1960 —8 II * —— 1 Erscheint täguich auger sonn- undi tetertags, Bezusspreis monatl. DM 2.80 zuzügl. DM 0.40 Trägerlohn. Postbezieher monatlich DM 3.20 (einschl. Zeitungsgebühr), zuzüglich Zustell⸗ gebühr.— Anzelgenpreis: Ispaitig- 46 mm breit DM 0.40 per mim nach Preisliste Nr. 2. 67. Jahrgans des Heldelberker Tageblatts Nr. 287/ 2. Jahrgzung Neuaufbau der CDU quf qesamideutscher Busis ageblalt UD NABHINGIGOEHEIDELRBEROGER ZEITUNG Montag, den 23. Oktober 1950 Tehn-Punkte-Purteistatut verkündet- Dr. Adenquer zum Vorsitzenden gewählt Goslar. Auf dem ersten gesamtdeutschen Parteitag der CDU in Goslar wurde am Samstag dus 10 Funkte umfassende Parteistatut der CDU verkündet und von 1200 Dele- gierten aus 16 Landesverbünden einstimmig angenommen. Nach den Statuten gliedert sich die CDU in Landesverbünde. Den Landesverbünden sind solche Gebietsteile Deutschlands gleichgestellt, in denen gegenwürtig keine freien Wahlen stattfinden können, oder die nus sonstigen Gründen am gesamtdeutschen politischen Geschehen nicht teilnehmen Kön- nen. Organe der CDU sind der Bundesparteltag, der Bundespartelausschuß und der Bun- desparteivorstand. In allen Organen der Partei sollen die Frauen und die„Junge Unlon“ ungemessen vertreten sein. Dr. Adenauer hatte vorher auf die histori- sche Bedeutung der Gründung der gesamtdeut- schen CDU hingewiesen. Er erklärte:„Wenn die Verschiedenen Landesparteien jetzt zu einer Ge- samtpartei organistert werden, dann wird die CDU ein ganz anderes Gesicht bekommen. Die CDU-Gründung wird für die Entwickclung von entscheidender Bedeutung sein. Rücksicht auf Bayerns CSU Dr. Adenauer wies darauf hin, daß man auf die Verhältnisse in Bayern Rücksicht habe nehmen müssen, die zunächst eine Vereinigung der CDU mit der CSU noch nicht gestatten. Es habe sich aber bei der Zusammenarbeit in der gemein- samen Bundestagsfraktion CDU/ CSU erwiesen, daß kein Unterschied besteht,„höchstens im Aus- druck oder im Temperament.“ Stimmzettel mit„Konrad“ Die wahlbereéchtigten Deleglerten wählten Bun- deskanzler Dr. Konrad Adenauer zum Partelivor- sitzenden der gesamtdeutschen CDU. Von 335 Stimmen erhielt Dr. Adenauer 302 Stimmen. Be- vor der Wahlpräsident, Oberkirchenrat Dr. Adolt Cillten, das Ergebnis bekanntgab, legte er den Delegierten die Frage vor, ob ein Stimm- zettel, der lediglich die Abschrift„Konrad“ trug, als gültig, angesehen wurde. Unter Heiter- keit und stürmischem Beifall wurde dieser Stimmzettel als gültig erklärt. Stellvertretende Vorsitzende wurden der Bun- destagsabgeordnete Dr. Holzapfel und Bun- desminister Kaſser. Politisches System auf christlichem Glauben Verschiedene Referate untersuchten die ge- schichtliehe, kulturelle und europäische Aufgabe der CDU. Der Bundestags-Abgeordnete Dr. Kurt Klesinger sprach von dem Willen der CDU, das politische System auf die Botschaft Christi aufzubauen und an die Stelle der harten In- teressengegensätze den christlichen Glauben als einzigen Schutz gegen die Ideologie des Ostens zu setzen. Das Abendland und die Welt könnten Fortsetzung auf Seite 2) Höhere Steuern für Sicherheitsbeitra Goslar. Bundeswirtschaftsminister Prof. Lud- wig Erhard kündigte am Sonntag auf einer Pressekonferenz während des CDU-Parteitages in Goslar höhere Steuern für die Finanzierung des deutschen Sicherheitsbeitrages an. Die Wäh- rung solle stabil gehalten und die Notenbank nicht mißbraucht werden. Deshalb solle dieser Beitrag durch Mehrbesteuerung aufge- bracht werden. Unter Umständen werde von den Mahßnahmen auch die Einkommensteuer berührt. Bei der Verabschiedung des geltenden Einkommensteuergesetzes sei das Anwachsen der kommunistischen Gefahr nicht vorauszusehen Kein UsAVormorsch zur Mandschurei Verfolgungsaktion bleibt den Südkoreanern Überlassen Toklo. Der UNO-Oberbefehlshaber in Korea, General Mae Arthur, hat dem Kommandeur der achten USA-Armee, General Walker, An- ordnung erteilt, die südkoreanischen Verbünde „sο schnell wie möglich“ nach Norden in Marsch zu setzen. In Tokio rechnet man damit, daß die Südkoreaner geradewegs bis zur mandschu- rischen Grenze vorstoßen werden, um zu ver⸗ suchen, die sich nach Norden zurückziehenden Streitkräfte aufzurelben. Von zuverlässiger Quelle verlautet, daß Ge- neral MacArthur, der erklärt hatte, der Krieg werde„sicherlich bald zu Ende“ sein, nicht be- absichtigt, amerikanische Truppen nüher als zwischen 50 und 65 lem bis zur mandschurischen Grenze vorrücken zu lassen, Die Säuberung des Gebletes nördlich dieser Linie soll den Süd- korenanern überlassen bleiben. Eine Kommandoeinheit der ersten amerilca- nischen Kavallerle-Division, die am Donnerstag Iin die nordkoreanische Hauptstadt eingedrun- gen wWar, rückte am Samstag nördlich von Pjöngjang vor, um Verbindung mit dem ameri- kanischen Fallschirmiäger-Regiment herzustel- len, das am Freitag im Gebiet von Suntschon (Sunchon) und Suktschon(Sukchon) in einem Luftlandeunternehmen abgesetzt worden war. Die südkoreanische 6. Division, die Suntschon, etwa 46 km nördlich von Pjöngjang, erreicht Hat, hat bereits Verbindung mit den Fallschirm- jägern hergestellt. Nach in Tokio eintreffenden Berichten sind der nordkoreanische Ministerpräsident Kim 11 Sung und seine Mitarbeiter Üüber den Jalufluß nach der Mandschurei geflohen. Sie wollen ver- suchen, von dort aus wührend des Winters einen Guerillafeldzug zu organisieren. Südkoreas Staatschef gegen UNO-Plan Söul. Der südkoreanische Staatschef Syngman Rhee kündigte am Sonntag an, daß unmittel- bar nach Einstellung der Kampthandlungen„von der rechtsmäßigen Regierung Koreas“ eine 2Z1- vilverwaltung eingerichtet werde, Rhee hatte be- reits erklürt seine Regierung habe die Absicht, ihre Autorität ohne Einmischung der UNO oder anderen Stellen auf Nordkorea auszudehnen. Dle Stantsbesuch Adenauers in Rom Goslar. Bundeskanzler Dr. K. Adenauer lst von der itallenischen Reglerung zu einem Stantsbesuch nach Rom eingeladen worden. Die Einladung wurde dem Bundeskanzler vom ita- llenischen Kultusminister Guldo Gonella auf dem Purteltag der gesamtdeutschen CDU in Goslar Überbracht. Dr. Adenauer hat die Einladung an- genommer. Morgzen Deutschland-Debatte in Paris Parls. Die französtsche Nätionalversamm⸗ lung Wird am Dienstag eine zweltügige Debatte üiber die Frape elnes deutschen Verteldigunss- beitrages beginnen. Die vierstündige Samstag-Sitzung des kran⸗ zöslschen Kabinetts, die ausschlließlich dem deut- schen Aufrüstungsprobtem gewidmet War, hat eine Annüherung der verschiedenen Standpunlcte ergeben. Mitarbeit der UNO an Koreanischen Problemen solle aut Beratungen und Beobachtungen be- schränkt werden. zu dem UNO-Plan, die Autorität seiner Regie rung auf das Gebiet südlich des 38. Breitengra- des zu begrenzen, erklürte Rhee:„Das koreani- sche Volk hat für die Demoltratie und die Nie- derlage des Kommunismus in Korea gekämpft. Sollte alles Blut umsonst vergossen sein?“ Er betonte erneut, daß er die UNO-Vorschläge ab- lehnt. Dem ihm über den UNO-Plan befragen- den Pressevertreter sagte er:„Was glauben Sie eigentlich, wer wir sind?“ gewesen. Das System der freien Marktwirtschaft Werde nicht aufgegeben. „Es findet keine dramatische Entwicklung statt,“ beruhigte der Bundeswirtschaftsminister. „Wir können die Aufgaben erfüllen, ohné die so- ziale Ordnung zu stören“. Die Bundesrepublik und ihre Wirtschaft seien zu einem Beitrag zur europäischen Verteidgung verpflichtet um das Leben des deutschen Volkes zu schützen. Die nichtkommunistische Welt sei stark genug, um mit zusammengefaßter wirtschaftlicher Kraft jeder Aggression wirksam zu begegnen. Gegenwürtig werde zwischen der Ruhrbe- bhörde und der Deutschen Kohlenbergbauleitung verhandelt, um einen stabilen fésten deutschen Kohlenexport festzusetzen. „Kein Verständnis für die neue Steuerbelastung“ Stuttgart. Das Prüsidium des Bundes der Steuerzahler protestierte in einer Erklärung gegen das neue Steuerprogramm der Bundes- regiterung. Wenn die Bundesreglerung über kel- nerlei Reserven vertüge, um unvermeidliche Ausgaben zu decken, so müsse der Bund der Steuerzahler dazu feststellen, daß er oft genug aut die Möglichkeiten der Einsparunt in der Verwaltung hingewiesen habe. Solange diese Möglichkeiten nicht ausgeschöpft worden selen, könne die Regierung bei der Bevölkerung auf kein Verständnis für neue Steuerbelastungen rechnen. Wun. schmit-e⸗ Chefredak Einzelpreis 15 Pfg. Unsere Meinung Auf der Autobahn Unter der Ueberschrift„Der Bund braucht Geld“ hatten wir schonend darauf vorbereitet, daßb erhebliche neue Mittel aufgebracht werden müssen, u mdie verstärkten Anforderungen an den Bundeshaushalt auszugleichen. Eine Defizit- Wirtschaft kann nicht in Frage kommen, da nur eine Inflation die Folge sein könnte. Das soeben beschlossene große Versorgungsgesetz kostet jährlich 3,6 Milliarden D-Mark. Das Bundes- kKabinett fordert nun einen ersten Teilbetrag zur Deckung an. Abgesehen von der Erhöhung des Notopfers Berlin, dessen Einnahmen für den Ber- liner Zweck gebunden sind, wird zunächst der Kraftwagenverkehr herangezogen. Die EFrhöhung des Benzinpreises und die Gebühren für die Be- nutzung der Autobahnen sollen je 270 Millionen D-Mark bringen, also zusammen 540 Millionen, womit erst ein Bruchteil der Renten unter dem Versorgungsgesetz gedeckt ist. Die ersten erwar- teten Proteste liegen bereits vor, und es wird an sich überhaupt keiner eine Verteuérung des Autotransportes begrüßen. Die Bundesbahn muß ihren Unterbau und das Schienennetz schon im- mer aus eigenen Mitteln erhalten, während bis- her der Kraftwagenverkehr die entsprechenden Kosten nicht voll einzukalkulieren brauchte. Bis- her bezahlten die Steuerzahler in ihrer Gesamt- heit diese Kosten. Von jedem Steuerabzug der Lohntüte dienten so und so viel Pfennige oder Mark nur dazu, daß jemand anders kostenlos die Autobahn benutzen konnte. Natürlich wird nun der Autotransport etwas teurer. Es wird keiner gezwungen, die Autobahn zu benutzen. Aber es wird sich herausstellen, daß keine Abwanderung auf die gewöhnlichen Landstraßen erfolgen wird. Damit wird der praktische Beweis geliefert, daſß die Gebühren(40 Mark für den Personenwagen und 80 Mark für den Lastwagen) immer noch billiger sind als die Mehrkosten, die dem Auto- fahrer bei grundsätzlichem Verzicht auf die Autobahnen entstehen würden. So weit die Kal- kulation eine Abwanderung auf die Bundesbahn zur Folge haben sollte, würde dies nur beweisen, daß die bisherige Kalkulation eben nicht auf völlig gleichberechtigter Konkurrenz beruhte. Schürter kalkulieren Unser Sozialprodukt hat jetzt den Jahresbetrag von neunzig Milliarden D-Mark erreicht. Dern⸗ gegenüber betrug die Verteuerung des Straſlen- verkehrs fünfhundert Millionen. Diese Ziffern sollten dafür maßgeblich sein, daß keine unge- bührliche Abwälzung erhöhter Autotransport- kosten auf den Verbraucher erfolgt. Alle zusam- men müssen wir eben einfach schärfer kalku- Aufstellung einer schlogkröftigen Sowietzonen-Armee Molotow verhandelte mit Dertinger— Ostblockcstaaten gegen west deutsche„Remilitarisierung“ Prag. Am Samstag wurden die von der Pra- ger Konferenz der sleben Ostbhlockstaaten und der SowWaietzonenrepublik getroffenen Entschei- dungen in einer zehn Seiten langen Erklärung bekunntgegeben. Sle enthält Forderungen, die sich gegen die deutsche„Remilitarisieruns“ wen⸗ den. Die vier Forderungen der Ostblockstaaten sind: 1. Die Reglerungen der USA, Großbritanniens, Frankreichs und der Sowietunion sollen eine Er- klärung veröffentlichen, daß sie eine Remilitari- slerung Deutschlands nicht dulden und nicht ge- statten werden, daſ Deutschland in irgendwelche Aggressionspläne einbezogen wird. 2. Alle Beschränkungen für die deutsche Frie- denswirtschaft sollen aufgehoben werden, eine Wiedererrichtung des deutschen Kriegspotentials dürfe nicht gestattet werden. 3. Mit Deutschland soll unverzüglich ein Frie- densvertrag abgeschlossen werden, um entspre- chend dem Potsdamer Abkommen ein einheit- liches Deutschland zu schaffen. Die Besatzungs- truppen sollen ein Jahr nach Abschluß des Frie- densvertrags zurückgezogen werden. 4. Auf paritätischer Grundlage soll aus Ver- tretern Ost- und Westdeutschlands ein gesamt- deutscher konstitulerender Rat gehildet werden, der die Vorbereitungen für die Bildung einer neuece Naclecieliten in Ldcne Verband der Sowietzonen-Flüchtlinge“ in Stutt⸗ gart gegründet. Ein„Verband der Sowietzonen- Flüchtlinge“ wurde am Wochenende in Stuttgart gegründet, Die neugegründete Organisation ist aus dem bisherigen„Verband der Ostzonengeschädig- ten“ hervorgegangen. Zum Vorsitzenden wurde der Reglerungsrat im Landwirtschaftsministerium Jo- gef Franz gewüählt. Schledsgerlcht soll im graphischen Gewerbe ent⸗ schelden. Bei den Lohn- und Tartktverhandlungen zwischen der Arbeitsgemeinschaft der graphischen Verbände und der Industriegewerkschaft Druck und Papler wurde in Boppard vereinbart, daß ein Schiedsgericht vermitteln oder einen Schledsspruch källen soll. Bund der Schiedsmünner neu gegründet. Der Bund deutscher Schiedsmänner wurde in Bochum von Schiedsmäünnern, Schiedsmannstellvertretern, Behördenvertretern und Förderern des Schieds- mannswesens neu ins Leben geruten. Reichsbund der Krlegsbeschädigten gegen Hundes⸗ versorgungsgesetz. Der Relchsbund der Kriegs- und Zitullbeschädigten, Soslalrentner und HHinterblie- benen wWandte sich gegen das vom Bundestag ver- ubschledete Bundesversorgungsgesetz; mit der Zwel⸗ tellung des Rentenanspruches in eine Grund- und eine Ausgleichsrente werde dem Gesets der Cha- ralcter eines wirkl'chen Versorgungsgesetzes genom- men. Der Vorband der Kriegsbeschäkdigten, Kriegs- hinterbliebenen und Sozlalrentner sprach degegen, Wie gchon gemeldet, seine Befriedisung über das Gesetz aus. glebenbürger-Sachsen bekkennen sich zu Furops. Bel der Fröffnung des Siebenbürger Helimattages in München bekannte sich der Slebenbürger Dichter Dr. Heinrich Zillich zu Europa, Ur wWies daraut hin, daß das Slebenbürger Staatswesen noch vor der Schwelz die erste europkische Demokratte im guten Sinne gewesen sei. Rlas-Hörer fordern freie Wahlen in ganz Deutsch- land. 5000 Rias-Hörer antworteten auf ein Preis- ausgchreiben nach„dem nüchsten Schritt zu deutscher Einheit und Freihsit“ mit dem Vorschlag, freie Wahlen in ganz Deutschland mit Unterstützung der UNO zu veranstalten. 2000 andere Finsender Wilnschen, daßß die Bundesregterung ihren Sitz nach Berlin verlegt, Insgesamt haben 19 764 Hörer ge- antwortet, davon 13 607 aus der Sowietzone. Drucker unterliegen nicht unbedingtem Kontrakt⸗ waäng Die alltterte Hohe Kommisston hat der Industriegewerkschaft Druck und Papfer mitgeteilt, das Druckereſen nicht durch vertragliche Ver- pflichtungen gezwungen werden können, Material zu drucken, das gegen Gesetze der alltierten Hohen Kommisslon verstöht. Churchilnl uber Verteldigung. Winston Churchill erlclärte in London, eine Westliche Verteidigungs- tront ohne die deutsche Bundesrepublile sei un- möglich. Moskau verhandelt. Die Sowfetunion hat sich bereit erklürt, mit den U8A Über die Möglichkeiten des Abschlusses eines Friedensvertrages, für Japan Verhandlungen autzunehmen. Saarabkommen ratlflslert. Die französische Na- tlonalversammlung ratiflzlerte durch Handautheben das transöstsch-saarlündische Ableommen vom J. Märs 1950, Nur die Kommuntsten stimmten da- gegen. Amerikanische Geleltzersthrer für Griechenland. Im Rahmen des amerikanischen Militärhiltspro⸗ ramms Ur antikommunistische Stuaten soll Grie- chenland mehrere Geleitzerstärer erhalten. In Athen apricht man von sechs Einheiten. demokratischen, friedliebenden, souveränen ge- gamtdeutschen Regierung zu treffen hätte. Die Vorschläge dieses Rats sollten den Regle- rungen der vier Grohmächte zur gemeinsamen Billigung vorgelegt werden. Der Rat soll bei der Vorbereitung eines deutschen Friedensvertrages eingeschaltet werden. Das deutsche Volk könnte „unter gewissen Voraussetzungen“ direkt ange- rufen werden, seine Meinung hierzu zu äußern.“ Sowielische Sicherheitsgarontie Berlin. Gutunterrichtete SED-Kreise der So- Wetzonenregierung erwarteten von der Prager Konferenz„hedeutsame Entscheidungen in Fra- gen der Sicherheit und des Prestiges der So- Wietzonenrepublik.“ In diesem Zusammenhang ist eine Information der Hamburger„Welt am Sonntag“ bemerkenswert, die besagt, die Einbe- ziehung der Sowietzone in die sowietische Trup- benmacht habe im Mittelpunkt der Prager Kon- lerenz gestanden. Molotow habe dem sowiet- zonalen Außenminister Dertinger die Ein- zelheiten mitgeteilt, die als Voraussetzung für das schnelle Anlaufen der Aufstellung einer schlagkräftigen Ostzonen-Armee verwirklicht werden sollen. Hierzu gehören: 1. eine sowjetische Sicherheitsgarantie für die Ostzone; 2. die Ostzonenverfassung muſ in einem ihrer wiehtigsten Artikel dahingehend abgetindert werden, daß die Bevölkerung der Sowjetzone den Krlegsdienst nicht verweigern dart; 3. mögliche Gegenbestrebungen„unzuver- lässiger bürgerlicher Politiker“ gegen die Ein- tährung der Allgemeinen Wehrpflicht müssen durch den Staatssicherheitsdienst(S8D) im Keime erstickt werden. Adenauer: Nur für Leichtgläubige Goslar. Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer erkclärte in Goslar zu den, Prager Beschlüssen der Kominformpaktmächte, daſh diese nur tfür sehr Leichtgläubige bestimmt seien. Zu den ersten vier Forderungen des Ostblockess, daßß die vier Grohbmächte eine Remilitaristlerung Deutschlands nicht dulden sollten, stellte der Bundeskanzler die Frage:„Soll die Sowietzonen- Polizetarmee aufgelöst werden?