Lehr. Ein Chriſt folt fih der Maͤſſigteit befleiſſigen. 462 Die LI. Tugend⸗Predigt/ Lehr. Abey wir dann widerum ein ſehoͤne/ hochnothwendige/ herꝛliche Tu⸗ A gend miteinander zu lernen haben /nemlich die Maͤſſ greit/ wieein Chriſt ſich darinnen taͤglich uben und verhalten ſoll. Sonſten erſtreckt ſich dieſe TLugend ſehr weit/ wie Syrach da⸗ von ein ſolch Spruͤchlein ſetzt und ſagt: Halt Maßin allen Dingen/.33. Da ſoll ein Chriſt Maf halten in ſeinen eigenen Einbildungen/ wie pauz lus ſagt: Haltet euch nicht ſelbſt fůr klug/ Jch fage Durch die HBnad die mir gez geben iſt/ einem jeden unter euch/ daß niemand weiter pon ihm halte/ dann ſichs gebůhrt zu halten/ ſondern daß er von ihm maͤſſiglich halte ein jeglicher nach dem GOtt außgetheilet hat das Maß des Glaubens/ Rom.12 Ein Chriſtſoll Maß halten in ſeinen aͤuſſerlichen Sinnen/ daß die Augen durch Beſich⸗ tigung/ die Ohren durch Anhoͤrung/ die Naſe im Riechen/ der Mundim Schmäcken/ und der gantze Leib in der Empfindlichkeit oder Fuͤhlen/ das rechte Mittelzwiſchen dem Guten und Böͤſen/ Gefunden und Ungeſunden treffe und nirgend über das Boͤglein ſchreite/ wie Paulus auch ſagt: Ich foͤrchte/ daß nicht wie die Schlang Hevam verfüͤhrt mit ihrer Schalckheit/ alſo auch euere Sinne verꝛuckt werden von der Einfaͤltigkeitin Chriſto /a. Cor.u. Ein Chriſt ſoll Maß haltenim Reden/ wie Salomo ſagt: Ein Vernuͤnfftiger maͤſſi⸗ get ſeine Rede Spr.17. Ein jeglicher Menſch ſen ſehnell zu hoͤren/ langſam aber zureden/ Jac. r. Wo viel Wort ſind/ da gehts ohne Sůnd nich ab/ wer aber ſeine Lippen haͤlt/ iſt klug/ Spr0. Ein Chriſt ſoll Maß halten in Be⸗ zähmung und Caſteyung ſeines Leibs/ damit er durch ſtrenges Faſten ſei⸗ nem Leib nicht Schaden thueund alfo feinen beften Freund verderbe/ oder durch ubermäſſige Fullerey ſeinen Leib nicht geil mache und alſo ſeinen eige⸗ nen Feind maͤſte und ſtaͤrcke/ davon Paulus ſagt: Wartet des Leibs/ doch alſo/ daß er nicht geil werde Rom.az.Ein Chriſt ſoll Maß halten im klagen und rrauren wie Syrach ſagt: Mein Kind wann dir einer ſtirbt/ oder es wie⸗ derfaͤhrt dir ein ander deyd/ ſo ſolt du bitterlich weinen und hertzlich betruͤbt ſeyn und Leyd tragen/ aber troͤſte dich auch wieder/ daß du nicht allzutraurig wer⸗ deſt/ dann von trauren kommt der Tod/ und des Hertzens Traurigkeit ſchwaͤ chet die Kraͤffte/.38. Ein Chriſt ſoll Maß halten in zugelaſſener Kreud und Ergoͤtzlichkeit/ wie Paulus ſagt: Freuet euch mit den Froͤlichen. Rom. 12. Und Democritus ſagt beym Srobæo, ein deben ohne Ergoͤtzlichkeit ſey wie ein langer/ weiter Weg ohn ein Herberg/ da man nie einkehren und außruhen koͤnne/ dergleichen Ergötzlichkeit ſeyn/ ein frolich Geſpraͤch/ laſſet kein faul Ge⸗ ſchwaͤtz auß euerem Mund gehen/ ſondern was nutzlich zur Beſſerung iſt/ da es noth thut/ daß es holdſelig ſey zu hören/ Eph. 4. Oder das Lachen ein Narꝛ lachet über laut/ ein Weiſer laͤchelt ein wenig/ Syr. 2l. Oder das en/ \ ea nm = = D = == = gs Sn Œ 5 Sg Oo zE LDN =z = = = = = T =_ 5 Dih dw Gnd fini n Yui Èy. duth kin MN Alw Wri wi me Din Meda nten Wif mih ih: : nD mi 2a