Erschelnt tüguch außer bonn- undk W Bezugspreis monatti DM 10 zuzügt UM 9. Trägerſohn FPostbeziehel monatlieh OM 2.90 (einschl. Zeitunssgebünr) zuzüglich Zustell⸗ ßebunr.— Anzéeisenpreis: 1 spaltig- 46 mm breit DM o,40 per min nach Preisliste Nr. 3. 67. Jahrgans des Heidelberter Takeblatta Tageblalt Verlag: Carl Ptefter Verlag u. Heldelberger Gutenberg-Druckerei G. m. b. H., Heidelberg. Verlag und Redaktion: Brunnengasse 16—24, Tel. 20 3½⅜38. Herausgeber: Dr. Otto Plefter, Winelm Reichenbach, Dr. Rudolf K. Gold- schmit-Jentner. Postscheck Karlsruhe 44 64. Ohefredakteur: Dr. Karl Silex U NABIHINGOIGTHEIDELIBEIRCOHI2EITUN6 Nr. 247/ 2. Jahrgang Die fünſtie Kolonne heißt inllotion Minnesota Star Zwischen Kommunismus und Inflation läuft der Engpaß, durch den nicht nur für Amerika der Weg zur Fyeiheit führt. Es war eine der ein- drucksvollsten Reden, die Präsident Truman jemals gehalten hat, als er am Kaminfeuer zum amerikanischen Volk über die Notwendigkeit sprach, alle Anstrengungen zu verdoppeln, hö- here Steuern zu zahlen und die Inflation zu ver- meiden. Was hat es für einen Sinn, wenn die Nominal- löhne steigen und wenn der größere Papierinhalt der Lohntüte nicht ausreicht, um beim Krümer die gleiche Menge zu kaufen, wie in der Vor- Woche, als die Löhine noch niedriger wuren? Wenn ein größerer Teil der Produktion für die Sicherung des Friedens abgezweigt wird, wenn also mehr„strategische Güter“ ais Verbrauchs- güter produziert werden, dann steht eben für den Verbrauch weniger zur Verfügung. Wenn gleichzeitig mehr Arbeiter als bisher be- schäftigt werden, dann steigt die gesamte Lohn- summe, ohne daß die Gütersumme steigt, die dafür gekauft werden kann. Wenn dann noch die Nominallöhne erhöht wer⸗ den, müssen die Preise klettern und die Inflation ist unvermeidlich. Durch eine Lohnsteigerung kann sich also höchstens die eine Volksgruppe àuf Kosten einer anderen vorübergehende Vorteile verschaffen, also etwa die Bauarbeiter auf Kosten der Sozial- rentner. Diese Ueberlegung gilt für die deutsche Volks- Wirtschaft in noch höherem Maße als für die alrnerikanische. Denn bei uns ist jeder dritte Mensch ein Sozialrentner. Die Witwen und Wai- sen können nicht streiken. Es kommt hinzu, daſ steigende Preise uns die Exportchancen verder- ben müssen, die es uns sonst gestatten, hundert- tausende von Arbeitslosen wieder zu beschäfti- gen. Nech nie war Solidarität nötiger, die in der Rückesicht des einen auf den andern zum Wohle aller besteht. Graf Schwerin Berater des Bundeskanzlers in Sicherheitsfragen Bonn. Der ehemalige General Graf Schwe⸗ rin steht, wie das Bundespresse- und Informa- tionsamt am Dienstag bekanntgab,„nach Bedarf dem Bundeskanzler zur Beratung in technischen Fragen der Sicherheit zur Verfügung“, Gratf Schwerin ist seit einigen Wochen mit der Arbeit an den Problemen beéeauftragt, die sich auf die Versorgung der ehemaligen Wehrmachtsangehö- rigen beziehen. Adenauer verhandelte in Düsseldorf Bonn. Bundeskanzler Dr. Adenäuer führte am Dienstagvormittag Besprechungen mit CDU- Politikern in Düsseldorf. in Bonner politischen Kreisen wird angenommen, daß die Verhandlun- gen mit den Koalitionsbesprechungen in Nord- rhein-Westfalen stehen. An der Dienstagsitzung des Bundeskabinetts in Bonn hatte der Bundes- kanzler nicht teilgenommen. Staatsbegräbnls für Smuts. Der südafrilcanlsche Ministerpräsident Malan hat ein Staatsbegräbnis kür den verstorbenen Oppositionstührer Feld- marschall Smuts angeordnet. Bundesgesundheltsrat. Dle Bundesreglerung beschloſß am Dlenstag, einen Bundesgesundheits- rat zu bilden, der ihm mit Fachausküntften be⸗ ratend zur Seite stehen soll. Mittwoch, den 18. September 1950 Grohße Rüstungsdebatte im Unterhaus Attiee Uber die deutsche Beteiligung London. Zur deutschen Sicherheitsfrage er- klürte Premierminister Attlee am Dienstag im Unterhaus, die Frage der etwaigen Beteiligung Deutschlands an der Verteidigung Europas könne nach britischer Ansicht im Rahmen einer gemelnsamen Verteidigung des Westens erörtert wWerden. Das Problem sei sehr verwickelt und milsse sorgfältig beraten werden, Zum Sicher- heitsmemorandum Dr. Adenauers sagte Att⸗ lee, die Bundesrepublikk sei immer in Gefahr, dall sich von Kommunisten hervorgerufene Un- ruhen ereignen.„sie braucht darum eine Schutzkraft, die im Notfall schnell handeln kann. Vorgesehen ist eine Polizeil, eine Mo- bilgarde unter geeigneter demokratischer Kon- trolle, nicht aber der Embryd einer Armee.“ Der Premierminister sprach vor dem bis auf den letaten Platz besetzten Unterhaus, das zu einer Sondersitzung über den Rüstungsplan zu- Churchill fordert die Europe-Armee sammengetreten war. Er habe volles Vertrauen, daß die Aggression in Korea eingedäümmt und jenen, die etwa mit dem Gedanken einer Aggres- sion spielen, eine heilsame Lektion erteilt Werden wird. Attlee teilte mit, daß Großbritan- nien eine weitere Division in die Bundesrepublik verlegen wird. Die bereits dort stationierten zwei Divisionen würden auf Effektivstärke gebracht Werden. Großbritannien würde dann Streitkräfte in Deutschland haben, die um einiges über drei gut ausgebildeten Divisionen liegen. Attlee fuhr fort:„Keine Propaganda kann die Tatsache ändern, daß der Angriff auf Südkorea nackte Aggression war.“ Das Hinnehmen einer Aggréssion in einem Teil der Welt hat Befürch- tungen geweckt, Wwas etwa anderswo noch ge- schehen könnte.„Dies bedeutet nicht, daß wir glauben, ein Weltkrieg stehe unmittelbar bevor, und ganz gewiß glauben wir nicht, daß er un- vermeidlich ist.“ Trotzdem müsse jeder prak- Fortsetzung auf Seite 2) Außenminister-Konferenz hat begonnen Vorrang der Verteidigungsfragen New Vork. Die Konferenz der Auflenminl⸗ ster der USA, Grofibritannlens und Frankreichs begann am Dienstagnachmittag im New-Vorker Waldorf-Astorla-Hotel mit Fragen der westeuro- bälschien Verteidigung unter Einschluß des Bel- trags, den die Bundesrepublik dazu leisten soll, als ersten Punkt der Tagesordnung. Dean Acheson, Ernest Bevin und Robert Sohuman trafen sich in dem scharf bewachten Sitszungsaimmer im 37. Stockhwerk des Hotels um 15.00 Uhr(Ortszeit 20.00 deutscher Zeit). Wie ein amerikanischer Sprecher bekkanintgab, einisten sich die Auflenminister kurz vor dem offizlellen Beginn der Bératungen in internen Besprechungen darauf, die Tagesordnung s0 ab- zuündern, daß der Verteidigungskomplex bereits in der ersten Sitzung am Dienstag erörtert wer⸗ den kann. Das berühmte Hotel Das berühmte New-Vorker Hotel steht im Banne der Konferenz, von der der zukünftige Kurs der Politik des Westen abhängen wird. Die drei Delegationen sind inzwischen Vollzählig an- gekommen. Die Amerikaner nehmen das 7. Stock werke ein, die Franzosen das 22., die Briten das 23. Die Konferenzräume liegen im 37, Stockwerk. Die ursprüngliche Einrichtung ist entfernt wor- den. An ihrer Stelle sind von Washington Maha- goni-Möbel gebracht worden, die dem Charakter der Konferenz besser als die Hotelgarnitur ent- sprechen. Am Dienstagnachmittag herrschte noch eine gewisse Unruhe und Planlokgkeit in den Räu- men, wo sich die Delegierten einrichten und wo die Konferenzsitzungen stattfinden sollen. Ner- vöse Pressekorrespondenten arbeiten sich durch endlose Flure hindurch und versuchen von den Pressechefs der Delegationen informationen 2u erhalten, die dieseſselbst noch nicht haben. Franttösische Nervoslität Am Vormittag unterhielt sich Acheson mit Schuman in dessen Räumen. Anschliegend war eine Unterredung Achesons mit Bevin anberaumt. Die Anwesenheit der drei Hohen Kommissare Mecloy, Kirkpatrick und Francois-Poncet wird in politischen Kreisen als ein Anzeichen dafür ausgelegt, welche wichtige Rolle die Deutschland- fragen unter den Konferenzthemen spielen sollen. Französische Kreise glauben, daf Auflenminl- ster Acheson einen Bericht mitgebracht hat, der die Aufstellung von 10 deutschen Divislonen be⸗ trekten soll. Die französische Delegation soll We- gen dieses Berichts einige Nervositüt zelgen. Um den Mißtrauensontrag qegen Schäffer Adenauer forderte Rückziehung des Antrags der Bayernpartei Bonn. Bundeslcanzler Dr. Adenauer hat das Präsidium des Bundestages in einem Schreiben darauf aufmerksam gemacht, daß der Antrag der Bayernpartei auf Entlassung des Bundesfinanz- ministers Fritz Schäffer nach seiner Meinung vertassungsrechtlich nicht zulässig sei. Das Srundgesetz sehe nur die Möglichkeit eines kon- struktiven Mißtrauens gegen den Bundeskanzler vor. Dr. Adenauer bittet daher die Bayernpartel zu veranlassen, ihren Antrag zurückzuziehen und den Antrag gleichzeitig von der Mittwochsit- zung des Bundestages abzusetzen. Das Bundestagspräsidium, das gegenwürtig von Professor Carlo Schmid(SPD) geleitet wird, hat die Fraktionen von diesem Schreiben Dr. Adenauers unterrichtet und in einem Anschrel- ben gleichzeitig darauf hingewiesen, daſß durch die seinerzeitige Abstimmung über den SPD-An- trag, aut Entlassung des Bundeswirtschaftsmüni- sters im Bundestag, ein Präzedenzfall geschaffen worden sei. Der Aeltestenrat des Bundestags wird am Dienstagabend über den Antrag der Bayernpartei entscheiden. In parlamentarischen Kreisen der Reglerungs- Parteien wird darauf hingewiesen, daß der ge- genwürtige Zeitpunkt nicht geeignet sei, unter- schiedliche Auffiassungen über die Finanzpolitik innerhalb der Koalitionsparteſen möglicherweise — Ursache einer Kabinettskrise werden z2u assen. MHeũecte Naclicicliten in LUu,jʒj!,ʒ Die„Rauooka“ für England. Auf Grund von Mangelerfahrungen in Belgien und Groſßhbritan- nien wollen die Westmächte jetzt standardisierte leichte Panzerabwehrwaffen einführen, wurde in London bekanntgegeben, Darunter beflindet sich die unter dem Namen„Bazooka“ bekanntgewor- dene amerikanische Panzervernichtungswaffe. Land ohne Arbeltslosigkeit. In der Schwelz AHibt es praktisch keine Arbeitslosigleit. Die außerordentlich niedrige Zahl von 3000 Erwerbs⸗ losen hat sich im August noch um 430 verringert. Die Zahl der offtenen Stellen ist auf 4500 ange- stiegen. Belgien entlägt kommuntstische Staatsbeamte. Die belgische Reglerung hat beschlossen, alle Staatsbeamten und-Angestellten zu entlassen, die durch Zugehöriglkeit oder sonst öffentlich die Tüätigleeit„revolutionärer oder antinationaler Gruppen“ unterstützen. Pholien nannte dabei be- sonders die Kommunisten. Uerrascht üÜber Eingritft der Hohen Kommis⸗ slon. Der württembergisch-badische Ministerrat befäſhte sich mit dem Einspruch der alliierten Hohen Kommission gegen das Landtagswahl⸗ lesetz. Wie in einem Konumunique mitgetellt Wird, ist die Landesreglerung„in hohem Mafle Überrascht von der Tatsache, daß noch ein der- artiger Eingritt in die Befugnisse der gesetz- gebenden Organe des Landes erfolgt ist, der un- ter den heutigen Verhältnissen nicht erwartet werden konnte“. Keine Finanzbeamten beil der Vollkkszäühlung. Bundesminister Schäffer hat die Länderfinanz- minister gebeten, zu verhindern, das Beamte und Angestellte der Finanzbehörden die Volkszäh⸗ lungsbogen bearbeiten. Die gewonnenen Anga- ben würden nur zu statistischen Zwecken benutzt. Sicherheltsrat berlt wieder. Der Sicherheitsrat ist am Dienstagabend wieder zusammengetreten, um Über die angebliche Verletzung des mand- schurischen Luftraumes durch amerikanische Flugzeuge zu beraten. Zu Beginn der Sitzung sich eine langwierige Verfahrens-Dis- Usslon. Eisenbahnfahrpreise sollen gesenkt Werden. Regierungsdirelctor Dr. Gustav Kramer kündigte als Sprecher des bayrischen Verkehrsministe- rlums am Dienstag in München an, daß die fHe- plante Reform der Bundesbahntarite in absch⸗ barer Zeit ertolgen soll. Einzelpreis 15 Pfg. Unsere Meinung Miibestimmunꝗ Uber sieben Milliarden Auf dem britischen Gewerkschaftskongreß wurde der Antrag eingebracht, daß wenigstens ein Drittel der Aufsichtsorgane der sozialisierten Bergwerke, Eisenbahnen und Industrien mit Vertretern der Gewerkschaften besetzt werden soll. In der Begründung hieß es, die Arbeiter seien nicht glücklich in diesen Industrien, da sie nichts zu sagen hätten. Der Vorsitzende der Angestelltengewerkschaften berichtete, daß von 87 leitenden Posten in sozialisierten Betrieben, die 1949 zu bésetzen waren, nur sieben an Ge- Werkschaftler gingen, und setzte hinzu:„Wenn wir nicht in der Lage sind, diese Industrien er- kfolgreich zu verwalten, dann sollten wir sie um Gotteswillen den privaten Unternehmern z⁊zu- rückgeben“. Der Antrag, ein Drittel der Posten durch Gewerkschaftler zu besetzen, wurde ab- gelehnt, ebenso ein weiterer Antrag, der für jeden sozialisierten Industriezweig als höchste Autorität ein Industrieparlament forderte. Die- ser Antrag wurde von der Kongreßleitung als ein Rücktall in den Syndikalismus bezeichnet. Zwar hatten sich für diese Anträge starke Min- derheiten gefunden, aber die Mehrheit entschied, daſß der Leistungsgrad das oberste Prinzip auch bel den sozialisierten Industrien bleiben müsse. Die Spannungen sind durch diese Entscheidung nicht behoben und ein Vertreter der Gewerk-⸗ schaft der noch nicht sozialisierten Chemischen Industrie erklärte, daß an einer solchen Soziali- sierung wie bisher sein Verband kein Interesse hätte, Bei uns gehen die gewerkschaftlichen For- derungen über das hinaus, was in England von der Labourregierung und dem Gewerkschafts- kongreß für tragbar gehalten wird. Das neueste Beispiel betrifft die Selbstverwaltung in der Sozialversicherung wobei für die Krankenkassen und Landesversicherungsanstalten zwei Drittel der Vorstandsposten und der Vertreterversamm- lung für die Arbeitnehmer gefordert wird, wäh⸗ rend der Regierungsentwurf die paritätische Be- Setzung vorsieht, da beide Partner die gleichen Beiträge aufbringen. Es handelt sich hierbei um die Riesensumme von jährlich sieben Milliarden D-Mark(23 Prozent der Grundlöhne). Da die Selbstverwaltungsorgane allein darüber ent- scheiden, wie diese Mittel verwaltet, angelegt oder verausgabt werden sollen, so würde die Verfügung über diese Riesenbeträge, die höher sind als die Hälfte unseres ganzen Bundesetats, einer Interessengruppe überantwortet und jeder Gésamtplanung entzogen werden. Die Kra der Krankenkassenpaläste sollte doch stutzig ma- chen, aber auch der Hungerlohn, den die Kran- kenltassen den Arzten zahlen. Viel zu wenig in⸗ teressiert sich die große Offentlichkeit für diese Dinge und züchtet durch ihre Gleichgültigkeit das Funktionärstum. Sx. Bauern und„Weltmarktpreise“ In der Rückschau auf den Mainzer Bauerntag möchten wir die Rede des Vertreters des fran- zqö8ischen Gouverneurs unterstreichen.„Wir sind nur dazu hier“, so sagte Herr Chauchois,„um bei der Gründung eines gesunden Europas mitzuhel- fen. Ich habe das Gefühl, daß ich Sie alle kenne. Sie haben dieselben Gesichter wie die Leute in unseren Bauernverbänden. Wenn aber die Ge- sichter so gleich sind, werden die Sorgen die- selben sein.“ Mr. Chauchois ging dann auf die Verschiedenheit der Agrarstruktur in Europa und in den großen überseeischen Erzeugungslündern ein. Es sei selbstverständlich, daß unsere Bauern hier in Europa niemals das gleiche Leben führen könnten wie jene drüben. Es handele sich daher heutzutage darum, eine Politik zu treiben, die es unnötig mache, daß„unsere Länder“(Deutsch- land und Franktreich) noch weiter mit„Welt- marktpreisen“ Konkurrieren. Weltmarktpreise seien erstaunlicherweise immer außereuropäische Preise. Es gehe heute darum, zwischen den 2Wei roßzen Blöcken einen dritten Block zu schaffen. Dieser Block heile HEuropa. Ein deutscher Bauernverband sei zu klein; das gleiche gelte für einen französischen. Einzig vernünktig sei ein europäischer Verband. Für alle diejenigen, die die unbebauten Gebiete Frankreichs kennen und Wissen, daß in Frankreich ungefähr die Vierfache Anbauflüche— auf den Kopf der Bevölkerung berechnet— zur Verfügung steht wie in Deutsch- land und daß Frankreich schon heute ein Weizen- exportland geworden ist, haben diese Gedanken etwas Bestechendes und wir hoffen, daß die Ver- einbarungen von Saltsjöbaden, die mit 80 Viel Schwung Ende Juni von den tranzösischen und deutschen Bauernverbünden in Schweden ge- startet worden sind, bei den kommenden Be- sprechungen Ende September in Stralzburg mit aller Kraft gefördert werden. Wenn auf den wel- ten brachliegenden Flächen Frankreichs Weizen Wüchist, und wenn die Franzosen den Deutschen eilnmal ihre Ueberschüsse gegen Industriepro- dulcte lietern werden, dann wird ein gutes Stücke europäischer Zusammenarbeit zustande gekom- men gsein. Von der Montanunlon zur Welnenunlon Solche Erwartungen sind kelneswegs aus der Luft gegritten. Denn fast unter Ausschluß der Weltöttentlichkeit hat sich inzwischen die Agra· Seite 2 risierung Frankreichs vollzogen, 2u dér'üriter der deutschen Besetzung die Grundlagen gelegt wur⸗ den. Schon für 1950 hat Frankreich beli der Mar- shallplanverwaltung einen Weizenüberschuſ von drei Millionen Tonnen angekündigt und erwartet kür 1952 noch höhere Erträge für den Export, Das könnte nichts weniger bedeuten, ais dah Europa“ seinen gesamten Brotgetreidebedarf aus Europa selbst decken kann, wenn 1953 das Weltweizen- abkommen abläuft. In Frankreich, bisher einem landwirtschaftlichen Zuschufigebiet, hat sich seit 1941 ein Strukturwandel vollzogen, der geradezu danach schreit, auf die Montanunion die Weizen- union kolgen zu lassen, Pann braucht Frankreich landwirtschaftliche Maschinen und Träketoren nicht mehr in Arnerika zu kaufen, sondern kann sie bei uns beziehen. Noch im letzten Jahr im- portierte Frankreich, vor allem aus USA, 12 000 Traktoren und 16 000 Tonnen landwirtschaftliche Maschinen aller Art. 8 el. Große Rüstungsde batte im Unterhous Fortsetzung von Seite 1) tische Schritt getan werden, der zur Vermeidung eines Krieges möglich ist, sagte Attlee weiter. Die Maßnahmen, um deren Billigung die Regie- Tung das Parlament ersuchte, würden allein ge- troklen, um einen weiteren Krieg zu ver- hindern und dem Vormarsch der Aggression bereits in einem frühen Stadium entgegenzu- treten. Attlee sagte:„Opfer, die jetzt gebracht werden, können größere Opfer in der Zukunft dene aber Opfer müssen gebracht wer- en. In einzelnen gab Attlee zu dem béabsichtigten Rüstungs-Programm folgendes békannt: Heer: Es werde möglich sein, die vier reguläreri Divi- sionen, die außerhalb Großbritanniens stationiert sind, auf volle Stärke zu bringen. Im nüchsten Jahr werde ein Strom vollausgebildeter Soldaten in die Territorialarmee fliéßen. Großbritannien würde dann das Aquivalent von zwölf Divisio“ nen der Territorialarmee haben, Diese würden nach einer kurzen Zeit der Formätionsausbil- dung nach ihrer Mobjilisierung einsatzbereit sein. Bei einer Mobilisierung würden etwa zehn regu- läre Divisionen und z2wölt Territorialdivisionen Verfügbar sein. Marine: das Hauptergebnis der neuen Pläne werde ein beträchtliches zusätzliches Programm an Neukonstruktionen, Modernisierungen und Umbauten sein. Luftstreitkräfte: Die Luftstreit- kräfte hätten Aufträge für Düsenjäger und für erhöhte Produktion des zweimotorigen Can- berra-Düsenbombers vergeben. Dieser Bomber würde in einem Feldzug in Westeuropa große Bedeutung haben. In der Debatte gab Attlee bekannt, daß die Umstellung auf Rüstungsproduktion Einschrän- kungen für den Inlandsverbrauch an Privatkraft- fahrzeugen, Rundtunk- und Fernsehgeräten und anderen technischen Erzeugnissen mit sich brin- en werde., In ähnlicher Weise würden Einschrän- tungen der Textilindustrie, der chemischen Indu- strie und im Baugewerbe notwendig werden. Not- falls werde die Retzierung die Zuteilung wich⸗ tiger Rohstoffé kontrollierens. In der nach der Attleerede folgenden Debatte verlangte der Oppositionsführer Winston Chur⸗ chill die Schaffung einer europäischen Armee in Stärke von sechzig bis siebzig Divisionen, von denen zehn Divisionen aus Deutschen beste- hen sollen. Er sagte:„Wir miüissen so schnell wie möglich eine europäische Armee in Stärke von minde- stens 60 bis 70 Divisionen aufstellen, um in Eu- ropa eine Front zu errichten und die verhängnis- volle Lücke in der Verteidigung Westeuropas vor einem kommunistischen Durchstoß an den Ozean zu schließen,. Wenn eine soiche Armee an ünse- rer schutzlosen Ostfront eirigesetzt werden kann, so wird die größte Gefahr für einen Weltkrieg in den nächsten drei oder vier Jahren erheblich vermindert sein.