“ Er stellte fest, daß nur in der sowietischen Zone eine Remili- tarlslerung stattfinde, Seite 2 Ileren, ob wir eine Ware herstellen, ob wir sle transportieren, ob wir sie als Groſhändler oder über den Ladentisch verkaufen. Denn die schürfste Kalkulation, auf die letzten Endes alles ankommt, ist das Haushaltsgeld unserer Haus- ktrauen. Sx. Was die USA für Frankreich tun Es verdient verzelchnet zu werden, daß mnit den amerikanischen Rüstungskreéditen und Ma- teriallleferungen an Frankreich zum ersten Mal in der Weltgeschichte die Armeelasten einer Grolimacht von einer anderen Großmacht zu emem größeren Teil getragen werden, als der elgene Beitrag der ersteren Macht ausmacht. Nicht weniger als zwel Drittel, nämlich ingesamt 1000 Milliarden Franes steuern die USA zu den französischen Verteidigungsausgaben zu, für die das französische Militärbudget selbst nur 580 Milliarden Franes im kommenden Haushalts- jahr aufbringen kann. Die amerikanische Hilfe setzt sich zusammen aus den Subventlonen in Geld, die für die ersten sechs Monate 1951 70 Milliarden Franes betragen(ein Viertel der von Frankreich gewünschten Summe), Lieferun- gen aus dem Atlantikpakt in der Höhe von rund 2 Milliarden Dollar und 257 Millionen Dollar Materiallieferungen für Indochina, d. h fast vier Fünftel der Summe, die Frankereich in seinem Budget für diesen Kriegsschauplatz vor- gesehen hat. Es ist Klar, daß diese Erfolge des Finanzministers Petsche bei seinen Washingtoner Verhandlungen nicht ohne französische Gegen- leistungen erzielt werden konnten. Die Wehr⸗ macht einer Nation galt immer als der eifer- süchtig gehütete Kern der Souverünität. Die obigen Zahlen sprechen aus, wie sehr der alte Souveränitätsbegrift schon innerlich ausgehöhlt ist. Rußland bewährt sich weiter als der un- freiwillige Einiger der westlichen Welt. b. Schweden verfügt über V-Waffen Stockholm. Die schwedische Wehrmacht wird demnächst die ersten Uebungen mit V-Waffen eigener Konstruktion durchführen. Wie der schwedische Generalstab mitteilt, soll die Ra- ketenwaffe in erster Linie zur Verstürkung der Küstenartillerle eingesetzt werden. Schweden ist bereits seit 1944 im Besitz wichtiger Kon- struktionsdetails der deutschen V-2-Bombe, Ein in Peenemünde abgefeuertes Projeletil ging da- mals durch Fehlsteuerung in der Provinz Saam- land nieder. Durch die Untersuchung der an der Explosionsstelle gefundenen Teile gelang es den Sachverständigen festzustellen, daß es sich um eine verbesserte V I mit Ueberschallgeschwin- digkeit handelte. Das Untersuchungsmaterial Wurde im Flugzeug nach London weitergeleitet, das seit dem September unter dem Beschuß mit V-2-Bomben lag, und den britischen Prüfstel- len zur Verfügung gestellt. De Gaulle fordert 40 Divisonen Paris. General de Gaulle forderte auf einer Massenkundgebung in Paris die Aufstellung eines starken französischen Heeres von 40 Divisionen aund den Bau von 5 000 Flugzeugen. Frankereich müsse ferner moderne Kriegsschifte mit einer Gesamttonnage von 350 000 Tonnen bauen und über Marineluftstreitkräfte verfügen können, die imstande sind, die französischen Häfen und die Seeverbindungen zu schützen. 2,6 Mill. Tonnen Ladung New Vork. Der amerikanische Schiffahrtsver- band teilte am Sonntag mit, daß in den ersten drei Monaten des Koreakrieges 2,6 Millionen Tonnen Ladung, ausgenommen Petroleumpro- dukte, auf dem Seewege von den USA nach dem Fernen Osten gebracht wurden. Belgische Kollaborationisten begnadigt Erüssel. Der belgische Ministerpräsident Josef Pholien kündigte in einem Interview mit dem Blatt der christlichen Gewerleschaften Belgiens „La Cité“ an, daß die wegen Zusammenarbeit mit der deutschen Besatzungsmacht zum Tode Verurteilten nicht mehr hingerichtet werden. Gerechter Lohn Bundesernuührungsminister Niklas Goslar. Auf dem Parteitag der CDU unter- strich Bundesernährungsminister Niklas die Notwendigkeit elner einheitlichen Wirtschafts- Politik für die gewerbliche und für die Er- nührungswirtschaft. Eine erfolgreiche Wirt⸗ schaftspolitik sel zugleich die beste Agrarpoli- tik;„Denn hat der Verbraucher Geld, dann geht es den Bauern gut“, Der Minister appel- lierte an die Landwirtschaft, die aus der Be- lebung der Gesamtwirtschaft erwachsenden marktmäßigen chancen zu nutzen. Optimismus und Wille zur Intensivierung und Rationali- slerung beim Erzeuger seien unerläßlich. Agrargzesetze neuer Abschnitt der Agrarpolitik Den Erlaß der Agrargesetze: des Getreide- gesetzes und der vorbereiteten Gesetze für Vieh und Fleisch, Milch und Fett und für Zuckker be- zeichnete Dr. Niklas als den Beginn eines neuen Abschnittes der deutschen Agrarpolitik. Das Ziel sel ein gerechter Lohn für den Bauer und die Erhaltung des Reallohnes. Grundgedanke der neuen Agrarpolitik seten die Einfuhrschleuse, die die Importe nach Menge, Art und Zelt regeln Und die Vorratsstellen, die die Versorgung über längere Zeitrüume und den Marlctausgleien sichern sollen. Für rationelle Flächenelnhelten Der„Kampf gegen die Atomisierung der Acker- Hläche“ sel eine der wichtigsten Aufgaben. In kürzester Zeit werde ein Bereinigungsgesetz vor- gelegt werden. Dadurch sollen Kleinstflächen inerhalb von 15 Jahren zu rationellen Flächen- einheiten von mindestens einem Hektar zusam- mengelegt werden. 72 Der CDU-Parteitag in Goslar Fortsetzung von Seite 1 nicht mit den Behelfsmittein aus den Arsenalen des 19. Jahrhunderts gerettet werden. „Das Tiefste unseres Unglücks ist nach der Ueberzeugung der in der CDU zusammenge- für den Bauern über dlie neue Agrarpolitik schlossenen Katholiken und Protestanten, für die Prof. Dr. Frich Stier(Münster) sprach, allein in dem Abfall unseres Volkes und seiner Führung von Gott und Christus begründet. Deshalb sei die gegenwürtige furchtbare Krise eine Genesungskrise von den Ideologien der Irreliglon, des Unglaubens und der Gottlosigkeit. Auch der Vorsitzende der CDO/ CSU-Bundes- tagsfraktion, Dr. Heinrich von Brentano, forderte nach seinem Bekenntnis zu Europa einen christlichen Kontinent, der im Glauben an seine unvergüngliche Existenz und an seine unveräußerlichen Aufgaben gestaltet werden miisse. Auch die vielen ausländischen Gäste legten übereinstimmend ein Bekenntnis zu Europa und zur Zusammengehöriglteit aller christlich-sozlalen Parteien Europas ab. Evangelische Delegierte gegen Niemöller Die evangelischen Delegierten des Partelitages stellten sich in einer Erklärung hinter die Polſtik Dr. Adenauers und wandten sich gegen dle Aeußerungen von Kirchenpräsident P. Martin Nlemöller. Lastenausgleich—„letzte Hoffnung der Vertriebenen“ In einem Reterat zum Vertriebenenproblem Wärnte der Bundestagsabgeordnete und Vorsit- zende des Zentralverbandes vertriebener Deut- scher, Dr. Linus Kather, vor der Getahr, daß elch die Vertriebenen politisch absondern. In den großßen Körperschaften seien die Vertriebenen immer noch mangelhaft vertreten. Die Gelder für die Vertriebenen müßten aus dem allgemei- nen Etat kommen. Wenn der Toptf nicht für alle ausreiche, müßten eben alle mit geringeren Rationen zufrieden sein. Der Lastenausgleich sei die letzte Hoffnung der Vertriebenen. Ihn aus dem Ertrag zu finanzieren, seil aber nicht mit dem Begriff einer echten Vermögensumschich- tung im Sinne eines Wirklichen Lastenausgleichs zu vereinbaren. 12 3 2112 24 92 Berlin-„die billiꝗste und fried'ichste Aombombe“ SpD-Landesparteltag— Inte rnatlonallslerung der Autobahn und Elsenbahn gefordert Berlin. Auf einem Landespartettag der SPDI Louise Schröder, Otto Suhr, Kurt Mattick und in Berlin sagte Oberbürgermeister Frust Reu⸗ ter in einer programmatischen Erlelärung zum Wahlkampf(3. Dezember) der Berliner Spo: „Berlin ist die billigste und friedlichste Atom- bombe zur Sprengung des östlichen Diletatur- syYstems, die man sich denken kann,“ sagte er. Die Sowiets würden nicht mehr 80 lange in Deutschland bleiben, wie sle es bis jetzt Waren. Der erste Vorsitzende der Berliner 8SPD, Franz Neumann, nannte die Stürkung der sozlalen Lage der arbeitenden Menschen in Berlin den besten Wall gegen den Bolschewismus. 50 Funkte-Wahlprogramm Der Parteitag nahm am Sonntag einstimmig ein 50 Punkte umfassendes Programm für die Berliner Kommunal-Wahlen am 3. Dezember an. Darin fordert die SPD die Internationaliste- rung der Autobahn und der Eisenbahn Berlin Helmstedt, den ungehinderten Wasserstraßen- und Postverkehr sowie den Ausbau der Flug- verbindungen zwischen der Bundesrepublile und Berlin. Weiterhin schlägt die Partel vor, einen Berliner Sender zu schaffen und zu erwirken, daßhb der kommunlistische Berliner Rundfunle in der Masurenallee aus dem britischen Sektor auszieht. Vertrauensvotum für E. Reuter Schließlich beschloß) der Parteitag, daß dle SPD, falls die Wahlentscheldung für sie aus- källt,„zur Führung des Freiheitskampfes in Berlin eine Regierung unter Ernst Reuter“ auf- stellen wird. Als Spitzenkandidaten wurden vor- geschlagen: Franz Neumann, Ernst Reuter, —ĩ—½ Die Uberdeutschen und die Uberinternationalen mõtzen mich nicht Von Otto Flake Am 29. Oktober vollendet Otto Flake in Baden-Baden das 70,. Jahr. Die übliche Eh- rung in Form eines Bandes von Grüßen aus dem Freundeskreis lehnte er ab. Stattdessen legt der Paul Keppler-Verlag, Baden-Baden, nur eine kleine Broschüre(32 8. 1.— DM) mit der Bibliographle und einigen Worten Flakes über sich selbst vor, denen wir folgende Absätze entnehmen: Ein gütiges Geschlelkt hat mich vor der Zer- störung meiner Wohnung und meiner Bücher bewahrt. Mein Häuschen schaut auf eine Wlese, kein Lürm draußen und keiner im Innern. Um fünt geht die Sekretürin; sleben Stunden bis Mitternacht und, wenn es sein muſh, noch mehr liegen vor mir. Von Kino, Bar, Theater und Ver- kehr unabhüngig, benutze ich diese Zerstreuun- gen sparsam. Denn sie verzehren das, Was mir 60 unentbehrlich ist wie der Sauerstoftf: die Zelt, die ich für mich selber brauche. Ruhe, eine Schale Kaffee, eine Zigarette— mehr ist nicht nötig. lch bin ein Stolker, dem Freihelt des Gedankens und Unabhängiglceit ge- nügen. In meiner Jugend war ich eiln paar Jahre langz Schriftleiter, und während des ersten Welt⸗ Krleges saß lch zu Brüssel in der Politischen Ab- tellung: un Übrigen bin ich nle elnem Vorgesetz- ten untertan gewesen und nie in ein Büro ge- ottet. 13—— Wird man als Schriktsteller nie Millionär, am wenigsten in einem Land, wWo Krlete, In- flatlon, Geldabwertung, bärbarische Steuerge- getze aufelnanderfolgen, 1 ee 5 reilmal von vorne betzinnen müss— —25 de Frelael und die lassen oh nicht hoch genus einschätzen. a Allem Gurt ich mich Über die Schick- sulsmächte nicht beklagen, auch habe leh von meinen büuerlichen Vortahren einen zähen Körper geerbt. ES War mir vergönnt, zu raggen, Was ich zu satgen hatte, und mich zu vollenden. Die Nation mag mir manches schuldig geblieben sein, unter dem Gesichtspunkt der Anerkennun- gen, Würdigungen, Ehrungen; von den vielen Literaturpreisen zum Beisplel hat nicht der ge- ringste zu mir gefunden. Mein Grundsatz, Zu- rückhaltung zu üben und nicht, wie so mancher andere, die Presse mit Nachrichten über mich zu versehen, scheint mir gleichwohl richtig zu sein. Was einer ist, daß muß slch ohne sein Zu- tun zeigen. Es fehlt mir nicht an Selbstbewufßßtseln, durch- aus nicht; aber ich hasse Eitelkeit und den Elfer, der sich vordrüngt. Meine Art, die Dinge zu sehn, ist nicht bürgerlich und nicht nihili- stisch, Mein Auge ist das eines Künstlers, mein Hirn das eines Philosophen: auf Anschauung ge⸗ stellt, auk Erfassung der Gegensätze. Jeden Tag noch stürzt die Welt mit hrer ganzen Vehemenz und Untensität in mein Inneres; jeden Tag muß ich mich neu ordnen und vermag es danle einem angeborenen Bestreben, mich zu behaupten— Überlegen zu sein, wenn man mir dlesen Aus⸗ druck nachsehen WIII. Ernst Scharnowskl. Schlacht hinter der Weichsel München. Der sozialdemokratische Vizeprä- sident des Bundestages, Prof. Carlo Schmid, erneuerte am Sonntag in München das Nein der SPD zur Wiederbewaflnung Deutschlands unter den gegenwürtigen Verhältnissen. Erst wenn der Westen 80 stark sel, dab der erste Stoh an der Elbe aufgefangen und die zweite Schlacht bereits hinter der Welchsel geschlagen Wird, sei die SPD bereit, dem Vollce vorzuschla- einen Beitrag zur Verteidigung der west- ſehen Welt zu leisten.„Ohne das Ja der So- zlaldemolcratie“, meinte Schmid,„wird man in dleser Richtung nichts machen können“. Unter den heutigen Machtverhältnissen sei die Verteidigung Westeuropas ein blutiger Di- lettantismus. Professor Schmid sagte:„Uns ist es lleber, es werden heile Menschen in heilen Häusern bolschewisiert, als Krüppel in Erd- löchern.“ Die einzigmögliche Lösung des Sicher- heitsproblems bestehe darin, daß die Vereinlig- ten Staaten ihre größtmögliche Macht in Europa konzentrieren.„Mit halben Maßnahmen hat man keinen halben Schutz, sondern zehnfache Zer- störung.“ Protessor Schmid, der vor über 3000 Zuhörern im Überfüllten Zirkus Krone sprach, forderte erneut, daß die äußeren Kriegsfolgen restlos be- seltigt werden. Sonst könne das deutsche Volk langsam so etwas ühnliches wie ein„Dorfdepp der Weltpolitik“ werden. Die Aufrechterhaltung — Besatzungsstatuts sei mehr als Anarchro- nismus. Das Tempo der Zeit und die Frrungenschaften der Technſle lassen mich kühl. Es würde mir nichts ausmachen, wenn statt der Flugzeuge noch Postkutschen führen und die Maximal⸗ geschwindigkeit der Fortbewegung zwanzig Kllometer betrüge. Was man Errungenschaften nennt, ist nicht s0 wichtig. Mein episches Werk, das Romane, Erzühlungen und Mürchen umfaßt, war ein fortschreitendes Bemühen um die knappe Form und den treflen- Ausdrucke. Leute, die gemütvolles Verwellen und sentimentalische Breite lleben, mögen mich nicht, und wenn sle sich als Kritiker betütigen, tchreilben sie mir Kühle oder gar Kälte und In- tellekktualitäüt zu. Zwar liegen zehn oder mehr Bücher vor, die vor Leben vibrieren, aber sie merken es nicht. In diesem Land der versagen- den Kritilt würe ich verloren; nur durch die Leser selbst erfährt man etwas von der Wirkung, gelegentlich. Zwelmal wurde ich zum alten Eisen getan, von den Nazis und von den radikalen Literaten, von den Ueberdeutschen und den Ueberinter“ natlonalen. Ich denke beide zu Überleben, und gebe mich der animaßenden Hoffnung hin, noch 1960 gelesen zu werden. Ernst Jüntzer und der Nihilismus Der chekanntlich in KHeidelberg geborene) Dichter und Schriktsteller Erust Jüntger dllt selt langem wenn nicht als Betürworter, 30 doch als elner der robusten Verkünder eines herauf- kommenden Nihilismus. Man wird deshalb mit besonderem Interesse den eben bel Kiostermann in Frankefurt, dem Verleger Heideggers, erschlene- nen Kesay Jungers„Iber die Linte“ lesen. Der Band beschäftigt sich mit iem Thems des Ninilismus und kündet das Ende dieser Weltan⸗ schauung an, die nach einer gültigen Hegritks- bestimmung die äuberste Verneinuntz ſeder Gesell. gchaftsordnung mit testen Binduntzen darstellt und alle allgemein verbindlichen Werte und Erleennt⸗ nismögllchkelt leugnet, Ee lst wertvoll, daß ein 30 verstandesmüßig eingestellter Gelst wle Junger Jetat zelbst zu einer posttiven und aussichtsrelche⸗ ren Weltanschauung kommt. Man hat In literarl- zehen Kreisen schon seit lüngerer Zeit im Werke Erust Jüngers, der immerhin wohl als der bedeu- tendste Vertreter der nach dem ersten Weltleriege gufgetretenen Generation gilt, eine Wandlung zum Posittiven, wenn man will sogar zum Religlösen festgestellt. Der Sowetsonen„Natlonalprelstrüger“ FErleh Welnert hat einen von dem dünischen Dichter Martin Andersen-Nexoe einmaligs ausgesetzten LIi- teraturpreis in Höhe von 20 000 DNM erhalten. Montag, 23. Oktober 1050 Schweberustond in der Diskontfrage Der Zentralbankrat hat in selner turnusmüßhigen Sitzuntz vom 18. und 19. Oktober keine Beschlüsse getaßlt. Nach der Ueberprüfung der wirtschafts- und Wührungspolitischen Situation wurden insbesonders die Devisenlage und alle Mittel zu ihrer Verbesse- rung erörtert. Wie zu erwarten war, ist die Frage einer Diskonterhöhung eingehend im Zentralbank⸗ rat behandelt worden. Es wurde jedoch noch kein Beschluſ zu einer Diskonterhöhung gefaßlt. Der Bundesverband der deutschen Industrie wen- det sich in einem Telegramm an die Bank deutscher Lünder und das Bundeswirtschaftsmin'strium ge- tzen die augenblicklich laufenden Vorbereitungen für eine Diskonterhöhung. Die produzlerende Wirt⸗ schaft, 80 heißt es in dem Telegramm, sei durch den jetzigen Schwebezustand in der Diskontfrage starle beunruhigt, der für die mit großen Zahlungen belasteten Wirtschaftszwelg? ein Unsicherheits⸗ moment erster Ordnung bedeute. Ferner liege in der Ungewißheit ein Anlafl zu Spekulationen. Die unscheinend beabsſchtigte Zinserhöhung stehe mit den Bemühungen der Industrie um die Preisstabili- tät nicht im Einklang. Die Industrie erwarte, daßs dor Schwebezustand schnellstens bendet und ihre Auffassung bei den Entscheidungen über den Zins⸗ satz berücksichtigt wird. Keine Revision der Wirtschaftspolitile Das Bundesflinanzministerium und das Bundes- Wirtschaftsministerium wiesen die Meldungen zu- rüück, nach denen das amerikanische Hohe Kommis- sarlat der Bundesreglerung die Einführung höherer Steuern und eine Revision der Wirtschaftspolitile nahegelegt haben soll. Dem Finanzministerium ist von einem solchen Ansinnen nichts bekannt. Ee lehnt Erhöhungen der Körperschafts-, Einkommen- oder Lohnsteuercätze strikt ab. Ein Sprecher der Bundesreglerung versicherte, daß man unter keinen zur Bewirtschaftung zurücckehren werde. Waldbesitzer fordern Verkaufsfreiheit Der Waldbesitzerverband für Nordwürttemberg und Nordbaden forderte am Samstag in Heidelberg aut selner Jahresversammlung Verkautstreiheit. Wegtall der Höchstpreise und Versteigerungserlaub- nis. Ferner wurden staatliche Zuschüsse für dle Wiederaufforstung der Wälder verlangt. In einer Dis- Kussſlon über Löhne der Waldarbeiter wurde von den Waldbesitzern allgemein die Ansicht vertreten, daß eine Lohnerhöhung zur Zeit nicht als notwen⸗ dig erscheine. Keine Kohlenbewirtschaftunt. Der deutsche Indu- strte- und Handelstag hat seine Mitgltedskammern dahin unterrichtet, daß nach Auskunft des RWI nicht daran gedacht sel. eine Kohlenbewirtschaftung wleder einzuführen. Der Verkauf der Kohle erfolgt vlelmehr durch die ventralen Verkaufsstellen des deutschen Kohlenbergsbaues bzw. deren Zwelg⸗ stellen. Prelserhöhunt für Zeltungsdruckpapler. Das bri⸗ tische Handelsamt gab bekannt, daſ mit Wirkung vom 23. Oktober 1950 die Standard-Preise für Zei- tungsdruckpahpier bel Verkäufen an die britische Presse um 4½ Pfund Sterling je t erhöht werden. Auch in Kanada werden von verschiedenen Gesell- schaften die Preise für Zeltunssdruckpaplier ab 1. November 10860 um 10 kan. Dollar je t erhöht. Die Brandschidenkurve steigt Weiter an. Dle Feuerschäden im Monat Autgust liegen mit 16,13 Mill. DM um 11 ½% höher als im Juli. An der Spitze der Verluste durch Brandschäden steht die Landwirtschaft mit einer Schadenssumme von 5,31 MiII DM(7.10 Minl. DM im Juli). Mannheitmer Oobst- und Gemüsegroßmarict Antfuhr am 21. 10. 1950 befriedigend bei ziemlich leb- hafttem Wochenendgeschüft. Ueberstände in Gemtise Waren aualitätsbedingt, Obst fand ziemlich restlosen Absatz. Hier waren besonders Trauben gefragt, auch Aeptel in guten Sortterungen fanden getzenüber den Vormärkten dieser Woche gestelgerten Absatz. Zu fol⸗ genden Preisen wurden umgesetzt: Blumenkohl Stücke 10—70, Bohnen 30, Gurleen Stück 15, Kartofteln 4.30. Karotten 4,6—6, Oberkohlrabt Stiſce 7, Lauch 12—15, Meerrettich 66—70, Petersilie Bd. 4, Rettiche Stück 18, Rotkohl 6—4,5, Endivien Stüce 6—10, Feldsalat 650, Koptsalat Stück 10—14, Schnittlauch Bd. 4, Sellerie Stück 10.—36, Spinat 10—13, Tomaten 14—30, Welskohl 8.6—6, Wiresing 6—6, Zwiebeln dt. 7—/8, ausl. 6—-6,8. Obst: Tafelipfel 16—34, Wirtschaftsäptel 13—16, Bana⸗ nen Kiste 14—16, Birnen 13—30, Kastanten dt. 10—20, Quitten 26—30, Trauben ausl. brutto für netto 42—40, Walndisse 66—75, Zitronen Stückt 20. Mannheimer Eiergrofhandelspreise Bel mägisgem Angebot am 21. 10. 1650 Geschätft für Eier sehr ruhig. Hollündische Frischeter Gröse 0 stellten aich auf DM à27, Gröge 1 aut DM 26, Größe 1I aut DM 36 und Gröge 1I1 auft DM 24.