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Kreis der politiſchen Geſetzgebung niht und enthält jene Verordnung überdies nur eine Regulirung des beſtehen— den Zuſtandes.
Es iſt weiter Aufgabe dieſes Theils des Berichtes über die im Laufe des Jahres 1864 bis heute erlaſſenen proviſoriſchen Geſetze, Verordnungen und Bekanntmachungen zu referiren.
Es wurden verkündet:
A. Proviſoriſche Geſetze.
Keine.
B. Staatsverträge.
1) Gine Ucbereinfunft der dieffeitigen Regierung und der ſchweizeriſchen Eidgenoſſenſchaft über die Rege- lung der Niederlaſſungsverhältniſſe vom 31. Dftober 1863 Regierungsbl. Nr. II.
In dem erſten Artikel dieſes Staatsvertrags iſt beſtimmt, daß die Angehörigen der Schweiz bei ihrer Nieder— laſſung oder während eines kürzeren oder läängeren Aufenthaltes in Bezug auf Alles, was die Aufenthaltserlaub— niß, die Ausübung der erlaubten Berufe, die Steuern und Abgaben betrifft, den Inländern gleichgehalten wer den ſollen.
In dem Art. 2 iſt beſtimmt, daß die badiſchen Staatsangehörigen in allen dieſen Beziehungen im Gebiete der ſchweizeriſchen Eidgenoſſenſchaft den Schweizer Bürgern gleichgehalten werden ſollen. Nur iſt ein ausdrücklicher Vorbehalt der Beſtimmungen der Mrt, 41*und 57 der ſchweizeriſchen Bundesverfaſſung gemacht.
Der Art. 41 der Bundesverfaſſung lautet, ſoweit er hier in Betracht kömmt:
Der Bund gewährleiſtet allen Schweizern, welche einer der drei chriſtlichen Confeſſionen ange— hören, das Recht der Niederlaſſung im ganzen Umfange der Eidgenoſſenſchaft , nach folgenden Be— ſtimmungen u. ſ. w.
Der Art. 57
Dem Bunde ſteht das Recht zu, Fremde, welche die innere oder äußere Sicherheit der Eidge— noſſenſchaft gefährden, aus dem ſchweizeriſchen Gebiete wegzuweiſen.
Dieſe letztere Beſtimmung entſpricht wörtlich dem H. 8 unſeres Niederlaſſungsgeſetzes vom 4. Oktober 1862 und kann deßhalb zu keinem Bedenken Veranlaſſung geben. Dagegen hat der Vorbehalt des Art. 41 der ſchwei— zeriſchen Bundesverfafſung Anſtoß erregt.
Es liegt nämlich eine Petition des iſraelitiſchen Gemeindevorſtandes von Geilingen, Randegg , Wangen , Worblingen und Thiengen vom 31. Januar 1. 3. yor, welche verlangt:
Die hohe Kammer möge dem Staatsvertrage zwiſchen Baden und der Schweiz über die Rege lung Der Niederlaffungsverhåltniffe fo lange die Genehmigung verfagen, bis darin die Nehte fämmt- liher Batener opne Unterfhicd des Befenntniffes in gleicher Weife gewahrt werden.
Zur Begründung diefes Begehrens führen die Petenten Folgendes an:
Die Regierung habe durt Genehmigung des Vorbehaltes im Mrt. 2 deg Vertrages die badiſchen Iſraeliten nicht allein von den Vortheilen des Vertrages gänzlich ausgeſchloſſen, ſondern ſie in einigen Cantonen nicht ein— mal vor Mißhandlungen geſchützt. In mehreren Cantonen beſtuͤnden nämlich mittelalterliche Verbote, wie Verwei— gerung der Gleichheit vor den Gerichten, Beſtrafung der Aufnahme eines Iſraeliten in eine Familie u. l- W, 5. Die Vereinigten Staaten von Norvamerifa håtten gegen diefe erft zu fpåt bemerften Üngleihheiten und Ungerehtigz feiten proteftirt; die hollåndifhe Kammer habe den Bertrag wegen Vorbehalte des E. 44 der Bundesverfaſſung verworfen; Frankreich den Abſchluß eines Vertrages mit demſelben verweigert.