Verlag und Redaktion: Heidelberg. Mauptstrage 43 Rut Nr. 1 12(1. Erscheint tüglien außer sonntag Nr. 58/ Einzelpreis 18 Pl. Heidelberger Tageblatt UNAnANGIGE ZHITrUNG Fön NonDpnADEN Getründet 1884 von Carl Pfeffer 1 Saargespräch bleibt in Gang Adenauer und Bidault wollen Fortsetzung der Verhandlungen im Sinne des Europisierungs-Vorschlags/ Diplomaten sollen Grundsatzerklärung ausarbeiten Von unserem Pariser Korrespondenten Paris, 10. März. Der kurze Besuch, den gestern Bundeskanzler Dr. Adenauer auf seinem Flug nach Athen Paris abstattete, hat gewiß zur Vermehrung der deutsch- franzö- sischen Beziehungen beigetragen und auch in der Saarfrage einige Fortschritte gebracht. Die Ergebnisse bleiben jedoch hinter den auf diese politische Zwischenlandung gesetzten Hoffnungen zurück. Das nach dem Besuch veröffentlichte Kommunidué sagt vor allem, dal weiter verhandelt werden soll, und zwar auf Grund des europälschen Saarstatutes, das die Generalkommission des Europäischen Rates am 6. Februar angenommen hat. Der deutsche Bundeskanzler und der französische Aulfenminister Bidault haben hohe deutsche und französische Diplomaten mit der schnellen Ausarbeitung des Entwurfs für eine gemeinsame Grundsatzerklärung beauftragt. Bidault, so heißt es weiter in dem Kom- muniqué, betonte, daß auch der der Bundes- regierung am gestrigen 9. März überreichte Entwurf eines deutsch- französischen Saar- abkommens im gleichen Sinne wie jenes Statut ausgearbeitet worden sei und bei den weiteren Verhandlungen berücksichtigt wer- den müsse. An der Ausarbeitung dieses neuen Vorschlages ist auch die Saar- Regierung beteiligt gewesen, verlautete von unterrichteter Seite in Saarbrücken. Die Saar-Regierung begrüße es außerordentlich, daß sich nun endlich offenbar eine deutsch- französische Saarverständigung anbahne. Man kann also sagen, daß der sogenannte van Nathers-Plan aus Holland bei diesen Verhandlungen auch weiterhin eine nicht unwichtige Rolle spielen wird, obwohl beide Parteien den Plan nur mit Einschrän- kungen billigen. Die Schwierigkeiten liegen vor allem auf wirtschaftlichem, weniger auf politischem Gebiet, Nach Informationen von französischer Seite wurde die Frage der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft in den gestrigen Verhandlungen nur nebenbei gestreift. Die Verhandlungen selbst haben nur sehr Kurz gedauert. Im ganzen kaum eine volle Stunde, wie die Chronik des Kanzlerbesuches bewelst. Um 8.50 Uhr traf Adenauer auf dem Flugplatz ein, wo ihn Bidault, Hallstein, 116 1 Stunden zu sehen, um ihm für die ausge- zelchnete Arbelt danken zu können, die er auf der Berliner Konferenz geleistet habe. Hann fuhr Adenauer in das französische Außenministerium, wo Bidault dem Bun- deskanzler den in dem Kommuniqué er- Wähnten Entwurt für ein Abkommen über- reichte. Blankenhorn wirkte bei diesen Ge- sprächen als Dolmetscher mit. Schon um 10 Uhr fuhr Adenauer zur deutschen diplo- matischen Vertretung, wo er das Frühstück eintlahm, war um 11.30 Uhr wieder am Quai d'Orsay, wo noch einmal ein sehr kurzes Gespräch im größeren Kreise gtattfand. Um 12.10 Uhr besuchte er in Begleitung von Bi- dault Ministerpräsident Lanſel und schon um 13.00 Uhr startete sein Flugzeug nach Athen. N Lanjel sagte in seiner Unterredung mit Dr. Adenauer, er werde sich weiter um dle deutsch- französische Annäherung bemühen. Die Saarfrage müsse im Geist der Verstän- digung gelöst werden. In eindringlichen Nicht Frieden um jeden Preis in Indochina Paris, 10. März(dpa), Die französische Nationalversammlung setzte am Dienstag- nachmittag in Paris die Indochina-Debatte fort, die Ende vergangener Woche begonnen hatte. Ministerpräsident Laniel forderte die Abgeordneten und die Bevölkerung auf, sich hinter die Regierung zu stellen, die sich um die Wiederherstellung des Friedens in Indo- china bemühe, Laniel betonte, daß Frank- reich nicht Frieden um jeden Preis suche. Der Krieg werde weitergehen, solange der Gegner auf gewaltsame Mittel nicht ver- zichtet. Laniel versicherte ferner, daß Frank- reich seinen drei Bundesstaaten in Indochina voll Unabhängigkeit geben wolle. General Navarre: Bald Offensive in Indochina Der Oberkommandierende der französi- schen Unlonstruppen in Indochina, General Navarre, kündigte am Dienstag eine baldige neue französische Offlenstve gegen die Viet- minh an. Neuer Veberfall der Vietminh Kommandotruppen der kommunistischen Vietminh haben einen neuen nächtlichen Veberfall auf die Hafenstadt Haiphong ver- sucht. Sie wurden jedoch blutig abgewiesen. Halphong ist einer der größten Nach- schubhäfen für das französische Expeditions- Korps in Indochina. eee eee alete ved rs Aena, „ Frühlingswetter Vorhersage bis Donnerstag krün; Fortbestand des vor- wiegend trockenen und hei- teren Wetters. Mittagstem- persturen zum Teil bis über 6, nachts nahe 0 Grad. Oert- lich noch leichte Pröste WIndschwaäch, Pegelstand den Rhelns am 9. Mär: Manau 373(g), Mannheim 216(12), Worms 150(0), Caub 159(7) Pegelstand hingen 19/7 des Neckars am 9. März; Plo-⸗ ), Gundelsheim 166(3), Mann Worten wies Laniel darauf hin, daß er zu der Generation gehöre, die am stärksten un- ter den deutsch- französischen Gegensätzen gelitten hat Es sei ihm eine besondere Freude, den Bundeskanzler begrüßen zu können, der gleich ihm eine seiner Haupt- aufgaben in der Ueberwindung der Gegen- e zwischen Deutschland und Frankreich sehe. ö Jakob Kaiser dagegen Er sei in der Saarfrage anderer Auffas- sung als der Bundeskanzler, betonte Bun- desminister Jakob Kalser am Dienstag vor dem außenpolitischen Arbeitskreis der OD/ SU-Fraktion, wie unsere Bonner Re- Bonn, 10. März.(dpa) Vermutungen über den Inhalt der Steuerreform, die der Bundes- flnanzminister am morgigen Donnerstag dem Bundestag vortragen wird, waren auch am Dienstag ein Hauptthema aller politischen Gespräche in Bonn. In den Ministerien wird nach wie vor strenges Stillschweigen über alle Einzelheiten der Regierungsvorlage be- ahrt. Klarheit wird die O odnertribüne Bundest 8 Trotzdem gewinnen Hinweise immer mehr an Wahrscheinlichkeit, wonach sich der Bun- desflnanzminister in der entscheidenden Ka- binettssitzung am Montag in wesentlichen Punkten mit seinen Auffassungen durch- setzen konnte. In unterrichteten Kreisen Wird als sicher angesehen, daß man im Kabi- nett zu einer positiven Vereinbarung gekom- men ist, die den speziellen Wünschen des Bundeswirtschaftsministers und des Bundes- Wohnungsbauministers Rechnung trägt, ohne dalction meldet. Kalser lehnte es jedoch ab, seinen Standpunkt näher zu begründen, da send sei. Die Erklärung des Ministers erfolgte im Anschluß an einen Bericht, den Abgeord- neter Dr. Eugen Gerstenmaier über die am 6. Februar in Paris verabschiedete euro- pälsche Resolution zur Saarlösung abgab. Ollenhauer: Saargebiet mufs deutsch bleiben Bei einer Zwischenlandung in Frank- furt aut dem Flug nach Wien erklärte Ol- lenhauer, alle beteiligten Mächte müßten sich darüber klar sein, daß das Saargebiet deutsches Gebiet sei und auch bleiben müsse. Jede andere Haltung von deutscher Seite aus müßte eine sehr scharfe Reaktion in Deutschland hervorrufen, Für die Saar käme kein Sonderstatut in Frage, Dle SpD sehe eine Lösurig des Problems in der Richtung, daß die, Saar deutsches Gebiet bleibe, den Franzosen jedoch weitgehende wirtschaft- liche Rechte an der Saar eingeräumt werden, die durch deutsch- französische Verträge un- ſeftentlichkeit erst u mae W daß Schäfer seinen Standpunkt aufgeben mußte. 5. Washington, 10. März(dpa). Das Ober- kommando der amerikanischen Luftstreit- krükte gab bekannt, daß die erste fern- gelenkte amerikanische Bomberstaffel zur Zeit nach der Bundesrepublik transportiert Wird. Die Staffel besteht aus ferngelenkten Geschossen vom Typ„Martin B 61 Matador“. Sie fliegen ohne Piloten, ohne Bordwaffen und ohne Landungsvorrichtungen. Die Ge- schiosse ähneln einem Flugzeug und sind mit Düsenaggregaten ausgerüstet. Sie werden auf Lastwagen zu ihren Startplätzen gefah- ren und können fast von jedem beliebigen Funkt aus aufsteigen. Nach dem Aufstieg rällt die Raketenabschußvorrichtung auto- matisch ab. Die Geschosse haben eine Reichweite von über 800 Kilometern,. Es wird jedoch er- wogen, die ferngelenkten Bomber mit Kröheren Treibstofftanks und leichterer Kalro, 10, März(Ur) Der Agyptische Staatspräsident Mohammed Nag ub, wurde Wieder in alle Aemter eingesetzt, aus denen er vor zwel Wochen entfernt worden war. Er igt— nach erneuten dramatischen Aus- einandersetzungen mit der Militürgunta am Wochenende— jetzt wieder Staatspräsident, Ministerpräsident und Vorsitzender des Revolutionsrates in einer Person und damit erneut der stärkste Mann am Nil. Gamal Abdel Nasser, der nach dem Sturz Nagulbs vorübergehend Ministerpräsl- dent War, soll jetzt wieder stellvertretender Ministerpräsident sein. Die beiden Kabi nettsmitglieder, die während des Interreg- mums stellvertretende Ministerpräsidenten Waren, Abdel Galll Elemar und Sala Salem, sind Wieder nur noch Finanz- und Inkormatlonsminister, Die Hintergründe Wie der Vorsitzende des Repolutlons- trlbunals, Abdel Latit Bog dad, dep Unt ted Press erklärte, gingen der Wiedereln⸗ setzung Nagulbs in seine alte Machtposttlon lebhafte Auselnandersetzungen voraus. Na- gulb habe am Sonntag auger den Forderun⸗ gon, wegen deren der Revolutlonsrat ihn heim 224(- 10) (Urzte, plötzlich auch noch verlangt, otflztell golle erklärt werden, er sei des Volkes zurüclcherufen“ worden. Außer- dem habe er verlangt, daß die Armee ihm persönlich den Preueid leistet, Naguib habe dem Stellungnahme zu diegen Forderungen bis Montag 16 Uhr erwarte. Sitzung des Revolutionsrates habe der Prä- sident des Staatsrates, Abdel hurt, mitgetellt, Nagulb verlange außerdem elne Volksabstimmutig über zwel Fragen, die mit„ja“ oder„nein“ zu beantworten seien Republik oder nicht und Naguib als Präsl- dent daraufhin die Bildung eines Schiedsrichter Ausschusses von fünk Leuten vorgeschlagen; der alle Streitigkeiten zwischen der, Junta und sich damit im Prinzip einverstanden erklart, Jedoch die Aufnahme ehemaliger ügyptischer Partelpolltlker in Das habe der Revolutions Mitglieder des Kabinetts hinzugezogen ung Nagulb mitgetellt, daß er nicht gewillt sel, den Forderungen Naguſbs nachzugeben, Na- Hulb gel darauthin umgehend in der Sitzung Grschienen dann gewesen, daß der bisherige Mintstel termauert werden müßten. Steuerreform immer noch geheim Vermutungen und Befürchtungen in der Bundeshauptstadt Voraussichtlich wird der Regierungsent- wurf vorsehen, daß die Steuertarife nicht früher als zum 1. Januar nächsten Jahres ge- senkt werden und eine Anzahl von Steuer- vergünstigungen wegfallen sollen. Ein Ab- weichen von diesem Termin dürfte die Bun- desregierung nur dann noch einmal erwägen, Wenn sich im Laute dieses Jahres elle Schw* 2 uten, N N lebenden Wirkungen der Steuerreform schon am J. Juli oder 1. Oktober 1964 anzuwenden. Allerdings liegt dem Bundestag ein Antrag der FDP-Fraktion vor, die Steuerreform am 1. quli in Kraft zu setzen. In Bonn wird aber immer wieder darauf verwiesen, daß die Be- denken der Länderfinanzminister gegen eine solche Maßnahme mindestens ebenso stark sind wie die Schäffers. Selbst wennn sich eine Mehrheit im Bundestag für den früheren Termin finden sollte, würde sich der Bundes- rat doch wahrscheinlich ablehnend verhalten. Zur Stärkung der West- Verteidigung Ferngelenkte Geschosse auf dem Wege nach Deutschland Bombenlast auszurüsten, um damit ihre Reichweite auf 3200 Kilometer zu steigern. Beim Aufstieg liegt die Geschwindigkeit der etwa zehn Meter langen Geschosse unter der Schallgrenze. Sie können dann also noch von Düsenflugzeugen, abgefangen werden. Wenn sie jedoch auf ihr Ziel niederstürzen, fliegen sie mit Ueberschallgeschwindigkeit, so daß ein Abfangen nahezu unmöglich wird. Die Bomber werden auf elektronischem Wege vom Boden aus gelenkt. Die Bomberstaffel soll auf einem Flug- platz in Rheinland-Pfalz stationiert wer- den. Wartung und Bedienung dieser neuen Geschosse stellen größte Anforderungen an das technische Personal, das sich haupt- güchlich aus Elektroingenieuren und Mecha- nikern zusammensetzt, die maßgeblich an der Entwicklung und fliegerischen Erpro- bung des modernen Fluggerätes beteiligt Wären. „auf Wunsch Revolutlonsrat mitgeteilt, daß er eine Bel einer sofort einberufenen Sonder- Rased San- oder nicht. Der Revolutionsrat häbe Nagulb schlichten solle. Nagulb habe dem Ausschuß verlangt. at abgelehnt, die Der Erfolg der Aussprache sel Dr. Adenauer nicht im Arbeitskreis anwe- . Monatsbezukgspreis DM 2,80 zuzügl. 40 Pt Trägerlohn Anzelgenprels nach Tarif 3— Mitglied der IVW oh für Dr. Adenau Ein alter rtl, ir schon nmer u Landschaften der antiken Welt kennenlernen wollte. Am Dienstauabend trat der Bundeskanzler in Athen ein, wWo er seine mehrwöchige Besuchsreite durch Grlechen- land und die Türkel besinnt. Nach einem dreitägigen Staatsbesuch in der griechischen Hauptstadt werden Dr. Adenauer und seine Tochter Lotte dle Insel Santorin und die Stätten altgriechischer Götter- und Heldenverehrung auf dem Peloponnes, in Korinth, Olympia und Delphi besuchen, Unsere Aufnahme zelgt das Olympielon in Athen. 0 Die Einladungen Adenauers nach Griechen- land und der Türkel, denen der Kanzler dieser Tage folgt, gehören zu den erfreulichen Ereignissen und geben Anlaß den Ausbau der deutschen Beziehungen zu den mittleren und kleineren Völkern zu überprüfen, Der Kanz- ler kann in beide Länder, von denen eines ein Kriegsfeind, das andere ein alter Freund Deutschlands ist, die aufrichtigen Gefühle der Freundschaft und des guten Willens des ganzen deutschen Volkes mitnehmen. Auch nach Athen, wohin wir einen deutschen Kanz- ler als Freund tausendmal lieber reisen sehen als einen deutschen Soldaten eindringen. Dieses Gefühl haben wir, von der Raserei Hitlers befreit, auch gegenüber den anderen Kleinen Völkern des Kontinents, Der Ausgang des zweiten Weltkriegs hat auch Deutschland, auch das ungeteilte, in eine neue Grögenord- nung der Mächte gestellt. Es rückte, der Weltmachtsmöglichkeiten beraubt, den mitt- leren und kleineren Völkern näher. Allein die Tatsache, daß es nur drei Atom-Weltmächte Aibt, wirkt nivellierend, legt aber auch das engere Zzusammenrücken wie das Zusammen- legen der Kräkte und Möglichkeiten nahe, Naguib wieder der stärkste Mann am Nil Erneut Staatspräsident, Ministerpräsident und Vorsitzender des Revolutionsrates präsident Abdel Nasser vorgeschlagen habe, Naguib wieder in seine sämtlichen Aemter einzusetzen. in einem anschließend veröffentlichten Kommuniqué hieg es, die„Veränderungen“, dle sich nach Nagulbs„Rücktritt“ ergaben, selen eine Folge„von Entwicklungen gewe- zen, denen sich Aegypten gegenüber sah“, Dieses„Kapitel“ habe jedoch, wie es in dem Kommuniqué welter heißt, seinen Abschluß getunden, und alle Zwistigkeiten selen aus dem Wege geräumt worden. Hrste Erklärung Nagulbs In einer ersten Erklärung nach seiner Wiedereinsetzung als ägyptischer Minlster- Präsident gab General Mohammed Naguib der, Hollnung Ausdrucke, daß seln Land bald eine Verkassumg erhalten möge. Nagulb sagte wörtlich: lch hoffe, daß Iich in Kürze der Natlon zu einer Verfassung und zur Ertüllung ihrer nationalen Wünsche Hratulleren Kann, Fine Nation ist Wie ihre Reglerung, Das Vaterland steht Über allem. Wir haben uns entschlossen, wieder zu den normalen Verhältnissen zurückzukehren; Wies gle am 24. Februar herrschten, um ſder Welt zu bewelsen, daß wir unsere Vem pre- Moralische Eroberungen 4 Von Diplomaticus — 2 Mittwoch, 10. März 1954 wenn man sich behaupten und nicht mit Haut und Haar auf einen großen Feudalherrn an- gewiesen sein will, * 1 9 4 Die deutsche Außenpolitik war bisher im Wesentlichen eine amerikanisch deutsche Angelegenheit. Zwangs- weise, Selbst das deutsch- französische Ver- hältnis wurde zu einer Funktion jener Ein- bähnpolitik, Das ist bedauerlich, weil die Folgen in Frankreich: Mißtrauen und Eifer- sucht nicht ausbleiben und in Washington berücksichtigt werden mußten, Doch ist es gerecht zu fragen: gäbe es für eine direkte deutschs französische Außenpolitik unter den heutigen Umständen bei Staatsmännern, Pürteien, bei der Führerschicht Ansatzmög- lichkeiten? Man sollte sie trotzdem aufs neue suchen. Die deutsch-englische Straße wurde wenig benutzt, daher auch nicht ausgebaut. Unter Labour fehlten die englischen, unter den Konservativen vielleicht die deutschen Partner. Diese Vernachlässigung kann nicht fortgehen. Auch England können wir in Wa- shington nicht auspunkten und in Paris ist nur etwas zu erreſchen, wenn London mit- zieht. England ist auf dem Weg einer rasch kortschreitenden Wiedereinnahme einer ech- ten Weltmachtpositlon, es ist bereits eine Atom- Weltmacht und steht wieder auf eige- nen Fühen., Was Italien angeht, so muß man beinahe von einer schuldhaften Vernachläs- sigung sprechen, die sich bereits auswirkt. Die Beziehungen nach Rom und umgekehrt liehen sich ausbauen und erwärmen. Das Italfenische Volk ist ein stolzes Volk und spürt jede Vernachlässigung. Wir sind der Meinung, daß es vermeidbar war, daß Italien bei der Ratiflzlerung der EVG das franzö⸗ Sisch- russische Splel mitspielte. a 3. Wir sind uns der Grenzen moralischer Eroberungen bewußt, weil ja fast der ganze Kontinent einmal erobertes Gebiet war, Aber das sollte unsere Außenpolitik erst recht an- gpornen, jede Kleinarbeit zu leisten und sich um die Solidarität mit den Mittleren und Kleinen zu kümmern, Aber dafür scheinen weder Zeit, noch Talent noch Persönlichkei- ten vorhanden zu sein, Beispiele bieten die vollendete und bevorstehende Ratifika⸗ tion des EVG durch Holland und Belglen, Die deutsche Oeffentlichkeit nahm sie höflich, aber kurz zur Kenntnis und dle amtlichen Aeußerungen bewegten sich im hötlichen Ton der Pflicht, Es ist Hewi Achwer, hier die rechte Mitte zu nden, aber chte Teilnahme wird ge spürt und gewürdigt. Mit Griechenland und der Pür⸗ Kal Wird in der Beziehung vlelleicht ein AMlücklicher Anfang gemacht werden Können. Hier können wir etwas mitbringen, Was dort ühlt: nicht nur das saubere Gewissen dessen, chungen wahrmachen wollen.