Die Warheit.— SEERDE SOE ES a oaaepa i Im Namen JEſu d r. Nov:Die XLIII. Tugend⸗Predigt/In der andern Abtheilung/ von denen Tugenden gegenuns ſelbſten/Die XI. Tugend: Warheit.Tert: Epheſ. c. 4. v. 25.Redet die Warheit/ ein jeglicher mit ſeinem Nechſten.Eingang.Geliebte in Chriſto dem HErren!5 S ſagt der heilige Bernhardus lermon 71. in Cantic. alfo: Der Cmi desY IG Menſchen Sitten und Tugenden haben auch ihre Farben und Banherde/EGeruch/ die Farb zwar im Gewiſſen/ den Geruch aber im gutenNamen. Dieſes ereignet ſich nun inſonderheit bey der loͤblichen eirtTugend der Auffrichtigkeit und Warheit wie die Exfahrung gibt/daß ein warhafftiger Menſch innerlich ein gut Gewiſſen fuͤr ſich/ und aͤuſſerlicheinen guten Namen für anderen Leuten hat: Da hingegen die Luͤgner beydesihr Gewiſſen verletzen/ und bey jederman einen böͤſen Nachklang haben/ alſo/daß ſie allenthalben/ wo ſie hinkommen/ einen heßlichen Geſtanck hinter fichlaſſen/ wie der boͤſe Geiſt/ welcher ein Batter der Lůgen iſt/ Joh. 8. Darumwarnet der Apoſtel Paulus ſo ernſtlich vor der Lugen/ und vermahnet uns da⸗gegen zur Warheit/ da er ſpricht: Leget die Luͤgen ab/ und redet die Warheit.Weil wir dann zum nechſten von denen Tugenden gehandelt/ die eigentlich un⸗ Voruas·ſer Gemůth betreffen/ als da iſt Fürſichtigkeit und Auffrichtigkeit/ wollen wirjetzo auch von denen Tugenden etwas reden/ die unſeren Mund und Zungenbetreffen/ unter denen uns erſtlich fuͤtkommt die Autzſag der Warheit/ wie Pau⸗lus allhie ſagt: Redet die Warheit/ ein jeglicher mit ſeinem Nechſten; DieſeWort wollen wir erſtlich mit wenigem erklaͤren/ und darauff weiters anzeigen/was wirVon der Warheit/werden zu unſerer dehr und Nutzen zu mercken und zu behalten haben. Darzu Bunguns GOtt ſeinen guten Geiſt/ Gnad und Segen verleihen wolle/ Amen.Er⸗