264 Die XXIIX. Tugend⸗Predigt.Eſu Chriſtiſchmiden: Und ob ſie wol etliche ſcheinbare Regeln in ihrem DrsS piama haben/ iſt es doch meiſtentheils Menſchen⸗Tand/ ſo inGottes Wort keinen Grund hat/ und dem HErrn Chriſto demnach zu widerwie er ſelber ſagt: Vergeblich dienen ſie mir/ dieweil ſie lehren ſolche Lehr/ bienichts denn Menſchen Gebott ſind/ Matth. 15.Ie. I. Warnung der heilige Bernhardus ſagt: Wir wollen alle ChrisDR ſti und ſeiner Woltahten genieffen/ aber roir wollen ihm nicht nach folgen/tirnicht Khri⸗ begehren ihn alle zu finden/ begehren ihn aber nicht zu fuhen/ wir haben Luſt zufio ihm zu kommen/ wollenihm abernicht nachkommen! Daher der frome Theo-logus Jac. Andreaͤgeſagt/ der HErr Chriftus hab viet Diener aber wenigNachfolger/ viel Volck/ wenig Folg. Und dem iſt leyder alſo: Ein groſſerTheil folget nicht Chriſto/ ſondern dem Antichriſt und deſſen blinden Laitern/davor Chriftus warnet Matth. 15. Der meifte XBelthauf folget des Teufelss, Eingeben/ folget der Welt Verfahrung/ folget deß Fleiſches boͤſen Liftenals Chriſto und ſeinem heiligen Wandel/ darinnen er uns vorgegangen/ zu⸗NB. Hiſt. wider. Da das Kriegsvolck Joabs deß Feld Hauptmanns Davids ihme2. Sum. im Streit ſolte nacheilen/ laſſen ſie ſich unterwegs aufhalten uͤber demtodteny Aaß Amaſa/ dann wer an den Ort kam/ da Amaſa in ſeinem Blut tod lag/ derſtund ſtill /2. Sam. 20. Alſo machen wirs auch/ da wir in unſerem Kampffund Lauff Chriſto nachfolgen und dem himmliſchen zueilen ſolten/ laſſen wwiruns durch das Irrdiſche und Zeitliche aufhalten/ und wollen dem folgen/ daswir fliehen ſolten: Wie aber einer den Leichnam Amaſaͤ auß der Straffengethan/ auf den nechſten Acker geweltzt und Kleider auf ihn geworffen/ daraufiſt jederman dem Joab ungthindert nachgefolgt/ bid. Alſo ſollen wir uchui. Ill Vermahnet ſeyn/ alle Hindernus auß dem Weg zu raumen/ undVermah· dagegen allen Fuͤrſchub zu thun/ daßwir und andere Chriſto dem HErrnaufhaddi den jetzt erzehlten Wegen nachfolgen moͤgen. Dennwie der HEr ChrifugChriſt. zu Petro und Andrea geſagt: Folget mir/ Matth. J. und wie er zu MatthaͤWer: dem Zoͤllner geſagt: Folge mir/ c. 9. Alſo ſpricht er noch uns allen und einenjeden inſonderheit zu: folge mir. Cin jeglicher fey geſinnet/ wie JEſus Ehri⸗Warum ꝛ ſtus auch war/ Phil. 2. Wir haben allhie ſeinen ernſtlichen Befehl in unſernerklaͤrten Tertworten. Ein Beyſpiel hab ich euch gegeben/ daß ihr thut oderthun ſolt/ wie ich euch gethan habe. Er iſt unſer Meiſter und Lehrer/ Joh. 13.Wie nun ein Schuler und Lehrjung auf alle Wort und Werck/ auch wol aufdie gebaͤrden ſeines Meiſters und Lehrers Achtung gibt/ und dieſelbe zu ex⸗primiren und nachzuarten ſich befleiſſtget/ alſo follen wir auch Chriſto unſermHeErrn getreulich nachzufolgen geftiſſen ſeyn. Er iſt unſer Hirt/ darum ſollenwir als ſeine Schaͤfflein ſeine Stimm hoͤren und ihme nachfolgen/ Joh. 10.Eriſt ſelber der Weg/ darum koͤnnen wir ihm ſicherlich folgen/ Joh. 14. Er iſtdas Licht/ darum wañ wir ihm folgen/ werden wir nicht im Finſternus nen