“ Churchill betonte, daß die Aufstellung der Huropa-Armee schnell erfolgen alliierte Einspruch wird als ein Präzedenzfall an- mrem Elnspruch wWill die Oberkommission es für ten. Diese Aeußerungen erfolgten in einem Zwie- storisch sei das Berufsbeamtentum Träger des Völkeèerung gegen die Willkürakte der Fürsten ge- schaffen Worden sei. Die Historiker werden mit dieser These allerdings nicht ganz einverstan- wWartung und Sorge entgegen. Man erwartet von müsse—„falls man uns überhaupt die Zeit läßt.“ Zwei Geheininisse Ein Geburtstagsbrief an Paul Fechter Paul Fechter, der am 14. Sept. seinen 70. Geburtstag feiert, ist auch hierzulande kein Unhekannter, obwohl er seine journalistische Tätigkeit als langjähriger Feuilletontedakteur der„Deutschen Allsemelnen Zeitung“ und Mit⸗ herausgeber der„Deutschen Zukunft“ nur in den deutschen Metropolen, in Berlin und Leip- zig, gusgeübt hat, Sein Schauspiel„Zaube- rer Gottes“ wurde im Vorjahre auch in Heldelberg auftzeführt und seine Romane „Die Kletterstange“,„Ruck im Fahrstuhl““ und „Die Fahrt nach der, Ahnfrau“ haben das 100ste Tausend alle längst überschritten. Am Weitésten mächten ihn aber die beiden Memol- renbände„Menschen und zeiten“ und „An der Wendeée der Zeit“ bekannt, die „best-seller“ des Jahres 1949. Wir ehren inn durch einen Geburtstagsbriet, der zwei Ge- heimnisse eines großßen Journalisten ausplau- dert. Lieber Paul Fechter! Wenn Sie am 14. September Ihren 70. Geburts- tag feiern, werden in den Zeitungen Viele Arti- kel erschienen: Paul Fechter als Feuilletonist, als Theaterkritiker, als Literarhistoriker, als Romanschriftsteller, oder was die Zeitgenossen sonst noch an Ihnen schätzen. Meist werden es Kollegen vom Feuilleton sein, die zur Feder greiten, um Ihren Mentor zu felern oder auch mit ihm zu fechten. Als einer, der„unter dem Strich“ nur Seitensprünge macht, da sich seine journalistische Lautbahn über dem Strich ab- splelen muſite, möchte ich aber nicht fehlen und gerade zu Ihrem Geburtstag wieder ein- mal unter dem Strich die Kritik der Kollegen herauskordern, deren Fach es ist, über unserer Bildung zu wachen. Denn Sie, lieber Fechter, sind für die Selten- sprünge dieses Kollegen von der Politik in das Feuilleton verantwortlich, Vor dreißig Jahren Zur Suspendierung des Berufsbeamte, Staat und Bürger Die Suspendierung des württembergisch-ba- dischen Landtagswahlgesetzes durch die Hohe Kommission hat Diskussionen ausgelöst, die über die Landesgrenzen hinaus Bedeutung haben. Der gesehen, der bei der bevorstehenden Gesetz- gebung in Bonn eine Rolle spielen wird. Es handelt sich um die Frage der politischen Betä- tigung von Beamten und damit um den Begriff des Beamtentums überhaupt. bei dem zwischen der amerikanischen und der deutschen Auffas- sung ein beträchtlicher Gegensatz besteht Mit Beamte faktisch unmöglich machen, Abgeordnete u Werden. Der Stuttgarter Landtagspräsident Keil hat erklärt, daß die Verfügung psycholo- gisch und politisch den Deutschen„nicht zumut- bar“ sei. Damit ist das Problem zu einer Frage der geschichtlichen Tradition geworden. Der amerikanische Landeskommissar Groß möchte mit dieser Tradition endgültig aufräumen und begründet die Beschränkung der Tätigkeit des Beamten in der Politik mit dem Machttrieb, den die kleine Gruppe des Beamtentums in Deutschland immer noch habe. Er vollzieht die Gleichung zwischen Berufsbeamtentum und Ohrigkeitsstaat und zählt beide zu den totali- tären Restbeständen, die beseitigt werden müß- gspräch mit dem Staatspräsidenten von Süd- Württemnberg Gebhard Müller in der Evangeli- schen Akademie Bad Boll. Dr. Müller vertrat den entgegengesetzten Standpunkt und warnte davor, Verwaltungsauffassungen von einem Land in ein anderes zu übertragen. Er sah nun gerade im Berufsbeamtentum einen Hemmschuh gegen die totalitäre Radikalisierung, wie sie sich Uriter dem Nationalsozialismus gezeigt habe. Hi- Rechtsstaatsgedankens, da es als Schutz der Be- den sein. Der Beamte ist auch Bürger Das europäische Berufsbeamtentum entstand als Folge der absoluten Macht der Territorial- herren, von der auch die metaphysische Staats- verehrung stammt, die so kennzeichnend für die deutsche politische Mentalität ist. Es wäre aber Landtogswahlgesetzes falsch, das Berufsbeamtentum mit dieser Staats- metaphysik zu identiflzieren. Wie auch Alfred Weber, der stärksste Gegner der Bürokratisie- rung, betont hat, stecken im Berufsbeamtentum Qualitäten, auf die die deutsche Innenpolitik bei ihrer Armut an Persönlichkeiten nicht verzich- ten kann, und Bundespräsident Heuss hat auf der ersten deutschen Bürgerrechtstagung in Frank⸗ turt sicher nicht das gesamte Beamtentum ge- meint, als er erklärte:„Wenn der gesunde Men- schenverstand eine Chance hat, dann hat die Bü- rokratiè eine Schlacht verloren“. Er sieht in der Erweckung eines echten Bürgergefühls die ent- Bundestaq debattiert Mittwoch, den 13. September 1950 scheidende Voraussetzung unseres innerpoliti- schen Neuaufbaus und von hier aus muß wohl auch das Problem des Beamtentums gesehen Werden. Wenn in dem Deutschen, wie es die „Vereinigung für Bürgerrechte“ wünscht, ein le- bendiges Würdegefühl gegenüber dem eigenen Staat entsteht, so wird auch die Gefahr des Obrigkeitsstaates von innen her überwunden. Wie der Rechtshistoriker Prof. Mitteis auf der Frankfurter Tagung betonte, ist der Beamte ja schließlich auch zugleich Bürger seines Staates und als solcher zur Wahrung der Bürgerrechte verpflichtet. Hier, wie so oft, kommt es nicht daraut an, eine Institution durch eine andere zu ersetzen und damit das Kind mit dem Bade aus- zuschütten, sondern auf die Aenderung des Men- schen selbst. h. über„Friedensverrot“ Dehler:„Das trojanische Pferd bereits in unserer Mitte“ Bonn. In seiner 63. Sitzung behandelte der Bundestag das Strafrechtsänderungsgesetz. Bun- desjustizminister Thomas Dehler hatte gebe- ten, das Gesetz schnell zu behandeln, Auf einen Zuruf der KPD:„Sie haben es eilig“, antwortete Dr. Dehler:„Ich habe es sehr eilig.“ Das wahre Deutschland Wie Dr. Dehler im einzelnen ausführte, sind die Bestimmungen über den Schutz des Staates gegen Hoch- und Landesverrat auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt und schon jetzt auf eine mögliche übernationale Ordnung zugeschnit- ten. Bestraft wird, wer die Kennzeichen der ehe- maligen NSDAP öffentlich verwendet, Das Ka- binett habe es im Gegensatz zum Bundesrat aber „Wéder für erforderlich noch für zweckmäßig“ gehalten, in ähnlichem Sinne gegen das Zeichen der Farben Schwarz-Weiß-Rot vorzugehen.„Trä- ger politischer Uniformen“ würden aus den Stra- Ben verbannt werden, da Politik mit dem Kopf gemacht werden solle und nicht mit Uniformen. Hetze gegen bestimmte Gruppen oder Konfes- sionen sei ebenfalls unter Strafe gestellt.„Leider schwelen unter der Asche des dritten Reiches da und dort noch Restbestände des Rassenwahns“, sagte Dr. Dehler. Diese Restbestände müßten „unerbittlich ausgetreten werden“, Das Straf- gesetzbuch darf nach den Worten Dr. Dehlers fer- ner keinen Zweifel darüber lassen, daß das wahre Wir brouchen schnellere Schiffe Hamburger Forderungen an New Vork W. D. Hamburg.(Eigener Berichth), In Hamburg und Rremen sieht man dem Tret- fen der Außenminister in New Vork mit Er- ihm die endliche Aufhebung oder mindestens Wesentliche Lockerung der, Beschrünkungen, welche die deutsche Seeschlttant“ inin 3— knebeln und die im Jahr 1950 wie ein unachrbo- nistisches Ueberbleibsel aus längst vergangenen Morgenthau-Zeiten anmuten. Der bis zum 30. Juni 1952 befristete Washingtoner-Abkommen von 1949 begrenzt den deutschen Schiffbau auf Schiffe bis zu 7200 BRT und bis zu 12 Seemeilen Geschwindigkeit. Nur sechs schnellere Spezial- Kühlschiffe werden als Ausnahme für 1950 be- Willigt. Die Größenbegrenzung ist nicht so ent- scheidend, aber die Erfahrung hat gezeigt, daſß die Geschwindigkeitsgrenze eine auch nur einigermaßzen rentable und konkurrenzfähige Linien-Schiffahrt unmöglich macht. Nur eine Tramp-Schiffahrt mit Gelegenheitsfahrten ohne Fahrplan ist mit so langsamen Schiffen möglich. Der Schwerpunkt des deutschen Ueberseehan- dels lag aber stets auf der Linienfahrt. Kein Mensch im Ausland baut noch Ueberseeschiffe unter 12 Seemeilen Geschwindigkeit: von allen 1949 in England gebauten Schiffen fahren 93 V. H. 15 Seemeilen und schneller! Wenn über⸗ haupt noch Begrenzungen, dann sind 16 See- einés Journalisten Zeitung und ich habe mich oft daran erinnert, wWie Sie, ein schon recht berühmter Literat, dem Anfänger, der außer Seekrieg und Studium noch nichts hinter sich hatte, eines Tages sagten: „Werden Sie so vielseitig wie mög- lieh und lassen Sie sich nicht durch die bösen Vorwürfe abschrek- ken, die uns Journalisten gemacht werden, weil wir nicht 80 tief sSelen, wie die Professoren. Dafür sind wir universaler.“ Ja, Sie wagten zu behaupten, daß in einer Zeit der Aufsplitterung des Wissens in zahlloses Fachwissen wWir Journalisten die letzten Hüter der Universalität seien. Denn welcher Gelehrte würde über seinen Fachhorizont noch hinweg- blicken, wenn die Zeitung ihm nicht ab und au einen Stoß versetzel Der junge Nachrichtenredakteur, dem Sie das erzählten, dachte bei sich, der Fechter habe gut reden. Der weiſ eben s0 viel. Die meisten Menschen, die etwas zu sagen hatten seit 1900, kennt er persönlich und vor der Literatur hat er sogar ein technisches Studium absolviert. Das ist eben ein kleiner Leilbniz in Person! In allen diesen Jahren habe ich Sie, lieber Fechter, für den letzten Vertreter jener aus⸗ sterbenden Menschengattung des Universal⸗ Humanisten gehalten und habe bei jeder Gele- genheit Ihre These verfochten, daßb der viel ge- schmühte Journalismus heute die wichtigste Aufgabe von allen hat, die nur er noch er⸗ füllen kann, nämlich Hüter der Untversſtas zu seln. Nicht un Sinne einer philisterlichen All⸗ gemeinbildung, aber in der Kenntnis und in der Wertung des Wesentlichen, auf welehem Gehlet ets äuch sel. leh möchte nicht schlließen, ohne Ihr zweites meilen nach Ansicht deutscher Schlffahrtskreise zum Aufbau einer wirtschaftlich lebensfähigen deutschen Ueberseeschiffahrt nötig. 300 Millionen Dollar sparen Eine wenig verständliche Klausel des Washing- 44101 Abkommens hat diese Beg auf Schifte ausgedehnt, die auf ten tlir ausländische Rechnung atit 00⸗ Der britische Oberkommissar hät Kürzlich Hamburg bestritten, daß Konkurrenzgründe für diese Beschränkungen maßgebend waren, Aber wie man das Sicherheitsargument auf Schiffe anwenden kann, die gleich nach Fertigstellung in ausländische Hand übergehen, scheint unver- ständlich. Man mubß schon mit dem eigenartigen Argument kommen, das Bevin dem Vernehmen nach vorgebracht hat: England brauche für den Kriegsfall einen Stamm geschulter Werftarbei- ter und es könne ihn nicht durchhalten, wenn auft den englischen Wertten Arbeitslosigkeit herrsche. So sieht das„Sicherheitsargument“ im Jahr 1950 aus! Jedenfalls haben, trotz großen Auslandsinteresses, diese Beschränkungen zur Verödung der deutschen Werften geführt. Für Schifle unter 12 Seemeilen besteht ehen im Ausland keinerlei Nachfrage. Aber noch kein Antrag auf Ausnahmegenehmigung wurde vom alliierten Sicherheitsamt genehmigt. Und der Index der Hamburger Industrieproduktion liegt Manuskripteingüänge tausend Uberschritten, konmnte die erste Sichtung nur noch en gros er- folgen. Sie waren immer der Ansicht, daß guter Unterhaltungsstoff nicht langweilig zu sein hraucht und daß der schwierigste Wissensstoff durchaus verständlich sein könne. 8o wurden aus den Manuskripten drei Haufen. Nach dem von Ihnen eingeführen Radikalrezept gingen Sie und Ihre Mitarbeiter an die Sichtung heran, und die erste Frage, die jedes noch 60 gelst- reiche oder wissenskundige Manuskript beant- worten mußte, lautete einfach:„Istes Lese- stoff?“ Paraus entstand ein bescheidenes Häufchen. Was übrig blieb, mußte auf die Frage ant- worten:„Kann das Lesestoffwerden?“ Das wurde ein größerer Haufen, und wenn man Wir erhielten kolgendes Schreibent In Sachen des„badisch-schwäbischen Rundfunk- kriegs“ erlaube ich mir als Prozseßbevollmächtigter des Süddeutschen Rundfunks kfolgende Mitteilung zu machen: Der Süddeutsche Rundfunk hat kein In- teresse daran, generell eine Abstimmung zu unter⸗ hinden. Was zunächst mit den unternommenen ge⸗ richtlichen Schritten erreicht werden sollte, War die Einstellung der Versendung eines Flugblattes, das oftenkundig falsche und unwahre Angaben ent⸗ hält. Wenn die Unteressengemeinschatt der ba⸗ dischen Rundfunkhörer die Versendung eines Flug⸗ blattes mit richtigem Inhalt mit einer Abstimmung verquickt, wird und kann der Süddeutsche Rund- kunle hiergegen nichts unternehmen. Da es aber gegen das allgemeine Rechtsgefühl verstöſßt, wenn eine Institution Flugblätter verbreitet, die nach⸗ Welsbar unrichtigen Inhalt autweisen, habe ich für melnen Maäandanten im Zuge der Inanspruchnahme traten wir uns in der Deutschen Allgemeinen Gcheimnis zu verraten. Als die wöchentlichen von Rechtsschutz gegen den Beschluh des Land- Adniatz er8 Deutschland dort stand, wo die Gegner Hitlers standen. Deshalb würden die politische Lüge und Verächtlichmachung von Widerstand gegen die nationalsozialistische Géwaltherrschaft bestratt. Auf die Situation der Bundesrepublile hinwei- send, sagte Dr. Dehler,„wir brauchen ja nicht in koreanische Fernen zu schwelfen, denn das Böse liegt so nah“. Der Spruch„Hannibal ante portas“ püsse nicht auf die gegenwärtige Situation, da „das trojanische Pferd bereits in unserer Mitte ist“. 4 Der Bundesgustlzminister schlug vor, an dle Spitze des Strafgesetzbuches die Bestimmungen gegen den Friedensverrat zu stellen. Als Dr. Deh- ler die einzelnen Bestimmungen erläuterte und sügte, daß bestraft werden solle, wer das fried- liche Zusammenleben der Völker störe, kam aus der kommunistischen Fraktion der Zuruf: ann gehören Sie ins Zuchthaus“. Die Strafrechts- novelle verbietet nach Dr. Dehler Anwerbungen kür kremden Wehrdienst, ausgenommen Anwer- bungen für zwischenstaatliche Einheiten(Zuruf inks:„Aha— also doch“.) In der Debatte, die auf 120 Minuten festgesetzt wurde, hegrüſßte Paul Bausch den Entwurf für die CDO/ CSU. Starke Bedenken der 8SPpD Starke Bedenken gegen den Gesetzentwurt üuherte Dr. Adolf Arndt(SPD). Die SPD habe den Eindruck, daß die Regierung durch eine Hin- tertür versuchen wolle, manches Ohrigkeitliche Wieder hereinzulassen, was dem Grundgesets widerspricht. Einige Paragraphen hätten eine ge- werkschaftsfeindliche und pressefeindliche Ten- denz. Dr. Arndt warf die Ffase auf:„Was ist planmäßige Irreführung der Mäassen?“ Dies sei ein typischer Bewertungsbegriff. Eine katho- lische Zeitschrift habe zum Beispiel vor den Wah- len geschrieben:„Ihr kämpft für das Eltern- recht“, Nach den Wahlen habe es geheißen, daſß die Stimme für Erhards Wirtschaftspolitik abge- geben worden sei.„War das planmähige Irrefüh- e Herten Dat un G gegen dit Ausführungen Dr. Arndts und verließ unter leh- haften Zwischenrufen der SpD und anhalten- der Unruhe die Regierungsbank. daher um 25 v. H. unter dem der Bundesrepu- blik. Aber für ganz Westdeutschland, nicht für die Seestädte allein, ist ein Wiederaufbau der deutschen Seeschiffahrt von entscheidender wirt- schaftlicher Bedeutung. Rund 15 v. H. der deut- schen Außenhandelsbilanz gehen auf die Ko- sten des Schiffstransports. Eine rund 50pro- zentige Verschifftung auf deutschen Schiffen würde für die Bundesrepublik eine Devisen- ersparnis von etwa 300 Mill. Dollar im Jahr be- deuten. Beweis genug, daß die Schiffahrts- beschränkungen mit dem Geist des Marschall- planes nicht vereinbar sind, erst recht nicht mit dem Geist der Partnerschaft in einer westlichen Gemeinschaft. vvzEEEEE. bedenkt, welche unsägliche Mühe und Arbeit nun erst einsetzte, um die stolzen Autoren zu Überreden, ihre Gedanken lesbar zu Papier àau bringen, dann wird man auch die Erziehungs- urbeit würdigen können, die Paul Fechter àn Generationen von Autoren geleistet hat. Der dritte und größte Haufen ging mit ge- drucktem Anschreiben zurück, womit der Vor- teil der Abschreckung verbunden war. Diese beiden Geheimnisse aus der Werkstatt von Paul Fechter verrate ich heute in dank- barer Erinnerung, um die Fechterschen Rezepte an die neue Journalistengeneration weiterzuse- ben, die schon hinter der Türe wartet. Mit allen guten Wünschen Inr getreuer Karl Silem Nochmals„Badisch-schwäbischer Rundlunkkrietz gerichts Mannheim sofortige Beschwerde eingelegt, über welche nun das Oberlandesgericht Stuttgart, Nebensitz Karlsruhe, zu entscheiden hat. Theo Püschel, Rechtsanwalt Heldelberg und die Gegenseile: Die„Interessengemeinschaft badi⸗ scher Rundftunkhörer EK.V.