— je 100 Stück. Für aussortierte dünische Künihauseier wurden Dit 10—20 je 100 Stückt verlangt. Der Leser hat das Wort Zu:„Wer ist B. Traven?“ In Ihrer Ausgabe vom 17. 10 befindet sich der Artikel„Wer ist B. Traven?“ Zum Schluß er⸗ Wwühnen Sle, daß der einzige, der üÜber dlese Persönlichkeit Auslcunft geben könnte, der Kustos der Wartburg, Dr. Döscher, sel. Mit Herrn Ernst Döscher stand ich— damals noch in Eisenach— wührend der Tage vor der Ueberrollung in engster Fühlungnahme, die die Kkamptlose Uebergabe der Stadt und die Aut- rechterhaltung der Ruhe und Ordnung anstrebte. Herr Döscher war trotz seines hohen Alters auberordentlich aktiv und hat wesentlichen An- tell an der Ertüllung der selbstgestellten Auf- Haben. wenn wir allerdings auch beide von dem, Was dann kam, enttäüluscht wurden. Mit Herrn Döscher stand ich nach melnem Fortgang von Eisenach noch in schriftlicher Verbindung, bis mich— wWohl Ende 1947— die Nachricht éeines Todes durch einen seiner Söhne erreichte, der zugleich seine erfolgrelche Arbeit belm Wiederaufbau der Carl-Alexander-Biblio- thele beendete, der sich Herr Döscher nach der Ueberrollung als erste Aufgabe gewidmet hatte. Dr. A. Geck, Sandhausen üÜber Heidelberg Die„Tugung der Geselischaft deutscher Watur⸗ torscher und Aerste“, selt ſeher die größte und tra⸗ dittonsreichste Kongreſßhveranstaltung, fündet 2. 2t. in München statt. Am Sonntag sprach Bundespräsi⸗ dent Prot. Dr. Heuß, der sich gegen ein Ueber⸗ handnehmen des reinen Speztallstentums wandte und warme Worte für einen Ausgleich zwischen Natur- und Gelsteswissenschakten fand. Wir wWer⸗ den über die Tagung austührlich berichten. Kostbare Wachspuppen von Lotte Pritsel, einst von Rainer Marla Rilke als faszinterende Kostbar⸗ kelten zeltgenösstscher Kunst beschrleben, werden getzenwürtig in einer privaten Ausstellung in Lon⸗ don gezelgt. Die in zarte Spitzen gelcleideten Pi⸗ —5 Wirken barock und Welttremd ruglelch. otte PFritzel lebt heute in Berlin. ————— — — 32 Montag, 23. Oktober 1950 Aus O:2 wurde 3:2-Sieg für SPORTRBLATT Seite 3 Neckarau Glänzende Energieleistung der„Führleute“— Offenbacher Kickers verloren auf eigenem Plat:— Schalke knapper Sieger über Fortuna Mit solch einem sensationellen Umschwung des Kampfgeschehens nach der Pause hatte keiner der 12 000 Besucher an der Altriper Fähre gerechnet, nachdem der ViB Mühlburg auf Grund seiner sou- veränen Spielkultur durch einen herrlichen Kun- kel-Torschuß in der achten Minute und einem Kopfballtrefler von Lehmann auf Vorlage des rech- ten Verteidigers() Max Fischer(50. Minute) klar in Führung lag. Soweit verlief alles erwartungs⸗ gemäß, denn trotz der konsequenten Deckung der VII.-Hintermannschaft hatten es die Mühlburger Aullenläufer Trenkel und Dannenmeier trefklich verstanden, ihre durchweg schubßkrättige Fünfer⸗ reihe Wirksam einzusetzen. Die Neckarauer hatten sich wohl vor dem Pau- senpfifft eine leichte Ueberlegenheit erkämpft, zu- mal Balogh zweimal die VfB-Abwehr durchdrib- belte. Einmal schoß er jedoch Max Fischer an und zum anderen tauchte Scheib I1 im VfB. Tor erfolgreich nach dem plaziert getretenen Ball. Auch Preschles Volley-Bombe, fünf Meter vor dem Tor, aus spitzem Winkel ins lannge Eek abgefeuert, brachte das Anschlußtor nicht, denn blitzartit hechtete Scheib II und vermochte das Leder noch zur Ecke zu fausten. Preschles hat-trick wandelte 2:0 in 3:2 Aber als die Neckarauer nach Seitenwechsel auf mr„Trainingstor“ stürmten, wendete sich das Blatt vollkommen zugunsten der Balosh-Hlf. Ent- scheidend für die Ueberrumpelung der Mühlburger War das VfL.-Anschlußtor bereits in der vierten Minute nach Wiederanspiel. Ein ungefährlich schei- nender Balogh-Fernschuß prallte an Schelb ab, bevor der verblüffte Torhüter das Leder ſedoch an sich reißen konnte, jagten K. Gramminger und Preschle heran, Gramminger stolperte den Ball an Schelb vorbei und Preschle drückte ihn noch vol- lends ein. „Hatte man vorher nur den stimmkerüftigen Karls- ruher Anhang vernommen so wurde nunmehr jeder VfL-Vorstoß von einem wahren Anfeuerungs- orkan begleitet, was die Gäste-Abwehr völlig aus dem Konzept brachte. Nur so erklärte sich auch das Ausgleichstor von Preschle. M. Gramminger Güärtner-M. Gramminger lief die zügige Kombi- nation. Fischer und Gärtner wurden dabet aus- gespielt, Flanke zum freistehenden Preschle und es hieſß 2:2. VIL-Taktik brachte VfiR-Abwehr ins Wanken Der entscheidende Schachzug des VfL hildete der Wechsel von Rechtsaußen Preschle ins Zen- trum, womit die Ueberraschunsstaktik der diesmal im weinroten Jersey kämpfenden Neckarauer glückte, da Dannenmeier und Trenkel, von ihren Verbindern im Stich gelassen, das quirlende Innen- trio allein nicht zu halten vermochten und Tor- hüter Scheib zu sehr mit Stopper Gärtner rechnete, der sonst das Rückgrat seiner Elf, diesmal richtig- gehend kopflos„schwamm“, So konnte M. Gram- minger den schwerfälligen Stopper zehn Minuten vor Schluf wlederum stehen lassen, flankte zu Preschle, doch Scheib wehrte im Gedränge ab. Aber eine kurz darauf folgende Balogh-Flankte vor das VfB-Gehäuse, spitzelte der noch am Boden Uiegende Preschle zum 3:2 in die Maschen. Vergebens versuchte Trenkel, seine Mannschaft vorwürtsgzu reißen. Das anfangss s0 imponterende Verständnis in den VfB-Reihen war jedoch der begreiflichen Nervosität zum Opfer gefallen. Wohl ergaben sich noch dramatische Schlußminuten aber abgesehen von zahlreichen Eekbällen und Frei- stöhen erreichten die Gäste nichts mehr. VII. Neckarau, der vorletzte Verein in der Ta- belle, unterstrich mit seinem sensationeller Sieg über den Tabellenzweiten Mühlburg die alte Fuß- ballwelsheit, daß eben nur Tore entscheidend sind. Der„alte Hase“ Balogh witterte zur richtigen Zeit die Chance und kurbelte unermüdlich den VfI. Sturm an, 30 erklärt sich der zweite Erfolg der „Führleute“ in dieser Saison, trotz den beiden Er- gatzleuten Stögbauer und Conrad für die verletzten Klostermann und Sander. 0.6.— Alle sechs Tor flelen in der ersten Halbzeit 1. FTC Nürnberg— 05 Schweinfurt 4:9 Ucko's Lattenschuß in der ersten Minute beim 4:2-Slege des 1. FC Nürnberg Über Schweinfurt 05 war das Signal zu einer Großoffensſve bis zur Halbzeit. Winterstein erzielte von den vler Toren des Clubs allein drei: in der 18., 39, und 43. Mi- nute, während Brenzke den 4. Treffer(17. Minute) markierte Meusel brachte in der 19. Min, und 42. Min, die beiden Gegentore der Schweinfurter an. Nach dem Wechsel flaute das Spiel starlk ab, da beiden Mannschaften die„Puste“ ausging. Nach der Pause brach BCA zusammen B30C Aussburg— 1660 München 1:5 „Auf dem Augsburger BCA-Platz lieferten sich die Gastgeber und München 1860 vor 13 000 Zu- gchauern während der ersten Hüälfte eine gleich- Wertige Partie. Nach dem Pausenstand von 1:1 ka- men die Münchener groß ins Spiel und sicherten sich noch einen 5:1-Frfolg durch Tore von Sommer (), Thanner(2) und Lauxmann. Dieser Sonntag hatte es wieder in sich! Klckers Offlenbach llefert eine Ueberraschung nach der andern. Diesmal verloren sie auf eigenem Platz gegen Schwaben Aussburg. An der Altriper Führe ging der bisherige Tabellenzweite, VIñ Mühlburg, nach hartem Kampt und einer 2:0⸗ Führung schlieslich mit 32 unter. Und daß der Vin Stuttgart gleich 51 über den FsV Frank⸗ furt triumphieren würde, hätte auch niemand erwartet. Es war vorauszusehen, daß Splelver- einigung Fürth in Singen Sleger werden. Daß jedoch die Gastgeber das erste Tor schießen Würden, überraschte nicht nur die Kleeblatt-Elt. Dann aber war es aus mit der Singener Herr⸗ Uichkelt../ Im Westen fleberte alles, was Fußballverstand hatte: Schalke spielte gegen Fortuna. Eigentlich war es doch eine kleine Ueberraschung, daf die Knappen auf dem For⸗ tuna-Platz gewannen./ In Norddeutschland regnete es Ueberraschunzen. Nicht nur, daß der HSV und St. Fauli unterlagen, sondern auch noch der VIfI,. Osnabrück gegen den Abstlegs- kandidtaen Itzehoe, machten das Maß des Erträglichen voll. /In der Pfalz lief alles ordnungs- tzemäß ab. Der 1. FCKʒ sieste hoch mit 61 gegen Pirmasens, wührend Wormatia nur einen knap⸗ ben 1:0-Sieg landen konnte. Dormstads Punkte-Traum mit sieben Toren zerstört Waldhof-Darmstadt 7:2—„Fröhliche Bolzerei“ und ein Fehlurteil Waldhot: Skudlarek; Rendler, Siegel: Rube, Krä⸗ mer, Kling; Sittling, Islinger, Trautmann, Fanz, Schnepp. Darmstadt 96: Ruhl; Mühlbach, Abt; Herder, Schmidtmer. Leichtlein; Reeg. Thalheimer, Böh-⸗ mann, Barth. Herwig. Das war den Waldhof-Anhängern nun doch noch nicht passiert, daß sie auf eigenem Platz von den Güsten überstimmt wurden Wie schon so oft bei „turbulenten“ Kämpfen hatte das unangebrachte Ge-⸗ schrei des Publikums Nervosität und Ausschreitun- gen auf dem Spielfeld im Gefolge, zumal sich Darmstadts Lilienträger gegen Waldhof etwas be⸗ sonderes vorgenommen hatten und durch ihren unbeugsamen Kampfgeist keine Kompromisse offen lileßen. Bei tempogeladenem Kampf war daher in den ersten Minuten bereits eine„fröhliche Bol⸗ zerei“ im Gange. Schiedsrichter Stadelmaier aus München mußte ein Exempel statuieren, um sich die Zügel nicht vollständig aus der Hand gleiten zu lassen. Der Fall war gegeben, als Trautmann im Strafraum zu hart angegangen wurde. Den Elfmeter verwandelte Fanz haltbar zum 1:0. Aber bereits im Gegenzug glichen die einsatzfreudigeren Gäste aus. Reeg erhielt wenige Meter vor dem Strafraum zugespielt, legte sich mit dem Unterarm() das Leder zurecht und schoß unter dem hechtenden Skudlarek ins Netz. Wenig später hätte fast ein überraschender Schnepp-Rückzieher das 2:1 erge- ben, aber Ruhl faustete den Ball aus dem FEck. Leider trug ein spielentscheidendes Fehlurteil von Stadelmaler keineswegs zur Beruhigung der Gemü- ter bei. Schnepp hatte nach dem Ball getreten, ob- wohl Torhüter Ruhl ihn einwandfrei und sicher in Hünden hielt. In der folgenden Kontroverse zwi- schen Ruhl und Schnepp schien Stadelmaler nur gesehen zu haben, wWie der Darmstädter den Ball Schnepp ins Gesicht warf. Dabei hatte er jedoch offensichtlich die vorausgehende Tätlichkeit Schnepps nicht beachtet, der ebenfalls vom Platz hätte gestellt werden müssen.— Der linke Ver⸗ teidiger Abt nahm nun den Platz zwischen den Pfosten ein und Rechtsaußen Reeg wurde zurück- gezogen, was den Elan des Sturmes hemmte, je- doch den Kampfgeist der 98er nicht beeinträchtigte. Von der Sonne geblendet, mußte der Ersatzhüter in der 22. Minute einen Schnepp-Frelstoß passieren lassen. Linksaußen Herwig, der beste Mann der Hessen, hatte es in der Hand, noch vor der Pause das 2:2 herzustellen. Aber sein herrlicher Schuß prallte von der Latte zurück. Auch als Réeeg wieder im Sturm fungierte, ver- mochten die Gäste das Schicksal in der zweiten Halbzeit nicht aufzuhalten. Einen haltbaren Fanz- Roller ließ Abt unter sich zum 3:1 664. Min.) durch- Witschen. Trautmann erhöhte auf 4:1, während ein prachtvoller Fernschuß aus 25 m von Herwig auf 4:2 verkürzte, was den Güsten wieder Auftrieb Verlieh. Doch Trautmann, Islinger und der sechste von Fanz direkt verwandelte Eckball brachten den zahlenmäßig hohen Sieg der Waldhöfer, bei denen man die verletzten Strehle, Herbold und Schall kaum vermißite. Ee.E.— Vik-· Endspurt kom zu spöt Eintracht Frankfurt— VfR Mannheim 32 Eintracht Frankfurt kam über den VfkR Mann- heim zu einem knappen, aber verdienten 32(2:0)- Erfolg, der lediglich in den letzten 16 Minuten ge- küährdet war. Die sichere Abwehr der Frankfurter ließ dem gegnerischen Sturm keinen Spielraum, und der Angriff stellte die Mannheimer Abwehr vor eine schwere Aufgabe. Die Gastgeber ginsen bis zur Pause durch Reichert(38. Min, und Schieth 42. Min.) mit 2:0 in Führung, die Schieth nach dem Wechsel auf 8:0 aufbaute. Erst in der letzten Vier- telstunde kam der VikR besser ins Spiel und in der 77. Minute durch de la Vigne und in der Schlußminute durch Langlotz zu seinen beiden Ge- gentreffern. Offenbachs Verteidigung versagte Offenbacher Kickers— Schwaben Augsburg 2:3 Die Oflenbacher Kickers unterlagen aàuf eigenem Platz gegen Schwaben Augsburg mit 2:3(1:3) To- ren, obwohl sie mit Ausnahmé der ersten 20. Min. fast durchweg tonangebend waren. Die Gäste si⸗ cherten sich durch einen Blitzstart bis zur 12. Min. bereits eine 3:0-Führung durch Bestle(2) und Har- lacher und verlegten sich dann auf das Halten des Vorsprunges. Obwohl sich das Spielgeschehen nun fast ausschließlich im Strafraum der Schwaben ab- Wickelte, gelangen den Gastgebern nur zwei Ge- gentrefler durch Schreiner(36. Min. und 69. Min). Ausschlaggebend für die überraschende Niederlage der Oflenbacher Klckers waren die schwachen Leistungen der Verteidiger Emberger und Käm- merer. Reutlingen 90 Minuten in der Offensive Bayern München— Ss8V Reutlingen 2:2 Gegen eine enttäuschende„Bayern-Mannschaft“ gelang es der Elf des S8V Reutlingen, ein ver⸗ dientes 2:2 herauszuholen. Was die Münchner ihren Gästen an technischen Finessen voraus hatten, machten diese durch restlosen Einsatz wieder gut. Dem Spielverlauf nach hätten die Reutlinger sogar einen Sieg verdient, denn 90 Minuten lang berann- ten sie fast ununterbrochen das gegnerische Tor, zeigten aber im Strafraum kein Schußvermögen. FSVFronkfurt von der Spitze verdrängt Vin Stuttgart— FSV Frankfurt 5 Mit 5:1(3:0) stürzte der deutsche Meister VfB Stuttgart den FSV Frankfurt von der Tabellen- spitze, Ein halbstündiger Zwischenspurt vor und nach der Halbzeit genüste dem Meister, um die gefürchtete Frankfurter„Beton“-Hintermannschaft zu üÜberwinden. Die Torausbeute der Stuttgarter Wäre leicht noch höher ausgefallen, wenn nicht Rado zahlreiche Bälle unschädlich gemacht hütte. Blresing eröftnete in der 34. Minute den Torreigen und Wehrle mit zwei Treflern auf 3:0. Nach dem Wechsel kam der VfB durch Wehrle und Baitinger auf 5:0, ehe der FSV einen von Schwarz verwan- delten Eltmeter zum Ehrentor anbringen konnteé. Singen ging im Fürther Wirbel unter Singen— SpVeg Fürth 2:7 In großhartiger Spiellaune präsentlerte sich die SpVag Fürth in Singen und gewann mit 7·2(5:2). Die Platzherren gingen zwar bereits in der 7, Min. in Führung, doch dann hatte sich der süddeutsche Meister in der Abwehr auf das Angriffsspiel des Gegners eingestellt und zog im Sturm einen An- Eriftswirbel aut, der die Singener Zuschauer in 100 000 wollten Fortund—Scholke sehen Knapper 3:2-Sieg der„Knappen“ auf„heiſlem“ Düsseldorfer Pflaster (Hig, Bericht). Westdeutschlands größtes Spiel der diesfährigen Fußballsaison wurde ein Schlager. Die ruhmreiche Tradition und die grolen Namen der Schalker und Fortuna üben auch heute noch eine magnetische Anziehungskratt aut die Freunde des Fusballs. Und s0 war es nicht verwunderlich, daß mehr als Hunderttausend Kartenanforderungen bei der Vereinsleitung der Fortuna vorlagen, Hundert- tausend wollten das Splel der Splele Westdeutsch- lands sehen. Die Polizei hatte am Spleltage die Hünde voll zu tun, um den Strom der Zuschauer in die richtigen Bahnen zu leiten. Wöhrend nur 36 000, engz wie die Sardinen in der, Büchse, das großhe Spiel sehen konnten, warteten Zehntausende vor den Toren der Anlage, vor den Lautsprechern in den Cafés und der Geschäftshäuser. Hin Begeisterungssturm empting die helden Mannschaften, Fortuna, ohne Janes gehandieapt, lieh sich in den ersten 36 Minuten überrumpeln. Schalke dominterte elnwandtret und vor allen Din- gen Mittelläuter Matzkowsky zeigte sleh in Lünder- Spieltorm Die Schalker hatten es bald heraus, daß der Janes-Ersatzmann Kern die Achillesferse der Fortuna Waär. Dureh zwel Fehler dieses Splelers konnte in der 10 Minute Eppenhofl und in der 83. Minute Kleina elne 20-Führung herausschieſlen, Nach dem Wechsel drehte nun Fortuna auf, an- gefeuert von seinem Anhang. Als Müller in der 46. und 60. Minute Anschlußl- und Ausgleichstrefler scholl, herrschte Karnevalsstimmung unter den Zu- schauern. Aber die Freude dauerte nicht sehr lange, Sandmann brach auf dem linken PFlügel durch, Kkern machte wiederum einen Fehler, und das Splel hieß 3:2 für Schalke 04. Mit diesem Sieg hat Schalke die Tabellenführung in der Oberliga West üÜbernommen. Im Saarlandpokal siegte Mühlburg Vin Munlburg— 1. F0 Saarbrücken 411 Im Splel um den Saarlandpokal bestegte der ViBB Münlburg die Gäste aus Saarbrücken mit 411 Toren. Bis zur Pause hätte Seeburger mit drei Toren einen sicheren Vorsprung herausgeschossen, Den Phrentrefler für Saarbrücken erzielte Balzert in der 60. Minute, während Saarbrückens Verteidiger Immig in der 63. Minute durch ein Eigentor das Torverhältnis zu Gunsten der Mühlburger gestal- tete, Saarbrücken, ohne Binkert und Momber, zelgte zwar einen technisch schönen Fuffbäall, war aber in Spielauttassung und Durchtührung zu welch, go daß die technisch gut spielende Platzmannschaft jeder- zelt das Splelgescaehen in der Hand hatte. Begeisterung brachte. Mit 7:2 kam der Neuling noch gut davon, denn mehr als einmal vergaßen die Füther vor Spielfreude das Toreschießen. Mit- telstürmer Schade schoß allein drei Tore. Davis verfehlte neuen Weltrekord Vor 4000 Zuschauern starteten Amerikas Gewicht- heber am Samstag in Kailserslautern. Deutschland mußte die Ueberlegenheit der amerikanischen Gäste mit 2 147, 5:1 957,5 Punkten anerkennen. AMlezgwölfe Vin Stuttgart— FSV Frankfurt 521 Eintracht Frankfurt— Vik Mannhelim 322 Waldhof Mannheim— Darmstadt 98 Kickers Offenbach— Schwaben Augsburg FC Singen 04— SpVas Fürth VIiI. Neckarau— ViB Mühlburg Eimsbüttel— Hamburger 8V Fortuna Düsseldorf— Schalke 04 1. FC Nürnbertz— Schweinfurt 05 TSV Straubing— Stuttgarter Kickers VitL Konstans— Bayern Hof Ulm 46— Wacker München is Unlon Böckinten— Hessen Kassel SV Tübingen— 1. FC Pforsheim Rheinland-Pfalz: 1 1 2 1 2 0 11 1 1 2 1 2 Hessentoto: 2 1 1 1 1 1 0 2 2 2 0 2 10. Hafern i„„iteeee. 0 111 — DS n 2 22 2 2 =ο⏑ 1 West: 2 1 0 0 1 Nordblock: 1 1 1 1 0 1 2 2 1 1 2 0 2 2. ο,ẽ)ie pοοttn Oberliga Süd: SpVgg Fürth dne s I. FC Nürnberg 13:7 VfB Stuttgart en ie FSV Frankfurt ne Eintracht Frankfurt 10 ⏑ůgο ο⏑ lnmgain 8. ViB Mühlburg 10%⁰ ꝗ6sοQͥg α Dnün 138 VfiR Mannheim 1ů 6 ο ⏑‚ gſnlininie 136 Schweinfurt 05 en Kickers Oflenbach ie i Schwaben Augsburg 10 4 3 3 17:19 11:9 Bayern München deeni 1860 München 9 5 0 4 18:16 10:8 FC 04 Singen SV 98 Darmstadt een SV Waldhof 10 3 fienne 6i VIfL Neckarau 1«ε ngnn 5:15 BC Augsburg 10 1˖ 7:19 5:15 SSV Reutlingen ‚ ‚i 8:17 II. Division: 1. FC Bamberg— Durlach 5:0 Arheilgen— Cham 1·4 Wiesbaden— Aschaffenburg 1·˙2 Tübingen— Pforzheim 1·3 Regensburg— FC Freiburg 2·0⁰ Südwest: Neustadt— Landau Engers— Worms Kreuznach— VfR Kaiserslautern Andernach— Neuendorf Mainz 05— Elntracht Trler 3 1. FC Kalserslautern— PFirmasens FThönix Ludwisshafen— Tura Ludwisshafen Nord: Bremerhaven— St. Pauli Hannover 96— Altona:93 Werder Bremen— Eintracht Braunschweig Göttingen 05— Bremer 8V Eintracht Osnabrück— VfR Oldenburg SV Itzehoe— VfL. Osnabrück Holstein Klel— Concordia Hamburg West: Duisburger 8V— 1. Fo Köln Rheydter 8V— Katernberg RWOberhausen— Borussia Dortmund Freußßen Dellbrück— Alem. Aachen RW Essen— Hamborn 07 Preullen Münster— Bor. München-Gladbach Horst— Erkenschwick Hockey-Silberschild: Hessen— Nordrheln-Westfalen Berlin— Niedersachsen Hayern— Baden Hamburg— Bremen 2 2 2 4 3 1 2 SSSSSSS 2 — ε D S ⏑ Gesumtdeu'sche Fußbeſlmeisterschalt froglich In Hennef tagte der DFB— Dr. Bauwens wiedergewählt— Bundesliga möglich ODrahtbericht der ISK aus Hennef) In den hochmodernen Räumen des Sportheimes des Fußballverbandes Mittelrhein in Hennef wurde der Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes ab- gehalten, Dr. Bauwens stellte der Tagung den Satz Voran:„In diesen heiligen Hallen gibt es keine Rache!