„Die goldene UNTERHALTUNG Freitag, 29. Oktober 1934 Kaiserslautern und Baumholder: Wilfried Seyfert in seiner letzten Rolle. Am Anfang gab es viel Aufregung um dlesem neuen Film der Oceident-Produlction, dessen Idee Bundesfilmpreisträger G. T. Buchholz lieferte:„Die goldene Pest“, Die Außenaufnahmen wurden im Pfälzer Wald gedreht: also ein Film um Kaiserslautern und Baumholder— zwei Ortsnamen, dle in cler letsten Zeit wiederholt in der Presse auftauchten? Nein! Nicht um diese beiden Orte geht es: denn überall in der Welt, wo Besateurgstruppen urid Zivilbevölkerung in enger Nachbarschaft beisammemwohnen, liegt dieses aktuelle Thema auf der Hand. Auch in jenem Wald von Tombolo bei Li- vorno, um nur ein Beispiel von vielen zu . ZWEI SCHW ERH JUNG werden von der MP aufgebrucht: Alexan der Golling und der 5 ell rzlich verunglücſete Foto: Oceident/ Alliuna nennen, Hat der„Nachlcrleg“ seine anarchi- stischen Züge offenbart. Uberall da, wo durch günstige Gelegenheit und lockende Versuchung der Geldrausch Über die Men- schen kommt, grassieren dunlrle Geschäfts- — und schrankenlose Vergnugungs- zucht. u Beginn der Dreharbeiten hatte sich die Occident-Produktion des Wehlwollens amerilcamischer Dienststellen versichert; derm der erfahrene und erfolgreiche Holly- woodregisseur Johm Brahm— in seine Hel- mat zurückgekommen, um diesen Film zu schaffen · mußte wohl über den Verdacht erhaben sein, die Beziehungen zwischen Die Bergman begeistert London Von der Isar an die Themse Eine Kleinigkeit war es, mit der Ingrid Bergman sozusagen im Sturm die Herzen der Londoner eroberte: In der Halle des Savoy-Hotels drängten sich die Leute, um die weltberühmte schwedische Schauspie- lerin zu sehen. Und was tat die Bergman? Mit ihrer natürlichen, so gar nicht star- haften Freundlichkeit lud sie alle, die da standen, ein, an ihrem Tisch für ein paar Minuten Platz zu nehmen, immer jeweils dreh Bei jeder Gruppe aber kam ein kleines, nettes Gespräch zustanddegeg Bereitwillig E de Künstlerin alle Fragen und wurde nicht müde, von ihren Kindern zu erzählen; sie lagen schon in ihren Betten: Der dreizehnjährige Lorenzo, Sohn Nosselinis aus früherer Ehe, dann Robertino (4 Jahre) und die zweijährigen Zwillinge Isa- bella und Ingrid. qa, meinte die Schauspiele- rin, es kompliziere oft das etwas unstete Künstlerleben, aber sie hätten den Grundsata, Uberallhin die Kinder mitzunehmen. Die Fa- KARTOFFEIKNO DEI KARTOFrElpbffeg ee tet, guat, let Vom Buch milie gehöre zusammen, und glücklicherweise habe ihr Gatte Rosselini dieselbe Ansicht. Sie Wollten beide auf keinen Fall, daß sich die Kinder ihren Eltern entfremdeten. Das lelang nicht nach den Schaustellungen mancher Hollywoodstars, die sich neuerdings go gern en famille fotografleren lassen und später in unangenehmen Scheidungsprozes- sen enthüllen, daß alles nur Heuchelei war. Bel Roberto Rosselini und Ingrid Bergman wirkte die Haltung echt, man spürte es. Trlumphal ist der Londoner Erfolg der Bergman als Johanna in Claudel-Honeggers „Johanna auf dem Scheiterhaufen“. Zwar zelgte sich die Kritik, wie das in der eng- Uschen Hauptstadt bei solchen Gelegenheiten nicht selten ist, etwas reserviert, aber das Publikum strömt begeistert ins Theater, man Lelert die Gäste aus Italien geradezu enthu glastlsch. 