere Aktivität erwartet man im London von der amerikanischen Seite. Dies- mal dürfte die USA-Regierung von den west- europäischen Ländern klare Entscheidungen, nicht zuletzt im Hinblickk auf Deutschland, for- dern. Elbe und Rhein Der Bundesregierung dürfte die unverbindlich ubgegebene Erklärung der Alliierten Hohen Kommissare, daß die Sicherheit Deutschlands durch die Anwesenheit der alliierten Besatzungs- truppen gelöst sei, die praktisch zum System des Atlantikpaktes gehören, nicht genügen. Die Erfahrungen in Korea haben gezeigt, daß das Fehlen alliierter Truppen die Angriffslust er- höht. Die Bundesregierung ist aber der Ansicht, daß die Gegenwart der Alliierten auf die Dauer auch keine Gewähr für die Erhaltung des Frie- dens darstellt. Dagegen scheint eine offizielle Sicherheitsgarantie das Mittel zu sein, mit dem man in Bonn der Bedrohung aus dem Osten test umrissene Grenzen entgegengesetzt sehen möchte. Jurististische Sachbearbeiter in Bonn erklären, daß eine völkerrechtlich bindende Garantie der Westmächte das gesamte Territo- rium der Bundesrepublick decken würde, wäh- rend eine Verteidigungsbereitschaft der alliier- ten Truppen in Deutschland unverbindlich sei und sich sowohl an der Elbe als auch am Rhein aus- Wirken könne. Kredithilfe für Deutschland In den Gedankengängen deutscher Politiker greift auch immer mehr die Idee eines„Deutsch- land-Friedensplanes“ Platz. Ein solcher Plan sei notwendig, um der Bundesrepublik die entschei- denden sozialen und wirtschaftlichen Sicherhei- ten zu geben. Anderern Staaten würden erheb- liche Beträge und Mittel für Verteidigungs- zweckke zugeführt. Deutschland dagegen braucht keine Waffen, sondern Friedenswerke, um der kommunistischen Agitation moralisch wider- stehen zu können. In diesem Zusammenhang bedauert man die von amerikanischer Seite ge- planten Kürzungen der ERP-Gegenwertfonds. Man wünscht vielmehr, daß im Rahmen einer neuen Aktion durch Kredithilfe für die Wirt⸗ schaft, durch Anlage von Lebensmittelvorräten Sowie durch einen internationalen Flüchtlings- Plan der Bundesrepublike sichtbar geholten und damit auch dem Frieden gedient wird. Geld für Waffen Paris. Der französische Ministerpräsident René Pleven erklärte, die französische Delegation auf der Londoner Tagung werde sich für einen Plan einsetzen, der ein neues Finanzierungs- system für die Westeuropäische Verteidiguns vorsteht.„Die Kosten der gemeinsamen Ver- teidigung müssen durch die Bildung eines ge- meinsamen Fonds gedeckt werden, zu dem jedes Lande im Rahmen seiner finanziellen Möglich- keiten beiträgt. Den ersten großen Beitrag müß- ten die Vereinigten Staaten beisteuern, die als einziges Land dazu in der Lage sind.“ Kriegskhufe schlieſten Dollarlücke Washington. Ein amerikanischer Regierungs- sprecher erklärte, die in dem amerikanischen Mobilisierungs-Gesetz enthaltene Vollmacht zum Anlcauf kriegswichtiger Rohstoffe im Werte von zweil Milliarden“ Dollar werde die westeuro- päische Dollarlücke schließen. Die Mobilisierungs- Vorlage sieht vor, daß die USA-Regierung Roh- stoffe, die die Sowjetunion für Kriegszwecke er- werben könnte, bis zum Betrage von zwei Mil- liarden Dollar ankaufen darf. Die militärische Uberlegenheit Sowjetruſßllands Washington. Der Vorsitzende des Militäraus- schusses des amerikanischen Repräsentantenhau- ses, Carl Vinson, schilderte in Washington die gegenwärtige militäriche Ueberlegenheit der So- Wjetunion und forderte den Bewilligungsaus- schuß auf, den von Präsident Trum an verlang- ten zusätzlichen Rüstungsbetrag von 10,5 Mil- Uarden Dollar als Minimum anzusehen. Vinson erklärte, die Sowjetunion besitze vier- zigtausend Panzer. Auf einen amerilkanischen Panzer kämen sieben sowjetische Panzer. Zehn Divisionen der amerikanischen Armee ständen 175 Sowjetdivisionen gegenüber. Die Sowietunion verfüge über starke Luftstreitlcräfte und außer- dem über 300 U-Boote. Das seien sechsmal 80 Viel, wie Deutschland bei Kriegsausbruch hatte. Es bestehe die Möglichkeit, daß sich das Pro- gramm Hräsident Trumans zum Ausbau der amerikanischen Verteidigung sogar noch als zu klein erwelse. esse der f noch nicht völlig Übereinstimmenden den Standpunkt der Opposition einge- nommen habe. Abgeordneter Kleinknecht er- widerte hierauf, die Erklärung der SpD sei ohne Kenntnis der Regierungserklärung ausgearbeitet worden. Wenn man in den letzten Tagen die Zeitung gelesen hätte, so meinte Kleinknecht, hätte man diese Erklärung auch so ausarbeiten können. Auf einen Vorschlag des Abgeordneten Möller SPD-Karlsruhe-Land), die Sitzung zu unterbréchen, um der CDU Ge- legenheit zur Ausarbeitung einer eigenen Stel- lungnahme zu geben, betont Simpfendörfer, seine Fraktion habe im Augenblick keinen Anlaß, eine Erklärung abzugeben. Sie werde dies zu gegebener Zeit nachholen. Zu der, Frage der Brotpreise nahm die DVP ebenfalls keine Stellung. werden. Gegenwüärtig sei ein wirksamer Schutz Europas nur möglich, wenn eine gewisse Zahl amerikanischer Divisionen in Europa stationiert wird. London. Der französische Verteidigungsmini- ster Jules Moch traf am Dienstagvormittag in London ein, um mit dem britischen Verteidi- gungsminister Shinwell Verhandlungen über die westeuropäische Verteidigung zu führen. Moch wird bereits am Dienstagabend nach Paris zurückfliegen. Besorgte Kritiker Montgomerys Paris. Die beiden am Dienstag begonnenen Londoner Militärkonferenzen— Aussprache Shinwell-Moch und die Tagung des ständigen Exekutiv- Auschusses der Nordatlantikpakt- müchte— beherrschen weitgehend das Inter- mzösischen Oeffentlichkeit. Die bisher l strate- gischen Auffassungen Franlereichs und Groß- britannien sollen aufeinander abgestimmt wer- den. Die bisherigen französischen Kritiker Montgomerys, die befürchteten, daſ der britische Marschall Frankreich zu sehr als Vor- feld des zu verteidigenden Aermelkanals an- sieht, leben heute in der Sorge, daß die ständige Bereitschaft der französischen Soꝛzialisten, sich den Auffassungen ihrer Labour-Freunde an- zupassen, auch auf die Haltung des neuen sozia- listischen Verteidigungs-Ministers Jules Moch Einzelpreis 15 Pfg. * Unsere Meinung Das Armeleutebrot Es gehört in die geistige Verwirrung unserer Zeit hinein, daß das Wort vom Armeleutebrot überhaupt fallen konnte. Weit muß sich in sol- chen Auffassungen das Brot von dem täglichen Brot entfernt haben, das für die Menschen seit Ursprungszeiten stellvertretend für alle irdischen Bedürfnisse, für des Leibes Nahrung und Not- durft geworden ist. Im Vaterunser bitten wir darum, daß es uns„heute“ gegeben werde, und wir bitten streng genommen immer nur um die Ration für diesen einen Tag, womit täglich die ursprüngliche Ehrfurcht bezeugt wird. In unse- rem Lande wächist der Roggen mehr und besser als in anderen Ländern. Hätten wir noch Ehr- furcht vor der Natur, in die wir gestellt sind und von der wir ein Teil sind, könnte das Wort vom Armeleutebrot als ein Ehrenwort für unser Rog- genbrot empfunden werden. Ein verfeinerter Geschmack, der mit der wahren Notdurft unseres Leibes auch vom Standpunkt des Arztes, mit der Volksgesundheit und Volksernährung den Zusammenhang verloren hat, läßt in dem arm- gewordenen Deutschland hunderttausende von Tonnen unseres Roggens unverzehrt und die radikalsten Gegner der Liberalisierung des Außen- handels berufen sich auf die Liberalisierung der Geschmacksnerven und eines angeblich zivilisa- torisch höheren Genusses. Mehr Ehrfurcht vor dem Brot heißt bei uns schließlich nichts anderes als mehr Ehrfurcht vor der Lage, in die wir alle zusammen nicht ohne unsere Schuld hineinge- raten sind. Sx. Sabotage Da sich in Westdeutschland militante kommu- nistische Sabotagetrupps befinden, die„im Fall einer kriegerischen Einverleibung der Bundes- republik in die Sowietzone“ die westdeutschen Eisenbahnknotenpunkte zu zerstören beauftragt sind, ist eine Mitteilung, die bei vielen harm- losen Zeitgenossen ungläubiges Kopfschütteln Krregen könnte, wenn sie nicht von einer so ver- antwortlichen Stelle gemacht worden wäre. Der Vorsitzende der deutschen Eisenbahnergewerk- schatf Ja hn hat diese Enthüllungen auf dem In- ternationalen Transportarbeiterkongreß in Stutt- gart gemacht und dabei Frankfurt und Düssel- dortf als die Zentren der Geheimorganisation be- zeichnet. Aus England werden laufend Sabotage- akte gemeldet, und die letzte englische Kabinetts- sitzung mußte sich bereits mit Vorschlägen des Generalstaatsanwalts für die Sabotagebekämp- kung zum Schutz des britischen Kriegspotentials beschäftigen. Den Enthüllungen Jahns ist bei uns in Deutschland eine Mahnung des Ministers abfärben könnte. Kaliser zu verstärkter Aufmerksamkeit gegen- Letzte Abwehrstellung eingekreist Nordkoreanischer Vormarsch auf Brückenkopf MacArthurs Hauptquartier in Korea. Nord- koreanische Panzer und Infanterieverbände be- drohten mit ihrem Vorstoß die amerikanischen und südkoreanischen Verteidigungsstellen im letzten Viertel Südkoreads. Der Kreis um die letzte Abwehrstellung, den Brückenkopf im Dreieck Pohang-Taiku- Pusan, wird immer enger. Im tiefen Südwesten der Halbinsel haben die Kommunisten in einem weitausschweifen- Vorstoßmanöver nach Frontberichten bereits die Stadt Suntschon, fast in der Mitte der Südkante Koreas, genommen. Sie befinden sich nun im Vormarsch nach dem Hafen Josu. An dieser Front soll den Kommunisten kaum nennenswer⸗ ter Widerstand entgegengesetzt worden sein. An der Mittelfront hatte sich die 24. USA- Division nach blutigen Kämpfen aus Jongdong rückgezogen. Der Rückzug, der verhältnis- mübßig geordnet vor sich ging, wurde durch Verbände der 1. gepanzerten USA-Kav.-Division gedeckt. An der Ostküste verstärken die Kom- munisten ihren Druck von Jongdok her in süd- licher Richtung auf den amerikanischen Brük- kenkopf Pohang. Länderwirischaftsminister qgeqen Luxussteuer Spesensteuer unzulünglich— Abünderungen vorgeschlagen Bonn. Die Wirtschaftsminister der Länder ha- ben sich auf ihrer letzten Sitzung gegen eine Luxussteuer gewandt, wie sie von der Bündes- regierung für bestimmte Schmuckstücke, Leder- waren, téeure Kraftwagen, Hummer, Kaviar und Austern vorgesechen ist. Sie empfehlen dem Bun- desrat, den Gesetzentwurf der Regierung über diese Steuer abzulehnen. Falls die Bundesregie- rung jedoch unter Rücksichtnahme auf ihre Zu- sicherungen an die Hohe Kommission an der Luxussteuer festhält, sei eine Reihe von Ab- Underungen unumgünglich. So sollen Südweine aruf jeden Fall von der Luxussteuer ausgenom- men bleiben. Schließlich wird vorgeschlagen, die Grenze, unterhalb der keine Luxussteuer erhoben werden soll, für Pelze auf 1500 DM, für Leder- waren auf 150 und für Teppiche je qm auf 100 DMzu erhöhen. Der Erwerb von Segel- und Motorbooten durch Sportvereine soll steuerfrei sein. Von der ebenfalls von der Bundesregierung Vorgeschlagenen Spesensteuer erwarten die Länderwirtschaftsminister, wie es in einer Ent⸗ schliehung heißt, keine wirksame Bekämpfung des Spesenwesens. Hierfür müsse das Einkom- mensteuerrecht mit allen seinen Anreizen zum Spesenmachen grundlegend geündert werden. Die Wirtschaftsminister halten es aber auf jeden Fall für notwendig, daß Flüchtlingsunterneh- men und sonstige Kkapitalschwache Betriebe, die sich im Anlaufstadium befinden, von der Spe- sensteuer ebenso ausgenommen werden wie die Ausgaben mit ausländischen Geschäftstfreunden. An der am heißesten umstrittenen Stelle der westlichen Mittelfront im Südwesten von Taid- schon ist durch den Fall von Jongsong ein Haupthindernis auf dem Vormarschweg der Nordkorèeaner in Richtung Taiku, der gegenwär-⸗ tigen provisorischen Hauptstadt Sürkoreas be- seitigt worden. Die Kommunisten versuchen nun, nach dem wichtigen Straßen- und Eisen- bahnverkehrspunkt Kumtschon durchazubrechen. Auch von Norden her zeichnen sich die Stoßrich- tung starker nordkoreanischer Panzer- und Nachschubverbüände von Hautschang nach Taiku ab. Wird England Landstreitkräfte entsenden? London. Das britische Kabinett trat erneut zu einer Sondersitzung über das Koreaproblem und die Fragen der Landesverteidigung zusammen, auf der wichtige Beschlüsse gefaßt worden sein sollen. Verteidigungsminister Shinwell legte dem Kabinett Vorschläge des Verteidigungsministe- riums für die britische Beteiligung an der UNO- Aktion in Korea vor. Die Verteidigungssachver- ständigen sollen eine Ausdehnung der britischen Militärdienstpflicht von 16 Monaten auf zwel Jahre als„gegenwürtig unnötig“ bezeichnet haben. Auf der Kabinettssitzung soll die briti- sche Antwort auf das Ersuchen des UNO- Generalsekretärs Trygve Lie entworfen worden gein, Bodentruppen nach Korea zu entsenden. Adenauer: Alliierte erkannten Gefahr nicht Bern. In einer Unterredung mit dem Schwei⸗ zer Journalisten Fredricke Sands äußerste Bun- deslcanzler Dr. Adenauer ernste Besorgnisse Über die Geführdung Deutschlands und Europas durch den Kommunismus. Dr. Adenauer sprach von einem„verbissenen Kampf in und um Deutschland“ und bemerkte zur gegenwüärtigen kritischen Weltlage:„Die große asiatische Macht Rußland drückt auf Europa. Die Allierten waren 80 lange damit beschäftigt, Deutschland nieder- zuhalten, daß sie die eigentliche Gefahr, näm⸗- lich Rußland, auſer acht gelassen haben“ Seite 2 über einer auf den versctnedensten Wegen im Gange befindlichen kommunistischen Durchset- zung und Unterminierung Westdeutschlands vor- ausgegangen. Aber es scheint, daß diese Dinge noch viel zu wenig ernst genommen werden. Unter dem Mantel des 20, Juli S8o beansprucht der kommunistische VVN unter Berufung auf den 20. Juli immer noch den Re- spekt vor seinen propagandistischen Veranstal- tungen. Wie weit heute noch die Oeffentlichkeit und auch die Behörden Veranstaltungen der kommunistischen Propaganda ebensd bereéitwil- lig wie unüberlegt unterstützen, geht aus einer Zusammenstellung von Beispielen hervor, die der Bund der Verfolgten des Naziregimes gesam- melt hat, also eine Vereinigung von Verfolgten und Angehörigen der Widerstandsbewegung, die mit der VVN nichts mehr zu tun haben wollen. Wir lesen: Die Stadtverwaltung Düsseldorf stellte im Dezember 1949 der KPD den repräsen- tativsten Raum der Stadt für eine Stalinfeier zur Verfügung. Die kommunistische Nationale Front in Nordrhein-Westfalen hielt im März 1950 ihre erste Pressekonferenz im Düsseldorfer Landtags- gebäude ab. Im Juni wurde für eine Veranstal- tung der KPD für elf Repräsentanten der Sowiet- zone ein stadteigener Sitzungssaal zur Verfü- gung gestellt und der kommunistische Pichter Renn vom Kulturamt der Stadt Düsseldorf zu einer Vorlesung eingeladen. Am 30. Juni 1950 hat sich im Sowjetsektor Berlins ein„ständiges Kommitee der jungen Freiheitskämpfer Deutsch- lands“ gebildet, das am 1. Oktober 1950 im Ruhr- gebiet eine Wiederholung des Berliner Pfingst- trettens mit hunderttausend Jugendlichen durch- führen soll.„Weder Schumacher noch Adenauer werden in der Lage sein, diese Kundgebung zu unterdrücken“, Kkündigte der Vorstand der FDꝗ Erich Honegger nach seiner Rückkehr aus Mos- kau an. Ki. Moniondebolte im Parls. In der französischen Natlonalver- sammlung begann eine zweitägige Aussprache über den Schumanplan zum Zusammen⸗ schlufl der europlischen Grundindustrien. Unge- wöhnlich dicht besetzte Abgeordnetenreihen zeigten das starke Interesse des Parlaments an der Montandebatte an. Zu einer Abstimung wird es nach der Aus- sprache auf Wunsch der Regierung nicht kom- men. Das Kabinett ist der Ansicht, daß die ge- genwärtigen Pariser Montanverhandlungen da- durch beeinträchtigt werden könnten. Voraus- sichtlich wird auch Außenminister Schuman in der Debatte sprechen. Am Dienstag kamen in erster Linie Kritiker Außenminister Schumans zu Wort. Sie erlelürten, das Parlament sei nicht rechtzeitig und nicht aus- reichend genug zum Schumanplan gehört wor⸗ den. Es sel eine irrtümliche Auslegung der Ver- fassung, Wenn das Parlament nur zur Ratiflzie- rung außenpolitischer Entschele 2323 herange- 0s zogen werde, erklürte der ende dés uhßenpoliti Ausschusses der Nationelver- ß AmunHent fl WefltU Ubete Schm man zu seiner„realistischen Initiative“. Das in Aussicht genommene Sechs-Nationen-Parlament zur Kontrolle der Montanunſonsbehörde stelle eine große Gefahr dar, wenn es neben dem Straß- burger Europarat tätig sein solle. Die Montan- unionsbehörde müsse dem Europarat verant- Wortlich sein, Frankcreich dürfe nicht zulassen, daß die„Macht der Ruhrmagnaten“ wieder auf- gebaut werde. Der wiederholt als„Warner vor der deutschen Gefahr“ auftretende General Aumeran, der auf der äußersten Rechten steht, befürchtete ein Zusammengehen Deutschlands mit der Sowjetunion. In welche„Demütigungen“ Frankreich auch einwilligen möge, die„russische Braut“ werde für Deutschland immer die an- ziehendere sein, denn sie bringe„die verlorenen Das Problom der Romantik ist unser Problem“ Londstreiikräfte unel Alombombe „Massenvernichtungsmittel bisher nutzlos“ Chlcago. Das Vorhandensein von Atomwaffen habe sich im bisherigen Verlauf des amerika- nisch-sowietischen Machtkampies als„völlig nutzlos“ erwiesen, schreibt das amerikanische Magazin„Bulletin of th Atomic Scientists“. Das Magazin wird von einer Stiftung zur Förderung der Atomwirtschaft herausgegeben. Falls keine Mittel zur Beendigung des Macht- kampfes gefunden werden, heißzt es hier, müssen die USA ihre Landstreitkräfte in verschiedenen strategisch wichtigen Gebieten unverzüglich be- trächtlich verstärken, selbst wenn deshalb die Entwicklung von Massenvernichtungsmitteln wie zum Beispiel die Wasserstoffbombe verlangsamt und der amerikanische Lebensstandart gesenkt werden muß.