“ Nach den Leitworten ging es dann an die Wahlen, die ausnahmslos einstimmig zustande ka- men. Dr. Peco Bauwens wurde wieder zum Präsi- denten des DFB gewählt. Vizepräsident wurde Hans Huber(München) und Kassilerer Arpe(Kiel). Hans Körfer ODüsseldorf), der Clubpräsident von For- tuna Düsseldorf, wurde zum Spielausschuß-Vor- sitzenden ernannt. Die Beisttzer im Spielausschuß- sind: Deckert(Schweinfurt), Burmeister Hamburg), Schmedeshagen(Göttingen) und Franz Nürnberg). Im Rechtsausschuß ist Dr. Eckert(Worms) weiter- hin Vorsitzender. Vorsitzender des Jugendausschus- ges bleibt Dr. Zimmermann(Karlsruhe). Dem Ama- teur. und Profi-Ausschuß steht wieder Curt Mül-⸗ ler(Stuttgart) vor, Dem Presse-Ausschuß des DFB gehören Rieh(Bremen), Dr. Grunwald(Bonn) und Hornbostel(Hannover) an. Der Schledsrichter-Aus- schuß besteht aus: Koppehel(Berlin), Weilngürtner (Otlenbach), Frits(Oggersheim) und Wolf(Kölnh). Als Vorsitsender des Vertragsspleler-Ausschusses wurde einstimmig Dr. Walter(Stuttgart) in den Vorstand mit Sitz und Stimme beruten. 60 Aus dem Bericht des Vorstandes war zu entneh- men, daß die Durchftührung einer gesamtdeutschen Fußhballmeisterschaft also einschließlich der Ost- zone— nicht durchgeführt werden konnte. Der Verwirklichung des Wunsches, eine zemeinsame deutsche Meisterschaftt durchzuführen, stand der ostzonale Spielbetrieb im Wege. In der Ostzone Elbt es keine Sportvereine in Üblichen Sinne, da die dortigen Fuffballer nicht den freéten Willen ha⸗ ben, wie sie ihn gerne haben möchten. Dies gilt für Organisatlionen im kleinsten Ort, wie auch in der gesamten Ostzone. Dort gibt es nur Betriebs- oder Konsummannschaften. Diese Betriebsportver- eine stéehen unter der Leitung des„Deutschen Sport-Ausschusses“. Die Führung des Sportaus- schusses liegt im DFA in den Händen der„Freien Deutschen Gewerkschaften“ für EFrwachsene und der„Freien Deutschen Jugend“ für Jugendliche. Beide Organisationen sind staatlich ausgerichtet und autoritär geführt. Die kurze Sporinachricht Eine internationale Segelflugtagung soll voraus- sichtlich Anfang nächsten Jahres in München statt- finden. Die Zusammenkunft gilt den Gedanken- austausch zwischen Wissenschaftlern, Technikern, Segelflliegern über den Seealpenflug. Bis auf Frank⸗ reilch haben alle an den Alpen llegenden Länder zugesagt. Schwergewiohtler Helns Neuhaus heirätete am Samstagß in Hannover Fräulein Helga Roese. Die geplante Kombinatlon der saarländtschen Mannschaften 1. FC Saarbrücken und Veng Neun⸗ kirchen wurde wieder rückgüngig gemacht, da in den Mitgliederkreisen heider Clubs sauer reaglert wWurde. Die freundschaftliche Zusammenarbeit bel⸗ der Vereine wird durch das geplatzte„Gentleman Agreement“ aber keineswegs gestört. „Vertragsspleler sind ekrankenkassenpflichtig“, meinen die norddeutschen Krankenkassen, die den Oberligavereinen entsprechende Forderungen prü⸗ sentlerten, Die Vereine wehren sich dagegen und Bremerhaven 93 will die Probe aufs Exempel machen und einen Rechststreit vor den Gerichten durchkämpten. Was es nicht allles gibt? Die„Funballspiele fallen aus“ kündigten die Plakate in den moselländischen Kreisen, weil alles mit Kind und Kegel zur Weinlese ausrückte. Sette( 1:1 gegen Feudenheim— Schwache Stürmerleistun Mit mehr Glück als sonst kamen die Heidelber- zer Vorstädter zu dem als gerecht zu wertenden Unentschieden. Die Hoflnungen der Rohrbacher auf sinen Kerwesieg erfüliten steh nicht. Ja, die etwa 2000 Zuschauer machten sich nach einer sehr schlechten ersten Halbzeit von Seiten der Weiß- blauen auf mehr als ein Tor und eine erneute Niederlage der Einheimischen gefaßlt. Die einzigen, die befriedigen konnten, waren Herbstritn und R. Schmitt als Verteidiger, Herbstritn vor allem lie- tferte ein Elänzendes Abwehrspiel. Mittelläufer 0. Schmitt konnte Feigenbutz nicht ersetzen. Die bei- den Läufer Seitz und KRihm verstanden es nicht. ihren Sturm mit Vorlagen auf die Reise zu schicken. Am schlechtesten bei der Kritike kommt der Rohr- bacher Sturm weg, dem das Zusammenspiel fehlte- Das Spiel begann mit züzigen Rohrbacher Angrif- fen, die aber nicht Konzentriert genug durchgeführt wurden. Es dauerte geraume Weile, bis sich die Mannhelmer auf dem Sandplatz zurechtgefunden n. Nach zehn Minuten Konnten sile sich vom leſchten Rohrbacher Druck treimachen und kamen in schnellen Zügen vor das Gehäuse von Waitz. In der 20. Minute flel das Führungstor für die Güste. Bei einem Eekball senkete sich über den et- Was zu früh gesprungenen Rohrbacher Torsteher das Leder auf den Kopf von Feudenheims Mittel- stürmer. Bruchteile später zappelte der Ball im Netz. Betreétene Gesichter innerhalb der Spiel- schranken und drauben, Und es schien, als würde slch die Rohrbacher Elf schon geschlagen geben. Schlechtes Zuspiel auf allen Positionen, Mißver- ständnisse in der Verteidigung. Selbst Waitz im Tor erschlen nervös. Zum Glück Verstanden die Güste nicht die kKritische Halbstunde ihres Gegners SPORTBLATT ln Rohrboch fiel 5 NMinuten vor Schluß der Ausgleich auszunutzen.— Eine der wenigen Ausgleichschan- cen, versiebte Klee, als er zu piaciert daneben köpfte, während zuvor Bitzer aus 5 Metern das Tor nicht finden kKonnte. Nach der Pausé waren die Einheimischen wie um- gewandelt. Rohrbach drängte, und fünt Ecken lie- hen die Ueberiegenheit der Weihplauen deutlich Werden. Jetzt endlich kamen verwertbare Bälle von der Läuferretihe. Aber je besser der Rohrbacher Sturm harmonierte, desto sicherer stand die Gäste- Veteidigung. Flink am Ball und sehr sicher in der Kopfabwehr, lieſlen sie weder die Flügel noch den der Gastgeber hätte beinahe Niederlage eingebracht Durchreiſler Winter vorbel. Ja, beinhe hätte Feu- denheim die Begegnung für sich entschleden. In der 65. Minute, als Waitz schon geschlagen War, Kkonnte Schmitt gerade noch von der Torlinte den Ball Wegbringen. Mit aller Macht stemmten sich die Gastgeber ge- gzen eine bittere Kerweniederlage, Herbstrith gab seinen Verteidigerposten an Bitzer und ging nach vorn. Und tatsächlich, er schaffte kurz vor Spiel- ende im Anschluß an einen Freistoß das Ausgleichs- tor und bewahrte damit seine Mannschaft vor einem peinlichen Tabellen-Rutsch. Unglüdliche Leimener Miederloge Amicitia Viernheim— KS8 Leimen 3:0 Man kann wohl ohne Uebertreibung sagen, daß der„Amieitia“ sieben oder acht Überlegen geführte Minuten und eine gehörlge Portlon Glück genügt haben, um beide Punkte in Viernheim zu behalten. Diese erwühnten Minuten waren die allerersten des Treflens, die man kurz einen Viernheimer„Ueber- rumpelungs-Grohangrift“ nennen möchte. Das war eine erfolgreiche Aletion, denn schon in der dritten Spielminute köptte Helfenstein einen Eckball zum 110 ein. Als sich die Leimener von diesem Schock erholt hatten, waren sie ihrem Gegner unbedingt glelchwertig, bald sogar Uberlegen. Ein spannen- des und schnelles Spiel bekamen die 1500 Zuschauer nun zu sehen, aber all die schönen und gut einge- kädelten Gäste-Angrifte blieben erfolglos. Dieser Leimener Drangperiode machte ein vermeidbares Tor von Nägel in der 286. Minute ein jähes Ende. Dann erfolgte ein Zusammenstos zwischen Schwal- bach und Helfenstein, nach dem der Viernheimer vom Platz getragen werden mußlte. Das Spiel drohte dem Schiedsrichter Panzer Ludwigshafen) nun zu entgleiten und er konnte die aufkommende Härte nicht unterbinden. Zehn Viernheimer brachten es dabei noch fertig, die Fünrung auf 3:0 zu erhöhen aber da konnten sie ſa selbst nicht dazu. denn der„Held“ war Fettes, dessen Katastrophaler Dele- kunssfehler Viernheimis Rechtsauben Rein einen Torschuß ermöglichte. Mit Schwalbach als Stopper stellten sich die Lel- mener zur zweiten Halbzeit. Sofort Kehrte die Ruhe in den Deckungsreihen ein und es zelgte sich noch deutlicher, daß Viernheims erste Drangminu- ten nur ein Strohfeuer gewesen waren. Die Fün⸗ ferreihe der Heidelberger hätte es in der Hand fe- habt, das Ergebnis zu verbessern, aber sle fand sich zu keinen geschlossenen Aktionen mehr zu- sammen. U. W. Eberboch War die taktisch bessere Mannschoft Handschuhsheim wurde in einem schönen und fairen Spiel 5:3 geschlagen— Punktverlust der Union TSV Handschuhsheim— VII Eberbach 3:5 Mit großer Spannung harrten die zahlreichen Zuschauer dem Kampf der beiden Widersacher aus der vorjährigen A-Klasse entgegen. Verhältnismäßig rasch legte sich die begreifliche Nervosität der Akteure und die Zuschauer wurden von diesem härten Ringen auch nicht enttäuscht. Bereits die vierte Minute eröffnete den Torreigen, als der auf Links- außen spielende TSV-Ersatzmann Sobotta einer Steilvorlage nachspurtete, den Ball zu dem frei- stehenden Mierzecewski weitergab, der kurz ent- schlossen scharf zum Führungstrefter für Hand- schuhsheim einschoß. Nur durch ein Foul im Straf- raum konnte ein einheimischer Verteidiger den schnellen Durchbruch von Junker abstoppen. Den kfälligen Elfmeter verwandelte Elzner sicher zum Ausgleich. Nach beiderseits schönen Kombinations- zügen schloß Rohr einen schön vorgetragenen An- srift der Gastgeber mit wuchtigem Kopfballtor ab. Nach einer sehr guten ersten Halbzeit ließen sich die Handschuhsheimer nach dem Wechsel Elatt überfahren. Es machte sich nun noch mehr das Fehlen von Stumpf, Ebert und Kosik bemerkbar, die in keiner Weise auch nur annähernd ersetzt werden konnten. Die Schwächeperiode der Platz- besitzer verstanden die Neckartäler grobßartig aus- zunützen. Maurovich glich nicht nur aus, sondern brachte seine Mannschaft kurz darautf erstmals in Fültrung und Flzner erhönte auf 2:4. Ein gegen RBberbach verhüngter Elfmeter verwandelte Elfner, aber der wieselflinke Schild schoß den 5. Sptr. Dossenheim— Hemsbach 21 Es mag wohl als Widerschein der Hürte dieses Kampfes angesehen werden, daß nicht ein einziges Splieltor flel, sondern alle drei Tore durch Verwand- lung von Strafstößen erzielt wurden. Die Gäste ads Hemsbach erwiesen sich als schnelle, doch auch üußerst harte Mannschaft. Einen der vielen Straf- stößze gegen die Güste konnte Gries in der 26. Mi- nute zum Führungstrefler einschießen. Der Sturm der Dossenheimer spielte bei weitem nicht 8s0 pro- duktiv als am vergangenen Sonntag gegen Unlon, sonst hütte der Kampf nach Ablauf der ersten 46 Minuten bereits entschieden sein müssen. Auch nach dem Seltenwechsel blieb das Spiel ziemlich oflen. Unglücksrabe Kretz im Sturm der Dossen- heimer lieſ die größte Chance des Tages aus, als er vier Meter vor dem Tor stehend wuchtig aus- holte, aber in der Aufregung den Ball nicht traf. Wiederum war es ein Strafstoß gegen Hemsbach kurz vor der Strafraumgrenze, den Gries unheim- Iich scharf und placiert in die Torecke knallte, und damit den Sieg sicherstellte. Einen von Hutter getretenen Strafstoß berechnete der Dossenheimer Ersatzhüter falsch, lief zum Entsetzen der einhei- mischen Zuschauer dem hoch getratenen Ball zu Weit entgegen, und der Schuß senkte sich über inn zum Anschlußtreffer ins Netz, Der Sieg der Dos- senheimer war hart, aber überaus verdient er- kämpft. A. W. F0 Eschelbronn— F0 Union Heidelberg 1:1 Nach anfünglichem Abtasten, entwickelte sich ein schnelles und flüssiges Spiel, das beiden Partnern eine Reihe von guten Chancen bot, die aber nicht uusgewertet wurden. In der 17. Minute konnte der Union-Halblinke den Bann brechen und mit elnem durchaus haltbaren Schuß dem gegnerischen Tor- hüter das Nachsehen geben. Iin der Folge strengte sich die Platzelf mächtig an, um den Ausgleich zu erzwingen, aber im Sturm fehlte der Vollstrecker. Nach Seitenwechsel kam Eschelbronn auf und drängte zeitweise auch sehr starlc. Nach gchönen Kombinationen auf dem linken Flügel konnte Maier in der 568. Minute den Ausgleich erzielen. Anschlie- bend mußte Union eine Drangperiode durchstehen. Erst gegen Schluß, als das sonst faire Spiel etwas hart wurde, konnten sich die Gäste vom gegneri- schen Druck wieder freimachen. Zum Siege reichte es aber nicht mehr. Schledsrichter Scherer(Schwetzingen) hatte mit seinen Entscheidungen nicht immer den Beifall von Spielern und Publikum. FO Zuzenhausen— SpVes Sandhofen 1:1 In Zuzenhausen war man auf die Begegnung mit Sandhofen gespannt, da die Gäste am vergangenen Sonntag gegen die 86 Waibstadt eine eindeutige Niederlage hinnehmen mußten. Beim Fe erwiesen sich die Mannheimer als ebenbürtige Gegner, die eine technisch reife und in guter Kondition spie- lende Mannschaft ins Feld zu führen hatten. Die erste Halbzeit stand im Zeichen der Güäste, die im- mer wieder in forschen Angriffen die FC.-Verteidi- gung, in der Reinhard als Stopper und Kammerer im Tor eine gute Partie lieferten, zu durchbrechen Versuchten. Die schließlich errungene 0:1-Halbzeit- führung muß daher angesichts der splelerischen Ueberlégenheit Sandhofens als glücklich bezeichnet werden. In der zweiten Halbzeit übernahmen die Einhei- mischen das Geschehen und drückten müchtig auf das Tempo. Wiederholt mußten die Güste massiert und schlieſllich auch den Ausgleich hin- nehmen. Eppelheim lilor ũberlegener Sieqer Asv Eppelneim— Py Sinshelm 5t0 Die Eppelheimer Fufballanhänger wurden beim gzestrigen Kirchweihsplel nie richtig Warm, denn die Güste zeigten bis auf die Abwehr eine ausge- sprochen schwache Leistung, und auch die Einhei- mischen konnten nur in den ersten 46 Minuten überzeugen. Von der ersten Splelminute an berannte der ASV das Güstetor, aber erst in der 12. Minute gelang K. Stotz nach feiner Einzelleistung das Füh- rungstor. Nach zahlreichen weiteren Torgelegenhei- ten servlerte H. Winter den Ball s0 exakt zur Mitte, daß Dehoust mit Volleyschuß den zweiten Trefler markieren konnte, Vier Minuten später um- spielte H. Winter drei Gegner und schlug den Gästehüter zum dritten Mal. Das vierte Tor, eine 6 von H. Winter, ergab den Pausen- stand. Nach dem Wechsel flaute das Spliel trotz drücken- der Ueberlegenheit der Einheimischen ab. Der ASV hatte das Eckenverhältnis schon 13:1 gestaltet. als Es endlich gelang, durch einen direkt verwandélten Eekball Heini Winters zum fünften und damit letz- ten Torerfolg zu kommen. Kirchheims Achtungserfolg in Altlußheim Altlußheim— Klrchheim 1:2 Recht turbulent begann der Kampf der beiden Spielstarken Mannschaften. Ein Uebeèrraschungstor des Kirchheimer Halblinken brachte bereits in der zwelten Minute das Führungstor, was der 88 in der Folgezeit den Rücken stärkte. Als Frucht ihrer zahlreichen Angriffle, vermochte die Gastelt in der 32. Minute durch hren Halbrechten sogar auf 2:0 zu erhöhen. Leider kam nun eine harte Note ins Splel. Der Unpartelische war dem Kampfgeschehen kaum gewachsen und seine Urteile des öfteren sehr zwei- telhaft. Ein Freistoßb für Altlußheim, der seinen Weg durch die Kirchheimer Mauer fand, brachte berèeits vor dem Pausenpflift das Endresultat, da Torwart Krams das Leder nicht meisterte, s0 daſ- Dörrmann einschießen kKonnte. In der zweiten Splelhälfte hatten die Gäste mit threr defenstven Taktike Erfolg, zumal ihre Steilangrifle immer ge- fährlich blieben. Auch in den dramatischen Schluß- minuten wies der Kirchheimer„Beton“ Keine brü- chiga Stelle auf. Ilvesheim— Walbstadt 4:0 Obwohl dte Güste aus Walbstadt typischen klck⸗- und-rush-Fußball demonstrierten, womit sie ihre technischen Mängel auszugleichen versuchten, ge- stalteten sie die erste halbe Stunde des Treffens noch unentschleden, mußten jedoch bis zum Wech⸗ gel zwel Tore hinnehmen. Auch nach Wiederansplel hatten die Gastgeber mehr vom Splel, Was Ilvesheim auch mit zwei wWelteren Toren auszudrüchten verstand. Walldork-Astoria— Neulußhelim 20 Mit den Gästen aus Neülußhelm stellte sich eine junge, katre Mannschaft in Walldort vor,. Walldort splelte komplett, konnte sich aber trotzdem nicht in die gewohnte Form hineinsplelen. Vielleicht lag ei daran, dall Janson wohl nicht die richtige L6⸗ gung des Rechtsauſlen ist. Dle Walldorter Hinter⸗ mannschaft wurde von dem schnellen Neulußhel- mer Sturm manchmal vor eine harte Aufgabe ge⸗ stellt. Nach wechselvollem Spielverlaut Wolte sich Walldorf doch eine leichte Feldüberlegenheit und konnte diese Ueberlegenheit kurz vor der Halbzeit durch Aldingers Führungstrefler zum Ausdruck bringen. Nach dem Wiederanpfiff stand das Splel- geschehen zeltweise éetwas im Zelchen der Güäste, dte jedoch im Sturm zu unentschlossen Waren. Auf der Gegenseite hatten die Walldorfer Stürmer bel ihren Angriflen großbes Schußpech. Als die Gast- geber 16 Minuten vor Schluß zum Endspurt an- traten. herrschte im Neulußheimer Strafraum dicke Luft. Vier Minuten von Schluß Konnte Walburg mit herrlichem Kopfstoß zum 2:0 einsenden. Plankstadt— Sulsfeld 6:1 Ueberraschenderwelse errangen die Güste anfangs die ersten sicheren Chancen, ohne sie jedoch in Trefler umsetzen zu können. Onne besondere Höhe⸗ punkte aufzuweisen, bot der Kampf wenig Niveau. Erst in der 26. Minute schoß der Halblinlce Kolb das Führungstor, nachdem er zuvor eine„tod- gichere“ Sache dem Gästetorwart in die Armé fle- schossen hatte. Stephan ließ zehn Minuten daraut das 2:0 folgen und der Plankestadter Linksauflen schoß den Pausenstand von 8:0 heraus, Die Güäste aus dem Sinsheimer Krels waren unterschätzt Wor⸗ den, denn Planlestadts splelerische Veberlegenheit kam nur selten zum Ausdruck. in der letzten Vlertelstunde ließen die Güste jedoch merklich nach, so daßb Kolb, Stephan und Vogt das halbe Dutzend voll machten. Der mehr als verdlente Eh⸗ rentrefler des SV flel einige Minuten vor Schlußß. Vin Eppingen— Fhönlx Mannhelm 078 Mit torschem Tempo begann das an spannenden Momenten nicht gerade reiche Spliel, das unfangs von der bet Helegten Platzelf diktliert wurde, Nach einer halben Stunde hatten sich die Phönix-Leute getunden und konnten danke ihres technisch rei⸗ keren Könnens vor der Pause durch einen froben Deckungsfehler die 0:1-Führung herausspielen. Nach der Pause wurde das Spiel ausgeglichener, aber auch hürter, Ein weiterer Deckungsfehler des Vith brachte den Gästen mit einem haltbaren Tretf⸗ fer das 0:2. Da Allgeler als rechter Läufer infolge Verletzung ausschied, war die Niederlage nicht mehr autzuhalten. Mit unhaltbarem Schul schraubte Mannhelns Mͤittelstürmer kurz vor Schluß das Er⸗ gebnis autf 0:3. Für die technisch sehr gute aber auch harte Fünferrethe der Güste war Uppingens Verteldigung zu weich und unsicher. VtBß Wiesloch— 8d Sandhausen 3:3 D. Ueber 2000 Zuschauer vermochten einen Über“ aus spannenden und dramatischen Punktekampf zu sehen, der nach einer anfünglichen klaren Ueber- legenheit des Gastgebers schließlich mit einer ver- dienten Punkteteilung endete. Der Vfñ hatte den Punktesieg leichtfertig verschenlct, indem er den Fehler beging, die Lücke, die durch das Ausschel- den des Verteldigers Fetzer entstand, nicht zu e Was Sandhausen wiederum zu nützen ver- stand. Das Spiel begann mit rasanten Angriften des VtB-Sturms und in der 13. Minute trennte ein Güstespieler Keſßler unfalir vom Ball, worauf Schiedsrichter Erdwein auf Elf-Meter entschled. Lindner gab seinem Gegenüber keine Chance. In der, 24. Minute schoß Steidel qas 210. Die Guäste ließen sich jedoch nicht entmutigen und in der 36. Minute nutzte Schmitt ein Mißverständnis in der VfB-Verteidigung aus, Sein aus großer Ent- ternung abgegebener Nachschußb konnte Lindner nicht érreichen. Der flinke Becker stellte durch direkte Aufnahme eines Kopfballes von Keßler die alte Tordifferenz wieder her. Mit 8:1 wurden die Seiten gewechselt. Keiner des auf beiden Seiten starken Anhanges glaubte mehr an eine Wendung des Splels. Doch„Fortuna“ wollte es anders. Das Splel wurde hürter und der rechte VfB-Verteidiger Fetzer schied aus. Statt einen Spieler zurückzunehmen,— die Finheimischen weiterhin offensiv. Sandhausen erfaßte die Situatlon und Linksaußen Fauth schoß unter dem tosenden Jubel des Anhanges das 2:8 und 3:·3 heraus. Montag, 23. Oktober 1950 Tabeſflen-ghν ſ/ I. Amateurliga VtR Pftorzheim 9 19:12 14 Friedrichsfteld às 20:18 6 Ph. Karlsruhe 8 32: 6 13 Viernheim 16:16 6 Brötzingen 17:10 13 Birkenfeld 9 20:18 7 Feudenheim 7 13: 7 10 FV Karlsruhe 7 11:18 6 Daxlanden 7 16:9 Leimen 9 14781 6 Schwetzingen 29:16(09 Mosbach 9b6:24 4 TS8 Rohrbach 9 23:20 9 Eutingen„ Hockenheim 9 20:22 9 Adelsheim 9 16:48 4 II. Amateurliga Staffel 1 Plankestadt 9 26:15 15 Altlusheim 8 171 80 Eppelheim 27: 13 Ottersheim 8 15:13 6 Wiesloch 7 26:11 12 Rheinau 916:23 6 Walldortf 920f 9 12 Sinsheim 7 6:22 4 K irchheim 611:7 9 Eppingen 9 13·26(4 Sandhausen 7 13143 Neulußneim g6222 2 FPh. Mannheim 6 20:14 8s6 Sulzteld s6:26 1 II. Amateurliga, Staffel 2 Wallstadt 628: 7 19 Watpstadt BRie FEbherbach 62010 11 Handschuhsh. 