d. S. Sept.An. 165 6>Geſchichtvom heiligenEvangeliſtẽJohanne/applicirt,Bortrag.Die LXIV. Tugend⸗Predigt/—————Im Namen JEſuDie LXIV. Tugend⸗Predigt/In der dritten Abtheilung/ von den Tugenden gegendem Nechſten.Die I, Tugend.: Die Liebe,Tert.: Matth. c 22..39Du ſolt deinen Nechſten lieben/ als dich ſelbſt.Eingang.Geliebte in Chriſto dem HErrenG meldendie Kirchen Hiſtorien von dem Heil. Eoangeliſten undAhpoſtel Johanne/ daß/ da er gar alt worden/ und deshalben uͤbelmehrforkkomen koͤnnen/ haben ihn ſeine Zuhoͤrer in einer Saͤnff⸗„Ete in die Kirchen getragen/ und benebens an ihn begehrt/ erwoltihnen doch/ gleichſam zu guter letzt ein Valet⸗Predigt halten;darauff hab er angefangen/ ſie mit dieſen Worten anzureden: Weine Kindlein/ liebet euch unter einander/ habe auch ſolche Wort zum oͤfftern repetirt.Da nun ſeine Zuhoöͤrer etwas unwillig daruͤber worden und gefragt: Warumer dieſes ſo offt melde/ und ſie nichts anders und mehrers lehre? hab er ihnen zurAntwort gegeben: Wann nur die ſes geſchicht/ ſo iſts zu einem ChriſtlichenLeben gar genug. Dieſes kommt mit den hinterlaſſenen Epiſtlen deß heiligenEvangeliſten Johannis wohl uͤber ein/ als darinnen er mehrers nicht treibt undlehret/ als daß wir uns unter einander hertzlich und mit der That lieben ſollen.Welches der heilige JohannesChriſto ſeinem HErꝛn und Meiſter/ abgelernet/und gleichſam auß feiner Bruſt(daran er ihm gelegen) geſogen hat. Dann dader HErꝛ des vornehmſten Gebotts halben befragt worden/ wuſte er neben demGebott von der Liebe gegen GOtt/ kein hoͤhers und groͤſſers/ auch kein noth⸗wendigers vorzubringen als das Gebott von der Liebe des Nechſten/ darumſagt er in den verleſnen Worten alſo: Du ſolt deinen Nechſten lieben als dichfelbſt. Demnach wir nun bißher gelernet/ wie wir uns beydes gegen GOTTund gegen uns ſelbſten tugendlich verhalten ſollen/ auch zum naͤhernmahl ge⸗hoͤrt/ wer unſer Nechſter ſey-wollen wir jetzo im Namen Gz Ottes die jenigeTugenden/ ſo auff den Nechſten ſehen/ auch nach einander für uns nehmen/unter welchen die erſte und Haupt⸗Tugend iſt die Liebe/ wollen deswegendie verleſene Wort jetzo fur uns nehmen/ dieſelbe erſtlich mit wenigem erklaͤren/und weiters anzeigen/ was wir yHon—amiatptpidoWGAmigA Imiwiiimdmi&iiihiNo(W60gsferMfopngMittMnalNMattiDorimufiAinsnAihitinMiGMike1 iEWeymealifeliMeiteWainy1 Oiti