„Die Tatsache“, schreibt das Maga- Zin,„daß die USA nach wie vor dié Führung auf dem Gebiet der Atomwaffe und die Mittel zu rem Einsatz(strategische Luftstreitkräfte) be- sitzen, ist eine wichtige Trumpfkarte, denn die- ser Umstand läßt die Sowietunion vor Schritten zurückschrecken, die zum Ausbruch einen offe- nen Krieges führen könnten. Wenn ein solcher Krieg aber trotz aller Abschreckungsmittel aus- brechen sollte, würde die Frage des Atombom- beneinsatzes gegen sowjetische oder sowjetisch betzetzte Städte die USA vor die gleiche schicke- salsschwere Entscheidung stellen, die sich bei un- gegenwürtigen Dilemma in Korea ankün- K Radioaktiver Todessand Chikago. Die Möglichlceit, radioaletive Neben- produkte als„Todessand“ zur Massenvernich- tung von Menschenleben über dichtbevölkerten Städten in einem zukünktigen Krieg abstreuen Pariser Purlument Gebiete“ als Mitgift mit. Der unabhängige Re- publikaner Louis Marin meinte, die französische Reglerung sel bereit,„große Opfer zugunsten Deutschlands“ zu bringen. Im Ausland verstehe niemand, daß Frankreich zugunsten einer inter- nationalen Körperschaft auf Hoheitsrechte ver- zichten wolle. Die SPD-Delegation für Straßburg Bonn. An der Spitze der sozialdemoleratischen Abordnung in der deutschen Delegation für die beratende Versammlung des Europarates in Stralßburg steht der stellvertretende Parteſivor- sitzende Erich Ollenhauer. Die SpD-Frale- tion im Bundestag wühlte auflerdem Prof. Carlo Schmid, Dr. Gerhart Lütkens, Erile Noelting, Frau Louise Schröder(für die Berliner Sozial- demokraten), Heinrich Ritzel und Willi Eichler tür die deutsche Straßburg-Delegation. Leopolds„Polizeiherrschaft“ EAELA Der Vorsitzende der soxialistischen uitzuntz, seit der Rüclckehr König Leopolds werde in Belgien„eine Polizeiherrschaft“ er- richtet. Dite Telefone der sozialistischen Partel- Organisationen würden überwacht und vor den Faurteigebüuden und in den Parteiversammlun- gen hielten sich Polizeispitzel auf. Protestaktion der Gewerleschaften in Südbaden Frelburg. Der Bezirksvorstand Baden des Deut- tzchen Gewerkeschaftsbundes hat beschlossen, für Mittwochnachmittag eine dreistündige Protest- akktion auszurufen. Von 15 bis 16 Uhr soll die Arbeit ruhen, damit die Arbeiter in Kundgebun- gen gegen Preiserhöhungen gegen Vollmülch, A. Mehl und Teigwaren protestieren nnen. Die Vermähluntz von Faust und Helena Von Richard Bens Da eine spüte Zeit aus halbzitlerten Aus- sprüchen Goethes, der nur mit der nazarenischen Kunst ob ihrer christlichen Haltung in Konflilet geraten war, das Romantische als das Kranke, Schwächliche, Lebensfremde zu zehen sich ge- wöhnte und im Klassischen von Goethes und Schillers Dichtung allein das Gesunde und Be- jahenswerte sah, 80 konstruierte man dann parallel eine„lelassische“ Musilk, da man die große Mustke ja unmöglich zum Kranken und Schwachen rechnen konnte; und alles nun nach- Klassische war eben, auch in der Musilc,„ro- mantisch“ Damit war das Band z¾Wischen Musik und Ro- mantlle zerschnitten; man rechnete diese Bewe- gung nicht mehr dem Höchsten zu, an dem g16 enthbrannt War, und von dem getrennt sle nur noch eine halbe Bedeutung besaſ) und in ihren tlefsten Urkenntnissen und Krätten gar nicht mehr verstanden werden Konnte. Wenn dann die echte Romantile erst in un- serm Jahrhundert wieder entdeckt wurde, 830 dart es uns nicht wundern, daß ein so wesent- Ucher natlonaler Besitz, der uns selber fast ein Jahrhundert lantz enttremdet waär, auch den Fremden fremd blietz und Keine internationale Anerkennung flnden konnte. Es mag dann wohl sein, daß gerade der Frem- dere, wenn er das Phänomen der deutschen Romäntike erlebt und erkennt, es mit terner Uberschauendem und vergleichendern Blidle als etWas speniflsch Deutsches, Urelgnes und durch alle Entwickelung Hindurchsehendes sleht, Er- hebendes und Gefährdendes zutzleich, das an unserm Schicksal mitgewirkett hat, ja vlelleicht unser Schicksal ist Wir sollten ein solches von Außzenstehenden entworfenes Bild als lehrreiches Spiegelbild be- träachten, auch wenn es von dem abwelcht, Was Wir selber im Herzen tragen. Das wird uns leicht gernacht, wenn es 30 liebreich und mit solchem tleten Verstehen an uns herangetragen wWird, wie es Kkürzlich durch Ferdinand Lion ge- schehen ist, in einem Buch, das er geradezu nennt„Romantilt als deutsches Schicksal“. Hler ist von Urantüngen, von der Nacht der germa- nischen Wälder, üÜber die geistigen Höhen, durch die politischen Abgründe und Niederbrüche hin- durch bis zur heutigen Nacht von Not und Ohn- macht das Wesen des Romantischen dargestellt; Wo wir Verschüttungen des Zusammenhangs sehen, wie im Schwinden der Erinnerung an die letzte romantische Periode, da gewührt er un⸗ bewußte Fortwirkungen und Wiederkünfte, die trellich dann wertmühig etwas ganz anderes be- gagen. wie etwa in Richard Wagner oder Wil- helm II., gar in der zivilisatortschen Verzerrung Ja Ertötung des elgentlich Romantischen in der letzten verhüngntsvollen politischen Untwicke- lung. Aber gerade wie er die Romantlle wesens- müllig sleht und als ein dem Deutschen einge⸗ borenes Flement, wWo dieser denn zwyischen 8e- gen und Fluch gleichsam die Wahl hätte, mul es uns tief berühren; vor allem, wenn er in der letzten, jetzigen Phase uns wieder umfangen sleht von einer Nacht, da es nur an uns liegt, sle wieder zur schöpferlschen Nacht des Novalis zu machen. Es ist hler manches angerührt, Was wWir als zwiespältig auch beim deutschen Idea- Usmus etwa empflnden, den wir ebenkalls als ein hohes Gut im Gelstigen verstehen, aber als eine bedenkeliche Gabe und Veranlagung im praktisch-Irdischen und gar Politischen. Was an dem Buche von Lion 30 wohltuend berührt und es zu einem Wichtigen Werke euro- püischer Verstündisung macht, das ist, Wie dle- ger französtsche Fisksser aus Wirlellcher Kennt⸗ nis spricht und fruchtbarer Erlcenntnis, in voll- kommenem Gegensatz zu den zeitgenòssischen deutschen Verlautbarungen Über die Romantile, Welche in blindem Selbsthaßh alles Schlimme der letzten Zeiten aus ihr herleiten möchten: da sle denn Uberall in unsrer geistigen Uberlieteruns nach Möglichkelten suchen, eine sehr zeitbe- grenzte Schuld auf eine verehrungswürdige Vergangenhelt abzuwälzen. Es ist das einzige zu können, biete sich nach der Ansicht des amerikanischen Wissenschaftlers Dr. Louis N. Rideour. Nach seiner Darstellung würde das neue Kampfmittel fast nicht wahrnehmbar sein. Man könne es durch Eintauchen radioaktiver Nebenprodukte, die bei der Atomenergie-Erzeu- gung in großen Mengen anfallen, im Wasser und anischießendem Trocknen auf Sand gewinnen. Atombomben-Manöver in US-Stadt Zürich. Ueber verstärkte Luftschutzmaßnah- men in den Vereinigten Staaten berichtet am Dienstag der Amerika-Korrespondent der Züri- cher„Tat“, In Seattle, der amerikanischen Großstadt, die von Sibirien am leichtesten mit Flugzeugen zu erreichen wäre, sollen in den letzten Tagen große Atombomben-Manöver ab- gehalten worden sein. Zahlreiche amerikanische Städte hätten unter dem Eindruck der Kriegs- berichte ins Leben gerufen. In New Vorle habe General Clay, der ehemalige amerikanische Militärgou- verneur in Deutschland, die Leitung der Luft- schutzorganisation übernommen. In der Stadt würden für den Fall eines plötzlichen Atom- bombenangrifts Evakulerungspläne ausgearbei- tet. Die U-Bahnschächte seien als Luftschutz- keller in Aussicht genommen, und die Sachver- ständigen beschäftigen sich mit der Möglichkeit, die Stadt vor der Wirkung radioaktiver Strah- len zu schützen. Amerikanischer Flottenbesuch in der Türkei Istanbul. Ein Geschwader der amerikanischen Mittelmeerflotte wird am 31. Juli in Istanbul er- Wartet. Dem Geschwader gehören der Flugzeug- trüger„Leyte“, zwel Kreuzer und vier Zer- störer an. Gleichzeitig werden ein amerikani- sches U-Boot und drei Zerstörer zu einem Be- slich in Smyrna einlaufen. Obwohl amerika- nische Flottenbesuche in der Türkei keine Sel- tenheit bilden, messen politische Kreise diesem Besuch angesichts der internationalen Hoch- spannung besondere Bedeutung bei. Englischer Besuch bei Tito London. Der Staatssekretär im britischen Außenministerium, Davies, wird demnächst den jugoslawischen Kurort Veldes Bled) auf- uchen, in dem sich die Sommerresidenz Mar- schall Titos befindet. Staatssekretär Davies, den mehrere Mitarbeiter begleiten, wird auch nach Ragusa reisen und später Athen, Wien und Rom besuchen. Schlüisse auf Grenzgünger Braunschweig. Ein sowietischer Soldat und zwei Volkkspolizisten schossen auf vier Grenz- gänger, die sich im Bundesgebiet aufgehalten haben und illegal in die Sowietzone zurück- kehren wollten. Als sich die Grenzgäntzer noch auf britisch besetztem Gebiet befanden, gab ein sowietischer Soldat am Schlagbaum einen Warnungsschuſl ab. Dle Flüchtenden wurden dann unter gezieltes Feuer genommen. Eine Frau wurde in die Schul- ter getroften und von den Vollespollzisten zu- sammen mit einer Begleiterin in die Sowiet- zone geschleppt. Die beiden anderen Grenz- gänger konnten kfliehen. Otto von Habsburg in Deutschland Leutkirck. Erzherzog von Habsburg, der öster- reilchische Kronprätendent, der gegenwürtig in Deutschland weilt, war in den letzten Tagen Gast des Fürsten von Waldburg-Zeil auf Schloß Zell bel Leutkirch in Südwürttemberg. Erzher- zog Otto hatte bereits Ende des vergangenen selne Verwandten in Deutschland be- sucht. und es kann nicht anders als auf der oberfläch- lichen Bekkanntschaft mit den wirkelich histori- schen Fakten und Werten beruhen. Ihnen zum Trotz müssen wir selber immer Wleder bekennen, welche Hoffnungen wir noch auf die Romantilk setzen, was wir uns von der Bewahrung ihres Gedächtnisses und von der Wahrung ihrer Tradition noch für Gegenwart und Zukunft versprechen. Eines ist gewiß: Das Problem der Romantil ist noch immer unser Problem: das Problem des Verhältnisses zwischen Leben und Geist; das Problem der Beherrschung und Leitung des Le- bens durch den Gelst. aus Korea Luftschutzorganisationen Verhältnis, das sie zur Geschichte noch besitzen, Mittwoch, 26. Juli 1950 KURZNACHRICNTIN Rund 12 000 Mann der italienischen Streitkräfte führen zurzeit im toskanisch-emilianischen Alpen- gebiet Manöver durch. Neben Verteidigungsmini- ster Pacciardi und dem italienischen Generalstabs- chef Marras nehmen die Militärattachés der USA, Großbritanniens, Frankreichs und anderer Länder als Beobachter an den Manövern teil, bei denen auch Partisanenverbände im Rücken der Truppen operieren. Zwei Gruppen sowjetrussischer Offisiere wurden im britischen Manövergelände in der Lüneburger Heide entdeckt, wo gemeinsam Manöver britischer dänischer und norwegischer Truppen beginnen sol- len. Die Offiziere, die zur sowietischen Militärmis- sion in Bad Salzuflen gehören sollen, kamen illegal aber in voller Uniform in zwei Autos in das Manö- vergelände, fuhren später aber wieder in Richtung Salzuflen ab. Der britische Außenminister Bevin wird am Don- nerstag nach London zurückkommen, um die Lei- tung des Außenministeriums wieder zu übernehmen. Bevin war etwa zwei Monate auf Krankheitsurlaub. Dauersitzung des Bundeskabinetts Bonn. Das Bundeskabinett trat am Dienstag gegen 15 Uhr unter Vorsitz von Vizekanzler Franz Blücher zusammen, um in einer Dauer- sitzung die noch vorliegenden Gesetzentwürfe zu beraten und zu verabschieden. Von unterrichte- ter Seite verlautet, daß die Bundesregierung das Kriegsopferversorgungsgegestz und das Gesetz über die Versorgung der Flüchtlings- und Wehr⸗ machtsbeamten noch vor den Parlamentsferien erledigen will. Die Kahinettsitzung wird vor- aussichtlich bis 24 Uhr dauern. Die Presse soll am Mittwoch üÜber das Ergebnis unterrichtet wWerden. 5,5 Millionen Markk für den auswärtigen Dienst Bonn. Der Haushaltsauschuß des Bundestages bewilligte auf seiner Sitzung im Vorgrift auf den Bundesetat für 1950/%51 rund 13 Millionen Mark für dringende Ausgaben. In dieser Summe sind Ausgaben für den Kauf eines Konsulats- gebäudes in Paris in Höhe von 389 000 Mark und tür den Kauf eines Londoner Gebäudes in Höhe von 526 000 Mark enthalten. Der Ausschuß genehmigte außerdem die Ausgaben für Plan⸗ stellen der konsularisch-wirtschaftlichen Ver- tretungen. Diese personellen Ausgaben betragen rund 5,5 Millionen Mark. Mac Arthur zuvorsichtlich New Vork. Die amerikanische Stellung in Süd- korea ist sicher und die UNO-Streitkräfte werden in Korea bleiben. Dies sind die Hauptpunkte aus dem Bericht des UNO-Oberkommandlerenden in Korea, General Douglas Mac Arthur, den dieser am Dienstag dem Sicherheitsrat vorlegte. In dem Bericht heißt es jedoch:„Es ist selbst- verständlich unmöglich, mit irgendeinem Maß von Genauigkeit zukünftige Entwicklungen eines Feldzuges vorherzusagen. An einer weiten Front, die fortwährende örtliche Gefechte notwendig macht, müssen Erfolge und Rückschläge, Ver“ W 3„— hei es;„Die endgültig stabilisierte Linie wird zwels kellos begrädigt werden und benen Vede besserungen werden planmäßig Rückzüge ebenso wie örtliche Vorstöße umfassen, aber die Schlacht ist jetzt voll aufgenommen worden und wird sich in Aktionen vollziehen, bei denen wir nicht mehr ausweglos dem Gegner preisgegeben sind. Der von uns beherrschte Raum stellt eine sichere Ba- sis dar. Unsere Verluste sind trotz überwültigen⸗ der Unterlegenheit relativ gering gewesen. Un⸗ sere Stürke wird ständig zunehmen, während die des Feindes relativ abnehmen wird. Seine Nach- schublinien sind unsicher. Er hat eine große Chance gehabt, sie aber nicht zu nutzen verstan- den. Wir sind jetzt in voller Streitmacht in Korea, und wir werden mit Gottes Hilfe dort hleiben, bis die verfassungsmäßige Gewalt der I on Südkores) voll wiederhergestellt 8* Wo wir der Romantile begegnen und ihrer Stimme nicht taub sind, erfahren wir immer — sle ist zuletzt das Gewissen Deutsch⸗ Ands. Sie hat aus allen Bereichen noch einmal alles zusammengetragen, Was den geistigen Stand des bewußten wie des gläubigen Menschen stärken und behaupten Kkann. Sie hat uns noch einmal alle guten Gelster unsres Volkes beschworen. Sie richtet unsern Abfall, Wie ste unsre Treue belohnt, wo wir uns einen neuen Weg unter mrem Zeichen bahnen. (aus: Richard Benz, Heſdelberg und die deutsche Romantilc, Carf Pfetfer Verlag, Heidelberg) Politiker, Gelehrter, 1 ournalist Willy Hellpachs Lebenserinnerunten „Eine Rechenschaft Über Wert und Glück, Schuld und Sturz meiner Generation“, nennt Hellpach seine Erinnerungen, von denen er bis jetat zwel Bünde vorlegt. Der erste Band umfaßzt die Zeit von seiner Geburt 167// bis zum Beginn des ersten Weltkrieges, der zweite Band reicht vom ersten Weltkrieg bis zum Jahre 19265, also bis zum Eintritt Hellpachs in die praletische Politik. In Schilderungen, die in ihrem Verwei⸗ len beim Kleinen und Unscheinbaren, beim Schlichten und Alttäglichen musterhafte Där- stellung geben, zeilchnet Hellpach sein Utera- risch-pSVChologisches Selbstbildnis. Er schreibt diese Frinnerungen durchaus nicht als trockce- ner Protokollführer seines Gelehrtenlebens Wie Wir es 30 oft bei Memoiren von Gelehrten be⸗ dauernd feststellen müssen er schreibt als Jour- nalist im besten Sinne, 30 Wie er einst als Ernst Gystrow, seinem kfrüheren Pseudonym, es schon als Stucdtent getan hat. Auch in Karlsruhe und in Heildelberg ist Hellpach im Grunde seines Wesens Schlesier geblieben, Fast belsplel- haft erschließht er uns an diesem Belsplel Schle- slens das alte Deutschland mit seiner jetzt un- tergegangenen Bürgerlkcultur, seiner besonderen sozlalen Schichtung mit seinen ungeschriebenen Gesetzen und Sitten, auch mit seiner für die heutige junge Generation wie ein Märchenzu- stand anmutenden materiellen Sicherheſt. Und mit Schlesten wird natürlich auch seine Wahl⸗ heimat Baden lebendig, dieses alte Karlsruhe mit der höfischen Beamtenatmosphäre und der geistigen und künstlerischen Belebtheit, die nicht zuletzt dem alten Großherzog zu danken wWar. Neben Bildnissen badischer Politiker vom latzten Großherzog bis zu dem im KZ ermorde- ten Sozlaldemokraten Marum zeichnet Hellpach mit psychologischem Feingefühl auch interes“ sante Betzetznungen mit Menschen von Rantz und Geltung, wie Richard Strauß, Hans Thoma, auch Mazimilian Harden; übrigens ist gerade dieses Forträt eine publizistische Meisterleistung, Die belden Bünde lesen sich also Wie neuerweckete „Bilder aus deutscher Vergangenheit“, wie Über⸗ haupt diese Erinnerungen in ihrer Schlichtheit an Hellpachs Landsmann Gustav Freytag ge- mahnen. Es sind Erinnerungen, auf deren Fort- setzung man deshalb besonders gespannt sein darft, weil jetzt erst die interessante Zeit be- Kinnt, die Jahre bis zum Ausbruch des Dritten Relches. rkg Willy Hellpach, Wirken und Wir⸗ +.e n. Lebenserinnerungen 1. und 2. Band. Christlan-Wesner-Verlag, Hamburg Mittwoch, 26. Juli 1950 Der neue Pfaurrer von St. Boniſaꝛ Am 9. August tritt Pfarrer Friedrich Wilhelm Fertig sein neues Amt als Pfarrer von St. Bo- nifaz an. Pfarrer Fr. Wilhelm Fertig wurde am 14. Ja- nurar 1902 in Mannheim geboren. Die Volks- schule besuchte er in Mannheim und Karlsruhe und schloß seine Schulausbildung auf der Goethe- schule in Karlsruhe ab. Von 1921 bis 1925 wid- mete er sich seinem theologischen Studium in Freiburg. Am 19. März 1926 wurde er zum Prie- ster geweiht. In Karlsdorf, Oberbühlertal und Mannheim wirkte er als Kaplan. Dann über⸗ nahm er in Dillweißenstein bei Pforzheim das Pfarrkurat. Am 4. April 1940 wurde er zum Pfarrverweser und Pfarrer von Ersingen er- nannt. Das Kapitel Pforzheim wurde Pfarrer Fertig im Jahre 1946 übertragen. Protestkundgebung ehemaliger Kriegsgefangener Vom Bundesverband der ehemaligen Kriegsge- fangenen und Vermißtenangehörigen, Kreisver- band Heidelberg, erhalten wir folgende Zuschrift: „Gegen das Bonner Heimkehrergesetz protestieren alle ehemaligen Kriegsgefangenen nd Vermißtenangehörigen am kommenden Sonn- as, 30. Juli, 11 Uhr, auf dem Friedrich-Ebert⸗ latz(bei ungünstiger Witterung in der Klingen- teichturnhälle). Heimkehrer kommt! Zeigt durch Euer Erscheinen der Bundesregierung, daß wir den Krieg nicht allein verloren haben. Wir wollen kein Kanngesetz, wir fordern ein Sofortgesetz, wir wollen keine Almosen, wir fordern unser Recht. Heimkehrer. habt Ihr Eure Gefangenschaft ver- gessen, soll das Elend so weitergehen? Was hat Bonn für die Vermißtenangehörigen getan? Was tut Bonn für die Frauen und Kinder der Ver- mißten. Sprecher: Heinz Seiler, Mannheim. Stadtnofizen Die Freunde des Heidelberser Theaters laden für heute abend(20.15 Uhr), in die Aula der Alten Universität zu einer Aussprache über die Spielplangestaltung der kommenden Spielzeit ein. Die Ausgestaltung des Ehrenfriedhofs steht als einziger Punkt auf der nächsten öffentl. Stadt- ratssitzung, die morgen, Donnerstag, 16 Uhr, im„Prinz Carl“ stattfindet. Das Helmholtz-Realsymnasium veranstaltet zum Abschluſ des Schuljahres am Donnerstag, 9.30 Uhr, in der Stadthalle eine Jugendfeier, die Joh. Seb. Bach in Erinnerung an seinen 200. Todestag gewidmet ist. Helmät Danzig. Zu einem Lichtbildervortrag von Pfarrer Brauer über die alte, schöne Hanse- stadt Danzig lädt der Bund der Danziger seine Mit- glieder und alle Freunde dieser„Stadt zwischen Strom und Meer“ am Donnerstag, 27. 