Hochwolgebornen Freiherr, hochgeehrter Herr Oberjägermeister! Wollen Sie die Güte haben, mir auf zwei Monate Neugarti historia epis- copatus Constant. tomus 1.mus mit der Fortsezung in Manuscript und Scherzii glossar German. anvertrauen und durch Post anher gelangen zu laßen, so begrüße ich Sie sehr angelegen darum. Für Ihre Fräulein Töchter findet sich vielleicht in beiliegenden Blät- tern das eine und andere zum aufmerken geeignet, und in solchem Falle stünden groeßere Hefte zu Gebot; und überhaupt bin ich bereit, Anfragen der Art nach Vermögen zu beantworten, wenn sie an mich gelangen. Nebst meiner Empfehlung an Ihre Frau Gemahlin verbleibe ich mit vollkommener Hochachtung Euer Hochwolgeboren ergebenster Diener I. Eiselein Prof. Geisingen, den 16. März 1852. Hochwolgeborner Freiherr, hochgeehrter Hen Oberjägermeister! Seit meinen Zeilen vom 16. v. M. habe ich meinen paar Schülern wieder einige Blätter dictiert, die ich für die edlen Fräulein bei zu fügen mir erlaube. Meiner Tochter Lina, Er- zieherin bei einer Familie in Besançon, machen die Flederwische einiges Vergnügen, und für dieselbe und sie secunder auch gemünzet. – Der Spaetwinter hat Euer Gnaden wol noch nicht gestattet in die Librarei zu treten; des Neugart bedürfte ich wegen eines Nachtrabes zum Beschriebe von Constanz; und statt Scherzii glossar würde mir auch Kuonr. von Ammenhûsen schâchzâbel oder die Abschrift des vrowendienstes sehr willkommen sein; und alles wird rein und pünktlich laut Dero Wunsch dankbar zurükgestellt werden. Heute wird der Fürst mit Gewißheit in D. zurükerwartet nach einer mehr als vierjährigen Abwesenheit. Er soll mit seiner Niftel, der eben zur Witwe ge- wordenen Fürstin von Sigmaringen, die zu ihrem Stiefsohne nach Preußen reiset, eine Zusammenkunft in Heidelberg gehalten haben. Der Verwaltung in D. ist der Obmann der dortigen Kunstmühle mit circa 10,000 Gl. durchgebrannt, natione Helvetus. Da er zum incasso einen Urlaub auf 8 Tage empfangen hatte, und man also erst nach Verfluß dieser Teit Argwohn auf ihn hegen konnte, gewann er einen sol- chen Vorsprung, daß er auch durch den Telegraphen nicht mehr erreicht wurde, wie es nun den Anschein hat. Ich bitte, Ihre Augen nicht zu bemühen, sondern mir durch einen Amanuen- sis gütigst einige Zeilen antworten zu laßen. Mit vollkommener Hochachtung Euer Hochwolgeboren ergebenster und dankbarster Diener I. Eiselein Prof. Geisingen an der obersten Donau, den 1. Apr. 1853.