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in den Ständekammern, die Fürſt Metternih die radicalen, die republifanifhen” nennt, müfen wir dem Bundestag für eine danfbarere Rolle forgen?

Oder ſollte es ſchon ſo weit gekommen ſeyn, daß man der Bundesverſammlung die Durchführung einer Wohlthat nicht anvertraut aus Furcht, die Gunſt, die Zuſtimmung der Nation mögte ihr dann fehlen?

Ja, dieſe Zuſtimmung würde, müßte ihr fehlen. Denn allzu gefährlich iſt es, Geſetze von da anzunehmen, von wo des Uebels ſchon ſo viel gekommen, wo die Uſurpation einer geſetzgebenden Macht den Untergang aller Freiheit und ſomit aller friedlichen Entfaltung bedeuten würde.

Somit iſt der Bundestag in ſeiner jetzigen Verfaſſung der Fähigkeit baar, der Nation zum Segen zu ge— reichen. Die ernſte Frage iſt aber: Soll dieſe oberſte deutſche Behörde dieſer oberſten Macht entbtößt bleiben?

Wer es mit dem Vaterland wohl meint, muß wünſchen, daß ſie ſich mit dieſer Macht umgebe. Und warum ſollte ſie nicht?

Das Streben nach gemeinſamen Geſetzen iſt bei den Regierungen vorhanden; ſie fertigen Entwürfe. Dieſe müſſen jeder einzelnen Stände-Verſammlung zur Zuſtimmung vorgelegt werden?

Wenn auch nur eine von dieſen— und wäre es auch bloß, um nicht nach und nach ihr Recht der Geſetz— gebung abhanden kommen zu laſſen— den Entwurf verwirft, ſo iſt die Gemeinſamkeit des Geſetzes vernichtet. Wäre es denn unter ſolchen Verhältniſſen nicht weit einfacher und klüger, man ließe Bevollmächtigte diefer Ram- mern gleich ſelbſt beim Congreſſe oder beſſer beim Bundestage ſich verſammeln? Wenn auch Oldenburg mit einer Verfaſſung zurück iſt, könnten doch ſelbſt die öſterreichiſchen Stände vertreten ſeyn, und das bin ich von der Einſicht und Vaterlandsliebe aller deutſchen Ständeverſammlungen überzeugt, daß ſie einwilligten, die Mehr— heitsbeſchlüſſe einer ſolchen Vertretung beim Bundestage, die aber eine wahre und wirkliche, freie Vertretung der Nation ſeyn müßte, ſollten für alle bindende Kraft haben.

Dieſer Vorſchlag iſt ausführbar. Die Zuſtände, die Beſtrebungen unſerer Zeit leiten von ſelbſt darauf hin und es mögen vielleicht bald ſchon Ereigniſſe eintreten, bei welchen er nicht minder den deutſchen Fürſten ſelbſt einleuchten wird.

Aber das wäre gefährlich, höre ich ſchon alle die warnen, deren Staatsklugheit in Carlsbader und Wiener Beſchlüſſen den Rettungsanker der Legitimität gefunden haben will. Da könnte ein deutſches Parlament ſich bilden und etwa gar in öffentlicher Berathung Geſinnungen in der deutſchen Nation erwecken, die man nicht billigen dürfte.

Ja die edelſten, wahrhaft deutſchen Geſinnungen würde eine ſolche Verſammlung hervorrufen, Geſinnungen, wie ſie der preußiſche Landtag hervorrief, wo man mit Entrüſtung die Vertretung von Provinzialintereſſen zu— rückwies, die Itio in partes verwarf und der Rheinländer neben dem Oſtpreußen und der Pommer neben dem Sah- ſen ſich nur als Preußen fühlten. Darum war auch kaum der preußiſche Landtag eröffnet, ſo erklärte das Organ der franzöſiſchen Republikaner, der National, nun müſſe die kriegsluſtige Parthei in Frankreich ihr Eroberungs— gelüſte aufgeben. Napoleon zerriß Deutſchland , indem er den Rheinbund ſchuf, aber darum konnte auch der Name„Deutſchland “ von der Länderkarte verfhwinden und einem Drgan der deutfhen Preffe der Titel deut- fhe Nationalzeitung” verboten werden, An feinen Bruder, den. König von Holland , fried er: Sie haben vergeſſen, was Sie meiner Herrſchaft über Deutſchland ſchuldig ſind, Sie mußten wiſſen, daß die deutſche Na— tionalität mein Todfeind iſt.“ Und der Mann, dem in Frankreich das Wiederergreifen des Staatsruders nicht entgehen kann, Thiers, erklärt in ſeinem Geſchichtswerke: la réalisation de cette unité allemande für très dan- gereuse.

Ja die Geſinnungen der Nationalität und der Einheit in erhöhter Kraft verleihender Stärke werden einem gemeinſamen Zufammenmirfen vön Bertretern der Fürften und der Völfer entfpringen, und wie der Nayarefe mit dem Andalufier— der Gascogner mit dem Normannen, ja felbft mit dem deutſchen Elſäſſer— der Schotte neben dem Engländer auf gemeinfamen Bänfen, in gemeinſamen Räumen ſich in gemeinſamer Berathung verbrüdern