J31 Badifcher Landtag.— 20. Sihung. Donnerstag, 15. Märg 1923. 132

8. Bu dem Gefuh Der Waffenring-Rorporationen Heidelberg , Beſchwerden wegen Vorkommniſſe im Phyſikaliſch-⸗radiologi⸗ ſchen Inſtitut der Univerſität Heidelberg am 27. uni 1922 (Berichterjtatter Mba. R üg er):

„Der Landtag. wolfe die Gingabe ter Heidelberger Waf- fenring Korporationen durch die Erklärung der Regierung für erledigt erffären.“

9. Bu dem Gefjuğ des F. NRudigier und anderer in Göſch⸗ weiler, die Wohnungsnot in Göſchweiler betr. GBerichterſtatter Abg. Dr. Föhr):

das Geſuch im Falle Rudigier durch die Regierungs—|

erklärung für erledigt gu erflären und im Jalle Kepler der Regierung zur Kenntnisnahme zu überweiſen“.

10. Zu dem Geſuch der Witwe J. Fiſcher in Altſimonswald , Amt Waldkirch , Baukoſten betr. GBexrichterſtatter Abg. Mar- HEN)

„das Geju der Regierung gur Kenntnisnahme zu iber- weiſen mit dem Wunſch, fie möge weiterhin die Gemeinde

und ihre Einwohner zur Hilfeleiſtung der Geſuchſtellerin

gegenüber anhalten“.

11. Bu dem Gefu des Mb. Veder in Heidelberg , Beſetzung der Verwaltungsaſſiſtentenſtelle beimn BVezirfsamt— Kriegs⸗ beſchüdigten- und Kriegshinterbliebenenfürſorge petr.(Be- richterſtatlerin Abg. Frau Richker)

Das Geſuch iſt durch Zurückziehung Der Beſchwerde und die Exklärung der Regierung als erledigt zu betrach⸗ tein.“

12. Bu dem Gejuğ des Wagners F. Ved in Waldshut um Rechtshilfe in Militärverſorgungsſachen Gerichterſtatterin Nbg. Frau N iğ ter):

das Geſuch der Regierung zur Kenntnis zu übergeben mit der Bitte, die zuſtändige Behörde zu erſuchen, prü— fen zu wollen, ob der Antragſteller der allgemeinen Für— ſorge zu überweiſen ift“

13. Bu dem Geſuch des Landwirts W. Brand in Schöllen⸗ bach um Rechtshilfe Gexichterſtatter Abg Rüger):

der Landtag wolle über das Geſuch des Landwirts Wi— helm Brand in Schöllenbach zur Tagesordnung überzu⸗ gehen“.

14. Bu dem Geſuch des Maſchiniſten J. Huber in der Heil- und Pflegeanſtalt in Konſtanz , Einſtufung in die Beſoldungs— ordnung betr. GBerichterſtatter Abg A mann):

das Geſuch der Regierung als Material zu überweiſen mit dem Erſuchen auf die Höherſtufung der handwerklich vorgebildeten Beamten beſonders Rückſicht zu nehmen!

Der Präſident ſtellt jeweils feſt, daß die Anträge des Ausſchuſſes für Geſuche und Beſchwerden von keiner Seite Widerſpruch erfahren haben, und erklärt ſie für angenom— men

Bu BZiffer V ider Tagesordnung der 19. Git- zung: Bericht des Ausſchuſſes für Geſuche und Beſchwerden und Beratung über das Geſuch des A. Bärthele, Fiſcher in Reichenau , Eintragung in das Fiſcher— buch betr, erhält das Wort

Berichterſtatter Abg. Amann Gentr.):

Der Fiſcher Alban Bärthele in Reichenau hat, nachdem er den Inſtanzenweg eingehalten hat, ſich an den Landtag ge— vendet, um die Eintragung in das Fiſchereibuch hier durch— zuſetzen. Gr gibt unter anderem alfe die Verhältniſſe an, in denen er lebe, auh befonders mit Nüdfiht auf feine Qand- wirtſchaft, über die er verfüge G3 ift Darauf auch in ber

Kommiſſion feſtgeſtellt worden, daß dieſe Verhältniſſe keinen Anlaß geben, ihn von der Eintragung in das Fiſchereibuch auszuſchließen⸗

Xun der Begründung zu ſeinem Geſuch führte er u. q, ver— ſchiedende Vorkommniſſe auf, die ſich abgeſpielt haben bei der Fiſchereikommiſſion ſelbſt inſofern, daß andere, die zum Teile faſt in den gleichen Verhältniſſen oder in günſtigeren Verhält— niſſen ſind, auch den Eintrag in das Fiſchereibuch bekommen Hätten.