6 16:16 7 Kütertal 2411 1m1 Zuzenhausen Fieine 6 Weinheim 2711 11 Hemsbach 7 1116(4 Ilvesheim 9) 19/10 11 Heddesheim in Dostenheim 19:16 10 Union Hdbg. 7 770(4 Sandhoten 918·22 3 Eschelbronn e A-Klasse Heidelberg, Stafyffel 1 Hirschhorn 5 25: 6 u3 Wilesenbach TS0 76 4 11½½ 6 FT Heidelberg 4 6:0 4 Wieblingen 5 21:14 6 Schönau 44:53 3 Zlegelhausen 4 6: 2 6 Neckargemünd 3 7:16 3 Pfaffengrund 5 7:7 6 Altenbach fee Bammental 4 11n½½2 56 Neckarsteinach 53: 6:17 2 A-Klasse Heidelberg, Staffel 2 Nußloch 6 18: 7 10 Schatthausen 6 13:16 8 Dlelheim 5 15: 5 66 Meckkesheim 6 12:19 63 Mauer 5 20: 7 7 Batertal 5 1414 4 Rauenberg 5 15: 6 7 Balzfeld 6 12:18 4 Münlhausen 5 17:10 7 Rettigheim 5 6:˙14 2 St. Ilgen 616:16 7 Talrnbach 6 7·87 0 Dielheim holte zwei Punkete dus Boiertal SpVes Balertal— 86 Dielheim 122 Einen typischen Lokkalkampf, spannend vom An- fang bis zum Schlußpfiff, lieferten sich obige Mannschaften. Die Gastgeber mußiten die Verletz- ten Schäüfer und Treu ersetzen, während die Güste in kompletter Aufstellung antraten. In der ersten Halbzeit spielten die Einheimischen eine leichte Feldüberlegenheit heraus, verstanden es ſedoch nicht, diese in Tore umzusetzen. Die 2. Halbzeit verlief ziemlich ausgeslichen. Hierbei waren ſe- doch die Güste die Glücklicheren. In der 55. Mi- nute gelang Rechtsaußen Gerner Überraschend der Führungstrefler für Dielheim. Mittelläufer Schuh konnte durch Verwandlung eines Elfmeters den Gleichstand erzielen. Jedoch gelang es den Gästen wenige Minuten später, abermals die Führung zu üÜbernehmen.— 2. Mannschaft: 1:0. Tairnbach— Balzfeld 0:8 Mit einer neuaufgestellten Mannschaft versuchte Tairnbach seine Anhänger zu begeistern, Jedoch— es gelang nicht, Es fehlte bei beiden Mannschaf- ten an Schwung und Tempo. Die Gäste stellten sich alsbald als die Besseren heraus und schossen in der ersten Halbzeit drei Tore. In der zwelten Halbzeit wurde das Spiel noch„müder“ und auch der Schiedsrichter zeigte keine Gualitäten. Balz- teld schoß dann noch zwei Tore und stellte das Endresultat von 0:5 her. St. Ilgen— Rettigheim 4:0 Durch starken Einsatz versuchten beide Mann- schaften schon zu Beginn des Kampfes eine Ent- scheidung herbeizuführen. St. Iigen hatte dabel den schnelleren Start und bereits in der 2. Minute schoß der einheimische Rechtzaußen das 1:0. Mit diesem Treffter kam erst der rechte Schwung ins Spiel und Angritt auf Angrift rollte gegen das Gästetor. Da- bel erzielte St. Ilgen durch seinen Mittelstürmer das zweite Tor. Mit dem dritten Tor und ber its eine Minute später durch von Hoffen, der das vierte Tor, schoß, wurden die Seiten gewechselt, Anders verlief dagegen die zweite Hälfte. Wer nun glaubte, das Torschlehen ginge so weiter, sah sich getäusdlit. Denn die Gäste konnten nun etwas aufkommen und das Spielgeschehen sogar offengestalten. E. K. Mühlhausen— Schatthausen 58 Die Güste aus Schatthausen stellten sich mit einer sehr gewandten Mannschaft vor und lconnten in den ersten 20 Minuten mit Stelldurchbrüchen ge- führliche Situationen vor dem Tor des Gastgebers schaffen. Mühlhausen fand sich schlecht, was auch das 2:2 bel. Halbzeit bewies. Nach der Halbzeit drüngte die Platzelf stüändig und Schatthausen ver⸗ teldigte ott mit der gesamten Mannschaft. Trotzdem mußzen die Güste noch drei Trefler hinnehmen und slch der technisch reiferen Mannschaft von Mühl⸗ hausen beugen. Neckorqemünd verlor in Wiesenbach 2:0 Sieg der Gastgeber war verdient und löste Jubelstürme aus 3 Mit großer erwartete man dlesen Kampf der nachbarlichen Rivalen. Hatte es doch Wiesenbach in den letzten zehn Jahren gegen Neckargemünd höchstens einmal zu einer Punkte⸗ tellung gebracht. Die Güäste verloren ausgerechnet durch zwel Strafstoßtore. Mit großer Gewandtheit und Tempo wartete die Pfalzelf gegen den Körper- lich stärkeren Gegner auf und schon in den ersten Minuten schofl Braus einen Strafstoßs auf das Gästetor, den der geschickte Rau nicht zu halten vermochte. Die Güste spielten nun hürter und splelten sich eine klare Ueberlegenhelt heraus. 18 Eibt reichlich viele Strafstöfle, aber Rau im Gäste⸗ tor kann immer wieder abfangen, Aber in der 60. Minute muß er sich doch geschlagen geben, als ein unhaltbarer Strafstob zum 2:0 eingeschossen Wurde. Die Torlatten verhinderten eine höhere Nie⸗ derlage Neckargemünds. Hirschhorn— Pfaffengrund 31 Mit Pfaflengrund stellte sich ein ganz beacht⸗ licher Gegner vor, welcher noch manchem Gegner schwer zu schaflen machen wird. Die erste Halb⸗ zelt verliet ziemlich ausgeglichen, abgeschen von elner leichten Feldüberlegenheit des Gastgebers, Welcher allerdings seine Anhünger nicht Überzeu⸗ den Konnte. In der 29. Minute konnte Horn die 1:0-Führung für Hirschhorn herstellen. Und mit diesem Ergebnis wurden dann die Seiten gewech⸗ selt. Gleich zum Anfang der zwelten Halbzeit drüngte Pfaftengrund und 80 Konnte de. Halblinlce Pfaflengrunds ausgleichen. Endlich in den letsten 15 Minuten zelgte der Gastgeber, Was er zu leisten vermag und 80 flelen in der 69, durch Wültner und in der 86. Minute durch dner weitere Tore. Der Schledsrichter leitete das Spiel korrekt. TS0 76— Schönau 3:1 Man muß weit zurückgreiten, wenn eine Parallele getunden werden sollte zu einem 80 schönen Spiel, mit dem die 7der ihre Anhänger Uberraschten. Hütte der Sturm nur etwas Schugglücke gehabt, Wäüre Schönau um eine empfindliche Niederlage nicht herumgekommen. Die Gäste hatten eine sachnelle und eifrige Mannschatt, konnten gich aber kgetgen dte Heldelberger Läuferreihe und Abwehr nicht behaupten. Die TSd erzielte ihr erstes Tor mit einem Weitschull. Der Halbzeltvorsprung von 2:0 Wurde durch ein weiteres Tor des Halbreéchten aut 3:0 ausgebaut und dann erst gelang Schönau uus einem Gedrünge heraus dasg einzige Gegentor. FT Heidelberg— Tus Ziegelhausen 212(orlvat) Nachdem nach elner halben Stunde Wartezelt immer noch kein Verbandsschtedsrichter gekommen wWar, einigte man sich auf beiden Selten, unter Lei⸗ tung von Eschweg, RW Ptaftengrund, ein Freund- schäftssplel auszutragen, Aber dennoch setzte man slch auf beiden Seiten restlos ein und Zlegelhausen kam auch durch seinen Halbrechten nach 20 Minu⸗ ten zum 1:0, Im Gegenzug kamen die Frelen Turner durch Wagenhals zum Ausglelch, und derselbe Sple- ler brachté nach dem Wechsel durch Koptball seine Farbæ 2:1 in Führung. Nun wurde das Splel zu- gehends hürter und als ein Stratstoh vom linken Lüuter mit dem Kopf im For der Heidelberger landete, war der Ausgleich gefallen. Schledsrichter Eschwen leitete grohbzügig, und das Unentschieden Wurde belden Mannschaften Herecht. Montag, 23. Oktober 1950 ViB Mühlburg— 86 St. Leon 8·7 86 Leutershausen— SpVgg Ketsch 8·9 TSV Ottersheim— Weinheim 62 8¹5 TSV Rot— SV Waldhof 11:56 TSV Birkenau— TSV Rintheim 8·¹⁰ Tus Beiertheim— VIL Neckarau 4·˙8 TSV Rot— SV Waldhof 11:3 Trotz Ersatz für Weiß B. und Vetter L. zeigten die Einheimischen, ganz besonders in der zweiten Hälfte eine famose Leistung. Erstmals nach län- gerer Pause stand in den Reihen des Meisters Wieder Freiseis, allerdings auf Vetters Verteidi- gerposten. Und allen Anfeindungen zum Trotz zeigte Freiseis eine Leistung, die ihn einfach für die Roter Mannschaft unersetzbar macht. Freis- els bildete mit seinem Vordermann Thome E. einen Abwehrblock, der der Süddeutschen Elf am vergangenen Sonntag in Ketsch doch einiges ab- geschaut hatte. Waldhof war bis zum Pausen- Ppfiff ein gleichwertiger Gegner, der Rots Vor- sprung immer wieder remisierte und beim Sei- tenwechsel nur mit 3:2 im Hintertreffen lag. Nach Wiederanpfift war die Platzelf wie umge- Wandelt. Freiseis erhöhte durch zwel Tore bald auf 5:2 und Thome E. ließ durch einen Fern- schuß das 6:2 folgen. Bei diesem Stand verletzte sich Scheffler im Gästetor und schied für lüngere Zeit aus. Rot splelte weiterhin sein großes tech- nisches Können aus und ließ erst in der letzten Minute den 3. Gegentreffer zu. Durch diesen Sieg und die gleichzeitige Niederlage der S6 Leuters- hausen führt Rot mit einem Punkt Vorsprung die Tabelle an. VitB Mühlburg— 868 St. Leon 8:7 Die 1. Halbzeit sah die Mühlburger ziemlich Überlegen. St. Leon konnte trotz großen Einsàt- zes nichts zuwege bringen und mußte sich beim Seitenwechsel eine 5:2-Führung seiner Gastgeber gefallen lassen. Nach dem Wechsel spielte die Leoner Elt in gewohnter Weise. Innerhalb einer Viertelstunde hatte sie mit 7:7 den verdienten Ausgleich hergestellt. Durch viel Glück schossen dann die Karlsruher Vorstädter den Siegestreffer und gingen nur durch Fortunas Mithilfe als dop- pelter Punktgewinner vom Platz. In die Tore der Gäste teilten sich Brecht, Klevenz und Götz- mann. Bezirksklasse: TRB Heidelberg— 86 Kirchheim 5:6 Eine Viertelstunde lang blieb das Treffen völ- lig ausgeglichen und keine der beiden Mann- schaften kam zu irgendwelchen Erfolgen Ein schöner Angriff brachte den Turnern das 1:0, das aber Pfisterer bald wieder ausgleich. Auch das 2:1 der Turner glich Kirchheim wieder aus und ging dann bis zum Pausenpfiff mit 5:3 in Füh- rung. In der zweiten Hälfte war der TB ein- deutig die bessere Elf und Kirchheim kam nur selten zum Zuge. Nach dem 3. Treffer des TB lag der Ausgleich in der Luft, aber die harte Abwehr der Kirchheimer und ihr überragender Torwart verhinderten weitere Erfolge, Ein Platz- verweis innerhalb der Turnermannschaft half dann noch dazu die unglückliche Niederlage der Hausherrn zu vervollständigen. TV Bammental— 86 Walldorf 2:2 Bel leichter Ueberlegenheit der Bammentaler konnten sich diese beim Wechsel eine verdiente 2:0-Führung sichern. Nach Wiederanspiel erziel- ten die Gäste durch ein Mißverstäündnis das An- schlußtor. Auf Seite Bammentals ließ man dann die Chance eines 13 m aus, während Walldorf buchstäblich in den Schlußminuten durch Stratf- Wurk das Unentschieden herstellen konnte. TSG Ziegelhausen— SV Schwetzingen 3:8 Ohne ihren guten Torwart und weiterem Er- gatz war die Ziegelhäuser Mannschaft den star- ken Schwetzingern von Anfang an im Nachteil. Die Gäste schossen den 1. Treffer, Ziegelhausen glich aus, aber dann gingen die Spargelstädter * SPORI-FEUILLETON Rots hoher ſi:3-Sieg über Woldhof Der Meister wieder an der Spitze— Nußiloch, Schwetzingen und Wieblingen ohne Punktverluste auf 4:1 davon. Kurz vor dem Wechsel verkürzte Zlegelhausen auf 4:2. In der zweiten Halbzeit Waren die Gastgeber zunächst überlegen, konnten aber durch Schußunvermögen der eigenen Stür⸗ mer keinen Vorteil daraus ziehen. Erst beim Stand von 7:2 erzielte Ziegelhausen den 3. Tref- ter, mußte dann aber das Spiel an die Gäste ab- geben. TSV Rot 1b— Germ. Dossenheim 118 Dossenheim gewann verdient durch größeren Eifter und besseres Mannschaftsspiel, während man auf Roter Seite allzu viel auf eigene Faust loszog. Insbesondere Stegmülier verdarb durch Übertriebenes eigensinniges Handeln die besten Torgelegenheiten. Germanla Malschenberg— 86 Nuffloch 52:9 Als die Platzbesitzer nach 15 Minuten Spiel- zelt mit 3:1 führten, witterte man dort eine kleine Sensation. Erst als die Güste dann durch bes- sere Leistungen mit 5:3 kührten, hatte sich das Geschehen einigermaſten geündert. Beim 5:7 für Nußzloch ließen die Germanen zwei totsichere Sachen aus und dies brachte die Mannschakt voll- kommen aus dem Häuschen. Nußloch gewann auf Srund der besseren zweiten Halbzeit. Dieses Spiel dürfte für die Malschenberger zu einem guten Wendepunkt geworden sein. Kreisklasse A: TSV Wieblingen— Germania Malsch 10:4 Die Gäste aus Malsch waren mit großem An- hang zum Tabellenführer gekommen. Für Wieb- lingen galt es durch einen Sieg die Tabellenfüh- rung weiter auszubauen, während die Germanen aus Malsch ebenfalls den festen Willen hatten, wenn irgendwie möglich mit Wieblingen in Tuch- fühlung zu bleiben. Beide Mannschaften zeigten wäührend der 60 Minuten bezirksligamäßige Lei- stungen. Bis zum Wechsel boten die Gäste hren Gastgebern solchen Widerstand, daß sie mit einem verdienten 4:4 die Seiten wechseln konn⸗ ten. Wenige Minuten aber nach dem Wieder- anpfiff zeigte es sich, daß die Malscher Elf sich in der ersten Hälfte doch etwas zuviel zugetraut hatte. Wieblingen splelte in diesem Abschnitt deutlich überlegen, ließ keinen Gegentreffer mehr zu und erhöhte seine Torzahl mehr um das Dopelte. Die Rotberingten aus Malsch hatten in ihrem Torhüter den besten Mann, der allein sämtliche drei 13 m seines Gegner hielt, wäh⸗ rend auf Wieblinger Seite Damm das ganze Splel machte. 188 Dossenheim— ASV Eppelheim 14:4 Zwel erfreuliche Punkte waren bei diesem fair durchgeführten Treffen festzustellen: Eppelheim stellte sich als eine Einheit vor, die trotz des schlechten Tabellenplatzes eine einsatzfreudige Elt ist und die Stürmer der Platzherrn zeigten gestern überraschend eine Schußfreudigkeit, die uUnbedingt zu Toren führen mußte, Eppelheims vier Treffer hätten leicht noch vermehrt werden können, wenn einige Güstestürmer nicht gar s0 hilflos gewesen wären. Phönix Steinsfurt— TSG Wiesloch 4:8 Trotz ziemlich ausgeglichenen Leistungen muß- ten die Platzbesitzer hren Gästen am Schluß Zweimol lod Baden in kührung- verlot aber 3:2 Silberschildelf lieferte in Nürnberg ein hervorragendes Spiel K. A. In einem überaus schnellen und technisch hochstehenden Spiel unterlag die badische Hockey- mannschaft am Sonntag in der Zwischenrunde des Silberschild-Wettbewerbs in Nürnberg gegen Bayern knapp 3:2(1:), nachdem sie in der ersten Halbzeit mit 1:0 und in der zweiten Halbzeſt mit 2:1 zweimal in Führung gelegen war. Nach dem Anspiel hatte Baden zunächst eine ge- führliche Drangperiode der Gastgeber zu überwin- den, ehe es sich gefunden hatte und mit zügigen Kombinationen selbst zum Angrift überging. Hler⸗ bel zeigte sich sofort die Gefährlichkeit der Fün- terreihe NolteKenngott-App-Crusius—Dühring. die weniger als vor allem der linke bayerische Flügel Weber-—Rosenbaum mit technischen Einzel- lelistungen glünzte, aber wesentlich geführlicher im Ausnützen der herausgespielten Torchancen war. So führte auch bereits einer der ersten Angrifle zur I:0-Führung durch Kenngott, der eine Vorlage von links kaltblütig einschofl. Erst kurz vor Halb- zeit kam Bayern durch einen taktischen Fehler der badischen Hintermannschaft zum Ausgleich. Das Spiel wurde in der zweiten Halbzeit noch schneller, da nunmehr beide Mannschaften mit letztem Einsatz um den Sieg kümpften. Vor beiden Toren gab es mehrmals gefährliche Situationen, die ott nur mit viel Glück geklärt werden konnten. Dann flelen innerhalb von fünt Minuten drei Tore. Zunächst konnte Bayerns Torhüter Süß einen Schuß von Crusius gerade noch abwehren, aber der nachsetzende Kenngott hob die Kugel üÜber den ge- fallenen Torhüter zum 2:1 für Baden ins Tor Doch schon nach wenigen Minuten führte eine Strafecke zum Ausgleich für Bayern, da der Schiedsrichter trotz Körperballs auf Tor entschied, und kurz da- rauf erzielte Rosenbaum im Nachschußs den sieg- bringenden dritten Treffer, in einem unerhört schnellen Endspurt versuchte Baden noch einmal eine Aenderung des Ergebnisses zu erzwingen, aber mit Glück und teilweise übergroßer Härte kam Bayern über die Zeit. Badens Jugend slegte 2:0 In dem Vorspiel zeigte die badische Jugend- mannschaft eine vorzügliche Leistung gegen die Vertretung Nordbayerns Mit einem herrlichen Rüclchandschuß hatte zunächst Wismaier(HCHH) in Proſessor Karl Meister I Zu seinem 70. Geburtstag Am Sonntag felerte eines der ältesten Mitglie- der der Universität Heidelberg, der langjährige Senlor der Philosophischen Fakultät Professor Dr. KarlMeister, seinen 70. Geburtstag. Der Tag bedeutete für ihn zugleich den Abschied aus dem aktiven akademischen Lehramt, dem er 41 Jahre lang, seit 1921 als Inhaber des Latinistischen Lehr- stuhls der Heidelberger Universität, mit dem ihn auszeichnenden sittlichen Ernst und mit gewis- genhafter Hingabe an den niemals leicht genom- menen Beruf des Lehrers und Forschers gedlent hat. Sein Weg führte ihn von der Heimatuniversität Lelpzig über Berlin, wohin der 29jüährige auf Be- treiben des Altmeisters der Klassischen Philo- logie Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff be- rufen wurde, und über Königsberg nach Hel⸗ delberg, dessen genius loci er trotz mancher Verlockcungen treu geblieben ist,. Im Jahre 1930/81 hat er in politisch schon bewegter Zeit energisch das Rektorat geführt und sich dabei durch sein unerschroclcenes Auftreten gegenüber jusend- lichen Schrittmachern des Nationalsozialismus zwar nicht die Achtung seiner Studenten ver- scherzt, die stets zu ihm hielten, aber doch bei den nachmaligen Machthabern