G Die LXX. Tugend⸗Predigt/ derſt verhaͤlt als wir meynen/ oder ſeyn offenbare Lügen und Laͤſter⸗Wort, ſe folen wirs mit Sanfftmuth üͤbeꝛtragen/ und der Red nicht werth achten. Sol⸗ len gute Achtung geben auff dieSeit und Ort/ iſt man beyſammen bey Ver⸗( richtung des offentlichen Gottes⸗Dienſts/ oder bey Berathſchlagung wegen des gemeinen Nutzens/ oder ſonſten bey ehrlicher Geſellſchafft cin Ergoͤtzlich⸗ Yin keit zu ſuehen/ ſo ſoll man mit Sanfftmuth lieber etwas erdulten und ver⸗ | ſchmertzen/ als mit maͤnniglichs Verdruß ein Ungelegenheit anſtifften. Sollen gute Achtung geben auff die Perſonen oder Leut/ die wir vor uns haben/ alſo daß ein Armer einem Reichen/ ein Niederer einem Hohen/ ein Verſtoͤndigerti⸗ nem Einfaͤltigen/ ein ehrlicher Mann einem unnuͤtzen Tropff/ ein Nuͤchterer einem Trunckenen/ ein Beſcheidener einem Star: Kopffetwas nachgebe/ und G überſche/ dann wie Salomo in Pred.1o. ſagt Nachlaſſen ſtillet groß Ungluck/ und ſetzt.Luther am Rand diß Goͤßlein hinzu: Uberhoͤren/ und laſſen gehen/ daß ſichs ſelber ſtillet/ das iſt groſſe Kunſt und Tugend. Wir ſollen auch gute Achtung geben auff die gewiſſe Weiß und Maaß man muß des Nechſten Saft nicht alfo tragen dab erdeftofreyer in E únden Fónne fortfahren fonden daß man ihm auffhelffe/ wie Paulus ſagt/ und alſo der Nechſte ſein Fehlerken⸗ ne/ davon abſtehe/ Buß wurcke/ und ſein Leben taͤglich beſſere. Endlich/ damit wir zu dieſer Tugend der edlen Sanfftmuth gelangen/ amaa bie Ollen wir derſelben durch gewiſſe Mit tel nachtrachten/ und wie Paulus iu ſagt/ nachjagen/ 1. Tim.6. Welches geſchicht durch fleiſſige Betrachtung des Wati H. Goͤttlichen Worts/ und ſonderlich der jetzt darauß erzehlten fuͤnff Urſa⸗ nid i | chen/ geſchicht durch die Ciebe/ dann die Liebe iſt langmüthig und freundlih/ LM i ſie vertrͤͤgt alles/ ſie glaubet alles/ ſie hoffet alles/ ſie dultet alles/ geſchicht i j i durch die Domuth/ dann wer ſich ſelber in ſeinem Hertzen geringer haͤlt als Adi den Nechſten/ der wird ihm ſeint Gebrechen gern zu gut halten/ geſchicht auch ſonderlich daß wir ſolche Tugend erlangen durch das Gebet/ da wir den H. i i i Gliſt umb ſein Gnad erſuchen und bitten/ Er wolle ſelber dieſe edle Frucht in a' unſerem Hertzen pflantzen und erhalten Gal. s. Daß wir uns das Boͤſe nicht Ha laffen überwinden/ ſondern wir da Bofeúberwinden mit Gutem/ Roma, kn i Sae ta Darumb laſt uns zum Beſchluß mit der Kirchen ſeufftzen: Kuchen. Du ſuſſe Lieb ſchenck uns dein Gunſt/[y u Laß uns empfinden der Liebe Brunſt/ h | Daß wir uns von Hertzen/ inander lieben Mit Und im Frieden auff einem Sinn bleiben/ Amen. vjan ,; Mnfer Gott allein die Ehr. ah