“ tellt folgendes mit: Die Verteilung unserer Abstimmkarten„Süd- tunk oder Südwesttunk?“ im nordhadischen Gebiet ist leider nur unvollkommen durchgetührt worden. Eine große Anzahl von Reklamatlonen veranlaßht uns, alle Hörer, die noch keine Abstimmungskarte erhalten haben, zu bitten, sich umgehend mit un⸗ gerem Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Dr. FErnst Schwander, Heidelberg, Landtriedstr. 16, in Ver⸗ bindung zu setzen. Eine Abstimmungskarte wird ihnen dann sotfort übersandt werden. rung?“ tragte Arndt. Ehe alles möglich ie 3 eeeeee 4 ͤ— Mittwoch, den 18. September 1950 .· Wi otellen Nuel clen Balinlioſ lin· Gestern morgen II. 30 Uhr haben die Arbeiten 1um neuen Heidelberger Bahnhof begonnen Unter Sirenengeheul und Lokomotiven-Pfeifen etzannen gestern vormittag um 11.30 Unr die Arbeiten für den Bahnhofsneubau im Baggerloch. Mit hohen Fahnenmasten war die Linie ab- gesteckt, auf der sich dle Front unseres neuen Personenbahnhofs erheben wird. An dem feier- lchen und besonders im Augenblick des Arbeits- beginns eindrucksvollen Festakt nahmen neben einer Ministerabordnung der Landesreglerung, schickte, mir so wertvolle Hilfe. Dank aber auch der Heidelberger Presse, der Industrie- und Han- delskammer, dem Verkehrsverein, den Stadt- teilsvereinen und all den anderen Organisatio- nen für ihre verständnisvolle Unterstützung. So möge denn dieses, in so schöner einmütiger Zusammenarbeit von Bundesbahn, Landesregie- rung und Stadt geplante und heute beginnende Werk, getragen von demselben guten allseitigen Die Regierungsbank. Von links nuch rechts: Wirt schaftsminister Dr. Veith., Finanzminister Dr. Kauf- mann, Verkehrsminister Steinmay er, an ihrer Spitze Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier, der Generaldirektor der Deutschen Bun- desbahn, Dr. h. o. Hellberg, die Heidelberger Stadtverwaltung, Abgeordnete und namhafte Vertreter der Behörden, der Wirtschaft und des ötlentlichen Lebens teil. Einige hundert Zu- schauer umsäumten den Platz. Die Fahnen über dem Festplatz knatterten im steiten Westwind, als Oberbürgermeister Dr. Swart vor den zahlreich versammelten Fest- gästen als erster das Wort ergrifl.„Aller guten Dinge sind drei“, sagte Dr. Swart.„Es ist heute das dritte Mal, daß dieser Bau neu angepackit wird: einmal vor dem ersten Weltkrieg, einmal nach dem ersten Weltkrieg und jetzt nach dem zweiten Weltkrieg. Und so dürfen wir— allen Unken zum Trotz— hoffen, daß es diesmal das letzte Mal sein möge.“ Nachdem der Oberbür- germeister die Bemühungen geschildert hatte, die nach sorgfältiger Vorarbeit der Stadtverwal- tung und eigenem Aktenstudium den„Stein“ endlich doch ins Rollen brachten, fuhr er fort: „Ich will Sie nicht mit einer Aufzählung all der zahlreichen Schriftstücke, Besprechungen, Besichtigungen, Planungen, Hoffnungen und Be- fürchtungen der vergangenen Monate langweilen. Es war kein leichter Weg und war viel Arbeit. Freuen wir uns, das hier an einem Beispiel er- hellt, was verständnisvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten in kurzer Zeit zu leisten vermag. trotz aller entgegenstehender, durch unsere Not- zeit bedingten Hindernisse.“ Ein völlig neues Projekt sel von der Bundes- bahn ausgèarbeitet worden und innerhalb eines knappen Jahres in Ausführung genommen. Dank gebühre all denen, die dies durch ihre Arbeit möglich gemacht haben. „Wir dankten auch dem württembergisch-ba⸗ dischen Kabinett, wir danken dem Landtag und dem Herrn Präsidenten des Landesarbeitsamtes kür die Bereitstellung der zum Baubeginn erfor- derlichen Mittel. Ich danke persönlich Herrn Oberrechtsrat Amberger und Herrn Ober- baudirektor Hussong von der Heidelberger Stadtverwaltung, meinen beiden engsten Mit- urbeitern in dieser Angelegenheit, für ihren un- ermüdlichen Arbeitseinsatz und für ihre ge de e 9 8 Uberslohtsbild über dle gestrige Feler zum Berlnun des Rahnhof-Neubaus. Dle Front der Fahnen zeigt die Linle der Fassade des Ministerpräsident Dr. Maler. Arbeitsgeiste fortschreiten und— 60 Gott will— in wenigen Jahren vollendet werden. Mögen all die Hoffnungen, die an diesen Bau geknüpft werden, in Erfüllung gehen: Arbeit und „ Wir stellen Euch den Bahnhof hin.“ Brot für Hunderte, Betriebsverbesserungen für die Bundesbahn, Schnellverbindung mit unserer Nachbarstadt Mannheim, Beseitigung des ver- krampften Straßenverkehrs in der Stadt und verbesserter Bahnanschluß an daß große Fern- verkehrsnetzl“ Danach stand der Generaldirektor der Deut- schen Bundesbahn, Dr. h. c. Hellberg, hin- ter dem Rednerpult. Er gab einen historischen Uberblick über die Entwicklung des Eisenbahn- vVerkehrs im südwestdeutschen Raum und ver- „Aller guien Dinge sind drei: 4 Ein historisches Bild für Heidelbers:: Der erste „Spatenstich“, richtiger „Der erste Baggergrift“ zum Bahnhofsneubau. Zeit des Ereignisses: 12. Sep⸗ tember 1950, 11.30 Uhr. wies dabel auf den jetzigen Heidelberger Bahn- hof, der als einziger Zeuge der Eisenbahn-Ge- schichte in Württemberg-Baden noch erhalten ist. Von den jahrzehntealten Bestrebungen der Bahnhofsverlegung ausgehend, würdigte Dr. Hellberg eingehend die Nachteile, die sich aus der verkehrsunglückclichen Lage des Heidelber- ger Sackbahnhofs ergaben. Den 18. November 1949, an dem sich die Eisenbahndirektion Stutt- gart mit der Stadt Heidelberg über den neuen Durchgangsbahnhof einigte, bezeichnete er als den„geistigen Geburtstag“ des neuen Projekts. Die grundsätzliche Bereitschaft aller beteiligten Stellen zur Durchführung habe die Tagung vom 22. Dezember 1949 ergeben. Durch eine Be- schränkung des früher entworfenen Projekts und damit verbunden eine wesentliche Vermin- derung der Baukosten sei die Verwirklichung in den Bereich des Möglichen gerückt worden. Der Generaldirektor verzeichnete als Ausgangsbasis den Abschluß eines Kreditvertrages für das erste Baujahr in Höhe von 2,5 Mill. DM, die Einigung zwischen Stadt und Bahn über die Heranführung der Straßen und der Straßbahnlinien an den neuen Bahnhof und die Aufstellung eines Ent- wurfes für Gleisanlagen, Empfangsgebäude, Bahnhofsvorplatz, Straßenführung und alle Nebenanlagen. Die Kosten für die Fertigstellung des neuen Personenbahnhofs seien auf 17 Millionen DM gedrückt worden. Dies habe man durch bewußte Beschränkung auf das für Betrieb und Verkehr unbedingt Notwendige erreicht. Ferner werde die Ausnützung der Fortschritte der Signal- technik eine weit höhere Leistung der Betriebs- anlagen ermöglichen. Ein modernes„Gleisbild- stellwerk“ erlaube es, zunächst die Zweigleisig- keit der Personenbahn Heidelberg-Wieblingen in Richtung Mannheim und Frankfurt beizu- hehalten. Das Proſekt sei s0 angelegt, daß trotz der Zweigleisigkeit dieser Strecke der neue Hei- delberger Bahnhof jeder Verkehrssteigerung ge- Waächsen sein werde. „Wenn keine Schwierigkeiten in der weiteren Bereitstellung von Kreditmitteln eintreten, kann in drel Jahren der erste Zug in den neuen Personenbahnhof Heidelberg einfahren“. Auch Ministerpräsident Dr. Reinhold Maler Eing auf die Vorgeschichte der Bahnhofsver- legung ein. Er stellte das Projekt der Heidel- berger Bahnhofsverlegung in den Gesamtplan einer Elektriflzierung der Rheintalstrecke.„Nicht nur Heidelberg wird gewinnen“, sagte er. Das gesamte Siedlungswesen um die Großstädte herum erhalte durch die Elektriflzierung ein neues Gesicht, denn elektrische Züge, die rasther 2***32 neuen Hauptbahnhokes. Seite 3 halten und anfahren, bringen eine fühlbare Be- schleunigung des Personenverkehrs.„Wenn das ganze Werk vollendet ist, werden Nordbaden und Nordwürttemberg neben dem Neckarkanal und der Autobahn durch einen Schienenstrang von seltener Leistungsfähigkeit verbunden sein.“ Es sei vertraglich festgelegt, daß der Elektrifl- zierung der Strecke StuttgartBruchsal die Elektrifizierung der Strecke bis Heidelberg folgen werde. Es sei müßig, sagte der Ministerpräsident, darüber zu rechten, wem das Hauptverdienst an der endlichen Inangriffnahme des Projektes zu- komme, ob der Stadt Heidelberg und ihrem Oberbürgermeister, die den entscheidenden An- stoh gegeben haben, ob der Bundesbahn oder schließlich auch dem Lande Württemberg-Baden, das das Geld bereitstellt. Finanzministér Kauf- mann zitierte— leicht umgewandelt— bei einer launigen Tischrede den„Schwaben Friedrich Schiller“:„Von der Stirne heiß rinnen muß der Schweiß, soll das Werk den Meister loben. Doch der Segen kommt von Schwoben““) Der Mini- sterpräsident schloß:„Positive Arbeit soll auch Weiterhin das Ziel sein, zu welchem wir uns gerade heute, ungestört durch eine Agitations- welle in unserem Land, verpflichten und be- kennen.“ Nachdem Ministerialdireletor Dr. Schiller als persönlicher Vertreter des Bundesverkehrs- VVö ———.— e Amerikanische Ehrengüste— in der Mitte Mr. Neel— betrachten dle„Spatenstich-Feter“ aué Di- stanz vom Hintergrund der Tribüne Aus. ministers gesprochen und dabei betont hatte, dal sich die Bahn nicht darauf beschränken könne, nur eben den alten Zustand Wiederher- zustellen, sondern neue Wege gehen müsse, mel- dete sich als Sprecher der Bauarbeiter ein Mau- rerpolier mit Reimen zu Wort: „Die schänen Reden, hohe Herrn, die hören wir vom Rau 80 Fern. Denn heute wird der Bau begonnen, der schon vor 40 Jahr' ersonnen. Gebt uns das Zelchen zum Beginn, Wir stellen Euch den Rahnhof hin.“ Nun drückte Finanzminister DBr. Kaufma nun auf den Knoptf, der den Baubeginn auslöste. Die Sirenen und die Lokcomotiven ergünsten durch schrilles Pfeifen die Startmusik zum Bahnhofs- neubau, ein Bagger begann zur gléichen Se- kunde mit der Arbeit des Erdaushubs. Der Bahnhofsneubau hatte begonnen. Is War genau 11 Uhr und 30 Minuten am 12. September 1950. Seite 4 Der zweite Transport von Hedwigenkoog In Hedwigenkoog wurde nunmehr der zweite „Rückkehrer-Transport“ zusammengestellt. Er wird voraussichtlich am Donnerstagtrüh um 7.20 Unr in Heidelberg eintreflen. Demnach müssen zunächst noch 61 Mädels in Hedwigenkoog bleiben. Die Namen der Heimreisenden sind: 1. Elke Eichele, Oftersbeim, Beethovenstraße. 2. Herta Breuer, Hauptstraße, 3. und 4. Rosemarie und Christa Behrens, Rottmannstraße. 5. Lotte Backflsch, Waldkatzenbach. 6. Angelika Eitel, Ob. Neckarstraße, 7. Gerlinde Gröning, Neckargemünd. 83. Gudrun Gerst, Vangerowstr. 9. Gerda Hauser, Hauptstraße. 10. Inge Heinz, Gaisbergstraſle. 11. Marlies Helmstätter, Käppelstraße. 12. Charlotte Herzog, Ladenburg. 13. Ursula Hocke, Grahamstr. 14. Sudrun Kamm, Bruno-Fischer-Straße. 15. und 16. Rita und Andrea Kuhr, Soflenstraße. 17. Ma- rianne Mal, Rahmengasse, 18. Rösel Meier, Rohr- bacher Straßßle. 19. Liselotte Nenninger, Hauptstr. 20, Margarete Raab, Neckarhäuserhof, 21. Dielay Rafcock, Dantestraße. 22. Edeltraut Reich, Neue Schloßstraße, 23. Irmgard Seppich, Dreikönigstraße. 24. Hildegard Schaftzyk,. Wiesloch. 29. Hannelore Schmidt, Steubenstraßhe. 26. Irmgard Schmidt, Neue Schloßstraße. 27. Inge Unger, Hch.-Fuchs-Straſße. 26. Marlies Vetter, Hauptstraße, 29. Ursula Weitzel, Zwingenberg. 30. Sigrid- Wündisch, Parkstraſle. Kulturgemeinde Ziegelhausen gegründet Das Erhoffte wurde Tatsache: Die Kulturge- meinde Zlegelhausen lädt zu ihrer Taufe ein. Sie hat sich Mozart als Paten erkoren. In den Straßen Ziegelhausens werben eindrucksvolle Plakate mit dem Ziegelhäuser Wappen, um die Bevölkerung zum Besuch des Mozart-Abends als der ersten Werbeveranstaltung aufzufordern. Auch Prospekte, die auf der Rückseite das Programm bekanntgeben, wurden den einzelnen Familien inzwischen zuge- stellt. Nach den Sympathiebeweisen, die schon jetzt der werdenden Kulturgemeinde aus der Gemeinde entgegengebracht werden, daf man schließen, daſz für die geplanten Veranstaltungen reges Interesse vVorhanden sein wird. Das Fröffnungsprogramm umkaßt Instrumental- werke Mozarts, sowie Arien und Duette aus den Bühnenwerken des Meisters. Als Solisten wurden gewonnen: Hildegard Herrmann(Sopran), Otto Müller(Tenor), Kurt Gersov. GBariton), àm Flügel Marianne Engel. Die künstlerische Ge- samtleitung liegt in den Händen des geschätzten Ziegelhäuser Komponisten Dr. Rudolf Oehs. Für die organisatorische Leitung stellt sich Jacob Herrmann im Auftrag der Gemeindeverwaltung zur Verfügung. Um die Veranstaltung für jedermann erschwing- lich zu machen, sind die Eintrittspreise besonders niedrig gehalten. Das Eröfflnungskonzert findet am Mittwoch, 13. September, 19.45 Uhr, in der„Rose“ stätt. Wir wünschen der jungen Kulturgemeinde besten Erfolg und ein volles Haus. „Presse und öffentliche Meinung“ in der Abendschule Neuenheim Englisches In- stitut Heidelberg, Handschuhsheimer Landstr. 9) spricht am Freitag, dem 15. September. 20.30 Uhr. Hauptschriftleiter Dr. Karl Silex zu dem Thema„Presse und öflentliche Meinung“. Auch Güste sind willkommen. —Da Vette. Helter und tracken VUebersicht: Das Wetter unseres Gebietes wird vor- erst durch ein sich üÜbher Mitteleuropa aufbauendes Hochdruckgebiet bestimmt. Vorhersage, gzültig bis Donnerstagfrün: Bei meist schwachen Winden wech⸗ selnder Richtung Uberwie- gend heiteres Wetter mit Tageserwürmung auf 21 bis 24 Grad und nüchtlichem Temperaturrückgang aut 8 bis 12 Grad. Mannheim erölſnete mit Um es gleich vorweg zu nehmen: Dleser Spiel- zeitbeginn entsprach nicht den Erwartungen, die man berechtigerweise haben dürtte. Sowohl die Inszenlerung wie auch die Darstellung zeigten Män- gel, die man nicht totschweigen kann, um dem Théeater ein volles Haus zu sichern; denn es kann nicht Aufgabe der Kritik sein, eine Art von, geistiger Subvention zu geben, wie es kürzlich vom leitenden Theaterkollegium gefordert wurde. N Der entscheidende Fehler lag in der Auffassung der Inszenierung, die aus dem Werk ein Heimkeh- rerstück machen wollte. Paul Rie dy, der Regis- seur, hat in mehreren Theaternotlzen und auch mit E Kammersdnger Helinrich Soehlusnus, der am Freitag, dem 16. September, um 20 Uuy in der Aula olkE sfabrsEIUTE Schuhsohlen werden feurer Sckuhmacher gegen Lederpreis-Erhöhung Innungsversammlung— Zwei Musterkalkulationen— Keine Einheitspreisliste In der gestrigen Versammlung der Schuh-⸗ macherinnung, die von ungefähr 150 Mit- gliedern besucht Wäar, gab Obermeister Morr be⸗ kKannt, daß die Erhönung der Rohstoffpreise die Schuhmacher zwinge, die Preise für Schuhbesoh- lungen neu zu kalkulieren. Von seiten der Innung würden keine einheitlichen Preislisten aufgestellt. Dem einzelnen Schuhmacher bleibe die Gestaltung seiner Preise Überlassen. Die Innung hatte zwei Kalkulationsbeispiele aus- gearbeltet. Zugrundegelegt ist dabel ein Leder- Preis von 16,50 DM. Dieser Preis soll aber in- zwischen wieder angestiegen sein.) Demnach würde die Beschlung mit Ledersohlen für Herrenschuhe etwa 6,55 DM kosten, für Damenschuhe 6,60 DM, für Kinderschuhe etwa ab 5,10 DM. Gummisohlen seien zwar ebenfalls teurer geworden, aber nicht in dem Maße, Sie kosten danach für Herrenschuhe etwa 5,03, für Damenschuhe 4,16 DM. Kreppsohlen kosten laut dieser Information in Zukunft éetwa das Doppelte des früheren Preises, also Ungefüähr 16 Marlc. Die Preise für Absätze bewegen sich zwischen 1.60 und 3,17 DM. Wie Obermeister Morr betonte, bedaure das Schuhmacherhandwerk diese Preiserhöhungen, die Schuld und die Last dürften jedoch nicht dem Handwerk aufgebürdet werden. Ursache seien die Entwicklung auf dem Häute- und Ledermarkt und. wie Meister Müller ergänzend hinzufügte, Preis- erhöhungen der Gerbereien, die„ungerechtfertigt hohe Preise“ forderten. Die Schuhmacher wollten keinen Mehrverdienst, könnten aber die Last der höheren Rohstoflpreise nicht tragen, ohne ihre Existenz zu gefährden. Der Redner wandte sich welter zegen die Schwarzarbeiter, deren Arbeit durch die Gewerbefreiheit begünstigt werde, Ihnen zegenüber wollen die Innungsmeister durch sau- „ qualitativ hochwertige Arbeit Konkurrenz Da den Kunden nicht zugemutet werden könne, die überteuerten Lederpreise zu zahlen, regte Herr Müller an, die Kunden zu überzeugen, daß Gummi- schlen genau so haltbar seien, obwohl sie 3,50 DPM Weniger kosten. Gegenüber den Lohnforderungen der„Gewerk- schaft Leder“, die für die Gehilfen eine Lohn- erhöhung von 10 Prozent fordere, betonte Ober- meister Morr:„Wir erkennen die Berechtigung der Lohnforderungen wegen der steigenden Lebenshal- tungskosten an, es muß aber eine Erhöhung der Kaufkraft angestrebt werden, das heißt, eine Sen- kung der Preise bei gleichen Löhnen.“ Lohn- erhöhungen würden zwangsläufls zu Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit führen. Zum Schluß berichtete Herr Stäbler über den Schuhmachertag in Köln. Er verlas eine Resolu- tion an die Bundesreglerung, die die Delegierten der einzelnen Landesverbünde einstimmig ange- nommen hatten. In der Resolution werden Maß- nahmen gefordert,„die geeignet sind, weiteren Freissteigerungen entgegenzuwirken. Das Schuh- macherhandwerk macht darauf aufmerksam, daß es ihm auf Grund seiner allseitig bekannten schlechten Wirtschaftslage nicht möglich ist,. als Letztverarbeiter die Preissteigerungen aufzufangen, Das Schuhmacherhandwerk weist darauf hin, daß es für irgendwelche Preiserhöhungen seiner Er- zeugnisse, bedingt durch die Preissteigerungen der Rohmaterialien, nicht verantwortlich gemacht werden kann.