müßzliebig ge⸗ mächt, wodurch nach 1933 seine Stellung ernst⸗ lich geführdet Wwar. Aber sein stilles, aufrechtes, stets der Sache zugewandtes Wirlten und seine gütige, nimmermüde, hilfsbereite Menschlichkeit befestigten allgemach wieder seinen Stand um deutschen äkademischen Leben, Seit Jahrzehn- ten gehört er auch der Heidelberger Akedamie der Wissenschaften als ordentliches Mitglied an, Die Bahn des Gelehrten Meister führte von der Beschäftigung mit dem Wort der Antilte un strengsten Sinn, mit der Sprache der Grie- chen und Römer, mehr und mehr zu den Sa⸗ chen, zur Versenkungs in Inhalt, Geist und Ge- halt der Schriftwyerke der Alten, und hier wiede- rum zu den sittlichen Gütern, die sie uns als le⸗ bendiges Erbe vermitteln. Davon zeugt etwa seine Rektoratsrede von den Tugenden der Rä- mer oder seine jüngst erschienene feinsinnige Abhandlung über die Freundschaft zwischen Ho- raz und Mäcenas. Da der jetzt rüstig ins achte Lebensjährzehnt Eintretende zeitlebens seine Hauptaufgabe darin sah, die Jugend in die Welt der Antike, voran in Sprache und Geist des Römertums einzuführen, sle den Ernst und die Verantwortung wissen- schaftlicher Arbeit zu lehren und die in den Zeugnissen der Alten schlummernden humanen Werte in seinen Schülern fruchtbar werden zu lassen, so trat die eigene Forschung, von der Meister schon in jungen Jahren durchschlagende Proben ablegte, zwar nie ganz zurück— denn der Unterricht des echten akademischen Lehrers lebt nur durch ständige eigene Auseinanderset- Zum Verständnis der ersten Halbzeit Baden in Führung gebracht und Bangert(Mscz) schoß dann in der zweiten Halbzeit ein herrliches zweites Tor. HTV gab Punkte ab Vik Mannheim— HTV 46 271 Dieses Spiel hätte der HTV auf keinen Fall ver- lieren dürfen. Aber noch ehe sich die Heidelberger gefunden hatten, kamen die Mannheimer innerhalb 10 Minuten zu ihren zwei Toren. Der Halblinke W. Schneider erzielte den Führunsstrefler und dann führte kurz darauf durch Dr. Kulzinger eine Eelte zur 2:0-Führung. Hans Winter verkürzte mit einem Schuß aus spitzem Winkel zum 2:1. Nach der Pause stand die Begegnung vollkommen im Zelchen des HTV 46. Angrff auf Angriff rollte auf das Mannheimer Tor, aber hier machte sich wie- derum die Schußarmut des Heidelberger Sturmes stark bemerkbar,— Ib-Mannschaft: 2:1 für ViR; AH 318. TS6G 78 war überlegen TSG 78— 86 Frankenthal 41 Auch ohne die beiden Silberschildspieler App und Berlinghot gelangten die 7Ber in diesem Freundschaftstretlen zu einem klaren Sieg. Man hatte Bruckert diesmal auf den Mittelstürmerposten gestellt, während auf Rechtsaußen Seiler stand. In der Verteidigung versah Schulz den Posten von Berlinghof,. Riehl brachte die Heidelberger zu- nüchst in Führung, aber noch vor der Pause gli- chen die Güste durch ihren Linlesaußen Zweck aus. In der zweiten Spielhälfte fuhr Riehl dann Wieder einmal blitzschnell dazwischen und brachte die 78er erneut in Führung. Hübenthal schoß zum 3:1 und schließlich jagte Seubert die Kugel zum 4:1 in das Netz. Bei 76 war diesmal wieder Bauer als Mittelläuter der überragende Mann, neben ihm spielte Verteidiger Rieth eine vorzügliche Rolle und im Sturm, der trotz dem 4:1 nicht immer befriedi- gen konnte, stach der flinkke Halblinke Riehl her- Vor. Ib-Mannschaftén 4:1 für 78. Damen: 1786 76— 88 Frankenthal 2:1 Die 78erinnen landeten hier einen zwar knappen aber sicher verdienten Sieg. Beide Tore für Heidel- berg schoß Frl. Ilse Ueberle. zung mit dem Stoff—, aber sie gewann nur sel- ten die letzte für die Oeffentlichkeit bestimmte Form. Wo Meister aber mit eigenen Arbeiten hervortrat, so mit seiner Aufsehen erregenden Preisarbeit über die Kunstsprache Homers, die zugleich von der Weite seiner Forschungsinter- essen Zeugnis ablegte, oder neuerdings als Her- ausgeber der„Heidelberger Texte“ mit den vor- treftlichen Kurzmonographien über Cicero, Ver- Eil, Ovid, Cornelius Nepos und Tacitus, da bot er allseitig Fundiertes, wohl Durchdachtes, unbestechlich Selbständiges und nach Inhalt und Form Ausgereiftes. Da er wie wenige ein Ken- ner der Inschriften und literarischen Zeug- nisse des römisch-germanischen Rheinlands ist, dart wohl die Wissenschaft auch auf diesem seinem Heidelberger Wirken besonders nahege- legenen Felde von der Muße seines Alters noch Bedeutendes erhoffen. Hildebrecht Homme1 moderner Musik H. H. Stuckenschmidt im„Amerika-Haus“ In außlerordentlich klaren, nie theoretlstlerenden Austührungen sprach Prof. H. H. Stuckenschmidt, Mustilckritiker der„Neuen Zeitung“ im Amerika⸗ haus über Wege zum Verstündnis der modernen Mustikk. Er Wies daraut hin, daß schon zu Bachs Zel- ten durch Eintührung der„temperierten Stimmung“ der Keim der Zerstörung des Dur-moll-Prinzips gelegt worden sel. Geradezu ein Wendepunkt in dieser Bezlehung aber sei Wagners Fristan-Musile mit zeiner schillernden Chromatik, von der ein di- rokter Weg üÜber Richard Strauß und Pfitzner zu Debussy führe, Um 1910 gelangt Arnold Schön-⸗ berg in seinem Schaften zum Verlassen der tona⸗ len Prinztpien, Seine damaligen Kompositionen sind von aphoristischer Kürze, Der alten Formensprache kann er sich nicht mehr bedtenen, 80 sucht man bald, um der Gefahr des Chaotischen zu entgehen, nach neuen Ordnungen, deren Umrlsge sich heute abzeichnen in der ZWölfton-Technik, nach deren Prinzipien Komponisten verschledenster Rich⸗ tungen heute schaften und in dor Polytonali“ züät erkörperunz verschtedener Tonarten), deren Verwendung bei Mursorgsley, Strawinsky und Mil- haud an illustrativen Beispielen zeigte, Mit Ein- dringlichkeit betonte der Redner am Schlußß, Wie Wichtig es gerade in den Zeiten der heutigen Stil⸗ Wende sei, daß es einen Kreis von Härern gübe, die in stetiger Beschäftigung sich mit dem Schaf⸗ ten der Lebenden auseinandersetzt. G. G. Tarlfausschun des deutschen Muslkerverbandes tagte in Heidelberg. Der„Tarttausschuß deutscher Mustkerverband— deutscher Bühnenverein“ be⸗ ktaßte szich am Freitag und Sarastag in KHeldel⸗ berg mit der Frage der Hingliederung der Kul⸗ turorchester in die entsprechenden Besoldungs- Aruppen. Der Tarttausschull, der sich paritätisch uus Arbeltgebern Deutscher Bühnenverein) und Arbeltnehmern Oeutscher Mustikerverband) zu⸗ gammensetzt, war bestrebt, die Härten, die sich in der Nachkriegszeit für Musiker ergeben haben, so welt wie möglich auszugleichen. Selte 8 den Sleg Überlassen. Beim 4:5 wechselte man die Seiten und als der Unpartelische Steinsfurts Ausgleich nicht anerkannte, fiel die Mannschaft auseinander und Wiesloch bleibt dadurch, aller- dings bei einem Spiel mehr, punktgleich mit Wieblingen. ITV Sinsheim— FT Heidelberg 2:11 Nach einer fast gleichverteilten ersten Hälfte kamen die Freien Turner an der Elsenz zu einem sicheren Sieg. Für die Sinsheimer Turner wird die Lage bald sehr unangenehm. IV Neckargemünd— TV Dielheim 17:4 Dlelheim bestritt das Treffen nur mit 10 Mann und konnte bis zum 3:3 seinem Gastgeber einen ebenbürtigen Kampf liefern. Dann allerdings Waär es um die Gäste geschehen. Neckargemünd spielte hoch überlegen und schoß Tor auf Tor. Kreisklasse B: In Klasse B kam die Polizeli in Schönau zu einem nicht erwarteten Sieg und ebenso gewann Rohrbach ziemlich hoch in Kirchheim. Die Übri⸗ gen Ergebnisse sind wie erwartet. Die Mann- schaften spielten wie folgt: FTSV Kirchheim- TB Rohrbach 6:15; SV Schönau— Pol. Heidel- berg 6:7; HG Eberbach— TV Eschelbronn 68.7: TSV Gailberg— Pfaffengrund 12:2; TSG Ziegel- hausen 1b— TV 46 Heidelberg 8:5. S8 Sand- hausen— VfB Eppingen kampflos für Eppingen gewonnen. Rugby-Auswahl gewann Generalprobe Süd gewann 17:6 gegen Stadt Ko. Der Sies des Südens war verdient, er flel dem Spielgeschehen nach wohl ein wenig zu hoch aus. Die Leistungen erreichten leider nur selten das Niveau, das von Auswahlmannschaften gefor- dert werden kann. Der Süden zeiste zwar das ge- konnter e Rugby, aber auch hier gab es manchen Leerlauf, vor allem hatte man das Gefühl. daſ man noch nicht zu einem einheitlichen Gefüge zusammengefunden hatte. Die Leistuns des Stur- mes war auch nicht so, wie wit dies von früher her gewohnt waren, das Gedränge arbeitete nicht sauber, es mußte sehr viele Bälle an die ehrgei- zigen Stürmer der Stadt abgeben. Ohne Tadel spielte Frosch als Gedrängehalb. Falle war im ktnen glänzend. Ob er aber segen harte Spieler, wie sie der Norden hat, in der Verteidigung allen Ansprüchen genügen wird. mag fraglich sein. Die Innen waren ohne Rasanz. Von den Dreivierteln zeigte Biller die beste Form Auf det Gegenseite fand sich der Sturm erstaunlich gut zusammen und als das Halbpaar innerhalb der Mannschaft ausge- tauscht wurde, hatte die Stadt zeitweise mehr vom Spiel, ohne jedoch die Chancen zu nutzen da immer wieder zu spät gepaßt wurde, Ia der Stadt- mannschaft war Wild in der Gasse stark, auch Niebel geflel. Das Spiel begann lebhaft und schon bald grift der Süden mehrmals an, ohne jedoch zu Erfolgen zu gelangen. Die Stadt war am Gedränge unter- legen, hielt aber an der Gasse paroli, Biller brach schliehlich den Bann, als er nach flottem Paß der Dreiviertelreihe, fein nach innen schnitt und ein- lief. 3:0, Weitere Angriffe unterbanden die sicher fassenden Stadtspieler. Dann erhöhte Biller durch Tritt auf 6:0. Für die 2. Hälfte wurden einige Spieler ge- tauscht und Brehm trat bei Süd ein Er verlieh auch den Ankriften der Rotweißen mehr Druckk Durch einen schönen Straftritt von Baumgärtner kam die Stadt auf 613 heran, Wieder war es Biller, der durch sauberes Schnei- den nach innen die Voraussetzungen zum nüchsten Versuch schuf. Von ihm lief der Ball über Falk zu Brehm, der scorte. 9:3. Ein gekonnter Ansrift Biller-Brehm-Treiber ergab den nächsten, wohl schönsten Versuch des Südens, den Schulz er- höhte. 14:3, Dann war Baumgürtner überraschend eingeschnitten, er fand aber nicht seinen Neben- mann Langer, so daß eine Frfolesaussicht der Stadt vergeben wurde, Fleiß rettete, als er den allein durchsebrochenen Biller sicher hielt. Nun ließ der Süden am Gedränge nach und ein Paß Baumgürtner-Neef führte zum 2 Erfols der Stadt, nachdem vorher Reuter im Alleinsang den letzten Versuch des Südens errungen hatte SCN komb.— HTV kʒkomb. 15:0 Die junge Neuenheimer Fünfzehn lieferte ein flottes Spiel, dem der HTV außer einer sicheren Verteidigung wenig entgegenzusetzen hatte. — Otto Dix-Ausstellung eröffnet Bel Anwesenheit des Künstlers, der Überraschend von Hemmenhofen(Untersee) nach Heidelberg ge- kommen war, konnte der Kunstverein gestern die Kollektivausstellung„Otto Dix 1914-196 0“%, die zum 60. Geburtstag des Malers zusammenge- stellt wurde, eröfftnen. Dr. Walter Passarge, Di- rektor der Kunsthalle Mannheim, gab eine einge- hende Analyse des Lebens- und Arbeitswegs von Otto Dix, wobel er vom thüringischen Erbe aus- Eing, das dem Menschen und dem Werk mitgegeben wWurde: enge Verbundenheit mit Landschaft und Natur einerseits, unsentimentaler, ansoluter Wirk⸗ lichkeitssinn andererseits. Auf die eindrucksvolle Ausstzllung werden wir noch ausführlich zurück⸗ kommen. Tab. Hulturelle Rundschau Fapst Plus XII. hat zu Fhren der Himmelfahrt Martens ein Sondergebet verfaßt, das er währ⸗ scheinlich am Tage der Dogmenverkündung im Anschluß an die Verlesung des Dogmas sprechen Wird. Der Text des Gebetes soll an die Gläubigen vertellt werden, die der Zeremonie beiwohnen, dä- mit sie gegebenenfalls das Gebet mit dem Papst gemeinsam sprechen können. Ratlael und Holbeln in der Sowfietzone stants⸗ getührlich. Den Schulbehörden in der Sowietzone ist mit„bindenden Befehlen“ verboten Worden, Heschlossenen Gruppen von Schulkindern den Be- such der Kunstausstellung in Dahlem(Westberlin) zu gestatten, in der rund 140 klassische Arbeiten von Raffael, Dürer, Holbein und anderen Weltbe⸗ rühmten Künstlern gezeigt werden. Alexander-Thomas-Stittung gegründet. Dle Münchner Gemelnschatt der Freunde der hildenden Künste hat zu Uhren des vor einigen Tagen ver⸗ unglückkten Karlgruher Kunstmalers Alexan- der Thomas eine„Alexander-Thomas-Stittung“ gesründet. Alljährlich am Todestag Alexander Thomas soll aus der Stiitung dle beste küinstleri- sche Leistung des Jahres im Bundesgebiet mit einem Geldpreis ausgezelchnet werden. Alexänder Thomas, der Weit Über die Grenzen Deutschlands als Kunst⸗ maler bekannt war, kam bei dem Schwarzwald- bahnunglückk vor einer Woche ums Leben. Seite 6 Am Sonntag beging der emeritierte ordentliche Professor für Klassische Philologie an der Univer- sität kleidelberg, Karl Meister seinen 70. Ge- burtstag. Eine Würdigung der Verdienste Professor Meister's befindet sich auf Seite 5 dieser Ausgabe. Gedächtnisstunde bei der Jüdischen Kultusgemeinde Die Jüdische Kultusgemeinde Heidelberg ver- anstaltete am Samstagabend eine Feierstunde zum ernsten Gedenken des 10, Jahrestages der Deportationen nach dem Camp de Gurs in den Pyrenäen. Der Vorsitzende der Gemeinde, Loewel, gedachte in kurzen Worten der Juden, die im Lager Gurs oder später in Auschwitz und Treblinka umgekommen sind. Frau Oppen- heimer schilderte in bewegten Worten ihre Er⸗ lebnisse im Lager Gurs., Sie wandte sich gegen die schleppende Bearbeitung der Wiedergut- machungsansprüche der Behörden. Mit einem — 5 Gebet fand die Gedenkstunde ihren Ab- schluß. Kerwe in Rohrhach Die sonst so zurückchaltenden Rohrbacher gin- gen am Samstag und Sonntag aus sich heraus und einige sollen sogar ganz aus dem Häuschen gewesen sein, als sie ihre Kerwe mit allem Drum und Dran feierten, Die Rathausstraße war zum Meßolatz geworden. Es gab Karussells, eine Schiffschaukel, Schieß- und Glückesbuden und mancher besorgte sich dort eine Siegestrophäe Die Gaststätten hatten sich entsprechend gerüstet und kür das leibliche Wohl und einen guten Tropfen gesorgt, so daß einer echten, fröhlichen Kerwestimmung nichts im Wege stand. Ueber dem Pingang einiger Lokale baumelte verhei- Bungsvoll die Kerweschlumpel Heute lockt die Einladung zum allgemeinen Kehraus und dann wird sich Rohrhach wieder in seinen arbeitsamen Alltag zurückziehen. IAUIIU e Städt. Bünhnen: 20.00„Der Mann mit dem Zy- linder“ mustk. Comödte. 8 CDU: 20 Uhr Kreisversammlung im Kolping- haus. 8 Melplatz: 16 Unr 300 Kinder des Antonius- heimes, der Arbeiterwohltahrt und des PFaulus- heimes sind Güste der Schausteller. 3 ittttdtttetnssznnfttklstttütttttsszztskttitstisttstutttmmmnnnntstststitttziztiziitilzitttiktkiztsttsttttsttttttztzt U Durch Verfügung des Kultusministerlums in sandt wird: „Die auf Wunsch des Elternbeirats des Mäd- chenrealgymnasiums Heidelberg(Hölderlin- schule) am vergangenen Freitagabend stattgefun- dene, sehr gut besuchte Elternversammlung brachte nach einem in seiner Klarheit und über- zeugenden Sachlichkeit ausgezeichneten Referat von Prof. Sieber, dem Vorsitzenden des Bei- rats, anschließender lebhaftester Diskussion den einmütigen Entschluß aller Anwesenden zu einer Protestnote an das württ.-had. Kultusministe- rium gegen die sog.„kleine Schulreform. Darin kommt zum Ausdruck, daß„in sichtlichem Widerspruch gsegen Sinn und Wortlaut der Ver- Die Berqheimer War es das angekündigte Kaärtoffelpufferessen, das die Bergheimer am Samstagabend in das Schrödl-Bräu gelockt hatte oder die Ankündigung, daſ)„ihr Verein“ aus der Taufe gehoben werden sollte? Jedenfalls hatten sie sich zahlreich einge- kunden und waren zunüchst Zuhörer eines lebhaften Meinungsstreits über den neu zu gründenden Stadt- teilsverein„Alt Bergheim“ zwischen den Stadträten Sartortus und Kilger. Sartorius hob die Be- deutung des Stadtteils Bergheims hervor, in dem sich alle wesentlichen Kraftzentren befänden und dessen Bevölkerung ein Recht darauf habe, ein Wort über die weitere Entwicklung mitzureden. Stadtrat Kilger sprach sich gegen die Neugründung aus. Er sei ein Gegner von Stadtteilsvereinen, die das Gesamtinteresse der Stadt außer Acht lassen würden. Im Grunde genommen seien sie Intèeressen- gemeinschaften einzeiner Personen. Lediglich in der Altstadt hätte ein Verein eine gewisse Berechti- gung. Der endgültige Charakter Bergheims werde Die Frauen machten es Eugen aus Darmstadt leicht, Fuhr der Zug durch ein Tunnel. grift Eugen nach einer Handtasche und stahl das ohenhin ver- staute Portemonnate. Der Spezialist Eugen„arbel- tete“ am liebsten in den Zügen, die von Heidelberg nach Eberbach fuhren, Samstags Kkaufte er sich für die Woche eine Anzahl Fahrkarten, setzte sich in die Zuge und lauerte auf Opfer. Handtaschen im Gepäcknetz waren nicht sicher vor ihm Ein Grift und um die Geldbörse war es geschehen. Funt Monate, vom März bis August, meldeten ge- schädigte Frauen immer wieder der Bahnpolizei ihre Geldbörsenverluste, Im Auguet wurde der Zug Heidelberg-Eberbach von einer größeren Anzahl von Kriminalbeamten der Bundesbahn überwacht. Eugen wurde beobacht't, wie er auf der kurzen Strecke zwischen Hauptbahnhof und Bahnhof Karlstor einen Grift in eine Handtasche wagte. Eilig verlieſ Eugen am Karlstor den Zug. Die Kri⸗ minalbeamten nahmen ihn an der Sperre in Emplang. Die Diebstähle im Zuge Heidelberg Eberbach hatten ein Ende gefunden. Vor dem Amtsrichter muſfte sich Eugen, bisher nicht vorbestraft, verantworten. Er war voll ge- stündig und gab an, aus Not gehandelt zu haben. Immerhin verdienten er und seine Frau zusammen über 400 DM im Moneat, Das„genügte ſedoch nicht“, um einen neuen Hauchalt zu gründen, Das Gericht verurtellte Eugen, der schwer lungenkrank ist, zu vier Monaten und zwei Wochen Gefüngnis. Stammbaumechte Fergheimer Im„Schwarzen Schift“ trat sich am Sonntagvor⸗ mittag eine große Hunde-Pudel-Familie, alle aus dem Zwinger„derer von Bergheim“, um sich von einem Körmeister des Pudelvereins München auf Zuchteigenschaften prüfen zu lassen. Schwarze Pu- del in allen Größen, darunter der„kleinste Pudel „Centre Franco-Allemand“ in Mannheim Mannheim. Nach dem Vorbild der in der fran- zösischen Zone bekannten„Brücke“-Lese- und Veranstaltungssälen wird jetzt auch in Mann- heim, in der Stresemann-Straße ein„Centre Franco-Allemand“ eingerichtet. Aehnlich der in der amerikanischen Zone schon allgemein be- Wüährten Amerikahäuser will die neue Einrich- tung dazu dienen, das Kulturgut Frankreichs einem möglichst großen Kreis der deutschen vVölkerung nüherzubringen. Ueber 4000 Bünde französischer Literatur mit deutschen Uebersstzungen gegen eine minimale Dauerge- bühr zur freien Verfügung. Sprachkurse werden gegeben, dazu Filmvorkührungen aller Art. Auch Will man Kinder und Erwachsene in Fachkreisen Verschiedenster Art vereinen, immer in dem Be- streben, einen geistigen Kontakt zwischen Fran- zosen und Deutschen herzustellen. mle- Umschau Bürgermeister Hoog weist Vorwürfe zurück Lelmen. Auf Grund einiger Antfragen bel der letzten Gemeinderatssitzung über die Tätigkeit des Wohnungsamtes hatte der Bürgermeister die Gemeinderäte zu einer Sitzung der Wohnungs- kommission eingeladen. Zu dieser Sitzung waren allerdings nur drei Gemeinderäte erschienen. Als