“ (Foptsetsung Seite 2 Seite 2 5 Moralische Eroberungen ortsetzung von Seite 1) der nichts Unrechtes wollte und will, sondern auch den Anschluß an jene alte Kraftquelle Wirtschaftlicher, technischer und kultureller Art, die Deutschland als Mitte des Kontinents immer War, so wichtig und unentbehrlich wie der Motor im europäischen Auto, oder das Schwungrad, das das Ganze in Bewegung hielt, Kuropa hat- nach 1945 Gelegenheit ge- habt, das Ausfallen dieses Schwungrads zu spüren, besonders auf dem Balkan und im Südosten, g Z Wei ernste Hindernisse stehen einer Rfer angeregten Politik im Weg: der Zustand der Halbsouveränität, den man uns trotz allen Vorleistungen weiter zumutet. Lang- sam wird es Zeit, daß er beendet wird. Die Flugplatzdiplomatie ist ein unhaltbarer Zu- stand und gehört in das Kapital der„Beque- men Besiegten“, das nicht abreißen darf. Zweitens der Mangel an Männern, an Zeit und an der geeigneten Organisation des Aus- wärtigen Amtes, Nichts hört man öfter als die Klage aus und über Bonn, daß„man“ keine Zeit für die Probleme, Menschen und Länder habe, die wir hier meinen. Daß der Kanzler überfordert ist, wissen wir, Er Über- fordert seinen Staatssekretär, der dann kein rechter Staatssekretär mehr sein kann, Und dann kommt eigentlich nichts mehr, als höch- stens Referenten, die doch nicht die gewich- tigen Partner sein können, wenn es um die Politik der moralischen Eroberungen geht. Seegrenzschutz erhält erste Bewaffnung von der. Schweiz Bonn, 10. März.(UP) Die Boote des See- grenzschutzes werden in Kürze mit automa- tischen Zwelzentimeter-Schnellfeuerwaffen ausgerüstet werden, nachdem der Schwel- zer Bundesrat am Dienstag die Liefersperre für die in der Schwelz bestellten Waffen aufgehoben hat. Alle Fahrzeuge des Bundesseegrenzschut- zes waren bisher unbewaffnet. Das Pro- gramm sieht die Lieferung von rund 35 Schnellfeuerwaffen vor, von denen wahr- scheinlich zunächst 17 in Kürze geliefert werden. Die Waffen waren bel der in der Schwelz ansässigen Firma„Hispano-Sulza“ bestellt worden.(Gesamtwert 2,0 Millionen Schwelzer Franken). Verwaltungsrat der Bundespost konstituierte sich München, 10. März,.(dpa) Der 24köpfige Verwaltungsrat der Bundespost konstitulerte sich am Montag in Kleinheubach(Unter- tranken) in einer nichtöffentlichen Sitzung. In geheimer Wahl ee der CDU-Bundes- tagsabgeordnete, Rechtsanwalt August Neu- burger, aus Ettlingen in Baden zum Vor- sitzenden gewählt. Dle Wahl muß noch vom Bundespräsidenten bestätigt werden. Bundespostminister Dr. Siegfried Balke 3 bel e n 3 1— dle lage der Post sich seit 1950 stän- g versch. fert be Ae dle Wwe serung der Besoldung des Postpersonals mache jährlich 516,4 Millionen Mark Mehr- ausgaben gegenüber 1950 erforderlich, Für das laufende Rechnungsjahr werde mit ei- nem Reinverlust von rund 145 Millionen ge- rechnet.„Wenn man sich dies vergegen- wärtigt. wird man erkennen, daß die Post mur durch eine Anhebung der Gebühren in die Lage versetzt Werden kanm, ihren ge- setzlichen Verpflichtungen nachzukommen.“ Mainz urteilt anders als Karlsruhe „heamtenverhältnis in Rheinland-pfalz 1948 nicht erloschen“ Mainz, 10. März.(dpa) Das Landesver-]Ibeamtengesetzes von Rheinland-Pfalz auger Waltungsgericht von Rheinland-Pfalz hat in] Betracht gelassen. Nach dieser Bestimmung einem jetzt veröffentlichten Urteil festge- stellt, daß die Beamtenverhältnisse in Rhein- land-Pfalz über den 8. Mali 19456 hinaus be- stehen geblieben sind. Das Gericht hat sich damit gegen ein Urteil des Bundesverfas- sungsgerichtes ausgesprochen, das am 17. Dezember 1963 die Rechtsauffassung ver- treten hatte, daß alle Beamtenverhältnisse am Tage der Kapitulation erloschen seien. Das Landesverwaltungsgericht stellt in seinem Urteil fest, das Bundesverfassungs- gericht habe die positiv- rechtlichen Vor- Mittwoch, 10. März 1954 Bonn, 10. März. Auf den Lenz der Bonner Reglerungskoalition fällt— sechs Monate nach der schwierigen Kabinettsbildung zunehmend Rauhreif. Die Spannungen liegen nicht so sehr in den Gegensätzen zwischen den Fraktionen der CDU, CSU, der FDP, der SPD un des BHH, sondern in den Meinungs- Verschledenheiten zwischen den Parteien; die dle Reglerung tragen, und den Ressorts der Regierung. Es deutet sich da eine neue Phase im alten Machtkampf zwischen Legislative und Exekutive an. N Heftig kritislert wird von vielen Abge- ordneten die mangelnde Koordinierung. Es fehlten, so klagen die Parlamentarier, die In- formation und dle vorbereitende Aussprache, Was der Qualität der Gesetzesarbeit nicht sonderlich dient,„Wie können wir die Ver- antwortung kür Mahnahmen oder Vorlagen Übernehmen“, meinte dieser Tage ein be- kannter CDU-Abgeordneter,„die im tiefsten Schoß der Bürokratie ihren Ursprung ge- nommen haben, ohne daß die zuständigen olitischen Instanzen befragt oder unterrich- et wurden?“ Der Streit um die obligatorische Z 1 v1 tpauung kann als Musterbeispiel dienen. Meldungen, daß der Entwurf der Bundes- regierung über Aenderungen am Personen- standsgegetz die Streichung der gesetzlichen Bestimmung vorsieht, da keine kirchliche Prauung vor der standesamtlichen Eheschlie- gung vorgenommen werden darf, lösten einen zlemlichen Sturm aus, Die Befürch- Stuttgart, 10. März. Die Landesregierung von Baden- Württemberg billigte in ihrer letzten Kabinettssitzung eine Verordnung des Wirtschaftsministeriums, die die Neuein- teilung und Neuabgrenzung der Handwerks- kKammerbezirke im gesamten Südwestraum zum Inhalt hat. Obwohl nach der neuen Bundeshandwerksordnung keine Zuständig- keit der Landesregierung in dieser Ange- legenheit gegeben ist, legte Wirtschaftsmini- ster Dr. Hermann Veit in Anbetracht der er- heblichen politischen Bedeutung Wert auf einen entsprechenden Kabinettsbeschluß. Die Verordnung wird schon in den nächsten Ta- gen in Kraft treten. Stuttgart, 10. März. Das badisch-württem- bergische Kabinett hat in seiner letzten Sit- zung grundsätzlich einem Plan des Wirt- schaftsmürusters Dr. Hermann Veit zuge- stimmt, in den Etat des Jahres 1934 Mittel für ein Sonderprogramm für Luftfahrtfor- schung einzusetzen. Die Kosten für die ge- plante Errichtung eines Instituts für Aero- schriften des Paragraphen 161 des Landes- dynamik, einen Lehrstuhl für Flugzeugbau sind alle Personen, die am, 6. Mai 1945 als planmäßig oder nicht planmäßige Beamte innerhalb des héutigen Landesgèebletes an- gestellt oder einer Dlenststelle zugeteilt wa- ren, Beamte im Sinne des Landesbeamten- gesetzes, wenn sle nicht auf Grund einer Säuberungsentscheidung entlassen worden sind oder ihr Beamtemverhältnis in anderer Weise beendet worden ist. Für die Perso- nen, die unter den Paragraphen 63 des Ar- tikels 131 des Grundgesetzes fallen, gelten In Fehde mit d Spannungen zwischen den Koalltions Von unserer die Vorschriften eines entsprechenden Lan- desergänzungsgesetzes. D A 1 E 1a* 3(Boman ee Doris bielke Copyright: Verlagshaus Reutlingen Oertel& Spörer — ͤ——— die obligatorische Zivilehe abschaffen. Als erste e n. die Deutsche Pärtei.“ die CDU/CSU ihre Bedenken an. Sie be- grüßt grundsätzlich zwar den Fortfall der Stratvorschrift des Paragraphen 67, die sich gegen Geistliche richtet, wenn sie die kirch- liche Trauung vor der standesamtlichen Ehe- schließung vornahmen, befürchtet aber, daß der Vorschlag, wie ihn Innen- und Justiz- ministerium gemeinsam gemacht haben, un- klare Rechtsverhältnisse herauf beschwört. Vor der evangelischen Arbeitsgemeinschaft der CDU in Duisburg warnte, wie UP be- richtet, Oberlandesgerichtspräsident Dr. H. Flehinghaus Düsseldorf) vor allen Ueber- spitzungen bei der Reform des Familien- und Eherechtes. Er wandte sich dabei nicht nur gegen einen extremen Liberalismus, sondern auch gegen klerikalisierende Bestrebungen gewisser katholischer Kreise der CDU. Aus Verantwortung für die Einheit der ODU müßte, so heißt es in der im„Evan- gelischen Pressedienst“ wiedergegebenen Aeußerung Dr. Flehinghaus, ihr evan- gelischer Teil den katholischen Parteifreun- den immer wieder nachdrücklich sagen, dag der Staat kein christlicher, also auch nie- mals ein katholischer Staat sondern eine Weltliche Institution sei. Wenn irgendwo kirchliche Ansprüche, z. B. in der Frage der fakultativen Zivilehe, mit Hilfe staatlicher Mittel durchgesetzt werden soll- ten, würden die guten Ansätze zu einer Zu- Die Verordnung bringt für einzelne Kreise erhebliche Veränderungen, da die durch die Zonengrenzziehung im Jahr 1945 hervorge- rufene Zerreißung oft organisch gewachsener Bezirke vielfach wieder rückgängig gemacht werden muß. Im einzelnen sieht die Verord- nung folgendes vor: Die badischen Hand- Werkskammerbezirke Mannheim und Konstanz bleiben in ihrem gegenwärtigen Umfang unverändert erhalten. Dasselbe gilt auch für die württembergischen Bezirke Stuttgart und Heilbronn, Dagegen erhält die Handwerkskammer Karlsruhe die bisher selbständigen Handwerkskammerbezirke Bruchsal und Pforzheim und außerdem die Land will Luſtfahrtforschung stützen N Sonderprogramm N im Staatshaushalt für Baden-Württemberg von unserer stuttzarter Redaktlon und andere Forschungsvorhaben auf dem Gebiete der Luftfahrt werden zunächst auf 300 000 bis 1 Million DM geschätzt. Dr. Veit gab bekannt, die Forschungsein- richtungen an den Technischen Hochschulen Stuttgart und Karlsruhe müßten vom Lande erheblich dotiert werden, damit das Zlel der Landesreglerung, in Baden- Württemberg ein Zentrum für die künktige deutsche Luft- fahrt industrie zu schaffen, rechtzeitig vorbereitet werden könne. Bel Anlaufen der deutschen Flugzeugindustrie müßten in un- serem Raum die Forschungsstätten schon vorbereitet sein, damit sich das Land den nötigen Vorsprung gegenüber den übrigen interesslerten Bundesländern dann gesichert Habe. Außerdem erklärte der Minister, Ver- handlungen zur Einrichtung einer Hub- s chrauber produktion mit dem be- kanntne Konstrukteur Prof. Focke seien erfolgreich verlaufen, Focke ſst zur Zeit in 1 für die argentinische Regierung tig. Der Kapitularvikar von Ermland(Ost- preußen) und Leiter des Ermlünderrats in der Bundesrepublik, Prälat Dr. Kather, Os- nabrück ist von Papst Pius XII. zum Apo- stolischen Protonotar ernannt worden. Urze Zeit später meldete äber Aueh [kammer T ee ehe ebe in Anbetracht der Bestimmungen der Bun- sammenarbeit über die Konfessionen hin- Weg zerstört werden. Dann aber würde die bu die groge, Zahl der evangelischen Wähler, die allein den Steg vom 6. Septem- ber 1953 ermöglicht hätten, wieder verloren gehen. Die Klerikalisierung des Familien- und Fherechts beschwöre außerdem als Reaktion die Gefahr des Wiederauflebens des bereits toten, extremen Liberalismus. Es könne vom nmichtchristlichen Teil des Volkes nicht erwartet werden, daß er sich die Anschauungen def Christen beider Kon- kessionen aufzwingen lasse. Diese und andere Spannungen kommen nicht von ungefähr, meint unsere Bonner Redaktion weiter. Württemberg-Badens ehemaliger Ministerpräsident Dr. Reinhold Maler habe vielleicht ein wenig Über das Ziel hinausgeschossen, als er vor den libera- len Studenten von der Entmachtung des Parlamentes sprach, aber er habe doch den Finger auf eine Wunde gelegt, dle seit län- gerer Zeit brennt. Vlele der Abgeordneten empfinden, daß der Bundestag durch die Regierungsressorts nicht so respektiert Wird, wie es ihm der Verfassung nach zusteht. Tatsächlich rauchte das Parlament nach seiner Kon- Stituterung eine gewisse Zeit sich zu finden. Jetzt wächst unter den Abgeordneten die Zahl derer, die dafür eintreten, die Stellung mit Nachdruck zu verteidigen und zu er- kämpfen, die dem Bundestag im Staate zusteht. Neueinteilung der Handwerkskammerbezirke Mannheimer Bezirk unverändert/ Die früheren Abgrenzu Von unserer Stuttgarter Redaktion ngen wiederhergestellt Kreise Rastatt, Baden-Baden und Bühl, die schon früher zu Karlsruhe gehörten, durch die Zonengrenzziehung aber seit 1945 an die Handwerkskammer Freiburg angegliedert waren. Auf die größten Schwierigkeiten stieß die in monatelangen Verhandlungen mit dem Handwerk abgesprochene Neueintellung im Landesteil Südwürttemberg, Bis zum Zu- sammenbruch gehörten weite Teile Ober- schwabens zum Handwerkskammerbezirk Ulm. Nach der Zonentrennung kame diese Gebiete zum Bezirk Reutlingen. Man ent- schied sich jetzt für die Wiederherstellung des bis 1945 bestandenen Zustandes. Wirtschaftsminister Dr. Veit, der die Ver- ordnung am Dienstag vor der Landespresse- konferenz erläuterte, erklärte, der vielfach in den südlichen Landesteilen gellußerte Wunsch, die Neueinteſlung ger, Handwerl bereiche bis zur endgüitisen Ven deshandwerksordnung nicht möglich ge- wesen. Bis zum 30. September dieses Jahres müßten sich die neuen Handwerkskammern konstituiert haben. Die bisherigen Kammern gelten ab diesem Zeitpunkt als aufgelöst. Etwaige Befürchtungen, durch die Neueintei- lung der Handwerkskammerbezirke könnte der späteren Neueintellung des Landes vor- gegriffen werden, seien völlig abwegig. 10 e 1 86 erpreise bleiben gebunden von unserer Stuttgarter Redaktion Stutigart, 10. März. Das Staatskabinett Von n- Württemberg hat sich entspre- chend einem Wunsch der Brauereien entschlossen, dle Bierpreisverordnung, durch die der Verkauf des Bieres an Höchstpreise gebunden wird, vorläufig nicht aufzuheben. Das Kabinett lieg sich dabei u. a. von dem Gedanken leiten, daß Baden- Württemberg den Bierpreis nicht freigeben könne, solange das Konkurrenzland Bayern an der Verord- nung festhalte, Darüber hinaus sei die Ge- fahr eines ruinösen Wettbewerbs, der slch vor allem gegen die kleinen Brauereien richten würde, nicht von der Hand 2u weisen. a 6 Drei Schiffahrtsgerichte Von unserer Stuttgarter Redaktion Stuttgart, 10. März. Zwischen den Län- dern Baden- Württemberg, Hessen, Nord- rhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist ein Staatsvertrag über die Gliederung der Schilfftahrtsgerichtsbezirke am Rheinstrom abgeschlossen Worden, der allerdings noch der Ratiflzierung der beteiligten Landtage bedarf. Dem Vertrag zufolge sind im Raum Baden- Württemberg drei Schiffahrtsgerichte mit Sitz in Mannheim, Konstanz und Kehl zuständig. Das Obergericht ist das Oberlandesgericht Karlsruhe. US-Rundiunk sperrt MeCarthy die Mikrophone i Washington, 10. März(dpa). Die republi- kanische Partei der USA gab bekannt, daß Vizepräsident Richard Nixon am nächsten Samstag dem demokratischen Politiker Adlai Stevenson antworten wird. Stevenson hatte in einer Rundfunkrede am vergangenen Samstag Präsident Eisenhower vorgeworfen, er nehme nicht scharf genug gegen Medarthy Stellung. Ferner hatte er MeCarthy beschul- digt, die USA in einen„bösartigen und töd- lichen Totalitarismus“ zu führen. MecCarthy hatte von den beiden Rund- kunk gesellschaften NBC und CBS die gleiche Sendezeit für eine Antwort an Stevenzon verlangt, wie sie Stevenson gewährt worden War. Die Rundkfunk gesellschaften lehnten dieses Ansinnen jedoch ab und erklärten, der Parteivorsitzende Leonard Hall habe vor Mecathy für die republikanische Partei um Sendezeit gebeten, so daß es überflüssig sel, auch Senator Mecathy Sendezeit ein- zuräumen. g Ab Mitte April ohne Visum nach Oesterreich Bonn, 10. März(dpa) Noch vor Beginn der Hauptreisezeit, voraussichtlich Mitte April, wird der Visumzwang für Reisen von der Bundesrepublik nach Oesterreich aufgehoben werden. Eine entsprechende Verordnung des österreichischen lnnen- ministeriums muß noch vom alliierten Kon- trollxat gebilligt werden. 5 Frankkurt /Main, 10. Marz(dpa) Dreizehn Deutsche in amerikanischer Unitorm, die nach mrer Finwanderung in die USA größ- tenteils freiwillig in die Streitkräfte ihrer neuen Heimat einträten, sind amerikanische Staatsbürger geworden, Sie ergänzten zu- sammen mit 91 Kameraden aus 34 Ländern der Erde am Dienstag i Franlefurt ihren Fahneneid durch den Eid des naturalisterten Amerikaners auf Verfassung und Gesetze der USA. N Die Landwirtschaft braucht E 605 Staatskabinett erörterte das problem des Pflanzenschutzmittels Von unserer Stuttgarter Redaktlon 1 Stuttgart, 10. März. Das badisch-würt⸗ tembergische Staatskabinett erörterte in seiner letzten Sitzung Möglichkeiten zum Schutz der Allgemeinheit gegen das gefähr- Iich giftige Pflanzenschutzmittel E 605, mit dem sich die Oeffentlichkeit nach den ver- schiedenen mit E 605 verübten Mord- und Selbstmordfällen in der letzten Zeit sehr stark beschäftigt. Das Kabinett beschloß, in Zusammen- arbeit mit anderen Bundesländern prüfen zu lassen, ob von staatlicher Seite Maßnah- men gegen den offenen Vertrieb dieses Gif- tes ergriffen werden könnten. Wirtschafts- minister Dr. Veit erklärte dazu jedoch, er sehe wenig Möglichkeiten zum Eingreifen, da die Landwirtschaft auf dieses weitver⸗ breitete und wirkungsvolle Pflanzenschutz- mittel nicht verzichten könne, Ebensowenig Wie dey Staat etwas dagegen tun könne, daß sich Lebensmüde mit Gas vergiften oder sich mit einem Strick erhängten, könne der Staat niemanden daran hindern, mit einem Pflanzenschutzmittel aus dem Leben zu scheiden. 8 35. Fortsetzung „Selen Sle bitte vorsichtig, Herr Svo- boda“, bat Danlela nervös. Am besten wäre es, zunächst abzuwarten, ob es meinem Schwiegersohn gelingt, Beweise zu besor- gen, daß Gerlach wirlelich der Schuldige ist. Es wäre mir entsetzlich unangenehm, wenn mm Unrecht geschehen sollte.“ „Keine Sorge, lich werde nichts unterneh- men, bevor ich meiner Sache sicher bin. Trotzdem hoffe ich, daß meine Vermutung zutriftt. Gelingt es uns, das Vertrauen in gelne Geschäftsmoral zu erschüttern, werden wir den Schlag noch einigermaßen abfangen Können.“ „Gerlachs Methoden sind so unbedenk- Uch, das vielleicht auch wir das Recht ha- ben, unis mit allen Mitteln zu schützen“, gab Danſela zu, und es klang, als müsse sie sich gelber rechtfertigen. „Sicher. Machen Sie sich nicht zu viel Sorgen, es lat eine alte Urfahrung, daß allzu Viel Schlechtigkelt sich zuletzt doch immer rächt. Wäre das nicht so, würden die Ha- lunlcen Uberhand nehmen.“ Danlela war eln wenig Überrascht. Allzu oft hatte er sle wegen ihrer moralischen Hemmungen getadelt, wenn er gern durch emen seiner östlichen Knffte ein Geschäkt lulcratlver gestaltet hätte, i „Ich danke Ihnen jedenfalls, daß Sie 80 treu zu mir stehen!“ gagte sle impulsiv und streckte hm die Hand entgegen. Er drückte gle so schmerzhaft, daß gie sofort wleder in die alte Beklemmung verflel. „Ich bin dlesem Gerlach nicht gram. Er Albt mir endlich die Gelegenhelt, auf dle ſch schon lange gewartet hape.“ „Welche Gelegenheit?“ fragte sie ver- wundert. „Meine“, erwiderte er plötzlich wieder elnsilbig werdend und zog sich so eilig zu- rück, als fürchte er, schon zuviel verraten zu haben. Daniela schaute ihm voll zwiespältiger Gefühle nach und bedauerte es in ihrem geradlinigen Sinn, daß sie nie restlose Dank- barkelt für eine zwelfellose Hingabe an das Geschäft empfladen konnte. Nie vermochte sie den Verdacht ganz abzschütteln, daß ihr eines Tages dle Rechnurm präsentiert und der von Svoboda erwartete Preis für sle untragbar seln würde. In der Nacht, die diesem aufregenden Tage mit seinen bösen Wetterzeichen folgte, Wachte Danlela mitten in der Nacht mit dem Namen Gregor im Ohr auf. Verstört erhob sie sich aus den Kissen und lauschte in die umgebende Finsternis hinein. Auf der Straße rumpelte ein Lastwagen vor- über, sonst blieb alles gtill. Ee dauerte eine ganze Weile bis sle begriff, daß sle selbst es gewesen, dle diesen Namen gerufen und dall es der Laut rer eigenen Stimme ge- wesen, der sle geweckt hatte. Langsam ließ die sich in die Kissen zurückegleiten. „Das Herz last stärlcer als alles“, dachte gle, von ihrer Entdeckung erschüttert,„es schämt sich nicht, die Wahrheit zu beken- nen, auch wenn der Verstand noch zägert, gle zuzugeben.