Freundſchafft. der alleredelſte und wuͤrdigſte/ ſich ſelbſten unſeren Freund/ weil es umb die Freundſchafft ein ſolch edel und koͤſtlich Ding iſt. II. Soll ein Chriſt gegen dem anderen ſich getreuer Freundſchafft be⸗ u. fleiſſigen/ wegen der Lieblichkkeit der Freundſchafft/ es kan doch nichts lieb⸗ Labucheer. lichers noch anmuthigers ſeyn/ als wann einer einen ſolchen Freund hat/ dem er ſein Hertz kecklich offenbaren und vertrauen darff/ und zu dem er ſich in allen Faͤl⸗ len alles Guten gewiß verſehen mag. Salomo ſagt: Das Hertz freuet ſich der Salben und Rauchwerck/ aber ein Freund iſt lieblich umb Raths willen der Seelen/ Spr. 27. Als wolt er ſagen: Kein koͤſtlicher Balſam kan ſo lieblich/ kein wolriechend Waſſer ſo anmuthig/ und kein Rauchwerck kan ſo annehm⸗ lich ſeyn dem Leib als lieblich und anmuthig ein treuer Freund der Seelen iſt/ die von ſolcher Freundſchafft neue Krafft bekommt/ wir moͤchten ſagen/ es iſt als ob man einen anſtrich/ wann er nur ſeines lieben Freunds anſichtig wird. it III. Soll ein Chriſt gegen dem anderen fich getreuer Freund ſchafft be⸗ Rochwer⸗ fleiſſen wegen der Nothwendigkeit der Freundſchafft. Es trifft uns in die⸗ darer. ſem Leben mancherley Noth/ wir kommen in vielerley Gefahr/ etliche ſeyn all⸗ Lals Verfolgung/ Kriegs⸗Noth/ Hungers⸗Noth/ Sterbens⸗Noth/ euer⸗und Waſſers Noth/ etliche iſt eigene Noth/ als Anfechtung der Seelen/ Traurigkeit des Gemuths/ Verluſt der zeitlichen Guͤter/ Verletzung des guten Namens/ Kranckheit des Leibs und dergleichen. Da koͤnnen wir nun eines gu⸗ ten Freunds nicht entrathen/ der zu uns komme in der Noth/ wie Syrach allhie redet/ der uns beyſpringe und außhelffe. Darumb ſagt Salomo/ es iſt beſſer zwey dann eins/ dannſie genieſſen doch ihrer Arbeit wol/ aͤllt ihrer einer/ ſo hilfft ihm ſein Geſell auff/ wehe dem der allein iſt/ wann er faͤltt/ ſo iſt kein anderer da/ der ihm auffhelffe/ einer mag überwaͤltiget werden/ aber zwey moͤgen widerſte⸗ hen/ dann ein dreyfaͤltige Schnur reiſſet nicht leicht entzwey Pred. 4. Wann manchmal Bruͤder und Verwanden nicht dazu wollen/ ſo kommt ein Freund zu dem anderen in der Noth/ ein Freund liebet allezeit/ ein Freund liebet mehr/ und ſteht feſter bey dann ein Bruder/ Spr. 17. und 8. und D. Luther ſetzt hinzu/ Fremde thun mehr guts dann eigene Freunde. IV. Soll ein Chriſt gegen dem anderen ſich getreuer Freundſchafft be⸗ fleiſſen/ wegen der Nutzbarkeit der Freundſchafft. Ein Freund kommtzuun dem anderen/ dient und hilfft ihm in der Noth/ Syr. 40. Wer einen getreuen Freund hat/ der kan deſſen allerſeits vielfaltig genieſſen/ wol dem/ der einen treuen Freund hat/ Syr. 25. Ein treuer Freand iſt ein ſtarcker Schutz/ und ein Troſt des debens/ Syr. 6. Ein Troſt des Lebens iſt er in denen Truͤbſalen/ ſo einem von GOtt auffgelegt werden/ und ein ſtarcker Schutz/ in denen Wie⸗ derwaͤrtigkeiten/ die einem von denMenſchen angethan werden. Daher ſagt deꝛ weiſe Heid und Redner Cicero/ es ſey in der Welt nichts beſfers noch núglis chers/ als ein treuer reund/ und die Welt waͤre ohne die Freundſchafft ja fo Mmmm 2 oil