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LJ. oͤffentliche Sitzung der zweiten Kammer der Landſtaͤnde.

Carlsruhe , de

In Gegenwart der Hrn. Regierungscommiſſäre: Finanzminiſter v. Bö ckh, Geheimer Referendär R egenauer,

n 30. Juni 1837.

Geheimer

Kriegsrath Fränzinger und Miniſterialrath Lan 8;

fodann

fämmtliher Mitglieder der zweiten Rammer mit Ausnahme der Abgeordneten Greiff, Hoffmann,

Kuenzer, Lenz,

Trefurt, Völcker, Weller und Winter.

Unter dem Vorſitze zuerſt des Praͤſidenten Mittermaie r, und dann deg zwe

iten Bicepråfidenten Mert.

Dag Gecretariat maht folgende nen eingefommenelgen, bdie mir zur richtigen Beurtheilung diefer Sahe ente

Peritionen befannt: a) des Bürgers Franz Lengle zu Neibsheim, im Amts⸗ bezirie Bretten , Beſchwerde uͤber Bedruͤckung durch ungeſetzliche Ganterkennung, Guͤterverkauf und per⸗ ſönliche Verhaftung betr.; des Gemeinderaths zu Ichenheim , im Amtsbezirke Lahr , fuͤr ſich und Namens der umliegenden Gemeinden, um die Erlaubniß zu Errichtung einer Apotheke in Ichenheim . Weyſſer uͤbergibt eine Petition der ſaͤmmtlichen Rothgaͤrbermeiſter der Staͤdte Pforzheim , Bretten und Durlach , um Abhülfe des bisherigen Mangels an Gaͤrberrinde im Pforzheimer Forſtrevier. Aſchbach: übergiebt eine Petition des Gemeinderaths der Stadt Meersburg , die Erbauung eines Dampfboots daſelbſt und die Uebers nahme der Koſten des dadurch nothwendig werdenden Hafenbaues auf die Staatskaſſe betreffend, und bemerkt dabei: Ich erlaube mir zum Voraus dieſe Petition dringendſt zu empfehlen, und noch einige weitere Betrachtungen beizufü⸗

b)

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ſcheidend ſcheinen.

Es handelt ſich hier nicht blos um ein befondereg Siitereffe der Stadt Meersburg , fondern um einen Gegen⸗ ſtand von allgemeiner Wichtigkeit fuͤr die ganze See— gegend, naͤmlich von dem näͤchſten und ſicherſten Ver⸗ bindungswege zwiſchen Conſtanz und dem dieſſeitigen Ufer, — von einem neuen und fràftigen Mittel ur Belebung dee Handels und der Gewerbëthätigteit in dieſem Theile unſeres Vaterlandes.

Es iſt bekannt, daß aus dem Herzen von Deutſchland die naͤchſte Verbindungsſtraße nach der mittlern und weſt⸗ lichen Schweiz , ja ſelbſt nach Südfrankreich , uͤber Conſtanz geht. Der Straßenzug fuͤhrt über Ulm , Ravensburg nach Meersburg . Von da beginnt der Waſſerweg; aber nur durch gewöhnliche Segelſchiffe kann die Ueberfahrt gemacht werden.

Wer die Heftigkeit der Stuͤrme am Bodenſee kennt, der weiß auch, wie oft die Moͤglichkeit der Ueberfahrt durch die Segelſchiffe gehemmt, wie unſicher alfo dieſer Weg iſt. Nicht ſelten dauert es 8 bis 14 Tage, daß die Gewalt des Sturmes die Schiffe ans Ufer bannt. Als im vorigen Jahre das Hofgericht den Ueberzug nach Conſtanz machte, wurde derſelbe durch ploͤtzlich ausgebrochenes Sturmwetter