5 Hald wird der neue Film„Die Angst“ her- auskommen, den Rosselini vor der Reise nach London in München drehtè. Ingrid Bergman Ist noch voll von den Eindrücken der Arbeit in Deutschland, das sie seit vielen Jahren zum erstenmal wiedergesehen hat. Bekannt- lch war ihre Mutter eine Deutsche. Als Kind verbrachte sie häufig die Ferien in Hamburg. Aber dann kamen die Jahre in Hollywood, dann Italien, wo sich ihr neues Schicksal ent- gchled. Heute besteht kein Zweifel, daß es ein gutes, erfüllendes Schicksal geworden ist. R. Z. ꝛzum Film Die gleiche Stelle im Roman und im Drehbuch Vom Buch zum Film führen selten Wege, die angesichts des ndpunktes, der„Ver- flmung“, Kenner des Textes wWie Filmbe- sucher gleichermaßen befriedigen. Die ad- Acuate Bildwerdung literarischer Substanz im Film lst ein fast unlösbares Problem und an zehn Fingern sind die Filme aufzu- zühlen, in die mehr von der Buchvorlage übertragen wurde als Stoff und Handlung. Unter den seltenen Drehbuch- Autoren, die in gleicher Treue dem Geist der Dichtung wie der Magie des Films verbunden, das Wagnis bestanden, nehmen die Franzosen Jean Aurenche und Pierre Bost einen be- sonderen Platz ein. Mit hren Adaptionen der Romane„Der Teufel hm Leib“ von Ray- mond Radiguet,„Die Pastoral- Symphonie“ von Andre Gide,„Gott braucht Menschen“ von Queffelece und„Verbotene Spiele“ von Frangols Boyer haben sie Fülme ermöglicht, die in der Kunstform des bewegten Bildes Wesen und Gehalt ihrer bedeutenden lite- rarischen Vorlagen bewahrten und dabel zu Meisterwerken echter Filmkunst wurden. Thre neueste Arbelt, die Verfilmung von „Erwachende Herzen“, dem zarten und an Nuancen so reichen Jugendroman der Co- lette, stellte sie vor ganz besondere Schwie- rigkeiten einer gemäßen Uebersetzung aus Die gute Anekdote Im Saal war plötzlich Unruhe entstan- den, und bald härte man den Auktionator dagen:„Rin Herr hat ohen seine Brieftasche mut zwelhundert Mark verloren Er bietet denn, der sle zurückbringt, zwanzig Mare!“ —„lch biete dreißig!“ riet eme Stunme aud derm Hintergrund. * Krauthupfers Frau it keine Schönheit Nrauthupfer gibt das unumwunden zu. Aber“, beteuert er,„sie hat innere Werte,“ „Warum langt du „Warum'““ tragt da Huper, le damm nicht wenden?“ der Sprache des Buches in die Sprache des Films. Wie treu sie dem Stil der Dichterin dabei blieben, ohne sich an den Buchstaben zu klammern, mag die folgende Gegenüberstel- lung der gleichen Stellen aus Roman und Drehbuch verdeutlichen“ Roman — Ich serspring', örst du, eh platze bei dem Gedanken, daß ich erst sechaehn bin/ All die Jahre, die da ſcommen.. Abitur, weitere Prilfungen, Berufsausbildung— all das Tasten und Versuchen und Stottern und von neuem Anfangen, wenns einem nicht gelingt. All das wiederfſeluen, was man nicht verdaut hat. 5 — All die Jahre, in denen lch den Eltern vormachen muß, daß ſen den Beruf liebe, damit sie sich nicht ſeranſeen, und ihnen zu- Hören muß, wenn sie sich anstrengen, mir unfehlbar borzuſommen, wo zie doch Über mich auch nicht mehr wissen als ich selbst. Ach, Vinca, unser Alter iat mir verhaßt, Warum ann man nieht gleich einundz wan zig sein. 7 — Noch so piele Jahre, in denen ich nur Halb