590 Die LXVI. Tugend⸗Predigt/ ſchen/ und der Menſch ſelbſten auch ift von Natur zur Freundlichkeit gegen ſeinem Neben⸗Menſchen geneigt/ wie man bald an den kleinen Kindern ſihet/ wie freundlich und holdſelig ſie ſich gegen ihres gleichen/ und gegen anderen meno(deren ſie ein wenig gewohnet) wiſſen zu geberden und zu halten: Gleichwohl ppw findet man ſtürmiſche Star⸗ Koͤpff und Holtz⸗Boͤck/ die ihrem Nechſten al kaum ein gut Wort moͤgen zuſprechen/ etliche ſtellen ſich nur freundlich/ und Vortras· iſt ihnen nicht ums Hertz/ etliche ſeyn nur gar zu freundlich/ und gerathen dar⸗ ůber in Suͤnd und Schanddarum hat michs fur gut angeſehen/ bey Abhand⸗ lung deren Tugenden/ die auff den Nechſten gehen/ auch von der tugendlichen Freundlichkeit mit E. L. etwas weniges zu reden/ wollen demngch die verleſene Wort fur uns nehmen/ erſtlich kurtz wiederholen/ darnach hoͤren und lernen/ was wir E Von der Freundlichkeit/ Wunſch. Rutzliches werden zu mercken und zu behalten haben. Darʒu uns GOtt det HeErꝛ feinen guten Geiſt Gnadund Sege verleihen wolle/ Amen. Erklaͤrung des Terts. Innhalt der Z inden pasii dnem Eapitelden benden Ear Epheſern außführlich zugeſchrieben/ in was für ginem ſeligen Stand pitin md ſie jetzo nach ihrer Bekehrung ſeyen/ nemlich ſie ſeyen verſiegelt durch Wenen, den Heiligen Geiſt der Verheiſſung/ Eph. l. Sie ſeyen nicht mehr Gaͤſt und Fremdling/ ſondern Buͤrger mit den Heiligen und GOttes Haußge⸗ noſſen/ Eph. 2. Sie ſeyen Miterben/ mit eingeleibt/ und Mitgenoſſen der Goͤttlichen Verheiſſuug in Chriſto durch das Evangelium /Eph.3. So erfor⸗ dert er jetzo in den folgenden Capiteln daß ſie dagegen/ als den Chriſten zuſte⸗ het/ ſich in ihrem Leben tugendlich und gebuͤhrlich verhalten ſollen. In dem 4. cap. und zwar in den nechſt vorher gehenden Worten unſers Texts warnet er fie treulich und ſagt: Alle Bitterkeit und Guimm/ und Zorn/ und Geſchrey/ und Laͤſterung ſey ferne von euch/ ſamt aller Boßheit/ vermahnet ſie darauffzu Oarauff ſagt denen/ dieſen Laſtern entgegen geſetzten Tugenden/ und ſpricht: Seyd aber un⸗ ſego Pauus. ter einander freundlich/ hertzlich/ und vergebt einer dem anderen gleichwie Steunduch GOtt euch vergeben hat in Chriſto. Dißmahl bleiben wir allein bey dem er⸗ ſten/ da Paulus ſagt: Seyd unter einanderfreundlich. Die Freundlichkeit iſt en Frucht des. Heiligen Geiſtes/ Gal.y. Dacin Chrift auf liebreichem Ge⸗ muͤth/mit holdſeligen Geberden/ anmuthigen Reden und guten Wercken/ ſeine wohlgeneigte Affection/ Gunſt und Liebe/ bey jeder begeber der Gelegenheit ge⸗ gen dem Nechſten bezeugt und erweiſt. Das ſoll ein Chriſt dem anderen thun/ sonna feg unt ereinander freundlich/ keiner ſoll den anderen verachten/ bitter/ anander. grimmig/ zornig und boͤß/ ſondern freundlich und leutſelig fenny wie wir alle unter einander/ einer des anderen Glied iſt/ und haben mancherley Gaben/ nach gyi aint pa yh ii ki j oahi fi(n Julon iih nah MM fih De (randen thiha hiin i