80 Der Dritten AbhandlungSo wuͤrdeſtu gewiß erblickenWie itzt ihr Hertze brennet/Und wie meine Wehmut wuͤnſchet /ſtets bey deiner Roth zu ſchweben.O du durch Liebe gefolterter Geiſt!Was hilfft es mich geliebt und auch verliebt zu ſeyn?Warum trennſtu/ OVerhaͤngnis/ die die Lieb ein Paar genennet?Warum pareſtu uns Liebe/ weil uns das Verhangnis trennet?,Das Wild/ ſo hier mein Mund mehr als geluͤcklich heiſt/Lobt auſſer dieſer Pein.Es hat ſonſt kein Gebot im Lieben/ als das Lieben;Hergegen ſtellt bey uns ſich ſchaͤrffre Satzung ein/Dieweil der Tod der Liebe Straff iſt blieben.Iſt uns dann das Suůndigen als ein Zucker in dem Leben/Und von Suͤnden rein zu ſeyn ſcharff und eifrig mit gegeben.Eyl ſo irret die Natur/ ſo ſich wider Satzung ſetzet;Oder ja die Satzung ſelbſt/ weil ſie die Natur verletzet.Was aber dieſe dieb iſt/ ſchlecht und gar geringe/Die vor das Geliebte ſich wegert zů ſterben?Ach Mirtillo! wolte GOtt/Es waͤre nichts als nur der Todt/Surch den die Verliebeten muͤſſen verderben;Du heilig Ehre du/ du reinſtes aller Dinge/Dir ſey der heiſſe Trieb im LiebenDurch dener Schaͤrffe Stahl geſchlacht/Als ein unbeflecktes Weſen itzt zum Opffer hingebracht.Mirtillo, aber du/Du Auszug meiner Seelen/Nicht rechne mir doch das Verbrochne zu/Daß ich dich muß durch Haͤrtigkeit betruben!Ich bin darinn dir unbarmhertzig blieben/;Dieweil die Noth mich hieß die Wehmuth zu verhaͤlen.Ach! verzeihe dieſer Schuld/ die von auſſen grauſam ſcheint/Und aus ungefaͤrbter Hold es mit dir von Hertzen meint!Doch/ wuͤnſcht du dirDich an mir zu raͤchen?Wags wird doch mix