“ Wie der neue Bahnhoi ausschen wirdl.. Uber die innere und äußere Gestaltung des neuen Bahnhofs machte der Generaldirektor der Deutschen Bundesbahn, Dr. Hellberg, beim gestrigen„1. Bagger-Griff“ interessante An- gaben, denen wir folgendes entnehmen:“ „Wir befinden uns hier auf dem zukünftigen Bahnhofvorplatz, etwa dort, wo in Zukunft die Haltestelle der Straßenbahn sein wird. In der Achse des alten Bahnhofes wird eine breite Verkehrsstraße zur Stadt führen, die ausrei- chende Parkplätze und Grünanlagen freiläflt. Die Straßenbahn wird den Bahnhof auf z2wiei Wegen erreichen: Einmal über die Bergheimer und Mittermaier- straßze(linkes von der Rednerbühne), zum anderen über die Bahnhofstraſße, Ring- straße an der Dreibogenbrücke vorbei(rechts von der Rednertribüne). Die Gestaltung des Bahnhofvorplatzes war etwas schwierig zu lösen, da sich in unmittel- barer Nähe des Bahnhofes zwei wichtige Ver- kehrsstraßenzüge kreuzen werden: 1. die erwähnte Straße im Zuge des alten Bahnhofes, die die Friedrich-Ebert-Anlage mit der Autobahn verbinden soll, 2. ein Nord-Süd-Strallenzug von der Ernst⸗ Walz-Brücke über die Mittermaterstraße(an dem neuen Fabrikgebäude der Heidelberger Schnellprésse vorbei) weiter über die Lessing- straße zur Römerstraße. In Zusammenarbeit mit der Stadt Heidelberg ist es gelungen, eine Lösung zu flnden, bei der der ankommende Reisende Strafenbahn und Omnibus ohne Gefährdung durch den Straßen- durchgangsverkehr und die An- und Abfahrt von Kraftwagen zum Bahnhof erreichen kann. Vor Ihnen, hinter der Fahnenreihe“, sagte Dr. Hellberg zu seinen Zuhörern,„wird sich das Empfangsgebäude erheben, und zwar unmittel- bar vor Ihnen die Schalterhalle und links da- von die Bahnhofswirtschaft, Für die sonstigen Wünsche der Reisenden wird durch Verkaufs- stände, Friseurstuben usw. gesorgt werden. Aus der Schalterhalle werden Sie über eine Brücke und Treppen zu den Bahnsteigen ge- langen. Die Brücke hat etwa die Richtung auf der Alten Untversität ein Gastspiel gibt. ot. Konzertzentrale) den Wasserturm jenseits des Baggerlochs. Unten 0 66 „Minna von Barnhelm eigenen Worten auf die besondere Aktualität der Problemstellung hingewiesen. Worin aber soll die Aktualität liegen? Es sind doch wohl einige Jähr- chen seit Lessings Zeiten verstrichen. Man kann nicht aus ein paar Textstellen, die freilich über- raschend zeitnah klingen, mit Gewalt eine direlete Zeithezogenheit konstruieren, Der Konflikt Liebe — Ehre wurde bis in die letaten Gegensätze ausge- splelt, so daß viele köstlichen Szenen des Lustspie- les“ lediglich noch Beſtwerk waren. Abgesehen von diesen Einschränkungen, hat Riedy eine gute, ja teilweise hervorragende Ins- zenlerung geschaffen. Durch seine Bewegungz, in der Regie gelang ihm eine Anzahl von Auftritten, die voll sprühenden Lebens waren. Daß man mit der darstellerischen Leistung nicht restlos zufrieden sein konnte, liegt zum Teil an Gründen, die außerhalb der Verantwortung des Theaters zu suchen sind. Der bekannten Geldnöte wegen mußte das Ensemble verringert werden, Was sich bereits bei der Aufstellung des Spielplanes als nachtellig erwies. In der verhältnismäßig einfach zu besetzenden„Minna von Barnhelm“ zeigten steh nun die tatsächlichen Schwierigkeiten, die bel jeder Neueinstudierung auftauchen werden. Die Schau- spleler werden häufig in anderen als in ihren elgentlichen Rollenfächern eingesetzt werden müs- sen, 30 daßl es immer wleder Grund zur Klage ge-⸗ ben wird. Andern kann da der beste Wille nichts. Nicht nur der Hötlichkelt, auch der Leistung wegen müssen die mitwirkenden Damen zuerst ge- nannt werden. Sle Überragten ihre männlichen Mitspieler bel weitem. Elisabeth H ö b arth Wär eine sehr hörige Minna, die im Rahmen von Riedys Ambitionen in Richtung Zeitlosigkeit der Anhüngsel des 18. Jahrhunderts verlustig gegangen war. Leh- Untz des Publikums schon bel ihrem ertzten Auf⸗ treten in Mannheim wurde Helene 8ip. Mit ihrer spitzbübischen Lebendigkeit fand sie sich am besten in der Inszenlerung zurecht. Mit Hanns Ernst Jüger, der den Faul Werner darstellte, zeigte sle ein harmonievolles Zusammensplel, wäh⸗ rend der überstelgert ehrhafte Tellheim und die splelende Minna zu gegensktzlich gesehen Waren. Jäger ist ein sd vitaler Künstler, daß die polternde Gutmütigkeit des Werner in ihm den besten Aus- druck fand. Der Tellheim von Rainer Ge ldern Qm,œnrrr rrrrrr.⁰..ærrr.E Werden vier Bahnsteige für den Reiseverkehr angelegt werden. Große Bahnsteighallen werden wir nicht bauen können, schon im Hinblick darauf, daß viele zerstörte Bahnhöfe heute noch keine Dächer haben. Immerhin wird für einen ausreichenden Schutz der Reisenden und des Gepäcks gegen Regen gesorgt werden. Für die Uberführung des Gepäcks, Expreßgutes und der Post werden an den beiden Bahnsteigenden Tunnels, angebracht werden, die jedoch nicht in der bisher üblichen Weise durch Aufzüge mit den Bahnsteigen verbunden sind, sondern durch überdachte Rampen. Dies ermöglicht eine schnel- lere Beförderung des Gepäcks und Expreßgutes Bahnsteig zu Bahnsteig durch Elektro- arren. Wenn Sie den Blick zurückwenden(stadt- wärts), sehen Sie bei einiger Phantasie das schöne Panorama, das der Reisende beim Ver- lassen des Bahnhofes wahrnimmt. Die nähere Umgebung des Bahnhofs ist heute zwar nicht gerade repräsentativ, aber hoffentlich wird sich die Bebauung bald dem schönen Landschafts- bild würdig anpassen.“ * Heidelberger ABC- Schützen nach dem ersten Schultag... 4—1 in dem turbulenten Spiel zu steif und pathe- sch. Es wurde zu Beginn gesagt, daß sich die Erwar- tungen nicht erfüllt hätten. Nicht um dies abzu- schwächen, sondern um der nach wie vor bestehen- den Hoffnung auf bessere Aufführungen Ausdruck zu geben, wird davon geschrieben, daß sich in der „Minna von Barnhelm“ eine Reihe von Ansätzen zu einer beédeutenden Erhöhung der Leistung ge- zeigt hat. Allerdings müßte man ihnen nach- gehen und straffer arbeiten als es geschehen ist. Werner Mühling Neue Filme in Heidelberg „Souka— Die weiße Mission“ Die Kurbel Hin Flimwerkk von missionarischen Kämpfen in den Urwäldern und Sümpfen Neu-Guineas, gedreht zum grobben Teil mit Eingeborenen, faszinlerend photographiert und wegen seiner Aussage vom „Päpstlichen Werk der Glaubensverbreitung“ aus- gezelchnet. Die Verknüpfung zwischen Tatsachen- bericht(der als solcher alle Christen in aller Welt angeht) und Spielflim(der mit feiner Nusacierungs- Kkunst, aber doch exotischer Abenteneruehkeit ge- staltet wurde) ist vollkommen gelunsen und stellt eine seltene Art Fülm dar. Viel zu selten, leider. Kst. „Der große Schatten“ Die Kamerga Wir haben in unserer Fllmselite schon auf die Neuauftührung dieses Vorkertegsstreitens ausführ- lick hingewiesen. Er trägt die große, unvergessene Schauspielkunst des in Sachsenhausen 1946 ver- storbenen Heinrich George ſetzt auch noch ein- mal zu uns. Dieser Flm ist ein Dokument. Konnte doch George hler einmal ein menschliches Schick- gal gestalten, das in unsèerer Zeit steht und, neben- bel, eine Szene aus dem„Richter von Zalamea“, dußler dem„Götz“ seine klassische Rolle, für, die Nachkommen festhalten. Wer George, wer Über⸗ Haupt gute Schauspielkunst zu schäützen weill, dart den„Großen Schatten“ nicht versäumen. „Nanette“ AP0OII1O Jenny Jugo hat seit langem eine eigene Note. Frech, lausbübisch, launisch und sehr kraulich— 30 ist sie durch unzählige Komödien der Leinwand Mittwooch, den 18. September 1980 Kurze Stacdhfnoflzen Der Odenwaldilub veranstaltet am 17. Septem- ber eine Neckartal-Fahrt nach Weinsberg bei Heil- bronn mit 60prozentiger Fahrpreisermäßigung. Dort kann die Burg Weibertreu, das Justinus-Kerner- Museum, das Römerbad u. a. besichtigt werden. auch Orgel- und Platzkonzerte und Tanzveranstal- tungen erwarten die Fahrgäste. Abfahrt um 7 Uhr mit dem Samba-Expreß. Die Notgemeinschaft ehemaliser berufsmäßiger Wehrmachtangehöriger, Kreisgruppe Heidelberg, tellt mit, daß an jedem ersten Mittwoch im Monat um 20 Unr in der„Alten Krone“ eine Mitglieder- versammlung stattfindet. Das Beisammensein am dritten Mittwoch jeden Monats fällt künftig weg. Sprechstunden können in der Geschüäftsstelle, Brückenstraße 49, montags und donnerstass von 16 bis 18 Uhr besucht werden. Die Vereinigung Südwest, Heidelberg, veranstal- tet am Donnerstag, 14. September, 20.00 Uhr, im „Schwarzen Schiff“ eine öflentliche Versammlung, aut der der Generalsekretär der Vereinigung Süd- West, Stadtrat Albert-Maria Lehr, Freiburg. Über „Warum Südweststaat?“ referieren wird. Der Christliche Frledensdienst, Gruppe Heldel- berg, lädt zu einem Vortragsabend am Donnerstag, 14. September, 20 Uhr, im Gemeindehaus Plöck 66 ein. Thema: Bericht über die Verhandlungen des Christlichen Friedensdienstes auf seiner internatio- nalen Pagung in Nürnberg. Sülberne Hochzeit. Vor einigen Tagen felerte der Inhaber der Wirtschaft„Zur Lokomotive“, Am Al- ten Güterbahnhof 5, Herr Wilhelm Siller, mit seiner Gemahlin Paula geb. Wurst, das Fest der silbernen Hochzeit und zugleich das 43jährige Be- stehen dieser Gaststätte. Wir gratulieren nach- träglich! Geburtstagskinder, Frau Florentina Kleinhagel feierte dieser Tage ihren 82. Geburtstag; Frau Theresia Schmitt wurde am 3. September 80 Jahre alt. Wir gratulierenl IIIItüsttttuisttünts Au‚sttstulntsb Kinoprogramm. Kammer:„Gefährliche Llebe“ 12, 14, 16.10, 16.20 Uhr.— Bachlenz:„Morgen werde ich verhaftet“ 16.30, 20.30 Uhr.— Gloria: „Mädchen in Weiß“ 12, 14, 16, 18.20 Uhr.„Lie- besschule“ 22 Uhr.— Schlofl:„Zwei in einem Anzug“ 16, 16, 20 Uhr.„Der dritte Mann“(Ori- ginalfassung) 14, 22 Uhr.— Odeon:„Wie sagen Wir es unseren Kindern?“ 12.15, 14.15, 16.15, 18.15, 20.15 Uhr.— Kurbel:„Der geheimnisvolle Ban- dit“ 9.00, 10.15 Uhr.„Souka— die weiße Mis- sion“ 12.0, 13.30, 15.40, 17.30, 19.30, 21.30 Uhr.— Kamera:„Der große Schatten“ 13.15, 16.15, 17.15, 19.30, 21.30 Uhr.— Apollo:„Nanette“ 14.30, 16.30, 16.30, 20.30 Uhr,— Atrium, Kirchheim:„Das indische Grabmal“ 20.15 Uhr.— Luxor, Rohr- bach:„Lange Leitung“ 20.30 Uhr. Hausfrauenverband. 15 Uhr,„Westhot“:„Lin Gang durch das Milchschlaraffenland“. Kurpfälzisches Museum. 17 Uhr: Führung zum U 5 5 HE 8 Rlemenschneider-Altar und zur Rottmann-Aus- 8 sgstelluns. E Zirkus Heppenheimer. 15.00 und 20.00 Uhr: 1 Vorstellungen.— 9 Fühumnmmͤmnumlnnunuunmmnmminumnnumuiunununnuunumnmuimunutwuntinnuutinnuinnmniutnift gewirbelt, ein rasanter Kohold, mit dem hier Hans Söhnker und Albrecht Schoenhals, jeder auf seine Weise, fertig zu werden haben, Ob sie es schaffen und wer es schafkt, sei nicht verraten. Man lacht von Herzen und Üübersteht gewisse Mängel gerne, wo es doch um die Jugo geht. K8. NKulturelle Rundschau Das Landesthester Württemberg- Hohenrzollern (Tübingen—Reutlingen), dessen Intendanz Dr. Fritz Herterich, ehem. Dramaturs der Städt. Bühnen Heidelberg, inne hat, eröflnet die Winterspielzeit am 14. Sept. mit„Medea“ von Grillparzer Unsz. Herterich). Am 22. wird„Die Zeit wird kommen“, ein Schauspiel von Romain Rolland, zur Auffüh- rung gelangen. Praf. Huth, der allen Heidelbergern durch seine vorjährige Ausstellung und sein langes Wirken im badischen Raum bekannte Künstler, eröffnet am Sonntag, dem 17. Sept., im Vortragssaal des Kur- pfälzischen Museums eine Ausstellung:„Ein Maler stleht Schwetzingen“. Orson Welles hat in Berlin die Fhrenmitglied- schatt einer nach ihm benannten„Gemeiln- schaft junger Schauspieler— Orson“ ungenommen und an den letzten drei Abenden geines vVlertügigen Berliner Gastspiels im Titania- Pulagt beim Publikum für die junge Schauspleler- gemeinschatt geworben und um Unterstützungsbel- träge gebeten. Künstler haben kein Geld. Well vlelen not⸗ leidenden Künstlern die Mittel für Rahmen und Transport ihrer Bilder fehlten, erretchte die drltte gelt Krlegsende im herzoglichen Schloß Corvay bei Hannover erötknete Kunstausstellung nicht das Ausmaß der vorjührigen Schau. Marcel Wittrich begann eine Konzertreise durch Südafrika in Pretorta, Wo er vor Übertfülltem Haus. das ihm stürmisch zuſubelte, Lieder in deutsch, entzlisch und afrikans sang. Prof. Rämin in Leipzig. Der Präsident des deut- schen Bachausschusses, Thomaskantor Protf. Gün- ther Ramin, ist— wie adn gestern meldete— am Montagabend wieder in Leipzig eingetrotfften. Prof. Ramin hatte in Salaburg Konzerte gegeben. In diesem Zusammenhang war berichtet worden, daß er—0 mehr in die Sowietzone zurüchckehren Wolle. e bee ie ————— — Mittwoch, den 18. September 1950 Unsere Toto-Vorschau SPORTBLATT Frankfurt-Offenbach erwartet Punktereqen Der deutsche Fußballmeister Viß Stuttgart wird 8 seiner Berliner Endspiel-Besetzung den Besuch e FC Zürich als offlalelle Stadtmannschaft von — ttgart erwidern. Bekanntlich brachen die — d eizer Fuflballer vor zwei Jahren mit ihren leadtmsnnschatten zus Zürieh, Basel und St. Gal en als erste die„Blockade“. Mit Conen und Ba- rutka in Hochform brlilierte damals der Stutt- 3 Angrift und landete einen eindrucksvollen 1.Sies im Neckarstadion. Auch im Rückspiel 5 die Kombination von Voung Fellows und EG zürich gegenüber der eingespielten Elf des VfB voraussichtlich den Kürzeren ziehen. Das prik- kelndste an dieser Begegnung wäre, wenn der als Spieltrainer in die Limmatstadt zu Voung Fellows Ubergesledelte Ed Conen am Samstag den Züricher Sturm bereits dirigieren würde.— Der Viß Stutt- gart bestreitet daher sein Punktespiel gegen Nek- karau heute abend. Da auch die beiden Münch- ner Vereine, Bayern und 1860, die Spieler für die zweite deutsch-schweizer Städtebegegnung in St. Gallen-stellen, werden am Wochenende nur sechs 9 1. in der süddeutschen Oberliga ausge- Die Schweinfurter haben ihre Mannschaft er- folgversprechend verjüngt und sind dieses Jahr wesentlich splelstärker. Aber auch die Mühlburger sind heuer in der Lage, endlich den Bann gegen dte Kugelstädter zu brechen. In allen sieben Tref- fen gelang dem ViB gegen die stabile Abwehr der OBer kein Forerfolg. Buhtz und Lehmann könnten die Serie durchbrechen und wieder mit Fritscher in der Abwehr solite es zum Remis reichen.— Für die Fußballhochburs Frankfurt-Offlenbach scheint sich ein„goldenes Wochenende“ denn sowohl der FSV Frankfurt, der bereits am Samstag Darmstadt 96 empfängt, wie die Eintracht, bei der die Waldhofbuben vorsprechen, und die Kickers, die den BC Augsburg zu Gast haben, ge- hen als stärkere Favoriten in ihre Heimspiele.— Im vergangenen Jahr behielt der Südmeister SpVgg Fürth in beiden Kämpfen gegen die Augsburger Schwaben mit 4:1 und und 8:1 eindeutig die Ober- hand. In ihrer derzeitigen Verfassung sollten die Schwarzweißen die Lechner-Elf wiederum distan- zieren. Mit dem VfI. Osnabrück und dem FC St. Pauli treflen zwel alte Rivalen aufeinander, die neben dem HsV zu den stärksten Vertretern der Nord- oberliga zühlen. Zu Hause Könnte dem VfI. ein knapper Sieg gelingen, zumal er über den gefähr- icheren Sturm verfügt, doch St. Paulis routinierte Abwehr ist nur sehr schwer auszusplelen.— Ham- born 07 gelang es auf eigenem Gelände in den letzten zwei Jahren, dem Westmeister Borussia jeweils ein Remis abzutrotzen. Den Spielersperren von Dortmund stehen Abwanderungen bei 07 ge- genüber, so daß beide Vereine dem Papier nach geschwächt antreten, Eine Punkteteilung erscheint daher wiederum am Währscheinlichsten. Die Böckinger Angriffsreihe hat mre Durch- schlagskraft mit dem Sieg am Vorsonntag in Kon- Stanz unter Beweis gestellt. Wenn nun auch zu Hause mit einer ähnlichen Leistung gegen Strau- abzuzeichnen, bing aufgewartet wird, hat die Union reelle Chan- cen.— Der 1. Fc Pforzheim reist begreiflicher- weise mit wenig Hoffnungen zum Spitzenreiter Bayern Hof.— Cham war noch vor Wochen ein unbeschriebenes Batt in der zweiten Liga. Inzwi- schen haben sich aber die Oberfranken Respeket verschafłt und sind ebenso wie die Kickers noch ohne Niederlage. Die Stuttgarter stehen daher beim ASV Cham vor keiner leichten, wenn auch nicht unlösbaren Aufgabe.— Harte Auseinander- setzungen wird es in Freiburg geben. wo der FC gegen Wacker München anzutreten hat und in Bamberg, wo Viktoria Aschaffenburg Gast ist. Bei der ausgeslichenen Mannschaftsstärke, alle vier rangleren im Mittelteld der Tabelle, könnte der Platzvorteil in beiden Treflen ausschlaggebend sein.— Jahn Regensburg, das am Sonntag vom Thron gestürzt wurde, sollte bei der S8 Arheilgen zumindest eine Punkteteilung erreichen. Jahreshauptversammluns in Sandhausen Im Gasthaus„Zur Frischen Quelle“ fand die Jahreshauptversammlung der Fußballabteilung der 86 Sandhausen statt, bei welcher kolgende Neu- wWaähl des Vereinsvorstandes vorgenommen wurde: Abteilungsleiter Erwin Schneider, Stellvertreter Edmund Redt, Abt.-Kassier Helmut Ranzenberger, Schriktfünrer Gernot Unverfehrt, Spielausschuß- vorsitzender Hans Alfter, Mitglieder des Spielaus- schusses: Josef Maag, Philipp Schmitt und Heini Helten. Als Ballwart und Platzwart sowie Platz- kassſier werden sich Martin Hambrecht, Oswald Menges und Paul Czerwinsky betätigen. udo- Heidelberꝗs Tennis-lunioren dominierten Lamminger, Wacker und Fräulein Frisch kamen in Pforzheim zu Titelehren Pforzheim übernahm in diesem Jahr die Aus- tragung der nordbadischen Jugendmeisterschaften. Die Heidelberger holten sich dabei allein drei Titel: Im qunioren-Einzel, im Doppel und im Juniorinnen⸗- Einzel, wührend das Juniorinnen-Doppel nach Mannheim kiel. Im Junioren-Einzel küchpften sich einmal Wacker (Schwarz-Gelb) über Haas Eberbech) mit 6:4, 6:2, zum anderen Lamminger(Schwarz-Gelb) über Kon- rad(IV Pforzheim-Wolfsberg) mit 6.6, 6:2 bis zur Endrunde durch. Im Schlußspiel holte sich Lam- minger gegen seinen Klubkameraden Wacker mit 6:4, 2:6, 6:4 den Titel eines nordbadischen Jugend- meisters(im Mai holte sich Lamminger bereits den Südbad. Titeh). Im Doppel kam er mit seinem Endspielgegner Wacker zur zweiten Meisterschaft, indem beide im Finale Wetzel-Merz(TC Pforzheim) 6:4, 6:2 bèesiegten. Fräulein Frisch(Tcz Heidelberg) wurde verhält- nismäßig sicher Siegerin bei den Juniorinnen. Sie schlug in der Entscheidung Fräulein Weber(TTC Mannheim) 6:4, 7:5. Das Doppel fiel nach auf- regendem Kampf an Fräulein Weber-Fräulein Kuder FTC Mannheim), die Frisch-Bertsch mit 6:8. 68, 7·5 bezwangen. In der Trostrunde siegte bei den Junioren Merz (TC Pforzheim) über Friedrich(TC Durlach), Wäh- rend bei den Juniorinnen Fräulein Maya Über Fräulein Geister(beide Schwarz-Gelb) triumphierte. Heidelbers hält auf Grund dieser Ergebnisse nicht nur die Vormachtstellung bei den Aktiven, sondern auch bei dem Nachwuchs. Tisch-Tennis-Turnler Eppelheim Bei über 120 Nennungen zeigte das Turnier, Wel- ches gut organisiert War, in allen 3 Klassen her- vorragenden Sport. Herren-Einzel: 1. Grieser(A8V Eppelheim); 2. Haberer(A8V Eppelheim). Herren- Doppel: 1. Haberer-Gräber. Gemischtes Doppel: I. Haberer-Frl. Michel. Damen-Einzel: 1. Frau Glöde iB Mühlburg). Damen-Doppel: J. Glöde- Schäfer. 1. Klasse B: Friedrich VfI. Neckarau); 1. Klasse C: Guckel(TC West Heidelbersg). Reitlehrer Bubbel stellte in Stuttqort, Orion“ vor Erfolgreiches Reitturnier mit besten Bei dem am letzten Wochenende in Stuttgart ver- anstalteten Reit-, Spring- und. Fahrturnier stellte der Heidelberser Reiflehrer Erich Bubbel,— der, wie Wir bereits berichteten, in Kürze den Reitstall des Reitervereines Heidelberg eröffnen wird.