en, Beſſerung deß Nechſten. 710 ——ñ— ͤ—„——́ ¶ qA— ſter und Sadduceer/ Matth. 16. Beyde haben einen geringen Anfang reiſſen aber nach und nach weit ein/ eben wie ein wenig Sauerteig den gantzen Teig durchkreucht und durchſauert/. Cor.J. Wie nun dieſes wolgeredt iſt von der Lehr/ alſo moͤgen wir das wol auch mit Srund der Warheit ſagen/ von dem Leben/ durch ein heilig und Gottſelig deben kan ein Chriſt viel andere zur Gdttſeligkeit erbauen und beſſeren/ hingegen kan auch ein Gottloſer Menſch Durch fein Laſterhafftes Leben ihrer viel aͤrgern und verfuͤhren. Von dem ver⸗ fuͤhriſchen Aergernuß agt der Apoſtel Paulus e. Cor.6 Laſſet uns niemand irgend ein Aergernuß geben: Von dem guten/ erbaulichen Exempel aber ſagt er in den verleſnen Worten: Es ſtelle ſich ein jeglicher unter uns alſo/ daß er ſeinem Nechſten gefalle/ zum guten/ zur Beſſerung. Dieſe Wort wollen wir Vorras. fuͤr gegenwaͤrtige Predigt fůr uns nehmen/ erſilich mit wenigem erklaͤren/ dar⸗ nach weiters anzeigen/ was wir Pon der Beſſerung deß Nechſten. werden zu unſerer Lehr und Nutzen zu mercken und zu behalten haben. Darzu Wuncc. uns Orr fein Gnad und Seif verleihen molke. Amen. Erklaͤrung deß Texts. Magantzen 14. c. Rom. hat der heilige Apoſtel Paulus gelehret/ daß EÈ man die Schwache nicht aͤrgern ſondern viel ertragen ſolle/ darauff bleibt er noch im Anfang def rs. Cap. alsin unferen vorgenommenen Worten und ſagt: Es ſtelle ſich ein jeglicher unter uns alſo/ daß er ſeinem Nechſten gefalle/ zum guten/ an Beſſerung. Ein jeglicher weß Stands oder Amts er ſey/ Hoch oder Nider/ Mann oder Weib/ ein jeder unter uns/ die wir alle gute/ rechtſchaffene Chriſten heiſſen und ſeyn wollen/ der ſtelle und verhalte ſich in ſeinem deben/ Wandel und Chriſtenthum mit Worten und Wercken/ mit Thun undeLaſſen alſo/ daß er nicht nur im ſelbſt/ ſondern auch ſeinem Nechſten gefalle/ er lebe alſo/ daß der Nechſte ein gefaͤllig Exempel von ihm nehmen koͤnne/ nicht aber im boͤſen/ wie etwan ein loſer Menſch dem anderen etwas zu gefallen thut/ obs ſchon Unrecht iſt/ ſondern zum Guten/ daß es G Ott dem Erꝛn ſelbſten angenehm und dem Nechſten moͤge nutzlich ſeyn/ zur Beſſerung/ ſagt Paulus/ oder wie es nach der Orundſprach lau wao tnes tet/ ur Erbauung In der Schrifft iſts gar gemein daGdieHlaubigeH Ottes riedeferang Tempel genennt werden/ darinnen G Ott durch ſeinen Geiſt wohnet/ deſſen ung verſtan⸗ Fundament Chriſtus/ und die Heiligen G Ottes/ lebendige Stein ſeyn/ die aufden wade⸗ Chriſtum als das Fundament gebauet zu einer geiſtlichen Behauſung Sot⸗ tes/ Eph. ꝛ. Und dieſe Erbauung derdlaubigen geſchicht auf zweyerley Wei⸗ ſe/ am einen/ durch reine Lehrer/ dadurch die jenige zu Chriſto gebracht werden/ die zuvor noch nicht glaubig geweſen/ darnach durch ein heiliges Leben/ dadurch die/ die ſchon qufChriſtum gegrůndet ſeyn j⸗ mehr und mehr KErF3 gebeſſe⸗
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