Vorsitzender des Wohnungsamtes gab Bür- germeister Hoog ein anschauliches Bild über die ungeheuer schwierige Arbeit des Wohnungs- amtes. Zwangseinweisungen seien héeute nicht mehr tragbar, führte der Bürgermeister weiter aus, da, wie die Erfahrung gezeigt habe, die Ver- Waltungsgerichte den Hauseigentümern weit⸗ gehend entgegenkämen. In allen anderen Fragen der Gmeindeverwaltung sei das Gemeinderats- Ein würdigqes Helm unserer Allen Sandhäuser„Kerwekuchen-Fahrt“ zum Altersheim Langenzell gandhausen. Wir nahmen dleser Tage die Ge- legenheit wahr, anläßlich der mit einem Fahr- zeug des Sperrholzwerkes Sandhausen vorge- nommenen traditionellen„Kuchenfahrt“ das Al- tersheim Langenzell bei Neckargemünd zu besichtigen, Nachdem der von kreudigen Sand- häuser Gebern zur Verfügung gestellte„Kerwe““ Kuchen durch Pfarrer Becker und dem Ge- schäftsführer der Stadtmission, Inspektor Rle⸗ Kker, dem dortigen Hausvater, Diakon Binder, Übergeben ward, nahmen wir einen Hinblick in dle inneren Einrichtungen des Heimes. Wir kamen in die vorbildlich eingerichteten Räume des von dem Fürsten Udo zu Löwenstein-Freu- denberg-Wertheim gemieteten prachtvollen und landschaftlich herrlich gelegenen Gebäudes und bekamen von vornherein den Fiadruck ange- nehmer Sauberkeit und Bequemlichkeit vermit- telt, Nicht uninteressante Gespräche boten sich mit 94- und 95jährigen Helmatvertriebenen aus ostdeutschen Grenzgebieten, die oft noch sehr rüstig sind, jedoch den großben Schmers der Aus- welsung noch in sich tragen. Wir Überzeugten uns davon, daß von den ca. 160 Insassen ein groher Prozentsatz der Kkatholischen Glaubensge- meinschaft angehört, und wir freuten uns dar- Uber, daß die evangelische Stadtmissionsstelle nicht ausschließlich Protestanten annimmt Das Personal setzt sich zumeist aus christlichen Lalenbrüdern und Dliakonissen zusammen, die mit den geringen geldlichen Mitteln, aus der Inneren Misston stammend, sparsam und vor- bildlich wirtschaften. Die von den einzelnen Wohltfahrtsämtern der Stadtmission Überwiese⸗ nen alten Leute sind zu 60% Heimatvertriebene. Das Haus besitzt den Ruf, die alten Mütter und Väter sorgsam zu pflegen und ihnen durch eine ständige Urztliche und seelsorgerische Betreu- ung den Lebensabend so schön wie nur irgend möglich zu gestalten. Die Sandhäuser Abordnung durkte für ihre Opferwilligkeit warme Worte das Dankes mit nach Hause nehmen. udo- OIE STADTSEITE Eliernversammlung prolesliert gegen die kleine Schulreform „Diktatorische Mallnahmen“ des Kultusministeriums— Und ein Protest an die Adresse der Stadtverwaltung Stuttgart wurde die sog. kleine Schulreform eingeführt. Demnach soll zum Beispiel die fünfte Vollkschulklasse der Sexta und die sechste der Quinta einer höheren Lehranstalt entspre chen. Mit diesem Thema befaßte sich eine Eltern- versammlung in der Hölderlinschule, über deren Verlauf uns der folgende Bericht zuge- fassung und trotz dem seit langem bekannten entschiedenen Widerstand der Eltern- und Leh- rerschaft, der Kirchen und Universitäten durch Plötzliche diktatorische Maßnahmen unter dem Scheinargument der Erziehung zu Gemeinschafts- bewufßztsein und sozialer Verantwortlichkeit(Was beides in Echtheit erst später im Leben entste- hen kann) und mit dem„Kunstgriff“ der Gleich- schaltung der Sexten und Quinten mit 5. und 6. Volksschuljahr die sechsjährige Grundschule vor- bereitend eingeführt wird.“ Dagegen erhebe die Elternschaft entschiedenen Protest, sie fordere um des Schickesals der Kinder willen— denen Wollen mitreden Lebhafte Diskussionen bei der Gründung des jüngsten Stadtteilvereins durch die großen Proſekkte(Bahnhofsneubau, Uni- versitätsstadt) erst geprägt. Stadtrat Kilger stand mit seiner Ansicht allein und in der sich anschlie- benden lebhaften Diskussion machte sich der„Lo- Kalpatrlotismus“ der alten und jungen Bergheimer Luft. Manche Erinnerungen aus den vergangenen 50 Jahren wurden lebendig, aber auch Mißstände Vorgebracht. Der Leiter des Forums Neuenheim, Karl Jung, berichtete über die positive Arbeit seines Stadtteilvereins,„Wir wollen Demolcratle, 33 Bürokratie“, man müsse die Bürger mitreden assen.— Rlickblick auf die Entwicklung Bergheims, des zültesten Stadtteils Heidelbergs“, der bereits im Jahre 769 urkundlich erwähnt wurde. Bevor sich die erhitzten Gemüter mit Wohlbehagen den lukulli- schen Kartoffelpufferg nüssen ergaben, wurde ein Ausschuß zur einstweiligen Leitung des Stadtteils- vereins gebildet. Handtaschendieb zwischen Herdelberꝗ u. Eherbadt Eugen jagte nach Geldbörsen, die Kripo brachte ihn zur Strecke Deutschlands“, ein niedlicher Hunde-Liliputaner. trippelten gravitätisch, in damenhaft gelockten und tellgestutzten Fellen— vor dem Körmeister auf und ab. Dle ach so gelehrten Pudel aus dem Zwin- gr von Frau Johanna Huckele ließen sich mes- sen, befühlen und ab chätzen ohne zu murren. Sie fühlten sich in ihrer Eitelkeit geschmeichelt und sozusagen pudelwohl. Kleingürten werden Baustellen In einer Versammlung der Kirchheimer Klein- güärtner berichtete der Vorstand Georg PfIi⸗ sterer, daß anstelle der Krlegsgürten am Frei- heitsplatz und der Gürten am Seewiesenweg ge- baut werden soll. Die Kleingäürtner hätten den Wunsch an die Stadtverwaltung, Kleingarten- gelünde so weit wie möglich zu schonen uͤnd für Bauzwecke, wenn es irgendwie geht, anderes Land zur Verfüguns zu stellen. Bei allem Ver- ständnis für die Wohnungsnot müsse darauf hin- gewiesen werden, daß in den Gürten viel Arbeit und Geld stecke und die Kleingärtner zu einem Teil von dem Ertrag ihres feierabendlichen Flei- ges leben. Auto zegen Straßenbahn, Am Samstagnachmittag rammte in der Bahnhofstraße, Ecke Goethestraße, ein Personenwagen einen Triebwagen der Straßen- bahn. Das Auto wurde völlig zerstärt und mußte abgeschleppt werden, Der Fahrer erlitt nur gering- kügige Verletzungen. Von einem Auto angefahren wurde am Samstag- abend in der Mittermaierstraße eine Frau. Sie Wurde mit einer Kopfverletzung in die Chlirurgi- sche Klinik gebracht. Sartorius gab einen inter ssanten geschichtlichen Montag, 23. Oktober 1950 man ungestraft die geistigen Güter nicht neh⸗ men dürfe— echte soziale Schulreform: Weit- gehende Unterstützung Minderbemittelter bis zur völligen Lernmittel- und Schulgeldbefreiung, darüber hinaus Unterhaltsbeiträge; statt einer erneuten Umorganisation Intenstvierung des Bil- dungsganges, größere Leistungen, schärfere Auslese und Annüherung von Schule und Leben, mit einem Wort die innere Schulreform.— Außerdem wird— wie bekannt gegeben wurde — demnächst die Arbeitsgemeinschaft der Ver- einigten Elternbeiräte der Höh., Schulen Nord- badens nach gemeinsamer Beratung ein ernstes Wort in dieser Angelegenheit an den Kultusmini- ster richten. Weiterhin nahm die Elternschaft mit großem Befremden Kenntnis von dem plötzlichen, sogar für den Schulleiter, Oberstudiendirektor Du- rand, völlig überraschenden Beschluß der Stadtverwaltung, die Hotelfachschule in der Höl- derlinschule unterzubringen, Alle persönlich und sachlich am Leben der Schule Beteiligten miisse, so wurde gesagt, dieses Vorgehen peinlichst be- rühren, demzufolge es nun der Schule allein üÜberlassen bleibe, die tief in den Schulbetrieb eingreifenden, im Grunde unlösbaren Aenderun- gen, wie Stundenplan, Raumfrage, pädagogische Probleme zu bewüältigen. Der einmütige Beschluß einer Protestnote an die Stadtverwaltung brachte den Abschluß des Abends.“ Kurze Stacdhfnofizen Elternabend. Der Sozlalistische Kulturring Fal- kenjugend) veranstaltete im Saal der Heidelberger Sendestelle einen wohlgelungenen Elternabend mit heiterem Programm. Chor, Tanzkr'is und Volks- musikgruppe steuerten zum Erfolg bei. Uber Menschen- und Bürgerrechte findet amn Donnerstag, 26. Oktbr., ein Diskussionsabend statt. Die Einberufer sind der Internationale Presseklub Heidelberg und die Gesellschaft zur Wahrung der Grundrechte e. V. Mannheim-Heidelberg Roger N. Baldwin, der als Präsident der Internationalen Liga für Menschenrechte und Fhrenpräsident der amerikanischen Civil Liberties Union zur Zeit Deutschland bereist, wird an dem Abend in den Räumen des Presseklubs. Hauptstr 244, ein ein- leitendes Referat halten. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr. Theater heute 20 Uhr. Die heutige Aufführung „Der Mann mit dem Zylinder“ beginnt aus techni⸗ schen Gründen um 20 Uhr. Heute im„Haus der Jugend“, Häusserstr. 24(für Mädchen]): 14 und 20 Uhr: Enslisch Fortgeschr.); 16 Uhr: Gymnast'k. 17.45 Uhr: Kurzschrift.— Helm- holtzstr. 4(für Jungen): 14—22 Uhr: Bastelkurse. 20 Uhr: Turnen(Klingenteich-Turnhalle). Abiturlenten von der Abendhochschule Zum zweiten Male hat die Abendhochschule Hel- delberg, ein Zweig der Volkshochschule, Schüler zur Reifeprüfung gestellt. Von 11 bestanden 10 die Prütung. Der staatl. Prüfungsskommissar hob. wie die Volkshochschule mitteilt, die Leistungen der Prüflinge hervor und erkannte an, daß sie denen der staatlichen höheren Schulen gleich selen. Die Namen der Prütflinge: Ulrich Boll, Karl Gatt, Willy Machhold, Hans Mayer, Günther Rale- Kkow, Adelheid Reichert, Eleonore Schiwon, Horst Stöckel, Theo Velten. — Daꝗs VDeite, Nach Nebel: heiter Bei hohem Luftdruck nimmt in unserem Raum allmäh⸗ lich die Nebelbildung in den Niederungen wieder zu. Vorhersage bis Dienstag-⸗ krünh: Am Montag nach Auf- lösung örtlichen Nebels hei- ter oder leicht bewölket. Höchsttemperaturen 11—14 Grad. In der Nacht zu Dienstag verbreitete Nebel- bildung in den Niederun- gen, Tilefsttemperaturen 3 bis 6 Grad. im Lande gremium mitbestimmend und beschlußfassend. nur beim Wohnungsamt trage der Bürgermeister heute noch allein die Verantwortung. Das müsse aufhören, neue Bestimmungen in dieser Hin- sicht wären unbedingt notwendig. Vorwürtfe, es beständen auf dem Wohnungsamt Sog. schwarze Listen, müsse er als Unterstellung zurückweisen. Keines der Mitglieder des Wohnungsamtes konnte dem Bürgermeister eine willkürliche Handlung nachsagen. HS. Wiederschensfeler„alter Herren“ Schönau. Der Geburtenjahrgang 1894/05 ver- lebte am vorigen Samstag ein frohes Fest des Wiedersehens, das mit Geschick und viel Liebe bestens vorbereitet war und im Gasthaus„Zur Traube“ stattgefunden hat. Fast alle noch leben- den Kameradinnen und Kameraden konnte Lehrer Jakob am Heimatort begrüßen. Würdig wurde der Verstorbenen und Gefallenen gedacht und nach herzlichen, teils rührenden persön- lichen Begrüßungen war die alte Heimat voll und ganz um sie her. Alles zur Unterhaltung dargebotene wurde mit ungetelltem Belfall auf- genommen. Ein„Heiterer Rundgesang tür den Zeppelin-Jahrgang“ mit lustigen Strelchen aus der Schulzeit belustigte besonders. Am Sonntag- vVormittag war gemeinsamer Kirchgang mit an- schllefender Kranzniederlegung zur Ehrung der Vefallenen. 90 Jahre St.-RBontfazius-Krankenhaus Hirschhorn Hirschhorn. Das hiesige St.-Bonifazlus-Kran⸗ haus konnte dieser Tage auf sein 90jähriges Be- stehen zurückblicken. Am Jubiläumstag, dem 17. Oktober, fand in der relch geschmückten Hauslcapelle ein Festgottesditenst statt, in dem Dekan Guinkert, Lorsch, die Entstehung und den Aufbau des Krankenhauses, aber äuch die Vieltachen Nöte und Schwierigkeiten, mit denen das Haus seit seinem Bestehen zu kümpten hatte, schilderte. In den Anfangsſahren in unzurelchen- den Rkäumlichkeiten im„Hinterstädtchen“ unter⸗ gebracht, konnte man 1905 das geräumige neu- erbaute Haus in der Langenthaler Straße bezle- hen. Ein Altersheim, ein Kindergarten und eine gern und gut besuchte Nähschule kamen im Laufe der Jahre hinzu. Seit 1942 verfügt man auch über einen eigenen Operationssaal. Das Krankenhaus erwies sich seit seinem Bestehen als eine segensreiche Einrichtung für Hirschhorn und die nähere Umgebung. Geleitet wird das Haus von Schwestern der„Göttlichen Vor- sehung“ in Mainz und ist eine der ältesten Nie- derlassungen des Ordens. WI- Lobenfeld. Der im Alter von 66 Jahren ver- storbene Landwirt Peter Dick wurde unter grober Anteilnahme zu Grabe getragen. Rauenberg. Heute, Montag, 16 Uhr, fährt der neugegrändete Kulturkreis Rauenberg mit dem Omnibus nach Mannheim ins National-Theater 2u„Figaros Hochzeit“.-mes St. Leon. Heute, Montag, 23. Okt., findet um 20 Uhr im Bürgersaal der 2. Frauenaussprach- abend statt. Frau Dr. Falkenberg wird über ihre Erlebnisse in Amerika berichten. Alle Frauen sind dazu herzlich eingeladen. Neckargemünd. Eine Rundfrage bel den Eltern der Neckargemünder Vollcsschüler, die auf Ver-⸗ anlassung des Kreisschulamtes Heidelberg durch- geführt wurde, ergab, daß für etwa 500 von ins⸗ gesamt 700 Kindern die Abgabe der Schüler- spelsung verlangt Wird. Wiesenbach. Ueber 75 Prozent der Eltern spra- chen sich in einer schriftlichen Umtfrage der Ge- meindeverwaltung tür die Weitertührung der Schulspeisung aus. g- Wer let„Frau Fasko“? Dossenheim. Des Rätsels Lösung erfahren Ste von Montag bis Freitag jeweils um 20.30 Uhr im Gasthaus„Zzum Roten Ochsen“, Frau Faskeo, eine bekannte und weitgereiste Graphologin und Menschenkennerin spricht in„Ueberzeugungs⸗ vorstellungen“ über Ehe, Geschäft und Krank⸗ helten, Gegenwart und Zukunkt. Geradezu ver- blüftend wirkten die Aussagen dieser auf hrem Gebiet so tüchtigen Meisterin. Neben den Ueber⸗ zeugungsvorstellungen hält Frau Fasko täglich von 14—20 Uhr Sprechstunden im gleichen Lokal. Ei 11 Snieeti nrenneeenee * Montag, 23. Olctober 1950 Hast du das Püchchen Raslerklingen für mioh mitsebracht?— Sage mal, Oskar, wWillst du, dall ioh mich zu Tode schlepper Pollzel sucht deulschen Lastzug Marburg. Seit Wochen jagen deutsche und amerikanische Polizisten hinter einem deutschen Lastzug der Firma Hahn aus Allendorf bei Mar⸗ burs her, dessen Fahrer Willi Kehr und Heinz Renner sich selbständig gemacht haben. Die bei- den reisen gegenwärtig auf Kosten ihres Chefs im Bundesgeblet umher, nehmen Ladungen auf und verkaufen sie für eigene Rechnung, steigen in Hotels, Bars und Vergnügungsstätten ab und schicken die Rechnungen an ihren Chef, in des- sen Büro sich bereits Forderungen Über mehrere tausend Mark häufen. Die„Geisterfahrt“ beganit am 31. August in Gieben, wo die beiden Kraft- kahrer eine Ladung für Köln übernahmen, In Köln trafen sie jedoch nicht mehr ein, sondern verkauften die Ladung unterwegs und setzten mre Reise dann über Hannover, Andernach, Trier, Marburg, Neuwied und andere Orte fort. In Neuwied luden sie Schwemmsteine für Trier, die sie später an der Mosel absetzten, In Mar⸗ burg tankten sie, in Gießen wurde der Kühler reparlert— alles auf Kosten des Chefs, der hin- ter ihnen herreiste, die Gendarmerie alarmierte, die beiden Ausreißer jedoch nicht fassen konnte. Fernmeldeturm aul dem Feldberg gerichtel Feldberg/ Taunus. Auf dem 66 Meter hohen Bau des Fernmeldeturmes auf dem großen Feld- berg im Taunus wurde am Freitag in Anwesen⸗ heit von Vertretern des Bundespostministeriums und des fernmeldetechnischen Zentralamtes die Richtlkrone gesetzt. Der Fernmeldeturm soll bis zum nächsten Frühjahr fertiggestelt sein und zum Knotenpunlet im Bundesgeblet ausgebaut werden. „Friedenskimpferlleder“ nur bel Waldübun- tzen.— Die Hauptverwaltung für Ausbildung der Sowietzonenpolizei hat die kasernierten Volks-Polizeibereſtschaften angewiesen, eine Reihe von„Friedenskümpferliedern“ aus tak⸗ tischen Gründen nur beil Waldübungen oder ge- schlossenen Feiern zu singen,. Die„Kampf- gruppe gegen Unmenschlichkeit“ gibt am Sams- tag die Texte einiger solcher Lieder bekannt. Darunter befindet sich das folgende: Wenn Unsere Panzer rollen nach Frankfurt ein, dann wWill kein Mädchen mehr ein Amiliebchen ge- Wesen sein.“ Ebenso schlagkkräftig ist das„Rot- Hardistenlied“:„Auf, roter Tambour, schlage ein, schlage ein, nach München wollen wir hinein. Der Feind soll unsere Waften spüren, und schleßt uns auch ein Bluthund tot, ja tot, Wir sterben für die Fahne rot Und sollten wir nicht siegreich sein, siegreich sein, den Faschi- sten wollen wir nicht weichen. Wir schlagen alles kurz und klein, kurz und klein, dem Tod wir dann die Hünde reichen. Leb wohl, leb wohl, du Rotgardist, der du im Kampf gefallen blst.