— das Pferd„Orion“ des Herrn Hassler in der Olympiade- vorbereitungs-Dressurprüfung Kl. 8(geritten wurde die Aufgabe 17 der LPO) vor. Er belegte mit diesem Pferde einen beachtenswerten dritten Platz. Bei dem Vorreiten nach der Hauptprüfung zeigte Bubbel eine gute Piaffe und eine wunder- schöne Passage, die von dem Publikum mit großem Beifall aufgenommen wurde. legte Herr Schultheiß, der Vornholz in vollendeter Manier vorführte. wurde Herr Capellmann, Aachen. Das Schwere Jagdspringen Kl. Sa sah eine Reihe bekannter in- und ausländischer Reiter am Start. Pernod des Gestütes Zweiter Den ersten Platz be- Pferden— 20 000 Zuschauer am Sonntag Nur vier deutsche Reiter konnten bei dem nassen und schlammigen Boden das Ziel mit 0 Fehlern er- reichen. Das Stechen über erhöhte Hindernisse legte dann die Reihenfolge fest. Erster wurde Eppelsheimer auf Draufgünger IV, zweiter Abel auf Amor, dritter Graf von der Schulenburg auf See- adler und vierter Capellmann auf Harthertz. Der Sonnenschein am Sonntag und die gute Propaganda des schwäbischen Reitervereines hatten am Sonn- tag eine etwa 15—20 000Köpfige Menschenmente auf die Beine gebracht, so daß die den Platz umgeben- den 12—löreihigen Sitz- und Stehtribünen bis auf letzten Platz gefüllt waren. E Der deutsche Meister im Hammerwerfen, Karl Storch(Fulda), schaffte am Sonntag in Kassel mit 56,01 m eine neue deutsche Jahresbestleistung. I. —— 1 Seite 5 MWanHImer Fufftbaliböõrse Dem Neckarauer Goalgetter Fritz Balogh wurde vor dem Spiel VfI. Neckarau- Bayern München ein Scheck auf eine bayrische Bank in Höhe von 500 DM übersandt. Im Begleitschreiben wurde an Balogh das Ansinnen gestellt dazu beizutragen, daß „Bayern“ ais Sieger aus dem Spiel hervorgeht. Bis jetzt konnte noch nicht festgestellt werden. ob es sich im vorliegenden Fall um einen fanatischen Tototipper oder einen Vereinsfanatiker handelt. * Der Fall Lipponer hat inzwischen weitere Kreise interessiert. Nach OB Bauer— Ludwigshafen hat nun auch Bürgermeister Trumpfheller-Mannheim in einem Schreiben an den 8VY Waldhof zum Aus- druck gebracht, man möge den Fall im Interesse des Sportfriedens zwischen Mannheim und Lud- wigshafen doch in gütlicher Ubereinkunft beilegen. * Der vom 1. FC Pforzheim zum 8V Waldhof übergewechselte Linksauſſen Schnepp kostet die Waldhöfer 2 500 DM Ablöse. Der Ablösebetrag wurde in dieser Höhe vom Verband festgesetzt, da sich die Parteien nicht einigen konnten. Pokalendspiel Eberbach— Eutingen auf dem Union-Sportplatz Da an und für sich nur Amateurvereine den Kampf um den badischen Faßhball-Pokal bestrei- ten sollten, wird der badische Fuliballverband den ASV Durlach vorausichtlich von der Liste der letzten drei Konkurenten streichen, 30 daſ die Paarung ViB Eberach— 1. FC Eutingen sehr Währscheinlich als Endspiel um den badischen Fuß- ball-Pokal angesehen werder, kann. Nachdem der ViB die Mosbacher so klar ab- fertigte, ist ein Erfolg der einsatztreudigen und fairen Eberbacher Elf auch gegen den I. Amateur- ligisten FEutingen nicht unmöslich, zumal am Sonn- tag, um 15 Uhr, das Pokaltreflen auf dem neuen Unionsportplatz in Heidelberg(Speyerer Str.) zum Austrag kommt. Vorher messen sich die T88 76 und der Platzverein im Freundschaftsspiel. Kriegsversehrte treiben Sport In der vergangenen Woche wurde innerhalb des Schwerkriegsbeschädigtenverbandes in Heidelberg eine Versehrtensportgruppe gebildet. Der Sport- betrieb hat bereits begonnen. Jeden Dienstag steht von 18.30 Uhr— 19.30 Uhr die große Halle des Hallenbades zur Verfügung, während freitags zur selben Zeit bei schönem Wetter auf dem Universi- tätssportplatz, bei schlechtem Wetter in der Marstallturnhalle Turnen und Leichtathletik durch- geführt wird. Für alle Versehrten. gleichgültig Welcker Versehrtengruppe sie angehören, wird un- ter der Anleitung von Fachkräften entsprechend geübt. Selbst Schwerstversehrte können auf diese Weise wieder Freude am Sport finden und ihren Körper widerstandsfänig machen. Ja zahlreicher die Beteiligung ist, desto erfolgreicher kann die Ar- deit durchgeführt werden. Die Beteiligung ist bei- tragstrei, nachdem der Badische Sportbund die Durchführung und damit auch automatisch die Untallversicherung für jeden Teilnehmer übernom- men hat. lll Uοο οννν.Sονννẽ)hi.uν — Reliquie. Mittwoch, den 18. September 1950 LITERATUR-BEILIAGE Das Antlitz Christi K. A. Meissinger: Das Turiner Grab- linnen, Edmund-Gans-Verlag, Gräfelfins, 48 S., 1.80 DM. K. A. Meissinger ist protestantischer Theologe und Dichter. Bei der Lutherfeler 1946 begegnete ihm irgendwie das Problem der„Sindone“ au Turin, der heiligsten Reliquie der Christenheit, in die, der Ueberlieferung gemäß, der tote Kör- per Chrsti eingehüllt und sein Bild im Linnen hinterlassen haben soll. Er studierte die Schrif- ten, Photographien, wissenschaftlichen Unter- suchungen und als er zu der Ueberzeugung ge- langte, daß hier das Wunder für alle faßbar wurde, beschloß er, seine Ueberzeugung in einer Schrift zu dokumentieren. In unseren Tagen scheint das Wunder spär- lich geworden. K. A. Meissinger beweist, daß es uns nach wie vor blüht. Es besteht darin, daß die exakte Wissenschaft heute religiöse oder dichterische Ueberlieferungen feststellt— als Wahrheit feststellen muß, Ein solches Wunder ist mit dem Turiner Grablinnen geschehen. Bis zum qahre 1898 hielt man die Sindone(Sin- don— griech. Grabtuch) für eine Fälschung, für eine plumpe Uebermalung wie soviele„Sin- dones“, von denen es an die dreißig gab. Aber 1898 erhielt der Cavaliere Secundo Pia die Er- laubnis, eine Photographie des Linnens herzu- stellen, das sich seit nahezu 500 Jahren im Be- sitz des Hauses Savoyen befand. Als er die Platte aus dem Fixierbad nahm, wäre sie ihm vor Schreck fast aus den Händen geglitten. Sie zeigte das positive Bild eines Antlitzes, das eine unvorstellbare Hoheit trug. In der Folge hat sich die exakte Wissenschaft dann mit die- sem Phäünomen beschäftigt. Die Chemie stellte fest, daß das Tuch, dem Gebrauch der Zeit ge- mäß, mit Aloe-Saft getränkt war, um eine Ver- wesung hintanzuhalten. Der ans Kreuz geschla- gene Mensch war in einem Fieberzustand von etwa 44 Grad gestorben und die aus dem Todes- schweiß entstehenden Ammoniakdämpfe sind mit dem Aloesaft eine Verbindung eingegangen, Aloetin. Hieraus entstand dureh den Abdruck des Körpers eine Art negativer PFhotographie. Dabei darf die chemische Reaktion nicht länger als 36 Stunden gedauert haben, weil sonst auch die tiefer liegenden Körperteile auf das Bild gewirkt und es zerstört hätten. Die 36 Stunden entsprechen genau den Übereinstimmenden Be- richten der vier Evangelisten. Man hat sich auch mit dem ausgetretenen Blut beschäftigt, man hat an Hand des Abdrule- kes, das den ganzen Körper zeigt, die Echtheit an Merkmalen bewiesen, die Malern des Mittel- alters nicht bekannt sein konnten(die Art der Kreuzigung, die eine andere war, als es auf allen Bildern dargestellt wurde), ganz abge- sehen davon, daß ja der Begriff des Negativs erst seit der Erfindung der Photographie be- kannt ist. Die Sindone zu Turin, die von Gerichtsmedi- zinern, Photographen, Chemikern, Historikern aller Nationen und aller Glaubensbekenntnisse untersucht worden ist, ist also mehr als eine Meißinger sagt, sie verhalte sich zu den übrigen Reliquien wie die Evangelien zur großzen christlichen Literatur. Die Beweise alle darzustellen, fehlt hier der Raum. Man muß die Verkündigung von dem Linnen von Turin in diesem Bändchen selbst lesen, die beigegebenen Bilder betrachten und sich selbst ein Urteil bilden. Die Schockwirkung, die sie bereits auf vlele ausgeübt hat, selbst auf 80 kritisch-lutherische Geister wie Meissinger(der in einem eigenen Kapitel zu beweisen sucht, wie sich Luther, wäre ihm bekannt gewesen, was wir heute mit Sicherheit wissen, verhalten hütte), steht abseits von jedem Fetischismus. Sie ist nicht das un- erheblichste Zeichen, daß auch unserer nicht sehr erhellten Zeit Türe und Tore zum Licht, — Glauben, zum Wunder geöffnet geblieben sind. Das Zeugnis, das K. A. Meissinger für das Turiner Grablinnen ablegt, sollte sich jedenfalls in der Hand eines jeden Christen befinden, Es sel hinzugefügt, daß das Grabtuch nichts mit dem„Schweißtuch der Hl. Veronika“ zu tun hat, das in der Hl. Schrift bekanntlich gar nicht erwähnt wird, sondern das Tuch des Joseph von Arimatia darstellt.„Und er kaufte eine Lein- wand, und nahm ihn ab, und legte ihn in ein Grab“.(Markus 15, 42—47). Heinz Ohff Kalenderteschichten mit Tradition „Der Lahrer Hinkende Bote, Kalender auf das Jahr 1951, für den Bürger und Landmann“., Verlag Schauenburg in Lahr. 1.20 DM. Schon das Titelblatt kündet von der Tradition dieses volkstümlichen Kalenders. Hebel, Anzen- gruber, Auerbach, Gött und Bürklin schufen in ihin einst den Typus der feuilletonistischen volksnahen „Kkalendergeschichte“. Und wieder sind Autoren am Werk, die zwar nicht bei Anzengruber stehenbleihen, aber ihre Tradition bis heute in eige- nen Bahnen weiterführten: Wilhelm Schäfer, Wil- helm von Scholz, Hans Leip, Eugen Roth, Johann Schuh, Bernd Boehle, Geors Britting, das sind die „Kalendererzähler“ von heéute. Wahrlich keine schlechten Vertreterl Besonders zu vermerken sind ferner die feinen graphischen Beigaben von Hanna Nagel, Hans Fischer, Lothar Rohrer und Wolf Stro- bel. PEin gutes Beispiel, wie man echte und gute Tradition jung und sogar modern erhalten kann, das ist dieser 151.„Hinkende Bote“.. Balzac: Tolldreiste Geschichten, Stra- parola:: Ergötzliche Nächte, Bacon: ESSvuys, E. T. A. Hoffmann: Artushof— Rat Krespel, Schiller: Gesetzgebung Lykur- gos und Solon.„Die kleinen Meister-Bücher“, Heidelberg, je Band .75 DM. Diese kleine Bücherei hat sich längst einen Namen gemacht— in der Stille wirkend, nie den Altbekannten verpflichtet, sondern stets aus der Ueberlieferung das wenig Bekannte aussuchend, bietet sie mit seinen rund 120 Bänden eine wahre Fundgrube für ernste Leser. Diese fünf Ausgaben heben wieder 2. T. Unbekannteres von Bekannten E. T. A. Hoffmann, Schiller, Balzac), 2. T. den meisten völlig Neues(Straparola, ein boccaccioni- scher Früh-Italiener von köstlicher erzählerischer Grazie) ans Licht: neue Schätze einer verdienst- vollen Sammlung, die noch viel zu wenig bekannt ist— und benutzt wirdl N. Ei Hch über Steuerstraſen Hartung: Das Steuerstrafrecht, Kom- mentar zu den Bestimmungen des Dritten Teiles (Abschnitt I) der Reichsabgabenordnung, Verlag für Rechtswissenschaft vorm. Franz Vahlen GmblH., Berlin und Franktfurt/ Main, 1950, 198 8S., DM 9.50. Seit dem Bestehen der Reichsabgabenordnung vom 13. 12. 1919 können wir von einem einheit- lichen deutschen Steuerstrafrecht reden, das seit den Novellen vom 22. 12. 1929 und 4. 7. 1939 dem allgemeinen Strafrecht angepaßt ist. Damals wurde auch für das Gebiet der Steuern ent- schlossen der Ubergang zum reinen Schuldprin- Das Ohr als Zensor Hans Bredow: Aus meinem Archiv, Probleme des Rundfunks, Kurt-Vowinckel- Verlag, Heidelberg, 366 S., 10,80 DM. „Das Ohr des Menschen“, lesen wir in dem Kapitel„Dichter sprechen mit Rundfunkcleitern“ von Arnold Zweig,„hat die merkwürdige Eigenschaft, sich nicht schließen Zzu können. Ein Mensch ist imstande, wenn sein Auge überreizt ist, es zuzumachen oder elnfach weg- zusehen. Da das Ohr aber nicht zu schließßen geht und man auch nicht imstande ist, wegzu- hören und sich so gegen unwillkommene Ein- drücke durchs Ohr zu wehren, hat das Ohr die Eigentümlichkeit, als Zensor ⁊zu wWirken: der Mensch fühlt sich gelangweilt“. Diese grundlegende Erkkenntnis, daſß„das Ohr sich nicht abwenden kann“ ist— 80 simpel sie erscheinen mag— das Kernproblem des Rund- funks. Und beésonders das Problem des Rund- funk hörers. Der Rundfunkchörer hat Wirklich nur die Auswahl, entweder mehr oder weniger verstimmt sein Gerüt auszuschalten oder es als eine Art„Musikberieselungsanlage“ zu verwen- den. Da ihm beides instinktiv nicht behagt, ein dritter Ausweg aber nicht hesteht, kommnt es immer wieder zur Unzufriedenheit den Sendern gegenüber, die sich redlich bemühen, die bei- den Sprichworte„Wer vielen etwas bringt, Wird allen etwas geben“ und„Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst die niemand kann“ in Einklang zu bringen. Für diese Sender mag das Fazit einer nun⸗ mehr dreißigjährigen Rundfunkarbeit nicht sehr ermutigend sein. Das Radio hat, den na- türlichen Gegebenheiten des menschlichen Oh- res entsprechend, grundlegend an unserer kul- turellen Struktur nichts ändern können. Es hat weder das Konzert, die Oper, die Tanzveran- stäaltung noch das Buch, den Vortrag, das The- ater abzulösen vermocht. Das menschliche Auge lülht sich eben nicht einfach ausschalten. Ungleich dem anderen Produlet aus Technilk und Zivilisation, dem Film, hat es kein Neuland erobert, nicht ein Vakuum ausgefüllt. Wenn der Rundfunke trotzdem heute eine Aufgabe erfüllt, so ist es eine zusätzliche, deren Bedeutung man allerdings nicht unterschätzen darf. Hans Flesch formulierte ste 1926 folgen- dermaßen:„Hierin sehen wir die höchste Idee des Rundfunles: Die Erhöhung des allgemeinen Zusammenhörigkeitsgefühls. Er kann den Hö- rer außerhalb seines Hauses führen, mit den anderen zusammenbringen, um durch gemein- schaftliche wertvolle Beschäftigung in der Frei- zeit des Hörers, wie beispielsweise durch Thea- ter- und Konzertbesuche das Verbundenheits- gefühl von Mensch zu Mensch stärken“. Die in der Zeit von 1923 bis 1933 erfahrenen Erkenntnissen der in der Rundfunkarbeit lie- genden Kräfte, Möglichkeiten und Grenzen hot Staatssekretäür Dr. h. c. Hans Bredow, der Schöpfer des deutschen Rundfunks, in seinem Archiv gesammelt und herausgebracht. Die Entstehungsgeschichte des deutschen Rund- funkes, seine technischen, künstlerischen und industriellen Voraussetzungen sind hier in einem Handbuch zusammengefaſit, in das sich nicht nur die Rundfunkleute selbst, sondern auch der Hörer vertiefen sollte. Denn auch er steht ja, wenn er für seine zweil Mark monat- lich einen wirklichen Gewinn buchen mäöchte, vor den Problemen, die alle in der Zweigschen Feststellung münden, daß das„Ohr sich nun einmal nicht schließen kann“. Paul NIKolass. Karl-Aurust Göta: Menschen im Spiegel, zehn Erzählungen von zehn Dichtern, Gral-Verlag Aloys Grät, Heidelberg. Ein sonderbares literarisches Thema: Ein Mensch. der in den Spiegel schaut, wobel offten blelbt, Wel- cher Spiegel eigentlich gemeint ſst. Trotadem reflektieren die zehn Dichter in ihren erzühleri- schen Beiträgen und der Herausgeber in einem schönen Essay ein Gemeinsames: Kälser hat es mit seinem Wort, die Dichtung sei für die Moderne der Zaubersplegel, mit dem er sich das Unharmoni- sche seines Lebens verkclärt, am ehesten umrissen. Die Erzühler(u. a. Johann Schuch, Hlermann Stahl, Paul Guch. Tami Oetfelsen) schlleſlen sich mehr oder weniger an Kafka an. Hin Meisterwerk, die schöne Novelle„Stieh nun das Antlitz deiner Dauer“ von Paul Berglar-Schräer. Ein reizvolles Bündchen für Iiterarische Feinschmecker. St. Celliclite ον uiu Sgtlleli, in ein Veinalas getitet Trinſe roten Wein! Trink weißen Wein! Bleib klug in deinem Rämmerlein Und Sonne, Mond und Sterne. Die himmelweite Ferne, Ickh bringe sie zu dir herein. (Georg Britting hat 52 Gedichte um den Wein gesammelt, Mar Unold sie iulustriert. Daraus ist ein heiteres und besinnliches Breviarium füi alle Freunde eines guten Tropfens geworden, die dem Wein mehr abgewinnen als nur einen Rausck. Ein schöner Geschenẽeband, in rotem Leinen(Carl-Han- ser-Verlag, München.) Europa verlor einen Paul Vialar: Per Tanz der Lemuren,! 274 S., Paul Zsolnay-Verlag, Wien. Robert Merle: Wochenend in Zuid- coote, 273 8S., Biederstein-Verlag, München, 5.50 DM. Die französische Literatur, die sich mit dem vergangenen Krieg beschäftigt, hat sich als Thema, zumindest in den entscheidenden Wer- ken, nicht den Sieg von 1945, sondern die Nie- derlage von 1940 ausgesucht. Diese zwei Bücher, von denen„Wochenend in Zuideoote“ das gei- stigere, gestaltete ist(und daher wohl mit dem Prix Goucourt ausgezeichnet wurde),„Tanz der Lemuren“ dagegen das unmittelbarere, das tat- sächlichere, gelangten als erste in deutscher Sprache zu uns. Liest man sie rasch hinterein- ander, lassen sie sich in der Rückerinnerung kaum noch trennen: so sehr überwiegen die Bil- der von Rückzug, hilfloser Vernichtung, die Dünkirchen-Visionen, die tausend Episoden, die das Gesicht des modernen Krieges grauenvoll aber wahr wiederspiegeln. Vialar ist mehr zip vollzogen und die Uberführung des Zoll- strafrechtes in die Reichsabgabenordnung voll- endet. Bestimmungen des Bonner Grundgesetzes lassen hoffen, daß die Reichsabgabenordnung und mit ihr das Steuerstrafrecht als Bundesein- heitliches Recht erhalten bleibt. Reichsgerichtsrat a. D. Fritz Hartung, der fast 10 Jahre als Sachbearbeier für Strafrecht und Strafverfahrensrecht im Preussischen Justiaz- ministerium an der Fortbildung des Steuerstraf- rechtes mitwirkte, und der als Mitglied, und von 1938 bis 1945 als Leiter eines Strafsenats am Reichsgerichtshof. auch die Rechtsprechung maß- gebend beeinflußt hat, hat mit seinem soeben erschienenen Kommentar der Praxis ein ganz ausgezeichnetes Hilfsmittel zur Lösung aller steuerstrafrechtlichen Fragen zur Verfügung gestellt. Fragen des Steuerstrafrechts liegen in der Regel den berufsmäßigen Beratern der Wirt- schaft— Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Anwälten— etwas fern. Umso willkommener wird für sie dieser Kommentar sein, der nicht nur eine vollständige Unterrichtung über die allgemeinen Rechtsgrundsätze und ihre Anwen- dung in der bisherigen Rechtsprechung bietet, sondern darüber hinaus die Entwicklungslinien klarlegt, nach denen die zukünftige Praxis des Steuerstrafrechts zu handhaben ist. Im Durch- schnitt war jede 8. bis 10. Strafsache, die an das NReichsgericht gelangte, eine Steuerstrafsache. Aus der Fülle der so gewonnenen Eindrüke er- klärt sich die einzigartige Erfahrung, die sich in den Strafsenaten des Reichsgerichts auf diesem Gebilet ansammeln konnte. Der Verfasser macht diese Erfahrungen einer neuen Praxis der Höheren Bundesgerichte nutzbar. R.-A. Dr. Wolfgang Hildebrandt Selte 7 Kr ieg Zwei ſranrõᷣsĩsche Bücher Schriftsteller: bei hm fließen die Erlebnisse, spröde gestaltet, fast ohne Hintergrund. Merle ist mehr Dichter— in Scenen, die mitunter an Malaparte erinnern, verdichtet er die Gescheh- nisse in einen trostlosen Samstag-Sonntag und in packende Charaktere. Beide Bücher sind Zeitdokumente. Sie sind europäische Bü- cher, die genau sagen, was EFuropa am Ende des Krieges fühlte. Weil es französische Autoren sind, wissen wir, daß nicht nur Frankreich 80 sehr wie wir, daß Europa den Krieg verlor. Klaus Goncourt. Joseph Conrad: Die Rettung, Roman, 8.