292 der Sotſchetaet. Von ihr ſind alle mit vielem Humor verfaßten Protokolle, viele in gebundener Rede, geführt. Auch die Mehrzahl der in dem Liederbuch der Geſellſchaft verzeichneten Geſänge verdanken dieſerSappho ihre Entſtehung, aber auch andere Mitglieder, da⸗ runter Chr. Griesbach, legten hier Proben dichteriſcher Befähigung nieder. So viel ſich aus den Protokollen ergibt, führte die Sotſchetaet, ungeſtört durch die politiſchen Ereigniſſe im letzten Jahrzehnt des 18. und im erſten des 19. Jahrhunderts, ihr unſchul⸗ diges und ſtillvergnügtes Daſein Winter um Winter fort. Es er⸗ folgte auch keine förmliche Auflöſung derSotſchetaet zum haarenen Ring. Dem Anſchein nach fehlte es an jungem Nachwuchs, die Mitglieder wurden älter, einige ſtarben, andere zogen fort. Im Jahre 1813 fanden die letzten Verſammlungen ſtatt. Vielleicht war in der neuen Zeit, die mit der patriotiſchen Erhebung Deutſch⸗ lands auch für die badiſche Reſidenzſtadt hereinbrach, kein Platz mehr für die harmloſen Beluſtigungen einer älteren Generation.