“ Selt sle Gregors Büchlein wleder und wieder gelesen hatte, gchlen dle Wand, die sich zwischen ihm und ihr auf- getürmt, von unsichtbaren Händen abge- tragen zu werden, unablässig, unermüdlich, weit 0. 90 bis nichts mehr in ihr zurtckblleb als eln schwerde bel„dem jungen Herrn“, Wie gle großes Staunen darüber, daß so welt zu- rückllegende Irrtümer es fertiggebracht hatten, sie ein halbes Leben lang vonein- ander zu trennen, Bisher waren sie beide kleiner gewesen als die Umstände, wäre es nicht hohe Zeit, einmal größer als sie zu sein? „Ich bin mürbe“, dachte sle,„die letzten Wochen habe mich zu viel gekostet. Ich möchte einen Teil meiner Sorgen einmal auf andere Schultern abwälzen und wieder ein- mal nichts sein dürfen als eine Frau— seine Frau!. * Die fest angestellte Belegschaft der Bally- Dlethelm AG. war alles andere als eine homogene Masse. Sle unterschied sich deut- Iich in zwei Lager, die sich niemals ver- mischten und oft betfehden: Auf der einen Seſte stand der Stamm der Alteren Ange- stellten und Arbeiter, die noch unter Lukas Vater eingestellt worden waren, unter ihnen Wackere Männer, die nach erfolgter Fusion belder Fabricen die Bally-Dlethelm AG. mit aus der Taufe gehoben hatten, Sie fühlten slch mit dem Betrieb verwachsen und scheu- ten sich gegebenenfalls nicht, hre Meiriurig zu sagen. Gerlach hatte sle bel Uebernahme der Geschäftsführung aus Zweckmüßgigkeits- gründen behalten müssen, später hatten seine Frau und danach Lukas dle Hand Uber die gehalten. Der andere Teil der Belegschaft bestand aus Gerlachs Kreaturen, die ihm alles zutru- gen, was kn Betrieb vor sich ging und ge- gagt Wurde, so daß er stets ausgezelchnet lformiert war und genau wußte, wann er gich erlauben konnte, den Bogen straffer zu spannen, und wenn er es zweckmügig unterllegh. Obschon ihn die älteren Leute nicht liebten, und ihr Verhältnis zu ihm eher gespannt war, lieg er es doch nie 80 kommen, dag sle durch eine Be- Lukas beharrlich nannten, Abhilfe gesucht hätten. Bestand diese Gefahr, warf ihnen Gerlach jedesmal mit großzügiger Geste irgend eine Konzession hin, die ihnen fü eine Weile den Mund stopfte, Eine Elnmi- schung seines Stlefsohnes wäre das Letzte gewesen, Was er gewünscht hätte, zumal er sle ihm, dem Inhaber der Aktienmehrheit, nicht gut hätte verbieten können, Es paßte Gerlach ausgezeichnet, dag Lukas gegensel- tige Berufswahl ihn von seinem väterlichen Betrieb entfernte, und daß er von Natur aus nicht dazu neigte, sich ohne Notwendig keit in Dinge zu mischen, die ihn nicht un- mittelbar betrafen. Eine von Gerlachs Kreaturen war es, dle dlesem eines Morgens die Mitteilung machte, dal er den jungen Bally in der Registratur gesehen habe, wo er von einer Leiter aus aun den Aktenregalen herumgesucht habe, Gerlachs Gewissen war zu keiner Zeit 80 blüten wein, daß er nicht Grund gehabt hütte, vorslchtig zu seln, Um einen Vorwand zu haben, klemmte er sich einige Brlef- schaften unter den Arm und stieg eilig dle Treppen zu der im Keller gelegenen Regl- stratur hinunter. „Suchen Sle mir doch die Akten Braun- schweig& Co, heraus, Haebe ritt“, rlef er schon unter der Tür, um seinem erstaunt chen Hrscheinen in diesen Regionen einen möglichst harmonischen Anstrich zu geben. Als er sich dem alten Faktotum, das seit 25 Jahren die Briefe dèr Firma ablegte, gegen- Übersah, verstummte er verblütkkt. Der Kel⸗ lerraum war lang, schmal und ÜUberstchtlich, niemand hätte sich darin verbergen können „War mein Sohn acht bel Ihnen?“ fragte er böse. g „Doch, Herr Gerlach., Er lst vor künt Mi- nuten weggegangen.“ „Was wollte er hler?“ „Hr wünschte, in elnige Akten Einblicke „Und Sie haben ihm das erlaubt? Sind Sle verrückt geworden, Mann Gottes?“ „Erlaubt?“ Dem braven Haeberli flel vor Erstaunen der Unterkiefer herab.„Wie hätte ich denn unserem jungen Herrn etwas verbieten können?“ „Wenn Sie die betrlebsfremdesten Leute an unsere Akten heranlassen, ist es Über- flüssig, Sle zu besolden, total überflüsslg“, schnauzte ihn Gerlach wütend an,„Hier hat niemand hinter meinem Rücken zu schnüf- teln! Wenn Sle das noch einmal zulassen, sind Sie entlassen, fristlos entlassen, haben Sle mich verstanden?“ Der alte Registrator hielt Gerlachs Blick elnen Augenblick stand, dann wandte er sich, ohne zu antworten, um, zog mit einem Grit die Rolleſter heran und stleg mit der Gewandtheit vleljähriger Uebung hinauk. Gerlach schaute verblüfkt auf seinen Rücken. „Ob Sie mich verstanden haben?“ wie- derholte er scharf.„Jawohl, Herr Gerlach“, sagte der alte Mann, ohne sich umzuwenden und grift mit der blinden Sicherheit dessen, der hier jeden Aktendeckel wie die eigene Tasche kannte, in ein Regal. Im nächsten Augenblick stand er wieder neben seinem ernzürnten Chef und rechte ihm das her- ausgebfrachte Schnellhekt hin. „Braunschwelg& Co,, Herr Gerlach!“ Aus dem Konzept gebracht, schaute die- ger einen Augenblick begriffsstutzig auf dle Akte nieder, deren Anforderung er berelts vergessen hatte, dann riß er sle dem Alter aus den Händen und schmetterte gle ee auf den langen rohgehobelten Plech. „Zustünde sind das hier, Zustände!“ gchrle er mit bggewindertem Zorn.„Was haben Sle eigentlich für elne Pflichtauffas- gung, Mann? lch bin Ihr Chef, ch bezahle Sle, und Sle haben dafür meine Iateressen zu Wahren, Aber 80 ist es: Wenn man glch Nſeht selhst um alles kümmert, reiht ber- zu nehmen.“ all eine Sauordnung ein!“ Fortsetzung folgt stern bei Ausschachtungsarbeiten für einen gefunden. Die beid eee Das erste in der Liebe ist der Sinn füreinander und das höchste der Glauben aneinander. Schlegel MIT TWo on 10 MANZ Ein genialer Anreger aut dem Gebiet der 1 5 forschung und einer philo- sophisch vertieften Geschichtsschreibung War Friedrich Sehlegel. Der heute vor 102 Jahren geborene Schriftsteller, Lin- zulst und Aesthetiker be- zelchnete die moderne oder romantische Dichtung als „progressive Universal- poesle“, Motorradfahrer schwer e Elne schwere Gehirnerschütterung und Platzwunden erlitt ein 23 Jahre alter Auto- mechaniker aus Nußloch, der am Dienstag gegen 16 Uhr in der Friedrich-Ebert-Anlage mit dem Motorrad auf einen amerikanischen PKW auffuhr und dabei stürzte. Der Sach- schaden betrügt etwa 1000 DM. Kurpfalz-Verband lädt ein Der Kurpfalz Stadtverband Heidelberg veranstaltet heute, wie bereits angekündigt, eine allgemeine Versammlung um 20.00 Uhr im„Fuchsbau“, bei der Landgerichts- direktor Dr. Munzinger über die Tagung des Gesamtverbandes berichtet und Stadt- rat Karl Dietrich über Heimatkunde und Mundart spricht. Die Freunde des Anschlus- ses der linksrheinischen Pfalz an Baden- 5 sind eingeladen. Der Eintritt ist frei. Tapezlert wohnen · modern wohnen rapeten-Merath, Reldelberg, Kor- Ludw/ig- Straße 4 Grüberfund in Handschuhsheim Zwel Urnenkastengräber, die etwa aus den Jahren 150 n. Chr. stammen, wurden ge- Neubau in Handschuhsheim, Burgstraſbe 3, — 0 mit einer Abet Urnen aus einer glasartigen Masse enthalten Knochensplitter und Asche, Den Gräbern, die völlig unversehrt sind, waren Tonvasen bei- gegeben. Bis jetzt konnte man noch nicht feststellen, wer hier seine Toten zur letzten a Selte 9 Ausgerechnet Josua, wieder verzeihend zurückholte, Eine von 1000 Verjüngungsspritzen Ansere Leser wissen, daß sich im Schloßb- bereich seit geraumer Zeit viele Hände regen, um manches besser zu machen. Die Schlohschenke wird stark vergrößert. In der 17 stehen einige Kurfürsten zur Zeit Handwagen. Auch hier würd mit Schwung Tempo restauriert. Im Friedrichsbau re aufgestellt. Die Besucher sollen dort nicht mehr wie bisher tote Räume finden, sondern zu wohldoslerten musealen Genüssen kom- men.. Im Mittelpunkt all dieser Bestrebungen, tür die wir dem Bezirksbauamt und seinem Leiter, Reglerungsbaurat Baſer, besonders danken wollen, steht der Ottheinrichs- bau. Man steuert auf den 400. Jahrestag des Regierungsantritts dieses Kurfürsten zu (1586), der den Ottheinrichsbau als ein „Schloß im Schloß“, als einen der prächtig- sten Paläste der deutschen Renaissance entstehen lle. Ottheinrich hat diesen Bau nicht mehr bezogen. Er starb, bevor die Innenarbeiten beginnen konnten. Vermut- lich hat er zu gut gelebt. Er soll sogar 80 dick gewesen seln, daß er kaum durch die Türen kam; aber in dieser Leibesfülle lebte elm Geist, der dem Schönen zugewandt war. Ottheinrich ließ die Fassade mit einer Fülle von Motiven und ornamentalem Schmuck ausstatten, biblische Gestalten in Stein hauen und dazu Figuren der römi- Der Erste im Land Rangordnungen sind für uns Menschen von heutzutage nicht sehr wichtig. Sie sind höchstens interessant. Unter diesem Aspekt sel zur Kenntnis genommen, daß man sich in Bonn zu einer Rangfolge entschlossen hat. Nummer 1 ist der Bundespräsident, Num- mer 2 der Präsident des Bundestags Ehlers, Nummer 3 der Bundeskanzler. Was für den Bund gilt, das trifft auch auf die Länder zu. Nummer 1, der Erste sozusagen im Land, ist demnach in Baden-Württemberg der Präsi- dent des Landtags, Oberbürgermeister Dr. Neinhaus, Heidelberg, und Nummer 2 der Ministerpräsident,. Diese Entscheidung ist eine Verbeugung vor dem Parlament und damit ein Bekenntnis zur demokratischen Staatsform. Ruhe bettete. haft um den Hals nahm und ihm einen hafte Vorgang(eine Idee unseres Leibphotogra phen zu einem recht ernsthaften Vorgang, zu der systematischen alten Herren aus der alttestamentarischen und der römischen heinrichsbaues unseres Schlosses seit Jahrzehnten beisammenstanden un zerbröckelnd über die Vergänglichkeit allen Seins nachdachten. 0 Mate wunde. Plastiken werden HEIDELBERG-STADT Verjüngungskuren im Oitheinrichsbau 8 Viele Hünde regen sich im Schloß der charakterfeste Nachfolger Moses, der sein liebesdurstiges Weib immer weil ihm die Beständigkeit der Ehe über alles ging, dieser untadelige Josua mußte es sich gefallen lassen, daß eine junge kecke Heidelbergerin ihn herz- Kuß unter den Schnurrbart drückte. Dieser scherz- ) war die leichtbeschwingte Begleitmusik Verjüngungskur der steinernen Zeit, die in einem Raum des Ott- d langsam und leise schen Sage und Geschichte.„Ein Mäzen“ sagen wir heute, wenn einer 1000 Mark für die Kunst übrig hat.„Ein Fürst der deut- schen Renaissance, würdig seiner mittel- und nordlitalienischen Vorbilder“— müssen wir ausrufen, wenn wir den Riesenauftrag überdenken, den Ottheinrich zeltgenössi- schen Künstlern zum Bau und zur inneren und äußeren Ausstattung des Palastes ge- geben hat, der dann seinen Namen über die Vergünglichkeit der Zeit hinweg tragen sollte. Wer würde heute noch von Otthein- rich sprechen, wäre er nur dick gewesen und hätte er sonst nichts getan! Der Bildhauer jedoch, der diesen bleiben den Nachruhm seines Auftraggebers schuf, ist so vergessen, daß kaum ein Heidelberger seinen Namen weill. Es war Ale xan der Colin aus Mecheln, ein Niederländer. Mit ihm war eine Schar fröhlicher Gesellen am Werk, unter deren Meifbeln die Blattorna- mente und Rosetten entstanden, die Me- dalllonköpfe des Brutus, des Marius, des Antonius und vieler anderer und nicht zu- letzt die gewaltigen Gestalten des Samson, des Josua und anderer alttestamentarischer Zeitgenossen, sowie die Symbolfiguren der römischen Mythologie und Geschichte. All diese lebensvollen, in kalten Keuper gehauenen Herren und Damen lagen un standen seit Jahrzehnten im Ottheinrichsbau in einem Nebenraum des Krönungssaales. Zwar waren sie unter Dach; aber die feuchte Heidelberger Luft hatte doch Zutritt und bevor sie an der Fassade von(nicht sehr gelungenen) Kopien abgelöst wurden, hatte ihnen der Frost so manche„innere Krank- heit“ zugefügt. Jetzt ist der Pforzheimer Bildhauer Oskar Theo Loos am Werk. Er verjüngt den Moses, den Josua. Zeus und Frau Luna, wie sie ihm gerade unterkommen und er war, als wir ihn besuchten, gerade dabei, den seine Kinder tressenden mythologischen Chronos für sein schreckliches Tun zu stärken. Herr Loos geht dabei zu Werke wie ein gu- ter Arzt. Er verpaßt seinen Patienten ver- jüngende Einspritzungen nach einem System, mit dem er auch anderswo schon große, an- haltende Erfolge hatte, Hr erreicht damit eine Festigung der Steinhaut und eine starke Die Heidelberger, die sonntags in der Pro- videnzkirche den lebhaften, launigen und gelstvollen Prediger hören, werden es viel- leicht nicht glauben, daß dieser Mann heute 65 Jahre alt ist. Und doch— es stimmt. Prof. Lic. theol. Fritz Hau ist auch geradezu das Musterbeispiel eines Gelehrten, der seine Berufung nicht in der wohlgefüllten Bücher- gtube unter Glas gesetzt hat, sondern der bei aller Liebe zur Wissenschaft seine Aufgabe als Lehrender, in diesem besonderen Falle noch als Seelsorger, sehr hoch einschätzt. Vielleicht ist es seine Zuneigung zur Jugend, der er als Universitätslehrer und Pfarrer begegnet, weshalb er so beweglich blieb, viel- leicht ist es auch seine Vielseitigkeit— Prof. Hauß ist ein leidenschaftlicher Münzensamm- ler und Kenner der Literatur—, daß er im Gespräch nie dogmatisch„bestimmt“, son- dern eher versöhnlich und liebenswürdig „Überzeugt“. * Prof. Haug, der seit mehr als 30 Jahren sein Pfarramt in Heidelberg ausübt, gilt als einer der besten Kenner der Badischen Kirchen- geschichte, er ist seit 1926 Vorsitzender des Badischen Gustav-Adolf-Werkes und seit 1947 Dekan des Kirchenbezirks. An die Universität Heidelberg kam er 1934 als Lehr- beauftragter für Badische Kirchengeschichte, die Ruperto Carola würdigte seine Verdienste, indem sie ihn 1950 zum Honorarprofessor er- nannte. mat zeugen, dall Prof. Hauß seine Wissenschaft- liche Aufgabe in der Erforschung der Ba- dischen Kirchengeschichte sah, Er wurde 1689 in Straßburg geboren, legte dort mit 18 Jah- Es mag von seiner Verbundenheit zur Hel-“ * Ihm wurde frühlingswayrm ums a steinerne Herz Ann.: Lebech * Widerstandskraft gegen den„Zahn der Zeit“. Rund 1000 Spritzen mußte sieh Josua schon gefallen lassen— aber es lohnt sich. Die Ge- fahr des völligen Zerfalls ist gebannt und Josua und all' die anderen können nach ab- geschlossener Behandlung seelenruhig und d ohne Besorgnis für ihr leibliches Wohl den nüchsten Jahrhunderten entgegensehen. Ein paar Schritte weg von dieser Verjün- gungsklinik für uralte Herren und Damen liegt der Krönungssaal des Ottheinrichsbaues. Seine Decke ist der im Augenblick seiden- blaue Vorfrühlingshimmel. Auf dem Boden liegen aber schon griffbereit wuchtige T-Trä- ger, die darauf hindeuten, daß auch hier im Sinne einer Erhaltung und Restauration etwas geschehen soll. 8 Wie wir hören, wird man— ähnlich wie im Friedrichsbau— auch im Ottheinrichsbau s0 etwas ähnliches aufbauen wie ein zeitgenös- sisches Museum, nicht vollgepfropft mit Din- gen, die in ihrer Uberfülle die Konzentration erschweren, sondern so aufgelockert, daß man sich jedem Stück im langsamen Vorbeigehen widmen kann. 1956 soll das große Jubiläumsjahr sein. Bis dahin wird der Palast Ottheinrichs in der prof. D. Hauß os Jahre Seit 1947 Dekan des evangelischen Kirchenbezirks 7 ren sein Abitur am protestantischen Gym- nasſlum ab, und während seiner Studienzeit in dieser von alemanischem Geist geprägten Stadt lernte er noch unter Albert Schweitzer, Als ganz junger Pfarrer wurde er 1912 von dem damaligen Kirchenpräsidenten Dr. Curtius schickt, der ihm ein guter Lehrmeister war. Die Predigt blieb auch weiterhin eines seiner Hauptanliegen, was sowohl die Pfarrgemeinde der Providenzkirche bestätigen kann, als auch die Studenten, die seine„Geschichte der Pre- digt“ hörten. Daß Prof. Hauß„Seelsorge“ nicht nur an der Universität liest, sondern daß er ste auch prak- tisch betreibt, wissen ihm an diesem Tag viele nach Luxemburg zu Hofprediger Schenck ge-“ vorgesehenen Weise restauriert sein und zu unserer und unserer Gäste Freude im schön- sten Glanz erstrahlen. Den Josua jedenfalls haben die Verjüngungsspritzen des Bildhau- ers Loos und die wohlgemeinten Küsse einer jungen HHeidelbergerin bereits aus einem jahrhundertelangen Dahindämmern zu neuem Leben erweckt. K. S. * Kleiner Gerichtsbericht: Etwas zu scharf Vor dem Amtsgericht war ein 57 jähriger Handelsvertreter wegen Untreue und Unter- schlagung angeklagt. Er habe Musterartikel und Kommissionsgut seiner Auftraggeberin verkauft, ohne das Geld in Höhe von etwa 600 DM abzuliefern, warf ihm die Anklage vor. Es ist aber schon sehr lange her, als das geschehen sein soll. 1949 schrieb man, als die Auftraggeberin, eine Geschäftsfrau aus Zie- gelhausen, den Angeklagten kennenlernte, ihn in ihre Dienste nahm und angeblich mit Kommissionswaren versah. Keine Unterlage darüber ist vorhanden— nur eine viel später datierte Rechnung an 40 Angeklagten liegt vor, die dieser niemals anerkannt hat. Der Angeklagte will zwar Waren erhalte haben; er gibt jedoch an, daß es nur ein Teil von dem ihm jetzt zugeschobenen Posten ge- wesen sei. Außerdem sei er nicht Vertreter oder Agent gewesen, sondern selbständiger Kaufmann. Er habe daher keine Untreue und keine Unterschlagung begehen können. g Zur Hauptverhandlung mußte der Ange- klagte nicht erscheinen. Man hatte ihn, weil er auswärts wohnt, vom Erscheinen befreit und ihn vorher richterlich vernommen. Aber die Vernehmung war unvollständig und keine brauchbaren Beweise lagen vor. Den- noch beantragte ein junger Vertreter der Staatsanwaltschaft, ohne Überhaupt auf die Beweislage einzugehen, drei Monate Gefäng- nis gegen den bisher nicht vorbestraften An- geklagten. Dabei ist es doch auch Aufgabe der Staatsanwaltschaft, die entlastenden Mo- mente vorzubringen und nicht nur dem Rich- ter zu überlassen, den Sachverhalt zu wür- digen. Das Gericht sprach nach kurzer Beratung den Angeklagten frei. Weidenkätzchen stehen lassen! Das städt. Forstamt weist darauf hin, daß das Abreißen der Weidenkätzchen verboten und strafbar ist, da die Weidenkätzchen für die Bienen nach der Ueberwinterung die erste„Tracht“ sind. Leider, so wird hierzu bemerkt, wird die gesamte Bienenweide von Jahr zu Jahr kleiner, so daß alles geschehen muß, um den Bienen die Futterquellen zu erhalten. * Von einem amerikanischen PKW ange- fahren wurde am Dienstagmorgen gegen 7.30 Uhr auf den Neckarstaden ein 17 Jahre altes Mädchen. Sie wurde mit einem kom- pliztlerten Unterschenkelbruch in die Chirur- [Heidelberger zu danken. Wh. gische Klinik eingeliefert. rüben und Schwarszwurzeln, in Seite 4 5 Mittwoch, 10. März 1934 HEIDELRERG STADT Sechs Ausstellungshallen