Die ordentliche Selbſt⸗Liebe. 301 Im Nahmen JEſul 4. Jul 76. Die XXXII- Tugend⸗Predigt. In der anderen Abtheilung/ von denen Tugenden gegen: uns ſelbſten/ Die I. Tugend: Ordentliche Selbſt⸗Liebe. Text: Epheſ. c.:9. 29 Niemand hat jemals ſein eigen Fleiſch gehaſſet/ ſondern er naͤhret es/ und pfleget ſein. Eingang. Geliebte in Chriſto dem HErrnl. Ls der heilige: Hiob/ nach erlittenem Schaden und Ver⸗Deß Sa⸗ Wnlaſtſſiner Rinder und Eſelen ſeiner Schaaff und Camal/ auchtans Wort! SO, eines Geſinds und ſeiner Soͤhn und Toͤchtern/ um ſeiner Froͤmmig⸗Job.a SZN keit/ Gedult und Biſtaͤndigkeit willen von GOtt dem HErrn gerühmet wurde/ ſeines gleichen ſey nicht im Land/ er ſey ſchlecht und recht/ Gottsfoͤrchtigund meide das Boͤfe und halte noch feſt an ſeiner Frommkeit; wendet Sathan dagegen ein/ und ſagt zu dem. OErrn /Haut fur Haut und alles was ein Mann ha/ lafſt er für ſein Leben/ aber recke deine Hand auß und taſte ſein Gebein und Ileiſch an/ was gilts/ er wird dich ins Angeſicht ſegnen/ Job. 2. Hiemit will Satan/ der Ertzluͤgner und Laͤſterer/ den from̃en Hlobyergiff dey G Ott dem HErrn angeben als ob es ihm mit ſeiner Gottsforcht kein ſo gtoſſer Ernſt ſiy/ ein Heuchler köͤnne ſich auch alſo ftellen/ weil es ihm noch nicht recht andie Bindriemen gehe/ könners noch wol erleiden/ die Haut ſei⸗ nes Vithes/ ſeines Geſinds/ auch ſeiner Kinder hab er bald verſchmertzt/ wann es aber ſeine eigene Haut folte treffen /wann eg ſein Leder recht gelten ſolte/ da wuͤrd man ſehen was hinter ihm ſtecke/ wie bald er ſich geben und Gott daraͤber. ins Angeſicht ſegnen/ das iſt fluchen undlaͤſtern wuͤrde. Wann wir aber dasaber gerel⸗ angehauchte Sataniſche Gifft der Läſterung von dieſen Worten abſtreiffenniget. und hinweg wiſchen/ moͤſſen wir bekennen/ daß es die lautere Warheit ſey/ Haut fuͤr Haut/ und alles was ein Mann hat/ laͤſt er fuͤr ſein Leben. Das iſt/ wie Doctoͤr Luther am Rand hinzuſetzt: Fuͤr ſeine Haut laͤſt er fahren Kins der/ Biehe/ Geſind und alle andere Haͤut. Fremde Haͤut gibt einer fuͤr feine Haut zur Kanꝛion, läſt alles dahinden/ wann er nur feine Haut ganh davon bringen mag; wohin auch dieverlefene ais deß Apoſtels Pauli gehen/ wann PPL et: