Wigalois

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Mit großzügiger Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Wüstenrot Stiftung konnte die Badische Landesbibliothek Ende 2018 die ehemals Donaueschinger Wigalois-Handschrift (Cod. Don. 71) erwerben, ein nationales Kulturdenkmal von exzeptionellem Wert. Damit kehrt ein um 1420 in der berühmten Lauber-Werkstatt im oberrheinischen Hagenau produzierter und höchst erzählfreudig illustrierter Artusroman in seinen ursprünglichen Überlieferungskontext zurück. Seit der Erwerbung der Donaueschinger Handschriftensammlung durch das Land Baden-Württemberg 1993 war es Ziel, den vorab in Privatbesitz verkauften Codex für die Sammlung zurückzugewinnen.

Um das Jahr 1215 erzählte der fränkische Dichter Wirnt von Grafenberg in diesem mittelhochdeutschen Versroman die Geschichte des Titelhelden Wigalois, der am Hof des Königs Artus zum Ritter ausgebildet wird. Von dort bricht er auf, um das Reich Korntin von seinem Usurpator Roaz zu befreien und seiner rechtmäßigen Königin Larie zurückzugeben. Zusammen mit dem „Parzival“ Wolframs von Eschenbach ist der „Wigalois“ der wohl am meisten und am längsten rezipierte Artusroman des Mittelalters. Als die ehemals Donaueschinger Handschrift um 1420 in der berühmten Lauber-Werkstatt am Oberrhein entstand, war er längst ein „Klassiker“. Zweihundert Jahre nach dem Entstehen des Textes gefertigt, illustriert die bebilderte Handschrift den Roman auf eine sehr besondere und aufschlussreiche Weise.


Weitere Informationen zur Handschrift finden Sie hier