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I. geheime Sigung Der zweiten Kammer Der Landftánde.”)

Karlsruhe , den 15. Januar 1848.

Sn Gegenwart

der Herren Regierungscommiſſäre: Geheimerath Nebenius, der Staatsräthe Bekk und Regenauer,

ſowie

der Mitglieder der Lammer, mit Ausnahme der Abg. Baſſermann, Baum, Becker, Biſſing, Brentano, Hupi, Heder, Helbing, Nombride, Stolz und Trefurt.

Unter dem Vorſitze des Praͤſidenten Mittermaier.

die Verhaͤltniſſe der drei Fabriken in unſerer Naͤhe, der Maſchienenfabrikdes Herrn KeſſlerinKarls— ruhe, der Spinnerei in Ettlingen , und der Zuckerfalbrik in Waghäuſel . Die Verhaͤltniſſe dieſer Fabriken ſind Ihnen wohl ſchon aus oͤffentlichen Blaͤttern im Allgemeinen bekannt, ſo daß es nicht noͤthig iſt, daß ich mich auf das Geſchichtliche der Sache naͤher einlaſſe. Ich will daher nur bemerken, daß dieſe Fabriken faſt ausſchließ— lich mit fremdem Geld arbeiten, und wo das der Fall iſt, da kommen ſolche Unternehmungen, wenn irgend Stoͤrungen im Verkehr, im Credit eintreten, ſtets in grofe Verle⸗ genheit. So iſt es denn auch hier gegangen; da auf ein Mal der Credit , auf dem hier dieſe Etabliſſements ſeit Jahren Wechſel ausgegeben, und ſich das Geld fuͤr den Betriebsfond verſchafft haben, einen Stoß erlitten hat, ſo wußten ſie ſich nicht mehr zur helfen. Sie haben ſich anfaͤnglich an die Regierung mit der Bitte gewendet, man moͤchte ihnen zur Unterſtuͤtzung einen Vorſchuß von Einer und einer halben Million, jedem Etabliſſement eine halbe Million, geben. Das hat nun die Regierung von Anfang an als etwas Unzulaͤſſiges gehalten, nicht nur weil die Staatskaſſe eine ſolche Summe nicht eruͤbrigen koͤnnte, ſondern weil man auch die Ueberzeugung gewonnen hat,

*) Weil die Verhandlungen in Betreff der unterſtützung der drei Fabriken in der Folge öffentlich waren, ſo wird auch dieſes

Protokoll veröffentlicht.

Staatsrath Bekk: Meine Herren! Ich habe die daß damit der Fortbeſtand dieſer Etabliſſements in kei⸗

Ehre, Ihnen eine Vorlage zu machen in Beziehung auf

ner Weiſe geſichert waͤre.

Um aber zu erwaͤgen, ob und was in der Sache uͤberhaupt geſchehen koͤnne, wurde eine Commiſſion, be⸗ ſtehend aus zwei Mitgliedern der Regierung und aus drei Sachverſtaͤndigen aus dem Haudels⸗ und Gewerbe⸗ ſtande, beauftragt, den bconomiſchen Zuſtand dieſer Fab⸗ riken zu unterſuchen. Dieſe Commiſſion hat nun nicht nur den Activ⸗ und Paſſivſtand, ſondern auch die Renu⸗ tabilitaͤt nach den Ergebniſſen derletzten Jahre gepruͤft.

Ich uͤbergebe der Kammer die Darſtellungen dieſer Commiſſion, die Kammer wird ſie durch ihre Commiſ— ſion pruͤfen und dann uͤber den Autrag, den wir damit verbinden, ſich Vortrag erſtatten laſſen. Vorlaͤufig er— laube ich mir nur die Bemerkung, daß bei Allen drei Fabriken die Sache ſo ſteht, daß der Fortbeſtand der Fab⸗ riken, wenn ſie nicht zu einer allmaͤhligen Schul— dentilgung zugelaſſen werden oder vielleicht einen theil⸗ weiſen Nachlaß erhalten, unmoͤglich iſt, daß aber nach den Ergebniſſen eine allmaͤhlige Tilgung der Schulden ſammt Zinſen in Ausſicht ſteht, wenn der Credit wieder in der Art geſchaffen wird, daß die Etab'liſſements die zu ihrem Umtriebe noͤthigen Gelder behalten.

Die Maſchinenfabrik des Emil Keſſler in Karls— ruhe hat ein Activ⸗Vermoͤgen von 1,686,985 fl. Ich will bemerken, daß hier, ſo wie bei den andern, die Commiſſion nicht blos den Stand angenommen. hat, welcher aus den Buͤchern der Fabriken ſich ergibt, ſon⸗