- Fischer-Verlag, Frankfurt/ M., 567 S., 11.- DM. In der alten gelben Leinenausstattung wird das Werk des groſßßzen polnischen Erzühlers englischer Sprache wieder zugänglich gemacht. Feiner, see- lenkundiger als Jack London, mit dem er den Themenkreis der Salzwasserwelt gemeinsam hat, ohne Tendenzen außler seinen dichterischen, ist gerade dieser Roman ein Beispiel seiner Kunst. Ein Weibßer, der in den Strudel malaiischer Welt gerät, der ein verlorenes Königtum zurückerobern will und mitten darin eine andere Aufgabe erhält: weiße Artgenossen, die zufällig hineingerieten, vor seinen farbigen Freunden zu retten. Käpt'n Lin- gard mit seiner Brigg ist einer der unvergeßlich- sten Gestalten der an markanten Figuren über- reichen Seefahrerliteratur. K.. Erie Ashby: Als Wissenschaftler in Rußland, 220 S8.,„Musterschmidt K. G.“, Wis- senschaftlicher Verlag, Göttingen, 5.80 DM. Der Verfasser, Prof. für Botanik an der Univer- sität Manchester, hat das Jahr 1946 als wissen- schaftlicher Berater der australischen Gesandt- schaft in Moskau zugebracht. Er hat es unternom- men, Fachleuten und Laien, mit großer Sachkennt- nis den Stand der russischen Wissenschaften zu schildern. Die Organisation, die Universitäten, die Lehrpläne, die Einbeziehung von Industrie und Landwirtschaft— das alles lüftet, objektiv dar- gestellt, manchen Zipfel des Vorhangs in eine für fast alle unbekannte Welt. Besonders interessant sind die Darstellungen Ashby's vom tagtäglichen Leben in der Sowiet-Unlon. 8. Neue Kunden für den Buchhandel? In dlesen Tagen rief der Verlag C. Bertelsmann eine neuartige Form des Leseringes ins Leben. Ge- gen Monatsraten von DM 3.20 erhält jedes Mitglied im Jahr acht tadellos ausgestattete Bände in Ganz- leinen oder Halbleder aus der schöngeistigen Pro- duktion des Bertelsmann-Verlages nach seiner Wahl, ohne Rücksicht auf den Ladenpreis. Bisher kann unter fünfzig Büchern ausgewählt werden, die vielen Geschmacksrichtungen etwas bieten, vom Üiterarisch wertvollen Buch bis zum Abenteuer- und Kriminalroman, von der illustrierten Klassi- kerausgabe bis zu Luis Trenkers Bergbüchern. In jedem Jahr wird die Anzahl der Auswahlbände um ktünkundzwanzig vermehrt. Neuartig daran ist nun, daß durch diesen Lese- ring dem Buchhandel keine Kunden verloren gehen, denn die Mitgliedschaft kann nicht beim Verlag, sondern nur beim Buchhändler selbst erworben werden. Da erwiesenermaßen durch die Buchge- meinschaften auch Kreise an das Buch hefange- kührt werden, die sonst den Weg in eine Buch- handlung nicht finden, wird der Sortimenter sogar noch Kunden hinzugewinnen. Für unsere Juntzen:„Dieter aul der Flucht“ Karl Otto Horch: Dieter auf derFlucht. Eine Jugenderzählung. 176 S., DM 3.90, Kreuz- Verlag, Stuttgart. Ein neues Buch von Karl Otto Horch läßt im- mer etwas Besonderes erwarten, man weiß aus einer nicht unbeträchtlichen Reihe von Jugend- büchern, wie er die Jungen mit seinen oft aben- teuerlichen und immer lebendigen Geschichten zu packen weiß. Mit seiner neuen Erzühlung hat Horch ein zganz neues Thema und eine neue Umwelt gewühlt. Auf einem Gutshof in Mittel- Deutschland leben elternlos Dieter und Jakobine, 15- und 17Jührig, unter der Obhut ihres viel älte- ren Stietbruders Hans, der Haus und Hof, Gesinde und Geschwister streng, nüchtern und gerecht reglert. Im trotzigen Gefühl, nicht verstanden zu werden und seine Higenart nicht entwiekeln zu können, eontzieht sich Dieter durech die Flucht nach einem unüberlegten Dummejungenstreich der erzieherischen Gewalt des Bruders— und erlebt nun in der Welt draußen, humorvoll aber ein- gichtig getührt von seinem etwas unbürgerlichen Onkel Leo in Hannover, daß sein Drang, Künstler zu werden, der Begegnung mit wirklicher Kunst- bemühung, wie er sle an der Akademie kennen lernt, nicht standhält. Doch darin erschöpft sich Horchs Geschichte nicht: es gibt noch eine abenteuerliche Verbrecherjagd, bei der zuerst der Jäger— Dieter selbst— gefangen wird, ehe es ihm gelingt, durch rasch entschlossenes Zugreiten den Hof und den Bruder bei einem bedrohlichen, gefährlich mit Brandstiktung verbundenen Einbruch zu retten. Es ist eine mehrschichtige Erzühlung, die an Span- nungsmomenten, an Abenteuern, Humor und echtem erzleherischem Ernst nichts zu wünschen Ubrig läßt. Unsere Jungen vom 12. bis zum 16. Lebensjahr werden sie gewiß gern lesen. K. Kulturkongreſl in Madrid. Paul CLlaudel, T. 8. EIliot, André Maurolts und Giovanni Papint haben ihre Teilnahme an einem internationhalen Kongreß zur Förderung der Zusammenarbeit z2wi- schen den Intellektuellen aller Länder zugesagt, der im Oktober fünthundert führende Persönlich- keiten des kulturellen Lebens in Madrid zusam- mentführen soll. Vom Verlag C. Bertelsmann in Güterslo h er- kahren wir, daß Fechter, von dem gerade ein neuer Roman„Alle Macht den Frauen“ erschie- nen ist(wir brachten kürzlich aus ihm einen Vor- abdruck), im Außgenblick an einem„Wörterbuch tür Kunstgespräche“ und elner Hamsun-Biographie arbeltet. Selte 8 Wenn Deutschlands„einziger lebender Hof- zauberkünstler“ Bellachini vVor beinahe immer ausverkauften Sälen seine Künste vorführt, dann vollbringt dieser distingulert aussehende wWeifzhaarige Herr im Frack Dinge, die sämt- lichen Naturgesetzen Hohn zau sprechen scheinen. Viele der tausend Amateurzauberer, die im „magischen Zirkel“ zusammengeschlossen sind, reisen olt hunderte von Kilometern weit, um den Meister zu sehen. Unter den Klängen ge- heimnisvoller indischer Tempelmusik zaubert er aus der Luft flatternde Tauben oder klin- gende Geldstücke auf die Bühne oder zieht aus einem magischen Tuch Dutzende von bunten Blumensträußen und Fahnen heraus, die in we- nigen Sekunden zu einem prachtvollen Winter- garten arrangiert werden, Sozusagen als Haupt- attraktion veranlaßt Bellachini dann eine hüb- sche junge Dame durch Beschwörungsformeln dazu, frei im Raum zu schweben und sich je nach Wunsch zu heben dder zu senken. Ein Weißer Reifen, den er um das waagerecht schwebende Medium herumführt, beweist dem erstaunten Publikum die Abwesenheit etwalger Versteckter Drähte oder Stützen. Das alles wird, ebenso wie eine Reihe anderer unerklärlicher Dinge und hypnotischer Experimente, mit solch spielerischer Sicherheit vorgeführt, daß man sehr erstaunt ist, nach der Vorstellung im Ho- tel einen ganz anderen— einen müden und ab- gespannten Bellachini kennen zu lernen. »„Mein lieber Herr— tun Sie mir den ein- zigen Gefallen— sprechen Sie bitte nicht mehr von Zaubereil“ sagt er abwehrend und erklärt uns dann, daß er täglich im Lächt der Bogen- lampen etwa zwel Liter Schweiß vergießt, und sich als passionierter Jäger wesentlich wohler in seiner Jagdhütte im Sauerland fühlt als auf der Bühne. Aber dann erzählt uns der Magier doch bei mehreren Gläsern Bier einiges aus dem Reich seiner geheimnisvollen schwarzen Kunst. Theodor von Schleedorn, wie der bürgerliche Name dieses schon als Kind vom Kaiser Wil⸗ helm II. zum Hofzauberer ernannten Westfalen lautet, ist schon der dritte in der Dynastie der Bellachinis, die vor über 100 Jahren von einem polnischen Urgrofßonkel des Meisters, namens Berlach, gegründet wurde, Obwohl Zaubern an- scheinend ein krisenfester Beruf ist, und die Einnahmen auch in schlechten Zeiten nichts zu Wünschen übrig ließen, hat Herr von Schlee- Die Kleider einer Millionärin Aber in der Trainingshose fühlt sich LII am wohlsten In dem Georg-Witt-Film„Vom Teufel gejagt“, wird Lil Dagover eine exzentrische, mondäne Millionärin spielen, die bei all ihrer Ueber- spanntheit doch durch ihren Charme und ihren Humor besticht. Daß zu dieser Rolle auch mon- däne, großzartige Toiletten gehören, ist selbstver- ständlich. Lil Dagover zeigte mir einige dieser Kleider. Ich sah zuerst drel wahrhaft fürstliche Morgen- gewüänder, eines prächtiger als das andere. Zu- nüchst einen Anzug aus lavendelfarbenem Chif- ton, ganz weich den Körper umfließend, dazu ein Chiflonmantel, tief orchideenfarben. Dann ein türkisftarbenes Kleid aus ganz weicher, seidiger Wolle, mit schwarzen Spitzenapplikationen. Un als drittes Morgengewand ein persischer Haus- anzug aus schwerer Duchesse-Seide mit Gold- stickereien reich verziert. Der Salon Stucken- berger zauberte ein gelbes Chiffonkleid mit blas- sen, gemalten Rosen und einem braunroten Sei- denmantel. Der Salon Pfefferer ein helles Roh- szeidenkostüm, und„André“ wieder ein Tüll- abendkleid aus unzähligen Lagen pastellfarbenen Tülls mit einer ganz zarten Taille— Frau Da- gover hat in diesem Kleid 52 em Taillenweite! Und was tragen Sie in Ihrem Privatleben, gnüdige Frau?“ „Sie werden staunen, am liebsten meine alte Trainingshose mit einem Pullover! Bloß keine großen Toiletten! Ich habe in meinen Filmen 80 vlele königliche Gewänder und Roben tragen müssen, daß ich froh bin, wenn ich zu Hause 80 herumlaufen kann, wie es mir paßt. Meine Pri- vatkleider sind alle ganz schlicht. Im Winter trage ich meistens dunkle Kostüme und im Som- mer helle. Ich finde, daß zu unsern zerbombten Straßen auch keine übertrieben eleganten Toilet- ten passen. Ich empfinde das als stillos!“ Isabel(Abendzeitung München) e „„„ kleinen Auzenblick noch, meine Herren!“ OlE BSUNTE SEITE Sellaeflini glaubt nielit an Wuncler Ein großer Meister unter den Zauberern plaudert aus der Schule dorn, der verheiratet aber kinderlos ist, bisher noch keinen Nachfolger gefunden. Nicht einmal einer seiner acht Assistenten, unter denen sämt- liche Berufe vom Bergmann bis zum früheren Offlzier vertreten sind, eignet sich dazu. Als Zauberer muß man nämlich nicht nur unge- Wöhnlich geschickt und fleißig sein, sondern außerdem auch über hypnotische Kräfte und eine erhebliche schauspielerische Begabung ver- kügen. Uebrigens hat sich Bellachini, wie er sagt, eingehend mit dem Studium sämtlicher Geheim- wissenschaften von der Astrologie bis zum Spi- ritismus und von Cagliostro bis Nostradamus beschäftigt und ist dabei zu dem für roman- tisch Veranlagte ein bißchen enttäuschenden Ergebnis gekommen, daß sich alle noch s0 ge- heimnisvollen Vorgänge wie Tischrücken oder Geistererscheinungen durch Ausstrahlungen des Unterbewußtseins oder zum Teil noch nicht er- korschte Naturgesetze erklären lassen, Indische Fakire bedienen sich seiner Erfahrung nach 1 WNeues qus aller Wellk Ein kalter Winter? Einen frühen und kalten Winter sagen die oberbayerischen Bauern für dieses Jahr voraus. Sie stützen ihre Behauptung auf das Vorhandensein vieler Wespen und den frühen Abflug der Vögel. Um vier Wochen eher als in anderen Jahren sind die Vögel nach dem Süden aufgebrochen. Auch wurden schon Storchenflüge beobachtet. Schwarzfunk an der Grenze. Beamte des Funküberwachungsdienstes der Bundespost wußzten es ebenso wie zahlreiche Funkamateure in Westdeutschland: zwischen Aachen und Trier, im Gebiet des ehemaligen Westwalls, wurde an der Grenze schwarz gefunkt. Zwei fahrbare Kurzwellensender, so berichtet die„Abendpost“, arbeitéeten offensichtlich Hand in Hand mit Schmugglerringen und gaben, auf dem nicht ganz ungewöhnlichen Weg,„Sondermeldungen“ nach drüben; natürlich empfingen sie auch Lage- berichte und Preisnotierungen. Daß es keine Amateurfunker mit Lizenz sind, steht fest.„Für⸗ solche Sachen geben wir uns nicht her“, sagte ein Amateurfunker, der, wie alle seine west- deutschen Kollegen, Mitglied im Deutschen Ama- téeur-Radio-Club ist DARC),„Die Geisterreiter im Wellengewoge werden bald schon gefaßt sein“, meint er zuversichtlich. Nach den bisheri- gen Ermittlungen hat sich herausgestellt, daß die beweglichen Sendestationen zum Teil verschlüs- selt funken, zum Teil aber auch im Klartext Sprechverkehr durchführen. Kostenloses Obst an die Bevölkerung. Zwetsch- gen und Mirabellen wurden in Oberuhldingen am Bodensee kostenlos an die Bevölkerung ver- téilt, da die Obstsammelstellen die von den Obstbauern abgelieferten Früchte nirgends un- terbringen konnten. Um sie nicht verderben àꝝau lassen, wählte man diesen nützlichen aber un- gewöhnlichen Ausweg. Lebendig begraben— ein neuer Gelderwerb. Nach Anerkennung eines amtsärztlichen Gutach- tens genehmigte gestern die Stadtverwaltung von Lübeck den Antrag des 28jährigen Arbeits- losen Paul Struve, sich für zehn Tage einsargen und drei Meter unter der Erde begraben zu lassen. Paul Struve behauptet, im Kriege ein- mal für sechzig Stunden verschüttet gewesen zu sein. Er will nun aus dieser„Erfahrung“ eine Erwerbsquelle machen. Das„Begräbnis“ findet mitten in Lübeck am Freitag, gegen 20 Uhr, statt. Mit dem Sarg ist ein Sehrohr von 40 Zenti- meter Durchmesser verbunden, durch das jeder kür fünkzig D-Pfennig sehen kann. Im Sarg selbst beflndet sich ein Telefon und sechs 60- Watt-Glühlampen, die für Heizung und Be- leuchtung sorgen sollen. Als Nahrung ist täglich eine Tafel Schokolade und ein Achtel Liter Tee vorgesehen. Geburt im Schnellzug Der FD-Zug Turin-Rom wurde plötzlich durch ein rotes Signal auf freier Strecke angehalten Zug- und Lokomotivführer lieften zum nahen Bahnwärterhäuschen, um Auf- klärung für die ungewöhnliche Fahrtunterbre- chung zu erhalten Ihnen entgegen kam der zum großen Teil deutscher, im gutbürgerlichen Hamburg hergestellter Zaubergeräte und das Emporschießen eines kleinen Mangobaumes in- nerhalb einer Stunde sei höchst einfach durch entsprechendes Vorpräparieren des Mangokernes zu erreichen. Sehr viel phantasievoller als Bella- chini selber pflegt allerdings sein Publikum azu sein. Einmal machte sich der Künstler den Scherz, vor den Augen einer Marktfrau einen Zwanzig Markschein aus einem Ei herauszuzie- hen. Kurz darauf beobachtete er aus der Ferne, wie die gute Frau mehrere Dutzend Eier zer- schlug um in ihnen nach weiteren Geldscheinen zu suchen. Schließlich bezahlte ihr der Zauberer den Schaden, konnte aber nicht verhindern, daſ sie von nun an den Spitznamen„Eierzauberin“ erhielt.— Vor dem Krieg, als er ständig größere Auslandsreisen unternahm, versteckten, beson- ders in östlichen Ländern, vorsichtige Mütter ihre Kinder vor ihm, da sie seinen Blick für höchst gefährlich hielten und in den letzten Jahren wurde er nur zu oft um Auskeunft nach vermißten Gegenständen gebeten.„Ich würde den guten Leuten nur zu gern helfen“, meint Bellachini, der auf einmal recht nachdenklich geworden ist.„Aber hexen?— Nein das bringt leider nicht einmal ein wirklicher Zauberer fertigl“ H. v. N. Bahnwärter. Er trug auf den Armen seine junge Frau, die in Geburtswehen war. Der Bahnwärter hatte sich nicht anders zu helfen gewußft, als den Schnellzug aufzuhalten— in der Hoffnung, Hilfe zu flnden. Er fand sie auch. Schnell war unter den Reisenden ein Arzt ausfindig gemacht. Die Frau wurde in einem Polsterabteil unter- gebracht. Und der Zug setzte seine Fahrt fort. Kurz darauf war ein gesunder Junge ange- kommen. Neues Mittel gegen Kopfschmerzen.„Sympro- cain“ heißt ein neues, in Hamburger Kliniken erprobtes Mittel gegen Kopfschmerzen. Professor Lezius aus Lübeck erklärte auf dem Karlsruher Therapiekongreß vor bundesdeutschen Arzten zum ersten Male die Anwendung dieses Mittels. Neben anderen Chemikalien enthält es Benzyl- Alkohol. Nur wird der von rasendem Kopf- schmerz geplagte Patient den Stoff nicht liter- Weise„süffeln“, sondern mittels einer sieben oder elf Zentimeter langen Hohlnadel in die Nervenstrüänge am Hals eingespritzt bekommen. Gehilfe und Meister auch in der Landwirt- schaft. Schleswig-Holstein hat eine vollständige landwirtschaftliche Berufsausbildung eingeführt. Danach wird nach der Gehilfenprüfung eine sechsjährige Fortbildung und der Besuch einer landwirtschaftlichen Fachschule verlangt. Nach Abschluß dieser Ausbildung kann der landwirt- schaftliche Gehilfe zur Meisterprüfung zuge- lassen werdén. Auch landwirtschaftliche Arbei- ter können noch nach entsprechender Fortbil- dung den Meisterbrief erwerben. Mittwoch, den 18. September 1980 Wieder falsche 5-DM-Scheine im Umlautf München. Die ersten Fälschungen der neuen Füntmark-Scheine sind jetzt aufgetaucht, wie die Bank deutscher Länder mitteilt. Zwei Fäl- scherwerkstätten in der Nähe von Goslar und Watenstedt-Salzgitter konnten ausgehoben und umfangreiches Fälschermaterial beschlagnahmt werden. Die Falschgeld-Werkstatt in Salzgitter befand sich auf dem Boden eines Stallgebäudes und war durch Prebtorfballen gut getarnt. Der Haupt- täter, ein Lithograph, und vier Helfer wurden in Haft genommen. 