erwachsen, halb frei, halb verliebt sein dar /f Fim VIVOA: Immer diese Altersgeschichten. PHIL Ach ja, Vinca, das ist nun einmal do ich bin erst sechzehn und das macht alles so gchwierig (Sie sind am Strand angelangt und setzen das Geschirr in den Korb.) PHIL: Ja, die Jugend ist was Schönes! (Phil lat sich in den Sand fallen. Er sieht gehr entmutigt aus. Plötzlich beginnt er, mit den Fingern Zahlen in den Sand zu schrei- ben: eine Multipltatlon, die er mit Nach- denſelichſeeit ausführt.) HIL: JB macht 1833. VIVOA: Was bedeutet das? NRHIL: Das iat die Jugend 1825 Tage noch, bis ſeh einundswaneig bin, und 30 lange bin len nur beinane erwachsen, bei- nahe frei, beinahe verliebt er paͤtet und die Szene vollendet werden -ein gefährlicher Filmtitel! Deutschen und amerikanischen Besatzungs- truppen in einem sensatlonslüsternen Rei- ger tendenziös zu verfälschen. Die Beset- zung der Hauptrollen mit dem„Film-Kos- mopoliten“ Ivan Desny, mit Gertrud Kük- kelmann, Karlheinz Böhm, Wilkried Sey- ferth(in seiner letzten Rolle), Erich Ponto, Heinz Hilpert und vielen anderen Darstel- lern von Rang und Namen lieferte die Ge- Wühr für eine künstlerisch hochstehende In- terpretation. So stellten sich gern Freſwil- lige aus den Reihen amerikanischer Armee- Urlauber als echte„Statisten“ zur Verfü- gung, die mit viel Eifer bei der Sache Wa- ren. Im großen Vergnügungszelt, dem Hauptschauplatz des Filmgeschehens, konn- te man wührend der Drehpausen Szenen der Fratermisation im besten Sinne des Wortes erleben. Dann aber tauchte plötzlich Migtrauen bel den amerikanischen Stellen auf: In Ver- kennung der positiven Absichten dieses Filmunternehmens, das menschliches Schick- gal auf dem realen Hintergrund unserer Zeit aufzeigt, um damit einen Appell an die guten Kräfte in allen Lagern zu richten, wupden dem Filmtitel entstellende Defini- tionen unterschoben. ES kam ein formelles Verbot der Mitwirkung für amerikanische Truppenangehörige. Das Filmprojekt wurde dennoch verwirklicht. An„Amerikanern“ war auch nach ihrem„Rückzug“ kein Man- gel. Es wurde nun eine Sache der Uniform- schneiderel. Die Geburtsstunde der ameri- kanischen Landser mit deutscher Zunge schlug. Und unversehens wurde man ge- Wahr, wie sehr sich die Menschen gleich 4 6 5 wenn man sie in dasselbe Tuch Ste Wie echt die deutschen Darsteller wirk- ten, beweist eine Szene. die sich eines Abends bei den Außenaufnahmen in einem Dort- gasthaus abspielte: Joachim Rake. der die Rolle des Captain Tyler verkörpert, kehrte in seiner Filmuniform während einer kur- zen Drehpause hier ein, um seinen Durst zu stillen, und geriet dabei so ernsthaft in Konflikt mit der kontrollierenden echten Mp, daß es der ganzen Uberredungskunst des Produktionsleiters bedurfte, um den fal- schen Captain wieder freizubekommen. Der große Zeltbrand, durch den die„gol- dene Pest“, die skrupellose Jagd nach dem Mammon(denn das allein ist die zutreffende Defimition des Titels)— in der Fllmhand- lung ihr Ende findet, bildet den Höhepunct und zugleich die schwierigste Szene dieses Streifens. Erica Beer als Bardame Daisy, die durch eine Unvorsichtigkeit den Brand stif- tet, hat laut Drehbuch einige Augenblickte lar selbst in Flammen zu stehen. Die Brenndauer der Kleidung war aufs genau- este vorherberechnet— und doch ging es schneller! Der allgemeinen Geistesgegen- Wart ist es au danlcen, daß ein Unglück ver- konnte. a N So nimmt dieser mutige Film, der schon vor seiner Uraufführung lebhaft diskutiert wurde, seinen Weg in die Of fentlichkeit! HKuliuriosa „Ich hätte nie geheiratet“, gestand Pierre Fresnau einem Freund,„wenn ich nicht in Vvonneè Printemps die Frau meines Lebens gefunden hätte“.