sind schon aufgeschlagen Auf Heidelbergs Messegelände wachsen die Vorbereitungen für die große Hotel- und Gaststätten-Fachausstellung Eine der zur Zeit meist beschäftigten Telefonnummern Heidelbergs heißt 7 20 20. Sie gehört der Ausstellungs- leitung der Hotel- und Gaststätten- fachausstellung, die ab 2. April auf dem Meßplatz in Szene geht. Seit gestern trügt der Meßplatz auch op- tisch den Stempel für die großen Dinge, die da kommen sollen: 6 große Hallen— von insgesamt 11— stehen im Rohbau fertig. Seit Anfang Februar schon steht das kleine Holzhaus mit den Büros der Aus- stellungsleitung auf dem Heidelberger Meh- platz. Ausstellungsleiter Hinte, dessen Sekretärin-Ehefrau und Fräulein Wahle, Sekretärin Numero 2, merken die Vor- bereitungsarbeiten lawinenartig anschwel⸗ len. Vom heutigen Mittwoch ab werden auch die Herren Strunk, Senfft und die Sekretärin Frau Streng— alle vom Heidelberger Hotel- und Gaststättenverband — ihr Quartier in diesem Miniatur-Büro aufschlagen. Seit etwa einem Jahr laufen nun bereits die Vorbereitungsarbeiten für diese bisher Wohl größte Heidelberger Fachausstellung. Aber bei Ausstellungen muß das wohl 80 sein: je näher der Zeitpunkt der Eröffnung rückt, um so größer wird, aus einer ge- Wissen„Torschlugpanik“ heraus, der An- drang all derer, die noch mit dabei sein wollen. Wer will Kumpel werden? Heute nachmittag Informationsvortrag im Arbeitsamt Zahlreiche Arbeitslose aus Heidelberg und der Umgebung fanden in den letzten Jahren im Ruhrkohlenbergbau eine sichere Existenz. Sie verdanken sie dem Heidelberger Arbeits- amt, das schon seit Jahren durch, seine auf- klärende Arbeit über die Lebensbedingun- gen des Kumpels erfolgreich vermitteln konnte, Auch heute werden immer noch zu- sätzlich Arbeitskräfte benötigt und zwar im Alter von 18 bis 35 Jahren. Wer sich diesen Beruf erwählt— der Bergarbeiter ist der bestbezahlte Facharbeiter—, wird eine si- chere und auskömmliche Lebensstellung ha- ben, der eine gründliche und sorgfältige bergmännische Ausbildung vorangeht. Ledige Neubergleute werden in Ledigen- heimen der Bergwerksbetriebe unterge- bracht, verheiratete bekommen nach einer Bewährungszeit eine Neubau-Wohnung zu- gewiesen. Bis zur Uebersiedlung der Fa- milie erhält der Bergmann eine Trennungs- zulage in Höhe von 2 DM pro Tag. Die Außenstelle Bergbau des Landesar- beitsamtes Nordrhein-Westfalen hält nun Wie in jedem Jahr zur Aufklärung in Hei- delberg, Wiesloch und Sinsheim in Verbin- dung mit der Dortmunder Bergbau AG. Vorträge mit Tonfilmen ab; in Heide l- berg am Mittwoch, 10. März, um 14.30 Uhr im Arbeitsamt, Ecke Kaiser- und Ringstraße, Lehrsaal 503. Dieser Vortrag wird auch für die Landgemeinden der Bezirke Heidelberg, Eberbach und Neckargemünd gehalten. Ledige und verheiratete Arbeitslose im Alter von 18 bis 35 Jahren sind hierzu mit ihren Angehörigen eingeladen. er Die ersten Radieschen Ein Märatag, wie er sein soll, und schon breitet sich in der milden Sonnenwärme ein Marhetbetrieb aus, der Käufer und Veräufer gleichermaßen beschwingt, und mit einer Fülle von Angeboten Überrascht. Aus wel- chen Lagerräumen mögen wohl so plötalich. die riesigen Mengen gutausseneſder Aepfel geſommen sein, die in allen Größen, Sorten und Preisen wieder angeboten wurden? Sie machten, mengen ma ßig eumindest, sogar den Apfelsinen Konleurrena, die neben Zitronen, gelben Bananen und ersten Radieschen die Lochevögel auf der Vitaminseite waren, ab- gesehen von den frisch- grünen Salaten, Kresse, Endivien- und Kopfsalat. Eine Freude war es auch, den schönen, 3 Blumenkohl zu sehen, die großen = und Rotkraut, Gelbe- üblicher Menge und Güte gesellten. Die Hühner scheinen uieder gut zu legen, auch was die Größe der Eier anbelangt. Erste Steckzwie- beln und Gladiolennollen erinnerten die Gartenfreunde daran, daß schon bald die Tage eifrigen„Buddelns“ beginnen. Die Durchschnittspreise lagen fur: Eier bei 1725 Pfennigen, Blumenſeohl um 40 Pfen- nige, oder drei Stüc zu I.— DM, Sellerie um 35 Pfennige pro Pfund, Kopfsalat bei 60 Pfennigen, Kresse bei 50 Pfennigen für das Viertel, Endiviensalat beginnend bei 45 Pfennigen, Zulebeln zwischen 2 Pfund zu 45 Otler J Pfund zu 50 Pfennigen, Gelberuben hei 16 Pfennigen pro Pfund und fur die noch Seltenheitswert habenden Radieschen bei 50 Pfennigen pro Bund. ia iekipſe und die beachtlichen Mengen hehe de die anderen Ge- 28. März: Sommertagszug Der diesjährige Sommertagszug in der Stadt Heidelberg findet in der üblichen Weise am Sonntag„Lätare“ am 28. März statt. Aufstellung auf dem Karlsplatz, Ab- marsch pünktlich um 11 Uhr über Korn- markt, Hauptstraße, Soflenstraße und Fried- rich-Ebert-Anlage zum Universitätsplatz. Dazu teilt der Ausschuß für den Sommer- tagszug mit: 5 Obwohl der Zugsausschuß über eigene Sommer- und Winterfiguren, Butzen, verfügt, ist nach Wie vor die Betei- ligung privater Butzenhersteller erwünscht.“ Diese wollen sich umgehend, längstens bis kommenden Freitag, bei Malermeister Fritz Gebhardt, Plöck 32 a melden, damit sie noch bel der Vertellung von c be- dann am Freitag, de ts“ nach- mittagsnauf dem Platz hinter dem Rathaus an der Heiliggeiststraße abgeholt werden. Der Zugsausschuß, dem nach dem Ableben Ludwig Steinbrenners Stadtrat Rechtsan- Walt Dr. Hofert beigetreten ist, rechnet auch in diesem Jahre mit starker Beteili- gung der Jugend, insbesondere auch der amerikanischen Familien und bittet, auch die kleinen Sammler nicht zu vergessen, die den Zug begleiten. g Die Handball- Abteilung der Freien Turner hült morgen Donnerstag, 11. März, um 20 Uhr, ihre Abteilungs-Generalversammlung im Spert- haus ab, wozu alle aktiven und passiven Spört- lerinnen und Sportler herzlich eingeladen sind. HEIDELBERCER KULTURLEREN Europa- Verbündeter Amerikas oder dritte Macht! Vereinigtes Europa aus amerikanischer Sicht— ein interessanter Vortrag Die Bildung einer allgemeinen Wirtschafts- ordnung für Europa bezeichnete Mr. Patrick M. Boarman im Amerika-Haus als die Vor- aussetzung für die selbsttätige Einigung des Kontinents. Der Vertreter der amerikanischen National Welfare Conference in Deutschland sprach Über die„Europäische Integration— von Amerika aus gesehen“ und betonte, daß die Vereinigten Staaten diesen Zusammen- Schluß keinesfalls auf Grund von Zwangsmaßh- nahmen wünschten. Gerade in wirtschaftlicher Hinsicht würde die europäische Integration Amerika, das an der Schaffung eines vereinten uropas als starke Machtbastion gegenüber dem Osten großes Interesse habe, noch Sorgen bereiten: der Marshallplan habe als einigendeg Instrument versagt und jetzt könne nur eine allgemeine Marktwirtschaft unter elner ge- samteuropäischen Regierung noch helfen. Dle kulturelle Seite der FEinigungsbestrebun- gen eröftne günstigere Perspektiven: Athen, Rom, Shakespeare, Dante und Beethoven ver- binde in einem engen Kultur-Patriotismus die europkischen Länder. Daneben sei es die Furcht vor dem Verlust dieses gemeinsamen Kulturgutes, das aneinander fessele. Dabel sel Amerika von Europa gar nicht so verschieden. Beide, Europäer wie Amerikaner, wären„Brü- der des Westens“, die sich durch hren Kampf um die Erhaltung der kulturellen Werte des Abendlandes nicht unterschieden. Fast alle Amerikaner wären für die euro- päische Vereinigung, wenn auch nicht immer clar sel, wie diese Einheit aussehen sollte. Die Us düchten an einen Verbündeten im Ab; wehrkampf gegen die östliche Flut, weite Kreise in Europa würden aber eine Neutrali- sation oder die Errichtung einer dritten Macht anstreben, die unabhängig von der bolsche- Wistischen und der angloamerikanischen Welt bestehen könnte. Dieser Meinung habe Ame rika durch die„blödsinnige Uebertreibung ma- terleller Werte“ selbst Vorschub geleistet, doch müsse daran erinnert werden, daß die erste Fabrik in England gebaut worden sel und daß eine mögliche, aus der Technisierung entstan- dene„Krankheit“ wohl ebenso in Europa (wenn auch durch die Tradition verdeckt) Wie in Amerika bestehen müsse. Luo. sogenannte teres kann e in telt. 8 5„Die Frau in der Fiete cherung eee ene Tales weer 20 Ur, ES wurde schon in früheren Veröffent- lichungen darauf hingewiesen, daß die Hei- delberger Ausstellung eine reine Fachschau sein wird. Aus diesem Grunde mußte man- cher Ausstellungswunsch— wenn der Cha- rakter der Fachschau damit nicht gewahrt worden wäre— zurückgewiesen werden. Aber auch sonst ist man ausverkauft, was den Ausstellungsraum betrifft; und daß es Während der lotägigen Fachschau— das Publikum betreffend— nicht viel anders sein wird, das glaubt Ausstellungsleiter- Gattin Frau Hinte schon heute irgendwie zu spüren. Wir klopfen dreimal vorsichtig an die Holzwände des kleinen Büros— wir Gerippe der riesigen Hallen und wir er- innern uns der Resonanz, die diese große Heidelberger Frühjahrsschau schon jetzt, drei Wochen vor Beginn, weit über die Grenzen unserer engeren Heimat hinaus findet. Da schrillt schon wieder das Telefon— Anfrage für einen der vorgesehenen Haus- frauennachmittage— als wolle es die gute Prognose unterstreichen. G. W. Bautips für Heimatvertriebene Die Landsmannschäften der Danziger, Ost- und Westpreußen, Pommern, Schlesier und Sudetendeutschen laden ihre Mitglieder und Freunde zu dem am Donnerstag um 20 Uhr im„Schwarzen Schiff“ stattfindenden Vor- trag des Bau- und Wolnnungsreferenten des Verbandes der Landsmannschaften ein. Der Referent wird in diesem Vortrag über das zeitgemäße Thema:„Welche Möglichkeiten hat der Heimatveèrtriebene zur Errichtung eines Eigenheimes oder einer Mietswohnung und welche Maßnahmen wären zu ergreifen, um in den Besitz einer solchen Wohnung zu gelangen?“ sprechen., Vor Beginn des Vortrages werden einige wichtige Mitteilungen zum Lastenausgleichs- gesetz gemacht werden, 5 Städtische Bühne: 19.45 Uhr,„Der Turm“. Zimmertheater: um 20 Uhr,„Warten aut Godot“. Deutsch- Amerikanischer Frauenklub: 14,30 Uhr,„Europa-Hof“, Teenachmittag. Kurpfalz- Stadtverband: 20 Uhr,„Fuchsbau“, allgemeine Versammlung. Gesellschaft für Gartenkultur: um 20 Uhr, „Schwarzes Schiff“, Monsts versammlung— Lichtbilder vortrag. 5 BVW- Heidelberg: 19.30 Uhr,„Alte Krone“, „Ast, Luftschutz nötig!“ Arbeits gemeinschaft Demokratischer Kreise: 20,15 Uhr, Aula Collegium Academicum, Vortrag„Europäisches Christentum zwischen werfen nochmal einen Blick auf die hellen Ost, und West“.. Dad- Heidelberg: 19.0 Uhr, Café, Röcker, „ Bergsbräu“, Monats versammlung N Kinopragramm. Capitol;„Die Throntolge- vin“, 13.30, 16, 18.30, 21 Uhr.— Schloß:„Re- Bina Amstetten“, 14, 16, 16, 20.15 Uhr.— Kam- mer:„Auf des Messers Schneide“, 12, 13.50, 16.10, 13,30, 200 Uhr.— Odeon:„Die Perle von Tokay“, 12, 14, 16.10, 18.20, 20.30 Uhr.— Gloria:„Grausame Richter“, 12, 14, 16, 18, 20 Uhr.—„Hände hoch, old boy“, 22 Uhr. Kurbel:„Ich war eine amerikanische Spio- nin“, 14, 15.50, 17.30, 19.90, 21.15 Uhr.— Ka- mera:„Hochzeit auf Bärenhof“, 13.30, 16.30, 17/0, 19.30, 21.0 Uhr.— Apollo:„Der vierte Mann“, 14.30, 16.30, 18.30, 20.30 Uhr.— Film- palast, Hfaffengrund:„Rückkehr ins Para- Ales“, 20 Uhr.— Bachlenzt„Weine Schatten“, 16.30, 20.30 Uhr.—. Fauler, Pelz:„ES kommt ein Tag“, 16, 16.10, 20.30 Uhr.— Atrium-Licht- splele, Kirchheim:„Das Mädchen Juanita“, 20.30 Uhr.— Luxor-Lichtspiele, Rohrbach: „Toselli- Serenade“, 20.15 Uhr.— Filmbühne, Eppelheim:„Weide Frau im Dschungel“, 20,15 Uhr. eee eee N. reundschaft vielen den. Nach einem arbeitsreichen Ee Gestern nachmittag öffnete der neu- gegründete„Klub der Alten“ in der Theater- straße 10 seine Räume. Der außerordent- liche Andrang lieferte augenscheinlich den Beweis dafür, auf welch“! fruchtbaren Boden die Anregung zu dieser Vereinigung ge- fallen ist. Es stehen zwar vorerst nur drei mittlere Zimmer zur Verfügung, aber mal muß es dem Frauenring lassen, daß er sie heimelig auszugestalten wußte. Die Mit- glieder des Klubs werden dort Gelegenheit haben zu gediegener Unterhaltung und Lektüre, zu Spiel und auch Handarbeiten. Wenn das Wetter es erlaubt, wird auch ein Stück des anschließenden Gartens den Be- suchern Erquickung und Muße spenden. Unsere Leser wissen, daß der Klub seine Entstehung der Initiative des Frauen- rInges Heidelberg und der Unter- stützung eines Kuratoriums, nicht zuletzt aber der Gesinnung vieler Stifter von Ein- richtungsgegenstünden verdankt, und daß er fürderhin, da es sich nicht um eine amt- liche Wohltätigkeitsveranstaltung handelt, aus sich selbst leben soll, Für einen Monats- beitrag von 10 Pfennig haben hier bejahrte Mitbürger die Möglichkeit, gute Kamerad schaft zu pflegen und abseits von häus- lichen Sorgen einige Stunden am Tage in Unter starker Beteiligung der Heimkehrer hielt der Ortsverband Heidelberg im„West. hof“ die Jahreshauptversammlung ab. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorstand Schopferer gab dieser den Geschäftsbe- richt bekannt. Kassier Dabitsch erstattete den Kassenbericht und nach Verlesung des Prüfungsberichtes konnte der alte Vorstand entlastet werden. Herr Harren als Referent in Wohnungs- und Darlehensfragen für Heimkehrer konnte über die Vermittlung von 126 Wohnungen an Heimkehrer berich- ten und sagte besonderen Dank für die Un- terstützung durch den Leiter des städt. Woh- nungsamtes, Herrn Schadt. 0 Infolge des ständigen Zuganges von woh- nungsuchenden Heimkehrern Warten heute noch 375 Spätheimkehrer auf eine Wohnung. Zur Existenzgründung und erhaltung wur- den an Heimkehrer insgesamt 170 110 DM ausbezahlt. Soweit unsere letzten Heimkeh- rer gesund geschrieben werden konnten, konnten unter Mithilfe des Arbeitsamtes WIn GRATULIEREN! Seinen 75. Geburtstag feiert heute Bäcker- meister I. R. Friedrich Schr 5 1060 en er sich dann vor zwel Jahren zur Ruhe, Wir wünschen ihm weiterhin einen sortzenkreien Lebensabend. 0 ** Ein kleiner Frand, der von der Berufsfeuer- wehr schnell gelöscht werden konnte, entstand Heiliggeiststraße, als durch Schleifen von Stahl ein Kasten mit Holzwolle Feuer fing. Der Sach- schaden ist gering. J Heidelberger Hausfrauen-Verband. Donners- tag, 11. März, um 15 Uhr,„Schwarzes Schift“ Vortrag von Frau Dorn„Kleine Reise durch Wales“, daran anschließend Plauderei über die „Englische Hausfrau“. Anmeldung für gemein- samen Theaterbesuch. Die DAd Heidelberg(Gruppe der weiblichen Angestellten) veranstaltet heute, Mittwoch, um 19.30 Uhr, im Café Röcker, Bahnhofstraße, einen Liederabend im Amerika-Haus Manches ist' noch im Stadium der Entwick- lung bei der amerikanischen Sopranistin Chloe Owen, die sich in diesen Tagen mit einem Lieder-Abend im Amerika-Haus vorstellte, So müßte ihr Vortrag vielleicht weniger Außer- lich-effektvoll, dafür aber noch innerlich-ver- tiett wirken und die sprachliche Behandlung des dichterischen Textes besser werden. An- dererseits muß der Künstlerin ihr Mut, ihr gutes Gedächtnis und ihre erstaunliche Ein- satzsicherheit bestätigt werden. Auch ihre fül- lige, in der Höhe etwas scharf klingende Stimme blieb nicht ohne Anerkennung. Aus dem ersten Tell des Programms gellelen be- sonders die Lieder von Schubert und Brahms, im zweiten Teil des Abends waren es die Kompositionen des die Sängerin begleitenden Planfsten, die zu zünden vermochten: Ned Ro- rem zühlt zu den erfolgreichsten jüngeren Komponisten Amerikas. Unter den zahlreichen Werken, die er schrieb, wurde vor allem das Ballett„Dorian Gray“ bekannt, das in Zu- sammenarbeit mit Jean Marals und Jean Coc- teau entstand und— wie die Lieder dieses De- büts in Heidelberg— nicht einfach, aber mit drängender Gestaltertreude und sehr publi- kumswirksam gearbeitet ist. Luc. Städtische Bühne Heidelberg, Am Freitag, 12. März, 19.46 Uhr, ündet die Nrstauttührung des musikalischen Lustspiels„Götter auf Ur- laub“ von Paul Helwig mit der Musik von Jo- hannes Zimmermann statt. Szenische Einrich- tung und Chanson-Ternte von Heinz Menzel, dem Regisseur des Abends. Bühnenbild: Wal- ter Weber. Es wirken mit: Irene Marhold a. G., Artur Bauer, Gert Geiger, Heinz Menzel, Karl Schill. .„Auf des Messers Schneide“ Dieser große Roman des englischen Schrift- stellers W. Somerset Maugham von der ver- zweifelten Bemühung eines jungen Amerika- ners, in den alten Kulturen einen Sinn für seine anscheinend sinnlose Existenz zu flnden, hat in Larry, seinem Helden, eine Präzedenz- gur jener Generation geschaffen, dle wirklich „auf des Messers Schneide“ leben und be- stehen mußte, Tyrone Power verkörpert den Ex-Flieger aus dem ersten Weltkrleg, den die Suche durch die Hinter- und Abgründe Paris“ und Asiens treibt mit einer erstaunlichen schauspielerischen Vehemenz. Wer ihn bislang nur als Frauenstar und Thrillerking ansah, Wird ihm viel abzubitten haben. Sein Larrp' hat ein unnachahmliches Profil von existen- tieter Schwerkraft: Gene Tierney und Anne Baxter, die beiden Frauen, um die es geht, ste- hen ihm allerdings in der Typik nichts nach — Wie auch John Payne als Freund Gray. Grohgartig auch der alternde Clifton Webb, mit dessen Rolle des schelternden Elliott Somerset Maugham(der in diesem Fm von Herbert Marshall verblüftend naturecht verkörpert Wird) sein gesellschaftskritisches, aber auch aufbauend- positives Bild abrundet.(Kam- mer) L. „Grausame Richter“ Ein mitreißend ehrlicher Film, der in Ame ika viel Staub aufgewirbelt hat. Er kritisiert die Zustände an den amerikanischen Colleges, dus Cliquenwesen und die(in mancher Be- ziehung einem dekadenten Korpswesen ähneln 5 Vortrag am Dienstagmorgen in einer Schyeineret in der 1. ** 5 Orchesters Dlenstag, Neue Filme in Heidelberg den) Vereinigungen mit hren tür junge Men- „Klub der Alten“ schon eröffnet Wenige Wochen nur zwischen Aufruf und Beginn aufgeschlossener Geselligkeit zu verbringen. In diesem Sinne gewinnt das Haus Theater- straße 10, in dem die Räume von der Stadt- verwaltung gestellt werden, wenigstens zu einem gewissen Teil seinen alten Zweck zurück. in der Eröffnungsansprache der Vor- sitzenden des Frauenrings, Frau Stadtrat Dr. Ilse Krall, wurde daran erinnert, das das Gebäude 1916 durch ein Vermächtnis der Arztgattin Blum an die Stadt gefallen War; ein Wohnheim für betagte Frauen sollte daraus werden, Die Inflation hat die hochherzige Stiftung leider aufgezehrt. Der sozlale Geist, der die Wohltäterin beseelte, aber feiert in bescheidenem Rahmen nun doch Auferstehung. Wir wünschen dem Klub der Alten ein segensreiches Wirken und sind gewiß, daß er unter Leitung von Frau Landsberg und ihren Helfern blühen und gedeihen Wird. Wenn zu der Eröffnungsfeierstunde auch Bürgermeister Amann und Verwal- tungsdirektor Sehneider erschienen wa- ren, so mag auch das bezeugen, daß die Stadtverwaltung das begonnene Werk— es soll später Nachfolge in anderen Stadt- teilen finden— aufrichtig begrüßt. Behörden helfen Heimkehrern Dank und Anerkennung bei der Hauptversammlung Heidelberg alle Spätestheimkehrer in Arbeit gebracht werden. Besonderen Dank sprach Harren aus für Herrn Boll vom Arbeitsamt Heidelberg, der in enger Zusammenarbeit mit dem Verband das Versprechen staat- licher Mithilfe in die Tat umsetzte. Als Gründer des Verbandes in weitem Raum und insbesondere für die unermüdliche ständige Mithilfe und Opferbereitschaft Wupde Harren zum Fhrenvorstand des Orts- verbandes Heidelberg ernannt. Die Neuwahl erbrachte folgende Beset- zung: I. Vorstand Karl Bohse, 2. Vorstand Willi Ebermann, Kassier Ernst Dabitsch, Schriftführer Georg Baumann, Beisitzer: Ludw. Schüßler, Hans Stürmer, Otto Platz, Hermann Baumann, Walter Dabitsch, Peter Ruppner, Kassenprüfer Hurst und dqopp. Mitglied Bohse sprach anschliegend dem bisherigen Vorstand den herzlichen Dank aus und versprach, mit besten Kräften den Verband zu fördern und den Mitgliedern zu helfen, saberd. Es spricht Landesfrauensekre- Subas en über die„Frau in der An- chstünden der Heidelb her und Famflienberatungsstellen wieder zu den üblichen Zelten statt. 