Erhalten den 16 März 1827 morgens. zu Eppishausen. vide Nº. 55& 56. Euer Hochwohlgeboren bitte ich vor allem einen freundlichen Blick auf die Unterschrift zu werfen, und dem Namen alles zu verzeihen, was an sträflicher Vergeßenheit, – z. B. wegen einer noch ausstehenden Erkundigung über eine Becherschrift – x sich daran richten moechte; sodann der Bitte, die folgt, gütiges Gehör zu schen- ken! – Es ist einmal herkömmlich; daß Neugierige bej denen anklopfen, die, reich an Sagen& Schätzen der Vegangenheit als Sammler und Orakel bej den böotischen Mitbürgern gelten. Ich komme als bettelmönch zum gelehrten Benedictiner. Da panem, quaeso! Ewr Hochwohlgeboren würden mir, und durch mich einem Dritten(dem Walter Scott'schen bekann- ten Unbekannten) wahrhaft Vergnügen bereiten, wenn Sie über die Wappen der Herrn oder Ortschaften von Laugenstein, Stetten am kalten Markt, Münchhöfe, und Adelsreute mir heraldisch sichere kunde geben wollten. Daß solche aus Ihrem reichen Born des Wißens fließen könne, wird als gewiß angenommen. Die Wappen sind ja versteinerte Zeugen, und auf Ihren Gängen durch die Vorzeit mag oft eine sichere Anzeige über diese Elemente der politischen Gestaltungen Ihnen zu Theil geworden seyn. Dieser Bitte soll ich nur den Wunsch noch beifügen, daß Sie den Inhalt des Briefs als vertrauliche Eröffnung, Ihnen allein ge- hörig, betrachten moechten. Haben Sie übri- gens noch anderweite Notizen über jene Besitzthümer, so wären solche gleich willkom- men. Sie sehen, ich bleibe meinem Freibeuter Charakter getreu! Zu allen Gegendiensten bereit bitte ich den Ausdruck der wahrhaften Hochachtung zu genehemigen, womit ich zu seyn die Ehre habe E Hochwohl. Carlsruhe 10 Maerz 27 Gehorsamster Diener von Hennenhofer Ritter und Flügl Adiutant