„Aber wie konnten Sie das vor der Phe wissen?“„Vvonne hat es mir gesagt.“ * Wandlungen gibt es: Der französische Bild- nauer Oudot hatte vor sechs Jahren eine mitleiderregende Gestalt geschaffen, der er den Titel„Der Deportierte“ gab. Jetzt stellt Oudot dieselbe Skulptur in Paris aus. Sie heißt heute„Der heilige Johannes, in der Wüste predigend“. * Vin Reporter der Moshauer„ Literauturnaqa Gazeta“ befragte in C Haro die Kinder auf der Straße, was für Lieder sie singen cönnten. Darauf beam er lauter Tanzschla- ger zu hören. Richtige Kinderlieder cannten gie nicht, weder die alten von Feen, Königs- gönnen und Tieren noch modernere ommu- nistische. Nachforschungen ergaben, daß die gothjetischen Komponisten bisher regelrecht vergessen haben, Kinderlieder zu komponie- ren. Eine geharnischte Aufforderung in der obengenannten Zeitung, das Versdumte nach- zuholen, war die Folge. Herrraustreten Sum * Prag will im nächsten Jahr einen großen Wettbewerb zum Austrag bringen. Vs gilt, den zehnten Jahrestag der Staatspolizei zu jeiern. Ddzu braucht man hymnische Ge- dichte, heldische Theaterstilce, spannende Hrzdhlungen und forsche Lieder, die alle den Ruhm der besagten Polizei verkünden sollen. Bezeichnenderweise wurde den Teil- nehmern an dem Wettbewerb zugesichtert, dab auf Wunsch ihr Name nieht genannt wird f * Ftwas vergeſtlich scheint der englische Filmschöpfer Henry Cornelius zu sein. Als er nach Berlin fuhr, um dort Teile eines Films zu drehen, der um, 1930 spielt, dachte er nicht daran, daß inzwischen ein Krieg stattgefunden hatte. Vor den Veränderun- gen— keils Ruinen, teils Neubauten— mußte er ẽapitullexen, Vs blieb ihm niehts Übrig, als die benätigten Stadtansichten von früher in den Ateliers von Shepperton er- richten æu lassen. * Die Fimdiua war mehr schön als intelli- gent. Jemand fragte sie:„Haben Sie schon das Buch uber die Beswingung des Anna puyna gelesen?“ Antwortete Uberrascht die Hellissima:„Ach, das ist ein Buch? Ieh dachte, es ware wirſelich passiert.“ 0 Neunelg Prozent aller männlichen Film- dtars, die über 46 Jahre alt sind, tragen Per- yilchcen, versicherte der americantsche Fach- mann auf diesem Gebiet, Mac Factor. DIE LEINWAND Eine Beilage für alle Freunde des Films Musik von Charly Chaplin Charles Chaplin hat die Musik für seinen Film„Rampenlicht“ selbst geschrieben. Das Universalgenle Chaplin, wie es in der Film- welt kaum einen zweiten gibt, ist der Schöpfer eines Konzertes in diesem Film, ferner eines ganzen Balletts unter dem Titel „Der Tod der Columbine“, weiterer Ballett- musik sowie der Musik und Texte für drei Chansons„Der Sardinen Song“,„Der Floh- bändiger“ und„Frühlingslied“, die er eben- kalls selbst vorträgt. Neun Monate brauchte er, um die Musik zu schreiben. Ray Rasch, der Chaplin bel den Arrange- ments geholfen