8 auch im Anzeigenteil verwiesen wird. VI. Symphonlekonsert des Städtischen Or- chesters verstärkt durch Mitglieder des Pfalz- 1. März, um 20 Uhr, in der Stadthalle. Sollst; Shura Cherkassky(Kla- Vier), Leitung: Karl Rucht. Programm: Haydn: Symphonie Fa-dur Wr. 103(mit dem Pauken Wirbel) Bela Bartok Tans-Sulte für Orchester und Joh, Brahms; Klavier-Konzert Nr. 1(d- moll) op. 16. DKV, Gewerkschaft der Kaufmannsgehllten. Monatsversgammlung am 13. März, um 20 Uhr, „Drei ichen“, Rohrbacher Str. Thema:„Steuer- tragen, die uns interessteren in Frage und Ant- Wort“, Leitung: Frau L. Beller bach. schen okt unglaublich grausamen Statuten. Na- türlich liegt uns das eln wenig tern, aber wie Faul Henreid den zum Selbstmord getriebenen amerikanischen Studenten splelt, 2 das Problem als solches Uberlokäle Bedeutung und eine menschlich erschütternde Durchsefitags- Kraft.(Glor fte, St. Kullurelle Rundschau Die Schriftstellerin Mechilide Lichngwsky bening am g. Märs in London, wo sie krüher lange Jahre lebte und auch selt 19% wieder an- ausdlg lst, ren 70. Geburtstag. Ihr erstes Buch: „Götter, Könige und Piere in Aegypten“ er- schien 1912; mr jüngstes Werk trügt den Titel „Zum Schauen bestellt“ und ist 1983 herausge- kommen. 1918 wurde ihr„Spiel vom Tod“ in Berlin uraufgeführt. Neben ihrem autoblogra- hischen Roman„Die Kindhelt“ sind von Mechtilde Lichnowsky noch besonders bekannt geworden:„Rendez-vous im Zoo“,„Geburt“, die aphoristischen Betrachtungen„Der Kampf mit dem Fachmann“ und„Worte über Wörter“ sowie der Gedichtband„Gott betet“. GEDOK. Am Montag, 15. März, 20 Uhr, wird im Gartensaal des Kurpfälz. Museums die be- kanmmte Geigerin Herma Studen aus Mün- chen Über„Die Geige im Spiegel der Jahr- hunderte“ sprechen und mit ihrer Schwester folgende Werke musizieren; Corelll-Sonate, Tartini-Teufelstriller, Bach-Sarabande, Paga- mini-Konzert D-dur und, Mozart-Adagio aus dem 3. Violinkonzert. 1 VIRorIN LIIGARETTENFAB NIR H O S A0 5 6 MBH 5 E188 6 Sa lemarkt nick RKundholz- und der Schnittholzmarkt gehen seit rate. Der Rückgang wurde durch den gleich- Seite 6 Mittwoch, 10. März 1984 WIRTSCHAET Erste Saisonbelebungen im Lande Zur Wirtschaftslage in Baden-Württemberg/ Belebung in der Investitionsgüterindustrie Von unserem SWs-Sonderdienst Stuttgart. Früher als im vergangenen Jahr macht sich in verschiedenen Teilen der Wirt- schaft eine Saisonbelebung bemerkbar, stellt der Februar-Konjunkturbericht des Volkswirt schaftlichen Büros der Industrie- und Handels- kammer Baden-Württemberg fest. Unter ande- rem haben Auftragsverbesserungen in der In- vestitionsgüterindustrie die Beschäftigungslage im Februar wieder etwas verbessert. Einem Auftrieb in verschiedenen Sparten des Maschi- nenbaus steht eine mäfligere Geschäftslage in wichtigen Teilen der Konsumgüterbranchen in Baden- Württemberg gegenüber. Die Absatz- stockungen im Wintergeschäft in der Textil- industrie scheinen noch nicht ganz überwunden. Zwar brachten Winterschlußverkauf und kalte Winterwochen Erleichterungen. Der Handel ist aber bei Bestellungen für die Frühjahrssalson bis jetzt sehr zurückhaltend. Von der Bauwirt- schaft, dem Handel und dem Fremdenverkehr wird für die nächsten Wochen eine stärkere Intensität erwartet, die die Ergebnisse der Ge- schäftstätigkeit in den Frühfahrsmonaten wei⸗ terhin günstig beeinflussen dürfte. Auf dem Niveau einer Mengenkonjunktur Nach den Feststellungen des Vereins Deut- gcher Mas chilnenbau- Anstalten zeigt sich in den meisten Zweigen des Maschinenbaus Baden- Württembergs jetzt vielfach eine recht kräftige Belebung. Die Auftragstätigkeit hat vor allem dort zugenommen, wo im Verlauf des Winters stärkste Rückschläge eingetreten waren. Die Vertretung der Maschinenbaube⸗ triebe hebt eine Entwicklung in Richtung einer Mengenkonfunktur hervor; allerdings müßten dabel abbröckelnde Preise in Kauf genommen Werden, Die bereits früher angekündigte Ver- besserung der Lage im Landmaschinen bau wird nunmehr sowohl, von Verbandsseite als auch von Firmen in Baden- Württemberg bestätigt. Allerdings hemmen verschiedentlich Exportschwierigkelten betriebliche Entwicklun- gen. Man ist bel mehreren Ländern(Türkel, Jugoslawien, Pakistan, Südamerika) in der Aus- führung von Exportaufträgen vorsichtig. Geldflüssigkeit in Bankenausweis und Praxis Wenn auch im Einkauf der Maschinenfabri- ken bei Eisenglegereien eine gewisse Zurückhaltung— wohl im Hinblick auf erwar- tete Preisabschläge— geübt wurde, ist die Be- schäftigung in den eisenerzeugenden Betrieben befriedigend. In Südbaden zeigte sich bereits seit Januar eine gute Beschäfti- gungs- und Auftragslage, Unverändert aber ist die schleppende Zahlungsweise aus Teilen der Kundschaft, die sich mit durch verstärkte Inve- stitlonen mancher Firmen zu Ende des vergan- genen Jahres aus Steuerersparnisgründen er- Klären mag. Die Produktionsergebnisse in der Fahrzeüg industrie sind im Februar tellwelse günstiger als im Vorfahr. Man be- urteilt die Exportmöglichkeiten jedoch weniger aussichtsreich. Mit Beginn des neuen Haushalts- jahres erhofft man für Kommunalfahr- zeuge wieder elne stärkere Belebung. Die Tendenz, von Seiten verschiedener Länder nur noch Einzelteile zu bestellen und diese im eige- nen Land zu Spezialfahrzeugen zusammenzu- bauen, behindern auf die Dauer eine günstige Esportentwicklung. Der im Herbst erwartete Rücsgang auf dem Gebiet des Krafttahr-⸗ 2 e UgzUbehörs ist nicht eingetreten. Auch das Elektrogeschäft ist befriedigend. Das Anlaufen der Saison verspürt deutlich auch die Photoin dustrie, die ihre Geschäfts- 1 e hat, Der Export hat sich ver- sert. 8 Erwartungen des Textilhandels Die Lage in der Textilindustrie Baden- Württembergs ist durch Abbau der Ueberstun- den gekennzeichnet, An Zentralpunkten der Textilindustrie des Landes wurden nur in ein- zelnen Fällen leichte Produktionsbeschrünkun⸗ gen in einzelnen Betriebsabteilungen zwangs- läufig wirksam. Von einer ernsthaften Beschäf- tigungskrise kann dabei keine Rede sein, Ein Zurückgehen der Mengenkonjunktur in Strik⸗ kereien erzwang dle verspätet einsetzende Külteperiode, die jetzt den Saisonauftrieb ver- zögert. Es Wird aber vom Einzelhandel bald eine größere Disposttlonsfreudigkelt erwartet, da die Läger weitgehendst geräumt zu sein scheinen, Eine leichte Verbesserung ist auch in der Zahlungsweise eingetreten. In der Be kleldungsindustrie ist die Produktlon tür Sommerlleferungen angelaufen, so daß eine gute Beschäftigung vorherrscht. Da die Preise der Vorlieferanten im großen und ganzen gleich geblieben sind, kann von einer stabilen Preis- lage gesprochen werden. Aus Kreisen der Kon- kektlonsbranchen wird elne Verschlechterung der Zahlungsweise gemeldet. Camping-Bett als Boot oder Badewanne Neuheiten der Sport- und Campingartikel-Industrie/ Vielseitige Schau in Frankfurt f Von unserem Frankfurter Korrespondenten Frankfurt. Die sprunghaft ansteigende Moto- risierung in Westdeutschland gab die Anre- gung für die Hersteller von Sport- und Cam- pingartikeln den Motorsportlern das Leben in Gottes freier Natur noch schöner und angeneh- mer zu gestalten. Das Zelt- und Lagerleben der Wassersportler war dabei gewissermaßen Schrittmacher für das Motorsport- Camping. Die einschlägige Industrie entwickelte in den letz- ten beiden Jahren eine Vielfalt von Camping- bedarfsartikeln aller Art, angefangen vom leichten, schnellauf- und abzubauenden Cam- pingzelt bis zum fahrbaren Hotel, dem ein- oder zwelachsigen Wochenendanhünger für den PKW. Trotz des nicht besonders guten Som- merwetters im vergangenen Jahr stiegen die Umsätze in Gampingbedartsartikeln sprung- haft. Für die kommende Saison dieses Jahres wird mit einem Anhalten der stürmischen Nachfrage gerechnet. Und darauf haben sich die Sport- und Campingbedarts-Hersteller ein- gerichtet. Im Rahmen der Frankfurter Frühjahrsmesse . In e e 10 11 55 15 einem einheitlich, 1 e 1422 Der geraumer Zeit ihre eigenen Wege. Wie die Arbeitsgemeinschaft Holz zu dieser Aufspaltung erklärt, ist der Jahresbedarf an Sehnittholz eine berechenbare Größe und schwankt nur innerhalb enger Grenzen. Das Angebot wird nicht von der Inlandsproduktion, sondern vom Import bestimmt. Die inländische Erzeugung ist in den letzten drei Forstwirt- schaftsjahren von 7, auf 5,8 Millionen ebm 2 Ufückgegangen. Dlese Verminderung entspricht der planmäßig durchgeführten Kürzung des Rundholzeinschlages auf die jährliche Zuwachs- zeltigen Anstleg der Einfuhr von 0,7 auf 19 Millſonen ebm im wesentlichen ausgeglichen, 80 daß sich die Gesamtversorgung nur um acht Prozent verringert hat. Wie wenig besorgnis- erregend diese Maßnahme ist, geht nach An- sicht der Arbeitsgemeinschaft aus dem Rück- gang der Preise um 25 Prozent hervor. Das Angebot ist stets größer als die Nachfrage. Im gegensatz dazu ist nach Ansicht von Fachleu- ten der Rundholz markt nach wie vor veranstaltet die einschlägige deutsche und aus- ländische Industrie die Erste Internationale Sport- und Camping-Bedarfsmesse unter dem Motto:„Camping immer moderner und beque- mer“, Die Ausstellerstände in Frankfurt glei- chen einem großen Campinglager. Hier findet man das leicht in einem Rucksack oder in einer größeren Aktentasche zu verstauende Zwelpersonenzelt mit allen Schikanen, kom- plette Campingküchen mit Benzin-, Petroleums, Spiritus- und Flaschengas betriebenen Koch- geräten, deren Kapazität ausreicht, für zehn Personen die delikatesten Menüs zu bereiten, ferner Campingmöbel mit raffintert ausgeklü- geltem, platzsparendem Mechanismus usw. Be- sonderer Wert wird darauf gelegt, jeden ein- zelnen Campingartikel möglichst vielfältig ver- wendbar zu gestalten, 80 können die Luft- matratzen für das Nachtlager auch als Paddel- boot oder als Badewanne für die kleinsten Campingfreunde benutzt werden, Unzerbrechliches Eg und Tollettengeschirr aus Plastikstoffen, wie Flaschen, Becher, Do- Holzmarkt ist gespalten olz- und Schnittholzmarkt gehen ihre eigenen Wege eee e auch heute noch und halten si auf dieser Höhe, Als Hauptgrund dafür wird dle Uebersetzung der Sägeindu- strie angeführt, die sich preissteigernd aus- wirkt, well Tausende von kleinen und mittel- großen Betrieben zäh um ihren traditionellen Holzanteil kämpfen. 1 Der Markt für Bauholz hat sich nach der Aufwärtsbewegung im Zusammenhang mit der Korea-Krise jetzt wieder beruhigt. Die Preise stehen zum Durchschnitt der übrigen Bausoffpreise im gleichen Verhältnis wie vor dem Kriege, Auch die Knappheit ist überwun- den. In Holzhandelskreisen wird darüber ge- klagt, daß der Mangel an Bauholz in den frü- heren Jahren und die überhöhten Preise zu einer Holzsparpropaganda geführt haben. 80 wurden in den letzten Jahren nur noch fünf ebm Bauholz je Wohnungseinheit verwendet, während es früher 16 ebm waren, Da die Hemmnisse jetzt überwunden sind, rechnet man in Kreisen der Holzwirtschaft damit, daß der Holzanteil je Wohnungseinheit sich in der kommenden Bausaison wieder wesentlich ver- größgern wird. stark' gesbletz Ziel: 200 Mill. DM Mehreinnahmen Die Vorschläge des Bundespostministers für Gebührenerhöhungen Bonn.(vwd) Bundespostminister Dr. Balk e nat dem Postverwaltungsrat Gebührenerhö- hungen im Post- und Fernmeldedienst vorge- echlagen, mit denen die Bundespost Jährlich Mehreinnahmen von 200 Millionen DM zu er- zielen hofft. Wie der Minister vor Pressever- trotern in Bonn mitteilte, muß der Postver- wWältungsrat, der sich am ö. März in Bonn kon- stitulerte, innerhalb von drei Monaten über die vom Bundespostminister vorgeschlagenen Gebührenerhöhungen Beschluſ fassen, Zuvor mul er jedoch noch mit dem Bundeswirt- schaktsminister ein Einvernehmen erzielen. Sollte im Postverwaltungsrat über die Gebüh- renneuordnung kein Einvernehmen zustande kommen, wird sich das Bundeskabinett mit der Angelegenheit befassen müssen. Nach den Vorschlägen des Bundespostminl- sters soll das Porto für Inlandsbriete und Postkarten nicht erhöht werden. Dagegen soll das Porto für Postkarten nach dem Ausland von 20 auf 25 Pfennig und für Auslandsbriefe von 30 auf 40 Pfennig erhöht werden. Für Drucksachen bis 20 Gramm soll die Gebühr Von vier auf acht Pfennig erhöht werden, von 21 bis 50 Gramm von sechs auf acht Pfennig, für Postwurktsendungen von zwel aut drei Pfennig, für Geschäftspapiere und Warenpro- ben um jeweils fünt Pfennig, für Plchechen von 60 auf 80 Pfennig. Geringfügige Gebüh- venerhöhungen sind auch für Postanweisungen, Mitgetellt von der süddeutschen . 9. g. 9. 9. 0 1260/8 129 ¼ Gutenottnung Aer 137 130 Harpener Bergzd i Enver. Motores 6½ Ieldelbg. Zement 160 ¼ Eher 130. 139 Uoechst une 1% fies, oesen nsolla 165 ¼% 165¼ 1. G. Farben Contt Gumm 167 107 10 Farb. Restquo, aimler 130 131 Klöckner en 164% 166 Lan- 90 5 190 117 113 ˙⁰ Mannesmann gt. Deaussa f 143 Metallses. U. Ingleum 7¹ 17⁴ N WI „ amünhſe 405 100 1 0 Jon rühe. aukträge lagen, eröttne land Frögeres Kaufaufträge Vorte 5 0 an, dan der Jermin der Ateuerretorm doch auf let wird, Gesucht Waren vor ullen Achering onen auf z Prosent an. Ohemiewerte Andort. Frankfurter Börsen-Kurse Zählkarten, Einschrelib- und Nachnahmesen- dungen geplant. Postpakete und Expreſigut gollen künftig nach einem Einheitstarif beför- dert werden, der gegenwärtig noch zwischen Bundespost und Bundesbahn ausgehandelt Wird. Im Fernmeldewesen sollen die Grundgebüh- ren für Fernsprechanlagen, die gegenwärtig nach sieben verschiedenen Stufen zu Sätzen von 4,50 DM bis neun DM berechnet werden, Künttig in drei Stuten zu 6.10 DM bis zwölf DM für den Einzelanschluſn berechnet werden. Für Ortsgespräche wird eine Gebührenerhä- hung von 16 aut 16 Pfennig je Gespräch vor- geschlagen. Die Gebühren für Ortsgespräche in Automaten sollen unverändert bleiben. Für Ferngespräche, die bisher ſe nach Nah- oder Fernzone zwischen 30 Pfennigen und 4,50 DM je Gesprächsminute kosteten, sieht die Gebüh- renne ordnung eine neue Staffelung zwischen 32 Pfennigen und 3,36 OM bel Entfernungen bis 300 lem vor. Ueber 300 km hinaus soll künk- tig keine Gebührensteigerung mehr eintreten. Im Handvermittlungsdienst ist für Ge- spräche, die zwischen 19 Uhr und 21.30 Uhr in bestimmten Tonen geführt werden, eine Er- mähigung von 20 Prozent und im Selbstwähl- verkehr für Gespräche zwischen 18.30 Uhr und 7 Uhr eine solche von 33% Prozent vorgesehen. Im Fernschreibverkehr sollen die Gebühren nicht erhöht werden. Bank A. G., Filiale Heidelberg . 3. 5 J. g. 3. 9. J. 209 2727 Kheinstahl 160 17¹ 97 00 Saledetfurth 140% 141% 161 Achiossquellbrau.— 136 186½¼ nemens gt. 149/85 190 230˙ 340 Jd-Zucker 123¼ 124 130 130-140% Ver, Stahlwerke 240 203 33 325 Wintershal! 197% 140 —— Nelistafft Wafan gt 100 106 60 66575 Deutsche Rank 103% 101% 110 11076 Dresdner Rank— 101 167% 130 Commorsbank 90 10 1344— melchsbank(Giro) 06 10. 1 Nachdem heute auß der Priontkunggengtt ung. Auch aug dem Aus- ee 0 dite ürse zu Weiter erhönten Kursen, Man nimm den 1, Jun oder spktestens 1, Oktober vorver- bingen Wieder Montanwerte ung geren Nachfolgeraktlen. lagen dagegon im allgemeinen beinahe unver- * sen, Teller, Schüsseln usw. sind formlich 80 gestaltet, daß sie dem Verwendungszweck voll- aut entsprechen, zusammengepackt jedoch nur kleinsten Raum beanspruchen, Besondere Rück- sicht wird bei allen Campingausstattungen auf die Unterbringungs- und Beförderungsmög- lichkeiten des„Klein-Motoristerten“, also des Motorrad-, Motorroller- und Moped- Touristen gelegt. Alles was zum Camping notwendig ist — ängefangen vom Ehgeschirr bis zum Zelt einschlleßlich Schlafgelegenheit und„Holly- wood-Ruhe- und Liegeschaukel“ ist 80 leicht und im Umfang so knapp gehalten, daß es ohne größere zusätzliche Einrichtungen untergebracht werden kann. Die Wohnwagen gleichen oft kleinen luxu- rlösen Hotels auf Rädern. Dazu gibt es je nach individuellem Bedarf Ferienwagen, Jagdwagen oder Bürowagen für den Reisevertreter, Ja so- - MARKTBEBRICEKT E vom 9. März 1954 Handschuhsheimer Obst- und Gemüse- Großmarkt Rosenkohl 24—30, Möhren 7, Knollensel- lerie 14—16, Zwiebeln 12—13. Kresse 90 bis 92. Anfuhr mittel, Absatz mittel. Mannheimer Obst- und Gemüsegromarkt („Wd) Bei mittlerer,. rhähte Nachträge und bestelgerter ate weiterhin gefragt. Es erzielten: Blu- menkohl 6½—9, Karotten 10—14. Kartof- teln 10—12, Lauch 20—25. Meerrettich 130 bis 140, Petersilie 12—14, Rotkohl 12—14, Rote Beete 10—12, Kopfsalat 12½½—13, Endivien 3½—9, Feldsalat geputzt 160 bis 200, Schwarzwurzeln 40—50,, Schnittlauch 12—14, Sellerie das Stück 18—35. der Zent- ner 25—30 DM, Kresse 110120. Weigkohk 12—14, Wirsing 28—30. Zwiebeln 1618, Tafeläpfel 38—50, Wirtschaftsäpfel 2030, Apfelsinen blond 26-90, Apfeltzinen kern- los 36—98, Blutorangen 32—40. Bananen 14 bis 16, Zitronen das Stück 12—16, die Kiste 25—27 DM. Stuttgarter Schlachtviehmarkt Stuttgart.