“ 2 Roman von Heinrich Wolt⸗ gang Seidel“ Copyriaht by ¹ C. Bertesmann. Gutersloh vergillerlo Tensle- 47. Fortsetzung So aber war es immer: ich konnte den Herbst nicht ertragen, die ungeheure Fernsſcht und die Lelchtigkeit der Luft, all dies letzte Aufjauch- zen von Farbe und Gestalt— da ging mir das Herz wie eine Rakete an den Himmel und ich stand im Sonnenregen wie ein brennender Busch. An diesem Tage wurde ich immer glücke- Iicher. Es fand ein Festmahl statt, und mein Tischherr war ein Graf Ringeis— du kennst in wohl, Magdalene. Zuerst geflel er mir we⸗ nig, er gewann aber meine Teilnahme durch die außlerordentliche Unterhaltungsgabe, mit der er alsbald das gesamte Gespräüch beherrschte. Gute Unterhalter gab es wenig in unsrer Ge⸗ gend und nun gar ein Mann, der tremde Län- der bereist hatte und von Paris und Rom sprach, als zeil er dort zu Hause— ich glaube, daß- kelner ihm widerstand. Wozu soll ich erzühlen, Wie er mit den blankegeputzten Pfennigen sel- ner Allerweltsbildung herumklang und Ke- schickt das, was andre sagten, auf eine glün⸗ zende Form brachte, gleich als sel zuletzt alles in tzeinem Kopf entsprungen oder durch das Bad seines Geistes zur Schönheit und Fülle ge- diehenl EUr hatte den Schein der Ritterlichkeit, War zart und verwegen, wo es galt, huldigte jedermann und ließ mich doch fühlen, daß seine Neigung mich allein meinte, Im September lernte ich ihn kennen, im Ausgang des Jahres Würmte er bereits seine Stiefelschlen an mei⸗ nem Kaminteuer, trank in Poga Tee wie ein Hausgenosse und eroberte sich das Recht, ein Weihnachtsgeschenle anzubringen— lch sah ihn gegen die Burg meines Frledens anreiten und öltnete doch eine Pforte nach der andern mit elgener Hand. Wir verlobten uns am Drelkö⸗ nigstag, vermutlich auf Befehl seiner Gläubi⸗ oik SuuxkE sEITE Suitisefei Aomeuisensefaftlet naell dem Coten gefloleen Secret Service traf in Stockholm ein— Prof. Pontecorvo reiste näch Helsinki Rom. Professor Bruno Pontecorvo, der als Atomwissenschaftler zwel Jahre lang in der bri- tischen Versuchsanstalt Harwell maßgeblich an der Atomforschung beteilligt war, ist von Italien aus hinter den Eisernen Vorhang geflohen. Die Italienische Polizel gab am Freitag bekannt, daß Pontecorvo etwa vor einem Monat mit einem regulären Verkehrsflugzeug nach Prag geflohen sel. Die italienische Sſcherheitspolizei habe kel- nen Grund gehabt, gegen diese Reise Einwen⸗ dungen zu erheben, da Pontecorvo mit einem gzültigen britischen Paß reiste, der mit einem Visum für Polen versehen war. Erst vor wenigen Tagen habe sich die itallenl- sche Sicherheltspollzei für dlesen Fall interes- slert, als aus Großbritannien Anfragen nach dem Verbleib Pontecorvos kamen. Dort war man miß- Vettes duus Der Stromboll in Tätigkeit. Der Stromboli trat am Freitagabend in Tätigkelt. Nach einem dump- fen unterirdischen Grollen kam es zu einem hef- tigen Vulkanausbruch. Der Krater sple Flammen und Asche aus, und ein weißglühender Lava- strom floß am Bergabhang herab. Als er das Uter erreichte— Stromboli ist eine kleine Insel der zwischen Sizilien und dem italienischen Fest- land gelegenen Liparen— begann das Wasser zu kochen und ungeheure Dampfwolken stiegen zum Himmel empor. Schularbeiten als gebührenpflichtige Dlenst- sache ins Haus. Nicht wenig Überrascht waren in den letzten Tagen Hunderte von Frankturter Schulkindern, als ihnen der Postbote die Schul- arbeiten als„gebührenpflichtige Dienstsache“ in die Wohnung brachte. Die Frankfurter Schulen sind seit der Ende der Herbstferien wegen Schar- lachgefahr geschlossen. Die Lehrer haben sich dieses Verfahren ausgedacht, um ihre Zöglinge nicht allzu übermütig werden zu lassen. Vom Aufsatz zur Mathematik, von den Vokabeln bis zur Biologle werden den Schülern und Schüler- innen je nach dem Alter verschledene Aufgaben gestellt, die sie täglich mindestens drel Stunden beschäftigen werden, Die Lehrer und die Eltern versprechen sich von dieser Notlösung sehr viel, weniger entzückt sind allerdings die Kinder. Krupp-Werke Magdeburg bauen Könlsstiger. Die Krupp-Werke in Magdeburg sollen mit rund 13 000 Mann Belesschaft den Bau eines verbes- serten Typs des früheren deutschen Köntgstlger- panzers aufgenommen haben. Ein Ingenſeur der Krupp-Werke sagte am Freitag vor amtlichen Stellen im Flüchtlingsdurchgangslager Uelzen- Bohldamm aus, daß die monatliche Produktion 500 Panzer betrage, die jedoch nicht tertig mon- tlert, sondern als Einzeltelle sorgfältig verpaclet an einen unbekannten Empfünger versandt Wer⸗ den. Lieber erschossen, als Fremde aufnehmen. Es lasse sich lieber erschleßen, als daß es fremde Leute in seinem Haus aufnehmen werde, hatte ein Ehepaar aus Oberurbach im Kreis Walblin- gen dem Lelter des dortigen Wohnungsamtes und zwel PFolizeibeamten zugerufen, die einer Familie, die vom Wohnungsamt ein Zimmer in dem Haus des Fhepaars zugewiesen erhalten hatte, beim Einzug behilflich sein wollten. Zuvor hatte das Ehepaar alle Türen des Hauses fest verschlossen und den Haupteingang außerdem noch mit Stangen verrammelt. Daraufhin hatte sich das Aufgebot wieder zurückgezogen. Schließ- —— —— ger, die ihm die gesamte Ausstattung geliehen hatten von dem Prince-of-Wales-Shlips bis zu den Treibhausrosen. Damals glaubte lch, mein Leben habe endlich seine Grenzen ausgefüllt, ich War voller Hoffnung auf die Zulcunft und selbst der Anblick meines Kindes beirrte mich nicht. Schon in den ersten Tagen des neuen Braut- standes brachte der Erwählte allerdings das Gesprüch auf geschäftliche Dinge und entlieh nicht geringe Summen, um Schulden zu be- zaählen. Ich fand es rührend, wie er mir seine Verlegenheiten beichtete; bedenklicher schon wurde ich durch sein Drängen auf die Abschlie- Hung eines regelrechten Helratsvertrages, der ihm den Vollgenuß meines Vermögens sichern sollte. Als ich fest blieb und auch die Mlttel, die mir von meinen Eltern her persönlich ge. hörten, seiner Habgier entzog, hatten wir den ersten Streit. Trotzdem glaube ich, daſl er mich damals ge- Ulebt hat, Werin auch nur in jener unvollkom- menen Weise, die der Selbstliebe eigen ist. Er tragte nio, was er mir sein könne, aber er emp- tand auf das lebhafteste, daß die Verbindung mit mir zeinem Landfahrerdasein ein Ende machte und daß die Leute sagten, er habe eine schöne Frau. Sein bisheriges Leben hatte ihn ertzchöpft und ein Bedürtnis nach Ruhe und Relnheit lien ihm unsere ländliche Zurũuckege- zogenheit erscheinen wie einen langersehnten Hafen. Er ging auf den Anstand, Übte seine Ge- schäftsgewandtheit an unserm Inspektor, belcam eine Vorliebe für Teestunden und Nachmittags- schlaf, Kurz, er entwickelte sich nach der ein- zigen erfreulichen Selte, die ihm offen stand, nümlich der eines heiteren und ein wenig ein⸗ gobildeten Landſunkers. Jegen dich, mein Kind, war er nicht unkreundlich, nur wünschte er, dah du mehr unter Aufsicht der Dienstboten bliebest, denn er zel eitersüchtig veranlagt und Wolle mich ganz für eich allein haben. Ich war schwach genug, ihm zu willfahren. Dies dauerte zwölf Monate; wir galten in der ganzen Umgegend als ein Musterehepaar und ich schob dle leise Enttäuschung, die sich all⸗ mühlich bei mir geltend machte, aut die welb⸗ trauisch geworden, als der angeblich in Italien auf Urlaub weilende Atomwissenschaftler die ihm geschickten Briefe nicht mehr beantworteéte. Pontecorvo, der zusammen mit seiner ganzen Fa- mille nach Prag geflohen ist, soll ein Freund des in Großbritannlen wegen Atomspionage zu- gunsten der Sowjetunlon verurtellten Klaus Fuchs gewesen sein. Ein Vetter von ihm ist Mitglied des Exekutlvkomitees der italienischen kommunistischen Partel. Pontecorvo wurde in Pisa in Italien geboren, verließ aber das Land, als die Faschisten antijüdische Maßnahmen tra- ken. Veber Frankreich, die USA und Kanada kam er schließlich nach Großbritannien, wo er briti- scher Staatsbürger wurde. Bereits in Kanada hatte er sich auf dem Gebiet der Atomforschung AMller Welt lich hatte der Bürgermelster die Hausbesitzer auf das Rathaus bestellt und versucht, den Streit zu schlichten, Der Hauseigentümer schlug ihm aber derb auf die Schulter und nannte ihn einen Lausbuben und Diletator. Immerhin hatte das Verhalten des Ehepaars den Erfolg, daß sowohl zwel Famillen als auch ein Heimkehrer darauf verzichteten, in dem Haus eine Wohnung zu beziehen. Der 53jährige Hausbesitzer und selne Frau hatten sich nun vor dem Amtsgericht Schorndorf wegen eines Vergehens gegen das Wohnraumgesetz, Widerstandes gegen die Staats- gewalt Beamtennötigung, Beleidigung und Kör- perverletzung zu verantworten. Trotz dieser schwerwiesenden Anklagen kamen die Beschul- digten mit Geldstraten von 180 und 150 DM da- von. Selte 7 betätigt. Pontecorvo sollte Anfang nüchsten Jah- res einen Lehrstuhl an der Universität von Li- verpool übernehmen. Seine bisherigen Kollegen in Harwell sind von seinem Verschwinden völlig Überrascht. Wlie am Samstag in Stockholm bekannt wurde, ist Pontecorvo Anfang September von Schweden nach Helsinki weitergereist. * Stockholm. In Stockholm werden am Sonntag aus London Vertreter des Secret Service erwar- tet, die die Nachforschungen nach dem ver⸗ schwundenen Atomwissenschaftler Professor Pontecorvo von Stocddcholm aus fortsetzen sollen. Die Angehörigen der Frau Pontecorvo, die eine Tochter eines Beamten des schwedischen Elsen- Werkes Sandvik ist, erklärten am Sonntag, sie glaubten nicht, daß Frau Pontecorvo von den angeblichen Fluchtabsichten ihres Mannes Kennt- nis gehabt habe. Schwedische Wissenschaftler, die mit Ponte- corvo in Verbindung standen, seit dieser 1938 in Schweden verlebte, erklärten, hrer Auffassung nach sel Pontecorvo nicht in die Spitzengeheim- nisse der Atombombenherstellung eingeweiht ge- Wesen. Persönlich habe er einen sehr sympathi- gchen Eindruck gemacht. Mit dem gleichen Flugzeug, mit dem die Fami- lie Pontecorvo nach Helsinki flog, reiste auch der finnische Innenminister Johannes Virolainen, der sich noch sehr gut an Pontecorvo erinnert. Er erklürte in Helsinki, daß sich die Professoren- familie in englischer Sprache unterhalten habe. Er wisse auch noch ganz genau, daß die Ponte- corvos nicht den Autobus der finnischen Luft- kahrtgesellschaft benutzt haben, der die Passa- giere des Flugzeuges nach Helsinki brachte. Nachrichten aus Süddeutschland BDI will Kommunismus auch beim Pinseln schlagen Stuttgart. Die Landesftührung Württemberg- Baden des Bundes Deutscher Jugend beschwert sich in einem oftenen Brlef an den Stuttgarter Polizeipräsidenten darüber, daß die Polizei Farbtöpte und Plinsel von Jugendlichen beschlag- nahmt habe, die anti-Kommunistische Schlagworte an Häuser und Mauern gemalt hatten. Der BDJ unterstreicht in dem offenen Brief seinen Willen, den„Gegner zu schlagen“, wo er aufzutreten versucht. Und natürlich auch beim Pinseln.„Lle- ber pinseln wir ganz Stuttgart grün an, als der KPD auch nur einen Quadratmeter Raum ꝛu gönnen“, Der BDJ meint, daſl es um dle Frei- heit und nicht um Dienstvorschriften gehe. Der Poltzeibeamte sollte selbst Farbtopf und Pinsel schwingen, anstatt antilkommunistischen Jugend- Uichen die Farbtöpfe zu nehmen. „Die Ami-Spatzen“ Stuttgart. Amerikanische Soldaten und Zivl- Usten, die bei dem„Education Center“ des ame- rikanischen Militärbezirks Stuttgart Deutsch- unterricht nehmen. haben unter dem Namen„Die Ami-Spatzen“ einen Singlelub gegründet. Der Klub will die Amerilkaner anregen, deutsche Lie- der zu singen. Die Staatsanwaltschaft zur Schlieſlung der Stuttgarter Spielsäle Stuttgart. Dle Schließung der beiden Stuttgar- ter Splielsäle im Metropolpalast und in den Ba- chusstuben wurde von der Staatanwaltschaft am Samstag damit begründet, daß der Verdacht einer strafbaren Handlung vorliege. Das soge- nannte Spiralo-Roulette Könne ohne weiteres auch als Glückessplel gesplelt werden. Wenn dies liche Eigenschaft der Unbefriedigung. Jede Frau möchte ihren Mann anders haben, als er Ist, denn Frauen lieben nun einmal mit der Phan- tasle; sie Käönnen sich schwer in gegebene Wirle- lichkeiten flnden und sind Überaus unwilllig, dal die Welt nicht der Glut ihres Herzens ent. spricht. Aber die Müängel, die ich allmählich entdeckte, waren doch nicht nur ein bloßbes Zu- rüiclebleiben hinter der höchsten Vollkkommen- heit. Mein Mann war, wie ich bald einsah, von von Grund aus anders geartet als ich selber. Trotz seiner Redegewandtheit hatte er etwäs Ungelstiges in seinem Wesen; was nicht bei⸗ trug, seine Person zu fördern, war für ihn nicht vorhanden. Er schätzte jede Tütigkeit nur nach dem Erfolg, nach Ehre oder Geldgewinn und spottete gern über Leute, die im Gefühl einer Pflicht oder von Mitleid ergriffen irgendwelche Mühe auf sich nahmen. Eigentümlich stand er zu Dlenstboten und Tagelöhnern. Sie selen, be- hauptete er, allein auf ihren Vorteil bedacht und verdienten daher nicht das geringste Ver- trauen. Die Folge davon war eine mürrische Verstocktheit, denn die Leute merkten seine Verachtung wohl: es kam zu keinen Widersetz- lichkeiten, jedoch begannen die Bäume plötz- lich schlechter zu tragen, Gerätschaften zer⸗ brachen auf unerklärliche Weise und dle Diener Wurden schwerhörig. In einem besonderen Fall schlen mir das Unrecht 30 auf seiner Seite 2¹ sein, daß ich ihn bestimmte, einem schwer be⸗ schuldigten Knecht nackträglich eine EThren- erlelürung zu geben. Bel dieser Gelegenheit war er weill wie die Wand, nicht aus Zorn, sondern Well er sich fürchtete. Wir hatten im ganzen wenig Umgang, denn meln Mann langwellte sich in den steifen Gesell- schaften, die unsere Gutsnachbarn gaben. Ipn tüntten Jahre jedoch begann er häüufig die Kreis- stadt aufzusuchen, Ott kehrte er erst am andern Morgen heim, und ſch kürchtete, er verfalle wie⸗ der seinen Üblen Gewohnheiten. Er gab zu, daß er nleht nur geschättlich dort zu tun habe, son- dern gerne eln Glas Wein mit alten Freunden trinlee— da zel dann der Tag bald herum. Was das für Freunde selen? kragte lch. Er nannte einige Namen, die ihm von früher unmöglich be⸗ aber der Fall sei, s0 liege eine strafbare Hand- lung vor. 4 Die Crouplers, die am Freitagabend bel der Schliegßung der Spielsäle festgenommen worden Waren, sind inzwischen wieder alle auf frelen Fuß gesetzt worden, da weder Fluchtgefahr noch Verdunkelungsgefahr besteht. Auch in Württemberg-Raden soll eine Verkehrswacht gegründet werden Stuttgart. Nach dem Vorbild von Nordrhein- Westkfalen soll auch in Württemberg-Baden in absehbarer Zeit eine Landesverkehrswacht He· gründet werden. Diese Organlsation soll die Be- hörden in ihrem Kampf gegen dle Verkehrsun⸗ källe unterstützen. Ein Gremium von sechs Ver⸗ kehrsfachleuten lst gegenwärtig mit den Vorbe⸗ reitungen zur Gründung dieser Organisatilon, die alle am Verkehr beteiligten Kreise der kreien Wirtschaft umtassen soll, beschäftigt. Aufgabe der noch zu gründenden Verkehrs- Wacht wird es sein, die Landesbehörden in allen Fragen der Verlcehrssicherung und Verkehrs-⸗ erziehung zu beraten, örtliche Gefahrenquellen kür den Straßenverkehr zu ermitteln und bei den Behörden für deren Beselitigung zu sorgen. Umbettung von deutschen Gefallenen Heidenhelim. Im Rahmen einer Umbettungs- aktion überführte ein italienisches Fahrzeug 36 in Itallen gefallene deutsche Soldaten nach Deutschland. Der Wagen traf am Samstag im Kreis Heidenheim ein. Auf dem Friedhof in Herbrechtingen wurde ein in Italien gefallener deutscher Unterofflzier beigesetzt. Auf dem Rlüickweg wird der italienische Wagen die sterb- lichen Ueberreste von 24 in Deutschland gefal- lenen italienischen Soldaten in deren Heimat überführen. kannt sein konnten. Aber Was tat es! Am Ende hatte er nur den Wunsch, zeitwelse dem Hause zu entfllehen— ich mochte nicht in ihn dringen, denn ein erwachsener Mann ist kein Schullenabe, der von seinem Verkehr Bericht zu erstatten hat. Immerhin fiel mir auf, daß er in dleser Zeit zürt- Uicher war als je, daß er sinnlose kleine Ge-⸗ schenke mithrachte und in Gegenwart von an⸗ dern unser gutes Verhältnis hervorhob, ohne daſ doch jemand daran gezweltelt hätte. Alles dies trug einen Hauch von Unnatur, zumal da wie⸗ derholt Tage einflelen, in denen er gerelzt und, keineswegs liebevoll mit mir umging. Ich dachte schlieblich, daß er etwas auf dem Gewissen habe, und erinnerte mich eines Satzes, den ich einmai in einem Buche las: nichts deute im Leben eines Mannes 80 sicher auf Untreue wWie die plötzliche Sucht, der Betrogenen auf jede Weise Autmerk⸗ samkeiten zu erwelsen. Roga liegt wie eine unerkorschte Insel zwl⸗ schen endlosen Strecken von Kornfeldern und Tannenwald, es vergingen Wochen, ehe jch Leute meines Standes zu sehen bekam, und sobald Be- such einkehrte, pflegte mein Mann nicht von meiner Seite 2u wWelchen. Dennoch drangen auch zu mir Gerüchte, die berelts auf allen Nachbargütern das Tagesgespräch bildeten, flüch- tise Andeutungen nur und doch wegen ihrer Un- bestimmtheit erst recht beunruhlgend. Eines Tages öfknete lch selber den Fostbeutel und 209 einen Briefumschlag hervor, der meinen Namen trug und als Einlage ein vielfach fekniffenes Blatt enthielt, offenbar eine Seite aus eilnem Schulheft und bedeckt mit unorthographischen Schrittzügen. Die Briefschreilberin(denn Buchstaben deuteten aut eine hatte nicht den Mut gehabt, zu Unterzeichnen. Sle erging sich in elenden Jammertönen und beklagte mein Schickesal, mit dem Grafen Ring- eis vermühlt zu sein. Bann folgte allerlei Un⸗ verständliches und der ute Rat, ich möchte eln Früäulein I8a betuchen, die mir über meinen Mann mehr berichten würde, als mir lieb sein könne— das Ganze im Stil einer entlassenen Kammerzofe. Ich„aßte den Zettel an selner Uubersten Lelce und wart inn ins Feuer. Tortsetzung kolgt dio Welbliche Hand) 0 Seite g Räurne ging. Schaufenster 7 Mmal Mit tisfer lst, Und alle Ständer Anhd Deute als beschders rSIsgunstig bezelch *. U * 50 * + ν Plötzlich und unerwar⸗ tet ist am Freitag unser lleber Vater, Schwlieger- vVater und Grobßvater Martin Schwenk Bückermeister Aurch einen Unglückstall von uns gegangen. Intieter Trauer Dle Hinterbliebenen Heldelberg, 20. Oletober 1660 Beerdigung: Dienstag, 2d. Okt., 14.30 Uhr, aut dem Bergtriedhof ferHESO erihhertée sich hoch, Wie Hler Sasbeleuchtung elngerichtet Als dle schmale Front Reogale gefullt Wurclen. Jahre 1887 Das aber Als dder Klelcderberater Mit Reute dle Fſucht cder DR ddurSH de hedes HDrN gerade gegerober dile ersten oderhen mReUhE“ονrheο RAUme Gber id cler Hauptstrase, ddes hette selbst Perkec hicht fdr SHHeh gehalten. t Ware, de schen zwischern Ostern- Fflirngsten bestellt Wear und ddeher Met wWercdenh, Kan. Alles KGοοοοn Sie slch Urwerbindlch relger ſassen. Heute oledle- Sterbefälle 22.½3. 10. 1930 Martin Schwenk, 69 Jahre Hauptstraße 227 Katharina Huber, 64 Jahre Handschuhsheimer Landstr. 1035 Hlein-Transporle K LEHMANN Ladenburser Str. 562 Tel 3101 ARZTE UND ANWXLII Dr. M. sead61t IA αοnοα Praxis ab 23. 10. 1950 Werderstr. 16 1Tr. Alle Kassen. 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Groflhan- del der Bürobedartsindustrie Wal- ter Betoke u. R in—— (Großhande t Erasusnissen der ———1 Bdtobedariaindustrle, Goethestraſſe d). Inhaber Walter Bescke, Kaufmann in Heidelbers. Der Ort der Niederlassung ist von Nesse nach Heidelberg verlegt. Verüänderungen: A. Nr. 216. Firma Gebrüder Mahler in Heidelberg.(Karisruher Straße 109). Inhaber ist jetzt Willy Vicktor in Heildelbergs-Rohrbach. Die Pro- Kkura der Luise Mahler ist ge- löschit. A Nr. 345. Firma Josef Stieglits in Heldelberg.(Märzgasse 6). Offene Handelsgesellschaft; begonnen am 15. Juni 1945. Gesellschafter sind: Barbara Rüttinger, geb. Zieher, Wllu Germer, Kautmann, Emama Germer, geb. Rüttinger, alle in Heidelberg. Die Firma ist tür die Dauer des PFachtverhältnisses ge- Undert in: Jotef Stieglitz, Inh. Feinkost Hermann Rüttinger. A Nr. 720. Firma Phillpp August Müller in Heidelberg.(Hauptstr. 93). Vie Prokura der Mariechen Müller ist erloschen. & Nr. 1007. Firma Springer-Verlag Ottene Handelsgesellschaft Zweilg⸗ niederlassung Heidelberg. Der Ver- lagsbuchhändler Otto Lange in Wien ist aus der Gesellschaft aus- geschieden. A Nr.1176. Firma Abraham Walter in Heidelherg(Hauptstraße 10). Die Prokura des Dr. Thomas Bara- niak ist erloschen A Nr. 13217. Firma Riag, Gebr. Ri- Ainger& Agius K. G. in Dossen- heim. Die Firma ist geündert in: Gebr, Ridinger& Agius K.G. Nr., 17/5. Firma Raschke Gesell- gchaft mit beschrünkter Haftung Elektrotechnik in Heldelbertz Friedrich-Ebert-Anlage 20), Durch Beschluß der Gesellschafter- Versammlung vom 8. Juli 1050 ist das Stammkapital von RM 60 000. auf DM 20 000. neu festgesetzt und dadurch 9 4 des Gesellschattsver- trages entsprechend gelndert. rloschen: A Nr. 402. Firma Karl Sießel in Nuſtloch. B Nr. 690 und 90 Die Firmen Ver⸗ einigte Südwestdeutsche Zweche⸗ ar⸗ und Kredttunternenmung Gesellschatt mit beschrünkter Hat⸗ tung in Heidelberg und Vilctorta Zwecksparunternehmen Gesell-⸗ Achaft mit beschrünkter Haftung in Heidelberg, beide in Liquidation Wurden von Amtswegen gelöscht autft Grund des 35 2 des Gesetzes vVom 9. 10 1094. Güterrechtsregister. M. II 8. 1is Schöpte Walter Altred, Vertreter in Heidelberg, und Lillt Elisabeth, geb. Grüs⸗ ger. Vertrag vom 26. 6. 1960 Güter⸗ trennung. Hd. II 8. 100 Ruttenberg Dr. med Dietrich Aheodor in Heldelberg, und Elisabeth geb, Schrödter, Ver⸗ trag vom 1. September 19060 Guter⸗ trennung. Hd. II 8. 130 à Fretherr von Lengen Dietritoh Burlchardt, Journalist in Heldelherg. und Gertrude Dmanuela, geb. Ruscher du Fresne von Hoheneschen, Vertrag vom 23 Jult 1960 Gütertrennung, Heldelbertz, den 17. Oktober 10660. HERREN-HUTE Relnigen- Forben- Modernisteren jetzt wieder kurzfristig. 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