hat und viele Stunden am Klavier verbrachte, um jeden musikalischen Einfall gleich festzuhalten, während Chap- lin komponierte, erzählt uns einiges In- teressante aus dieser Zusammenarbeit. Für Chaplin besteht jede Bewegung aus Musik— jedes Ereignis auf der Leinwand Tindet sein musikalisches Gegenstück. Er ist jedoch ein Feind davon, Schwächen in der Handlung durch Musik zu verbergen, die Musik als Lückenbüßer zu verwenden. Nicht immer ist es notwendig, ein gamzes Orche- ster einzusetzen. Ein dramatischer Höhe- punkt kann ebensogut nur durch ein ein- ziges Instrument musilrallsch ausgedrückt Werden. i 5 Während Rasch am Klavier saß, Sirig Chaplin auf und ab— stöhnend und üch- zend, als ob er eine schwere körperliche Arbeit verrichten müßte: i „Ich brauche etwas ganz Ausgefallenes— etwas, was abscheulich und nett zu gleicher Zu„Rampenlicht“ schrieb Chaplin auch die Partitur Zeit ist— es darf aber nicht abstoßend sein — 80, jetzt habe ich es—“ und er summte eine Melodie, die Rasch schnell auf dem Klavier wiederholte und zu Papier brachte. Oder aber Chaplin beschwor Rasch, ihn nicht zu hetzen:„Ich brauche Zeit— spie- len Sie die Melodie, so wie ich sie Ihnen vorsinge— Verbesserungen können wir später machen—“ und die Töne, die er brummte, schienen gänzlich zusammen- hanglos, im falschen Rhythmus. Aber wenn der vulkanische Ausbruch der musikalischen Schöpfung vorbei war und die Femarbeit begann, hörte dieser unor- thodoxe Komponist alle Unreinheiten in der Melodie und merzte sie schonungslos aus. Sein musikalisches Schaffen gleicht der Art und Weise, in der er seine Filme schreibt. Da gibt es auch explosive Momente, in de- nen er von humoristischen Ideen über- schäumt, einige von ihnen passen in seine Filmstory, andere wiederum erscheinen als zusammenhanglose Phantasiegebilde ohne ersichtlichen Bezug auf den Film. So entsteht auch seine Musik— als eine Vielzahl von einzelnen Melodien und Moti- ven, Doch dann beginnt Chaplin das Ge- schaf fene zu ordnen und miteinander zu verflechten, wie einen Teppich, bei dem die richtigen Farben ausgewählt und die Inten- sität der Webfäden sorgsam geprüft wer- den muß. Ein Tongemälde ist entstanden, das einen wirkungsvollen Hintergrund für die Filmhandlung gibt, und mehr ist als eine bloße Untermalung. Unsere Kurzgeschichte zum Weltspartag Das Sparbuch Von Jo Hans Rösler Kitty öffnete neugierig den Umschlag. „Was ist das, Johannes?“ „Ein Sparbuch, Kitty.“ „Ein— was?“ „Ein Sparbuch, Kitty“, wiederholte ich, „äuf deinen Namen ausgestellt.“ Kitty sah mich von der Seite schief an. „detzt wirst du aber komisch, Johannes! Als Kind habe ſch so ein dummes Buch ge- habt. Aber jetzt, wo ich erwachsen und deine Frau bin?“ 1 Ich zog Kitty auf meine Knie. „Wer ein Sparbuch besitzt, hat einen Not- Froschen.“ „Als Ledige vielleicht! Aber ſch, wenn ich Geld brauche, komme ich zu dir, Das hast du mir am Traualtar versprochen.“ i 2 wenn ien dann terade keln Geld M. Ich setzte Kitty wieder auf den Stuhl zurück. 15 5 „Stell dir vor, ich verreise eines Tages“, zagte ich,„mir passiert unterwegs etwas, ich werde krank, komme krank zurücdc, da channes! Mal den Teufel nicht un die du Kannst mir hun Wand!“ b e 4 F 5 25 „Da sieht man wieder einmal deutlich, wie unlogisch so ein Mann ist!