Seyd Machfol⸗ ger Gottes/ alsde lie⸗ ſeyd nun G Ottes Nachfolger/ ſagt Paulus A be Rinder. oð Die XXIX, Tugend⸗Predigt. und geſagt: Vergebt einer dem anderen/ gleich wie G Ott euch vergeben hat in Ehriſto. Darauf macht er jetzo im Anfang deß§. Capitels/als in unſeren vorhabenden Worten/ einen allgemeinen Schluß und ſagt alſo: Soſeyd nun Gottes Nachfolger/ als die liebe Kinder. Und will/ wie wir in dieſem/ nemlich in der Freundligkeit und Verſohnligkeit GOttes Exempel nachkommen ſol⸗ len/ alſo ſoll es quch geſchehen in allen andern Stuͤcken. Dann wir durch die Soͤnde verderbte Menſchen vermoͤgen/ ſonderlich in geiſtlichen Sachen zu unſerer Seligkeit gahoͤrig/ auß uns ſelbſten ſehr wenig oder wol gar nichts/ ich weiß HErr/ daß deß Menſchen Thun ftehet nicht in ſeiner Gewalt/ und ſtehet in niemands Macht/ wie er wandle oder ſeinen Gang richte Jerem. 10, Sol⸗ ten wir uns ſelbſten folgen/ ſo giengen wir alle in der Irr/ wie die Schafe/ Eſa. S3. Wir koͤnnten und wuͤrden auf dem Weg zur Serligkeit durch falſehe deh⸗ rer und derſelben Ketzeren durch Gottloſe Men ſchen und derſelben Ergernus/ und durch den Teufel und deſſen Liſt und Betrug/ leichtlich verfuͤhrt und geſtuͤrtzt werden. Darum ſollen wir in unferm Chriſtenthum nachfolgen Gott/ der uns foͤhret auf rechter Straß/ Pfal. 23. und aukebener Ba hn/Pfſal. 143. GoOttes Exempel ſollen wir fleiſſig in acht nemmen/ und ſeinen Goͤttlichen Eigenſchafften nachfolgen: Nicht zwar/ daß wirs ſo weit bringen/ und in ſol⸗ cher Vollkommenheit erreichen koͤnnten/ wie ſolche Eigenſchafften in GOtt zu finden/ dann das iſt keinem Menſchen moͤglich. Sondern es verſtehet©. Paulus hierinnen ein ſolche Gleichheit zwiſchen Gott und uns/ da wir nach allen Kraͤfften aͤuſſerſten vermöͤgens trachten/ den Goͤttlichen Eigenſchafften ſo weit gleich und nachzukommen/ ſo viel in dieſer Schwachheit/ durch GOt⸗ tes Gnad/ und deß H. Geiſtes Mit Würckung von uns geſchehen kan. So ls die liebe Kinder. Mit welchen letztern Worten er uns zweyerley anzeiget/ Erſtlich die Art und Weiß/ ſolcher nachfolge/ nemlich wie leibliche Kinder auf alle Wort/ Ge⸗ baͤrden und Werck ihres Vatters Achtung geben/ und fich befleiſſen demſelben nachzuarten/ alſo follen toir auch GOttes/ als unſers himmliſchen Vatters Nachfolger ſeyn/ Zum Andern/ zrigt er hiemit zugleich Urſach an/ die uns hierzu anreitzen ſolle/ nemlich es gebuͤhre ja den Kindern/ dafi fie nicht ſollen auß der Art ſchlagen/ ſondern ihrem Vatter in allen loblichen Sachen nach⸗ folgen/ auf daß wann der Vattr ſtirbt/ sſeye/ alss waͤr er nicht geſtorben/ wañ er alſo ſeines gleichen/ an ſeinem wolgezogenen Kind hinter fich gelaſſen/ Syr. 30. Alſo ſollen wir auch unſers himmliſchen Batters heiligen gafe Cor nach aller Moͤgligkeit nachkommen/ wann wir anderſt ſeine liebe/ gehorſame/ wolgerathene Kinder ſeyn und heifſen wollen. Und das iſt nun Anfangs dã alaltige Erklaͤrung unſerer borgenommenen Terxtworten. Lehr. Coh Moma pid pil Gni wii wé Gotu wM hatu filmi Mia