alla MALIK Sedult gegen Sott. 67 fein Gewiſſen beiſtihn nicht ſeines gantzen Lebens halben/ Job. 7. So iſt ihm allenthalben leicht und wohl/ dann ein gut gewiſſen iſt ein taͤglichs;· Wolleben/ Syr 15. Auß dieſen drey Stuͤcken und Kleinodern/ nehmen wir dißmahl das unttlere herauß/ welches iſt die Chriſtliche Gedult/ davon auch Syrach in den verleſenen Worten ſagt: Alles was dir wiederfaͤhret/ c. Und demnach die Ge⸗Vorlrat⸗ dult zweyerlen iſt/ ine gegen GOtt unter dem Creutz und Truͤbſal o GOTT der HERR feinen Chriften gu leiden zuſchicket/ die ander gegen dem Nechſten/ da man auß Lindigkeit und dangmuth mit dem Nechſten ſeines Verbrechens halber gedult hat/ wollen wir diß mahl die gedult ſo auff den HErꝛen ſihet/ fúr uns nehmen/ erſtlich die verleſene Wort mit wenigem erklaͤren/ und darauff auch anzeigen/ was wir Von der Gedult gegen GOtt werden zu unſerer dehr und Nutzen zu mercten und zu behalten haben. Dazu uns GOtt ſein Heiligen Geiſt verleihen wolle /A nen. Erklaͤrung des Texts. MAnfang des anderen Capitels ſeines Buchleins hat Syrach der ER rit Haußlehrer/ ſeinem Kind/ das iſt/ einem jeden Chriſten angeꝛeigt/ mie GOTT der HERR ſeine Diener/ das iſt alle rechtſchaffene Chriſten/ die ſich in ſeinem Dienſt ihme zu eigen ergeben/ pflege zu halten und heim zu ſuch en/ nemlich ſie haben Anfechtung und Liden gnug/ wozuein Chriſt ſich nicht allein vorher ſchicken/ ſondern auch/ wann es nunmehr kommt/ gedul⸗ tig ertragen ſolle. Sagt demnach: Alles was dir wiederfaͤhret/ was dir in der Welt widriges begegnet/ das leide alles/ nimms an und ertrage es/ und/ wel⸗ ches eben auch dahin gehet/ ſey gedultig in allerley Truͤbſal. Truͤb ſal/ iſt alles ⁊roben das jenige/ was einem rechtglaubigen Chriſten Menſchen in ſeinem Leben/ entweder ohne Mittel von GOT⁊ ſelbſt/ oder auß goͤttlicher Verhaͤngnuß von dem Teuffel oder der boͤfen Welt/ oder andern Zufallen/ Ubels wiederfah⸗ ren mag/ daß dardurch der Menſch entweder geſtrafft oder geprobirt/ zueinem beſſern eben auffgemuntert/ und GOtt der SENRð vor allem daruͤber gelobt und gepreiſet werde. Dieſe Troͤͤbſal /o die Chriſten betrifft/ it nicht wenig/ ſou⸗ dern viel/ nicht einer⸗ſondern allerley/ wie Syrach allhie ſagt/ als Anfechtung alleler der Seelen/ Schwachheit des Leibs /Armuth/ Verachtung/ Verfolgung/ ſo ent weder uͤber uns ſelbſten oder doch üͤber unſere nechſt Angehoͤrige ergehen/ uns ſchmertzen und kraͤncken. Das alles ſollen wir Chriſten leiden/ ſagt Syrach/ und ſollen gedultig darin ſeyn. Die gedult ift ein folche Jugend und Frucht i erdutlen. des Heil. Geiſtes/ daein Chriſt unter dem Creutz ſeine Suͤnd und Schwach⸗ heit erkennt/ und glaubt/ daß ihm GOttin Zuſchickung deſſelben nicht unrecht thue/ untergibt ſich gäntzlich dem Willen ſeines lieben BOttes/ haͤlt Ihmun⸗ ter ſolcher vaͤttterlichen Zuͤchtigung ſtill/ D nimt ihm ſelbſten fur 7 niht 2 wi⸗