7. 1950, um 19.30 Uhr, in den Hörsaal des Botanischen Instituts Heidelberg, Eingang Bismarckplatz(neben der „Palette“). Die Notgemeinschaft ehem. berufsmäßiger Wehr⸗ machtsangehöriger teilt mit, daß an jedem ersten Mittwoch im Monat ab 20 Uhr im Vereinslokal „Alte Krone“, Brückenkopfstr. 1, eine Mitglie- derversammlung und an jedem dritten Mittwoch ein zwangloses Beisammensein stattfinden. An- kragen sind an den Obmann W. Weidinger, Kleinschmidtstr. 36, zu richten. üästststttttssttssz. AIi'tlpttnsttttstitttt 19 Uhr: Schloffhof: 20.30 Euch getällt“, Lustspiel v. Shakespeare. Amertkahaus. 20 Uhr: Deutscher Vortrag und Diskusston Prot, Hermann Friedmann, London, „Schmerz und Trauer“(Sendestelle). Städtische Bühnen. von Georges Bizet. „Carmen“, Oper „Wie es Fllmelub. 22.30 Uhr: Französische Kultur- Ume: Revoluttion 1646, Evangile de Pierre, Colbourg, Rodin, Maillol, van Goch. Kinoprogramm Kurbelt„Helden im Sattel“, 9, 10.30, 12.10, 14.10, 16, 17.45, 19.30, 21.15. Kamera:„Frau Luna“, 20.30 Uhr. IIIntsssssssssssssttsitsstsistsssissssssssttssttzststsstzststisssttzsstittttzssttsstsssslssszstssssttttztszssssssszzzf 13.30, 15.30, 17.30, 19.30, 21.30— Apollo:„Derf Vetter aus Dinssda“, 16, 17, 10, 21 Uhr.— Glo-f rla:„Ihr erstes Rendezvous“, 10.30, 12.30, 14.30, f 16.30, 16.30, 20,30.— Schloß:„Die Geheimagen- tin Helene“, 16, 16, 20.16,„so endete eine Liebe“, 14, 22 Uhr,— Bachlenz:„Der Unter- Hang von Pompeſi“, 16.30, 20,30 Uhr.— Kam⸗ mert„Ein toller Bursche“, 12, 14, 16.10, 16.20, 8 20.30 Uhr.— Odeon:„Finale“, 14.30, 16.30, 16.30, 4 20.30 Uhr.—„Der schwarze Reiter“, 12.30 Uhr. Luxor, Rohrbach:„Wettfahrt mit dem Tod“— 8 Atrlum, Kitrenhelm:„Der Herr Kanzletrat“, 8 2 8 K DIE STADTSEITE 13000 Ubernachlungen im Handschuhsheimer Sdilößcken Halbjahres-Bilanz der Heidelberger Jugendherberge— Zu wenig Raum— Täglich 50—100 Abweisungen Rund 200 Betten hat Heidelbergs Jugend- herberge, einschließlich der Notlager. Sie sind allabendlich„ausverkauft“. 50—100 Gäste müssen täglich abgewiesen werden. Das Handschuhsheimer Schlößchen hat keinen Platz mehr für sie. Sie müssen weiterwandern— die nächsten Jugend- herbergen liegen in Wiesloch, Neckarsteinach, Wein- heim oder Dilsberg— oder am Neckarufer zelten oder aber im Wichernheim ihr Glück versuchen. „Wo soll ich die Jungen oder Mädels, die ich abweisen muß. hinschicken?“, klagt Herbergsvater Schuh.„Ich weiß doch, wie müd' die meisten sind und wie weit der Weg noch zu den benach- barten Herbergen ist. Nichts gegen das Wichern- heim!l Daß es den meisten aus meiner Gästeschar nicht zusagt, ist verständlich“. Mehr als 22 000 Uebernachtungen, davon 13 000 in diesem Jahr, buchte Herbergsvater Schuh seit dem 30. April 1949, dem Tage der Wiedereröffnung der Heidelberger Jugendherberge nach dem Kriege. Dreizehn Jahre lang zieht nun schon der Strom der wander- und reiselustigen Jugend an ihm vorbeil, und das Loblied auf Heidelberg, das von seinen Gästen auf allen Straßen gesungen wird, schlieſt auch ihn, seine Frau und seine Herberge im Schlößchen am Handschuhsheimer Stadtgarten ein. Gegenwüärtig herrscht der norddeutsche Tonfall vor. In Hamburg, Kiel, Hannover oder Bielefeld sind die Ferien schon da und so ziehen von Nor- den her über Frankfurt oder Rüdesheim die Wandergruppen in die Neckarstadt ein, um für eine Nacht und einen Tag des Erlebnis Heidel- berg zu erfahren. Eine zweite Uebernachtung kann den meisten nicht gewährt werden. So lassen sich viele vormerken, um auf der Heimreise nochmals bei Vater Schuh einkehren zu können. Unter den vielen ausländischen Wan- dergruppen, die Heidelberg ansteuern, füh- ren die amerikanischen. Auf dem Tisch in der„Anmeldung“ liegen täglich 20—30 Briefe aus den USA. Die Luftpost scheppte sie herüber, weil man drüben weiß., daß in diesen Tagen Hei- delberg die beglückende Raststation der Fahrtroute ist. Die jungen Menschen aus Amerika wissen, daß in Paris im Europäischen Hauptquartier der Sita(Students' International Travel Association) Frau H. Böcker— eine ehemalige Aachenerin — Vorsorglich alle Fäden gesponnen hat.(Und im Handschuhsheimer Schlößchen hat inzwischen die Aktenablage einen schönen Haufen Briefe von Frau Böcker geschluckt). Wie sehr es den Europareisenden aus den USA im Handschuhsheimer Schlößchen und damit in Heidelberg gefällt, zeigen ihre Eintragungen im Gäste buc h. Da schreibt Stuart G. R. Morrison- Wwie zufrieden und glücklich er war, daß just sein Geburtstag in die Heidelberg-Zeit flel.„A uf Wiedersehn Heidelberg“ setzte er deutsch hinzu. Ein Landsmann von ihm, Davifl Moore, Dixon III., kam zu folgendem Ergebnis und er gab sich Mühe, es deutsch zu sagen:„Der Jugendherberg paßt mir gut. Als Landstreicher kann ich sagen, der Preis ist gut. Als Soldat(ex) kann ich sagen S die Möbel sind schön. Als Men- the Leute sind schenkenner kann ich sagen 2 Seite 3 schen Jungen und Mädel, die ihnen so offen, hilfs- bereit und kameradschaftlich entgegengekommen seien. Und die meisten der jungen Ausländer hof- fen, daß sich diese menschlichen Begegnungen zu einer wirklichen Freundschaft auswach- sen möchten. Man fühlt durch die Zeilen hin- Die frohe Ferienlust weicht in diesen Wo nett. Als Psychologist darf ich sagen g man trifft gute Exemplars. Und als Junge kann ich sagen auch schöne Mädchen dazu!“ Neben den amerikanischen Handschriften im Gästebuch der Jugendherberge Heidelberg stehen die von Engländern, Franzosen, Belgiern, Hollän- dern, Schweden, Norwegern, Dänen, Schweizern, Türken, Indern und auch Indonesiern. Aus allen⸗ ihren Sätzen spricht der Dank. Der Dank für die Schönheit Heidelbergs, der Dank an die Men- schen in der Herberge und der Dank an die deut- Die Stadijugend hal die besseren Beruisaussidilen 1200 Jungen und Mädchen verlassen diese Woche Heidelbergs Volksschulen Rund 600 Jungens und 600 Mädels werden Ende dieser Woche die Schulbänke der Heidel- berger Volksschulen verlassen. Es wird nicht leicht sein, sie alle in Lehrstellen unterzubrin- gen. Die meisten von ihnen aber werden ver- mittelt werden, zumal die Stadtjugend erfah- rungsgemähß immer die besseren Chancen hat als die von außen hereindrängende Konkurrenz, deren zeitraubende und ermüdende Entfernung vom Arbeitsplatz nachteilig gewertet wird Vom Heidelberger Entlaßjahrgang 1949 sind inzwi- schen alle bis auf 12 untergekommen. Schwie- riger liegen die Verhältnisse im weiteren Be- reich des Heidelberger Arbeitsamtes: im Land- kreis Heidelberg und im Kreis Sinsheim. Dort wirkt sich das Migverhältnis zwischen Ubervölkerung und Arbeitsmöglichkeiten noch krasser aus, zumal der Zuwachs an Unterneh- mungen aller Art doch noch weiter hinter dem Bevölkerungszuwachs zurückgeblieben ist. als in Heidelberg. Im Gesamtbezirk des Heidelberger Arbeits- amtes, der 332 000 Menschen umfaßt(davon 120 000 in Heidelberg), werden insgesamt 5000 von den Volksschulen in das Arbeitsleben ent- lassen. Man schätzt, daſßß 10—15 Prozent von ihnen Lehrstellen in der Industrie bekom- men, 50—60 Prozent im Handwerk und im Handel. Der Rest von 30—35 Prozent wird ungelernter Arbeiter werden müssen. Die Berufsaussichten für diese letzte Gruppe sind nicht gut; denn sie übersteigt bei weitem den Bedarf. Die Industrie zeigt sich bei der Aufnahme neuer Lehrlinge entgegenkommend. Sie sichert sich den notwendigen Nachwuchs u. tut das aus gutem Grund; denn von 1956 an werden die Ent- laß-Jahrgänge der Volksschulen wesentlich kleiner sein. Beim Handwerk bestehen nach wie vor die bekannten und oft schon besproche- nen Schwierigkeiten. Um den Anteil der jugendlichen ungelernten Arbeiter nicht allzu groß werden zu lässen, wir die Heidelberger Lehrwerkstatt für den Nachwuchs der Metallberufe, die bisher nur 27 Schüler hatte, ab 1. September 60 aufnehmen. Eine weitere Auflockerung soll das geplante Hei- delberger Wohnheim für auswärtige Lehr- linge bringen, das Jugendliche aus weit abge- legenen Bezirken aufnehmen soll, um auch die- sen eine entsprechende Berufsausbildung zu sichern. Störend bei der Vermittlung jugendlicher un- gelernter Arbeiter ist die Berufsschul- pflicht. Unternehmungen, in denen nach Fließbandsystem gearbeiteét wird, können Unter- brechungen, die zweimal wöchentlich stattfin- den, nicht in Kauf nehmen. Hier hielft nur die Zusammendrängung des Unterrichts auf den Samstag. Dieser Ueberblik über die Schwierigkeiten der Vermittlung des Jahrgangs 1950 in Lehrstellen macht wieder einmal auf die allgemeine Arbeits- marktlage in Heidelberg und im Bezirk unseres Arbeitsamtes aufmerksam. Selbst bei normaler Beschäftigung aller vorhandenen Betriebe wären wir nicht in der Lage, allen Arbeit zu bieten. Die Lösung kann nur in der Beschaffung neuer Arbeitsplätze gefunden werden und das ist, so scheint uns, die wichtigste Auf- gabe, die uns gestellt ist. Die Stadt müßte alles tun, was in ihrer Kraft steht, um neue, krisen- feste Betriebe anzusiedeln und sei es mit Opfern. Raubüberiall aui Kino-Kasse Flucht mit 7,65-mm-Pistole in der Faust— Schuß in der Brunnengasse Sturz in den Neckar— Aus dem Fluff gefischt Gestern abend gegen 21.30 Uhr wurde auf die Kasse des Schloffl-Film-Theaters ein Raubüber- fall verübt. Ein junger Mann riß, die Kassiererin mit einer Pistole bedrohend, ein Bündel Geld an sich und entfloh. Der Täter konnte innerhalb der nüchsten Viertelstunde gefaßt werden. Als zwei ältere Damen eine halbe Stunde vor Beginn der 22 Uhr-Vorstellung ihre Karten an der Kasse des Schloß-Filmtheaters lösten, trieb sich ein junger Mann in der Nähe herum. Nach- dem die beiden Frauen weggegangen waren und sich an der Passage zur Hauptstraße die ausge- stellten Bilder betrachteten, wurden sie durch einen Schrei aufgeschreckt. In demselben Augen- blick raste auch schon der junge Mann mit einer Pistole in der Hand an ihnen vorbel. Hinter ihm erschien die Kassiererin, die mit ihren Rufen „Haltet ihn, haltet ihn!“ die Aufmerk- samkeit der Passanten auf den Flüchtenden lenkte. Die Verfolgung wurde aufgenommen. Die Hauptstraße überquerend ging die Jagd in die unbeleuchtete Brunnengasse, Ein Schuß des Ver- folgten— in der Höhe des Tageblatt-Gebäudes — schreckte einen Teil der Verfolger zurück, doch drei Beherzte ließen sich nicht beirren. Sie rasten weiter hinter dem Mann im schwarzen Anzug her. Der stürzte sich— anscheinend schon völlig kopflos geworden— in den Nek⸗ kar. Mit dem Sturz fing er sich selbst. Inzwischen war der ganze Straßenbezirk in Aufruhr geraten. Die Nachricht vom Kassen- raub im Schlobfilmtheater verbreitéte sich mit Windeseile. An beiden Neckarufern richteten MP- und Privatautos ihre Scheinwerfer auf den Fluß, in dessen Mitte sich der Verfolgte abwärts treiben liehß. Das Hoffnungslose seiner Lage erkennend, strebte er mit letzten Kräften dem Neuenheimer Uter zu, Wo ihn ein deutscher Polizist und ein MP-Soldat 100 Meter oberhalb der neuen Brücke ans Land zogen. Als wir im 3. Polizeirevier ankamen, saß dort ein erschöpfter Mann zwischen 22—30 Jahren, vor Nässe triefend. Auf dem Tisch wurden ge- rade die Klitschnassen ein- und zwei-D-Mark- noten— zusammen 150 DM aliseinanderge- klaubt. Die„grüne Minna“ brauste an. Unter Bewachung trat der Dieb(der, soweit zunächst herauszuhören war, im Kreis Sinsheim Wohn- haft zu sein scheint), den Weg in die Haftanstalt an.„Gebt mir bitte ein Stückchen Brot, ich habe entsetzlichen Hunger und den ganzen Mit- tag noch nichts gegessen“, jammerte er. chen nicht von Heidelbergs Jugendherberge durch, wie sehr das Erlebnis Heidelberg in den Schreibern nachklang und man spürt daher auch beésonders deutlich, wie weh es in dem jungen Menschen aussah, der in's Gästebuch schrieb:„In Heidelberg ist es sehr schön— doch lieber wär's mir, ich könnt die Heimat wiedersehenl Flüchtling G. Volkmer, Grafsch. Glatz/ Schl. Zur Zeit auf Arbeitsuche. Der Herbergsvater hat seine Sorgen, aber mehr noch Freude; denn er fühlt tagtäglich auf's Neue, wie stark der Zauber Heidelbergs auf die Menschen wirkt, die mit genau berechneten Reisepfennigen bei ihm einkehren.„Der Ruf war schlechter als die Jugend selbst“, meinte er, als er an die War- nungen vor mehr als einem Jahr dachte, die da von Verwahrlosung, Entwurzelung usw. sprachen. „Bisher haben wir noch keinen Diebstahl hier erlebt— und dabei kann man nicht sagen, daſß die Gesellschaft besonders achtsam mit ihren Sachen ist!“ Die Ecke, in der die Fundsachen ge- stapelt werden, spricht Bändel— Nach drei, vier Tagen aber kommen dann die Flehkarten:„Bitte, schickt uns das, was wir bei Euch vergaßen, nach da oder dort nachl“) Studiengruppe von 14 Studenten aus 6 Nationen Gestern trak eine Studiengruppe mit 14 Studenten aus den Vereinigten Staaten, England, Holland, Schweden, Kanada und Indien in Heidel- berg ein. Sie befinden sich auf einer Studienreise, um Probleme des Nachlcriegsdeutschlands kennen- zulernen. Ihr Reiseleiter ist ein Heidelberger Student. Die 14 Ausländer werden die Stadt Heidelberg und die Universität besichtigen und sich bei einer kleinen Zusammenkunft mit Heidel- berger Professoren aussprechen. Im Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte in Europa in Rohr- bach wird sie General Handy empfangen. Illustrierter Führer durch Heidelberg Der Verlag Dr. Johannes Hörning hat in verbesserter Auflage seinen„Führer durch Heidel- berg“ neu herausgegeben. Das Buch im Taschen- format ist ein ausgezeichneter Werber für unsere Stadt. Es gibt nicht nur dem Fremden, sondern auch dem Einheimischen eine Fülle von Anregun- gen. Die von dem verstorbenen Oberbaurat Dr. L. Schmieder mit großer Sachkenntnis ausgear- beitete Führung bringt nach e.nem geschichtlichen Ueberblick einen Rundgang durch die Altstadt, das Schloß, die Vororte und schließht mit Spazier- güngen und Ausflügen. Das Büchlein ist mit einem Stadtplan, einem Theater- und Schloßplan und 32 guten Bildern von Heidelberg und der Um- gebung ausgestattet. 60 Jahre Zigarrenhaus Scheuring In diesen Tagen feiert das Zigarrenhaus August Scheurins, Heidelberg, Hauptstraße 172, sein 60jähriges Geschäftsjubiläum. Im Jahre 16861 wurde das Geschäft von Richard Neth gegründet, 1690 übernahm August Scheuring die Firma. Nach sei- nem Tode wurde sie von seinem Sohn Friedrich Scheuring weitergeführt. Ab 1926 führt der Enkel, Hans Scheuring, die Tradition weiter. Das Zigarrenhaus Scheuring, eines der Altesten Fachgeschäfte in Heidelberg, ist seit 60 Jahren in den sleichen Geschäftsrüäumen. Es entwickelte sich zu einer leistungsfähigen Tabakwaren-Klein- und Groſßßhandlung. In jüngster Zeit wurde auch eine Totoannahmestelle angegliedert. Frofessor Friedmann im Amerika-Haus. Profes- sor Hermann Friedmann, Präsident der deut- schen Gruppe des PEN-Clubs, schließt mit einem Vortrag über„Schmerz und Trauer“ seine Vorlesungsreihe im Amerika-Haus am Mittwoch, dem 26. Juli, 20 Uhr. Luc. Oertliche Gewitter Der vorherrschende Hoch- druckeintluß Wird durch schwache von der Biscaya vordringende Störungen vorübergehend unterbro- chen. Vorhersage bis Don- nerstagtrüh: Tagsüber noch meist sonnig mit temperaturen zwischen 26 bigs 29 Grad, abends vom Schwarzwald her übergrei- tende örtliche Gewitterbil- dungen. Tietsttemperatur in der Nacht zum Honnerstag zwischen 16—19 Grad, meist nur schwache Luftbewe⸗ Hung. Höchst- Seite 4 Arbeitstagung der Obstbau- vereine in Mosbach Nachdem in der Generalversammlung der Be- zirksabgabestelle Mosbach am 13. Jull 1950 die Liduidation beschlossen und den einzelnen Obstbau- vereinen der Anschluß an den Erzeugergroßmarkt Handschuhsheim empfohlen wurde, lud die Grop- markthalle Heidelberg-Handschuhsheim am ver⸗ Sangenen Sonntag die Obstbauvereine des Kreises Mesbach zu einer Arbeitstagsung im Gasthaus, Zum Odenwald“ in Mosbach ein. Da die Gurkenernte im Neckarbezirk schon seit 10 Tagen angelaufen und die Frühobsternte da und dort vor der Türe steht, galt es, mit den Erzeugern die Marschroute für die weitere Saison zu besprechen. Der Geschäftsführer der Großmarktgesellschaft Handschuhsheim, Dipi.-Landwirt Pr. Kaltschmidt, konnte unter den Gästen den 1. Vorsitzenden des Verbandes der Bad. Bezirks-Obst- und Gartenbau- vereine. Leonhard Heck, und Kreislandwirt- schaftsrat Welker-Mosbach begrüßen. Ueber die Entwicklung des Obstabsatzes in den vergangenen drei Jahrzehnten seines Wirkens in Mosbach gab Welker einen historischen Ueberblick, beginnend mit der ungeregelten Abgabe an den freien Handel und den ersten Versuch der FEinrichtung einer Obstabsatzgenossenschaft, die mit Verlust von 120.