Gebuͤhr gegen die Gefangene. 985 Im Namen JEſu d. 12:0% A. 1677. Die IC. Tugend⸗Predigt. In der dritten Abtheilung/ von denen Tugenden gegen 3 dem Nechſten. gegen Die XXXVI. Tugend: Gebüuͤhr gegen die Gefangene. Tept: Matth c. 25. v. 36. Ich bin gefangen geweſen/ und ihr ſeyd zu mir kommen Eingang. Geliebte in Chriſto dem Erm! ein Menſch dareingeſtoſſen/ und ein Feur darunter gemacht wur⸗ pe, der Menſch vor Hitz und Schmertzen darinnen ſchrye/ es ei⸗ ne ſolche Stimm gebe/ als ob ein rechter Ochs bruͤllete: Dieſen ehrenen Och⸗ ſen verehret er ſeinem Fuͤrſten/ welcher Phalaris geheiſſen in Hoffnung ein gut Tranckgeld davon zu tragen/ Phalaris aber nam dieſen Meiſter/ ſteckt ihn am erſten in ſolchen glůͤenden Ochſen/ und ſagt/ es ſey billich/ daß der dieſe Pein am erſten erfonden/ auch am erſten dieſelbe leyden ſolle. Hiemit war Perillus redlich bezahlt/ daß er nicht vergnoͤgt geweſen an gemeiner Gefangnuß ner Menſchen/ ſondern noch neue Marter darzu erdacht/ die Leut im Gefaͤngnuß ducch einen ſo ſchmertz ichen Tod hinzurichten. So unbarmhertzig ſoll ein Chriſt nimmermehr ſeyn gegen gefangenen Menſchen ſondern vielmehr dieſel⸗ be auß Chriſtlichem Mikleyden beſuchen/ und nach Vermoͤgen dahin trach⸗ ten/ daß ihr gefaͤngnuß ihnenleichter oder ſie gar auß derſelben moͤgen erloͤſet werden: DiG will der HERR Chriftus an feinen Außerwehlten/ als ein ſonders Werck der Barmhertzigkeit ruͤhmen/ und ſagen: Ichbin gefangen Vornas⸗ geweſen/ und ihr ſeyd zu mit kommen. Dieſe Wort wollen wir dißmahl fuͤr uns nehmen/ erſtlich mit wenigem erklaͤren/ darnach weiter vernehmen/ was wir; Von der Gebuͤhr gegen die Gefangene/ Ttttt 2 gu a S E E E TE a PO E$ T£ E a n N a oeei EEE aa a a. S ſchreibet Camerarius, Münſterus und andere mit uns auß Geſchlche K ihnen/ von einem kunſtreichen Meiſter/ Perillus genannt/ daß ro eae er einen Ochſen auß Ertz gegoſſen/ und alſo zugericht/ daß wann Ochlen.