Unter anderm maht er auh in feinem Gefuğe berfHiedene Vorſchläge, wie man die Fiſcherei oder den Fiſchereiberuf etwas eindämmen könnte. Dabei werden verſchiedene Dinge erwähnt, die ſich in der letzten Zeit gerade zugetragen haben, in bezug auf die Eintragung in das Fiſchereibuch in der Reiche— nau durch die gemiſchte Kommiſſion, die aus zwei Schweigern und zwei badiſchen Fiſchern beſteht. Auch führt er einen be— ſonderen Fall an, daß ein gelernter Elektromonteur, der Sohn des jetzigen Fiſchereimeiſters, frotzdem er ein Handwerker iſt und eine Stelle inne hatte, als Hilfsfiſchereiaufſeher auh aufgenommen worden ſei.

Die Regierungsantwort wurde zum Teil ron dem Beritht- erſtatter durch eigene Kenntniſſe der Verhältniſſe als nicht immer in dem Sinne gewürdigt, daß alles, was hier nieder— geſchrieben iſt, auf Richtigkeit beruhe, denn es ſeien ver— ſchiedene Vorkommniſſe vorhanden, wonach man ſagen müſſe, daß doch da und dort mit der Eintragung in das Fiſcherei— buch Ausnahmen gemacht werden.

In der weiteren Ausſprache wurde beſonders darauf hin— gewieſen, daß beſtimmte Willkürlichkeiten bei der Eintragung in das Fiſchexreibuch vorgekommen ſeien, und daß gang unter- ſchiedlich da und dort dieſe Dinge gehandhabt worden ſeien. Auch auf Grund der Fiſchereiverordnung für den Unterſee ergibt ſich keine direkte Handhabe, daß man den Geſuchſteller deswegen, weil er über eine etwas größere Landwirktſchaft berfügt, von ſeinem Fiſchereiberuf ausſchließe, beſonders auh deswegen, weil er ja von Haus aus gelernter Fiſcher iſt und ſeine wirtſchaftliche Lage ſich nur inſofern geändert hat, weil er, allerdings nach dem Krieg, in die Lage gekommen ſei, die Tochter eines Reichenauer Bürgers, die über einen etwas größeren Grundbefig berfügt als andere, gu Heiraten.

Unter anderm wurden au VorjHläge für die Einſchrän— fung des FifHereiberufs im Unterſee gemacht, in bezug auf bie Einſchränkung der Angelfiferei und der fog. Sports- fifHerei. Auch wurde das beanftandet, dağ zum Teil aus einer Familie merere da feien, die mit Fiſchereikarten ker- ſehen ſeien, und die beſonders das ſogenannte Zoggen aus— üben, und daß man jetzt dagzu übergegangen ſei im Gegenſatz zu früher, ſchon Buben mit 14Jahren die Erlaubnis zu geben, die Fiſcherei auszuüben. Die eigenartigen Verhältniſſe res Unterſees wurden dabei auch in Betraächt gezogen, beſonders die Rechte, die die Schweiger, aber auch die deutſchen Fiſcher gegenſeitig für ſich in Anſpruch nehmen.

Beſondere Auskunft wurde noch gewünſcht über den Grund— beſitz des Bärthele, und da wurde feſtgeſtellt, daß ja nicht tat— ſächlich alles, was er bewirtſchaftet, ſein Eigentum iſt, ſon— dern, daß er beſtimmten Einſchränkungen unterworfen ſei in Hinblick auf ſeine Schwiegermutter, die beſtimmte Mitbenüt— zungsrechte ſich vorbehalten hat, die Anſpruch erhebt auf Ver— köſtigung, Wartung und Pflege, Anſprüche, die als beſondere Reallaſten eingektragen ſind in das Grundbuch, daß er hier gewiſſe Verpflichtungen habe und daß überhaupt ſein Grund— beſitz zum Teil nicht bloß aus Wieſen, Ackerland und Wein— bergen, ſondern auch aus Streuland beſteht.

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