— DMü für die Beteiligten bankrott wurde. Damals wurde der Geschäftsführer Pollich der Hand- schuhsheimer Großmarkthalle gerufen, der dann den Obstabsatz organisierte. In der Reichsnähr- standszeit wurde diese Ordnung aufgehoben und der Kreis bekam seine eigene Bezirksabgabestelle. Als vor kurzem ein Ausweg aus der schwierigen Lage der Bezirksabgabestelle gesucht wurde, hatte man auch mit Handschuhsheim den weiteren Weg besprochen. Welker betonte, daß eine Lösung für die Frage des Obst- und Gemüseabsatzes bald ge- funden werden müsse und daß er den Obstbauver- einen die Entscheidung überlasse. Leonhhard Heck überbrachte die Grüſſe des Lan- desverbandes und betonte, daß auch der Verband am guten Funktionieren des Obstabsatzes inter- essiert sei. Im Kampf gegen den unnötigen Import brauchten sich die Obsterzeuger nicht verlassen fühlen. Wichtig sei der enge Zusammenschluß der Obstbauern in den Vereinen, wofür die gute Or- ganisation der Gewerkschaften ein Vorbild gebe. Man könne bei der Ablieferung an die e. G.m. b. H. Weinheim oder die G.m.b.H. Handschuhsbeim den- ken, beide seien gut, Handschuhsheim läge aber nüäher. Ueber die Marktlage im Obst- und Gemüsebau und die erforderlichen Maßnahmen beim Absatz sprach anschließend Dr. Kaltschmidt, der darlegte, wie bereits im letzten Herbst und Frühjahr Obst aus dem Kreise Mosbach nach Handschuhsheim ge- bracht wurde und er vor kurzem von der Bezirks- abgabestelle Mosbach gebeten worden sei. über die Absatzmöglichkeiten Vorschläge zu machen. Der Redner erläuterte, wie in Deutschland die Entwicklung und Absatzgestaltung sich an das Hol- länder Vorbild der Erzeugerversteigerungen ange- lehnt habe und wie diese Einrichtung zuerst an der holländischen Grenze, dann im ganzen Rheinland, später in den übrigen Gebieten Deutschlands ein- geführt wurde. Es habe sich gezeigt, daß auf die Dauer nur große Märkte Bestand hätten, weil sich sonst der Handel in anderen Erzeugergebieten einfinde, um die ge- suchten Mengen zu bekommen. Auch in Hand- schuhsheim habe sich in den zwanziger Jahren die gürtnerische Obstabsatzgenossenschaft nicht halten können. Erst als sich die größeren Erzeugerver- bände zusammenschlossen, konnte im 4ahre 1930. der Erzeuger-Großmarkt gegründet und entwickelt Werden. Pr. Kaltschmidt ging auf den Aufbau der Großmarktgesellschaft Handschuhsheim ein und be- sprach die Erzeugergebiete, zu denen die Kreise Heidelberg und Sinsheim und das, Schwetzinger Spargelgebiet gehören. Nachdem im Zusammen- wirken mit der Obstbauinspektion des Kreises Bu- chen dort die Sammelstellen der Großmarkthalle Handschuhsheim eingerichtet sind, liegt es nahe, daſß man auch die alten Geschäftsbeziehungen zwi- schen Mosbach und Handschuhsheim wieder auf- leben lasse. Der Anschluß an den Großmarkt Handschuhsheim biete den Vorteil, daß man die Spätobsternte gut dort einschieben könne, wo im gonzen Jahresverlauf die Erzeugung aus den Hand- schuhsheimer Treibhäusern, aus dem Spargelgebiet und dem Frühobstgebiet der verlängerten Berg- straße zusammenkomme. Eine Zusammenarbeit mit den Obstbauvereinen sel besonders wichtig, weil die Vereine sich nicht nur um die Erzeugnisse, sondern auch um den Ab- satz zu kümmern hätten und dabei wertvolle Hilfe- stellung in den Sortierungs- und Verpackungs- tragen leisten könnten. im Kampfe gesen den züberflüssigen Import hätte die Regierung die Er- zeuger ohne Schutz gelassen und diese müßlten die notwendigen Maßnahmen selbst ergreifen, die nur im engen Zusammenwirken der Vereine mit den Sammelstellen erfolgreich sein könnten. Allein in der Zeit vom 10. bis 14. Juli 1950 Kamen 837 Wag- gon mit italienischem Obst und Gemüse über die Grenze. Nur mit Qualität könne man heute gegen diese Invasion noch bestehen. Um mit der Großmarkthalle Handschuhsheim zu einer engeren Zusammenarbeit zu kommen, wurde aus der Versammlung heraus die Forderung er- hoben, zu einer Beschlußfassung zu kommen, oh man künftig das Obst und Gemüse nach Hand- gchuhsheim oder wo andershin liefern wolle. In geheimer Abstimmung entschied man sich einstim- mig für den Anschluß an Handschuhsheim. 0 Dr. Kaltschmidt versprach, daß er das Vertrauen zu würdigen wisse und daraus die Verpflichtung entnehme, alles zu unternehmen im engsten Ein- vernehmen mit den Obstbauvereinen die schwie- rige Marktlage zu meistern. LANDKREIS HEIDELBERO UND UMGEBUNG Kleine„Grenzgänger“ schmuggeln Leit Hessisch-badischer Kampf um offene Lehrstellen— Kleines schulisches„Grenzgeplänkel“ Viernheim(Hessen). Die hessische Regierung hatte sich seiner Zeit entschlossen, den Schul- beginn von Herbst auf Ostern zu verlegen. Sie hat in diesem Zusammenhang und im Gegen- satz zu der nordwürttemberg-nordbadischen Absicht das achte Schuljahr um ein halbes Jahr Verlängert. Diese Art der Handhabung ist vom schulischen Standpunkt aus sehr begrüßt wor⸗ den und zeigt, daß man in Hessen in diesen Din- gen wesentlich fortschrittlicher und schulfreund- licher denkt als im benachbarten Staat Nord- Württemberg-Nordbaden. Es sei in diesem Zu- sammenhang auch an die in Hessen bestehende Schulgeldfreiheit erinnert. In Nordwürttem- berg-Nordbaden bedurfteé es einer Intervention der Elternschaft und der Lehrerverbände, um eine Verkürzung der Schulzeit zu verhindern. Seit etwa zwei Monaten treten nun entlang der badisch-hessischen Grenze„Grenzgänger“ im schulpflichtigen Alter auf, die täglich von ihren hessischen Heimatorten zu den badischen Nachbargemeinden wandern und dort die Schule besuchen. Es handelt sich hierbei um Schüler, die in Hessen die achte Klasse besucht haben und nun nach Baden in die Schule gehen in der Hoffnung, im Herbst oder dieser Tage aus der Schule entlassen zu werden. Die badischen Volksschulen haben diese Kinder in ihre Schule aufnehmen müssen, da sie sich ordnungsgemäß polizeilich bei ihren Heimatgemeinden abgemel- det und in den badischen Gemeinden angemel- det haben, wWo sie bei Freunden, Bekannten und Verwandten Aufnahme fanden. Da diese Schü- ler genau zu dem Zeitpunkt wie ihre badischen Kameraden, nämlich im Herbst 1943 zur Schule kamen, mußten sie in Baden in die achte Klasse eingestuft werden. Diese Grenzgüänger stammen zumeist aus Lampertheim, Viernheim, Neckar- steinach, Hirschhorn und den hessischen Dör- fern oberhalb Eberbachs. In Baden werden oder sind die achten Klassen bereits in diesen Tagen aus der Schule entlassen. Für die badische Schulverwaltung erhebt sich die Frage: Können die Schüler, die aus Hessen nach Baden gekom- Heimatweririebene iordern Beibehaltung der Gewerbelreiheil Aus der Vorstandstagung des LDV Der Landesvorstand des Landesverbandes der vertriebenen Deutschen GDAD) trat am 23. Juli zu seiner turnusmäßigen Arbeitstagung in Nek- kargemünd zusammen. Einen besonders breiten Raum nahmen diesmal die Fragen der wirt- schaftlichen Eingliederung der Heimatvertriebe- nen ein. Es wurde als notwendig festgestellt, daß die wirtschaftliche Eingliederung durch eine zentral gelenkte Stelle auf Landesbasis stärker als bisher voranzutreiben sei. Der Vorstand wurde beauftragt, die nötigen, zum Teil bereits Vorbereiteten Schritte in dieser Richtung bei den verantwortlichen Stellen zu unternehmen. In diesem Zusammenhang wurde weiter fest- gestellt, daß verschiedentlich aufkommende Tendenzen, die Gewerbefreiheit einzuschränken oder zu verwässern, geeignet sind, der wirt- schaftlichen Eingliederung der Heimatvertriebe- nen und ihren Existenzgründungen neuerlich Hemmnnisse in den Weg zu legen. Es wurde be- schlossen, bei den maßgeblichen Stellen gegen solche Verwässerungsversuche nachdrücklich aufzutreten. In Bezug auf die Gleichstellung der heimat- vertriebenen Beamten und Ruheständler wurde beanstandet, daß das nach Art. 131 des Grund- gesetzes vorgesehene Gesetz noch immer nicht erlassen worden ist. Es wurde die Auffassung vertreten, daß man lieber eine solche Verfas- sungsbestimmung außer Kraft setzen solle, wenn man nicht gewillt ist, sie zu verwirklichen. Die bevorstehenden Gemeinderatswahlen im Landesbezirk Baden bildeten einen weiteren Verhandlungsgegenstand. Es wurde beschlossen, Bachfeler in der evangelischen Kirche Neckargemünd Neckargemünd. Zu einer eindrucksvollen Bach- feier gestaltete die hiesige evangelische Kirchen- gemeinde ihren Gottesdienst am Sonntag. In Sei- ner Ansprache vermittelte Dekan Bossert der zahlreich erschienenen Gemeinde den Lebenslauf und das Wirken des großen Meisters der Kir- chenmusik, Sebastian Bach, der unserer Christen- heit das in Tönen schuf, was andere bedeutende Männer ihr in Worten gegeben haben, Der musi- kalische Teil der Feierstunde stand unter Lei- tung von Werner Kaiser, dem Dirigenten des Kirchenchors, der mehrere vierstimmige Chöre sang, mit Orchester- und Orgelbegleitung, deren zwei von der Flöte wunderbar umwoben waren. Bei der Kantate 53 wurde das Altsolo von vier Heidelberger Knaben gesungen, deren reine Stimmen die Zuhörer entzückten. Das Violinsolo des Präludiums aus der Sonate g-moll wurde von Franz Büttner aus Heidelberg meisterlich vorgetragen und bei Rezitativ und Arie aus der Kantate 82 erfreute Rektor Seefried die Ge- meinde mit der Klangschönheit seiner Baß- stimme. Die Wiedergabe von„Air“ aus der Suite in D-dur durch das mit hiesigen und auswär- tigen Künstlern besetzte Streichorchester war innerstes Erleben. Mit dem Präludium in G-dur und der Orgelphantie g-moll eröffnete und be- schloß Werner Kaiser die Feier und es wäre ihm zu wünschen, daß in seinem trefflich ge- schulten Kirchenchor die Männerstimmen etwas stärker vertreten sind. no⸗ Kaplan Adolf Dufner 7 Dossenheim. Tief erschütternd traf die Nach- richt ein, daß Adolf Pufner, Kaplan in Neu- CHronid der Vereine Kleingürtnerverein Nußloch Nußloch. Der Verein unternahm am letzten Sonntag gewissermaßen als Abschluß der dies- jührigen Weiterbildungsarbeit unter Leitung seines Vorstandes, Hauptlehrer a. D. Wilhelm Ernst, eine Omnibusfahrt zur Deutschen Gartenschau in Stuttgart, Sämtliche Teilnehmer waren von der Fülle des Gebotenen Überwältigt und nahmen viele Anregungen mit nach Hause. Besonders die un- beschreibliche Blumenpracht und die ausgezeſch- nete Unterhaltung wird allen Teilnehmern der Fahrt unvergeßlich sein. Turnverein Dilsberg Dilsberz. Aus Anlaß der Fertigstellung der neu ausgebauten Turnhalle hielt der Turnverein im Gasthaus„Zur Burg“ seine diesjführige General- versammlung ab. Schriftliche Einladungen hatten Mitglieder und Freunde des Vereins zuerst in die Turnhalle gebeten, um ihnen an Ort und Stelle die geleistete Arbeit und die Pläne für die Zu- kuntt erläutern zu können. Der Ausbau der Halle fand ungeteilten Beifall und zeugt von dem sport- lichen Interesse der Gemeindeverwaltung.— Es wurden zewählt: Zum 1. Vorsitzenden Johann Hoffmann und als dessen Vertreter Ratschrei- ber Lenz. Die Geschätte des Schriftführers über⸗ nahm Heinrich Hornung. Da die Führung des Vereins wieder in den Händen ehemaliger Gründer und Turner ruht, verspricht man sich allgemein tür die Zukunkt eine rege Tätigkeit. Evang. Kirchenchor Dossenheim Dossenheim. Am vergangenen Sonntag machte der Kirchenchor unter Führung seines Präses, Pfar- rer Bischoff. einen Ausflug mit zwei Wagen der Straßenbahn AG. nach Mudau im Odenwald. Wenn auch das Wetter nicht gar zu freundlich war, so trübte das keineswegs die gute Stimmung, die im Hotel„Zur Krone“ ständig wuchs. In den Mittagsstunden machte man einen kleinen Ab- stecher nach Mörchenhardt, um die Angehörigen des verstorbenen Kaplans Gramlich, der Kkurze Zeit in Dossenheim tätig war, zu grüßen. In lustiser Fahrt kehrte man gegen 21 Uhr wieder zurück. TV„Germanla“ St. Ilgen St. Ilgen. Der Turnverein Germania St. Ilgen be- telligte sich bei dem Kürzlich in Heidelbertz statt- getundenen Kreisschülertrefften mit etwa 20 Turner und Turnerinnen unter Führuns von Oberturnwart Ludwig Pfahler und Turnwartin Frl. Giesels FIor y. Von diesen Teilnehmern konnten 8 beacht⸗ liche Erfolge erzlelen, darunter Gretel Brecht einen 1. und Käthe Saller einen 2. Preis. Ladirichlen aus der engeren Heimai daß die Organe des Landesverbandes mit allen Mitteln darauf hinzuwirken haben, daß eine größtmöglichste Zahl von Heimatvertriebenen in die Gemeindevertretungen kommt. In Durchführung der vom 2vD gegebenen Weisung wurde beschlossen, daß unabhängig von der in Stuttgart stattfindenden Großkund- gebung der Heimatvertriebenen, an der sich auch der LVD beteiligen wird, seitens aller Ortsgrup- pen des Verbandes des Tages der Heimat am 6. August in würdiger Form zu gedenken ist. Bei diesem Datum handelt es sich um den fünf- ten Jahrestag des Vertrages von Potsdam. Mittwoch, 26. Juli 1950 men sind, entlassen oder nicht entlassen Wer⸗ den? Nach dem badischen Schulgesetz haben sie ihrer achtjährigen Volksschulpflicht genügt und müßzten entlassen werden. Karlsruhe bzw. Stutt- gart hat jedoch anscheinend eine andere Rege- lung vor, d. h. man beabsichtigt, nicht zu ent- lassen. Ob man sich hierbei auf rechtliche Grundlagen stützt oder von dem Gedanken lei- ten läßt, daß man den badischen Schülern Lehr- stellen erhalten möchte und so die hessische Konkurrenz ausschalten will, ist nicht klar er- sichtlich. Um die durchgeführte halbjährige Schulzeit- verlängerung nicht zu verwässern, hatte Hessen bis vor kurzem alle Eingaben von Elternver- tretungen und der Lehrerschaft auf eine vor- zeitige Entlassung derjenigen Schüler, die im Herbst eine Lehrstelle haben, abgelehnt. Nach- dem die hessischen Eltern ihre Kinder einfach aus den hessischen Schulen abgemeldet und in badische Schulen geschickt haben, ist man in Darmstadt bzw. Wiesbaden nachgiebiger gewor- den und dazu übergegangen, die Schüler, die eine Lehrstellen nachweisen, bis zu ihrer Ent- lassung an Ostern 1951 zu beurlauben., Seitdem setzt von Hessen ein Werbefeldzug bei den El- tern der nach Baden abgewanderten Schüler ein, sie sollen doch wieder ihre Kinder nach Hessen zurückkommen lassen, denn inzwischen haben sich entlang der Grenze die achten Klas- sen der hessischen Schulen geleert. Die Lehrer stehen vor ziemlich dezimierten Klassen. Es bleibt also abzuwarten, wie diese Angelegenheit gelöst wird. Vielleicht bedenkt man in Baden, daß die betroffenen Landstriche schon immer Wirtschaftlich, kulturell und geographisch mit Baden verbunden waren. Vielleicht bedenkt man auch, daß schon seit jeher in diesen Ge- meinden eine starke Neigung zum Anschluß an Baden bestand. H. M. Dekanalsjugendlag in Mühlhausen Mühlhausen. Die katholischen Jungmänner des Dekanats Wiesloch trafen sich am Sonntag- nachmittag in der Bernhardushalle in Mühlhau- sen zu ihrem diesjährigen Dekanatsjugendtag. Der Festsaal war mit über 600 Teilnehmern bis auf den letzten Platz gefüllt, in Hinsicht auf den verregneten Sonntag ein bedeutender Erfolg. Alle Orte des Dekanats waren vertreten, also der ehemalige Amtsbezirk Wiesloch und die Pfarreien Nußloch und Eichtersheim. Während des gemeinsamen Liedes„Lobe den Herrn“ hielten die Fahnen der einzelnen Jugendgruppen ihren Einzug und eröffneten die feierliche Kundgebung. Dekanatsjugendseelsor- ger Pfarrer Hofmann Malschenberg) begrüßte stadt im Schwarzwald, nach kurzer, aber sehr schwerer Krankheit in der Nacht von Freitag auf Samstag gestorben ist. Im Oktober des letz- ten Jahres konnte der Neupriester hier im Kreise seiner Angehörigen seine Nachprimiz telern. Ausbesserung der Malschenberger Ortsstraße Malschenberg. Eine der Hauptsorgen der Ge- meindeverwaltung sowie der Landwirte und Kraftfahrer war die schlechte Ortsstraße in Malschenberg. Es ist schon viel über die Orts- straße in Malschenberg geschrieben worden, und oft wurde sie als die schlechteste Orts- des Landkreises bezeichnet. Deshalb ist es er- freulich, daß in diesen Tagen an die Ausbesse- rung tatkräftig herangegangen wird. Dieses Jahr wird nun in Teilabschnitten mit der Herrichtung der Straße begonnen. Es ist vorgesehen, dab jedes Jahr ein Stück der Ortsstraße geteert wird, soweit es sich die Gemeinde finanziell leisten kann. Ansprache des Diözesanjugendführers die jugendlichen Teilnehmer und die Gäste. Er erwähnte als Vorbild den seligen Markgrafen Bernhard von Baden, dessen Fest gerade auf diesen Montag fällt. Dekanatsjugendführer Bruno Henek a(Wiesloch) berichtete über die Arbeit des Bundes der katholischen Jugend im vergan- genen Jahre und nahm zu wesentlichen Punkten Stellung, auf denen sich die Jugendarbeit im kommenden Jahr aufbauen soll. Pfarrer Hofmann dankte sodann dem Jugendführer Heneka, der über zwei Jahre dieses Amt innegehabt hatte und nun freiwillig niederlegte, da er als Schüler der obersten Realschulklasse keine Zeit mehr hierzu erübrigen kann. Der neugewühlte Deka- natsjugendführer Wallfried Müller Nußloch) wies darauf hin, daß Führersein ein Dienen für die Gemeinschaft ist. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete 9 Rue Hartmann Freiburg), der die Jugend auffor- derte, sich nicht in religösen Gruppen abzuschlie- ben, sondern sich überall als Christ zu betätigen. Nach dem Lied„Das Banner ist dem Herrn ge- weiht“ führte die Nußlocher Jugend das Theater- stück„Der getreue Knecht“ auf. Das hervor- ragende Stück verdient höchste Anerkennung. Pater Schmidt(Nußloch) erläuterte in fein- sinniger Weise den Inhalt und Sinn der Parabel vom alten und jungen Knecht Gottes. Kr. Wir gratulieren! Wiesenbach. Unsere Leserin, Frau Katharina Anselm, Vorstädterstraße 4, feiert heute in gro- ger Geistes- und Körperfrische ihren 76. Geburts- tag. Wir gratulieren herzlichl Nufloch. Landwirt Heinrich Feurer. Fahr- weg 1, vollendete am Montag, dem 24. Juli, sein 75. Lebensjahr. Frau Christine Anweiler Wwe., geb. Staatsmann, Weidt 4, wird am Donnerstag 72 Jahre alt. Frau Karoline Steinbrenner, geb. Rick, Sinsheimer Straße 114, feiert am Freitag, dem 28. Juli ihren 74. Geburtstag. Weilere Schulentlassungsieiern im Landkreis Wiesenbach. Noch selten war eine Schulfeier 80 glänzend und mit Liebe vorbereitet wie die dies- ſährige Schulentlassungsfeier, die am Sonntagabend im Saale des Gasthauses„zum Löwen“ stattfand. Ueberfüllt war der Saal, als Hauptlehrer Galle seine Gäste begrüßte und mit packenden Worten seinen Entlaßschülern Mut zusprach, wenn sie jetzt in wirtschaftlich ernster Zeit ins Leben treten.— Ein reichhaltiges Programm wickelte sich vor den Zuschauern ab, immer wieder dankte der Beifall den jugendlichen Akteuren für die einzigartigen Darbietungen. In den von den 25 Entlaßschülern vorgetragenen Liedern lag die ganze Wehmut des Abschieds von der schönen Schulzeit, in den vor- getragenen Gedichten faßten sie die Dankbarkeit gegen Eltern und Erzieher zusammen. Der jugend- liche Dirigent, Theo Halter, verdiente sich das besondere Lob von Bürgermeister Eehner. Zwei Märchenspiele, vollendet in Kostüm, Spiel und Ausdruck, bildeten den Höhepunkt des Abends.