20 000 Mark Falschgeld in Scheinen zu 5 und 100 Mark konnten sicherge- stellt werden, darunter zum Teil„erstklassige Blüten“, wie die Kriminalbeamten erklärten. Die Fälscherzentrale hei Goslar hatte sich auf die Herstellung von falschen Fünfern speziali- siert. Hersteller und Verbreiter konnten festge- nommen werden. Bei den falschen 5-DM-Noten fehlen zweil leicht sichtbare Hrkennungsmerkmale: das Kopf- Wässerzeichen, das deutlich hervortritt, sobald die Banknote gegen das Licht gehalten wird. Das zweite FErkennungsmerkmal ist der im lin- ken Teil der Note eingebettete metallähnliche Sicherungsstreifen Grobßer Schwindel um das Schwarzwald- Sanatorium Stuttgart. Um die Gunst eines Bauunterneh- mers zu gewinnen, bereitéte die phantasiebe- gabte EVa-Marie den Bau des„größten Sana- toriums Europas“ auf dem Braunsberg bei Op- penau im Kreis Offenburg vor, machte Regie- rung und Wissenschaft rebellisch und sog sich schließlich einen millionenschweren amerika- nischen Bekannten aus den Fingern, der die Summe von 17 Mill. D-Mark— so0 viel sollte der Spaß kosten— als Menschenfreund auf den Tisch legen wollte. Eva-Marie Weinschenkt aus Heilbronn, 46 Jahre alt und geschieden, sah ihre Blütenträume nicht reifen, sondern wurde, wie das Stuttgarter Poli- zeipräsidium gestern mitteilte, am 6. September nachdem ihr Sohn Verdacht geschöpft atte. Eva-Marie suchte zunächst den Bauunterneh- mer Ernst Möller in Kochendorf auf und 20g eine„Erklärung“ ihres Bekannten, eines gewis- sen Professors Samuel Strauß, Kalifornien, aus der Tasche, in der sich dieser„verpflichtete“, Unkosten bis zur Höhe von 17 Millionen D-Mark für den Bau eines Sanatoriums zu tragen. Eva-Marie ging weiter: sie besuchte u. a, den badischen Staatspräsidenten Leo Wohlleb, der gern seine volle Unterstützung für dieses Projekt zusagte. Alles war fertig für den ersten Spatenstich am 15. September. Nach ihrer Festnahme gab Eva-Marie zu, den Schwindel hauptsächlich deshalb inszeniert zu haben,„um den Bauunternehmer zu gewinnen“, Der war von dieser Art Werbung wenig erbaut, denn sein geschäftlicher Schaden ist„nicht au übersehen“, da er wegen des„Großprojekts“ alle anderen Aufträge abgelehnt hätte. Nachrichten Ae Süddeutschland 5 Dentist gewinnt Mercedes-Wagen Schorndorf. Den letzten Höhepunkt der Schorndorfer 700-Jahrfeier und zugleich thren Ausklang bildete die Ziehung der Schorndorfer Jubiläumslotterie. Den Haupttreffer, einen Mer- cedes-Benz-Wagen vom Typ 170 V, gewann der Schorndorfer Dentist Gaa. In der Künkelins- halle, in der die Verlosung stattfand, hatte sich eine erwartungsfrohe Menschenmenge, unter ih- nen der Gewinner des Haupttreffers, versam- melt. Viele andere wertvolle Gewinne— eine NSU-Fox, Radioempfänger, Fahrräder, Schreib- maschinen— Waren ferner für die Jubiläumslot- terie zur Verfügung gestellt worden. Hasenseuche jetzt in Stuttgart? Stuttgart. Tote Hasen, die auf der Gemarkung vVon Stuttgart gefunden wurden, lassen den Ver- dacht aufkommen, dab die zu Beginn dieses Jah- res in Niederfranken und im Frühjahr im Kreis Mergentheim bei Hasen festgestellte Tularaemie nun auch im Bereich der Landeshauptstadt auf- getreten ist. Vom Amt für Oeffentliche Ordnung der Stadt Stuttgart wurde die Bevölkerung da- Vor gewarnt, erkrankte oder an der Seuche ein- gegangene Tiere zu berühren, da diese Krank- heit auch Menschen befallen kann. 600 Mark für eine weißge Frau Mädchenhändler-Bande in Paris ausgehoben Parls. Der französischen Kriminalpolizei ist es gelungen, eine Bande von weiſten Sklaven⸗ hündlern auszuheben, die ihr Geschäft in Paris und Marokke seit Monaten mit dem gröſßten Erfolg betrieb. Mädchen aus allen Teilen Frankreichs sind nach der französischen Hauptstadt gelockt worden, um freiwillig nach Marokko zu gehen, wobel man ihnen versprach, sie würden dort Jührlich mindestens den Gegenwert von 12 000 Mark verdienen. Drei Mädchenhändler und eine Frau wurden jetzt in Casablanca verhaftet, als sie versuchten, drei Frauen an marokkanische Bordelle zu ver- kaufen. Der Polizei gelang es, die drei Mäd- chen in Sicherheitsgewahrsam zu nehmen, als sie im Begrift standen, von dem berüchtigten Stadt- teil Menilmontant nach Marokko abtransportiert zu werden. Eine der weißen Sklavinnen hatte so lange mit den Mädchenhändlern zu tun gehabt, daß- sie in der Lage war, der Polizei alle Einzelheiten zu erzählen. Dieser Kronzeugin zufolge wird eine gewöhnliche, nicht sehr ansprechende Frau mit etwa 600.— Marke gehandelt. Für ein hüb⸗ sches Mädchen wird bereits der doppelte Preis gezahlt. Die vier in Casablanca verhafteten Skelaven- hündler sind der Polizei gegenüber mit äußer- ster Heftigkeit aufgetreten und haben erklüärt, man könne sie keineswegs verurteilen, weil die Mädchen fretwillig nach Marokko gehen woll⸗ ten.„Sie Waren es müde, hart zu arbeiten und dabei wenig zu verdienen“, erklärte einer der Verbrecher den Polizisten. Autf Grund dieser Fälle ist die Pariser Krimi- nalpolizel zu dem Schluß gekommen, daß monat- Uich durchschnittlich 20—35 Mädchen und Frauen aus Frankreich herausgeschmuggelt und an die Bordelle Nordafrikas geliefert werden. Innsbruck— dle Stadt der„kranken Tanten“. „Das körperliche Befinden der Tanten in Inns- bruck stehe im umgekehrten Verhältnis zu dem Wetter“, meint das Grenzpolizeikommissariat Garmisch-Partenkirchen. Wenn nämlich gutes Wetter einen Ausflug nach Oesterreieh beson- ders lohnend erscheinen läßt, kommen auffal- lend viel reiselustige Deutsche zu dem Kommis- gariat und müssen rasch noch einmal ihre „todleranke Tante“ in Innsbruche besuchen, well in Krankheitsfällen das Einreisevisum nach Oesterreich sehr leicht und schnell ausgestellt Wird.„ Wenn wir alle Tanten in Innsbruck zu- sammenrechnen“, sagte ein Grenzbeamter,„die unverbindlichen Erklärungen von deutschen Grenzgängern zufolge— im letzten Halbjahr todkrank oder sogar gestorben sind, muſl Inns- bruck unbedingt die tantenreichste Stadt der Welt sein. Es ist aber seltsam,„so viele Tanten auch in Innsbruckt sterben, aussterben tun sie oflenbar nicht.“ Viele Anmeldungen zum Kongreß für das Bade- wesen Stuttgart. Nach den bisher vorliegenden An- meldungen wird der Kongreß für das Bade- wesen, der vom 23. bis 26. September im Kur- saal Stuttgart-Bad Cannstatt stattfindet, einen regen Besuch aus dem gesamten Bundesgebiet aufzuweisen haben. Mit der Tagung ist eine Badefachausstellung im Großen Kursaal verbun- den, die eine Uebersicht über den Stand der technischen Einrichtungen im Badewesen, der Baustoffle, der Badewasserbehandlung, der Ge- räte und Badezusätze geben wird. Pforzheimer Uhren im Ausland begehrt Pforzheim. Der Direktor der Deutschen Uh- renrohwerke in Pforzheim, Ludwig Hummel, teilte nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten mit, daß die auf der Chikagoer Messe ausgestellten Pforzheimer Uhren großes Interesse gefunden hätten. Aus Kuba, Hawali, Japan, In- dien, Mexiko und Südamerika seien bemerkens- Werte Aufträge eingegangen. Heilbronner Kasernen müssen von Dp's geräunit werden Heilbronn. Auf Anordnung der amerikanischen Militiärbehörden müssen die bisher als DP- Durchgangslager verwendeten Heilbronner Prie- sterwald- und die Schlieffen-Kaserne bis zum 21. September von den dort untergebrachten 4000 DP's gerüumt werden. Die Verschleppten sollen in Sammeltransporten nach Schwäbisch- Gmünd. Ellwangen und Augsburg gebracht wer⸗ den. Welchem Zweck die Kasernen in Zukunft dienen sollen, ist noch nicht bekannt.“ Mittenwalder Musikinstrumentenmesse erfolgreich Mittenwald. Die zweite Deutsche Musikinstru- mentenmesse ist ein sensationeller Erfolg gewor- den. Als sich nach siebentägiger Dauer die Messehalle schloß, war ein Umsatz von 2 323 340 DM erreicht. Davon entfallen 1 396 400 DM auf den Westzonenverkauf und 220 700 US-Dollar auf das Exportgeschäft. Am meisten wurden Klaviere gekauft. Bei den bestellten Instrumenten für den Export han- delt es sich um Mustersendungen. Fachleute rechnen mit einem drei- bis vierfachen tat⸗ sächlichen Kauferfolg. Ein Kongreſl der Magler München. Vertreter der„Schwarzen Kunst“ aus Deutschland und fünfzehn anderen Nationen treften sich vom 20. bis 26. September in Mün- chen, um hier dem Kongreßh des Magischen Zir- kels von Deutschland beizuwohnen. Nach drei Tagen und drei Nächten der gro- Ben Verzauberung wird der beste unter den Maglern mit dem„Magischen olympischen Kranz“ gekrönt werden, Daneben erfolgt die Wahl einer »Miss Magie“, die aus den Assistentinnen der Magler gewühlt wird.— Auch das Oktoberfest Wollen die Magler verzaubern. i Mtttwoch, den 18. September 1950 WIRTSCHAETSBLATT RAiele ohne Reserven Angespannte Finanzlage— Guter Wille im Arme-Leute-Etat . H. M. S., Bonn(Eig. Bericht) s gehörte zu den Tugenden eines Finanzmi- n sters, seinen Haushaltplan so aufzustellen, daß er im entscheidenden Moment Reserven besaß, die er seinem Kabinett für vordringliche Aus- gaben zur Vertügung stellen konnte. Diese Tu- gend kann der gegenwärtige Bundesflnanzmini- ster nicht üben, und es ist ein Irrtum, wenn Mit- glieder des Haushaltsausschusses des Bundestags glauben, im Bundeshaushalt habe der Minister 20/ Reserven verborgen. Man dürfe ihm das nicht einmal verübeln, da er vorsorgen müsse. Wir haben uns die Mühe gemacht, dieses ganze Rechnungswerk, wenn auch nicht Zeile für Zeile — es sind insgesamt 2600 Seiten—, s0 doch in seinen wesentlichen Positionen zu studieren. Da- bei ergibt sich, daß im Bundeshaushalt nur dann Reéserven stecken, wenn a) die Alliierten weniger verbrauchen, als sie im Besatzungshaushalt gefordert haben, wobei jedoch zu bedenken ist, daß der Bundesflnanz- minister bereits 450 Millionen D-Mark weniger bei diesem Kapital etatisiert hat, als er an sich an Besatzungsausgaben erwarten muß; b) die vom Bundesfinanzminister einkalkulier- ten Steuererträgnisse größer ausfallen, als er und seine Sachbearbeiter sie gegenwärtig anneh- men; c) die Arbeitsmarkthelebung anhält und er vor allem wesentliche Beträge bei der Arbeitslosen- fürsorge-Unterstützung einzusparen vermag; d) die produktiven Ausgaben des Bundeshaus- haltsplanes, die vorgesehen sind, nicht in voller Höhe bis zum 31. März 1951 beansprucht werden. Eine Reihe von weiteren„Wenn“ wären noch aufzuzählen, wenn ihnen nicht allen ein großes „Aber“ gegenüber stünde, nämlich die im Augen- blick in Westdeutschland wirkende Lohnsteige- rungswelle. Sie führt zwangsläufig dazu, daß das im Augenblick sich einspielende neue Preis- niveau für die Zukunft stabil bleiben und sich nicht mehr wie bisher weiter nach unten zurück- bewegen wird. Die ebenso zwangsläufige Folge wird sein, daß über kurz oder lang der Antrag kommt, die Sozialrenten zu erhöhen. Die Aus- gaben hierfür lassen sich nicht einfach damit ausgleichen, daß man unterstellt, mit steigenden Löhnen stiege die Lohnsteuer zugunsten der Länder, und mit den gestiegenen Preisen ergäbe sich eine erhöhte Einnahme aus der Umsatz- steuer zugunsten des Bundes. Das beste Zeichen für die außerordentlich an- gespannte Finanzlage des Bundes sind zwel Tat- sachen: a) Der Bundesfinanzminister überträgt auf Be- schluß des Kabinetts 300 Millionen D-Mark aus den Einnahmen des außerordentlichen Haushal- tes auf die EFinnahmeseite des ordentlichen Haus- Haltes, um diesen überhaupt auszugleichen; b) der Bundesfinanzminister beantragt im Haushaltsgesetz, das gleichzeitig mit den Haus- haltsplänen dem Bundestag und Bundesrat vor- gelegt wird im Einverständnis mit dem Bundes- abinett die Ermächtigung, Betriebsmittelkredite bei der Bank deutscher Länder bis zum Betrage von 2 Milliarden D-Mark anstelle von seither 1,5 Milliarden D-Mark aufzunehmen. Wer die Verhältnisse kennt, wer weiß, wie sehr sich die Bundesnotenbank gegen das vom Bundesfinanzministerium ausgearbeitete Bundes- notenbankgesetz wehrt, das der Bundesregierung größeren Einfluß auf die Noterfbankpolitik ein- räumen soll und letzten Endes die Möglichkeiten zur Kreditschöpfung vergrößern würde, der ist sich klar, daß der Schäffer'sche Antrag auf Ver- breiterung seiner Kredithasis Wasser auf die Mühle der Bank deutscher Länder ist, die darin die Absicht zur zusätzlichen Kreditschöpfung er- blicken muß, wenn nicht gar einen Ersatz für das Wirtschaftsförderungsprogramm des Bundes- wirtschaftsministeriums. Roman von Heinrich Wolt- gang Seidel- Copyright by C. Bertelsmann, Gütersloh vergillerle Fenslo- 13. Fortsetzung Magdalene wird nicht wieder nach Roga zu- rückkehren. Ich habe mich jahrelang ihrer Ge- sellschaft beraubt und wünsche, ihr zu zeigen, daß ich nicht unbillig bin. Sie soll bei mir Woh- nen und für alles entschädigt werden, was sie bisher entbehrte. Wir werden eine Dame finden, die ihr in gelehrten Beschäftigungen zur Hand geht; viellelcht äußert sie selber ihre Wünsche? Wie seltsam, daß sich schon heute Gelegenheit bietet, alles dies zu besprechenl Ich habe mit Isa Wührend der langen Fahrt über nichts an- deres verhandelt und fand bei ihr wie immer das zarteste Entgegenkommen für meine Wünsche. Doch— da ist sie selber!“ Gräflin Isa rauschte herein, und die Versam- melten hatten das Gefühl, als dufte ein Hyazin- thenbeet in der Nähe, Sle War in blaßrote Seide gekleidet und ihre Erscheinung verriet durch nichts, daß sie das fünfunddreißigste Jahr schon erreicht hatte. Ihr Antlitz wäre rund wie ein Ei gewesen, wenn nicht das Kinn die Gesichts- korm verschoben hütte; es trat sichtlich hervor und ließ die Lippen um so schmaler erscheinen. Die mandeltörmigen Augen standen waagerecht, die schwachen Brauen Wuchsen fast ineinander.“ Ob die Stirn. wirklich so niedrig war oder ob nur die in Löckchen niederhängende, zuletat in einem hohen Knoten zusammengefaßte Haar- tracht diesen Eindruck erweckte, lieſ“ glch schwer entscheiden. Jedenfalls war es ein merk- wWürdiges Gesicht, sehr weln und beeinfluſſt durch den Gebrauch von Puder; die Autgen glichen blaustrahlenden Kreisen, und der blut- rote Mund hatte ebenso wie die beweglichen Nasenflügel etwas Begehrliches. Wenn Gräfin Isa sprach(und sie pflegte selten zu gchweigen), bemerkte man blendend weiße, etwas zuge- epitzte Züähne; wenn sie zuhörte, lächelte sie, Beim Studium des Bundeshaushaltes und sel- ner Einzelpläne fällt auf, daß immer und immer wieder Ausgabeposten auftauchen, die nicht zur Bundeszuständigkeit gehören. Ein Beispiel mag kür alle gelten. Im Haushaltsplan des Bundes- verkehrsministeriums tauchen über 6 Millionen D-Mark auf, die als verlorene Zuschüsse an Kommunal- und Gemeindebehörden zu Brücken- reparaturen an Bundesstraßen gegeben werden müssen. Wenn wir dann an anderer Stelle lesen, daß für die Beschaffung von Wanderpreisen für beste Leistungen auf dem Gebiete der Filmkunst insgesamt 15 000 D-Mark verfügbar sind, trotz des Wissens um die Tatsache, daß der gute Film Devisen bringt, dann sehen wir, wie arm Deutsch- land wurde. 20/ Reserven im Bundeshaushalt! Wenn es 80 wäre, würde diese dann nicht die Bundespolizei „Walle, walle meinche Strecke.“ Dün will Erhöhung der Baukosten vermeiden/ Es steht auſler Zweifel, daß die Schwerthiebe der Gewerkschaften gegen Unternehmer und Kapital- besitzer an einem äußerst günstigen Zeitpunkt ge- kührt werden. Die Aufmerksamnkeit ist ganz auf die Weltmarktlage gerichtet, so daß sich in der inter- nen Wirtschaft verwundbare Entblößungen bieten. Dieser für die gewerkschaftliche Strategie wichtige JTatbestand interessiert in unserem Zusammenhang jedoch weniger, weit mehr hingegen die verur- sachte Steigerung der wirtschaftspolitischen Prob- lematik. Der Schiedsspruch, durch den die Lohn- bewegung und der Streik im Baugewerbe beendet worden sind, ist nach Ansicht des Bundesvorstan- des des DGE als ein Beweis dafür zu werten, daß die Forderung der Bauarbeiter nach wesentlicher Verbesserung ihrer Lohnbedingung infolge der Preissituation berechtigt ist. Dieser Schiedsspruch ist aber zugleich auch der Anfang zu einer Ent- wicklung, die einen Vergleich mit Goethe's Gedicht vom„Zauberlehrling“ in greifbare Nähe rückt. Nachdem sich nun der erste Wassereimer ergossen hat, bemerkt man, daß Guß auf Guß folgen werden. Zunächst erhöhen sich die Baukosten. Wer sich ein eigenes Häuschen bauen will, muß nun mehr Arbeitsmühe aufbringen, oder er muß sich mehr vom Mund absparen, um dieses Ziel zu erreichen. Das trifft viele aus den Reihen derer, denen die Gewerkschaften zu ihrem Rechte verhelfen wollen. Es werden also auch in anderen Gewerbezweigen als dem Baugewerbe Lohnforderungen erhoben, und Vorschau auf Fronlefurt Den ausländischen Ausstellern der Internatlona- len Frankfurter Messe im Herbst 1950, die am 17. September beginnt, werden Messe-Sonderkontin- gente im Werte von insgesamt mehr als 3 Mill. Dol- lar zur Verfügung stehen. Davon sind mehr als 2 Mill. Dollar für industrielle Erzeugnisse vorge- sehen, während für Lebensmittel, Genußmittel und Getränke nahezu 1 Mill. Dollar in Anspruch ge- nommen werden können. Die Verwaltung für Wirtschaft wird während der Messe im Auslands- dienst der Frankfurter Messe vertreten sein und Anträge auf Zuteilung dieser Beträge entgegen- nehmen, so daß eine rasche Abwicklung des Messe- Geschäftes der Auslands-Aussteller gewährleistet ist. Zuteilungen für Lebensmittel, Genußmittel und Getränke werden von der Außenhandelsstelle des BEM vorgenommen. Export aus Südwestdeutschland um 75 0 gestiegen Der Wert der aus den drei südwestdeutschen Ländern exportierten Waren hat sich im 1. Halb- jahr 1950 im Vergleich zum 2. Halbjahr 1949 um 156,9 Mill. DM oder um 75% auf 369,4 Mill. DM erhöht. Die stärkste Zunahme war im Export Württemberg-Badens um 101,4 Mill. DM auf 248,3 Mill. DM festzustellen. In Württemberg-Hohen- zollern ergab sich eine Zunahme um 20,5 Mill. DPM auf 57,3 Mill. DM und in Südbaden um 37,0 Mill. DM auf 63,6 Mill. DM. —— denn ihre Oberlippe bog sich an den Enden leise nach oben. Magdalene Baring hätte es nie über sich ge- bracht, diese Frau Mutter zu nennen; dennoch Waär sie befremdet über die seltsame Weise, mit der die Gräfin ihr gegenüber jede Bezie- hung übersah— selbst die des Alters. Frei- lich sagte sie:„Wir müssen uns wohl Du nen- nen“; aber in dieser Frage lag kein Empfin- den irgendwelcher Art; die vertrauliche An- rede schien ihr willkommen, weil sie der Zwang- losigkeit ihres eigenen Benehmens entsprach. „Sie beküme es fertig, auch Francois nicht an- ders zu behandeln,“ dachte Magdalene;„sie ist Wie ein dumpfes Pier, das nur zufällig Kleider trägt.“ Im Laufe des Gesprächs bemerkte sie denn auch an der Stiefmutter alle jene Higen- schaften, die ihr unerträglich waren. Gräfin Isa spielte etwag vor, vielleicht ohne es zu wissen, sie tat kindlich verwundert, mit ganz blaß- blauen Augen und oflnem Munde, sie wurde nicht müde, ihren Anzug zu ordnen und mit den rosigen Fingern nach ihrem Haar zu grei- ten, sie legte ihre Hand auf Magdalenens Arm und sah ihr wiederholt ins Gesicht, wie sie es wohl mit ihren Freundinnen zu tun pflegte, in ernstes Nachdenken versunkken Über eine Schön- heitsfrage. Indessen bemühte sich Graf Ringeis, seine Tante zu bezaubern, fand aber bald, daß diese Festung auf einer steilen Anhöhe liege; geine Art, vorwärtszukommen, war in hohem Maßze Unbetrledigend. Er klammerte sich an jedes Ge- büsch, das auf dem felsigen Boden wuchs; trotaz- dem war ihm zumut, als lösten sich unter seinen Füßen Erdbrocken und Geröll, es war ein ewWiger Steinschlag, und er zweitelte, ob er schwindel- trei genug sei, lünger auszuhalten. Sidonie milßötraute ihm und hatte oflenbar die Absicht, Magdalene nach Roga zurückkzunehmen. Sollte er sein Recht hervorkehren? Er hielt es für besser, alles in Güte zu ordnen, denn auf diese Weise blieb der Gegenvormunck unbehelligt. So wurde er sachlich,f ernst, ja fast bescheiden. Er stellte Fragen, aut die selbst Sidonie mit Ja antworten mußte, und schutf so eine Luftschicht des Selbstverständlichen, in deren Mitte er sel- verbrauchen, für deren Bedürfnisse anscheinend ein Ausgabetitel im Etat des Bundesinnenmini- steriums freigelassen wurde? Es ist aber der Anerkennung wert, daß der Bundesfinanzminister trotz der gespannten Fi- nanzlage den Wes gefunden hat, erhebliche Be- träge für Wissenschaft und Forschuns frel zu mäachen., Mit zum Teil sehr wesentlichen Summen wird die Notgemeinschaft der deutschen Wissen- schaft bedacht, die Max-Planck-Gesellschaft ebenso; ferner die Studienstiktung für den aka- demischen Nachwuchs und manche andere. Ehe- malige, zur Zeit unter alliierter Verwaltung ste- hende deutsche, wissenschaftliche Auslandsinsti- tute erhalten Zuschüsse, um sie wieder zum Le- ben zu erwecken. Auslandsreisen deutscher Wis- senschaftler werden finanziert, wobei besonders auffällt, daß der Bund während ihrer Abwesen- heit für ihre Familien sorgt. Zusammenfassend läßt sich sagen: Der Bun- deshaushalt ist ein solcher des verlorenen Krie- ges und der Armut, zugleich aber einer des guten Willens. Genossenschäftsverband für solidarische Lösung da sie mit dem gleichen dialektischen Argument berechtigt sind, durchgesetzt werden. 