(sw) Autktrieb 1295 Stücke Großvieh(102 Ochsen, 271 Bullen, 607 Kühe, 315 Fürsen), 1620 Kälber, 3 Schafe. Preise: Ochsen A 6092, B 72—60; Bullen A 66—94, B 80—66; Kühe A 72—80, B 64 bis 70, C 55-63, D bis 52; Färsen A 69.100, B 60—66; Kälber A 135—146, B 116—132, C 100—112, D bis 95. Marktverlauf: Groß- vieh mäßig, belebt, Ueberstand, Kälber Ne — msatz. Sa- SPORT UD SpIEL Die berühmteste Skisport-Veranstaltung der Welt: Erstmals in der Geschichte der„Arlberg- Kandahar Rennen“ erhielt in diesem Jahr Deutschland den Auftrag, diesen traditionellen Wettbewerb des alpinen Skisports auszutragen. Selt 1028 wurde der Kampt um das„Blaue Band“, wie der Kombinationssieg in diesem Wettbewerb gerne bezeichnet Wird. 18mal durchgeführt, In Garmisch- Partenkirchen wer- den sich die Teilnehmer aus elf Nationen am Kreuzeck in der Abfahrt und am Horn im Sla⸗ lom jagen. f Von Afghanlstan nach Garmisch 5 Kandahär let der Name einer Stadt und Pro- winz in Afghanistan. Der Führer des britischen EDepeditionskorps, das diese Stadt im Jahre 1810 erstürmte, war Sir Roberts, der danach als „Farl of Kandahar“ in die Geschichte einging. Und dieser Sir Roberts, ein Freund des Ski- laufs, stiftete den Pokal, Für den ersten Wett- bewerb des Arlberg-Kandahar-Rennens, das am 3/4. März 1928 die Geburtsstunde des al- pinen Skilaufes War. Sir Arnold Lunn, der heute noch Präsident des Arlberg-Kandahar⸗ Komitees ſst, rlef das berühmte Rennen ins Le- ben. Bisher Wurden die 18 Veranstaltungen in St. Anton, Mürren, Chamonix und Sestriere Der Deutsche Fußball-Bund gab den Spieler- kreis für die Funball-Weltmeisterschaft in der Schwelz bekannt. Die Liste Trainer Herbergers umfaßt 83 Namen(6 Torleute, d Verteidiger, 17 Läufer, 24 Stürmer). Nominiert wurden; Torleute: Turek(Fortuna Düsseldorf), Her- kenrath(Rotwein Essen), Kubech(FK Pirma- sens), Kwiatkowskl!(Borussla Dortmund), ar(FSV Franketurt), Geissler(SpVas. Fürth). Verteldtger: Retter(Vin Stuttgart), Deinert (Tennis- Borussia Berlin), Bauer(Bayern Mün- chen), Kohlmeyer(1. Fe Kalserslautern), La- band(Hamburger SV), Erhard(SpVas Fürth). Läufer: Eckel(1. FC Kaiserslautern), Metz- ner(Hessen Kassel), Lang Bremerhaven 95), Pfelffer(Alemania Aachen), Mebus(1. FTC Köln), Bergner(1. Fe Nürnberg), Postpal(Hamburger SV), Llebrich II(1. Fe Kaiserslautern), Hutfles (Hessen Kassel), Meine(Hamburger 8V), We vers(Rotwein Essen), Mal(SpVg, Fürth), Har- pers(SV Sodingen), Gottinger(Spygg Furtſh, Brueggen Fe St. Paull Hamburg), Schanko (Borussia Dortmund), Lang(Schweinfurt 05). Vor nur 2000 Zuschauern gewann Helns Gün- ther Winkler aut seinen Pferden„Halla“— J. Apenlüger“ em dritten Tag des Internatio- b ben ne e in Ab Dürppe 0 talenhalle eln internatlonales, schweres Jagdspringen, in dem 20 Pferde und 14 Reiter Über einen geteilten Parcours gingen. Mit dem ersten Pferde hatte der Reiter die Wieder einmal war die gut besuchte Marstall halle Schauplatz einer internationalen Basket- pallveranstaltung. Im Zuge der Meisterschafts- vorbereitungen verpflichtete der TBH den luxemburgischen Meister Nitta Bettembourg. Von Anfang an beherrschte der deutsche Mei- ster souverän das Splelgeschehen, Den Gästen Ius man zugute halten, daß sie erst eine Stunde vor Beginn des Spieles in Heidelberg eintrafen. Mit einem selten gesehenen Elan stürmten die Finhelmischen und konnten nach 10 Minnuten Spielzeit einen 386- Vorsprung heraussplelen, Herrliche Kombinationen und gute Schußfleistungen sicherten den Halbzeit- Istand von 50:20. langsam, geräumt. gar Wohnwagen mit Barausstattung und Heimkino. Zweltellos wird die Campingbedurfsindustrie mit ihren in Frankfurt gezelgten Neuheiten zählrelche neue Campingtreunde gewinnen. Ständig steigende Umsätze der Sportartikel industrie Die Sportartikelin dustrie der Bun- desrepublik erzielte im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von etwa 200 Millionen DM und Übertraf damit das Vorfahresergebnis um 40 Prozent. Wie der Vorsitzende des Bundes- verbandes der deutschen u eee eee Dr. Haanen, auf einer Pressekonferenz Frankfurt mitteilt, war der Export mit zehn Prozent am Gesamtumsatz beteiligt. Einzelne Industriezweige, so die Hersteller von Angel- geräten, exportierten sogar bis zu 40 Prozent der Gesamtproduktion. Internatlonaler Campingkonzreßß in Münster“ Der Jahreshauptversammlung des deutschen Camping-Clubs berichtete Clubprüsident Dr. Max Eckert(München) in Marburg, daß wäh- rend der Osterteſertage in Münster ein Inter- nationaler Gamping-Kongren gemeinsam mit elner speglellen Camping-Ausstellung stattfin- det. Der Camping-Club sei zur Zeit darum bhamüht, eine Arbeltsgemeinschaft mit allen underen am Zeltwandern interesslerten Ver- bünden im Bundesgebiet zu schaften. Waggonbau- Industrie unter scharfen Druck der Auslands-Konkurrenz Krefeld(up), Die deutsche Wag gonhau⸗ Industrie hat zur Zeit nach Angaben von Direktor Schroeder von der Waßgontabrik Uerdingen A. G. auf dem Weltmarkt gegenüber der subventlonlerten Auslandskonkurrenz nur nach Chancen mit Sperlalerzeugnissen, Wie Schienen- und PTrollibussen. Schroeder betonte, der Fx port zu gedrückten Preisen sel für die deutsche Waggonindustrie cistenzgeführdend, Wenn es an gugreſchenden Inlandsautftrügen kehle, Wänrend die Kapazi- tät krüher zu 0 b is 0 Prosent durch Autträge der Bundesbahn in Anspruch genommen Wor- den sel, habe diese gelt einem Jahr aus eige⸗ nen Mitteln keine Aufträge mehr erteilt. Wenn es nicht geſinge, dar Bundespahn die Mittel zur Deckung ihres Nachholbegdarfs zu- Kommen zu lassen, Werde tür die 22 Werke der deutschen Waggonbauindustrie elne sehwere Krise mit Entlassungen und Retriebsstillegun⸗ den unvermeidlich sein. Hatte man erwartet, daß die Partie nach der Halbzeit ausgeglichener verlaufen würde, 80 merkte man bald, daß der TBH einem hohen Sleg zusteuerte, Ohne Unterbrechung rollte Angriff auf Angriff gegen den luxemburgischen Korb. Diesem Ansturm waren die Gäste in keiner Weise gewachsen und mußten 30 eine ihrer höchsten Niederlagen einsteclten. Prot höchsten Elnsatzes Konnte der luxemburgische Meister an dem 68:35-Sieg des TBH nichts än- dern. dem bine, Das„Kandahar-Rennen in Garmisch“ durchgeführt, und jetzt wurde Garmisch-Par- tenkirchen als fünfter Veranstaltungsort in diesen exklusiven Kreis aufgenommen. Deutschland bisher zweimal erfolgreich Nur zweimal konnten bis fetzt Deutsche den Kombinatlonssteg erringen: 1929 der Parten- ſcirchener Karl Neuner und 1037 Christl Cranz. Die Siegerliste: b Männer!: Damen: 1036 Leubner. Oesterreich Polland-Frankteich 1030 Neuner-Deutschld. Barker-Englang 1080 Prager-Schwelz 1, Läntschner-Ossterr. 1931 Furrer-Sehwelz Barker-Ungland 1933 Furrer-Schwelg H. Lantschner-Oesterr. 1933 Prager-schwelr Mackinnon-hngland 1034 Furrer-Schwel⸗ Kessler-England 1035 Hlatthard-Schweln Ruegg- schwein 1030 Preifter-Oesterreien Baumgarten-Oesterreſch 107/ Allals-Franfreich Shristl Cranz-Deutschl. 1900 Romminser-Schwelz Steedman-England 194% CGouttet- Frankreich Seghi-Italſen 1946 Couttet-Frankreich Seshi-Italien 1949 Golo- Italien Martel-Frankreien 1950 Couttet-Frankreich Agnel- Frankreich 101 Colo-Italten Martell Frankreich 1902 Huber- Oesterreich Mahringer-Oesterreſch 1953 Molterer-Oesterr. Klecker- Oesterreich DpBü stellt 53 Kandidaten vor Vorbereitung für deutsche Fußball-Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft Stürmer: Rahn(Rotwels Essen), Klodt (Schalke 04), Ernst(TSV Straubing), Kaufhold Kickers Offenbach), Siegel VfR Mannheim), orlock(1. Fe Nürnberg), Laszig(Schalke 04), Weltbücher(Eintracht Frankfurt), Krauss(Kik- kers Offenbach), Schweinberger(1. FC Nürn- bertz), Ottmar Walter(1. FC Kaiserslautern), Schade Vr Fe Nürnberg), Blesinger(B50 Außs- burtz), Krell(Bintracht Frankkurt), Fritz Walter (1. Fe Kaiserslautern), Röhrig(1. Fe Köln), Pfatt(Eintracht Frankfurt), Wade(Kickers Ottenbach), Islacker(Rotwelſſ Essen), Lettl (Bayern München), Hermann(FTSV Frankturt), Schkter(1. Fe Köln), Termath(Rotwein Essen), Ertel(FK Pirmasens). Der DFB wies bei der Bekanntgabe darauf hin, daß Zugänge zu die- sem Splelerkreis noch möglich sind. Toto-Quoten Nord/ Südblock Klferwette: 1. 1 17 218,— DM; 2. Rang: N.— DMI 3. Nang: 3,0 DM.— Neunerwette: 1. Rang! 187, DM 2. Rang: 16,0 DM. Schweres Jagdspringen für Winkler Weltmelster Goyoaga auf Platz 5, Frau Köhler auf Platz 2 ersten zehn Hindernisse, mit dem zwelten an- schlieend fünf Hindernisse zu bewältigen. 7 N und„Arma 1 75 3 J. Ober I frelherr de Geer(Schweden) ut„Fund“ und„Fabulus“, 0/1049 4. Leutnant 4 Fombelle(Frankreich) auf„Roxane“ und „Gondor“, 4/16; 5. Francisco Goyoaga(Spa- nien) aut„Bayamo“ und„Peinard“. 4/2, 8. TBH deklassiert luxemburgischen Meister BCH- Frauen klar überlegen Die Südwestdeutsche Meisterschaft der Frauen war eine rein Heidelberger Angelegenheit, da Kreuznach und Frankfurt nicht antraten. 80 standen sich(zum wievielten Maler) die 780 und der BH gegenüber. In einem der schwäch- sten Spiele der Saison siegte der BeH auf Grund seiner besseren Technik mit 41:30. Beide Mannschaften haben sich für das Vorschlugrun- denturnter Süd qualiflzlert, müssen aber mehr zelgen, um hierbei erfolgreich abzuschneiden. ——— Boxsport- Allerlei 1e eckt Al Andrews, der erste amerikanische Gegner von Bubi Scholz am 26. März im New Vorker Madison Square Garden, hat zwel Siege über den starken Chuck Davey in seinem Kampf- rekord. Karel Sys kam in der Kleler Ostsee-Halle gegen Hein Seelisch zu einem klaren Punkt- slegz. In einem Rahmenkampf schlug der Bre- mer Sztleina den Spanier Quintana in der zweiten Runde k. o. UNSERE TOTO-TIES WEST SUD-BLOCK) Tin-Freũude u. Vereine beadchien Fortunas ile Spielpaarungen Toto 383 Nr. Club! Club! Helmbil. Slub 4 U N Auswpbil. Club N Unsere Tips Tabellenstd. Club if Giub 1 VIn Stuttgart— Karlsruher 80 2 Preußen Münster— RW Essen J 1. po s'brücken— 1. Fo K'lautern — a 4 Bayern München— 1. F Nürnberg 5 nheydter 8— Schalke 04 6 Schwelnfurt 06— Eintr. Frankfurt 7 Tura Lu'hafen— FK Pirmasens S a Sodingen— Bor. Dortmund uin Mannheim— Kick. Ottenbach Bayer Leverkusen— Pr. Dellbrück 11 sv Frankfurt— Hessen Kassel Schwarzw. Essen— Meidericher gv Hamburger V Werder nremon 4— Wormatia Worms— Mainz 03 1 0 6 0011 2 4 6 b ee e ee„ 3 1 5 60 2 609 2 1 10 0 9 2 2 5% 4% 6 6 2 41 0 10 0! 206 2 416 45 0 2 1 ach 2(% 8 3 244 58 4 1 0 1 ⁰ 1 20 6 2 5 60 3 294 7 2 10% 4%% 2 4 1 7 0 1 7 cho a0 7 9 3 3 1 1 1 7 Uh a0 2 27 1 0 110 an ae, t% 5 eee eee 9(00% 0„% 711 0 An 6(0) 6 9 2 11 7 1 1 * 8 e 2 e 5 888 1 1 e dt 9 Mittwoch, 10. März 1934 FEUILLETON Selte 7 Die Komödie„G19% die Vice 4 nach einem Roman von Sete geschrieben, an erst dieser Tage in Payis aufge- führt. Für die geluhmte Colette ùbertrug der französische Fernsehfunh die gesamte Premiere.„Gigi st auch im Heicelbeſger Freiherr-vom- Stein- Zimmertheater auf dem Spielplan — edãchtnisausgabe 25 Bände aus den„Monumenta Germaniae historica“ werden herausgegeben Der revolutionäre Bewahrer des deutschen Geistes, Freiherr vom Stein, verlangte von seinem Volk, daß es sich seiner Herkunft bewußt sei. Daher rief er nach den Befrei- Uungskriegen zur Sammlung und Herausgabe der deutschen Geschichtsquellen auf, die jeder gebildete Deutsche kennen und in sei- ner Bibliothek besitzen müsse. Aus diesen Anfängen ging die große Sammlung der „Monumenta Germaniae historica“ hervor, die seit 1826 herausgegeben wird und heute Rücksicht auf unseren Bildungsstand latei- nisch und deutsch herausgegeben. Da die Auswahl auf Steins großer nationaler Tat kußt, trägt sje den Namen einer„Frh.-v.- Stein-Gedächtnis-Ausgabe“. Es braucht nicht erst darauf hingewiesen zu werden, welcher Mut, aber auch welches Vertrauen in die Mitwirkung der deutschen Gebildeten zu einer solchen Leistung erfor- derlich sind. Der Plan kann nur gelingen, Wenn möglichst viele Deutsche teilnehmen, HEITERE KLE INI OK ELTEN Damit ist er auch zufrieden Eine hübsche, jung verheiratete Dame aus einer kleinen Landgemeinde in Island, Wo ihr Mann ein wohlsitulerter Klippfischhänd- ler ist, reiste nach der isländischen Haupt- Stadt Reykjavik. Ihrem Mann gab sie als Grund an, daß sie dringend eine zahnärzt- liche Behandlung benötige, während der Beständig ist das leicht Verletzliche Zum 70. Ser tachg von Oskar Loerke am 13. März Der im Jahre 1941 gestorbene, Oskar Loerke wäre am 13. März 70 Jahre alt ge- worden., Dieser Geburtstag und ein soeben im S. Fischer-Verlag veröffentlichter Aus- Wahlband„Gedichte“(Nachwort und Aus- wahl von Hermann Kasack, Frankfurt/ M. 1954. 123 S. Leinen DM 8.—) lenken erneut die Aufmerksamkeit auf Loerkes Erschei- nung. Sein lyrisches Werke stand damals im Schatten von Rilke und George, sein Lebens- raum wurde ihm nach 1933 immer mehr ge- schmälert. So kam es, daß, von einer kleinen, aber umso anhänglicheren Schar abgesehen, Wiele Zeitgenossen seinen„Gruß der Welt“, den er sich„in klaren, frommen Gedichten zum Gegengruß gespart“, nicht angenommen haben, Vieles spricht aber dafür, betrachtet man unsere heutige Lyrik nur genau genug, dal die Stunde Loerkes bald schlagen wird. Sein lyrisches Werk gibt sich nicht so an- spruchsvoll wie das Rilkes, dem es an lyri- scher Leistung gleichkommt; der abendliche Gott, Sinnbild seiner dichterischen Existenz, der sich in Loerkes berühmtem Gedicht „Pansmusik“ die grohe, sanfte Welt vor- splelt, sitzt auf einem Floß aus zerbrech- lichem Schilf und Rohr. Loerke wuhte um das Gesetz: Zwischen Grund und Höhe, Von der Säge des Gärtners unzerrissen, Von der Axt des Fällers nicht getroffen, Bleibt das Gesetz: Beständig ist das leicht Verletzliche. Wer war der Sänger dieser Pansmusik? Oskar Loerke wurde am 13. März 1884 in Jungen im ehemaligen Westpreußen als ältestes von sieben Kindern geboren. Sein Vater war Bauer. In der Größhße und Stille der Natur Westpreuſens hat Loerke die für sein Leben und Werk entscheidenden Ein- drücke empfangen. Er nannte den Strom seiner Heimat, die Weichsel, seine zweite Mutter und den Himmel über dem Strome (der beständig in Loerkes Werk wiederkehrt, einmal auch als Titel zu einem Gedichtband, „Der Silberdistelwald“) seinen zweiten Va- ter. Der Goetheschen Maxime entsprechend, daß wir alle nach dem Gesetz, wonach wir angetreten, fortgedelhen und weiterwirken, floß der Atem seiner Heimat in sein Schaf- fen ein; sechs von sieben Erzählbänden spie- len in der westpreußischen Landschaft, und alle sieben Gedichtbücher Loerkes sind vom Duft, vom Rhythmus, vom Geist, der ihn dort ernährte und erzog, erfüllt. 1903 sie- Aus dem Sänger der Pansmusik, der für sich das Böse nicht kannte, wurde ein unerbitt- licher Richter und Kläger. Seine seherischen Worte, die er wider die Machthaber schleu- derte, gelten noch heute als sein„Vermächt- nis“ Jed dwedes blutgefügte Reich Sinkt ein, dem Maulwurfshügel gleich. Jedwedes lichtgeborne Wort Wirkt durch das Dunkel fort und fort. An den„Leiden und Demütigungen der Zeit“ starb Loerke am 24. Februar 1941. 1938 konnte noch sein Bruckner-Buch erscheinen, 1940 zeichnete er noch mit Peter Suhrkamp als Mitherausgeber des Lesebuchs„Deut- scher Geist“(in dessen erweiterter Neuauf- lage jetzt auch Loerkes grobartiger Essay „Das alte Wagnis des Gedichtes“ aufgenom- men ist). Dann mußte es um ihn still wer- den. Sein lyrisches Werk, sein„Siebenbuch“, die„siebenfältige Einheit“, konnte er noch abschließen Die Gedichtbücher, die von An- fang an auf sieben angelegt waren und deren meiste Gedichte im Keim bereits beim ersten Gedichtband vorlagen, erschienen in kast regelmäßigen Abständen: 1911 Wander- schaft. 1916 Gedichte. 1921 Die heimliche Stadt. 1926 Der längste Tag. 1930 Atem der Erde, 1934 Der Silberdistelwald. 1936 Der Wald der Welt. Die Gedichte aus dem Nach- laß,„Die Abschiedshand“, gab Hermann Ka- sack 1949 heraus, der auch selbst ein großes Charakterbild dieses Dichters gezeichnet hat (Wiesbaden 1952). Der jetzt neu erschienene Auswahlband gibt wesentliche Gedichte aus dem lyrischen Gesamtwerk Loerkes. Kasack wählte dafür Gedichte aus, die die spezifi- sche Leistung, aber auch seine eigentümliche Daseinserfassung sichtbar machen. Loerkes lyrische Leistung liegt darin, daß er mit seinem poetischen Wort eine neue, üÜberrationale Deutung der Natur, ein beson- deres Weltbewußztsein des Menschen und die menschliche Gebundenheit an die Grund- müächte in einer letzten Allgemeingültigkeit auszusprechen vermag. Sein Wort, so schlicht und einfach es ist— seine bäuerliche Her- kKuntkt spiegelt sich darin— hat keinen Mit- teilungscharakter, gibt keine Auskünfte, aber es schafft im Kontext des Gedichts eine neue Dimension der Wirklichkeit, ihm eignet gei- stige Wesenheit, magische Offenbarung. Manchmal stößt es an eine Banngrenze. In dem Gedicht„Der Steinpfad“, auf dem der Dichter mit einem Gast lustwandelt, schreibt der Gast, Jesus, in den beiden letzten Stro- noch nicht abgeschlossen ist. die sich in Steins Sinn ihrem Volksgeist ge- 10 2 delte Loerke nach Berlin über. Bis zu sei- ph f Kallksteintafein: 4 Stein konnte damals nicht ahnen, daß] genüber verantwortlich fühlen. Dankens- eifersüchtige Gatte argwöhnte, daß sie sich] nem Tode, fast vier Jahrzehnte, wohnte er 1 e 4 5 1 seine Sammlung für Gebildete zu einem] Werterweise hat sich ein westdeutsches Kul- in der„leichtlebigen Metropole“ nur amü- in dieser Stadt, die hm zum„Nährgrund“]»Was hülf es dir, wenn du die Welt. 1 wahren Monumentalwerk heranwachsen tusministerium schon mit einer Bestellung steren wollte. Vielleicht war seine Befürch-] wurde. Loerke studierte Philosophie, Ger- 1 5% Lewönnest 4 mußte, dessen Privatbesitz unerschwinglich] von je 160 Exemplaren der ersten drei tung nicht ganz unberechtigt, denn bereits] manistik, Musik und Geschichte. Nach Er- Und nähmest Schaden“— hieſi es Wort 3 ist. Er Konnte ebensowenig ahnen, daß, wir] Bände für die Schulbiliotheken beteiligt, wo-“ nach relativ kurzer Zeit kam ein Tele- scheinen seines ersten Buches, der Erzüh- 5 5 um Mort— 1 um die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts mit der rasche Beginn dieses Unternehmens gramm: 5 lung„Vineta“, 1907, brach er sein Studium]»An deiner Seele.— Wenn du heut 5 nicht mehr flüssig Latein zu lesen verstehen.] in der Grundlage gesichert ist. Hier zeigt 19 g ab, um sich seinem Schriftstellerberuf zu 5 begönnest 4 Die Quellen sind nun zwar erschlossen, aber sich wieder einmal, daß Pessimismus unan-“„Drahte Geld für den Zahnarzt!“ widmen. 1913 erhielt er den Kleistpreis, der Und wüschest tausend Jahr, das wüschest. 1 sie stehen doch eigentlich nur den Fachge- gebracht ist, daß wir im Gegenteil das größte] Großzügigkeit gehörte nicht zu den stärk- ihm eine Reise nach Nordafrika ermöglichte“ du nicht fort. 1 lehrten zur Verf Vertrauen in unsere„Zeit“ setzen sollten. 1017 wurde Loerke Lektor bel S. Fischer.“ Dann hielt er ein und schrieb nicht mehr. Ugung. Die„Wissenschaftliche e rei Bände er- sten Charaktereigenschaften des Klippfisch- hät lers, außerdem wollte er seine Frau Peter Suhrkamp schrieb über seinen lang- „Sieh, über uns das blaue Herz ist offen. 8 988 Jah. Merge 9 1 5 elne. Genn A in für jedermann— Ufeger von Tous ceschichte Jes mal Ahrigen Mitarbeiter und Freutid:„nc in] Sind alle Qualen darin eingetrotfen, (mit dem Sttz in Darmstadt, von Universi- Fangen e und die Hauptquellen n— 5 ele. knlelcher, fiesen teal len abel 8 1 57 aeg. W e 8 e hier der Himmel zum„blauen Herz tätsprofessoren geleitet, und von dem Grund- satz des Selbstkostenpreises für hre Bücher ausgehend), faßte nun den großen Plan, der sich schon in diesem Jahr zu verwirklichen beginht: eine auf die geistige und finanzielle Fussungskraft des einzelnen berechmete Auswahl herauszugeben. Die Bünde sind mit Rücksicht auf unseren Geldbeutel einzeln käuflich, die ganze Sammlung wird mit zur Karolinger zeit,. Die Ausgabe- wird in Zu- sammenarbeit nut einem großen Verlag un- ternommen. Die ganze Sammlung ist auf 25 einzeln käufliche Bände berechnet. Unseren heuti- gen nationalen Sorgen entsprechend sollen besonders auch die Quellen zur Geschichte des deutschen Ostens berücksichtigt werden. Rudolf Krämer- Badoni „Habe kein Geld. Sende tausend Küsse.