— So wirkte der Abend auf alle Anwesenden sehr nachhaltig und Bürgermeister Eehner verstand es in seiner Schlußansprache,, diese Leistungen der Jugend nochmals ins rechte Licht zu stellen. Wir können mit Hauptlehrer Galle sagen, daß in Wie- senbach Schule und Elternhaus ertreulich ein- trächtig zusammenarbeiten und diese Zusammen- arbeit Wirkt sich aus zum Segen aller. Hg. Lelmen. Mit einem reichhaltigen Programm stell- ten sich 62 Knaben und 62 Mädchen der achten Klasse der hiesigen Volksschule im Saalbau„Zur Rose“ den erschienenen Lehrern, Vertretern der Gemeindeverwaltung, dem Gemeinderat und den Eltern zur Entlassungsfeiter vor. Schülerorchester, Schülerchöre, sehr gut eingeübt und treftend ge- wühlt, Gedichtsvorträge und ein Theaterstück„Ins Leben hinein“ boten den Erschienenen ein wech- selndes Bild. Rektor Rudolf mahnte in ein- dringlichen Worten, das in der Schule Gelernte nicht zu vergessen. Bürgermeister Hog g ging vom Bild des Theaterstückes aus und zeigte den Ju- gendlichen den Weg, den sie zu gehen haben. Viel- ftach habe den jetzt zur Entlassund Kommenden wührend des Krieges der Erzieher, der Vater ge- fehlt. Er dankte den anwesenden Müttern für ihre mühevolle Arbeit, die sie zusammen mit den Leh- rern für die Erziehung der Kinder geleistet haben. hs. Nufloch. Die Entlassungsfeler des obersten Jahr- ganges, die infolge der plötzlich einsetzenden Ge- treideernte ganz kurzfristig angesetzt werden mußte, wurde am Donnerstabend im Saale des Lau- rentiusheimes abgehalten, dessen Bühne mit der Bundesfahne und mit Blumen festlich geschmückt war. Der überaus starke Besuch zeigte, daß die Elternschaft hier bereits ein erfreulich hohes Inter- esse an der Schule hat. Rektor Gustav Filsin- ger konnte außer den Eltern und Angehörigen der Entlaſßbschüler noch Bürgermeister Frey, den Ge- meinderat und die beiden Ortsgeistli- ohen willkommen heißen. Die Feier, die im Zei- chen Johann Sebastian Bachs stand, wurde von mehreren Liedern des Schlilerchors(Leituns: Hauptlehrer Fritz Neft) sinnvoll umrahmt. Der Violinkünstler, Lehrer Friedrich We ber, aus dem Ortsteil Maisbach, brachte unter Klavlerbegleitung von Frau Filsinger(Wiesloch) mehrere Kom- positionen von dohann Sebastlan Bach zum Vor⸗ trag. Bei den sehr zahlreichen Gedichten und Wegweisenden Aussprüchen kamen außßer Schiller und Goethe auch dohann Peter Hebel, Umanuel Gelbel, Friedrich Rückert, Gottfried Keller, Max Eyth, Mathias Claudius, Benjamin Franklin und Bischof von Ketteler zu Wort und unterstrichen den religiösen Charakter unserer christlichen Si- multanschule. Vier Schüler(2 Knaben und 2 Mäd- chen) konnten für besonders gute Leistung und Führung mit je einem Preis ausgezeichnet werden. Zum Schlusse der sehr programmreichen Feier konnte Rektor Filsinger, der seiner Abschieds- ansprache die Begrifte„Arbeit, Sparsamkeit und Mähigleeit und Ehrfurcht vor Gott“ zugrunde ge- legt hatte, die Entlassung der 91 Schüler und Schü- lerinnen(36 Knaben und 66 Mädchen) mit den besten Wünschen für den ferneren Lebensweg aus⸗ sprechen, nachdemn ein von einer ehemaligen Schü- lerin verfaßtes Gedicht den Dank an die Lehrer und Erzieher zum Ausdruck gebracht hatte, 44 Mittwoch, 26. Juli 1950 Schweres Autountlück am Rhein St. Goar. Ein mit fünf deutschen Waisenkin- dern, zwel französischen Ordensschwestern, einem französischen Geistlichen und einem französischen Fahrer besetzter Militärkraft- Wagen geriet am Dienstagmittag am„Kammer- eck“ bei St. Goar aus einer Kurve und stürzte in den Rhein. Von den neun Insassen, die sämt- lich schwer verletzt wurden, starben zwel Wal- senkinder und eine Ordensschwester auf dem Wes ins Krankenhaus. Zwei andere Kinder schweben in Lebensgefahr. Der Wagen gehörte zu einer omnibuskolonne, die Waisenkinder aus Landstuhl in der Pfalz zu einer Rheindampferfahrt nach St. Goar brin- gen sollte. Bienenschwärme töten eine Ziege Bamberg. Riesige Bienenschwärme überfielen in Röhrbach bei Bamberg eine Ziege, die vor einem Hause angebunden war und stachen sie zu Tode. Der Besitzer des Tieres hatte über- sehen, daß die Ziege dicht vor den Flugröhren von 19 Bienenkörben stand. Als die Ziege an- king zu bocken, gerieten die Bienen„aus dem Häuschen“. Sie stürzten sich auf das hilflose Tier und begruben es unter sich. Die vorbei- führende Straße wurde blockiert. Niemand traute sich an die wütenden Inselkten heran. Schließlich wurden die Bienen mit einer Feuer- spritze vertrieben. Augenzeugen meinten, daß an dem Groß- angrift auf die Ziege 600 000 Bienen beteiligt Waren. Sachverständige bestreiten jedoch, daß sich soviele flugfähige Bienen unter 19 Bienen- völkern befinden. „Giulianos Blut schrelit nach Rache“, Gaspare Pisciotta, einer der beiden Ueberlebenden der Giuliano-Bande, die noch nicht gefaßt werden konnten, schrieb in einem offenen Brief an eine Zeitung Palermos:„Verschiedene Zeitungen ha- ben die Behauptung aufgestellt, ich sei für den Tod Salvatore Giulianos verantwortlich. Es quält mich, mitansehen zu müssen, wie mein Name vor aller Oeffentlichkeit mit Schmutz beworfen wird. Alle diejenigen, die mich beleidigen, sollten daran denken, daß ich mit Giuliano verwandt bin und daß es meine Pflicht ist, ihn zu rächen. Ich werde nicht eher Ruhe geben, bis die Ver- räter Giulianos ihr stinkendes Judas-Blut ver- gossen haben.“ Tagen traf dort die erste Sendung überseeischer DIE BUNTE SEITE Sine westdeutsche giftschlangenfuarm Der Umgang mit den gefährlichen Reptilien will gelernt sein/ Die Heilmittelindustrie braucht Schlangengift Grat Adolf von Nassau, der im 14. Jahrhun- dert in seinem wehrhaften Schloßs hoch über den Bürgern von Diez an der Lahn residierte, dürtte selbst in seinen kühnsten Träumen nicht daran gedacht haben, daß seine von Dohlen umflatterte graue Burg mit den vergitterten Fenstern und spitzen Schieferdächern spüter lange Zeit hindurch als Zuchthaus und seit nunmehr einem halben Jahr sogar als Schlan- genfarm verwendet werden würde. In diesen Giftschlangen sowie eine zweieinhalb Meter lange Königsboa ein. Ein derartiger Transport ist für diejenigen, die sich mit dieser etwas unheimlichen Fracht zu befassen haben, insofern ungefährlich, als die im Gegensatz zu ihrem Ruf nur Wenig in- telligenten Schlangen keinerlei Ausbruchsver- suche zu unternehmen pflegen, wenn man sie eng zusammengerollt in entsprechend kleine Sücke verpackt und ihnen 80 von vornherein keinerlei Ausbreitungsmöglichkeiten gibt. We⸗ sentlich gefährlicher ist eine solche Reise für die Reptilien selber, da sie, soweit es sich um tropische Arten handelt, Temperaturen unter NVeues duus „Im Westen nichts Neues“. Der alte Film „Im Westen nichts Neues“ wird in Wiederauf- 7 erneut auf der ganzen Welt gezeigt Werden. Friedenspfelfe im Rommel-Zelt. Am Boden- see und Rhein kann man jetzt die Tropenzelte des einstigen deutschen Afrika-Korps triedlich betrachten. Unter den Kriegszelten Rommels rauchen in diesem Sommer Hunderte von jun- gen Deutschen, Franzosen, Schweizern und an- deren Europäern die Friedenspfeife. Das„Insti- tut für internationale Begegnungen“ organisiert 2. Zt. eine ganze Serie solcher Zeltlager im süd- lichen Sommerparadies der französischen Zone. Seewasser begehrt. Eine kalifornische Firma, die ordinäres Seewasser in hübschen Fläschchen verkauft, findet reißenden Absatz, obgleich das goldene Flaschenetiltett ausdrücklich warnt: „Dieses Wasser dient keinerlei nützlichem Nachrichten aus Züddeutschland Paflanträge nicht mehr beim Innenministerlum einreichen Stuttgart. Nach Mitteilung des württemberg- badischen Innenministeriums sind Paßanträge für Geschäftsreisende ab sofort nicht mehr bei der Pabßstelle des Innenministeriums, sondern bei den Paßhehörden amm Wohnort des Bewer- bers(Landratsämter, in kreisfreien Städten und unmittelbaren Kreisstädten dem Bürgermeister- amnt) einzureichen. Die bei der Paßstelle im In- nenministerium noch vorliegenden Anträge wer⸗ den aufgearbeitet. Segelflugzeug notgelandet Stuttgart. Auf einem Acker in der Nähe des Stuttgarter Stadtteils Stammheim mußte ein Segelflugzeug mit Hilfsmotor notlanden, das in Nancy Frankreich), gestartet war und bereits einen Flug von 200 km hinter sich hatte,. Bei der Landung sind keine nennenswerten Schäden ent- standen. Das Flugzeug wird wieder nach Franle- reich zurücktransportiert werden. Man nimmt an, daſß dem Flugzeugführer der Kraftstoff für den Hilfsmotor der Maschine ausgegangen war. Landesverband der Schlesler für Nord- Württemberg gegründet Stuttgart. In Stuttgart wurde am Wochenende durch die Leiter der schlesischen Landsmann- schaften im ostdeutschen Heimatbund ein Lan- desverband des Schlesier in Nordwürttemberg gegründet. Zum Vorsitzenden des Landesver- bandes wurde Reg.-Direktor a. D. Karl Haus- dorff, Gerlingen, gewählt. Keln Ersatz für Manöverschäüden Bretten. Amerikanische Dienststellen haben die Forderung der Stadt Eppingen auf Ersatz von Feldschäden, die beim letzten Manöver der Be- satzungstruppe entstanden waren, endgültig zu- rückgewiesen. Es wurde geltend gemacht, daß die gegenwürtigen Bestimmungen eine Entschä- digungszahlung an öfrfentliche Körperschaften nicht zulassen. Die Stadtverwaltung hatte 7 000 DM als Schadensersatz gefordert. 175 Umtfüälle auf der Autobahn in 4 Monaten Karlsruhe. Auf den Autobahnen in Württem- berg-Baden haben sich vom 1. Januar bis 30. April insgesamt 175 Unfälle ereignet, bel denen 15 Personen getötet, 18 schwer und 78 leichter verletzt wurden. Der gesamte Sachschaden be- lief sich auf mehr als 200 000 DM. Goethes„Götz“ in der Götzenburt Jassthausen Jassthausen. In der Götzenburg, dem histori- schen Schauplatz von Goethes Schauspiel„Götz von Berlichingen“ wurden die Goethetestspiele eröffnet. Der Regisseur Hans Meißner, namhafte Schauspleler und die Einwohner der kleinen Gemeinde an der Jagst verwirlelichten mit der Aufführung einen alten Plan des gegenwüärtigen Schloßherrn, Wolf-Götz von Berlichingen eines Nachfahren des Ritters mit der eisernen Hand. Der Schloßhof mit seinen Torbogen, Altanen und Türmen, mit dem historischen Fenster— durch das Götz dem Kaiserlichen Feldhaupt- mann jeéne oft zitierte unmißverständliche Autf- torderung entgegengeschleudert hatte— bilde- ten die stilechte Kulisse zu Goethes Drama. Als Meister der Massenregie holte Hans Metgner stellte Willy Schneid auch das Letzte heraus. Die Spanne zwischen zünktigen und Gelegenheitsdarstellern Über⸗ brückte der Regisseur, indem er die Ratsherren von Heilbronn, die Hochzeiter von Jagsthausen und die reisigen Knechte schwäbisch sprechen lieb. Dem massigen Götz Hermann Schombergs, dessen gewaltiges Lachen das weite Rund des Schloßhotes bis zum letzten Winkel ausküllte, er einen unbündigen Knap- pen Georg zur Seite, der auf hohem Roß wie der Wind durch den Schloßhof fegte. Die vielen hundert Zuschauer, die mit Son- derzugen und allerlei Gefährt in diesen stillen Winkel des Jagsttals gekommen waren und einen einstündigen Wolkenbruch geduldig abge- Wartet hatten, dankten den kaum minder zahl- reichen Darstellern und ihrem Dirigenten Hans Meißner am Ende der Vorstellung mit reichem Applaus. 8 Eine stastlich anerkannte Wohlfahrtsschule Speyer. Das in Speyer befindliche Seminar für Sozialberufe ist nunmehr nach einer Mittei- lung des rhein-pfälzischen Sozialministeriums als Wohlfahrtsschule staatlich anerkannt wor- den. Träger des Seminars ist der Landesverein tür Innere Mission e. V. in Speyer. Das Seminar dient vorwiegend der Ausbildung von münn- 20 Grad nur sehr schlecht vertragen und aus diesem Grunde auch nur während der warmen Jahreszeit transportiert werden. Der ursprüng- lich aus Thüringen stammende unterneh- mungslustige Tierliebhaber Alfred Grünschloß, der die Farm zusammen mit zwei Assistenten aufbaute, war jedenfalls mehr als erleichtert, als diese erste Nachkriegssendung aus Ueber- see ohne Verluste in Diez eintraf. Sie leben in geheisten Räumen Mit größter Vorsicht wurden die Verpackungs- schnüre der Säcke zerschnitten, worauf die sundfarbigen Klapperschlangen erregt mit ihren hornigen Schwänzen rasselnd in das Moos der für sie bereitgestellten Kästen, deren Wände aus Drahtgaze bestehen, hineinglitten. Im Ge- gensatz zu weit verbreiteten Anschauungen Werden in unseren Breiten Schlangen nämlich niemals in Freiluftgehegen, sondern in Räumen gehalten, deren Temperatur etwa 28 Grad be- trägt, so daß hier selbst im Sommer bei etwas kühlerem Wetter geheizt werden muß. In der Gefangenschaft pflegen tropische Schlangen keine Nachkommen zu haben, 80 dller Weltk Zweck; es hat keinen nährenden oder medizi- nischen Wert und kann auch nicht als Jung- brunnen angesehen werden.“ Keine Alimente. Das Oberste britische Gericht hat am Montag die Berufung eines deutschen Mädchens in einer Vaterschaftsverhandlung zu- rückgewiesen. Das Gericht begründete die Ab- lehnung damit, daß der Vater zwar Engländer, das Kind aber im Ausland Hamburg) geboren sei und eine ausländische Mutter keinen An- spruch auf Alimente habe. Enttäuschter Philosoph. Der Philosoph George Santayana hat sich vor einiger Zeit in ein rö- misches Kloster zurückgezogen, um, wie er sich ausdrückte, ein wenig ausruhen zu können. Leider scheint er bei diesem Entschluß die be- sonderen Umstände, die das Heilige Jahr mit sich bringt, nicht berücksichtigt zu haben, denn das Kloster wurde, wie so manches andere in Rom, vorübergehend in eine Pilgerherberge umgewandelt und verlor viel von seiner Stille. Der tägliche Pilgerverkehr scheint nun dem ruhebedürftigen Denker auf die Nerven zu ge- hen, den er beschwerte sich dieser Tage beim Prior über die Ruhestörer und bemerkte:„Dies- mas läßt es sich kaum mehr ändern. Ich bin da und muß nun wohl oder übel denLärm und das Getrappel in den Klosterräumen erdulden. Aber wenn das beim nächsten Heiligen Jahr (also in 25 Jahren) wieder der Fall sein sollte, werde ich sowohl das Kloster als auch Rom für immer verlassen!“ Der Philosoph George San- tayana. der diese Drohuns aussprach. ist heute e Ae alR 60 „Haben sie Ihrem Dackel das Apportieren lichen Fachkräften für die Wohlfahrtspflege. beigebracht?“—„Nein, er ist ein Autodidackel!“ Das Vergnügen der Zukunft Flimindustrie, Sportveranstalter, Lehrer und Reichlich verblüfft sahen die Aktionäre einer kanadischen Omnibusgesellschaft in Hamilton in der Provina Ontario ihren Generaldirektor an, als er ihnen auf der Jahresversammlung den Grund für Dividendenausfall angab: das Fern- sehen. Es war ihm durchaus Ernst damit. Er- läuternd fügte er hinzu, daß viel mehr Men- schen als früher zu Hause blieben, um das Fernsehprogramm nicht zu versäumen, und die Späütomnibusse daher leer durch die nüchtlichen Straßen fahren müßten. In England, wo die Rundtfunkgesellschaft 60- eben eine„Stunde für die Kinder“ in ihr Fern- sehprogramm aufgenommen hat, wiesen bereits am nächsten Tag einige Schuldirektoren auf die Notwendigkeit des Vorrangs von Schularbeiten vor dem Fernschen hin. Dies sind die neuesten, aber nicht die ersten Klagen gegen das Fernsehen. In amerikanischen Zeitungen kann man oft Beschwerden von Ehe- münnern darüber lesen, daß die Frauen, seit es Fernsehen gibt, das Wäschewaschen, Strümpfe- stopfen, Reinemachen und Kochen vernäch- lässigen. Sie fordern Abschaftung der Nach- mittagssendungen. Die Frauen hingegen haben ein Loblied zu singen. Nicht, daß sie laut aus- posaunen, Fernsehen mache ihnen mehr Freude als Hausarbeit. Nein. Aber sie sind beglückt darüber, daß ihre Männer jetzt schneller den Weg vom Büro nach Hause finden und lieber daheim am Fernsehapparat bleiben als abends in den Klub zu gehen. Die schwersten Klagen führt die Filmindu- strie; die Allgewaltigen in Hollywood wettern gegen das Fortendatgleren von Schausplelern, und außerdem, 8o sagen ate, hült das„Kino im Ehemünner protestieren gegen das Fernschen theatern fern. Auch Sportunternehmen fühlen einen Rückgang des Billettverkaufs als Folge der Fernsehübertragungen vieler Rennen, Spiele und Wettkämpfte. Das Fernsehen ist aus den Kinderschuhen heraus. In Amerika gibt es einige Dutzend Sen- der und viele Millionen von Hörern oder besser Sehern. In England und Frankreich ist man noch nicht ganz s0 weit, aber immerhin hat das Fernsehen auch in diesen beiden Ländern schon eine„Kundenzah!“ von vielen hunderttausend. Auch ist die Anschaffung eines Empfängers kein allzu großer Luxus mehr; für 500 DM bekommt man ein gutes Gerät— und noch dazu auf Raten. Es ght dem Fernsehen heute so, wie dem Radio vor etwa 30 Jahren, als es gerade begann, populär zu werden. Damals liefen die Zeitungen und die Konzertveranstalter Sturm gegen den neuen Konkurrenten. Aber weder hat der Nach- richtendienst des Rundfunks die Zeltungen verdrängt, noch sind die Konzerte schlechter betzucht, weil das Radio viel Musik bringt. Aber Filmindustrielle und Sportunternehmer, die sich am meisten vom Fernsehen bedroht fühlen, lehnen einen Vergleich mit dem Anfang und der Entwicklung des Radios ab und behaupten steit und fest, diesmal sei es Ernst. Viele Hollywood-Kontrakte enthäalten neuer- dings eine Verbotsklausel gegen Hinüberwech- seln zum Fernsehen auf Jahre nach Vertrags- ablauf hinaus. Die Sportunternehmer berufen sich auf Copyright- Bestimmungen für Sport- veranstaltungen. Lachender Dritter sind die Fabrikanten von Fernschapparaten; sie zahlen tette Dividenden und sagen, alle Einwünde und Haus“, Wie sie eine Wohnung mit Fernschemp- tünger nennen, die Besucher von den Kino- Proteste würden nichts nüützen, Fernachen sei das Vergnügen der Zukunkt, nalten. Seite 5 daſ auch die eben in Diez eingetroffenen Exem- plare in den Tropen durch besondere Schlan- genfänger in freier Wildbahn gefangen werden mußten. Anschließend daran wurde tuf der Schlangenfarm einer großen ausländischen Tier- importfirma zunächst einmal festgestellt, ob sie zur Nahrungsaufnahme bereit waren, Wüährend eine Schlange in der Freiheit durchschnittlich alle zehn Tage ein entsprechend großes Tier, wie etwa eine Ratte tötet und dann langsam verschlingt, siechen sie eigensinnigerweise in der Gefangenschaft oft genug in einem monate- langen Hungerstreilk dahin. Auch Krankheiten wie die Mundfäule oder sogar die Tuberkulose ist schon mancher Schlange zum Verhängnis geworden. Geführliche Giftentnahme Wenn alles gut geht, dann haben die neu eingetroflenen Klapperschlangen sich demnäüchst soweit an ihre Behausungen gewöhnt, daß die ersten Mäuse oder Goldhamster, die vorläufig noch ahnungslos und fröhlich in einem benach- barten Raum an alten Brotrinden herumknab- bern, in ihren Mägen verschwinden werden. Für die zwar nicht mit Giftzähnen ausgerüste- ten aber dafür mit gewaltigen Muskelsträngen versehene schwarz-weiß gezeichnete Königsboa wird sogar ein ganzes Kaninchen in Bereitschaft gehalten. Einige Zeit nach jeder Nahrungsaufnahme findet gewöhnlich eine Giftabnahme statt. Der Züchter hat dann die wenig beneidenswerte Aufgabe, die Schlange mit der Hand hinter dem Kopf zu packen und sie durch entsprechen- den Druck mit dem Daumen dazu zu veran- lassen, erregt in einen kleinen Glaslöffel hinein- zubeißen, wobel ein winziger Bruchteil eines Srammes Gift ausgeschieden wird. Dieser äuhßerst wertvolle Stoft wird getrocknet und dann an eine Firma der Heilmittelindustrie versandt, die Schlangengift in vieltausendfacher Verdünnung zur Herstellung von Mitteln gegen Herzstörungen, Heuschnupfen, septische und andere Erkranlcungen verwendet. Abgesehen von einer gewissen Portion Kalt- Plütickeit gehört auch im wahreten Sinn des Wortes Fingerspitzengefühl dazu, um mit Schlangen umzugehen ohne gebissen zu werden. Der 14jährige Sohn von Herrn Grünschloß führt uns das vor, indem er eine Kreuzotter, die hren dunklen Leib um seinen Arm schlingt, aber keine Anstalten macht zu beißen, aus einem der Küsten herausnimmt. Das Geheimnis der Schlangenbehandlung besteht, wie Grünschloß erklärt, darin, die Tiere zunächst einmal an sich zu gewöhnen, nie hastig zuzupacken und immer den oft züngelnden Kopf im Auge zu behalten um einem plötzlichen Biß ausweichen zu können. Tatsächlich ist auch bisher in Diez noch niemand gebissen worden. Für alle Fälle wird jedoch Schlangenserum in Bereitschaft ge- Was ein Mensch in dieser Hinsicht aushalten Kkann, bewies ein Neger auf einer südafrikani- schen Schlangenfarm, der insgesamt nicht we⸗ niger als fünfzehnmal von Schlangen, deren Bißß ohne sofortige Behandlung tödlich ist, ge- bissen wurde, und der daher heute beinahe immun gegen derartige Gifte geworden ist. Im Laufe dieses Jahres beabsichtigt Grünschloß, an die 200 Giftschlangen in Diez zu versammeln. Als besonderes Schaustück sol sich darunter auch die gitftigste Schlange der Welt— die Mamba— beflnuden. H. von Nostiz2. Seltsame Wesensveründerung durch ein Geschwür Kopenhagen. Uber die seltsame Kranlcheits- geschichte einer Frau, die durch ein Unterleibs- geschwür auffallende männliche Merkmale er- halten haben soll und nach der Opération wie- der zur Frau geworden sei, wird in der letzten Nummer der dünischen Zeitschrift„Nordisk“ berichtet: Eine Frau, die seit vielen Jahren in einer glücklichen Fhe gelebt hatte, wurde in ihrem 44. Lebensjahr plötzlich nervös und schließlich fast geisteskrank. Gleichzeitig veränderte sich ihr Aussehen, die weiblichen Formen ver⸗ schwanden und wurden maskulin, ein Bart Wuchs. Im Krankenhaus wurde festgestellt, daß ein Geschwür im Unterleib der Patientin die Geschlechtsveräüänderung herbeigeführt hatte. Man nimmt an, daß Geschwüre eine Gleich- gewichtsstörung der Hormone verursachen. Eine Operation, durch die das Geschwür entfernt wurde, gaben der Frau sofort ihr weibliches Aussehen und ihr seelisches Gleichgewicht zu- rückt. Nach zehn Monaten konnte sie das Kran- kenhaus verlassen und nach drei Monaten Wür sle wieder ein normales weibliches Wesen. — „Du hast so etibas Geheimnisvolles..