8So zieht die Lohn-Preisspirale Kreis für Kreis. Doch um bei Unserem Vergleich zu bleiben, sucht man schon jetzt nach der Formel, die den Wasser tragenden Besen bannt. Der DGB schlägt vor, daß nunmehr von allen Betelligten durch gesamtwirtschaftliche Uberlegungen die Frage geklärt werden müßte. Wie die Lohnerhöhungen in der Bauwirtschaft aufge- fangen werden könnten, ohne daß eine Erhöhung der Baukosten eintritt. Nach Ansicht der Gewerk- schaften sei dies durch Rationalisterung der Bau- Wirtschaft und Verbesserung der Baumethoden zu erreichen. Hätte man sich diese Zauberformel zur Losung gemacht, bevor man die Unordnung herauf- beschwörte, dann hätte sich die Lebenshaltung trotz des gegenwärtigen Rücktalls, den ja nicht die Wirtschaft als solche verschuldet, weiterhin orga, nisch entwickelt und verbessert. Aus dem Brief des Deutschen Genossenschaftsverbandes an den Bundeskanzler läßt sich viel mehr Verständnis ge- genüber der wirtschaftlichen Zwansslage entneh- men. Hlierin wird Dr. Adenauer gebeten, den Preis- steigerungen entgegenzuwirken und dafür zu sor- gen, daß das Realeinkommen der breiten Massen gehoben wird. Nominallohnerhöhungen seien zu verwerfen. Die gegenwürtigen Wirtschaftsschwie⸗ rigkeiten müßten durch Senken der Preise und Steigern des Leistungsgrades der Arbeit„Solida- risch“ gelöst werden. Aber die Solidarität ist eben auch kein Hexenmeister. Fr. Postsendungen nach Jerusalem. Postsendungen nach dem israelischen Teil Jerusalems müssen außer der Ortsbezeichnung auch die Landesbe- zeichnung„Israel“ tragen, weil sonst die Gefahr besteht, daß die Sendungen nach dem jordanischen Teil Jerusalems(Babel Sahira-Jerusalem) geleitet und von dort wieder nach den Einlieferunssorten zurückgesandt werden. Mannnhelmer Produktenbörse HDer Brotgetreidemarkt hat sich am 11. Sept. 19050 im Hinblicck auf die beträchtlichen Auslandswelzenan- küntte etwas verunigt. Inlandweizen ist etwas reich- licher angeboten. Uebergebietliche Posten wurden ebentallis gehandelt, Ueberforderungen abgelehnt. Es Wird mit weiteren Importwelzenmengen zur Ent- lastung des Marktes gerechnet. Den Hartwelzenmüh- len sind 720t Hartwelzen zur Grießherstellung zuge- tellt worden. Roggen ist zu regulären Preisen aus- reichend angeboten. Am Hafermarkt sind die Angebote gering, inländischer Futterhafer in mähiger Qualität Wurde mit DM 26—26,50 ab nordbad. Station um- gesetzt. Inländischer Industriehater ist gering ange- boten, es wurden DM 27—27,50 ab nordbad. Station erzielt. Am Braugerstenmarkt hüält die Festiglceit des Marktes an, das Angebot ist ausreichend. Für gute Qualitäten Wittbg.-bad, Herkunft Werden DM 95—36 und pftülz.-rheinhess. Ware DM 36,50—36,50 bezahlt. In- dustriehafer ist wenig angeboten.— Der Mehl- markt hat sich durch die Weizenankünfte beruhitt, die Versorgung ist als gut anzusehen. Eine Beruhi- gung ist ebenfalls am Futtermittelmarkt testzustellen. Mühlennachprodukte sind besser ange- boten. Weizenkleie wird zu DM 14—16 und Roggen- Kklelie zu DM 12,50 mit Sack umgesetzt. Futtermehl ist mit DM 16—16,50 und Wetzennachmehl mit DM 23,50—24 am Markt. Weizenkeime sind mit DM 30.— ber saßß mit dem Ausruf:„Also darin würen Wir einig— vortrefflich, vortrefflichl“ Ob wohl Roga Bildungsmöglichkeiten biete wie Berlin? Ob das, was man Selbstunterricht nenne, einer begabten und beweglichen Seele genügen Könne? Sei nicht Magdalene begabt? Er schaudere bei dem Gedanken, sie könne ihn einer Prütfung in Naturkundte unterziehen. Hierauf kam er auf das Anrecht der Freude, wie er es nannte, sprach von Jahren, die sich nicht wieder ein- bringen ließen, und beschuldigte sich selbst, daß er in allzu großer Vorsicht die Lebensbedürfnisse des jungen Mädchens übersehen habe. Sidonie Ringeis konnte dem allem nichts ent- gegensetzen als die immer wiederholte Behaup- tung, daß die Nichte an das Land gewöhnt sei und sich in den geselligen Verhältnissen der Hauptstadt nicht zurechtfinden werde. Allein der Graf wandte ein, daß eben dies ihn veranlasse, sich selbst der jungen Dame anzunehmen, auch werde Magdalene gewiß später dankbar sein, Wenn sie ihre Befangenheit verloren habe, „Sle ist nicht befangen,“ meinte die alte Dame; „Was sich in ihr gegen die Art eures Lebens auf- lehnt, scheint mir ein Wissen um das ihr Zu- trägliche zu sein. Sie Wird nie eine Gesellschafts- larve werden, und ihr werdet eure Not mit ihr haben, wenn sie die Dinge bei Namen nennt. Hast du denn nicht selbst das Gefühl, daß dies Haus für ihresgleichen nicht geschaffen ist?“ „Werteste Tante,“ rlet jetzt der Grat,„wofür hältst du uns? Du ahnst nicht, wie bürgerlich es bei uns zugeht; wir sind beide nicht mehr jung und sehnen uns nach Stille. Unser Verkkehr würde dich geardezu Überraschen. Denke: Isa besucht jetzt die Singalcademie und sagte erst neulich zu mir, daß sie anfangen werde, um zehn Uhr zu Bett zu gehen. Du meinst, daß das alles nicht wahr sel; aber du Kkannst dich gelbst Uberzeugen. Willst du? Wir werden Tee- gtunden haben, die Paul Thumann zeichnen könnte— sankt, reinlich und auserwühlt. Ich Uberlege, oh wir nicht unsre Ader für Haus- musik entwickeln sollen. leh dürste nach Ein- kachheit, und Isa...“ Isa dürstete auch, wie sie neckisch zugab, in- dem sie ihr Zaubergewand glattstrich und fragte, Selte 9 Allenmaltlet Überwiegend froundlich An den Aktlenmärkten war zwar im Hinblick aut die gespannte wWeltpolitische Lage bei kleineren Schwankungen die Haltuns zeltwelse etwas zurück⸗ haltender. Doch zewann die leichte Belebuns und Befestigung, die zu September-Beginn auf Grund von Meinungs- und Interessenkkufen für. Montanaktien, Motoren- und Maschinenwerte soWie für verschiedens süddeutsche Spezialpapiere Platz gegriflen hatte, bald Wieder die Oberhand, und das herauskommende Ma-⸗ terial wurde an allen Plätzen Verhältnismäßig slatt auigenommen. An den Montanmärkten befeéstigten sich Gutehoftnungshütte intolse Brößerer Kaufautträge zeitweise bis auf 71 /8, Klöcknerwerke bis 66/ und Rheinische Braunkohlen auf 96 ½. Mannesmann Vor· zugsaktien setzten ihre nach oben gerichtete Kursbe- wegung zunächst bis auf 97/⁰ fort, um im Verlaufe wieder auf 64%8 abzubröckeln. Auch in Kali-Aktien waren Anzeichen für eine Geschäftsbelebung zu be- obachten, da die deutsche Kaliindustrie ein gutes In- lands- und Exportgeschäft autweist und beispiels⸗ weise der Wiederaufbau bei Burbach-Kali in jüngster Zeit weitere bemerkenswerte Fortschritte gemachit hat. Kali-Chemie verbesserten ihren Stand aut 66¼/8„ Nachfrage bestand ferner nach zementwerten, von denen Heidelberger zement auf Grund der günstigen Bilanz und der guten Geschättsaussichten erstmals wieder die Parigrenze überschritten und mit 1032 9/ bewertet würden. Von Bau-Unternehmungen gaben datgegen Berger-Tiefbau von 40 auf 30% nach, da die im Verhältnis von 1013 vorseschlagene Umstelluns verstimmte. Aus der Maschinenindustrie lagen neue Meldungen über beachtliche Exportaufträge vor. De- mog zogen von 76 auf 64% an. NSU Waren. auf die Umstellung 1:1 und auf eine Dividendenausschüttuns in Höhe von 6 ½% auf das verlängerte Geschäftsjahr bis 126 ½ gefragt. Unter den Textilpapieren befestig· ten sich Bemberg Kunstseide auf 69/ und Süddeut- sche Zellwolle auf 100%l. Deutsche Linoleumwerke setzten ihren' Kursansties auf 131% fort. Von Ver- sorgungs- und Elektrizitätswerten konnten sich Rhein- telden Kraft von 96 aut 100!und Accumulatoren Hagen von 66 auf 75% erholen, wüährend Stemens& Halske mit 45% gleichfalls etwas fester disponiert Waren. Brauerei-Papiere wurden von der Biersteuer- senkung, die eine Erhönuns des Ausstoßes mit sich bringen dürtte, in günstigem Sinne beeinflußt und blieben zu letzten Notierungen gesucht. Von Schiff- fahrtswerten zeichneten sich Hapag durch eine Kurs- verbesserung von 22 auf 24% aus. Das Geschäft in Zuteilungsrechten war zeitweise reger. Gute Aufnah- men beobachtete man u. a. in Montanwerten, Deut⸗ sche Linoleumwerke, Demag, Kali-Chemie, Lahmeyer und Heidelberger Zement. Für Versicherungs-Aktien überwog bei stabilen Notierungen eine leichte Nach- frage. Münchener Rückversicherung wurden mit 124 gehandelt. Am Bankenmarkt herrschte eine freund- lichere Tendenz bei fester Kursbildung, Deutsche Bank waren im Verlauf von 21 auf 22¼/8 gehessert. Es muß nunmehr abgewartet werden, Wann die alli- lerten Behörden ihre Zustimmung zu den Reorganisa- tionsplänen erteilen werden. Bank für Brauindustrie wurden mit 37/ nach zuvor. 34% höher bewertet. Die Notierungen der Bodenkreditinstitute lagen unverün- dert. Eine geringfügige Aufbesserung aut 2534/ ver⸗ zeichnete Rheinische Hypothekenbank. Die festver- zZinslichen Märkte verkehrten weiterhin in überwie- gend stabiler Haltung. Lebhafter umgesetzt wurden alte RM-Pfandbriefe und Kommunal-Obligationen zu gut behaupteten Notierungen, Während die Kurse der Industrie-Gbligationen sich nicht immer zu behaupten Vermochten. Einen günstigen Eindrucke hinterliell die Verlautbarung der Schluchseewerk AG, der zufolge sich die Gesellschaft entschlossen hat, ihre bis zur Wührunssretorm ausgelosten und mit 6¼%8 bezahlten Obligationen durch Nachzahlung von 3¼%8 auf 10% aufzuwerten. 4%8 Harpener Bonds mit Zusatzverzin- sung, deren aktienrechtlicher Charakter offenbar als gesichert angesehen wWird, konnten sich von 30 auf 50%8 erholen. R. Mannhelmer Schlachtviehmarkt Auftrieb am 11. 9. 50: Großvieh insgesamt 426 Stücke. Külber 150, Schweine 1687 und Schafe 165 Stäcke, Preise Je ½ kg Lebendgewicht: Ochsen Aæ jung 86—90, A 17 bis 64, B 66—75, Bullen AA jung 86.—94, A 76—67, B.70 bis 77, Kühe A 72-—60, B 64—1i, C 56—63, D bis 5 Fürsen AA 91—96, A 64—90, B 74—63, Kälber A 130—1346, B 116—126, C 102—110, Schweine A und B1 165—4167, B II 154—156, C 153—156, D 140—154, Sauen G1 14gC818. G II 137/—143, Schafe 40—65. Marktverlauf: Groſlvieh mittel, kleiner Ueberstand, Spitzentiere über Notiz; Schweine mittel, Ueberstand,. Kälber lebhaft, aus⸗ verkauft, Spitzentiere über Notiz. Der Schweineauf⸗ trieb mit 1537 Stück gegenüber 12862 in der Vorwoche War heute vermehrt. PFreissteiserunsen setzten sich durch für Kälber bis zu 5 Pfg., für Schweine bis zu 7 Pfg. je ½ kg Lebendgewicht. Die Preise für Groß- Vieh hielten sich ungetähr im Rahmen der Vorwoche. vd incl. Sack am Markt. Dorschmehl ist bei geringem Angebot starke gesucht. Es wird mit DM 70.— ab Hamburg offeriert. Norwetzisches Heringsmehl wird zum Großhandelspreis von DM 60,.— ab Hamburg oflerlert. Am Rauhfuttermarkt ist das Angebot und der Umsatz an Heu klein, die PFreise sind unver⸗ ündert.— Für Kartofleln sind die Angeboteé etwas zurückgegangen, die Nachfrage hat sich gesteigert. Die Erzeugerpreise ab Station lauten: Pfalz DM 3.25, Rheinland DM 4,26, Baden DM 3,30, Hannover 3,60, Bayern 3,40 und Westtalen 4.—. ————rr ob Magdalene ihr Zelchenunterricht geben könne, sie habe sich das neulich brennend gewünscht. „Wir werden Freundinnen sein, ich fühle es,“ sagte sle und blickte das junge Mädchen an, als würde sle im nächsten Augenblick in ihre Arme Aber Magdalene blieb kühl und unge- rührt. Indessen wurde nach langem Hin- und Her- reden doch beschlossen, daß ein Versuch zu ma- chen sei. Tante Siddy verlängerte ihren Aufent- halt im Vereinshaus und Magdalene siedelte in die Bendlerstraße Über. Sie erhielt ein anmutiges Zimmer, das nach dem Garten hinaussah, sie wurde von ihrem Stietvater auf die zartsinnigste Weise mit der Hausordnung bekannt gemacht GG6es ist eigentlich keine Hausordnung, sondern nur die ergebene, achtungsvolle Bitte, Isa lieb- zuhaben“) und erlébte dann den Augenblick, wWo Tante Siddy klein und betäubt in einer Droschke verschwand und davongefahren wurde. Erst in diesem Augenblick fühlte sie, Wie Verlassen sie wWar. 10 Dile eilgentümliche Gabe lebendiger Wesen ist es, sich den verüänderten Umständen anzupassen. Der zerschlagene Stein bleibt in gelnen Bruch- stücken unveränderlich, der abgerissene Zweig hat keine andere Aussicht als die eines lang- samen Vergehens, das Lebendige aber richtet sich nach dem Sturmwind wieder auf und ent- kaltet neue Kräkte, die erst jetzt vielleicht Raum und Licht gewonnen haben. 80 begann auch Magdalene Baring in den nächsten Wochen mit dem Wiederaufbau ihres Wesens; sie z20g älle Hiltstruppen, die sle besaßl, zusammen und ver⸗ zichtete auf die Wehklage des Alters, daß alles Bisherige dahingeschwunden sei wie ein Traum. Wenn sie es näher bedachte, so hatte sie mit kKelnem Menschen ein so inniges Verhältnis, urn Uber das Versinken ſhres bisherigen Umganges in Trübsinn zu verkallen, Schwerer trug sie an der Trennung von Roga und seinen Herrlichleei- ten. Sie entbehrte Tiere und Bäume, sie hatte eine verzehrende Sehnsucht zu überwinden nach dem klingenden Tropkenkall eines Wassers und dem Sommergesang reitenden Korns. Fortsetaung kolgt Seite Was War und Durch einen tragischen Verkehrsunfall wurde unser lieber, guter Sohn Heinz Lay Priv.-Detektiv und Sportlehrer im Alter von 30 Jahren uns entrissen. In großem Scehmerz im Namen aller Verwandten: Helene Lay, geb. Blum Karl Lay Heldelberg, Neckarstaden 4, den 11. September 19350. Beerdiguns: Freitag, 16. 9. 1950, nachm. 3 Unr, Bergtriedhot Sterbetllle 11./12. 9. 1950 Heinz Lay, 30 Jahré Neckarstaden 4 Barbara von Herg, 76 Jahre Bergheimer Straße 69 Lucie Botscharoftf, 52 Jahre Helmholtzstraße 5 Die hequeme Couch, den solIden 868s60l, dle Suten Matratren nur vom Fachmann MOILTI4IUSSLER Heidelbers, Ksiserstraße 63 (Weststadt) tzegen Barzahlung versteigert. Obstversteigerungl am Samstag, dem 16. September, um 15.00 Unt, wird aut dem Unterbiegelhot, Station Untergimpern, eine größere Partie Most- und Wirtschaftscbst Zusammenkunkft im Hot. Ihr Totoschein liegt bereit„, Neut Sochser-Tusdh-Wette 1 STURMER Sophlenstraße 7 (am Bismarckplatz) * νναεεε Nuzinger-oͤchramm die führende Schule tür Tanz und gesellsch. Formen Beginn unserer Schüler- und Abendkurse Preiswerte Honorare, Gefl. An- meldungen und unverbindliche Auskunft: Moltkestrabe 7 Telefon 26 60 ARZTE UND ANWXLTE Von der Reise zurlick! Dr. med. R. Reinhardt Heldelberg, Brüchtenstr. 41, Tel.2530 Prakis wegen Umzug geschlossen Wieder-Eröftnung in den neuen Praxis-Räumen: Heidelbergz, Bun⸗- senstraſle 6, am 2. Oktober 1930. Dr. med. Hans Ol¹ Facharzt für Orthopädie l. SchWerhörige Das einzieartig. deutsch. Miniatur-Röhrengerät tür nahezu alle Grade von Schwerhörigkeit ist erschienen! Unverbindl. Vortührung und individuelleAnpassung am Frel- tatg,, 15. 9. in Heidelberg v. 9·12 u. 14-16 Uhr, Hotel„Alt Heidel- berg“, Bunsenstraße 3(Nähe Bahnhof). Aklas-Werlte H. C., Rremen Abt. Schwerhörigengeräte Kunststopferei erstes Geschäft am Platze. Hdbg., Plöck 46a, Tel. 39 11. 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September 1960: Kohlhof, Trettpunlet jewells um 9 Uhr, Alter Kohlhot. Stadtverwaltung Heidelberg Gartenamt u. Abt. f. Landwirtsch. Vergebung von Bauarbeiten Die Gemeindeverwaltung Ehrstädt, Kreis Sinsheim, schreibt für den Bau eines Rathauses die Maurers, Beton-, Zimmerer- und schmiede- arbeiten sowie Steinhauerarbeit aus rotem Natursandstein zum öftentlichen Wettbewerb aus. Pläne und Bedingungen liegen bei der Gemeindeverwaltung Ehrstädt aut, Wo die Angebotsformulare ab Freltag, den 16. September 1950 tüUr 1.— DM erhältlich sind. Die Angebote sind im verschlosse- nen Umschlag bis spätestens 23. September 1950 einzureichen. Der Bürgermeister Handelsregister Amtsgericht Wies- loch, den 11. 9. 1950. Veränderung A. 446 Bronner u. Heuß Nachf., Wiesloch, Die Einzelprokura des Kautmanns Karl Bernatz ist er- loschen, Den Kaufleuten Karl Ber- natz in Wiesloch, Berthold Horst- man in Groß-Gerau und Walter Winter in Mannheim-Almenhof ist Gesamtprokura erteilt. Handelsregister Amtsgericht Wies⸗ loch, den 11. 9. 1960. Neueintragung A 196 August Reichel, Wirkwaren- fabrik, Walldort/Baden, Geschüfts- inhaber: Außgust Reichel, Fabri- kKant in Walldorf. Dem Kautmann August Armbruster in Walldorf ist Einzelprokura erteilt. Die Firma Müller& Co., Pharm.- chem, Fabrik Gmbfl. in Heidelberg hat hren Antrag auf Fröttnuns des Vergleichsverfahrens zurücke⸗ Henommen. Das Amt des vorläu- Higen Veywalters, Dipl.-Volkswirt H. Höhne in Heidelberg ist be⸗ endet. Das Veräuflerungs- u. Lel- stungsannahmeverbot vom, 25. 6. 50 Wird aufgehoben. Amtsgericht Hei- delberg 2Z 6. 2 Todeserklüärung. Dr. jur. Roderich Hillebrandt, Mintistertalrat a. D., geboren am 21. 6. 1664 in Breslau, Wohnhaft in Mettkau-Breslau, Deutscher, wird für tot erklärt. Als Zeitpunket des Todes wird der M. März 1945, 24.00 Uhr, testgesetzt. Heidelberg, den 6. 9. 1960. Amts⸗ Kericht-VG. Todeserklürung, Frau Charlotte Hil- lebrandt, geb. Heinze, geb. 16. 9. 1006 in Brieg, Wwohnhatt in Mett- Kkau heil Kant/schl., Deutsche, Wird tur tot erklürt. Als Zeitpunkt des Hauptstraßhe 37 Teleton 28 73 in seinem Beruf Täglich 12.00, 18.50, 16.00, 16.10, 20.15 Bis einschließlich Donnerstag: Eine Kriminalaffäre um ein berühmtes Pariser Ein Filim mit Spännung und Humor Oas unheimUieρERęLiod Bernhard Blier als schüchtern verliebter, aber Jadues Pilis der von Frauen umschwürmte Schlagersänger Sophie Ddesmarets— eine sympathische Erscheinung mit viel Temperament Chanson sachlich-kühler Kriminalbeamter Uhr.— Kassenöftnung 11.30 Unr — Beginn neuer Aurse in allen Altershlassen für Anfäͤnger u. Fortgeschrittene Schule fur Gesellschaftstanz Honorar leonurrenzlos verbilligt Fr.-Ebert- Anlage 35. Tel. 5996 33= Agfa-Bo&xR“: Volkskamera. Box-Tengor 11 Radix, 116.6.„ Isolette V. 66 mit Agnar 1:4.6 Nettar, 646 mit Novar 124.8 Bessa, 69 mit Vascar 1:4.5 Ikonta, 646 mit Novar 114,8 Ikonta, 6K6 mit Novar 118,6 Vito, 24K96 mit Col. 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