Bꝛtäͤubung des eibs. Und das iſt nun die 17. Tugend/ ſo auff uns ſelbſten gehet/ nemlich die Fanme⸗ Bet aͤubung und Zaͤhmung unſers Leibs/ da wir gehoͤrt/ daß wir we⸗ gen des Goͤttlchen Befehls/ wegen unſers Chriſtenthums/ wegen der heiligen Exempel/ wegen des Nutzens und entgegen geſetzten Schadens/ unſer ſündli⸗ ches Fleiſch zwingen/ unſeren Leib betaͤuben, und deſſen ſundlich Beginnen im Zaum halten ſolien/ nach den Worten des Apoſtels Pauli/ ich betaͤube meinen Leib und Zaͤhme ihn/ i. Cor. 9. i Gebrauch dieſer Lehr. L G Ungu soo jenigen/ die da meinen/ dieſt tugendliche Betaͤl⸗. bung und zaͤhmung des Leibes geſchehe allein durch die aͤuſſerliche Widert⸗ Ubung des Leibes/ bereden ſich auch/ daß ſie vieldabey vor GOTT Hra aan, vordienen koͤnnen/ ſo hat Dominicus der vermeinte Heilige/ einen eyſeren Pan⸗ zer auff der bloſſen Haut getragen/ Franciſcus hat ſich im Schnee/ und Bene⸗ dictus in den Neßlen und Dornen umgeweltzet/ wie auch noch unſere Paͤpſt⸗ ler im Brauch haben/ daß ſie auff gewieſe Zeiten ſich des Fleiſch Eſſens enthal⸗ ten/ haͤrine Hemde antragen/ mit außgeſtreckten Armen/ und bloſſen Fuͤſſen auff hoͤltzern Schuen gehen/ ja bib aufs Blut/ manchmal biß auf den Tod peit⸗ ſchen und geißlen/ und dadurch ihre Suͤnden abbuͤſſen wollen. Welches doch G0OTTnirgend befohlen/ ſondern vielmehrernſtlich verbotten hat/ 3. Buch Moſ.19. Die Baals⸗Pfaffen habens im Brauch gehabt/ wird aber an ih⸗ nen nicht gelobt/ l. Koͤn. i8. Es beküͤmmeren ſich zwar ſolche Heuchler daruͤber/ yechten mit GOTTund ſagen: Warum faſten wir/ und du ſiheſt es nicht an/ warum thun wir unſerem Leib wehe/ und du wilts nicht wiſſen! Aber der Er: antwortet ihnen und ſagt: Solt das ein Faſten ſeyn/ das Ich erwehlen ſoll/ da ein Menſch ſeinem Leib des Tags uͤbel thut oder ſeinen Kopff haͤngt miè ein Schilff/ oder auff einem Sack und in der Aſchen ligt/ Eſ.yx8. Vergeblich dienen ſie GOtt hiemit/ dieweil ſie lehren ſolche Lehr/ die nichts iſt dann Men⸗ ſchen⸗Gebott/ Mʒatth.u5. II. Warnung/ daß wir zwar den Leib nicht uͤbermacht martern und u. quaͤlen mit unertraͤglich angemaſter Heiligkeit des Wachens/ Faſtens/ Frie⸗ Warnang rens/ und dergleichen wie die Heuchler thun/ wie Doctor Luther in ſeiner Rand⸗ Sait i gloß ſetzt/ Rom. 3. Dann wer dem deib zu wehe thut/ der verſtoͤret das Geſchoͤpff marrern/ Gottes/ und hindert ſich ſelbſten an den Wercken ſeines Beruffs und der Gott⸗ uns Ae ſeligkeit: Jedoch ſollen wir unſeren Leib auch nicht verzaͤrtien/ und deſſen fündlichen Luͤſten und Beginnen nicht zuviel nachhaͤngen/ dann wer ſeines Leibs alſo wartet/ daß er geil wird/ der naͤhrt/ maͤſtet und ſtaͤrcket ſeinen eigenen Feind und bringt ſich ſelbſten hiedurch/ mit Seelund Leib in das aͤuſſerſte Ver⸗ derben/ dann offenbar ſind die Werck des Zleiſches/ die das thun/ werden das Reich GOttes nicht ererben/ Gals. gi UL Vers