“ Atlanta.„Wie betöre ich Frauen?“ Das ist das ständige Unterrichtsthema auf dem Stundenplan einer vor kurzem in Atlanta gegründeten Aka- demie, die von drei hübschen jungen Damen geleitet und regelmüßig von etwa 35— meistens schüchternen— Junggesellen besucht Wird. Eine Lehrerin gibt Rat, eine Frau möglichst lange im Ungewissen zu lassen. Man solle auch schon mal auf den Kuß verzichten. Das Interesse der Frau an ihrem neugewonnenen Freund Wachse um so mehr. Die Schüler waren ande- re Ansicht.) Mehr leuchtete ihnen der„Lehr- satz“ ein;„Lassen Sie Ihre Freundin immer denken, sie sei ein Rätsel für Ste. Etwa s0:„Du hast s0 etwas Geheimnisvolles, Liebling, etwas, Was ich kaum verstehen kann.“ Einen Fehler hat die Schule nach Auffassung eines trüheren Studenten: Sie lehrt nicht, Was ein Mann tun soll, wenn der Unterricht Aroßhe sützliche Lektion vor: „Wie werde ich die Frauen wieder los?“ Ertolse brachte., Der Student schlug eine zu- Selte 6 SEeu Erste Berꝗ-Eiaoppe: Sieger Burtali Bartali rückt vom 19. auf den 6. Platz/ Robie gestürzt/ Magni Spitzenreiter Die nach der zehnten Etappe der Tour de France noch im Wettbewerb verbliebenen Straßenmatadore gaben sich am Montag in Pau, am Fuße der Py- renäen, der verdienten Ruhe hin. Die Pause galt aber nicht allein der Erholung, sondern der gründ- lichen Ueberholung des Fahrmaterials, denn jetzt werden an Mensch und Maschine erhöhte Anfor- derungen gestellt. 93 Fahrer starteten am Dienstagfrüh in Pau an- gesichts der vor ihnen liegenden Pyrenäen. Baeyens (Belgien), Lambertini Gtalien) und Redolfi(Südost) versuchten zuerst einen Ausreißversuch. Als es jedoch in die Berge ging, waren sie bald eingeholt und von nun an hatten die„Kletterer“ das Wort. Frankreichs Robie war der erste, der den Aubis- que(1709 m) erreichte, doch lagen dicht hinter ihm Kübler, Bobet, Meunier und Ockers, während Bar- tali erst mit 2 Minuten Rückstand den Paß er- reichte. Nach 80 km hatte Robic mehr als 50 Sek. Vorsprung vor dem Gros, das Bartali und Bobet anführten. Der Träger des gelben Trikot, Gauthier, 12f hier bereits 13 Minuten hinter dem Spitzen- ahrer. Beim Aufstieg zum Tourmalet(2114 m) schob sich Piot in den Vordergrund und konnte sich auch mit mehr als zwei Minuten Vorsprung vor den übrigen die Bergprämie holen. Um den zweiten Platz kümpften hier Robie und Bartali. Auch der letzte Paß, der 1480 m hohe Aspin, sah Piot an der Spitze, doch lag hier Bartali nur noch eine Länge hinter ihm. So brachte die Abfahrt die Entscheidung, wobei Robic schwer stürzte, das Rennen jedoch beendete und noch als 14. das Ziel erreichte. In mitreißlender Abfahrt strebten Piot, Bebot, Ockers, Bartali, Geminiani und Magni St. Gaudens zu, während der tapfer fahrende Ruble mit Kübler und Demolder eine zweite Gruppe bil- dete. Im Spurt sicherte sich schließlich Bartali seinen ersten Etappensieg. Der Sieg des Italieners brachte ihn in der Gesamtwertung vom 19. auf den sechsten Platz, während der bisherige Spitzenreiter Gauthier vom ersten auf den zwölften Platz zu- rückfiel. Die Plazierung der Gesamtwertung: Erster Magni Utalien) 73:28,11 Std. Zweiter Kübler(Schweiz) 73:25,42 Std. Dritter Bobet(Frankreich) 73:26,31 Std. Vierter Geminiani Frankreich) 73:26,36 Std. Fünfter Ockkers(Belgien) 78.:26,48. Sechster Bartali talien) 73:27,26 Std. Das Feld ist somit nach der ersten Gebirgsetappe betrüchtlich zusammengedrückt und zwischen den ersten sechs Fahrern liegen nur noch etwas mehr als vier Minuten. In der Mannschaftswertung führt nach der elften Etappe vom Dienstag Italien(220:80,06) vor Frank- reich(220:30, 14), Luxemburg(220:86,36) und Belgzien (220:48,15))5. 4 6 und Bels Alter Sportplatz erwacht zu neuem Leben Großes Handball-Turnier im Siebenmühlental Jeder Heidelberger Spaziergünger kennt im stillen Siebenmühlental den Handschuhsheimer Turner- brunnen. Zu Füßen dieses Brunnens zieht sich eine wild verwachsene Wiese hin und nur wenige wis- sen, daß dieser kleine Platz ein Stück Handschuhs- heimer Sportgeschichte verkörpert. Auf dieser Wiese betrieben die„Löwen von Hendesse“ ihre ersten Ballspiele und seit man auf den Platz am Hellenbach überwechselte, ist es still um dieses kleine Stückchen Erde geworden. In den letzten Wochen ist nun draußen im Sieben- mühlental eine Wendung eingetreten. Die Hand- baller des TSV Handschuhsheim arbeiten schon seit Tagen in freiwilligem Einsatz, um den Platz für das Handballspiel wieder brauchbar zu machen. Bis zum 1. Sonntag des neuen Spieljahres sind die Arbeiten abgeschlossen und am 65., 6. und 7. August wird zum erstenmal nach vielen Jahren der Leder- ball wieder im Blickpunkt des Geschehens stehe Zu diesem Zeitpunkt veranstaltet die Handball' abteilung des TSV Handschuhsheim ein verbands- offenes Turnier nach Hallenart. Zu dieser Veran- staltung sind schon zahlreiche Meldungen aus ganz Baden eingelaufen, so daſ das Turnier einen impo- santen Auftakt für das neue Spieljahr in Heidel- berg bilden dürfte. Vereine, die sich noch nachmelden wollen, können dies bei Georg Klemm, Heidelberg, Friedensstraſle tun. Teilnahmeberechtigt sind alle Mannschaften wie Schüler, Jugend, Senioren und Alte Herren naus sämtlichen Spielklassen. Eberbacher Handballgesellschaft vor 25jährigem Vereins-Jubiläum Die Jahreshauptversammluns der HGH 1926 im Jubiläumsjahr war zusleich'edie erste nach Wieder- gründung und befaßte sich neben den Neuwahlen sowie 5 Satzungsgenehmigung durch die Mit- glieder in der Haupisache— wie sollte es auch anders sein— mit dem am 6. August stattfindenden Vereinsjubiläum, bei dem die Begegnung Dietzen- bach— Leutershausen als das Spiel des Jahres bezeichnet wird. Ein günstiger Kassenabschluß, reibunaslose Ab- wicklung der Tagesordnung und ein volles Ver- ständnia der Anwesenden für die sgawere Arbeit der Vorstandmitglieder, ließen die Verammluns in allen Belangen glücklich verlaufen. In lsufenden Sport- und Ge:häftsjahr wurden die bei der Wiedergründug zewüählten Vors“ands- mitslieder fast restlios im Amt bestütigt. Dle Wahlen ergaben— meist einstimmis— folgendes Bild: 1. Vorsitzender: R. Wagner, 2. Vorsitzender: W. Metzger, Schrifttührer: K. Eiermann, Kassen- Wärt: N. Friedrich, Sportwart: Siegtried Oetzel, Jugendwartt W. Sauer, Vereznügungswart: Otto Müller. Der Abteilung Athletik wird wieder G. Kraft vorstehen, während dem tatkräftigen Reinhold Wagner von neuem die Funktionen eines Fach- Wartes für Sommerspiele übertragen wurde. Generalversammlung Kirchheimer Boxer K. Fr. Die 86 Kirchheim, Abteilung Boxen, konnte durch die Wiederwahl alter, bewährter Vorstandsmitslieder den Grundstein legen für ein weiteres erfolgversprechendes Jahr. Ein- stimmig wurden gewählt: 1. Vorsitzender: F. Rimmler, 2. Vorsitzender: H. Buhmann, Kassler: A. Bauer, Schriftführer: G. Schulze, Sportwart und Geräteverwalter: A. Gieser und P. Gottfried, Jugendwart: R. Gierl. der technischen Leitung gehören an: H. Hensstler, R. Rohnacher, E. Lehr, K. Schmidt. W. Ahrens. P. Gieser, W. Herrmann, als Revisoren: F. Glock und H. Bender. Vereins- diener ist W. Kehl. Das Training der Aktiven liegt auch für die kommende Saison in den bewährten Händen von Hans Krüchten. Steinsfurter Damen slegten beil Tischtennis-Pokalmeisterschaft Die diesjährigen Mannschafts-Pokalmeisterschaften der Damen endeten mit einem Sieg der Mannschaft des TC Steinsfurt vor dem Turnverein Sinsheim und dem Td. Hoffenheim. Die Spiele, die dem Vor- jahr gegenüber an Niveau und Hüärte wesentlich zugenommen hatten, zeigten, daß auch die Damen zu kämpfen verstehen, besonders die beiden letzten Doppel Baumann-Wissmann(Sinsheim) gegen Brink- mann-Leonhardt und Schmidt-Bräunling(Sinsheim) gegzen Oeschger-Herbold(Steinsfurt), die erst in den füntten Sätzen die Entscheidung brachten. heim 5:1, Steinsturt-Hotfenheim 3.3 und Sinsheim- lolkenz 1 gastge Turnverein Sins⸗ menden Samstag in einer Siegerfeier besonders würdigen. Hans Zurbriggen tödlich verunglückt Der zur Elite der Schwelzer Skispringer zühlende Saaser Hans Zurbriggen wurde am Wochenende bel einem Autounfall oberhalb Monthey schwer verletzt und verstarb wenige Stunden später im Spital. Der Lenker des Fahrzeuges verfehlte bei der nüchtlich Fahrt eine Kurve, worauf der Wagen über d Straßenbord wurde und fast 100 m weit abstürzte. Zurbriggen kletterte aus dem Wa⸗ gen und wollte sich nach den anderen Wageninsas- sen umsehen. Er rutschte aber auf einer Felsplatte aus und stürzte in einen 30 m tiefer liegenden Bach, wobel er sich die todbringenden Verletzungen holte. In seiner sportlichen Laufbahn feierte der 30jäh- rige Walliser zahlreiche Erfolge. Neben vielen Sie- Tatze des lranzösischen F in Heidelberz Man muß dem Heidelberger Fllmklub danlebar sein, daß er diese Filmwoche zustandegebracht hat, Wührend der allabendlich ein französischer Fllm gezeigt werden soll. Das Programm verspricht einen Querschnitt durch das französische Film- schaffen in seinen wichtigsten Gestaltungen. Am Sonntagmorgen wurde die Veranstaltungs- reihe mit dem berühmten Fllm„La Belle et la Beéte“, gedreht unter der Regie von Jean Coc- te au, eröffnet. Daß gerade dieser Film am An- fang steht, ist bedeutungsvoll, denn qean Cocteaus fümisches Schaffen ist programmatisch für den französischen Flim geworden. In bisher fast un- bekanntem Maß hat er der Fantasie Raum ſe- schaffen, einer Fantasie, die allerdings nichts mit der„Traumfabrik“ gemein hat, weil sle rein künst- lerischen Mabstäben unterworften bleibt und den gewöhnlich als Wirlelichkeit bezelchneten Bezirk des Lebens auf ungeahnte Weise bereichert und belebt. Jean Cocteau, den man als eine Art All- roundkcunstler bezeichnen kann, weil er in fast allen Künsten zuhause ist, hat vor 20 Jahren mit seinem Film„Blut des Dichters“ Aufsehen erregt, „La Belle et la Béte“, 1945 gedreht, hat seinen Na- men weltberühmt gemacht. Der Flim wäandelt ein Müärchenthema nach einer Ulteren Erzählung ab: Ein Ungeheuer lebt einsam in einem verzauberten Wald, halb Mensch und halb Tler. Als Tier ist es blutrünstig und grausam, als Menschen leidet es unter seiner Schuld. Erst die Liebe eines reinen Mädchens erlöst das Tter und verwandelt es in einen Menschen zurück. Die besondere Bedeutung dieses Streifens beruht vor Der Heldelberzer Schrittsteller Frits Nätsoldt, Wohlbekannt durch seine hübschen Jugendbücher und durch seine ständigen Reportagen im Rund- funk, hat bei szeiner Mitarbeit in unserer Zeltung besonderes Pech. Jedesmal, wenn er eine seiner Kurzgeschichten bei uns veröffentlicht oder, wie gestern, den Bericht über das Marionettentheater, spielt ihm der Druckfehlerteufel einen Streich. Es sei darum hier für alle, die es noch nicht wissen, vermerkt, daßb er Nötzoldt(mit kleinem t am Ende) heiſlt. Veit Harlan Will jetzt die Stormnovelle„Aquis Submersus“ verkilmen. In der Hauptrolle: Christina Söderbaum. allem auf der meisterhaften Ausgewogenheit der Sphären des Realen und Irrealen, die sich hier ständig durchkreuzen. Das vollbesetzte Filmtheater bewies, daf das In- teresse am französischen Film groß ist Man darf nach dem interessanten Auftakt mit besonderer Spannung den angekündigten Spiel- und Kultur- filmen entgegensehen, auf die wir in einem Be- richt am Ende der Woche eingehen werden. I8. Edith Bischof auf dem Weg Dle Preisträgerin im nordbadischen Gesantzs⸗ wettbewerb In einem Hauslconzert vor etwa 50 geladenen Güsten stellte sich Edith Bischof, die Preisträ- gerin im Meistersinger-Wettbewerb der GVYA im Frühjahr d. J., erneut mit einem Liedprogramm vor, das zugleich eine Art Abschied bedeutete. Wir dürten stolz darauf sein, daß dlese junge Sünge- Der Gottesdienst, mit dem für die Heidelberger Katholische Studentengemeinde das Sommerseme- ster abschloß, empfing durch die Urauftührung von Gerhard Frommels Messe in E eine be- deutsame Note. Das Werl, für aà capella-Chor ge- schrieben, hinterließ den Eindruck reiten Könnens im Dienst einer menschlich künstlerischen Aus- Satgze, die einen unmittelbaren Zugang zur Sprache des Kultischen gefunden hat. Daß die von From- mel komponierten Abschnitte mit den vom Kna- benchor in reiner Gregorianile gesungenen litur⸗ gischen Tellen der Messe nicht im Kontrast stan- den, sondern mit ihnen eine durchaus selbstver- ständliche Synthese eingingen, spricht überzeugend für ihre innere Substanz. Frommels musikalische Ausdruckmittel sind weder der Tonalität noch der Atonalität in dogmatischer Weise verhaftet. In sei- nem gut klingenden Chorsatz verwendet er sowohl homophone, wie polyphone Mittel. An den Chor der Jesutitenkirche, unter Leitung von Otto Bundschuh, stellte das Werk musikalisch und stimmtechnisch außlerordentlich hohe Anforderungen; gibt es doch einige prekäre Stellen, deren Schwierigkeiten makellos kaum zu vältigen sind. Für die Kirchenmusile bedeutete 1 Die einzelnen Paarungen endeten: Steinsfurt-Sins- H eim bene heim 16616. K wird dle Sererenn am kom- Her Verfasser lenkt in diesem Beitrag die Aufmerksamkeit auf eine von Frank- reich ausgehende Bewegung. An der juristischen Fakultät der Universität Poitiers lehrt der Professor Villey. Mit großer Sorge beobachtet er seit Jahren die Veründerun- gen in der geistigen Haltung seiner Studenten. Zweierlei stellt er dabei fest: einmal das Ver- langen nach einer vernünftigen Ordnung in Eu- der politischen Parteien und Gruppen. Sie stehen nach ihrer Meinung einer konstruktiven Ordnung mehr im Wege als daſff sie eine solche fördern. Der Professor schreibt von seinen Studenten— und damit umschreibt er wohl auch die Hal- tung der jungen deutschen Generation—:„Die meisten leben in einer Atmosphäre hoffnungs- loser Gleichgültigkeit und in einem krassen Pes- sismus gegenüber der Zukunft des Friedens, Frankreichs, Europas und der Welt. Sie lieben den Kommunismus nicht, halten aber sein Ueber- handnehmen— wenigstens auf dem europäischen Festland— für unvermeidlich. Beinahe alle glauben an den nächsten Krieg und sind sich über die Katastrophe, die er mit sich bringt, im klaren, aber sie sehen keine Möglichkeit, ihn zu verhindern. Jedes politische Ideal, jeder Aufruf zu gemeinsamem Handeln löst in ihnen nur eine Bewegung der Abwehr aus: sie fürchten, miß- braucht zu werden. Sie stehen machtlos vor den FEreignissen und sehen keine Möglichkeit, sie zu beeinflussen. Sie sind nicht weniger großherzig als die Generationen vor ihnen, aber ihre Groß- herzigkeit findet im öffentlichen Leben keinen Ansatzpunkt.“ So schrieb Professor Villey Weihnachten 1949 in einem Rundbrief, in dem er seine Freunde aufforderte, trota aller Enttäuschungen einen neuen Anfang zu wagen und sich als„Freiwillige ftür Europa“ zu gemeinsamem Handeln zusam- menzuschließen. Dieser Aufforderung folgte aus allen Teilen Frankreichs spontane Zustimmung. Ein Plan wurde aufgestellt, nach dem die Fähig- sten für die politischen Aufgaben freigemacht werden, während ihre Kameraden die Mittel für ihren Unterhalt aufbringen. Die„Freiwilligen für Europa“ geben Beruf und Studium auf, um zwei Jahre lang„ihre ganze Kraft und ihre ganze Zeit einzusetzen, kein persönliches Ziel, auch nicht das einer Partei, zu verfolgen und die Disziplin zu halten, welche die Schlagkraft der Zeit wieder in ihren Bruf zurück. Professor Villey hat die Forderungen der Be- wegung in folgendem Sechspunkteprogramm zu- sammengefaſßt: 1. Das Symbol des europäischen Bundesstaates ist die europäische Fahne mit dem grünen„E“ auf weißem Grund als Ziel unserer Hoffnung. Unter diesem Zeichen wollen sich die freiwilligen die Vereinigung Europas einsetzen. 2. Der 10. August soll als Jahrestag der ersten ropa, zum andern eine wachsende Ablehnung. Bewegung verlangt“, treten aber nach dieser als Avantgarde der europäischen Bewegung für Mittwoch, 26. Juli 1950 Freiwilliqe fur Europo Sitzung des Europarates in Straßburg zum Euro- pafeiertag erklärt werden. 3. Die Freiwilligen für Europa fordern die voll- ständige Vereinigung der europäischen Armeen. Un Bezug auf Deutschland wird gesagt:„Schlieſh- lich werden wir Deutschland nicht daran hin- dern können, Soldaten zu haben. Die vereinigte europäische Armee ist die einzige Möglichkeit für Europa, das militärische Potential West- deutschlands zu nutzen, ohne wieder eine deut- sche Armee zu schaffen.“ 4. Die vollständige Einbeziehung Westdeutsch- lands in Westeuropa.