iliſ finni tuuh Von der Liebe GOttes. a Man liebt ſonſten einen wegen feiner Freundlichkeit und Leutſeligkeit/ Gtt aber iſt ſehr freundlich und ſeine Gůte waͤret ewiglich/ Pfal.135. Man liebt ſonuſten einen wegen ſeines guten Namens/ guten Lobs und Ruhms/ GOtt den. HErren aber loben alle Heyden und preiſen ihn alle Voͤlcker/ Pf. 17. Darumb ſollen wir uns dieſe herrlichſte Eigenſchafften GOttes auch gegen ihm zur Liebe bewegen laſſen. IE Sollen wir Chriſten G Ott den HErren lieben/ wegen der Vor⸗ trefflichkert dieſer Tugend. Chriſtus der HErr ſagt in Text: Das Gebot von der Liebe GOttes ſey das fuͤnnehmſte und groͤſe Gebot/ und Sanct ter. Paulus ſagt/ die Liebe ſeye die Haupt⸗Summa des Gebots. Jim. r. Darz: auß folget/ daß die Liebe/ gegen GOtt der vornehmſten und groͤſten Tugen⸗ den eine ſey/ deren ſich die Chriſten vor allen beſteiſſigen ſollen. Die Liebe ge⸗ gen GVrb iſt ein ſchoͤne Tugend/ Gott lieben iſt die aller ſchoͤneſte Weiß⸗ heit/ Syr. Sie iſt ein Auſehliche Zugend/ die nicht allein fuͤr ſich ſelbſten ein herrlich Lob und Ruhm hat/ ſondern auch anderen Tugenden erſt ein recht⸗ Anſehen macht/ da ſie ſonſten ohne die Liebe nichts gelten/ wie Paulus ſags: Wannich mit Menſchen und mit Engel⸗Zungen redet/ und huͤtte der Liebe: nicht/ ſo wer ich wis ein doͤhnend Ertz oderklingende Schelle: Und wann ih: weiſſagen kunte und wuſte alle Geheimnuß und alle Erkantnuß/ und haͤtte al⸗ len Glauben/ alſo daß ich Berge verſetzte/ und haͤtte der Liebe nicht/ ſo waͤr ich nichts- Und wann ich all mein. Haab den Armen gebe/ und ließ meinen Leib brennen/ und haͤtte der Li be nicht/ ſo waͤre mirs nichts nutz/. Cor. i3. Das vedet zwar der Apoſtel von der Liebe gegen dem Nechſten/ es kan aber gar wohl auff die Lebe gegen GO? Tagezogen werden/ weil auch die Liebe gegen dem Nechſten nichts gilt/ wo nicht die Liebe gegen G Ott zuvorderſt dabey iſt/ wie wir hernach vernehmen werden · Sie iſt uͤber daß ein muͤchtige/ gewaltige Tu gend/ die dir andere Tugenden als eine Koͤnigin derſelben regiert/ treibt und ztoingt/ wie cinliebe Mutter/ wann man ihr ſagt/ ihr Kind ſey in einen Brun⸗ nen oder die Stiegen hmab gefallen/ nicht bedarff/ daß man ſie weiters mit vielen/ gelehrten Worten berede und auffimuntere/ ſondern die angebohrne Blutsliebe dringt und treibt ſie ſelber/ daß ſie ſobald alles ſincken und ſtehen laf/ und dem Kind zulaufft/ alſo wo die Liebe Gottes bey einem Menſchen iſt/ dayffſie nicht viel Beredens/ Guts zuthun/ die inwohnende Liebe GOttes treibt fich felbſt und erwindet alles. Sie ift ein groffe Tugend/ ja die groͤſte/ dann da Paulus die vornehmſte Tugenden gegeneinander gehalten gibt er zuletzt dieſen Außſchlag und ſagt: Nun aber bleibt Hlaub/ Hoffnung⸗ Lebe/ dieſe drey/ aber die Liebe ift di⸗ groͤſte unter ihnen /1. Cor. 13. Die groͤſte ift fie unter dieſen dreyen weil der Gaub und Hoffnung werden auffhoͤren/ wir werden im ewigen Leben nicht glauben/ ſondern alles siar aa > en/ Vortrefflichs⸗