“ Postwendend kam ihr Antworttelegramm: Geld nicht mehr nötig. Arzt mit Küssen zufrieden.“ Worauf mit der schnellsten Ren heit der Herr Gemahl mit dem Geld in Reykjavik Timtrat war seine Güte elne sanfte Gewalt. Er war jeder Frage, jedem Menschen, jedem Ding und aller Kreatur zugeneigt. Und das nie- mals prüfend oder skeptisch, sondern herz- lich bereit zu fördern, niemals um zu schei- den, sondern um zu finden, anzustrahlen und zu hegen.“ Die Jahre nach 1933,„Jahre des Unheils“, schnürten Loerke immer mehr die Lutt ab. Wird, so prägt Loerke an anderer Stelle: Die Natur,„der grüne Gott—: Du sahst ihn an, er war Gericht.“ In dieser magischen Sicht versöhnen sich alle Widersätze. Loerkes Grundanschauung ist nicht tragisch. Seine Gedichte kreisen um eine unzerstörte, un- teilbare Mitte der Welt. Sie werden weiter trösten und dauern. Siegfried Unseld Dr. Iuvlel Magensäure Die Frau, die Im „„„eee eee Berufskampf stel, ist aus verständlichen Gründen tert, al fd— 1 Ne 0 W 8 ebenso auf ihre Gesundheit wie — orrolcſſen Sle mit 8 auf ſhre äußere Pflege bedacht. Daß sie sich II %%%%%% e 167676 6%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%„%%** „e e e e e sette bettet ed stete tt ee cdt ttt ee ett,„0%%%% 66e eee eee eee h e e 7 999%%%%%%%%%%%%%%%%% 0 ee e 58 155 eee eee eee* 9595 05 ee 9999900000000 eee eee e666 9696696596666 6 666,666,666 76% een 20 9.6% N 0 00 9898965 ve bes STELLNHNGESU CHR soll nicht neufraſlslert, sonclern Reinlecithin 1 4 %%%%%%%%%%% ——...LV²ẽ—.ÄÄ6 69 DETEKIIV-INSHrur 9965 5 0 8 250% t 80 N b kosmetischer Mittel eee“ ee 5 M. G. Stan! 5 Jg. Bückergeselle, z. Zt. auf Schule, Ie i III metisch b 1 e eee. urlostene deobachtungen 6. Berufsarbeit freitags u. sams- 0 bedient, um vorteil-% beet — 5— b krnituungon tags. Oftert, unt. BH 4340 a, d. 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Wenn Sie sich neuen Stoff kaufen, liebe Leserin, gehen Sie mit Mut und Entschlos- senheit an diese Aufgabe ran. Machen Sie Schluß mit den ewig grauen und beigefar- benen Tönen, wählen Sie sich einen schön gemusterten Stoff, fordern Sie die Sonne heraus, mit ihren Strahlen Ihre Farben zum Leuchten und Blühen zu bringen. Die Umwelt wird in Ihrem Abglanz und auf Grund Ihrer guten Laune viel, viel fröh- licher sein, Ja, Sie haben ganz recht ge- lesen:„auf Grund Ihrer guten Laune“, Wissen Sie noch nicht, wieviel Mit Nadel und llt 5 * — eine Farbe die Stimmung beeinflussen kann? Dann glauben Sie mir aber bestimmt, daß ein hübsches Blau, ein gedämpftes Rot oder ein zartes Gelb Sie viel positiver zum Leben stehen läßt, als das zum Sinnieren und Grü- beln herausfordernde Grau. Darum will ich Ihnen einige recht bunte Vorschläge machen. Zuerst sehen Sie ein eng anliegendes Ko- stüm aus dickem Noppenstoff. Vielleicht Dunkelblau mit Weiß, Schwarz mit Rot oder Gelb, Dunkelgrün mit Zartflieder. Die Jacke ist in Spenzerform, der Schoß hinten länger als vorne geschnitten, Kragen, Knopfpatte, Saum und die Farben im Rock in der Noppenfarbe gepaspelt. Manschetten und Tuch in der helleren Farbe mit dunklen Punkten, Faden q la Dior Wie man aus den Kleidern von gestern die von heute macht Paris.(up) Hand aufs Herz, meine Damen, Wer von Ihnen hat nicht bereits die letzten Paar Mark vor dem Ersten zusammengekratat, um ein Frühjahrsmodenheft aus Paris zu er- nen? Gewig haben schon Ihre Früh- ahrs- und Sommergarderobe aus dem ver- gangenen Jahr aus Koffer oder Truhe her- stellen sollen, sich in diesem Jahr ohne große Unkosten nach letztem Pariser Chic zu kleiden. Hier ein paar Tips, um Ihnen die Arbeit zu erleichtern. Vielleicht findet sich im Mottenkof fer noch ein Matrosenblüschen aus der Backfischzeit. Dazu ein blauer Faltenrock über gesteiftem Unterrock, eine einfach geknotete Schärpe um den Hals und eine freche Baskenmütze in die Stirn, et voila— sind Sie für den Pariser Frühling fertig. Oder Sie tragen über der Bluse einen frischen weißen Matro- senkragen aus Organdy und dazu ein ge- häkeltes Käppchen aus weißem Garn— ein zweiter Vorschlag des Pariser Modekönigs Dior. Diors neuester Rock läßt sich mit ein paar Handgriffen und Nadelstichen aus einem bauchigen Taft- oder Taillzunterrock her- stellen. Man halte die Rockweite am Saum so weit ein, daß der Rock eine Tonnen-Sil- houette erhält, trägt ihn über einem gesteif- ten Unterrock und kombiniert ihn mit einem kleinen Spencer oder taillenlangem Jäck- chen als schickes Nachmittagsensemble. Jacques Fath' talllenlange oder gar saum- lange Kravatten bieten viele Möglichkeiten, ein schlichtes, einfarbiges Kleid, mit dem kein Staat mehr zu machen ist, zu verwan- deln. Alles, was Sie dazu brauchen, ist ein Streiten Organdy oder getupfte Seide. Die Krawatte muß natürlich gefüttert werden, am besten mit dem gleichen Stoff. Das schmale Mittelteil wird mit einfachem Knoten um den Hals geschlungen, die En- den, die nach unten hin breiter werden, blelben lose hängen. Und was macht man mit dem Kostüm vom vorigen Jahr? Fath diktiert korsagenähn- liche knappe, auf Flschbein gearbeitete Jäckchen, und das„Immodeln“ setzt einiges Geschick voraus. Wenn Sie also im Nähen nicht so bewandert sind, nehmen Sie Ihr Kostüm lieber über den Arm und wandern zu Ihrem Schneider. Wenn Sie die Ausgaben scheuen, essen Sie ſeden Tag eine Portion Schlagsahne, bis das Jäckchen so knapp sitzt, als wäre es Ihnen zu klein. Schön? Weniger, aber Fath will es so haben. Und wie steht es mit Faths„Amorbogen“, dem neuen schmeichelhaften Ausschnitt für Nachmittag und Abend? Ganz einfach, neh- men Sle ein altes, hochgeschlossenes Kleid, Schlitzen Sie das Oberteil in Schulterhöhe Waagrecht mit einem schnurgeraden Schnitt und lassen Sie den Ausschnitt vorn in der aer dle Bie vorgeholt, und sich gefragt, wie Sie es an- Mitte und an der Schulter ein wenig fallen, so daß er den Schwung einer lächelnden Oberlippe erhält. Wenn es Ihnen in dem 6 zu kalt wird, legen Sie Kragen über die tern oder schlüpfen Sie in ein kleines Bolero aus Pikee oder Popelin, Wollen Sie aussehen wie ein Mannequin aus dem Hause Chanel, brauchen Sie nur ein Kleid aus Mamas Jugend-Maienblüte aus der Mottenkiste zu kramen und anzu- ziehen wie es ist. Aenderungen sind nicht nötig. 5 f Die lustigen Schürzenkleider von Castillo sind außerordentlich praktisch und aus einem Stückchen billigen Baumwollbatist leicht zu schneidern, Sie werden zu einem Rock aus abstechendem Material oder Farbe getragen und mit Ripsbündern in der Taille gebun- den, Ein anderer sehr hübscher und vielfach verwendbarer Vorschlag von Castillo ist der welle Organdyfichu im Kleidausschnitt. Um heimisch auszusehen, schneiden Sie die Aer- mel Ihres Tweedkostüms in Oberarmhöhe ab— und hoffen auf warmes Wetter. Wie wür's mit einer Hammelkeule? Bitte, sagen Sie nicht„puhhh“ bei unserem „saftigen“ Vorschlag Sie wissen doch: die Preise für Kalb- und Schweinefleisch haben 80 angezogen, daß das Pfund meist um mehr als eine Mark teurer ist, als zum Beispiel das Rind- und Hammelfleisch. Aber der Preis fur Hammelfleisch hält den unteren Rekord. Ubri- gens wird dieser Preis doppelt sympathisch, wenn Sie sich Überlegen, daß Hammelfleisch nur 14% Wassergehalt besitzt und deshalb am Wenigsten„eingeht“. Schweinefleisch hat 32% Wassergehalt, Rind- und Kalbfleisch 26%¾1 Wenn Sie ganz besondere Abneigung gegen das gewisse Hammel-Rüchlein haben, dürfen Sle das Hammelfleisch vor der Zubereitung schnell mit kochendem Wasser Überbrühen, ge- schwind aufkochen und sofort wieder abschüt- ten. So machen es die Wiener. Ansonsten aber genügen folgende kleine„Hammel- Tips“, um mit dem„gewissen Btwas“ des guten Hammel- fleisches fertig zu werden: 1. Würze stark und mit Liebe! Gut sind Knoblauch, Thymian, Basilikum, Muskat, Rotwein, Ingwer, Salbe f 2. Belze das Hammelfleisch in Sauer- oder Buttermilch! J. Kaufe nur gut abgelagertes Fleisch und Wasche es mit warmem Wasser kurz ab! 4. Serviere Hammelfleisch ganz hel und Würme Platten und Teller vor! Der gute Ip Waschbare Krawatten sollte man vor dem Waschen in der Mitte und an beiden Räün- dern mit Hetttüden„fixieren“, Sle verlieren dann die Form nicht. Man entfernt die Fäden erst nach dem Bügeln. Schul- Ein kleines Hütchen mit dem sogenannten „Stirnschnabel“, Letzterer ist vermutlich als Regenschutz für die Nase gedacht, sieht aber sonst recht hübsch aus. Dame Nr. 2 trägt einen Frühjahrsmantel aus gelbem Wollstoffl, der groge schwarze Punkte eingewebt hat. Form: hochstehender Kragen, runde Passe, oben eng, zum Saum weit werdend, mit tiefem Rückengurt. Bei diesem Modell darf man nicht mit Material sparen, dafür ist der Schnitt des Mantels sehr lange tragbar. Nr. 3 trägt ein Kostüm in Kastenform, die Vorderfront ist interessant aufgeteilt unter Zuhilfenahme eines gestreiften Stoffes. Auch diese Jacke hat einen Kelchkragen, der an sich sehr pralctisch ist, da er nicht zu heiß Wird, aber doch den Wind abhält. Zu dieser Jacke ist natürlich nur“ ein enger Rock mit Gehfalte tragbar. ö Nr. 4 zeigt einen ausgesprochen eleganten Mantel, für jede Farbe geeignet, vollständig in Falten gelegt(auch der Aermel, der in Raglanform eingesetzt ist) und ist mit ver- decktem Verschluß gedacht. i Für diesen Mantel eignet sich natürlich nur leichter Wollstoff, während Sie Nr. 5 nur ein festes sportliches wühlen können. Dieses Kostüm sieht àm be- sten in ganz zarten hellen Farben aus. Die Jacke ist gut hüftlang, kastenförmig geschnitten, mit angeschnittenen eng zulau- fenden Aermeln und einem modernen, ganz weit angesetzten Stehkragen. Dazu ein in weiten Falten gelegter Rock. Das um den Hals geschlungene Halstuch soll dann den modischen Geschmack der Trägerin veratenll Auch kann der Kelch- kragen immer abstechend gefüttert werden. Was wühlen Sie nun? Die enge Jacke mit dem weiten Rock oder die sportliche und sehr bequeme„Kastenform“ mit engem oder weitem Rock oder doch lieber einen Mantel? Das Kostüm hat heute in der wärmeren Jahreszeit so ziemlich den Mantel verdrängt; denn es ist praktisch und erspart eben auch einen 2. Anzug, da wir aber heute alle an Geldmangel chronisch erkrankt sind, spielt das doch eine ziemliche Rolle. Barbara Ries Winke mit dem Kochlöffel Wenn man Milehkannen einmal in der Woche mit rohen Kartoffelschalen auskocht, werden sie entkeimt. Auch wird dann die Milch darin nicht 80 rasch sauer. Ein rohes Ei, das man kochender Flüssig- keit zufügt, gerinnt. Wenn man das Ei vorher mit etwas Milch verquirit und den Kochtopf .. en e vom Feuer nimmt, gerinnt es nicht. Möhren sind gesund, doch nicht jeder- manns Geschmack, Wenn man den Möhren wührend des Kochens etwas Zucker zu- kügt, werden sie im Geschmack verfeinert. Bel Helserkeſt und Halsschmerzen emp- flehlt es sich, mit Salbelblättertee, dem män etwas Salz zufügt, zu gurgeln. Beim Kochen des Tees ist zu beachten, daß er nur ganz kurz aufgekocht wird. l —— Das Buch für die Frau Max Brod: Die Frau, nach der man oh sehnt, 304 S., Paul Zsolnay- Verlag, Wien, 12,80 DM. Diese Erzählung von einem österreichischen Ottlzler, den dle echte Sehnsucht nach echter Liebe in die Gosse treibt, hat trotz Ihrer stark Kolportagehaften Zuge nichts von der psycho- logischen Eindruckcsstäürke verloren, die sie schon einmal, in den zwanziger Jahren, bewle- son hat. Brod ist ein Erzähler, wie er in deutscher Sprache selten geworden ist: ein Pr- zühler aus der Unmittelbarkeit konkreten Le- bens heraus,. Mag manches an diesem Buch verstaubt sein, die Fabel selbst hat heute noch (oder wieder) vlel zu sagen. S. P. panne* DEE ν MEDET SCH ANN „Chasse Dieser Tage las ich in Le Monde von der neuesten eréation einer Pariser Firma: „Robe d'un soir“, Ich dachte, das wäre etwas für meine Frau zum Geburtstag. Also ging ich in ein feines Geschäft in unserer Stadt,. zeigte die Zeitung vor und fragte nach die- sem dernier eri der Schönheits industrie, Er war aber nicht vorrätig. So suchte ich denn lange nach etwas anderem. Natürlich mußte es unbedingt aus Paris sein, Schließlich ent- deckte Ich einen reizenden, kleinen Flacon. dessen Preis gerade noch erschwinglich war. Dem Fläschchen entströmte ein betörender Duft. Auf dem Karton waren lauter nied- liche grüne Gatter abgebildet. Ganz myste- rliös war der Name dieses Parfüms:„Chasse gardée“, Was das auf gut Deutsch hieß, konnte mir die Verkäuferin nicht sagen. Nun hatte ich nur noch den einen Wunsch, es heraus zubekommen. Denn, wenn später meine Frau mich danach fragen würde. wollte ich mich doch nicht blamieren. „Chasse“ gleich„Jagd“, das wußte ich. Im Wörterbuch fand ich an weiteren Zusam- mensetzungen nur noch„Chassee d'eau“ gleich„Wasserspülung“. Damit konnte ich hier nichts anfangen. Ich fragte einen Frankreichkenner, der lange Jahre in Paris gewesen war. Er 20g seine Stirn in Falten, überlegte angestrengt und meinte schließlich, es heiße so etwas Wie„bewachte Jagd“. Das wußte ich schon 80. Es gab aber hier keinen rechten, Sinn. Ich bekam schlaflose Nächte und wollte schon an die betreffende Pariser Firma schreiben, ließ es aber dann wieder. Die würden sicher glauben, man wolle sie„auf den Arm nehmen“. Ja, Gardez!“ kannte ſch vom Schachspiel, und„chassez-croissez“ aus den seligen Zeiten der Tanzstunde. Das Waren hier aber ebenfalls keine Anhalts- punkte. Dann sah ich am Königsplatz einen fran- zösischen Kübelwagen stehen, mit drei stahlhelmbeqeckten Poilus drin. Auf die ging ich los und fragte den einen, der mir der Aufgeschlossenste zu sein schien, was Was denn wohl„Chasse gardée“ bedeute. Er hörte mich lächelnd an, überlegte hin und her und sagte:„Ah, Monsieur, c'est un peu difficile à expliquer,. C'est une Karleruhe.(Swe) Beim Büfldes verfassungs- gericht in Karlsruhe ist schon lange eine Verfassungsbeschwerde einer Frankfurter Rechtsanwältin anhängig, in der die gemein- same steuerliche Veranlagung von Ehegatten als im Widerspruch mit dem Grundgesetz, und zwar mit dem Artikel 3(„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleiche und mit dem Artikel 6(„Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Sciutze der staatlichen Ord- nung“) bezeichnet wird. Anläßlich der Bun- destagsdebatten in der vergangenen Woche über die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist ein Blick in die derzeitige Steuer- gesetzgebung recht aufschlußreich. von der namhafte Experten schon lange behaupten, sle verletze zum mindesten in der gemein- gamen Veranlagung von Eheleuten die Ver- fassung der Bundesrepublik. Der Bundestag diskutierte die Aenderung bisher bestehender Rechtsvorschriften über Ehe und Familie im Bürgerlichen Gesetz- buch, das dem als rechtens vom Bundesver- fassungsgericht anerkannten Gleichberechti- gungsgrundsatz, der ebenfalls im Artikel 3 des Grundgesetzes niedergelegt ist, noch entgegensteht, Früher oder später muß bei der weiteren Lesung der Aenderungsvor- schläge für das Ehe- und Famillenrecht das Parlament sich auch mit dem damit zusam- menhüngenden Steuerrecht auseinanderset- zen. Die einzige Richterin beim Bundesver- fassungsgericht, Dr. Erna Scheffler, hat in einem wissenschaftlichen Beitrag zum Grund- gegetzartlkel 6 dem Steuerrecht ein besonde- res Kapitel gewidmet. Sie geht davon aus, da die Sicherung gegen willkürliche Steuer- erhebung neben der Sicherheit gegen will- Kkürliche Verhaftung zu den Urbildern der Freiheitsrechte gehört. Daraus folgert sie. daß der Artikel 6 seine Funktion als Frei- heitsrecht nur bewähren kann, wenn er die in Fhe und Famille lebenden Staatsbürger vor steuerlicher Benachteiligung schützt. Schonungslos der Progresslon nusgellefert Eine solche Benachteiligung enthalte das Elnkommensteuergesetz, weil für die Veran- lagung das Einkommen der Ehefrau und der Kinder unter 16 Jahren mit dem Einkom- men des Vaters zusammengerechnet wird. Ausnahmen macht das Gesetz bel Einkom- men der Kinder und der Ehefrau aus nicht- gelbstündiger Arbeit in einem dem Vater fremden Betrieb. Ehe und Kinderzahl sind aber entscheidend für die Eilnrethung in die Steuergruppen, wobel der Familienstand gteuerermühigend wirkt. Die Zusammen- gardee“ oder: die Jagd nach einem Parfüm sorte de chasse réservée.“ Also. wußte er es auch nicht. Schon wollte ich alle Hoffnung aufgeben. da kam mir der Gedanke an meine alte Universität. Ich faßte mir also ein Herz und schrieb an die Abteilung für romanische Sprachen der Philosophischen Fakultät in H. Eine Antwort erwartete jch eigentlich nicht. Sicher waren diese Herren viel zu erhaben, sich mit derart trivlalen Dingen zu befassen, Aber, ich wurde angenehm ent- täuscht: Eines Tages kam ein liebenswürdi- ges Schreiben des Dolmetscher-Instituts der Hochschule, das sogar von einem ordent- lichen Professor unterzeichnet war. Darin stand: „Chasse gardée“ bezieht sich auf Zeichnung: Hanna Nagel Geliebten eines sehr eifersüchtigen Mannes zu sagen. Der Sinn bedeutet: ‚Unbefugten verboten“ oder auch„Tabu“.— In vorzüg- licher Hochachtung— Professor Dr. X.