und in gehöriger Zarmonie. Sämtliche Glocken ſind von dem nem—lichen Meiſter Grüninger gefertiget, welcher die große Glocke in St.Blaſien gegoſſen hat. Wegen Abnahme der Glocken habe ich mit demGlockengießer Grüninger von Villingen, ein Sohn des Verfertigersder großen Glocke in St. Blaſien, vorläufig den Accord tentirt, ver—möge welchem derſelbe ſämtliche Slocken vom Thurm herunter—ſchaffen und zur Ladung auf die Straße transportiren will für undum zoo fl. Die daſelbſt befindliche Kirchenuhr iſt von Eiſen meiſter—haft fleißig und gut bearbeitet, ſchlägt Viertel und Stunden jedesmalauf z verſchiedenen Glocken aus, hat 4 Zifferblätter und wurde i. J.5765 gefertigt. Die Wiederaufſtellung dahier(weil dieſes Werknothwendig und vorzugsweiſe mit obigen Glocken vereinbahrtbleiben ſollte) iſt keinem Anſtandt unterworfen.“ Auch hier iſt wieder—um, was in die Erſcheinung trat, neu gefertigt worden. SofuhrmacherSchmidt in Karlsruhe hat am 5. Juni 3835 einen Überſchlag vor—gelegt, wobei er bei einem Preis von 3S oo fl vorausſetzte, daß ihm dasnotige Kupfer zur Fertigung der Uhrtafeln geſtellt und die alte Zahlenund Zeiger der vormals Villinger Uhr, welche zu fernerem Gebrauchnicht zweckmäßig und hinſichtlich ihrer Größe zu gering erfundenwerden, überlaſſen werden“.“ Auf dem Emailzifferblatt des jetzigenWerxkes ſteht:„Joh. Jac. Schmidt, Sofuhrmacher in Karlsruhe añiο1835.“ Auch die i. J. 183) gefertigte Uhr auf der ſog. kleinen Kirchein Karlsruhe trägt ſeinen Wamen, diejenige auf dem Zeughaus inKarlsruhe v. J. 3770 den ſeines Vaters. Die Familie ſtammt ausLauterbach am Vogelsberg in Ober-Seſſen, wo der letztgenannteJoh. Jacob Schmidt als Sohn eines Schloſſers am 7. Dez. 1722 ge—boren wurde. Er erlernte zunächſt das väterliche Gewerbe und dannauf der Wanderſchaft bei Friedrich Zeuſermann in Zofingen in derSchweiz von 3745- 3747 die Klein⸗ und Großuhrmaͤcherei. Von dortführte er die Witwe Anna Kuenz geb. Frey von Jofingen heim, die9Jahre älter war als er, und ließ ſich i. J. 3747 in Durlach nieder.Er hat dort in der Kronengaſſe gewohnt. Der nachmalige Friedhofwar ſein Garten. An einer kleinen Tür der Mauer war noch bis vorkurzem zu leſen:„Joh. Jak. Schmidt 3772.“ Aus einem Kirſchbaumdieſes Gartens iſt ein Kinderſtühlchen gefertigt worden, das von 8Generationen der Familie benützt worden iſt. Bei der Herſtellungvon Turmuhren, die in der Zauptſache aus geſchmiedeten Eiſenteilenbeſtanden haben, kam ihm ſeine zweifache Ausbildung ſehr zu ſtatten.66