“ rief sie, „Was das allein an teuren Schuhsohlen kostet— hintragen, abheben— hintragen, abheben— es hat doch nur Sinn, wenn du einzahlst und ich hebe ab!“ Ich schnaufte zweimal tief auf. Dann versuchte ich es mit einem Beispiel aus der weiblichen Vorstellungswelt. „Stell dir einmal vor, du siehst einen Hut im Fenster“, sagte ich,„einen totschicken Hut! Ein Gedicht von einem Hut!“ „Ich habe ihn gesehen, Johannes!“ jubelte Kitty auf. „Na also! Und der Hut kostet ein Sün- dengeld.“ 5 „Er Kostet, Johannes, er kostet! Fünfzig „0 hast du es, Kitty“, sagte ich erlöst, nt 1 8. gagen, der Hut um ich kaufe keine ogte Hüte für fünfzig Mark.“ „Für wieviel denn, Johannes?“ „Allerhöchstens für zwanzig!“ „Barbar!“ r „Wenn du aber ein Sparbuch hast, kannst brauchst du doch Geld? Für den Arzt, für qu dir den Hut trotzdem kaufen. Du sagst die Arznei 1 „„ für den Trauerschmaus und den Witwenschleier!“ „Nun, so krank wollte ich eigentlich nicht werden“, sagte ich,„aber nimm es immer- hin an. Dann hast du dein Sparbuch und nebst ab.“ „Wieviel, Johannes?“ „Das kommt darauf an, wieviel du ein- gezahlt hast.“ Kitty flel aus allen Wolken. Es bummste ordentlich. „Wag? Ich? Ich denke, du zahlst ein und lch hebe nur ab?“ a Ich merkte, daß sich die Begriffe verwirr- en. „Mein mir von den Göttern geschickter Engel!“ sagte ich,„Das ist doch der Witz eines Sparbuches, daß du selbst einzahlst!“ „Um es eines Tages wieder abzuheben?“ „So ist es.“ Jetzt bekam Kitty Oberwasser. mir freundlich ins Gesicht, er kostet zwan- zig und nimmst den Rest vom Sparbuch.“ Kitty blieb der Verstand stehen. Das ge- schleht bei ihr öfter. Dann leuchteten ihre Augen glücklich auf. „Groshartig, Johannes! Jetzt sehe ich es eln. Ab heute spare ich. Ich habe vom Wirt- gchaftsgeld noch fünfzehn Mark Schmuh- geld, die zahle ſch jetzt gleich auf mein Sparbuch ein.“* Bravo“ sagte ich,„damit du siehst, wie lech mich darüber freue, gebe ich dir auch füntzehn Mark, dann kannst du dreißig Süberlinge einzahlen.“ Kitty flel mir um den Hals. Sie küßte mich weit mehr als nach Haus- krauenart. „Vielen lieben Dank, Johannes!“ jubelte dle,„und darf ich mir jetzt den entzücken- 0 Hut im Fenster für zwanzig Mark kau- en?“ LUIS ULRICH BEOINVT IH RH GROSSY PRUYUN G- In den Co- Ateliers in Berlin-Spandau begannen die Aufnahmen zu dem neuen Romy- Film„Ihre große Prüfung“, der im Verleih der Constantin- Füm er- gcheint und den Rudolf Jugert mit Luise Ullrich und Hans Söhnber in den Haupt- rollen inssentert. Das Drehbuch von Gerda Corbett und Margarete Hohoſſ nach einer Idee von Harald Bratt eraahlt in omädien hafter Vorm die Geschichte einer Studien- raltin, die nach dem mysteriösen Tod eines allen ihr aus ſeleinstäddtischen Bülrgerhreisen entgegengebrachten Widerständen zum Tote mit ihren modernen und individuellen pad ugogischen Methaden alle Schillexinnen und Schiller ihrer Klasse erfolgreich auf die Reifeprüfung vorbexreſtet und gie an der Stätte der Kindheit und Jugend eingedenſe der Worte Richard Dehmels mit der Auf- habe ing Leben entla ft!„bin biſchen Gut sein von Mengen zu Mensen lot mehr wert als alle Lebe zur Menschheit.“ Lehrers die Abitur klasse Übernimmt und Hoto: Grimm/ Rom/ Constantin —