“ Nun wußte jch es endlich, dank der Alma Mater, Eifersüchtig bin ich zwar, nicht. Trotzdem schien es das richtige Farfüm für meine Frau zu sein. Sie War auch recht zu- frieden damit.. a. Steuergesetzgebung als Ehehindernis 5 5 bn, ee eee eee bel der gemeinsamen Veranlagung 4 steigernd. Als Beispiel führt Frau Dr. Scheff- ler an, dafl bei einer getrennten Veranla- gung eines kinderlosen Ehepaares bei einem Jahreseinkommen von je 2400 Mark die Einkommensteuer zusammen 164 Mark be- trägt, während sie bei dem gleichen Ein- kommen bei gemeinsamer Veranlagung 477 Mark ausmacht. Zur„Besteuerunt der Ehe“ entartet Diese Differenz, die sich bei höherem Ein- kommen progressiv steigert, sollte den Fi- nanzgewaltigen des Bundes doch zu denken geben, die sich darüber wundern, daß aus solchen Gründen viele Ehen nicht oder doch erst viel später als normal geschlossen wer- den, weil niemand gern um des Heiratens Willen sich bestrafen lassen möchte. Histo- risch geht die gemeinsame Veranlagung auf dle Haushaltsteuer zurück, die steuererleich- ternd gedacht war und sich auch auswirkte., bis nach dem ersten Weltkrieg durch die stärkere Progression die gemeinsame Veran- lagung sich als Besteuerung der Ehe ent- Wickelte. Gesetz zur Erschwerung der Familien- aründung Nach dem zweiten Weltkrieg nahm diese Entwicklung beüngstigende Formen an, als die Steuerprogression ins Unermeßliche stieg. Nach geltendem und in jedem Rechts- staat anerkanntem Recht hat die Steuer- gerechtigkeit zum Inhalt, daß alle Staats- bürger ohne Unterschſed im Verhältnis ihrer Mittel zu allen öffentlichen Lasten nach Maßgabe der Gesetze beitragen, So stand es auch in der Weimarer Reichsverfassung. Daraus folgert Frau Dr. Scheffler, daß die- ser Grundsatz den Steuergesetzgeber binde, elnmal an die These der Allgemeinheit, wo- bel das Verbot von Steuerprivlleglen offen- bar werde, zum anderen an die Bemessung der Steuerlast nach der Leistungafähigkeit. Man könne also schon an der gemeinsamen Veranlagung einen Verstoß gegen das Prin- zip der Allgemeinheit erblicken, weil die durch Ehe und Familie gebundenen Perso- nen der doppelten Progresslion— der mit dem Steigen des eigenen Einkommens und der durch die Zusammenrechnung— unter- worfen würden, dle übrige Bevölkerung innen gegenüber also privilegiert sel. Da das Grundgesetz The und Familie unter den be- sonderen Schutz der staatlichen Ordnung stellt, sel dem Gesetzgeber eindeutig ein Steuergesetz versagt, durch das eine Fami- rechnung aber mehrerer Verdienste wirkt Uengründung wirtschaftlich erschwert werde. ch schicke Ihnen gern gute FONOOR-Resepfe. Schroſben Sie mir bite noch Franbfum om Mai. clas A FOM DORꝰ FON DO R för die deutsche Hausfrau ein gong neues Erzeugnis- von MAGGI. FON DO verbessert und verfeinert in nADοfHnοοG/Lelse dle Speisen und bringt ihren netörlichen Eigengeschmack zur vollen Entfaſtung. 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Für die vielen Beweise aufrichtiger Pellnahme und die Kranz- tpenden beim Heimgang unterer ueben Mutter und Schwieger; 85 christine Kpfenborqor angen Wir auf diesem 4 geren Innigsten Danke, Ing 8 danken Wir arrer Schulz für die trost · en Worte am Grape der Hahingeschiedenen, m Wa men der Hinterbliebenen Anton Kaptenberker Wiesloch, den 9. Mürz 1084 sterbefziie n Meidelberg am 3.) 3. 1534 Margarethe Beyler,%% Römerstr. 7, Berktriedhof, 10, 3, 14.30 Uhr Katharina eee J Lelmer Str. 50, Rohrbach, 11. 3., 14.30 Uhr Unt. 88 Des kroßen Erfolges wegen getzt in Mosbach Naustrauen und Töchter! Selbstschneldern kinderleicht und sparsam e e zus ue eee Nr ner Riesenerfolg der Maünehener Ausstelanf ak Nach einmaligem Besuch können sie garantiert alle Modelle 140 jeder Größe aus ſedem Modeheft sofort ohne Vorkenntnisse alt erstlclassige Maßschnitte selbständig arbeiten. Im„Hadischen Mot in Mosbach Morgen Donnerstag, den 11. März 1954. Anfang jeweils 10.00, 15.00 und 20.00 Uhr. Vortührungsdauer 1 Stunde, Kein Apparat, kein Aus- rädeln, keine Sorgen mehr beim Se en Unkostenbeitrag 50 Pfenn Veranstalter: Der Ama-Sdimitt i Mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater und Bruder Seoro Sachs lst heute n aller Von kast 79 Jahren unerwartet rasch von uns gegangen. In tiefer Trauer: Lulse Sachs geb. Winterle 8 Berthold Sachs und Familie eee Spleth geb, Sachs und Familie ow-⁵ie Anverwandte Die Beerdigung findet am denne dem 11. Märs 1954, 18.30 Uhr, vom städtischen 5 1 5 1 ns 2 a. Bron: 8 Nac ö G. nl. b td 55 Kxonksein ist teuer- Wir helfen 0 Behandlung als Privatpatient ohneèe Krankenschein 5 Krankenhauspflege g., 2, oder 1. Klasse nach Wahl! e Freschwinglicher Beitrag und viele sonstige Vorteile! Genaue Unterlagen erhalten Sie kostenlos, wenn Sie unseren Prospelct Nr. 17 anfordern! Schreiben sie heute noch an dle grofle schutzgemeinschatt von Rut: Deutsche Kranken-Versicherungs- Ad. 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Schottland, die Westschottischen Inseln, Irland, Dänemark, Norwegen und Lappland, die Vendée und die Bretagne in Frankreich, die Insel Mau- ritius und Westfalen, hier besonders das Sauerland und Münsterland, also der alte Kurkölnische Teil, sind die eigentlichen Stätten der„Seher“, Bereits ein Gelehrter des 16. Jahrhunderts bezeichnete Sauerland und Münsterland als die Heimat des„Zwei- ten Gesichts“, Sehr selten sind Gehör- und Tasthallu- zinationen. Einen klaren Begriff des„Zwei- ten Gesichts“ gibt der von Prof. Schwering Wenn Gäste kommen, dann den toffeinfrelen echten Bohnenkaffee Den verträgt jederl berichtete Fall des westfälischen Dichters Friedrich Wilhelm Weber, der von Beruf Arzt war. Schwering, der Biograph Webers, schreibt: „Von den Kindern des Postverwalters Zengerling in Driburg, in dessen Haus Weber täglich verkehrte, war ihm ein nied- liches Mädchen, Emilie, besonders ans Herz gewachsen Wenn der junge Arat von seinen Krankenbesuchen heimkehrte, sprang ihm die Kleine von weltem entgegen, und er brachte ihr Blumen, Apfel oder anderes mit. ap 1 Als„vielleicht voll- U erWan d l ung ſeommenster Ge- gchlechtswechtsel“ wurde jetzt die Verwandlung des Engländers Bob Cowell in die heute 35jͤh- rige Betty Elizabeth Cowell bekanntgegeben. Bis zum 30. Lebensgahr ließ bei dem 1918 ge- borenen Bob nichts auf seine spätere Verwand- lung schließen. Im Krieg war er einer der wag— halsigsten HFliegerofſtaiere, als Zlvilist ging er bei zahlreichen Rennen an den Start. 1048 stellte Bob, der wahrend des Krieges geheiratet Ratte, ſcdrperliche Veränderungen fest und mu ſite nach Beratungen mit prominenten Londoner Aersten die Tatsache alegeptieren, daß sich sein Leben völlig und umwoiderruflion andern würde. Unser Bild zeigt oben Robert Marshall Cowell am Steuer eines Rennwagens, unten die vor Als sie eines Tages in gewohnter Welse mit ihm gescherzt hatte, während er im Wohnzimmer des Zengerlingschen Hauses auf dem Sofa lag, hüpfte sie plötzlich nach der Tür im Hausflur, In diesem Augenblick sah Weber zu seiner Uberraschung durch die halboffene Tür einen kleinen Sarg im Flur stehen. Er blickte schärfer hin: die Er- scheinung blieb. Nun eilte er nach der Stelle, Wo er den Kindersarg gesehen hatte— Aber jetzt war er verschwunden, Weber suchte vergebeens nach einer natürlichen Erklä- rung. Bei den Eltern des Kindes, denen er das seltsame Erlebnis mittelte, fand er kei- nen Glauben. Bald darauf erkrankte die Kleine an Masern und starb nach zwölfwöchigem Leiden am 15. August 1645. Am Tage der Beerdigung, als der Leichenzug eben das Sterbehaus verlassen wollte, fügte es der Zufall, daß die Träger den Sarg an eben- derselben Stelle niedersetzten, wo Weber inn früher gesehen haben wollte. Es war der Vater, der, mit der Hand dorthin zelgend, den Doktor auf die Erfüllung des „Vorgesichtes“ aufmerksam machte. Wie die meisten echten„Vorgesichte“ trat auch die Webersche Halluzination mitten im Wachzustand auf, und zwar so, daß sie von der Wirlelichkeit nicht zu unterscheiden war. Der Sinn der Erscheinung war jedoch, wie es sehr häufig der Fall ist, im Augen- blick des„Sehens“ unverständlich. Dies trifft auch zu bei dem von Prof. Friedrich Zur Bonsen berichteten„Vorgesicht“ eines Josef Sch., in Warendorf, 34 Jahre alt, bekundet am 11. Mai 1908. „Im Jahre 1889, an einem Donnerstag, gegen sechs Uhr abends“, so beschreibt Josef Sch, sein„Gesicht“,„hatte ich mit meiner Nichte Toni B. aus Hoetmar, meinen elter- lichen Hof in Dackmar bei Warendorf ver- lassen, um sle nach dem Bahnhof zu be- gleiten, Etwa 150 Meter vom Gut schaute ich mich zufällig um und sah jetzt klar und deutlich, wie ein sogenannter Jagdwagen, auf welchem ein Sarg stand,„über den Hauptweg auf den Hof fuhr. Ich faßte die Erscheinung ruhig ins Auge und bemerkte nur, daß zwei unserer Pferde vorgespannt Waren. Auffallend war mir gleich, daß unser Brauner als Handpferd ging, der Fuchs rechts; sonst war es stets umgekehrt. Das Gefährt verschwand auf dem Hof. Ich hielt die Sache für Wirklichkeit, ging jedoch weiter, ohne meiner Nichte, die ich nicht in Schrecken setzen wollte, etwas zu Küchenmädchen, jetzt Witwe Bernhard M. in Alwerskirchen, nach dem Zusammenhang. Sie bestritt verwundert, daß irgendein Wagen mit Sarg auf den Hof eingefahren sel, und lachte mich aus. Auch meine Schwägerin wußte nichts. Nun erst erkannte ich, daß ich ein„Vorgesicht“ gehabt hatte. Die Schwägerin berichtete meine Wahr- sie anderntags wiederholte. Er veranlaßte mich, sie einem Pater des Klosters mitzu- teilen, der meine Furcht beschwichtigte. Geraume Zeit später starb unerwartet die Frau unseres Kötters Wollharn, Unser Knecht Franz HH., jetzt bei D., holte mit einem Jagdwagen den Sarg in Warendort und fuhr damit abends gegen sechs Uhr, genau um die Zeit meines„Gesichts“, auf den Hof an. Als der Wagen sich näherte, bemerkte ich dieselbe ungewöhnliche Be- spannung wie damals: der Fuchs rechts, der Braune links. Die Einfahrt erfolgt ganz un- erwartet. Ohne allen Auftrag kam der Knecht, statt, wie er sollte, direkt nach dem meine Vorhaltung erklärte er, daß er sich bei der ungewöhnlichen Bespannung weiter nichts gedacht habe; sie sei ihm nur so in den Sinn gekommen., Die Wahrheit dieser Aussage kann ich mit meinem Eid bekräf- tigen. Warendorf, 12. Mai 190g. Josef Sch.“ Der Bericht wird eingehend und unab- hängig durch den Bruder, den Pater des Klosters, den Knecht und das frühere Küchenmädchen bestätigt. 0 5 Fortsetzung folgt Heede ieee tnummnunum „Sieh dir das an, Elly, N er ist großartig für Kinder!“ sagen. Abends zurückgekehrt, fragte ich das Der Klapperstorch war einer jungen Frau aus Oberledingerland nachgeflogen, als sie in einem Personenauto unterwegs war, Bei Kilometer 8,2 der Bundesstraße 70 hatte er sle eingeholt, und ein neuer Erdenbürger getzellte sich den Fahrgästen zu. Mutter und Kind waren trotz der besonderen Umstände wohlauf, weniger erfreut aber am nächsten Tage mehrere Standesbeamte. Der Beamte in Oberledingerland wollte die Geburt nicht beurkunden, weil er bei der Abfahrt der Mutter noch nichts zu be- Urkunden gab. Aber auch am Ankunftsort wurde der Kleine nicht registriert. Dort hieß es, der Standesbeamte, in dessen Gebiet der Mainz, 10, März.(Ur) Die ältesten feierten jetzt in Mainz ihren 82. Geburtstag. Metzger leben noch heute zusammen in el Keiner von ihnen hat jemals geheiratet, und so blieben die drei zusammen. Gebo- ren wurden die Drillinge am 8. März 1872 hoch über den Dächern von Mainz im Ste- kfansturm. Ihr Vater übte damals auf dem stadtbekannten Mainzer Turm noch den Beruf des Türmers aus. Als die gute alte Zeit vorüber war, konnte Sohn Josef das gleiche Amt nicht mehr übernehmen. Doch als Fahrer der„Grünen Minna“, des Main- zer Polizelautos, ist auch er eine stadtbe- Kannte Persönlichkeit geworden. Als ein Vertreter der Stadtverwaltung erschien, um aus dem städtischen Weinkel- ler eine kleine Kostprobe zu Überreichen, meinten die drei, die zusammen 246 Jahre alt sind, sle wollten doch kein Aufsehen erregen. Wenn sie in drei Jahren noch ge- meinsam 386 Jahre alt würden, wäre der etwa einem Monat aufgenommene Betty Co- well. dpa- Bild Anlaß schon wichtiger. Balduins Abenteuer Leer(Ostfriesland, 10. März. Dem Chefarzt des Kreiskrankenhauses Leer ist es zu verdanken, daß ein neuer Erdenbürger nach mancherlei Schwierigkeiten doch noch einen standesamtlich eingetragenen Geburtsort bekommen hat. Sie blieben seit ihrer Jugend zusammen Deutschlands ülteste Drillinge wurden 246 Jahre alt Aumdummummummunmmmmuumuumpummunmmmmamummnumunnmunmmum Der Klapperstorch und qie Standesbeamten Der Amtsschimmel war der erste Gratulant Kilometerstein 8,2 liege, müsse zu Feder und Tinte greifen, Keineswegs sträubte sich der, man müsse sich an den Standort des Kraft- Wagens Halten, denn für das Auto sei eine andere Gemeinde zuständig. Dieser Stan- desbeamte aber sagte, eine solche Bestim- mung gelte nur für Schifle im Ausland. Vielleicht sei die Straßenbauverwaltung zu- ständig. Ob dort eine Abteilung für Gebur- ten bestehe, wisse er allerdings auch nicht. Erst dadurch, daß der Chefarzt des Leerer Kreiskrankenhauses, in dessen Obhut das Kind mittlerweile gekommen war, den Klei- nen als neuen Bürger der Stadt Leer be- grüßte, war aller Streit geschlichtet. noch lebenden Drillinge in Deutschland Die Geschwister Josef, Christa und Regina nem Haushalt und sind alle drei wohlauf. f Grubentod Düsseldorf, 10. März(Up) 81 Bergleute sind seit Anfang Februar dieses Jahres im Westdeutschen Kohlenbergbau tödlich ver- unglückt. Dies gab der Präsident des nord- rhein-westtälischen Landtages, Josef Gok-⸗ keln, dem Plenum des Hauses bekannt. Die nehmung meinem Bruder Wilhelm, dem ich Kötterhaus zu fahren, auf dem Hof an. Auf 0 8 Zeichen des Camping Im das aufblasbare Zweimann-Camping-Boot. ſeammern und ann in einem Pragbeutel U Schlechte Aussichien fü und Jrommel.“ 7 Man führte dort ein Robotef Orchester vor Das noch vor kurzem in Deutschland fast un bekannte Camping hat jetzt einen so groſlen Aujachioung genommen, daß auf der Franhefurter Frühſahrsmesse mehrere Ausstellungs- Hallen und auch das Freigelände dem Campingwesen gewidmet sind.„Delphin“ nennt sieh Es hat vier voneinander unabhängige Luft- verpachet werden. Keystone-Bild sagten sien die Hesu einer Pariser Ausstellung. Die„Künutlers spielten, Gitarre, Sawophone N. Keystone-Bild „ * Verhör mit Wahrheitsserum Gütersloh/ Westfalen, der als Gutachter ir, dem Mordprozeß gegen den 16ührigen Mar- tin Escher aus Dortmund von der Jugend- kammer des Landgerichts in Dortmund zu- gezogen worden war, löste am zweiten Ver- handlungstage eine Sensation aus, als er zu- geben mußte, den Angeklagten mit Hilfe der verbotenen Narkoanalyse(Wahrheitsserum) ausgefvagt zu haben. Der angeklagte Junge schilderte dem Gericht diesen Vorgang den er berelts im Film gesehen hatte, Der Arzt soll gerichtlich belangt Werden. Sein Gut- achten wurde verworfen und die- Verhand- lung vertagt. In diesem Mordprozeß handelt es sich darum, auf welche Weise der 16jähn⸗ rige Ascher die Vierjährige Tochter emes Bauern aus Bergkamen bei Dortmund auk dem Hofe des Vaters umgebracht hat. Rauschgiftsüchtiger Arzt Braunschweig, 10. März(dpa). Vor der Zweiten Strakkammer des Landgerichts Braunschweig begann der Berukfungsprozeſ gegen den 46 Jahre alten Wolfenbütteler Frauenarzt Dr. Erhard Stolte wegen fahr- lässiger Tötung. Das Schöffengericht in Wol- fenbüttel hat Dr. Stolte im August 1953 zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt und ein fünfjähriges Berufsver⸗ bot ausgesprochen, Er war für schuldig be- Abgeordneten des Düsseldorfer Landtages ehrten die Opfer der Arbeit mit einer stil- kunden worden, durch Fahrlässigkeit den Dortmund, 10. März(apd) Ein Arzt aus Tod, zweler Pätlentinnen, verschuldet 2 haben, die er oberlert hatte, Pr. Stolte wär wegen Rauschgiftsucht bereits zweitweilig elne Rezepturbeschränkung auferlegt wor- den, Gegen dieses Urteil hatten der Ange- klagte und die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Zu dem Herufungspro ze sind fünt medizinische Sachverstündige und 18 Zeugen geladen. ur den Mdtselfreund — . Magisches Quadrat An Stelle der Punkte sollen waagerecht und senkrecht gleichlautende Wörter folgender Be- deutung gesetzt werden: 1. deutsche Dichterin, 2. Waldbaum, 8. kirchliches Fest, 4. Drama von e 5. Weinort bei Bozen, 6. Oper von erdi. 5 Auflssung ae cet letzten Wommer Kreuzworträtsel, Waagerecht: 1. Bote, 3. La- hore, 7. Rho, d. Pan, 9. Pas, 11. bar, 13. Mus, 15. Chur, 16, Plektron, 20. Not, 21. Air, 22. Ale, 24. Ottenbach, 27. Ike, 26. Tat, 30. Ate, El, 33. Sid, 34. Tod, 35. Rio, 36. Karies, 37. Bast.— Senkrecht: 1. Braten, 2. Ohr, 3. Lab, 4. Anacho- ret, 5. Ras, 6. Esse, 10, Suk, 12. Run, 13. Met, 14. Statette, 17. Los, 18. Rif, 19. Ala, 22. Abt, 29. Echolot, 24. Oka, 28. Nab, 20. Leck, 20. Ria, 31. Eos, 32. Eis, 35. Ra. ö len Gedenkminute. Gelsteskranker hatte Urlaub Hannover, 10. März(Up), Seinen vom Landeskrankenhaus Wunstorf genehmigten Urlaub benutzte der 20 jährige Walter Meler- mann zu einem UVeberfall. Im freien Feld bei Wunstorf lauerte er einem 22 jährigen Mäd- chen auf, schlug es nieder, würgte es und versuchte es zu vergewaltigen. Melermann ist nach einer von ihm begangenen Brand- gtiktung zur Ueberprütung seines Geistes- der gchild: i Order, Kieselsteine nach den ſeleinen Unten eu VERBOT IN ROCHETORT. In Rochefort, einem kleinen Ort des fransgsischen Departe⸗ ments Charente Maritime, lest man am Bassin örtlichen Prdfektur folgendes Verbots „Verbot, bis zum Prlaß einer, neuen werfen.“ * KLEIVSTTS BUCH DER WELT. Das ver- Zustandes in einem Krankenhaus unterge- bracht worden. mutlich ſeleinste Buch der Welt ist auf einer pographischen Ausstellung in Mets zu sehen, WAS sos Noe ESA Die Seiten des Buches sind jeweils 6 mm lang. Doch enthält das mieroskopische Werk den ge- gamten ent des Vaterunsers, den Amster- damer Künstler geschrieben haben, IVS FL OHNE SHD NEN. Au, der Void enen Insel Mareen im Zuidersee hat es geit mehr als 900 Jahren eine einzige Schei- dung gegeben. Die Verlobten müssen nach einem alten Brauch ziwel Jahre bis zur Heirat warten. Durchschnittlich nat jede der dort wo- nenden Familien, die nur 40 Namen kennen, Hunde mit Trauerflor demonstrleren gegen Steuer Koblenz, 10. März(dpa)„Daß ich trüher sterbene muh, ist Gemeinderats- be schluß.“ Ein Schild mit dieser Auk- schrift führten die Hundebesitzer von Mittelbollenbach(Kreis Birkenfeld) bel einem Umzug durch die Gemeinde mlt sich. Ihre Hunde hatten einen Trauer⸗ Hor. Ein Schkterhund trug ein Schild, auf dem zu lesen war:„Wir wollen nicht verderben, wir wollen auch nlcht sterben, drum zieh! ich fort an einen billigeren Ort.“ Aula für die Deman-⸗ tration war ein Beschluß des Gemein- derats, demzufolge ab 1. April die Hundesteuer von 12 auf 24 Mark erhöht werden soll. Aut honigsüße Klischgeschlenten Kann auch das Fernsehen nicht vernichten. Muldr. Der Frauen Tränen kließen sehr. Unsterblich ist die Courths- b. Bor. e. Cegenbege n. Jung, kennt doch funk. Das Fernsehen, iat es auch noch berelts den Werbe- Moral: bei jedem Hochgenul falgt doch der Alltag auf dem Full, 5 bis 16 Kinder, Memals eiratete ein, bin- wohner von Marlen eine Frau vom Festlande. 1 5 HINVTRAGL IHRER ARET RAT. Ein Arzt riet Frau Celia WHRſte por, einiger Felt, einen Blei- Ait zwischen die Zehen ihrer Füße zu ſelem- men und das Zeichnen zu bersuchen, um ihre La mungserschelnungen zu hempfen. Daraus entwichelte die leidbnde Frau eine derartige Hdhigkeit, daß se jetzt als artistische Zeichne rin im Fernsehen ein pielpefrapter Stay ge- worden, igt, e, gspielt mit den Zehen Klapier und ann mit Beiden Händen unabhangig von- einander verschtedene erte schreiben. * ARMER RYHOHER MANN, Ali der Jan rige M. Hagenau in einer Aymlichen Hardcſee vo Seattle die Augen gol, glaubte man all gemein, ein beſelagens wertes Opfer der Aymut bor bie zu haben, doch man fand bei dem Toten, der in Lumpen umergelauſen war und vieh eingt nuf von Hafermel nahyte, Auetlen im Wert von 3 000 Dollars, Bargeld von 13 000 Dollars und noch dazu Hypotheken für 6000 Dollars, Dieses Vermögen soll er Verwandten hn Deuttehfand permet Mahen