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den wirthſchaftlichen Ergebniſſen der Knielinger Bahn; allein ſie will eine der größten Gemeinden, will die Haupt⸗ ſtadt des Landes nicht hindern ein Unternehmen zu wagen, von welchem ſich dieſelbe Vortheile verſpricht, und bei welchem ſie zwar wohl Schaden erleiden kann, jedoch nicht zu Grunde gehen wird. Wenn ſie nun aber auch im aif- gemeinen Landesintercffe feinen Grund gur Verweigerung gefunden Hat,(die Begründung des Geſetzesentwurfs ſpricht ſich zwar darüber nicht beſonders aus, allein die Thatſache der Vorlage eines Geſetzesentwurfes beweiſt es;) ſo iſt es jetzt die Aufgabe der Stände, und zunächſt des hohen Hauſes, ſich darüber zu entſcheiden, ob dieſer Auffaſſung zuge— ſtimmt werden kann. Die Entſcheidung hängt aber von der Unterſuchung der beiden weiteren, oben bereits bezeichne⸗ ten, Fragen ab, zu welchen ſich denn Ihre Kommiſſſon nun wendet.

Zu 2. Vor Allem iſt billigerweiſe zu erwägen, welche Folge der fragliche Bau für die große Staatseiſen— bahn haben wird?— Auch hier ſind die beiden oben geſchiedenen Unterſtellungen getrennt zu halten.

Handelt c3 fih Doğ von einer Bahn His an den Rhein ohne Fortjegung auf der anderen Seite, fo ift die Staatseiſenbahn ſo gut wie gar nicht betheiligt. In dem Geſetzesentwurfe iſt allerdings vorausgeſetzt, und es liegt dieß auch in der Natur der Sache, daß der Staat den Betrieb auf der kurzen Strecke an den Rhein übernehmen werde. Da dieß nun aber jeden Falles nur gegen volle Entſchädigung geſchieht, ſo entſteht kein Schaden für die Eiſenbahnkaſſe daraus, wie auch etwa die Stadt Karlsruhe ſelbſt fahren mag. Das Wenige an Waaren aber, was etwa aus Karlsruhe nach Knielingen zur Verſchiffung kommen möchte, anſtatt wie bisher auf der Staatsbahn bis Mannheim zu gehen, wird wohl theils kaum der Rede werth ſein, theils auch durch jene Gegenſtände ausgeglichen werden, welche von und nach Pforzheim auf die neue zum Rheine gehende Eiſenbahn gelockt werden, während ſie bis— her auf der Axe verfahren wurden.

Weit bedeutender natürlich ſind die Folgen in der Unterſtellung einer Fortſetzung der Bahn auf der linken Rhein — ſeite, auch wenn keine ſtehende Brücke ſondern nur eine Ueberfahrt ohne Umladung der Wagen angenommen wird- Diefe Folgen werden aber theils nachtheilig, theils vortheilhaft fein. Ciner Seit wird e3 der Staatsbahn zum offen⸗ baren Nachtheil gereichen, wenn eine größere oder kleinere Maſſe von Waaren und Perſonen von Karlsruhe auf die bayeriſchen Bahnen übergeht, oder erſt an dieſer Stelle von jenen in das Land tritt, anſtatt Mannheim zum Ausgangs— beziehungsweiſe Eingangspunkt zu nehmen. Wie groß die auf dieſe Weiſe abgelenkte und auf den kürzeſten Weg vom Nordweſten nach dem Often und Südoſten gewieſene Menge von Perſonen und namentlich von Waaren fein wird, iſt allerdings nicht wohl zu ſchätzen; allein daß ſie beträchtlich ſein könnte, mag nicht in Abrede geſtelll werden. Es handelt ſich hier von dem Nachtheile, welcher zu jeder Zeit befürchtet wurde, ſo oft von einer Querbahn an den Rhein zwiſchen den drei großen bisherigen Uebergangspunkten, Mannheim , Kehl und Baſel, die Rede war.— Auf der an⸗ dern Seite läßt ſich aber auch ein Vortheil für die Staatseiſenbahn in Ausſicht nehmen. Daß auf der neu zu er— bauenden kürzeſten Linie eine bedeutende und eine immer ſteigende Menge von Saarkohlen verführt werden würde, iſt unzweifelhaft. Der ganze Verbrauch an ſolchen Kohlen in einem ziemlichen Umkreiſe, namentlich aber in Pforzheim und in der dortigen Gegend, würde dann aber von Karlsruhe ab auf der Staatsbahn verführt werden, während er bisher, einmal auf Wagen geladen, auf der Axe blieb und ohne Zweifel auch künftig bleiben würde. Daffelbe wird ferner ſtattfinden bei dem vom Rheine nach Pforzheim gehenden Roheiſen. Und umgekehrt iſt zu erwarten, daß mancherlei Erzeugniſſe der badiſchen Landwirthſchaft und Induſtrie, namentlich aber Holz und Eiſenfabrikate von Pforzheim , auf dieſer kürzeſten Linie ebenfalls der Eiſenbahn zufallen werden, während ſie bisher auf der Landſtraße geführt oder auf Enz und Neckar verflößt wurden. Auch hier iſt freilich eine Vorausberechnung nicht wohl möglich, und es gehen die Schätzungen der Freunde und der Gegner der projektirten Bahn gerade in dieſer Beziehung weit auseinander.

Bei ſo bewandten Umſtänden iſt natürlich Ihre Kommiſſion ſchüchtern eine beſtimmte Anſicht über die Folgen auszuſprechen, welche die Erbauung einer Eiſenbahn von Karlsruhe an den Rhein für die Staatseiſenbahn haben würde. So viel glaubt ſie jedoch behaupten zu köönnen, daß das pekuniäre Geſammtergebniß fein ſehr bedeutendes ſein dürfte, weil ſich Schaden und Nutzen ſo ziemlich auszugleichen ſcheinen.

Bu. 3. Bei jeder neuen Richtung des Verkehres pflegen Orte und Gegenden betheiligt zu ſein, melde gar nicht unmittelbar an der veränderten Straße liegen. Für die eine bringt der neue Zug Vorlheil ſür andere Nach—