(„Wenn wir Furopa nicht bald schaffen und Westdeutschland darin einbe- ziehen, dann werden wir Deutschland den Rus- sen in die Arme treiben: gegen Europa“.) 5. Wahl eines europäischen Parlaments, das aus direkten Wahlen der europäischen Länder her- vorgeht und gesetzgebende Gewalt hat. 6. Schaffung einer europhischen Regierung, die diesem Parlament verantwortlich ist und in Fra- gen der Wehrpolitik, der Außen- und Wirt⸗ schaftspolitik entscheidet. Am 17. Februar hat sich im Beisein des Prä- sidenten des Französischen Rates der Europä- ischen Bewegung, Raoul Dautry, die erste Gruppe von Freiwilligen zum Dienst an der europäischen Einheit verpflichtet, im März folgte eine wei⸗ tere Gruppe. Dreizehn Männer und Frauen brachen ihr ab, gaben ihren Beéruf auf, verließen ihre Familien und tauschten dagegen das Risiko eines unsicheren und bewegten Le- bens ohne materielle Sicherheit ein. Die Auswirkung dieses Geistes offenbarte sich dem, der am 15. Mai, dem Feiertag der Jeanne d'Are, durch die Straßen der französischen Städte ging. In Caen 2. B. wehte an diesem Tage auf dem Rathaus, dem Justizpalast, der Präfektur und andern staatlichen Gebäuden die europäische Fahne neben der Trikolore. 1500 Fahnen des neuen Europa wehten über dieser während der Invasion so stark zerstörten Stadt. Aehnliches wird aus Orleans, Le Harve, Lille, Arras, Tours, Nantes und anderen französischen Städten be- richtet. Auch in Lausanne, im Haag und in Brügge flatterten die Fahnen der Freiwilligen für Europa. Ob sie auch in Deutschland aufgezogen wer- den? Das ist die Frage an die deutsche Jugend und an alle, die sich unserer deutschen und euro- päischen Zukunft verpflichtet fühlen. Fahnen sind nur Symbole, aber hinter diesen Fahnen steht ein Wollen, ein Glaube und ein Bekenntnis. Denn, sagt Professor Villey:„Man mul begreifen, daß die Einigung Europas drin- gend ist, man mußß glauben, daß sie möglich ist, man muß sie wollen und seine Person dafür ein- setzen. Wir kennen die Schwierigkeiten des Un- ternehmens. Aber wir werden versuchen, was versucht werden kann, und schlicht und beharr- Uich als selbstlose Diener unsere Pflicht tun, da- mit— wenn Gott will— Europa gerettet werde.“ Reiner Kugler, Weinheim. Fang er 1946 den Schweizer Meisterti 2 Zürbriggen Wär 8 27 an den 8 Mu W. von Planica 1946 und Oberstdorf 1050 beteiligt. Dr. Lange vor Unzicker Irn internationalen Schachturnier, das seit einigen Tagen in Travemünde ausgetragen wird, Übernahm Dr. Lange nach einem glänzenden Sieg über Rell- stab die Führung. Dr. Lange spielte von ihm bevorzugte Königs-Indisch im Anzug und zwang Rellstab nach 35 Zügen zur Aufgabe. Bogoljubow und Unzicker gingen behutsam zu Werke und einigten sich nach mehrfachem Tausch ziemlich frühzeitig auf ein Unentschleden. Dr. Leh- mann wühlte gegen den Schweizer Blau eine selten gesplelte Verteidigung der spanischen Partie und gewann nach kurzem scharfen Kampf im Angrift. Süämisch verlangte gegen Barda Vorteile, vermochte jedoch wegen Zzeitnot nicht zum Gewinn zu verdich- ten und mußte sich mit einem Unentschieden be- rin Heldelbergerin ist und ihrer Lehrerin, Frau Lobstein-Wirz, alle Ehre machte. Es ist aber wenig bekannt geworden, daſl sie selbst in dem sehr schweren Nürnberger Endkampf unter 36 Be- werbern der ganzen US-Zone den 5. Platz belegte. Das gab ihrem Weg die entscheidende Wendung, nümlich zur Bühne hin, den sie nunmehr bewußlt bel Irene Haller weitergehen wird. Und eben an dieser Wende vom Konzert zur Bühne stellte sie sich noch einmal unter der Führung von Frau Luise Lobstein-Wirz der Gestaltungsproble- matik von Arie und Lied: In Gesüngen von Händel, Bach, Schubert, Reger, Brahms und Wagner ließ sie neben der schmiegsamen und sicheren Füh- rung der Stimme, neben dem wendigen Umgans mit der Höhe und dem crescendo etwa in den Gretchenliedern von Schubert einen starken Sinn für die psychologische Nachzeichnung der At- mosphäre erkennen. Sie ist sicher eine der inneren Voraussetzungen für den Bühnenweg; wir möchten wohl wünschen, daß sie niemals um äußerer Dra- maätik willen und handgreiflichen Akzenten zuliebe diesen Blick nach innen verlieren möge. or. Gerhard Frommel: Messe in E Urauſſühruntz in der Jesuitenkirche diese Urauftührung eine wesentliche und bedeut- same Bereicherung. V. Gersdorff. Orgelmusik in Heilig-Geist Der vlierte Abend dieser sommerlichen Reihe sah wiederum Eberhard Popp auf der Orgelbanke, diesmal vor allem in der Auseinandersetzung mit den„Vorlelassikern“ des Orgelspiels, vor allem mit Buxtehude, der von vier Seiten her zu Worte kam: mit einer Magnificat-Versette, sodann mit einer ganz in seinem Sinne aufgewühlten Ciacona, deren ostinato sehr oft merkwürdig hinter den Kontra- punkten versteckt blieb, mit einer Choralpartita Uber„Mit Fried und Freude“ und endlich mit dem berühmten fis-moll-Prüludium, dem der jugend- Uiche Spieler wieder imposanten Farbwechsel in den Einzelteilen der Fuge verlieh. Auch Samuel Scheidts„Cantilena anglica fortunae“ trägt wohl Wesentlich liturgischen Charakter und hätte von hler aus vlelleicht im Sinne der Alten noch ver- deutlicht werden können. Die Kantorei bel Heilig- tzeist endlich, diesmal wesentlich glücklicher hin- ter dem Altar aufgestellt, zeigte sich den erheb- lichen Schwierigkeiten einer östimmigen Schütz- ctzen aut den bekanntesten Schanzen der Schwelz er- in En, 4 e ee Eine 0 d tle Un er. e artie en 5 48865 rochen. Stand nach der 6. Runde: Dr. 4½, Unzicker, Pfeif- kter je vier, Dr. Lehmann 394 und eine Hängepartie, Blau und Bogoljubow je 3½, Kieninger 3 und eine Hängepartie, Barda 3, Rellstab 27 und eine Hän- Henning, Sämisch, Enevoldsen bilden den uß. Wer führt im Leichtathletik-Kampf um deutsche Mannschafts-Meisterschaft? Münner: 1. München 1660 33 9460 P. 4. Kickers stuttgart 31 612 P. 2. VtI. München 33 07// P. 5. RW Koblenz 30 996 P. 3. Eintr. Franktfurt 32 931 P. 6. VtB Stuttgart 30 035 F. Frauen: 1. Klckers Stuttgart16 891 P. 4. Eintr. Franlefurt 2. S8V Wuppertal 16 630 P. 5. Hamburger 8V J. 1. FC Nürnberg 16 364 P. 6. MrV München 16 232 P. 15 766 P. 15 72⁴4 P. Motette„Unser Keiner lebt ihm selber“, ebenfalls unter Eberhard Popps Leitung, ausgezeichnet ge- wachsen. or. Neue Filme in Heidelberg „Geheimagentin Hélene“ Schloßg-Film(4) Dies ist ein Ausstattungsfilm aus der Vorkriegs- produktion von verblüftender Aktualität. Das Thema Spionage und Spionageabwehr wurde hier von Erich Waschneck, einem unserer besten Regisseure, zum Gegenstand der Handlung ge- macht. Er zeigt die Abenteuer einer ebenso bezau- bernden wie raftinierten Frau zwischen Paris und Petersburg. Die unvergessene Renate Müller spielt die Titelrolle, In den Strudel der Filmereig- nisse geraten mit ihr Georg Alexander als Fhe- mann wider Willen, Walter Franck als Chef der russischen Geheimpolizei, Harald Paulsen als polnischer Verschwörer, Paul Otto als russischer Großfürst. Grethe Weiser ist eine vom Pech ver- 12* Ehegattin, die die Lacher auf ihrer Seite . of. Finale Odeon Dleser Musikfilm behandelt das Schicksal eines jungen Pianisten, der, mitten aus einer glanzvollen Laufbahn heraus, als Soldat nach dem Osten muß und durch eine Verwundung die Möglichkeit ver- liert, seinen Beruf später weiter auszuüben. Mit dieser beruflichen Krise verbindet sich eine(nicht Völlis Überzeugende) Ehekrise. Der Stoff ist fesselnd und wird mit wohltuender Zurückthaltung ent- wWickelt. Der Musikk(Walter Gieseking) ist breiter Raum zegönnt, überhaupt hat der Regisseur Ulrich Erturth eine Vorliebe für das breite, aber niemals unangenehme überdehnte Ausspielen einzelner Szenen, in denen Ruhe und Spannung sich harmo- nisch die Waage halten. Feter Schütte, Edith Schneider und Willy Fritsch sind die Hauptdar- steller. Pe Ihr erstes Rendezvous Glorta-Lichtspiele Kein Wunder, daß ein s30 charmanter Backfisch Dantelle Darrieuz) sich nicht mehr wohlfühlt im Waisenhaus und heimliche Sehnsüchte in Lie- besbriefen an einen unbekannten Geliebten— auf eine Zeitungsannonce hin— zu Papier bringt. Aber bis zum ersten Rendezvous gibt es noch allerhand Verwieklungen und erst 3000 Franken Lösegeld können die gestrenge Walsenhausvorsteherin be- günftigen, auf daßß ihr Schützling sich ohne Heim- Uchkeiten in die Arme des Geliebten stürzen kann. —— europischen wie Ceylon, Indien, Pakistan, Uru- Mittwoch, 26. Juli 19530 Vorschau zum 53. Deutschen Aerztetag Eine Bundes-Gesundheitsverwaltung gefordert Vom 24. bis 27. August findet in Bonn de 53. Deutsche Arztetag statt. Dort wird uͤber—5 uns verbliebene höchste Betriebskapital, über die Gesundheit des deutschen Volkes, referiert werden. Von der Vielfalt der dort zu erörtern- ene W. 1— eines der wichtigsten und vordringlichsten herausgegri— sche Gesundheitspolitik. e e In jedem Kulturstaat ist Hygiene in des Wor- tes weitestem Sinn, Kranlcheitsfürsorge und Krankheitsvorsorge Prophylaxe) eine der vor- drinslichsten Staatsaufgaben, die im Bundes- gebiet, wo Millionen in einen schon vorher menschenüberfüllten und nun zerbombten Raum hineingepreſt wurden, einen ganz beson- deren Akzent erhält. Es gilt unser größtes und letztes Kapital, die Gesundheit unseres Volkes zu erhalten und zu fördern. Dazu aber ist eine Weitblickende Gesundheitspolitik erforderlich, die ihrerseits aber ohne zentrale, d. h. einheit- liche Gesundheitsverwaltung undenkbar ist. Es geht hier nicht in erster Linie um unsere reformbedürftigen Sozial- und Wohlfahrtsein- richtungen, es geht hier nicht um die Frrichtung eines Invaliden- und Rentnerstaates, sondern es gilt durch geeignete Maßnahmen die Gesundheit und Arbeitskraft unseres Volkes zu erhalten und zu bessern, vorzeitige Kranlcheit und In- Validität auf ein Mindestmaß herabzusetzen. Die Gesundheitspflege ist in Deutschland schon von jeher durch eine unheilvolle Zer- splitterung innerhalb unserer Zentralbehörden gekennzeichnet und in verschiedene Referate des Innen-, Post-, Arbeits- und Verkehrsmini- steriums zerrissen gewesen. Gesundheitspolitik in des Wortes wahrstem Sinne ist in Deutsch- land noch nie getrieben worden. Es erscheint dies unverständlich in einem Lande mit einer hervorragenden äratlichen Tradition und einer ehemals klassischen Sozial- und Wohlfahrts- pflege. Seit Virchow und Grotjahn haben die besten Köpfe der Arzteschaft immer wieder die Forderung nach einer zentralen Gesundheits- verwaltung und einer dem Allgemeinwohl die- nenden Gesundheitspolitilk erhoben. In der Tat, es besteht kein zwingender und objektiver Grund, daß die unfruchtbare Zersplitterung der Gesundheitspflege weiterbestehen und ein 80 immens wichtiges Gebiet in der allgemeinen Verwaltung ein Aschenbrödeldasein auch in Zu- kunft führen soll. Im Jahre 1918 schuf Sowietrußland das erste Gesundheitsministerium. Schon im Jahre 1922 — also schon vier Jahre später— waren es be- reits 30 Länder, die die Wichtigkeit einer sol- chen Zentralbehörde erkennend ein Gesund- heitsministerlum errichtet hatten. Heute haben weltaus die meisten Staaten und zwar niocht nur die großgen historischen, sondern auch die klei- neren neugegründeten europhischen und auher- guay,—*— um nur 8889 23 der außereufophischen zu nennen— Ein eide⸗ nes Gesundhheltsministertum. Die neuesten En. . 01 260 in der Woelteemann its⸗ organisation(WGO) die Gesundheitsplege der darin vertretenen Völker als Bestandteil und Aufgabe der Weltpolitile angesehen wird. Dar- über hinaus ist die gelbe, braune und schwarze Rasse im Begriftfe, in gesundheitspolitischer Ak- tivität der weißen Rasse den Rang abzulaufen und dies in klarer Erltenntnis, daß ihre aktive Gesundheitspolitikk für die Zukuntft ihrer Völlkcer von entscheidender und schicksalhafter Bedeu- tung ist. Auch wir können an unseren staatlichen Wie- deraufbau nicht herangehen mit überlebten und unhaltbaren Vorstellungen Über die Bedeutung, dle eine zielbewußte und aktive Gesundheits- politik für ein Volk und seine Wirtschaft hat. Sozial- und Wohlfahrtspflege ist Flickarbeit SCHAAFTTIERI. runα ESNTIENGN 28. Fortsetzung „Wovon sprechen Sie?“ „Von dem Bild, das ich von Ihnen malen möchte“, sagte er.„Natürlich Oel, sonst kommen die Farben nicht heraus. Die Farben sind wich- tig, aber bei Ihnen muſl man vorsichtig sein: zu starke Töne könnten vergröbern. Vor allem nicht in großer Tollette wie tzestern abend, sondern s0 wie jetzt— in Weiß und Blau. En- zianblau, die Farbe Ihrer Augen— in die könnte man sich versehen. Aber das wissen Sie natür- lich. Der helle Goldton der Haut— zum Ver- rücktwerden für einen Maler!“ „Lasseny Ste“ Sagte sie,„es wird ja doch nicht dazu kommen.“ Er machte ein enttäuschtes Gesicht.„Dart ich Sie nicht malen?“ „Ach“, sagte sle,„es ginge doch nicht..“ „Ich glaube“, sagte er behutsam und vorsich- tig,„ult mnen kann man nicht reden, ohne zuviel zu sagen. Verstehen Sie mich recht: ich möchte nümlich auf keinen Fall indiskret sein.“ „Das ist nett von Ihnen“, sagte sie.„Aber bel Innen würde ich es nicht als Indislcretion emp- finden. Gestern abend sagten Ste, manchmal könnte man das Leben vergessen. Was meinten Sie damit? Ich habe darüber nachgedacht.. „Kind“, sagte er väterlich,„tun Sie nicht 8o, Sie haben es doch genau verstanden, Oder täusche leh mich? Schen Sie, schon muß ich in- diskret sein. Stie machen nümlich, so jung Sie sind, den Eindrucle eines Menschen, der— ich möchte sagen— auf einem Praht spazlerengeht, ohne Boden unter den Füßen. Das ist ein Schwieriges Experiment. Ich habe Sie schon mehrtach gesehen und immer ein bilßfchen be- obachtet, Sie wollen das bitte entschuldigen, als Maler hat man wohl indiskrete Auben, man sche— soweit von Gesundheitspolitik unter den Grun sleht tlefer als die Haut.“ und nur ein Teil der Gesundheitspflege. Ge- sundheits politik bedeutet das noch lange nicht. Ja, wir stehen in der Bundesrepublik sogar in einer großen Gefahr, daſf auf gesund- heitspflegerischem Gebiet länderweise eigene Wege gegangen werden und somit entscheidende gesundheitspflegerische und gesundheitspoliti- heutigen Verhältnissen die Rede sein kann— Masßnahmen nicht zur Durchführung gebracht werden können oder aber durch Uneinheitlich- keit verwässert an Wirkungskraft verlieren. Uneinheitlichkeit in der Gesundheitspflege und Krankenüberwachung bedeutet besonders bei Infektionskranlcheiten eine ernste Gefahr. Kranlcheiten lassen sich nicht länderweise be- grenzen.— Bedenken wir weiterhin, daß durch eine straffe Gesundheitspolitik mit Hilfe moder- ner ärztlicher Wissenschaft und Technile drei Seuchen, getzen die kein Mensch auf der Welt ümmun ist: Malaria, Tuberkulose und Ge- gchilechtskranlcheiten praktisch ausgerottet wer- den könnten, 80 besteht alle Veranlassung, diese Politikk gerade für unser Vollé mit allem Nach- druck und allen Mitteln zu fordern. Noch heute erkrankt jeder 8. Deutsche an Tuberkulose. Welch ein Segen würe allein die Ausrottung dieser einen Seuche für die Menschen, welch eine Ersparnis bedeutete dies für den Staat!— Vorbeugen ist besser und wirtschaftlicher als Heilen! Die Heilkunde hat in den letzten zwei Jahrzehnten gewaltige, ja ungeahnte Verfeine- rungen und Fortschritte gebracht. Sie ist aber gerade dadurch komplizierter und wesentlich teurer geworden. Infolgedessen sind die finan- ziellen Belastungen für den Versicherungsträger enorm gestiegen. Durch Vorbeugung und ge- sundheitliche Uberwachung jedoch läßt sich die Morbiditätsziffer gerade bei chronischen Er- krankungen wesentlich herabsetzen, die Ar- beitskraft erhalten und vorzeitige Invalidität auf ein Mindestmaß reduzieren. Prophylaxe ist besser für den Patienten und wirtschaftlicher für den Versicherungsträger! Beweise hierfür sind alltäglich greifbar und ließen sich tausend- kach anführen.— Viele, viele gesundheitspoli- tische Probleme müssen hier unerwühnt blei- ben, ich denke dabei nur an das Krebsproblem. Jeder 6. Mensch hat l[t. Statistikk die Aussicht, eines Tages an Krebs zu erkranken. Krebs- prophylaxe ist bisher nur bei rufskrebsfor- men möglich. In der Lebensmittèlchemie sind krebserzeugende(cancerogene) Noxen beltannt, ein gesetzliches Verbot für die Verwendung dieser Stoffe in der Lebensmittelindustrie ist in Gegensatz zu anderen Lündern noch nicht wirle⸗ sam. Hler zelgt sich, wie sehr unsere Gesund- heitspolitilt hinkend und vernachlässigt ist. Was wir brauchen und was die deutsche Arzteschaft als Anwaltin der Vollesgesundheit in Bonn pflichtbewußt zu fordern hat, ist: Schattung einer Bundesgesundheitsverwaltung znlt Ebner berutenen Füächtratt an der. 4— itze Veran 17 ˖ Fu des Zaut Gesuridhelt irn. t. Aus dem Aufgabengebiet der Buns“ desgesundheitsverwaltung sei nui kurz als vor- dringlich genannt: Schaftung und Vereinheit- lichung einer zielbewußten Gesundheitspolitik, Erwelterung und Verbesserung der Seuchen- und Infektionsgesetze(Tbe.-Gesetz, Gesetz zum Schutz vor Geschlechtskranlcheiten usw.), Schaf- tung eines Krebsschutzgesetzes, Schaffung eines Gesundheitsschutzgesetzes der arbeitenden Be- völkerung(Werkarztgesetz), Ausbau und Erwei- terung der Kranlcheitsprophylaxe auf das ganze Volke, Regelung und Verteilung diagnostisch- therapeutischer Institute(2. B. Röntgeninstitute) auf das ganze Land, um Lücken zu schlteßen und Wirtschaftlichlceit derselben zu sichern, Neuregelung, Vereinheitlichung und Uber- Wachung der Ausbildung des ärztlichen Nach- „Und gzestern abend, meinen Sie, sei ſch ein- mal von meinem Drahtseil heruntertgestiegen?“ tragte sie. „Wenn Sle 80 wollen, ja.“ Wlena schwieg und schaute aufs Meer hinaus. Sie hatte eines der kurzen, harten Gräser ge- ptlückt und zerrieb es zwischen hren Fingern, es duftete starle und betäubend. Die Sonne brannte. Kleine, eilige Wellen kclatschten rhyth- misch gegen die Felsen. „Kind, Kind, Sie sind ein kleines Rätsel“, suagte Denagan.„Ich will mich beilelbe nicht in Ihre Dinse mischen, das liegt mir völlig ſern, Aber. Mit einem Ruche drehte Elena ihm den Kopf zu.„Wendt hat Ihnen von mir erzählt, nicht Wahr? Sie Können es mir ruhig sagen.“ „Er hat mir nur gesagt, was alle Leute wis- sen, und wozu ich nicht erst Wendt aus Buda- pest gebraucht hütte“, sagte er betont. „Nun, und— Sie glauben es?“ „Was ist daran zu glauben oder nicht zu glau- ben?“ riet er.„Man sleht natürlich nur die üußere Fassade, den Schein. Inwieweit der mit den inneren Motiven Übereinstimmt, kann ich selbstverstündlich nicht entschelden.“ „Es stimmt“, sagte sie,„Was die Leute sich erzühlen, ist alles richtig. Und trotzdem lst 666%%„ „Nicht richtixg und nicht die Wahrhelt, 80 meinen Sie doch? Das habe ich mir gedacht. Das Leben spielt sich leider immer auf unserem Buchtel ab, das iat nun mal nicht anders.“ „Was halten 8ie von Silvio Oreda?“ fragte Elena plötzlich. „Aber, Kind!“ rief er entrüüstet.„Sie sind mit mren Fragen ja viel indiskcreter als ich. Ich werde mich hüten, Ihnen daraut eine Antwort zu geben!“ Sie lächelte. Es geflel ihr, daßß er sie mit Kind“ anredete, es tat auf eine sonderbar hel- matliche Welse Wohl. Er hätte a auch gut ihr Vater tzein können. Das Gefühl menschlicher Würme, die von ihm ausstrahlte, verstärlete sich im Goesprüch. „Sie Können es mir ruhig sagen, trotz allem“, Vorsichtiger 4 Seite 7 Euport, nicht Arbeitsbeschofiung. belebie die Konjunktur In ihrem Junibericht vertritt die Bank deutscher Länder die Auffassung, daß das im Frühjahr ein- Arbeitsbeschaffunssprogramm 1 dem tatsächlichen Rückgang der Arbeitslosig- keit nicht die entscheidende Rolle ge- spielt habe. Es sel nicht gelungen, die einzelnen Mahnahmen zu der beabsichtigten massierten Wir- kung zu bringen., 80 würden sie sich über einen größleren Zeirtaum erstrecken, was insofern nütz- lich sei, als sie nach dem starken Konjunktur- anstieg zu einer stetigen Entwiekluns beitragen könnten. Bemerkenswert sei, daß die Aufwürts- bewegung durch einen anhaltenden Stillstan d der Verbrauchsgütererzeutunt trotz Zunahme der Einzelhandelsumsätze und zum Teil auch der Auftragseingänge beeinträchtigt wurde. Diese Erscheinung sei darauf zurückzuführen, daß die gestiegene Nachfrage in beträchtlichem Um- fange aus den Lagern befriedigt wurde, und zwar entweder aus Mangel an Betriebskapital oder aus Beurteilung der Preisentwicklung. Diese der konjunkturellen Aufwärtsbewegung ent⸗ gegengerichtete Schwingung des Lagerzyklus be- deute ebenfalls eine gewisse Konjunkturreserve, da bei anhaltender Zunahme der Umsätze die Lager — und die Produktion gesteigert werden musse. Die Konjunktur sel, abgesehen von der salson- Beim Handel ist der Zucker nicht In einer Zuschritt an die Redaktion unserer Zel- tung nimmt die Kreisgruppe Heidelberg des Verbandes des Sortimentsgroßhandels in Württem- berg-Baden Stellung gegen Verlautbarungen in der Tagespresse, vor allem auf Grund der Ausführun- gen des Landwirtschaftsministers Stooß vor dem Württ.-badischen Landtag sowie des Bundesmini- sters Prof. Niklas, daß bis zum 1. Oktober 193 000 t Zucker eingeführt würden, wodurch in der Be- völkerung der falsche Eindruck entstanden sei, ols ob der Groſl. und Einzelhandel von den Zucker- fabriken laufend beliefert würde. Dies sel nicht der Fall. Am 25. 7., habe die Süddeutsche Zucher AG. mitgetellt, daß sie allein aus technischen Gründen nicht in der Lage sei, dem Groſhandel den noch rückständigen Zucker— insgesamt 2500 t — auszuliefern. Die Zuckerfabriken lieferten also nicht einmal die Menge des Vormonats, geschweilge denn ein Mehr für den Einmachbedarf. Nach den letzten Meldungen solle der Großhandel erst in den nüchsten Fagen von den Zuckerfabrilcen be- nachrichtigt werden, welche Mengen er für den Monat August erhalten könne. Von dem in der Presse erwühnten tschechischen Zucker gelangen in Württembergz/ Baden nur ganz geringfügige Men- gen zur Verteiluns. Es sei also nicht 60, daß der Zucker gehamstert oder nicht richtig verteilt würde. Die Knappheit gerade in der Einmachzeit sei nur infolge Minder- belteferung durch die Zuckertabriken entstanden. Erhard für Interzonenhandel gegen Stahlembargo Auf einer Pressekonferenz in Berlin sagte Bun- des-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Ludwig Erhard u. àa., die Bundesrepublikk sel grundsätzlich bereit, das Frankfurter Interzonenhandels-Abkommen bis zum 30. September zu verlängern. Nach diesem Zeltpunkt zolle ein neues Abllommen getroffen werden. Es herrsche Klarhit darüber, daf die Litetersperre für Eisen und Stahl bei einem befriedigenden Ausgang der gegenwärtigen VonefeggenLeſed Terde. Sekließsnd. trich der Mintster dli⸗ rẽ Uebanl 0 Jugoslawien sel bereits Fühlung mit anderen Ost- staaten über Handelsbeziehungen aufgenommen worden. Erhard wies jedoch nachdrücklich dar- aut hin daß die Bundesregierung eine Ver- mittlerrolle der Sowietzonenrepu⸗ blik zu den Ostländern àa blehne. wuchses. Daßß sich die Arzteschaft in Bonn ihrer Sendung und Berufung bewußt ist, hat sie in der Fachpresse bereits hinlänglich geoffenbart, daß Regierung und Parteien sich dieser dring- lichen Forderung nicht weiter ablehnend oder interesselos verhalten, steht zu erwarten, denn das Kriterium für die Lebensberechtigung einer Neglerung ist das, was sie für ein Volk tut. Dr, med. P. Gersch, Mannheim auch Oreda nicht. Ich möchte es nur eben gern Wissen.“ „Also tgut“, meinte er,„aber elnes will ich Ihnen sagen: Anständig ist es nicht von Ihnen,, mir s0 zweischneidige Fragen zu stellen. Sie hütten mir das ersparen Können.“ Sein Ton war richtig empört. Ich kann es Ihnen lelder nicht ersparen, ver- zelhen Siel“ „Was ich von Oreda halte, wollen Sie wissen? Nun, er ist das, was die Welt gemeinhin einen interessanten Mann nennt. Ein Mann mit einem doppelten Boden, sozusagen. Er würe fähig, im selben Augenblick eine großherzige Tat und elne kalte Schurkerei zu begehen; die Rechte weils nicht, was die Linlcke tut. Ein Willens- mensch ohne viel Slerupel und ein Gefühls- mensch zugleich. Es gibt solche schillernde Typen. Sie sind geführlich, besonders für Frauen: uaut die üben sie eine starke Wirkung aus. „Hm“, machte Flena nachdenlclich,„und Sie tlauben nicht, daß eine Frau es fertig bringen kKönnte, einen solchen Menschen zu.. zu..“ gie stockte. „Zu retten, wollen Sie sagen?“ Denatguan schaute sie mit großen, mitleidigen Augen an. „Ach“, sagte er,„das alte Lied—: Wo ein ge- tallener Engel ist, da ist ein zwelter nicht welt, der ihn zu retten sucht. Glauben Sle mir eins: es gelingt sehr selten. Sind 81 denn ein sol- cher Ungel, Kind? Haben Sie Wirlelich soviel Kraft in Ihren Hünden?“ Er machte eine Pause und kuhr dann kort:„Ihr Frauen seid doch wun- derbare Wesen. Das Opter liegt euch von alters her im Blut. Ich Kannte eine, die ist daran ver- blutet. Sie gab alles her, Was zie hatte, und— noch mehr als das. Eines Tages aber hatte sle sich ausgegeben, sie besaſl einfach nichts mehr“ „Und?“ tragte Tlena gespannt.„Und— Was tat sle dann?“ „Wollen Sie es WIrlelich wWissen?“ tragte er. „Ste, lut zugrundegegangen, well sle am Ende War. „Und— der Mann?“ sagte s1e,„Ich nehme nichts übel und tage 68 „Ursparen Sie mir das, Kind. Er lebt Übrigens müßigen Erholung, in der Hauptsache eine Exö“ portkonjunktur gewesen. Wenn die Aus- kuhr von etwa 400 Mill. DM im Monatsdurchschnitt des 4. Quartals 1949 auf rd. 600 Mill. DM im Mai 1950 gewachsen sei, s0 betrage die Erhöhung der Jahresrate etwa 2,4 Mrd. DM. Infolge des neuer“⸗ lichen Aufschwunges der amerikani⸗ schen Konjunktur und der weitreichenden Rückwirkungen des Korea-Konfliktes werde die Aufnahmefähigkeit der Weltmarkte zweifellos steigen. Hier habe Westdeutschland er- höhte Aussichten. Auf Jahresrate umge- rechnet betrage die Ausfuhr 2. Zt. etwa 1.7 Mrd. Dollar oder 7, 1 Mrd. DM. Sie beschäftige damit direkt über 600 000 Arbeitskräfte. Wenn es möglich wäre, gestützt auf eine Weltkonjunktur. bis 1952 das EXöPOrtziel von 2,6 bis 3 Mrd. Dol- lar oder 12-13 Mrd. DM zu erreichen, 60 würde die Beschäftigung hierdurch unmittelbar um 3-400 600 und über die von ihr ausgehende Sekun- dürbeschäftigung nochmals um einige hunderttau- send Kräfte wachsen. Andererseits macht die BdL darauf aufmerksam, daßb im Falle der Stagnation der Ausfuhr infolge der Westdeutschland innerhalb der Europäl- schen Zahlungsunion zur Verfügung ste- henden niedrigen Kreditlinien zu befürchten wäre, daß seine Debetsalden in wachsendem Maße mit Gold oder frei konvertiblen Währungen abgedeckt werden müßten. Sie sieht daher in der Bildung einer angemesgsenen Devisenreserve ange- sichts der Eingliederung in ein sich allmählich ent- wiekkelndes System frei konvertibler Währungen schon jetzt ein wichtiges Ziel. Um seine Erreichung sicherzustellen, dürtte mit der zusätzlichen Nach- krage vom Weltmarkt her nicht eine übermäßige Nachfragesteigerung vom Binnenmarkt her in Kon- kurrenz treten. Deshalb scheine unter den gegen- würtigen Entwielklungstendenzen der Konjunktur eine geldpolitische Zurückhaltung am Platze, zumal, in fast allen Ländern eine gewisse Nervosität die Ausgabenneigung der Verbraucher habe steigen lassen. Mannheimer Schlachtviehmarkt 0 ver Schlachtviehmarkt verzeichnete àm 24. Juli fuür Großvieh einen verringerten, dagegen für Külber, Schweine und Schafe einen vergrößerten Auftrieb. Dieser betrug:(Zittern der Vorwoche) Grofvien 335 (402), Kälber 322(296), Schweine 16586(1509) und Schate 190(116). Preise je ½ kg Lebendgewicht: Ochsen A&XR Jung 66—689, 4 756—63, B 66—73, Bullen AA jung 84-—90, A 76—63, B 66—73, Kühe AA jung 76—61, A 67/—75, B 60 bis 66, C 51—569, D bis 46, Färsen AA 92—96, A 64—01. B 73—93, Kälber A 106—116, B 92—102, C 72—62, 9 650 bis 60, Schweine A 130—137, B 1 136—139, B II 136 bis 140, C 136—140, D 130—134, Sauen G 1 125—130, 8 If 120—126, Schafe 35—60. Marktverlauf: Großvien mittel, Kllber, gute Qualität, mittel, geringere vernachlls⸗ sigt, für Schweine größerer Ueberstand. vνꝗ Mannhelmer Froduktenbörse Am Brotgetreidemarkt beschrünkt die verworrene Lage in der Preisgestaltung noch immer die Umsatz- tätigkeit. In Aussicht stehit eine Zutellung aus der nordrhein-westfälischen Reserve einer Partie Hart-⸗ welzen von 390 t für Hartwelzengries für Württem- berg-Baden. Inlündischer Futterhafer ist nicht arn Markt, getordert wird für verftüsbaren Inlandshafer bis zu DM 28.— per 100 kg frei Mannheim. Für Marokko-Tunis-Hafer wurden DNM 26.— eif Karis- ruhe erzielt. Am Gerstenmariet ist neue Wintergerste aut einer Preisbasis von ca. DM 26.— ab Erzeuger- statlon und rheinische Winterserste zu BM 27.— bis 27.50 tranko Mannheim umgesetzt worden. Marokko- Futtergerste ist nicht mehr angeboten. Bei Brau- gerste ist die Preisgestaltung noch ungewiß. Für Raps wurden bisher DM 66.— franko Müflle gezahlt. Am, Mehhnarkt⸗ ast unveründert starke Nachfrage unterstric ster d e. Berfü den., aut den amtltctt festgesetaten Getreidepreisen r Bundesrepublik, den Osthandel zu erweitern. Neben dem Handelsabkommen mit kalkülterten Mehlpreisen. Die, Nachtrage nachi 7 geniehl ist stetig und Kanm befslenlgt“ 2 Futtermitteimarkt sind die Mühlennachproduke fest. Bei Kleie iat eine Preissteigerung im Hinblide auf die höheren Weltmarktpreise festzustellen. In Weizen- tuttermehl, das zu DM 14.— bis 14.50, und Weizen⸗ nachmehl, das zu DM 19.50 bis. 20.— offeriert wird, lietzen gzeringe Angebote vor. Mit Trockenschnitzeln sind die süddeutschen Zuckerfabriken zu DM 14.80 und mit Melasseschnitzel zu DM 14.— am Markt. Mais wird am frelen Markt stark gesucht. Biertreber wurde zu DM 20.— trei Mannnheim und Malzkeime zu DM 16.50—19.— ohne Sack angeboten. Soyaschrot und Erdnußkuchen sind stark gesucht. Für Palm- kernschrot August-September-Lieferung werden DBNML 25.50 und kür Kokosschrot lose, ab Fabrik, DM 26.50 verlangt. Das Mischfuttergeschäftt ist bei gleich- bleibenden Preisen ruhig. Am Rauffuttermarkt ist Wiesenheu besser gefragt, die Umsktze sind z6gernd. Für Wiesenheu dose) Werden DM 3.50 je 50 leg und ktür, Luzerneheu DM 4.— bis 4.60 verlangt. Am Kar- tottelmarlet sind die Preise schwanicend und belau- ten sich für rheinhesstsch-pfälzische und vereinzelt bayerische Ware auf DM 6.50 frei Mannheim. vWAd- heute noch.“ Denagan schwleg, er w geworden. 83825 „Gesetzt den Fall, es bliebe eine Wahl?“ tragte sie. 87 „Das gibt es nicht!“ rief er aus.„Es gibt im- mer eine Wahl und einen Ausweg. Den Men⸗ schen müßten Sie mir erst noch zeigen, der nicht die Wahl hätte zwischen zwei Entschei“ dungen!“ „Vlelleicht haben Sie dlesen Menschen vor sich“, sagte Elena,„vielleicht gibt es doch Lagen, aus denen es kein Entrinnen gibt.“ Er schaute zweifelnd zu ihr hinüber, sein Blick forschte. Er antwortete nicht. Statt des- sen erhob er sich auf einmal, ergriff sein Skiz- zenbuch und die herumgestreuten Blätter und sagte in veründertem, leichten Ton:„So, und nun werden wir erst einmal etwas essen gehen. Dartf ich Sie bitten, mein Gast zu sein, nach- dem wir auf diese Weise Freundschaft geschlos- sen haben. Oder sind sie nicht frel?“ „Doch“, sagte sie,„ich gehe gern mit Ihnen.“ „Gut, also gehen wir zu Morondin“, meinte er.„Kennen Sie es? Kleines, unscheinbares Re- staurant, aber exqulsit, ganz exqulsit. In diesem dottvollen Lande hat man ja im Grunde nichts underes zu tun, als gut zu essen. Ich jedenfalls brintze es in dieser Kunst zu erstaunlichen Re- ultaten. Wenn meine Malerel damit eintger- hielte— ich würe ein gemachter ann.“ Wührend sie langsam zurückschlenderten, plauderte Denagan weiter,„Ich komme jeden Sommer her, und immer habe ich noch nicht herausgebracht, ob man bei Morondin besser spelst oder bei Salplère. Ist das nicht schreck⸗ lich. Morondin macht einen vollendeten Salat, Salplère dagegen eine Suppe, bel der einem die Augen übergehen, von den Langusten ganz z2u schweigen, Dafür sind die gebratenen Hühnchen bel Morondin wiederum zarter und knuspriger. Das fanze Problem wäre Ubrigens einkach z2u lösen—: Morondin ist ein Mann, Salpière eine Frau. Man müßte die beiden Kurzerhand ver- kuppeln, dann hätte man das Paradies auf Erden. Eine grandiose Idee, nicht wahr?“ * Fortsetzung kolgt.) Beite 8 Gebüude-Vorerhebung in Heidelberg Vom Statistischen Amt der Stadtve uns folsender Hinwels zu⸗ adtverwaltung ging „Durch ein Bundesgesetz, das vom Bundesta am 23. Juni 1950 verabschiedet wurde, ist für— 13. 9. 50 eine Volles- und Berufszählung angeordnet worden. Mit ihr ist u. a, eine Gebäudezäh⸗- lung verbunden, bei der neben Zahl, Art und Verwendunsszweck der Gebäude auch die Woh- nungsmieten erfragt werden. In Gemeinden oder Gemeindeteilen mit starit zerstörten oder unüber- sichtlichen Gebieten, in denen die tristgemäße Austeilung und Einholung der Gebäudelisten dem Zühler unmittelbar vor dem Zühlungsstichtage Schwierigkeiten bereiten, sollen nach 6 2 des Bun- desgesetzes Gebäudevorerhebungen durch- geführt werden. Diese Vorerhebung ist in zahl- reichen Städten der Bundesrepublik notwendig. Auch die Sstadt Heidelberg ist gezwungen, die Vorerhebung für diejenigen Gebäude vorzu⸗ nehmen, in denen der Hausbesitzer oder sein Be- vollmächtigter nicht wohnhaft ist und hat hierzu bereits die Gebäudelisten an die Grundstückseigen- tümer und Inhaber von Gebäuden ausgegeben. Zur Ausfüllung der Listen ist jeder Grundstückseigen- tümer oder Inhaber eines Gebäudes nach 5 5 des Bundesgesetzes verpflichtet. Eine Verweigerung der Ausfüllung kann nach 5 14 des Gesetzes bestraft werden. Es liegt darum im eigenen Interesse eine jeden Grundstückseigentümers und Gebüudein- habers wie im Interesse der Stadt, die Listen voll- stündig und wahrheitsgemäß auszufüllen.“ Schulentlassungsfeier im Engl. Institut Mit einer stimmungsvollen Feier entließ das Englische Institut am vorletzten Freitag in der Aula der Lehrerbildungsanstalt seine diesjährigen Abi- turienten. Zu Beginn begrüßte der Klassenlehrer der Oberprima, Studiendirektor Castor, die zahl- reichen Gäste. Der Abiturient Walter Mann, der den Scheflelpreis erhielt, behandelte in einer fein- sinnigen Rede das Thema:„Wir jungen Menschen im Zeitalter der Technik“. Der Klassensprecher der Oberprima dankte hierauf im Namen der Abi- turienten den Lehrern dafür, daß sie nicht nur Wissensstofl vermittelt, sondern auch für die charakterliche Erziehung ihrer Schüler sesorgt hätten. Abschließend kennzeichnete der Schulleiter, Studienrat Meinhold, die Situation der heuti- gen Jugend. Die früher voreilige und begeiste- 1ungsfähige Jugend sei durch die mannigfachen Enttüuschungen unserer Zeit kritisch geworden. Eine gesunde Kritik sei nur zu begrüßen, doch berze eine Uebersteigerung des kritischen Ver- standes die Gefahren des Hochmuts und der Re- signatlion in sich. Die Jugend möge daher bei aller Kkritischen Haltung nie vergessen, daß große Gedanken aus dem Herzen kümen und bedeutende Leistungen Ehrfurcht beanspruchten. Wir brauchen eine junge Generation, die wieder hofft. Um dieses Ziel zu eérreichen, müsse der Staat nichts unver- sucht lassen und die Jugend als verantwortungs- bewußten Helfer zu gewinnen trachten. Die Feier wurde durch Instrumentalmusile von G. F. Händel sowie durch Chöre umrahmt, die nach Worten von Matthias Claudius und Eduard Mörike von Musiklehrer G. Wilke vertont und von den Schülern klangschön dargeboten wurden. Mittwoch, 26. Juli 1950 Beim Hausfrauen-Verband in der Einkochzeit Wenn es gilt, bei irgend welcher Arbeit der Frauenwelt Erleichterungen zu schaffen, so ist der Hausfrauenverband auf dem Plan. Am letzten Mittwoch war in die Vorführräume der Stadtwerke eingeladen, um vereinfachtes Einkochen kennen zu lernen. Kostproben bewiesen, daß das Entsaiten mit dem„Saftborn“ tatsächlich das Viel- fache an Zucker erspart, zumal die Rückstände noch eine gute Marmelade ergeben. Auch die Her- stellung von Gelees auf kaltem und schnellem Weg wirkte bestechend. Das Haltbarmachen von Obst und Gemüse wurde nach einem jetzt auf- kommenden Verfahren gezeigt: das Sterilisieren im Gasbackofen und Elektroherd. Frau Wels erläuterte eingehend, worauf es an- kommt. Es ist nichts Besonderes und nicht schwer. Nur wissen muß ä man es, insbesondere, wenn die Gummiringe dabei geschont werden. Kuchenproben zeigten die vorzügliche Eignung der Gaggenauer Herde für Backwerke. Danksatgung Für die vielen Beweise herzlichster Tellnahme und die überaus zahlreichen Kranz- und Blumenspenden beim Heimgange unserer lieben, guten Mutter und Oma sagen wir allen unseren auf- richtigsten und wüärmsten Dank. Ganz besonders möchten wir Herrn Pfarrer Steger für seine trostreichen Worte und dem evangl. Kirchenchor für seinen erhebenden Grabgesang danken. Mit stillem Dankesgrufßt Geschwister Freitag nebst allen Angehörigen possenhelm, den 24. Jull 1080 Statt Karten! Sterbefälle 256. Juli 1930 Schwebler Maria, 65 Jahr Römerstraße 69. Lort mit dem lüstigen Bruchband! BRUCUHUTI0oENSos tragen die seit Jahren ver. besserte UWA- Bandagse Welche, bewesliche Pe- lotten-ohne lästig Stanl- bügel- kostenl. Prospekt: täügl,auch sonnt 2 eprech. Rud. 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